[Nuit de Grand-Guignol, Freitag 05.03.2010] - German Gothic Board

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Nuit de Grand-Guignol, Freitag 05.03.2010

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Medici

http://www.imagenetz.de/thf2ba5f26/nuifro.jpg
http://www.imagenetz.de/th6e28b04c/Unbenannt.jpg

Freitag, 05. März 2010


Tanzsaal:
Ritual, Gothic, Medieval, Neoklassik, Military Pop, Neofolk
DJ Momo D & DJ Robojoke

Kasematte:
Mitternachtslesung mit Mephisto
(vor und nach der Lesung kann man in diesem Raum in entspanntem Ambiente eine Soundcollage aus Klassik, Dark Ambient und sphärischen Klängen geniessen, die zum relaxen einlädt)

mit Specialdeko, Willkommenstrunk

Panoptikum Club
Leipziger Strasse 407
34123 Kassel

Eintritt: 4 Euro
Veranstaltungsbeginn : 22Uhr

Mehr Infos in kürze auf:
Nuit de Grand-Guignol



geschrieben von: athara

*hochschubs*



geschrieben von: Medici

Die Myspace-Seite wurde aktualisiert.
Zur Nuit de Grand-Guignol!

Weitere Informationen zur Veranstaltung werden nach und nach folgen.



geschrieben von: Medici

Was hat es mit der Nuit de Grand-Guignol auf sich?
Diese Veranstaltung soll eine Hommage an das Théâtre du Grand-Guignol sein.

Im Jahr 1897 schlug in einer gotischen Kapelle in der Rue Chaptal des 9. Arrondissements die Stunde des Théâtre du Grand-Guignol.
Während eines Abends im Théâtre du Grand-Guignol bekam man in der Regel fünf bis sechs verschiedene Bühnenstücke zu sehen. Diese handelten stets von Gewalt, Mord, Sex und hauptsächlich Horror. Das Publikum wurde mit einer Vielzahl an mehr oder weniger extremen Darstellungen konfrontiert, angefangen bei dem ausgiebigen Einsatz künstlichen Blutes, über aufgeschlitzte Hälse, herausgepuhlte Augen und in Gesichter geschüttete Säure, bis hin zu Köpfungen und Ausweidungen. Die Bösen überlebten oft das Ende des Stückes, während die Unschuldigen grausam starben. Wer sich liebte, wurde betrogen, zumeist während einer der eingeworfenen Sexszenen, welche die Stimmung zwischen einzelnen Gewalttaten wieder auflockerten. Das Theater fokussierte sich ganz klar darauf, Unmoral auf der Bühne zu zeigen und jede denkbare Grenze zu überschreiten.
In dem Buch "The Grand Guignol: Theatre of Fear and Terror (1988)" beschreibt der Historiker Mel Gordon einige der Aufführungen. Darunter befindet sich unter anderem folgende Beschreibung:
„Zwei Brüder feiern mit zwei Prostituierten eine Orgie in einem Leuchtturm. Das Signalfeuer des Leuchtturms erlischt dabei und einer der Brüder wird sich bewusst, dass ein Boot mit ihrer Mutter an Bord auf die Klippen zusteuert. Aber der betrunkene Leuchtturmwärter hat den Raum mit dem Warnlicht abgeschlossen.
Ein Bruder dreht durch und gibt einer vorgeblich blasphemischen Handlung einer der Huren die Schuld, schlitzt ihren Hals auf und wirft sie aus dem Fenster. Das Boot mit der Mutter zerschellt schließlich an den Klippen und in ihrem religiösen Wahn beschließen die Brüder, die andere Prostituierte zu verbrennen. Sie übergießen sie mit Benzin, zünden sie an und beten.“
Die Aufführungen unterschieden sich inhaltlich nur wenig von den Slasher-, Gore- und Torture-Porn-Streifen, welche seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts oft in den Kinos anzutreffen sind. Letztlich handelt es sich beim Théâtre du Grand-Guignol um den Urahn von Filmen wie "The Incredible Torture Show (1958)", "Dawn of the Dead (1978)", "Friday the 13th", "E tu vivrai nel terrore - L’aldilà (1981)", oder "Saw (2004)".
Aber eine Komponente des Theaters machte den Besuch zu einer grenzwertigeren Erfahrung, als es Filme zu tun vermögen - das Geschehen auf der kleinen, etwa 7x7 Meter großen Bühne war live und das Theater mit seinen lediglich 285 Sitzplätzen intimer, als es Kinos in der Regel waren. Wer in den vorderen Reihen saß, hatte oft das zweifelhafte Vergnügen, mit Kunstblut und Schlachtabfällen aus den Metzgereien der Umgebung eingesaut zu werden, denn Kollateralschäden waren bei den Blutorgien aufgrund der räumlichen Enge des Theaters schlichtweg nicht vermeidbar.
Der Ruf des Théâtre du Grand-Guignol war dementsprechend auch von ausgesprochen einschlägiger Natur - und die Besucher kamen in Massen. Das Theater wurde zu einer der großen Touristenattraktionen von Paris. In den über 60 Jahren seines Bestehens wurden etwa 850 verschiedene Stücke aufgeführt. Die zwischen 1917 und den 30er Jahren dort tätige Schauspielerin Paula Maxa erreichte einen hohen Bekanntheitsgrad als die „am meisten ermordete Frau der Welt“. Sie spielte normalerweise Opferrollen und soll während ihres Engagements über 10.000-mal gestorben und 3.000-mal vergewaltigt worden sein.
In den frühen 60er Jahren sank die Beliebtheit des Theaters zusehend, bis es 1962 zur letzten Aufführung kam. Der letzte Direktor des Théâtre du Grand-Guignol, Charles Nonon, wird mit den Worten zitiert, dass das Theater es am Ende nicht mehr mit den realen Schrecken wie Buchenwald hätte aufnehmen können.

(Quelle: Das Dokument des Grauens: Eine Chronik des Horrorfilms von Ralf Ramge)


Aber keine Angst, auf der Nuit de Grand-Guignol wird weder mit Kunstblut gespritzt, noch mit Metzgereiabfällen geworfen und es werden auch keine Schmuddelpornos aus den 70er Jahren gezeigt.
Uns kommt es darauf an, den Gästen der Veranstaltung die Abgründe der menschlichen Seele aufzuzeigen. Die extremen und doch all zu gut bekannten Alltagsthemen wie Liebe und Hass, Leben und Tod, Krieg und Frieden, Romantik und Terror sowie viele andere Gegensätze begegnen uns jeden Tag. Sei es durch die Medien oder auch im persönlichen Umfeld.
Und diese Themen nehmen wir täglich hin, da sie zum tristen Ablauf der Normalität für uns geworden sind. Sie gehören zu dem Kreislauf des Lebens und ergänzen sich, weil sie ohne einander nicht existieren können.
Und das versuchen wir bei der Nuit de Grand-Guignol miteinander musikalisch zu verbinden. Es soll als eine Achterbahnfahrt der Emotionen verstanden werden. Vom sanften hoch gleiten und einem unbeschreiblich schönen Gefühl der Geborgenheit, geht es in rasanter Sturzfahrt in die alptraumartigen Abgründe der menschlichen Seele.
Manchmal sind die Umschwünge rasanter, manchmal langsamer. Man weiß nie genau was einen hinter der nächsten Kurve dieser Achterbahnfahrt erwartet.
Und doch gibt alles zusammen ein stimmiges Bild. Natürlich ist es extremer als wir es im normalen Alltag wahrnehmen. Aber ist es nicht gerade der Reiz, dass man Dinge überspitzt darstellen kann?
Gerade diese extreme Darstellung hat die Besucher massenweise ins Théâtre du Grand-Guignol gelockt. Eine Mischung aus fröhlichem Gruseln und dem absoluten Schocker der einen kurz die Luft anhalten lässt. Und dazwischen die ganz alltäglichen Emotionen wie Liebe, Eifersucht, Geborgenheit und Schmerz.
Dinge, die jeden von uns alltäglich bewegen.
Und doch können diese gezeigten Emotionen die Gräueltaten mancher Menschen nicht aufzeigen, da diese jenseits von unserer Vorstellungskraft liegen.

Für uns ist es wichtig, dass diese Veranstaltung nicht nur als Party angesehen wird, sondern die kulturellen Aspekte eine Rolle spielen, damit sie den Gästen in Erinnerung bleiben.
Ob diese Erinnerungen nun positiv oder negativ sein mögen, sei jedem selbst überlassen.

Wir freuen uns darauf, euch an dieser Hommage an das Théâtre du Grand-Guignol teilhaben zu lassen und wünschen fröhliche Alpträume!


Musikwünsche für die Veranstaltung werden bei http://groups.myspace.com/nuitdegrandguignol oder hier gerne entgegen genommen.



geschrieben von: Medici

Morgen bzw heute Abend ist es so weit!
*das Thema nochmals hochschubst*



geschrieben von: Medici

Vielen Dank an alle Besucher die trotz des neuerlichen Wintereinbruchs mit uns gefeiert haben. Es hat wirklich sehr viel Spass gemacht!

Und hier noch die Playliste:
Dark Sanctuary - L'arrogance
Irfan - Hagia Sophia
Gae Bolg And TheChurch Of Fand - Lames de sang
Laibach - Panorama
Corvus Corax - Skudrinka
Faun - Egil Saga
Death In June - Break the black ice
Rome - Der Wolfsmantel
Carol Tatum - Primitive kiss
Of The Wand And The Moon - Wonderful, wonderful sun
Dunkelschön - Mon ami
Loreena McKenitt - The mummer's dance
Qntal - Entre moi et mon amin
Helium Vola - Dies ire
Test Dept. & Brith Gof - Arddyledog ganu
Blood Axis - Lord of ages
Der Blaue Reiter - The fall of light
Triarii - Europe
Laibach - Opus Dei
Mila Mar - Nova
Kirlian Camera - Odysee Europe
Dead Can Dance - Rakim
Einstürzende Neubauten - Sabrina
Orplid - Nächtliche Jünger
Death In June - Little black angel
Derniere Volonte - Le poison
Ostara - Bavaria
Current 93 - Luzifer over London
Sol Invictus - The fool (live)
Monte Cazazza - Six eyes from hell
Sepiroth - Wolfetribes
A Challange Of Honour - Thinking about Ernesto
Sonne Hagal - Hidden flame
Pilori - Nulle vie
Off The Wand And The Moon - I crave for you
Death In June - Rose clouds of holocaust
Kirlian Camera - Eclipse
Qntal - Frühling
In The Nursery - Ventura
Blood Axis - Reign I forever
Faith And The Muse - Cantus
Sol Invictus - We are the dead men
Paul Roland - Nosferatu
Cinema Strange - Greensward grey
Einstürzende Neubauten - Stella Maris
Ciaran Harte - Love is strange
Corazzata Valdemone - Berlin Caput Mundi
Deine Lakaien - Vivre
Bauhaus - Bela Lugosi's dead
Helium Vola - Seelig
Bel Canto - Spiderdust
Kraftwerk - Das Model
Rome - Wir Götter der Stadt
Spiritual Front - Jesus died in Las Vegas
Current 93 - Crowleymass
Von Thronstahl - We walked in line
Derniere Volonte - Au travers des lauriers
The Creatures - Exterminating angel
In Slaughter Natives - Media
Haus Arafna - Für immer
Triarii - Wings on steel
Blood Axis - The hangman and the papist
Helium Vola - Omnis Mundi Creature
Dead Can Dance - Yulunga
Stalingrad - Der letzte Flug
Current 93 - A gothic love song





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