[Etwas Neues für Schwarzromantiker und "Grufties" der alten Schule unter uns] - German Gothic Board

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Etwas Neues für Schwarzromantiker und "Grufties" der alten Schule unter uns

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Thalamus

... vielleicht interessiert's ja (noch) wen ;)

http://www.medienkonverter.de/images/rezensionen/3633.jpg

Peter Bjärgö - A Wave of Bitterness

Arcana ist - und das bereits seit einigen Jahren - eine letzte Bastion sakraler Gothic-Musik, die einst vom 4AD-Label geprägt wurde, durch Bands wie Dead Can Dance, Cocteau Twins, The Wolfgang Press und This Mortal Coil. Die feierliche-sakrale Finsternis gerät heute zusehend in Vergessenheit, die Gothic-Subkultur hat sich in großen Teilen dem "elektronischen Bierzelt" (Klaus Theweleit) zugewandt, hat die Melancholie aufgegeben zugunsten einer kurzlebigen Partylaune, trägt zwei Schweißerbrillen übereinander statt Reifrock und Schleier...


Peter Bärgö hat Arcana gegründet als langen Nachhall der edelen Tradition sakraler Gothic-Musik und trägt die finstere Flamme weiter ans Ende der Nacht. Sein erstes Soloalbum "A Wave of Bitterness" verzichtet auf die geschlechtliche Polarität von Arcana, sondern begnügt sich mit der eigenen Stimme, den eigenen Emotionen.

"A Wave of Bitterness" ist inhaltlich Programm: Pessimistisch-resignative Texte, die von Lebensmüdigkeit zeugen, prägen das Bild. Musikalisch dagegen herrscht vielschichtige Komplexität: neben den erwarteten elegischen String-Flächen treten hier vor allem perkussiv-ethnische Elemente ins Zentrum, filigrane Akustikmelodien und dunkle Schönheit. In manchen Stücken, wie dem Titelsong (Track 2) entwickeln sich richtige Songs aus dem Material, in anderen Fällen (z.B. "In Useless Retrospective") erhart Bjärgö im traurigen Ambiente. Musik für ein skandinavisches Psychodrama der der Bergman-Schule. Andere Tracks, wie das Instrumental "VI" schließen dann wieder treibend an die frühere Ritualmusikplatte "Le Serpent rouge" an.

Das alles erinnert stark an die Musik von Dead Can Dance - wie bereits das Konzept von Arcana - doch Bjärgö schafft es, auf dieser Basis eine eigene Vision zu entfalten. Und ersetzt zugleich das, was seit Jahren fehlt, denn weder Lisa Gerrard noch Brendan perry haben es mit ihren Solobemühungen geschafft, die alte Höhe zu erreichen. Ein Stück wie "Imprisonment of the Mind" (Track 8) würde man von ihnen heute vergeblich erwarten...

Cover und Booklet des Jewelcase' sind mit erdfarbenen und goldenen Elementen gestaltet und enthalten innen verschiedene Rohrschachmuster. Auf gediegene Weise reflektiert die Gestaltung des musikalischen Gehalts - was will man mehr.

"A Wave of Bitterness" von Peter Bjargö ist ein kleines, funkelndes Meisterwerk klassisch inspirierter Gothic-Musik. Musikalisch stilsicher und auf angenehme Weise konservativ entfaltet das Album eine introspektive Melancholie, die im heutigen Musikgeschehen selten geworden ist. Eine der CDs des Jahres.


danke für das Review zu finden im Ikonen-Magazin.



geschrieben von: Any Body

Vielen Dank für den Hinweis - klingt interessant - zumindest inspiriert es zum ersten Anhören

:)



geschrieben von: |Dunkelschön|

hm muss ich mal reinhören...



geschrieben von: Cagliostro

Hmm, etwas sophisticated...



geschrieben von: Ardath Bey

"Musikalisch dagegen herrscht vielschichtige Komplexität: neben den erwarteten elegischen String-Flächen treten hier vor allem perkussiv-ethnische Elemente ins Zentrum, filigrane Akustikmelodien und dunkle Schönheit."


Erinnert mich an -> Bifrost R.I.P nur in leise. :) Bifrost komponierten ebenso mit Akkustikgitarren -bass, Ududrum, Glockenspiel, Akkordeon, Streicher, Orgeln, Jembe und was es ebenso gibt. ;)



geschrieben von: Darkshade

Hallo,

wie wenig Beachtung dieses Album (hier) offenbar findet, ist ein Indiz für den Trend, der schon seit vielen Jahren anhält.
Aber gut, sei's drum. Für mich ist dies eines der wenigen Alben, die einem Lichtblick gleichen. Stimmlich gesehen gibt es Parallelen zu Brendan Perry, ich vermute, daß wir noch einige Überraschungen von Herrn Bjärgö erwarten werden.
Dieses Album spielt für mich in der Liga, die DCD oder Black tape for a blue Girl damals vor fast 25 Jahren etablierten...

DS



geschrieben von: logic_system

auch wenn ich black tape for a blue girl wirklich liebe...dcd sind nochmal ein paar klassen drüber ;)



geschrieben von: vengeance

was mir im eingangspost sehr gut gefallen hat war die Umschreibung "Sakrale Gothic-Musik"

Weil es genau das ist, was ich mit der schwarzen Lebensart verbinde und nicht etwa primär diese Strobo-Hektik-Aggressiv-Musik

Ich werd auf jeden Fall reinhören ! Arcana kenn ich ja schon



geschrieben von: ShainaMartel

Nicht mal Arcana kannte ich bisher (nur "Nox Arcana" - obwohl das eine andere Band ist, habe ich sie anfangs verwechselt^^) - gut, ich kenne es seit zwei Wochen, weil ich damals bereits mal in diesen Thread hier reingestolpert bin ;)

Auch ich habe das Lebensgefühl seit jeher mit dieser Art der Musik verbunden - das Ungreifbare, das Sakrale, das Fantastische. Genau wie der Klang von Orgeln. Das ist die Musik, die mich bereits als kleines Kind zum Staunen gebracht hat, weil ich ihre Epik einfach liebe und man bei derartiger 'akustischer Untermalung' wohl am besten träumen kann. Im Endeffekt war diese Musik wohl auch der Auslöser für mein Interesse an dieser Subkultur :D

Danke!



geschrieben von: JohnSteed

Du wirst lachen, kenn ich nicht!
Werd mich aber alsbald damit beschäftigen.....



geschrieben von: Basilius

Einfach zusammenführend, von einer entrückten, aber doch auf festem Grund stehenden Schönheit... Das ganz leise im Leben wird sichtbar bei dieser Musik...





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