[Lars von Trier's Melancholia] - German Gothic Board

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Lars von Trier's Melancholia

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Thalamus

Nach seinem kontroversen Horrorfilm "Antichrist" plant der dänische Regisseur Lars von Trier für seinen nächsten Film "Melancholia" eine Mischung aus Psycho-Drama und Katastrophenfilm. Ausgestattet mit einem Budget von sieben Millionen Euro wird 2010 in Europa gedreht, das internationale Casting läuft zur Zeit. Namensgebend für den Film ist der fiktive Planet "Melancholia", der bedrohlich nah an der Erde auftaucht. Mehr ist bisher nicht über die Handlung des Films bekannt. Ein Alien-Invasionsfilm soll "Melancholia" nach Aussage von Aalbaek Jensen (Co-Gründer des produzierenden Studios Zentropa Entertainment) jedoch nicht werden. Außerdem seien keine Special-Effects à la Hollywood geplant. Ein Traumfabrik-taugliches Happy End sieht von Trier für "Melancholia" ebenfalls nicht vor. Aber das hätte wohl auch niemand von ihm erwartet!"

Quelle: Tobias Mayer, IMDB



geschrieben von: Ardath Bey

Also, so gut ich von Trier auch finde halte ich einen Threat über einen Film zu dem es noch nicht mal ein Drehbuch gibt vollständig überflüssig! :D
Könnte man auch einen Threat machen mit dem Thema "Man munkelt in Hollywood wird ein neuer Film gemacht!", bringt genauso viel.

Was für eine Diskussion erwartest du jetzt bzw. was soll man dazu schreiben?

"Oh, wie toll! von Trier macht einen neuen Film über den ich absolut nichts sagen kann?"?
Bitte nicht böse sein aber warte doch nächstes mal bis es etwas zum Diskutieren gibt.


@ancient
Macht doch einen Threat mit dem Titel "Ankündigungen", das spart dann überflüssige Extra Themen über nichts denn dieser Threat handelt von nichts da es den Film nur als Planungsarbeit gibt.



geschrieben von: Thalamus

Ich bitte um Geduld ... erst einmal würde ich diesen Thread gerne (regelmäßig) mit Informationen updaten, anschließend kann darüber diskutiert werden. Ich sehe jetzt ehrlich gesagt nicht das Problem. Einen Ankündigungsthread würde ich dennoch begrüßen.



geschrieben von: Ardath Bey

Geduld ist kein Problem aber wenn sie den Film jetzt planen ist der Ende nächstes Jahr fertig. :D



geschrieben von: Hybrid Andante

Und nun ist er in den Kinos, gestern angesehen: wunderbare Schauspieler, eindrucksvolle Atmosphäre, Wagners Tristan und Isolde und über allem schwebt der unheilvolle Planet Melancholia... ein neues Meisterwerk eines großartigen Filmregisseurs:

Vorsicht Spoiler: SPIEGEL-Kritik

Ich denke dieser Thread hat jetzt seine Berechtigung :)



geschrieben von: M. Marinus

Habe das eben gelesen, Deinen link, und Ilo und ich werden den Film sicher anschauen. Trier ist zumindest immer gut darin, intelligent und filmisch hervorragend umgesetzt Jeden, egal ob Spießer oder Freigeist, irgendwie und mit irgendwas zu provozieren, und Depression zum erlösenden Ende der Welt zu erklären, ist schon starker Tobak. Ich möchte nicht wissen, wie echt Betroffene und ihre Therapeuten auf sowas reagieren werden. Aber dafür ists auch ein "von Trier"-Film, der muss das abkönnen und will ja die Leute aus gewohnten Denkmustern rütteln. Ich freu mich drauf, wenns ihn auf DVD gibt. Hoffentlich wird das nicht wieder so ein Verleih-Desaster wie bei Black Swan.

Antichrist fand ich genial. Meine Fresse was habe ich mich gefürchtet vor diesem irren Weib, und als sie ihren Mann und dann sich selbst so verstümmelte. Mir stockte echt der Atem und ich musste Wegsehen einige Male. Der Film hängt einem gerade als Mann schon einige Stunden nach, irgendwie :D.



geschrieben von: Holy Diver

Kurzkritik meinerseits:
Lars von Trier: Komplett überschätzt.

"Antichrist" fühlte sich für mich so an, als würde dauernd eine große Neonreklame mit "Achtung, Symbol/Metapher, bitte mal ganz intellektuell fühlen!" aufblinken (zumal die schauspielerische "Leistung" von Madame Gainsborough allein darin bestand, schrill keifend und ohne Höschen durch den Wald zu rennen, sie erinnerte mich vom Niveau vage an Brigitte Nielsens Red Sonja...). "Melancholia" ist wohl ähnlich, wobei ich da nur den Trailer kenne, aber von Trier scheint seinen Spaß an desaturierten Farben und waidwund blickenden Frauenspersonen gefunden zu haben. Nicht mein Metier.



geschrieben von: MephistoX

Lars von Trier kann man doch getrost in die Tonne kloppen.
Habe versucht, mir den Film ganz anzusehen, bin aber irgendwo in der Mitte eingepennt. Keine Handlung, keine Spannung, nichts. Nur ständig der selbe Scheiß, ne Tussi mit Depressionen und irgendwelche Partygäste am Rande.

Auch die 5-minuten Intros von Lars von Trier sprechen mich nicht wirklich an. Beim Antichrist treibens die beiden in der Dusche und schmeißen dabei irgendwas runter, was dann beim fallen in Slow Motion gezeigt wird. Bei Melanchonia dümpeln die Hauptpersonen irgendwo auf ner Wiese rum und ein Pferd fällt in Slow Motion seitlich um... toll, sowas wollte ich schon immer mal sehen! :rolleyes: Absolut sinnlose und langweilige Scheiße, die keinen interessiert. Deswegen wartet man auf den eigentlichen Film, der dann aber auch keine wirklich spannende Handlung hat.

Fazit:
Lars von Trier müsste man das Filmedrehen wegen übermäßigem Mangel an Talent verbieten, oder aber einen Award für die besten Foltermethoden verleihen. Das Personal in Guantanamo Bay hat Melanchonia bestimmt schon im Regal.



geschrieben von: Changeling II

...den zur Seite umkippenden Gaul gab es bereits bei Andreij Tarkowskij (ich weiss jetzt allerdings nicht mehr in welchem Film genau, ob es nun "Stalker", "Solaris", "Zerkalo", oder irgendein anderer gewesen ist...)
Und da Tarkowskij von Triers größtes Vorbild ist - der ganze "Antichrist" ist ja ihm gewidmet - verwundern derartige Ähnlichkeiten eigentlich kaum -nur dass Tarkowskij ganz einfach alles viel besser gemacht hat...



geschrieben von: Odessa

Mephisto, da kommen wir zwei diesmal so gar nicht zusammen ;-). Möchtest Du wirklich so herablassend sein (nein, möchtest Du nicht, ich weiß *g*), Dein persönliches und somit ja auch sehr subjektives Urteil zur alleingültigen Wahrheit für Alle ("braucht niemand, ist überflüssig, kann man in die Tonne kloppen, ist Scheiße") zu erheben? Während Du aber zeitgleich schreibst, Du hast den Film nur zur Hälfte gesehen und daher nicht wirklich mitgekriegt, um was es geht? Der Film heißt Melancholia - wie der Titel zumindest für mich vermuten läßt, handelt es sich dabei also eher nicht um packende Rambo-action oder eine heitere Komödie ;-). Ich finde es auch etwas gewagt, über das Talent eines Regiesseurs und den Sinn seiner eingesetzten stilistischen Mittel so negativst zu urteilen, wenn man auch bei anderen Werken maßgebliche Szenen vielleicht fehldeutete oder übersah. Beispielsweise die von Dir erwähnte Szene im "Antichrist", welche die wiederum z. B. meines Verständnisses nach mit maßgeblichste zur Aufklärung ist - denn während des Duschens am Anfang und als während des heftigen Liebesakts des Paares diese Flasche dabei herunterfiel, fiel auch das Baby des Paares und starb. Die Frau, gefangen im Sinnesrausch, sah dabei seelenruhig zu; ihre Lust für Sekunden war ihr wichtiger als ihr tödlich verunfallendes Kind wenige Meter entfernt. Und genau das zeigte die slowmotion-Szene, die man allerdings in ihrer Gesamtheit (Flasche UND Kind fallen zu Boden) erst, wenn ich mich jetzt noch nach langer Zeit richtig erinnere, am Ende des Films gezeigt und dadurch den Zusammenhang aufgeklärt bekam.

Von Trier mögen oder nicht: ich für meinen Teil schaue mir generell keinen Film an, weil irgendwer den Film oder seinen Regiesseur belobhudelt. Ich schaue mir Filme an, wenn ich vermeine darin etwas zu finden, was mich bewegen könnte; bei von Trier z. B. sind es gerade die nicht "perfekt funktionierenden" und nicht "normalen" Frauenrollen: bei ihm sind sie schwach, leidend, depri, suizidal, psychisch gezeichnet. Das ist realistisch, denn so sieht ein großer Teil unserer Gesellschaft heute ja leider aus, und diesen immer größer werdenden Anteil an psychisch eben nicht "perfekten" oder "gesunden" Menschen in Filmen zu ignorieren - ich weiß nicht, das hat ein bisserl was für mich von "Ausgrenzung" (dieser Menschen) oder ignoranter (ängstlicher?) Verdrängung. So wie man auch sehr selten Filme mit behinderten Menschen sieht.... als wäre es eine "Schande" oder etwas, was man verstecken müßte, wenn man im Rollstuhl sitzt oder nur einen Arm oder ein vernarbtes Gesicht hat. Eine hochpsychotische Frau, die sich irre lachend die Klitoris abschneidet und ihren Mann genüßlichst foltert, wäre auch in der Realität so drauf, daß sie über Tage - ich erinnere mich an Patienten damals in der PSY - verwirrt, auch nackt oder völlig verdreckt, durch die Gegend läuft. Eher unglaubwürdig wäre für mich gewesen, diese völlig Wahnsinnige dabei adrett gekleidet und geistesklar besonnen agieren zu sehen, wenn sie ihrem Mann den Schwanz abzuhacken versucht oder ihn irrsinnigst brutal zu vergewaltigen sucht;-).

Aber wie immer gilt auch hier - Geschmäcker sind Gott sei Dank verschieden, und wären wir alle einer Meinung, gäbe es keine Diskussionen und keinen Austausch. In diesem Sinne: wer von Trier mag, wird wissen warum und darf das auch. Wer ihn nicht mag, wird auch wissen warum und darf das natürlich genauso :)



geschrieben von: MephistoX

*gg*
Ich sage ja nicht, dass ihr den Film in die Tonne kloppen sollt, sondern dass ich das tue. :) Habe mir den Film dann doch nochmal antun müssen. (leider, wo man(n) vom Weibsvolk nicht überall hingeschleppt wird :rolleyes: )
Natürlich setzt ein Herr Trier Charaktere mit besonden Geisteszuständen immer gezielt in Szene, aber das war's dann auch schon. Wenn ich mir solche Leute anschauen will begutachte ich lieber die Insassen in ner Klappse. Das find ich zehnmal interessanter, als die langwierige charackterliche Änderung einer psychisch labilen Hauptrolle in einem sterbenslangweiligen Film.

Man wartet und wartet und wartet und es passiert einfach nichts.
Kein höherer Aspekt, keine Spannung und eigentlich noch nicht mal eine Kleinigkeit für die ich einem gewissen Herr Trier, ohne zu berücksichtigen dass dieser sich selbst öffentlich als Nazi bezeichnet, Respekt zollen könnte.

Sollte natürlich nicht so klingen wie 'absolut Scheiße, tut euch den Film auf keinen Fall an', sondern eher wie 'Ich gehöre eindeutig nicht zur Zielgruppe sämtlicher Lars-von-Trier-Filme'.



geschrieben von: Odessa

Dank Dir für die nochmalige Erklärung. Ich wollte auch nur meinen eigenen Standpunkt noch mal vermitteln, daß es auch in Sachen Filmgeschmack oder wie man einen Film "versteht" (im emotionalen Sinn) mindestens zwei Seiten, meist auch mindestens zwei Wahrheiten (und die "echte", die der Regiesseur meinte, ist meist irgendwo in der Mitte zwischen beiden *g*) gibt.

Ich versteh Dich durchaus, von Triers Filme sind sehr speziell, ähnlich wie die von David Lynch. Man muß es wirklich mögen, und das meine ich nicht im Sinne von "wer sie mag, ist besser" oder ähnlich Arrogantem, Gott bewahre.. nein, es ist einfach eine vielleicht auch wirklich etwas... "verquere" Art im eigenen Fühlen und Denken, daß man solche Filme mag. Ich erinnere mich an meinen Exmann, der mir "Inland Empire" damals zum Geburtstag (oder war es zu Weihnachten? egal) auf DVD schenkte. Er sagte grinsend dazu: "Das viel größere Geschenk ist, daß ich ihn mit Dir gemeinsam anschauen werde, drei Stunden lang..." Er wußte, daß ich es nicht mag, Filme alleine anzuschauen, sondern immer mit m/einem Partner dabei über Inhalte, einzelne Szenen und die Filmcharaktere grübeln und mich austauschen muß. Mein Exmann selbst mochte nun so absolut NICHT Lynch, daß es absoluter nicht mehr gehen kann; er sagte immer, ähnlich wie "Trauerwesen" es früher in threads oft schrieb, wissend um meinen Filmgeschmack: "Kranke Filme für kranke Leute", auf augenzwinkernde Weise natürlich;-). Daß er sich diesen Film mit mir antat, und es auch mittendrin launig kommentierte mit Sätzen wie "Das sind drei Stunden meines Lebens, die mir niemand mehr wiedergibt, ich hoffe Du weißt das genug zu schätzen, Weib" oder mit "Sind wirklich erst 11 Minuten um? Ich habe das Gefühl, mindestens schon 33 Jahre älter geworden zu sein und das in einem schwarzen Loch.." - das fand ich unglaublich lieb von ihm und habe es, wie man sieht, noch Jahre nach Scheitern der Ehe nicht vergessen ;-)

Ich muß einfach mal abwarten, was Melancholia betrifft. Irgendwann schau ich ihn mir an, wenn ich die entsprechende, am besten wohl dann etwas leeeicht depressive Grundstimmung dafür habe. Sprich Ende Dezember, wenn wir dann hier bereits das 3. Monat unter Minusgraden, Tageslicht das um 8 Uhr anfängt und um 15.30 schon wieder weg ist und unter ca. 1,50 Meter hohem Schnee zu leiden haben und ich dann für gewöhnlich anfange, den Charakter Hannibal Lectors als mindestens genauso herzig, menschenfreundlich und charmant zu empfinden wie den von Pumuckl ;-) . Und wenn ich ihn gesehen habe, werde ich vielleicht genau Deiner Meinung sein, und wenn aber doch nicht - auch okay. Dann wars immer noch schön und gut, auch andere Meinungen zum Film gehört und gelesen zu haben.

Ich wünsch Dir einen schönen Tag mit Deinem ... Weibsvolk;-). Das nächste Mal suchst Du den Film aus und sie muß leiden :-).



geschrieben von: TheSiren

Ich konnte ihn auch endlich sehen und ich fand ihn wirklich toll.
Zwar war der erste Teil des Films stellenweise sehr langatmig, aber ansonsten kann ich nicht meckern.
Sehr eindrucksvoll und bildgewaltig.

Anfangs war ich etwas skeptisch, da ich "Antichrist" auch schon gesehen habe und den fand' ich wiederum nicht so prall.



geschrieben von: Hybrid Andante

Antichrist hat mich erstaunlich kalt gelassen... einzig eindrucksvoll und auf beängstigende Weise ästhetisch fand ich die Eingangsszene wo der Junge in Zeitlupe aus dem Fenster fällt.



geschrieben von: Tiberon

Ich finde, von Trier-Filme sind wie ein raffiniertes Spielzeug.

Das Kind zerbricht sich arg den Kopf um herauszufinden, was das nur sein mag und was man damit anstellen soll. Dabei geht es aber darum, das man sich in der Auseinandersetzung damit mit ganz anderen Aspekten befaßt.

Bisher hatte ich bei jedem von Trier-Film den Eindruck, die Botschaft und den Sinn nicht wirklich verstanden zu haben. Der Bild- und Filmästhetik aber konnte ich mich nie entziehen.
Für Melancholia gilt das ganz besonders. Mindestens(!) handwerklich ein absolutes Meisterwerk. Wer will, kann sich auf Youtube ja den Prolog anschaun.

Was ich ja am interessantesten im Vergleich zu Antichrist finde, ist die veränderte Beziehung zwischen Mann und Frau ... aber ich will auch nicht spoilern



geschrieben von: Odessa

Oooh doch, spoiler - bei mir zumindest, in pn oder noch besser akustisch ;-).

Ich muß mal schauen, wann er auf DVD rauskommt (oder gibts ihn schon)? Sobald wir mal auch nur einen Tag wirklich "frei" haben bzw. einen Abend mal vor 22 Uhr zum Sitzen kommen, wird der Film angeschaut. Ich erwarte mir wie gesagt nicht "irgendwas" davon, sondern möchte ihn einfach nur möglichst neutral und unvoreingenommen auf mich wirken lassen.

Was das Verstehen angeht, da fällt mir wieder David Lynch ein. Befragt, was der Inhalt seiner Filme wäre bzw. des damals aktuellen Films sei, kam sinngemäß ein erstauntes "Was fragen Sie mich das? Ich habe keine Ahnung!" :D



geschrieben von: Hybrid Andante

Und dennoch macht es unendlich Spaß zu rätseln, versuchen ansatzweise zu verstehen, das dann wieder verwerfen und nochmal von vorne zu beginnen, wie in einem Puzzle die Teilchen zusammensuchen... Inland Empire war da ganz groß!





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