[irgendwie anders] - German Gothic Board

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irgendwie anders

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geschrieben von: flüchtig

Die neue Welt hat sich scheinbar bereitwillig geöffnet. Nur manchmal fühle ich noch, wie sie sich vor mir zurückzieht. Einige Teile verschließen sich immer. Aber ich lerne den Schlüssel. Hoffentlich hilft mir dies auch beim Erschließen der Welt.
Warten muss ich. Warten, bis etwas den eingespielten Rhythmus durbricht und ich heimkehren darf für wenige Momente. In die Welt, die schneller läuft, mehr frisst und mehr fordert, aber auch mehr gibt.

Die Zeit vergeht...



geschrieben von: flüchtig

Will ich den schlechten Teil immer in eine Ecke stellen?

Es ist faszinierend, wenn man am besten damit auskommt, alleine zu wohnen, wenn man von der Leere gelangweilt wird. Es ist aber nicht nur ein leeres Zimmer, sondern eine leere Stadt. Das mag Entschuldigung genug sein.
"Komm pünktlich." Hach herrje. Es sind doch nicht meine Hirngespinste, die hier das Problem darstellen. Aber dies und jenes und all das sollte ich ändern, weil ... ach ja, weil sich jemand damit nicht wohlfühlt. Ich mich aber. Und auch nur wenig davon würde ich ändern, weil ich es für angemessen hielte.
Aber das sind nur kleine Dinge. Die großen stellen ein ganz anderes Hindernis dar. Und nur die Zeit scheint dieses überwinden zu können. Aber zieh mir noch ein wenig Lebenskraft von Tag zu Tag ab und wenn ich bis zum Ende durchhielte, wäre das auch gemeistert.
Und weh und ach.

Die Zeit vergeht...



geschrieben von: flüchtig

"Warum bist du hier 'raus gerannt? Wir hätten das auch im Ort besprechen können." Aufgebracht versucht er sie am Arm festzuhalten, bekommt aber nur den Ärmel ihrer Jacke zu fassen bevor auch dieser ihm entgleitet.
- "Besprechungen haben dich noch nie interessiert! Wie könnte es diesmal anders sein?" Ohne ihren Schritt zu verlangsamen, stößt sie die Worte hervor.
- "Niemand hat dich aufgefordert, mir zu folgen. Am wenigsten ich! Also lass mich endlich in Frieden."
"Wolltest du nicht endlich einmal Klarheit? Ich biete sie dir an. Jetzt."
Mit unbewegtem Gesicht verlangsamt sie ihren Schritt. Als sie sich umwendet, blick er in ihre angespannte Miene.
- "Na gut, lass uns reden." Leicht umschließen ihre Finger seinen Hals.



geschrieben von: flüchtig

Es ist lustig, dass sich langsam Probleme ergeben. Probleme mit den Menschen. Aber die kommen eben immer, wenn man sich besser kennen gelernt hat. Inzwischen unterscheide ich auch bei "Problemen", bei "sich schlecht fühlen". Es gibt diese Ausdrücke und ich benutze sie. Aber genau wie es sich gewandelt hat, in welchen Situationen ich wütend werde und in welchen ich einfach nur noch amüsiert bin, habe ich begonnen zu differenzieren, wie zutreffend die Ausdrücke sind. Ich kann mich schlecht fühlen, aber noch lange nicht leiden.
Der Unterschied ist schön. Genauso kann ich entscheiden, wann ich mir selbst Beistand leiste, ein wenig Tauchen ins Selbstmitleid erlaube und wann ich mich mit ironischen Zwischenkommentaren auffordere, die Sache nicht die Oberhand gewinnen zu lassen.
Was hat das mit meinen Problemen zu tun? Es sind "Probleme". Sie tangieren mich nicht stark, auch wenn ich ihnen jeden Tag begegne. Was wäre all das, was man gelernt hat, wenn man es für einen beliebigen Wutanfall über Bord würfe?

Die Zeit vergeht...



geschrieben von: flüchtig

Dieses Buch erinnert mich an all die Idioten. Um genau zu sein erinnert es mich an einen Idioten, der mir ganz besonders auf die Nerven gegangen ist.
Manchmal hat es einen Sinn, Leuten zu sagen, sie sollen sich um ihren eigenen Kram kümmern. Denn Menschen, die gerne Vorwürfe machen, haben die meisten Probleme mit sich selbst. Und sie sind es, die am wenigsten bereit und fähig sind, diesen Problemen irgendwie produktiv entgegenzutreten.
Die Phrase mit der Selbstfindung ist aber leider meist leer. Viele benutzen sie deswegen, weil es ihnen immer noch nicht möglich ist, sich vorzustellen, wie der Weg aussehen könnte. Und in diesem Falle zählt nun einmal der Weg, weil die wenigsten zu Lebzeiten zum Ziel kommen werden.
/ Aber dieses Unverständnis, es frisst mich auf. Es ist das, was mich heutzutage noch von dem ablenken kann, was ich gerade tue und meine Emotionen aufbringen kann. Ich verstehe nicht, warum ich mir diesen Mist antun musste. Nun, eigentlich ist es einfach: es war Zufall. Aber da ich der Meinung bin, dass ein jeder Mensch Verantwortung für sich selbst hat, kann ich einfach nicht akzeptieren, dass es so halt geschehen musste. Ich bin froh, dass ich früh angefangen habe, mich davon zu lösen, aber wäre es nicht schöner, wenn dergleichen gar nicht notwendig gewesen wäre?
Über das "Schicksal" zu lamentieren, bringt immer wenig. Aber vielleicht hilft die Wut mir, klarer zu sehen, vielleicht zeigt sie mir, wie ich das alles noch besser von mir fernhalten kann. Eine Probe steht mir bevor. Zum Glück mit Unterstützung.

Die Zeit vergeht.



geschrieben von: flüchtig

Ich bin fasziniert von meinen Gemütsumschwüngen. Es scheint vor allem immer abends bergab zu gehen, aber was soll ich nach den letzten Monaten auch erwarten...
Ich werfe dir vieles vor: deine Unaufmerksamkeit, deine vage Art, Dinge zu beantworten, dass du nicht meine Gedanken liest. Ach, da waren wir ja schon mal. Aber es wird wohl noch anders werden, irgendwann. Und vielleicht kommt der Tag, an dem ich nicht mehr glaube, dass mit dir meine Welt untergeht.



geschrieben von: flüchtig

Die letzten Tage haben wieder einmal Begehrlichkeiten geweckt. Es ist eher ein superfizielles Gefühl, weil es nicht aus meinem natürlichen Tagesgeschehen heraus entsteht, sondern sich ungefragt in meinem Körper manifestiert.
Ich frage mich, ob das mein Leben lang genug sein wird oder ich eines Tages doch feststelle, dass ich es anders haben will. Vermeintlich einfacher. Aber für einen so kleinen Teil des Ganzen...? Es soll Dinge geben, die darin ihr Ende finden.



geschrieben von: flüchtig

Immer noch nicht am Ende, immer noch nicht vorbei. Es gibt gute (mehr schlechte) Gründe, warum ich immer noch nicht genießen kann. Zurücklehnen und einfach abwarten.
Der Frühling wird besser als letztes Jahr. Ich hoffe es fest. Ich werde mir meine Wiese suchen, die Stadt von ferne betrachten und die unglaubliche Ruhe genießen. Und mich von Krabbeltierchen stören lassen.
Dann werde ich mir alles ansehen und über die Hitze fluchen und schließlich werde ich gar Reue empfinden, verwundert darüber, dass es mir schwer fallen kann, von diesem Ort wegzugehen. Und ich werke heimkehren. Lamentieren. Erschöpft sein. Menschen hassen. Wieder etwas Neues anfange. Überrascht sein. Aufgeregt. Und ich werde nicht wissen, was kommt.
Vergessen Sie bitte nicht die Selbstvorwürfe!
Es gibt überhaupt keine befriedigende Art sich selbst wehzutun, es sei denn, man nimmt andere zur Hilfe.

Es gibt erstaunlicherweise auch keine befriedigende Art, anderen wehzutun, es sei denn, man nimmt Liebe zu Hilfe.

Und es gibt keine befriedigende Art, diese Träume loszuwerden. Jetzt.

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geschrieben von: flüchtig

Manchmal nerven Menschen. Es gibt sicherlich welche, von denen man nie etwas anderes erwartete und bei denen man eher etwas überrascht ist, wenn sich sich zu lange normal benehmen. Dann gibt es die anderen, mit denen man den Großteil der gemeinsamen Zeit gut auskommt, aber ab und zu überlegt, was in denen wohl vorgehen man, dass sie plötzlich seeehr komisch sind.
Und dann gibt es die, in die man die größten Hoffnungen gesetzt hat, dass sie Gedanken lesen können - und doch hat es mal wieder nicht geklappt.
Wie kann man wegen etwas wütend sein, dass einem gar nicht am Herzen liegt? In diesem Falle muss es wohl ums Prinzip gehen, aber wodurch wird es bestimmt? Kann man es nicht gut sein lassen, wenn man eh kein tieferes Interesse hat? Irgendetwas ist da wohl noch.

Gibt es Menschen, die eine geschlagene Woche (er)leben, in denen ihnen die Welt nicht auf die Nerven geht? Ist wahrscheinlich schwierig zu komponieren.



geschrieben von: flüchtig

Es gibt Menschen, die sind echt unerträglich. Klar ist es logisch, dass man Arschloch-Verhalten rechtfertigt, wenn man das gleiche Verhalten an den Tag legt. Aber warum glauben diese Leute dann immer noch, sie hätten ihr Persönlichkeit analysiert und die Entwicklung wäre abgeschlossen? Die wurden nur einmal so stark vors Schienbein getreten, dass ihnen ein Gedanke kam. Aber als dieser Anreiz abgehakt war, haben sie sich auf ihrer Idiotie wieder ausgeruht.
Wenn mich eines noch mehr stört, als Arschlochverhalten ist es die Rechtfertigung dessen. Diese Art von Mitläufertum macht unsere Welt noch ein klein wenig beschissener.
Aber ich kann ja schon froh sein, dass ich vom Großteil der Unterhaltungen auf diesem Planeten gar keine Ahnung habe, sonst würde ich mich womöglich einbuddeln lassen wollen und in meinem eigenen kleinen Bunker unter der Erde leben. Sicherlich ist es nett, wenn man sich vornimmt, die Welt zu verändern. Aber es gibt so Dinge, bei denen man anerkennen muss, dass man nicht jeden Luftkopf wir bekehren können. Oder erklären. Oder wenigstens belehren. *seufz*



geschrieben von: flüchtig

Wow, wow. Ich hätte niemals gedacht, dass unsere Welt so abgefuckt ist, aber lesen bildet und das führt manchmal dazu, dass man von Dingen erfährt, bzw. diese bewusst gemacht werden, von denen man eigentlich gerne gar nichts gewusst hätte.
Wollte ich jemals auf den Gedanken kommen, dass es Menschen gibt, die tatsächlich aufgrund ihrer Geburt privilegiert sind (nein, ich meine nicht die Gesellschaftsschicht)? Vielleicht nicht. Obwohl es nur Verdrängung wäre, denn es ist so offensichtlich, dass wir unseren Lebensstandard nur auf vieler vieler Leute Rücken aufgebaut haben. Es ist unglaublich offensichtlich, in vielen Lebenslagen, aber den "Kampf gegen den Kapitalismus" finde ich so pathetic, weil er sich so lächerlich ausnimmt, verglichen mit anderer gesellschaftlicher Dynamik. Natürlich erkennt man Scheiße nicht, wenn sie einen nicht anspringt, aber ich kann Leute nicht ernst nehmen, die für sich beanspruchen, den Kampf der Gerechten zu führen, während sie mir wie planlose Aktionisten in einem Schlauchboot auf dem weiten Meer vorkommen, die sich freuen, weil sie gerade eine Gummiente vor dem Ertrinken gerettet haben.
Aber auch für mein eigenes Leben will ich niemals wahrhaben, dass ich Nachteile haben könnte, nur auf Grundlage dessen, wie ich geboren wurde. Aber dennoch ist es so. Nur denke ich, sollte man sich davon nicht einschüchtern oder aufhalten lassen, sondern es lediglich im Hinterkopf behalten und nach dem streben, was einem wichtig ist.
Wenn einer aufgibt, hat der andere eindeutig gewonnen.





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