Im Moor. Es wirkt auf mich faszinierend und erschreckend zugleich. Es ist tief und gefährlich. Magisch und unberechenbar. Und inmitten steht mein Thron; stolz und mit schwarzen Federn geschmückt.
Dort sitze ich...Ich kenne auch die Tiefen dieses Moors, sehr gut sogar. Aber noch immer habe ich mich an meinen Thron geklammert. Ich sitze nicht mehr aufrecht und doch mit erhobenen Kopf. Und durch eben diesen Schädel fließen allerlei Gedanken. Finster und melancholisch, feurig und anmaßend. Manchmal witzig und wirr. Oder mitleidig und liebevoll.
Darüber will ich hier erzählen. Diese einen Gedanken sind genau richtig für dies hier; ich möchte damit nichts ins Rampenlicht und doch nicht damit alleine bleiben, in meinem kleinen Schlafzimmer voll Leere.
Ich bin eine Frau die Selbstzweifel in- und auswendig kennt. Ich erkenne, nachher, an, dass einige nur reine, unnötige Interpretation von mir war. Aber was nützt es in jenen Momenten?
Jemand stellte einen ziemlich fragwürdigen Eintrag ins Netz. Aber gut; ich verstand ihn sehr gut und hielt ihn weder für dumm, noch für geistesgestört. Er schrieb viel über sich und seine, recht ungewöhnlichen, Tätigkeiten. (es war nicht in diesem Forum, doch möchte ich über genaueres schweigen) "Ungewöhnlich" verheißt für normale Menschen nichts Gutes und dementsprechend waren die häufigsten Reaktionen darauf. Mir stieg es irgendwie zu Kopf. Wie man es so kennt wurde er auf sein Alter (16) reduziert. Es sei eine Phase und eine ziemlich kranke noch dazu. Er schrieb etwas über seine psychische Verfassung, doch das goss, buchstäblich, Öl ins Feuer. Selbstverständlich kann ich nicht wissen, inwiefern, er nur Humbug erzählt. Doch weiß ich selbst wie es sein kann; ich schrieb früher ausführlicher über meine inneren Leiden. Die meisten Leute vervielfachten sie absichtlich. Nun, ich verstehe den Groll den so viele gegen sehr junge Menschen hegen. Ich bin gereift und auch für mich sind einige Leute die kleinen Grashalme im Winde, die zu der einen und dann zu der anderen Seite schwänken. Die unbeständig und beeinflussbar und doch manchmal herrlich stur sind. Doch oft voller Leben...das die älteren verlernt haben. Nun kenne ich beide Seiten, ich habe nicht vergessen wie es ist von Älteren, scheinbar, Klügeren angegriffen zu werden. Und dann taucht meine eigenartige Zwiespältigkeit auf; ich liebe die Menschen, möchte sie beschützen, ihnen auf ihren Weg helfen und sie heilen. Und doch verabscheue ich sie. Tief und heiß. Für das was sie mir, vermeintlich, mit böser Absicht angetan haben. Für ihre ewige Dummheit und Ignoranz den wichtigsten Dingen gegenüber.
Der Junge, der diesen gewagten Eintrag schrieb, war wirklich intelligent und erstaundlich reif für sein Alter. Ich sehe, seit Langem, jemanden der wirklich schon verstanden hat und nicht nur so tut. Es tat mir weh. Ich sah ihn in meiner (geistigen) Region.
Nein, er hatte nichts mit Gothic zutun und dennoch kam jemand und "schimpfte" ihn als solchen. Die Worte waren fies und herrlich unwissend gewählt. Ich fühlte mich schlecht in meiner Haut, wider meines Wissens. Dumm und verwirrt, ich verlor meinen sicheren Hafen aus meinen Augen. Nach einigen quälenden Gedanken, war ich so vernünftig und suchte meine Schwester (das heißt; eine meiner drei Schwestern) auf. Ich erzählte ihr von dem Vorfall und gab mir dadurch selbst Antworten auf meine verzweifelten Fragen. So viele Nachtgestalten kreuzten meinen Weg und verblieben/verleiben hier. Es ist immer wieder so, als würde ich mein eigenes Kissen in diese große, gotische Halle legen und es mir unter diesen einzigartigen Menschen bequem machen. Um philosophische Gedanken, unterschiedliche Meinungen auszutauschen und um hitzige Diskussionen zu führen, die mich nie wirklich verletzten, nur zum Wachsen brachten. Unter diesen manchmal zynischen und sarkastischen, geistesreichen und philosophischen, humorvollen und unendlich traurigen Leuten. Eine Gemeinschaft so kühl und distanziert, ruhig und nachdenklich und dennoch so warm und heilend oder manchmal hitzig und unbändig.
Und dieser unwissende Mensch versuchte diese, mir bekannte Welt, zu verletzen. Doch; nur ich ließ mich verletzen. Die Wahrheit ist beständig, wenn auch verschieden auslegbar. Ich weinte und dachte an meine Lieben, ich dachte daran, dass jener Mensch schlecht war...Doch ich befand mich vorher in einer Lethargie und nachher war ich weiter oben. Zorn.
Doch ich verstand schließlich noch mehr; dieser Mensch hat wohlmöglich Angst. Wie oft traf ich Leute die sich das Maul über die düstere Kultur zerrissen und im Angesichts mit mir die Straßenseite wechselten. Ohne einen Ton von sich zugeben. Höchstens ein ängstlicher Blick ist ihr Geschenk an mich. Schließlich erfüllte es mich mit Witz und mein räbisches Grinsen fand seinen Platz. Ich ging raus, es war finster und machte mir einen Spaß die Aufmerksamkeit des Milchmanns auf mich zulenken.
Mein sicherer Hafen bekam nie Brüche; ich war nur mit nebliger Blindheit geschlagen und vergaß unseren altbekannten Witz. Mein Thron steht noch immer und während ich mich auf ihn zurückbegab entdeckte ich ihn. Er steckte im schlammigen Moor und lachte mir entgegen. Welch süße Freude, welch teuflischer Genuss. Mir fiel ein warum ich die Menschheit auch so liebe.
geschrieben von: GrinseRabe
Funkelte Helligkeiten. Golden und klein. Über und über erfüllt es die Zweige und den Baum voller grünen Nadeln. Rote, geschickte Schleifchen, mit Gold durchstickt, glänzende Kugeln, zerbrechlich und wahrhaftig. Sie spiegeln die Umwelt, die unbeutende Oberfläche, im roten Glanz getaucht. Ist das Arroganz? Ist das nicht das Verhalten jener Menschen die niemals aus ihrem Kopf ausbrechen mögen? Das Fest ist vorbei. Die Nettigkeiten ebenso. Altes Gebäck, hartes Süßes aus edlen Kakaobohnen, aus anderen Ländern geraubte Leckereien die in den kalten Hallen der geschlossenen Läden oder der Menschen verfaulen. Nun, wird all die falsche Heiligkeit ausgewürgt. Nach dem Festmahl, nach der Gier sehen wir unsere Fehler. Wie wir gierig die Liebe derer verschlingen die wir nicht lieben. Wir haben unsere Gier und Kraft nach draußen gelassen...Doch müssen wir danach unseren Mist schlucken und auswürgen. Sehe in die Augen des Geliebten den du nie liebtest. Sind sie hoffnungsvoll? Traurig? Oder spiegeln sie gar deine Gefühle und du erkennst nichts als Kälte und das Gegenteil der Liebe. Und das ist kein Hass. Hass ist manchmal von Leben erfüllt und die Liebe ist immer der Ursprung. Sei es die Liebe zu sich selbst. Ich weiß wie ich mich fühle nachdem ich heiß und tief gehasst habe. Er wirbelte in meinem Magen und in meinem Schädel. Zu viele dummen Taten wäre ich in der Lage gewesen. Unvorstellbare Taten, von einer jungen Frau. Ich habe diese Dränge niedergestreckt und nur noch meine eisge Gefühlskälte blieb. Hing doch auch die Liebe zu ihn an diesem Hass. Sie dadurch nicht vergangen. Oh nein. Ein leuchtender Stern am Himmel ist die Liebe. Unerreichbar und unantastbar. Das Wort nur ein Namensschild, dass in ihrer Unendlichkeit vergilben wird.
Liebster, Liebster ich rufe dich heim,
folge unserem Sternenschein,
setze Fuß vor Fuß,
und empfange meinen Gruß,
schon jetzt rieche ich dein Haar,
das schon immer pures Schwarz war,
eine Lust so heiß wie Feuer,
und in meinem Herzen teuer,
mein Haar war noch immer die Glut,
und nun lüfte ich meinen Hut,
ersehne deinen schwarzen Blick,
der in meiner Welt nur kennt den Sieg,
lass mich deine weiße Haut erkunden,
über lange Stunden,
lass deine Stimme erklingen,
um deine Kunde zu bringen,
der Weg ist lang,
doch du weißt was ich einst sang,
während ich meine Augen schloss,
tausend Tränen vergoss,
und deine Leidenschaft genoss,
nun sehen meine Augen wieder,
und es erkraften meine Glieder,
für den steinigen Gelände,
das ich zu bezwingen gedenke.
geschrieben von: GrinseRabe
Ich sitze hier wieder. Der Stress soll mir fernbleiben... Es gelingt mir nicht immer. Dann sägt die Säge aus Reibereien an meinen Nerven. Ich werde wieder gerufen und muss gehorchen. Muss eintauchen, meine vermeintlichen Fähigkeiten einsetzen um zu lösen...Es ist nicht meine Sache. Eine Sache zwischen meinen Vater und seinem Sohn. Ihr Verhalten dämpft meine Liebe zu ihnen gewaltig. Manchmal spüre ich sie nicht mehr. Wohin geht sie in dieser Zeit? Ich weiß es nicht, diesen Ort kenne ich nicht.
Schreie, Schreie und Schreie. Meine Erzeuger und mein Bruder. Wieder bin ich in der Rolle des hilflosen Kindes. Und dennoch werde ich gerufen. Dennoch wird mir Verantwortung übertragen, die ich schon längst ablegen wollte. Ich selbst bin mir anstrengend genug. Doch sehe ich mich manchmal nicht mehr. Dann sehe ich nach oben, in den Himmel. Er ist grau und verhangen. Das Donnergrollen verhallt...doch sehe ich am fernen Horizont eine Änderung. Ist es die azurblaue Hoffnung?
Nun, sehe ich mein Spiegelbild nicht. Ich kann meine Aufmerksamkeit nicht darauf richten. Aus Angst. Ach, was rede ich... Man mag denken es sei Angst. Doch fühle ich etwas anderes; es ist wie eine Nachahmung meiner alten Gefühle. Schreie, Unvernunft, kindische Vorwürfe und die Blindheit des jeweiligen Gegenübers. Damals lag ich in meinem Bett und weinte. Ich war ein kleines Kind und wusste die Bedeutung der Tränen, meiner Tränen. Sie schwemmten, sie lösten, sie waren warm und salzig. Sanft und feucht und doch präsent und streichelnd. Ich hörte ihre Schreie und weinte. "Ihr wollt euch doch nicht töten? Mami und Papi. Geht nicht weg. Ich bin noch hier. Geht nicht fort." Dunkle Gedanken die mich formten. Die reine Angst um meine Erzeuger. Echt und stark. Doch verletztend und rasend. Wie oft rannte sie fort und ich hing mich an ihren Mantel. Sah in traurige Augen, die mich entsetzten. Worauf soll man sich stellen, wenn der Boden auf den man steht, jammert und weint und langsam nachgibt? Man muss sich auf seinen eigenen stellen. Er ist noch schwach und brüchig. Oder sumpfig, wie mein Moor.
Ich denke zur Zeit oft an mich, als kleines Mädchen, zurück. Neugierig, lebensfroh und wissbegierig ging ich durch das Leben. Ich war ein kleiner Engel; mit rot-goldenen Locken und hellgrünen Augen. Meine Mundwinkel verliefen schon an dem Tag meiner Geburt nach oben. Ich war immer recht dünn und schmal. Ein jeder wollte mich beschützen. Ich war ungewöhnlich brav und widersetzte mich nie den Wünschen meiner Familie. Das erzählt man mir.
Doch höre ich diese Worte, werde ich mir beißendem Sarkasmus erfüllt, der umbedingt über meine Lippen nach draußen möchte. Mein Rücken ist bereits gebeugt, meine Mundwinkel verlaufen tief nach unten und ich bin ab und zu müde vom vielen Leben. Man sieht mich an und denkt...ja, was? Tiefe Augenhöhlen, dunkle Augenränder und eine ungesunde Hautfarbe. Doch bemitleide ich mich nicht. Nein. Ich lache. Oh, liebes Leben was hast du nur vor mit mir? Die tiefen, tiefen Abgründe. Die vielen, vielen Ruinen. Die lauten, lauten Schreie. Sonnenschein, mein Sonnenlicht. Mein Mondesglanz, mein Feuertanz. Unveränderlich grüne Augen glotzen mir entgegen. Der Spiegel der Oberfläche. Dich wollte ich nicht sehen. Warum nur immer diese Farbe? Was sagt sie mir...oder was sagt sie ihm? Sie sind geblieben. Seh nur her. Sie sind geblieben.
geschrieben von: GrinseRabe
Dieser Tag, dieser eine Tag. Der neunte Januar. Heute. Wie oft dachte ich dieses Wort in den letzten Stunden? 0.01 Uhr und sofort dachte ich wieder daran. Mein Kern, er füllt mich aus. Nur er.
Ich fuhr in jene Stadt die mich so sehr an ihn erinnert. Unwillkürlich sah ich mich nach Zeichen, nach Spuren um. Es war so sinnlos und trotzdem tu ich es. Während ich die Einkäufe erledigte dachte ich doch nur an ihn. Jeder Gesichtszug ist mir noch gewahr. Das Haar, die Augen, die Haut, die Stimme und der Geruch. Ich kann nicht vergessen. Es gehört zu meiner Ewigkeit, kein kleiner Punkt der schwindet und schwindet.
Gestern bin ich nach draußen gegangen, mein Asthma machte sich bemerkbar und ich hielt es nicht mehr aus. Der Druck in meinen Kopf, in meinen Lungen und den Hals. Alles schien schmerzhaft zu pulsieren. Wieder lief gebeut, wie eine alte Frau. Gebeugt wie ein Krüppel. Ich dachte an den heutigen Tag und all die vielen Schmerzen, die sich bis in meine Knochen hinein fraßen. Helle, blaue, weiße und rote Punkte schwirrten vor meinen Augen und ich konnte gerade noch nach meinen Mantel greifen, ehe ich nach draußen stürzte. Es schneite, der Wind kam von Norden und vereinzelte Schneewehen tanzten um mich. Die winzigen Flocken fallen stetig vom Himmel und bilden ein sich wiederholendes Muster. Ich hatte noch meine Schlappen an und kalter Schnee rutschte von hinten in meine Schuhe. Doch ich spürte die Kälte nicht. Ich lief langsam die Einfahrt nach unten und dachte nicht mehr an mich. Ich sah nur dem Schneetreiben zu und fühlte nach dem Schmerz. Unberührte Schnee lag auf der Straße und ich machte meine ersten Fußspuren hinein. Ich weiß, dass ich leise Worte gesagt hatte. Ich ging in die Dorfmitte und sah den ersten Menschen der sich, neben mir, draußen aufhielt. Ich kenne ihn; er und seine Frau haben das schöne Fachwerkhaus als Ferienhaus gemietet. Er hantierte in seinen Garten und dachte über die beiden nach. Sie kommen aus Berlin und ich verstand mich recht gut mit ihnen. Sie waren freundlich (ohne Dialekt) und wir grüßten uns jedes Mal. Die Frau klingelte letzten Sommer an meiner Haustür, als ich gerade mein Schlafzimmer renovierte, und fragte mich ob ich eine Schildkröte hätte. Sie hatte einen bei sich gefunden. Aber es war nicht meine, doch freute ich mich irgendwie sie zu sehen. Sie erinnert mich an seine Mutter. Tatsächlich sieht sie ihm ziemlich ähnlich.
Nun stand ich vor dem schönen Haus (auf das die Dorfbewohner besonders stolz sind) und mir gingen diese Dinge durch den Kopf. Auch er hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit seinem Vater. Ich lief ein Stück weiter und sah auf den eingefrorenen Weiher hinaus. Mehrere Zentimeter Schnee lagen darauf und leise knarrende Geräusche kamen aus dem kleinen Hilzhaus der Enten. Es steht mitten auf dem Weiher und ich beobachtete die Enten gerne. Jetzt waren sie nicht hier und lief noch ein Stück weiter. Ich sah nach Süden, in seine Richtung. Ich spürte Wärme durch mit fließen und musste mich schütteln. Beinahe jedes Gefühl empfand ich in diesen Moment. Hass auf all unsere Fehler, Angst um ihn, tiefe Zuneigung bei den Gedanken an seinen Augen und Glück wenn ich an all die Berührungen dachte. Trotzdem überwiegten die negativen Gefühle. Schließlich war ich in diesem Moment alleine und ganz ohne Glück. Wie jammernd und schrecklich einseitig meine finstere Seite doch ist. Wie pessimistisch und stur. Oh, wie ich diese Gefühle verachte und verabscheue! Nie wieder will ich in dieser Lage sein. Schwach und dumm. Doch so verständlich und absehbar. An welchem Bedürfnis mangelte es mir nicht? Wie furchtbar. Genauso langsam ging ich wieder nach hause. Und in diesem Haus hingen so viele schlechte Erinnerungen. Doch war blieb mir anderes übrig? Heiße Nahrung. Ablenkung durch Bücher voller Grauen. Wie typisch für mich. Für mich und mein flammendes Gemüt. Kein Gefühl nur schwach, kein Gefühl nur kurz, Alles zu erkunden, alles zu bestaunen. Laut der Handlesekunst muss ich alles befassen und befühlen. Sinnlichkeit. Ja, ein Wort so wahr für mich wie mein Verstand.
Und heute, ja heute. Ist eigentlich nichts besser. Ich stand ewig herum als ich nach ein Geschenk für meine Nichte suchte. Und doch dachte ich nur an ihn. Wie ignorant. Unbezähmbar, schwächend und stärkend zugleich. Ich sah mich nach Eiszapfen um, sah in den weißlich grauen Himmel und hoffte es würde schneien.
geschrieben von: GrinseRabe
Ob es noch lange geht? Ich weiß es nicht. Hatte so etwas wie eine Erleuchtung. Ich verstehe, noch ein Stückchen mehr. Dennoch bin ich so furchtbar kraftlos. Schaffe nichts mehr, dass ich früher so gerne tat. Schwere Stille. Schwarze, wage Schehmen...Was ist das? Es lässt mich an dich denken, Begleiter. Das war schließlich unsere Abmachung, immer irgendie da sein. Schon so lange her und wir waren so neugierig. Vielleicht naiv (das waren wir alle) aber womöglich brauchten wir einfach dieses Gefühl. Wir wollten auch das Negative erfahren. Das ist nun daraus geworden. Ich sitze hier, du dort. Über so viele Leben hinweg; wir waren immer ein Team. Jetzt ist es hier furchtbar dunkel und wir müssen uns auf unsere Instinkte verlassen. Tatsächlich geht es erstaunlich gut, wenn ich meine Selbstzweifel steckenlasse. "Ein Raubtier das vor Hunger schreit, wittere ich dich meilenweit." Aber noch haben wir alles überwunden. Wirklich alles. War es Sturheit? Oder ein unglaublicher Trieb, der uns immer zueinander führt? Mit dem kleinen Finger durch Granit. Sogar dies schafften wir. Jede Meile...ein Pups im Universum für uns. Was ist es, das ich jetzt nicht zu überwinden vermag? Oder verstecke ich mich viel eher? Ich glaube schon. Ich möchte es nicht mehr sehen. Diese Frauen, die Kritik und dein Leiden, aus dem Schreie entstehen, die mich auch hier berühren. Zerfetzen. Ich ertrage deine Qual nicht. Ich wünschte ich würde alles Leid von dir nehmen können - alles. Auch wenn ich selbst kaum alleine stehen kann. Ich möchte deinen Schmerz in mich einatmen, in großen Zügen.
Und immer wieder denke ich an diesen heutigen Termin. Er wird wohl etwas wichtig entscheiden. Immer wieder ist die Rede von einer stationeren Anstalt. Sie kennen mich wenige Augenblicke lang und denken an die Psychatrie. Angst, das empfinde ich jedes Mal. Angst vor mir selbst. Ich sehe mich selbst an, meine Augen...Ist diese Krankheit wirklich so weit fortgeschritten? Psychologen bin ich zu schwierig und meinen Angehörigen sowieso. So möchte ich nicht sein. Doch was soll ich auch nur, ohne dich?
Warten und bluten.
I felt the hate rise up in me...
kneel down and clear the stones of leaves...
I wander out where you can't see...
inside my shell I wait and bleed...
(Slipknot)
Ist gerade erschreckend zutreffend. Das tue ich nun.