[Sterbende als Fotomodelle - Vorher-Nachher-Bilder] - German Gothic Board

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Sterbende als Fotomodelle - Vorher-Nachher-Bilder

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geschrieben von: Shinjuku

"Nochmal leben vor dem Tod" - der Titel einer Wanderfotoausstellung, in der Portraits von Schwerkranken vor und nach ihrem Tod gezeigt werden. Obwohl die Reaktionen überwiegend positiv sind und die Fotos aller Portraitierten mit deren Zustimmung gemacht wurden, tendiere ich dazu, das ganze makaber zu finden. Was ist eure Meinung ?

http://www.noch-mal-leben.de/h/exponate_4_de.php



geschrieben von: EngelLacrima666

ich finde die seite ist interessant gemacht, auch dass nicht nur die verstorbenene gezeigt werden, sondern sie auch noch ein statement zu ihnen geschrieben haben. ich bin nicht wirklich der meinung, dass die verstorbenen als anschauungsobjekte dienen, viel mehr wie in erinnerung an....
interessant ist auch zu lesen, wie die sterbenden selbst denken...vor allem der erste.
das ricam hospiz habe ich während meiner fsj zeit selbst besucht....ein ort der stille, der trauer, des schmerzes und der abschied.
wenn man sich das so vor augen hält, sieht man, dass es uns doch nicht für immer geben wird, nur diesen kleinen moment in der unendlichkeit und die wenigsten schaffen es in der erinnerung anderer weiterzuleben.



geschrieben von: more

Vor einem Jahr hat eine Autorin aus unserer Region ein Foto/Buch-Projekt zum selben Thema an einem Weihnachtsmarkt in einem Altenheim vorgestellt. Die Abgebildeten waren alle ehemalige Bewohner des Altenheims.
Die Autorin hat die Lebensgeschichten der Menschen aufgeschrieben und sie gemeinsam mit einer Hospiziniative beim Sterben begleitet.
Mich hat der Band tief berührt und die Resonanz zu dem Buch, welches mit den Lebenslinien der Toten und Gedichten ausgestattet war, war durchweg positiv. Vor allem die Angehörigen fanden die Umgehensweise sehr professionell und herzerwärmend.

Die Frage bei solchen Projekten ist immer, wie an mit den Menschen umgeht. Sofern man sich Zeit für die Sterbenden nimmt, Diskretion bewahrt und eine große Portion Feingefühl zeigt, kann so ein Projekt sehr berührend sein. Ich zweifle allerdings daran, dass jeder Künstler so ein Feingefühl mitbringt. Denn das bedeutet auch, dass man sich mit Vergänglichkeit - auch mit der eigenen - auseinander setzen muss. Und dass man da vielleicht geneigt ist eine kalte Mauer des Selbstschutzes zu errichten, kann das Projekt zu einer sterilen Kunstnummer verkehren.

Die Autorin aus dem vorgestellten Projekt war übrigens selbst Altenpflegerin und in der Hospiz tätig.





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