Ich bin der, der um dich wandert,
den du fürchtest und der dich kennt.
Ich bin so schwarz wie die Nacht in der du lebst,
und doch bin ich so klar wie ein Kerzenschein.
Ich trage die Stricke der Zeit in meiner Hand,
und ich führe die Schere die sie durchtrennt.
Ich sehe dich nicht als Mensch,
du bist nur eine Beute wie alles andere das lebt.
Ich lese aus dem Buch, in dem dein Name steht,
um dich eines Tages zu finden werde ich ihn suchen.
Ich suche die Namen der Ausserwählten,
denn ich schmiege Pläne um sie zu töten.
Ich schleiche um meine Opfer,
wie der Wolf um das Lamm.
Ich bin lautlos, schnell und oftmals auch langsam,
denn die Qual ist mein Bruder, der mich anlächelt.
Ich bin der Tod, der euch in die Augen schaut,
doch ihr könnt nur zurückschauen........
geschrieben von: Frost_Geist
Ich verdamme dich, denn was du als dein Recht bezeichnest,
ist mein Leid. Du nahmst mir meine Liebe, nun lebe ich ohne sie.
Doch war es besser so ? Nun bin ich genauso kalt wie du.
Und ich mache mich auf. Denn wo du auch sein magst,
unter dem Meer, in einer Stadt, über dem Himmel, in der Hölle,
ich finde dich.
Und wenn ich dich finde, wirst deine Kälte dahinschmelzen.
Du wirst jammern und heulen, denn du wirst mein Leid teilen.
Wieso willst du das tun ? Tat ich die Unrecht ? Habe ich dich anderster behandelt als alle anderen ?
Teilst du ein anderes Schicksal als alle anderen Menschen ?
Ich nahm dir deine liebste, und zugleich nahm ich sie 15 anderen.
es ist mein Werk, dafür bin ich geschaffen. Das ist mein einziger Zweck, ich existiere um euch nicht ewig Leben zu lassen.
Denn wer seid ihr, daß ihr euch das Recht des ewigen Lebens zusprecht ? Und jeden Tag jammere und heule ich, wenn ich euch selbstgerechten sehe. Und dein Leid mehr wird es nicht tun, denn ich teile das Leid aller Toten.
geschrieben von: Frost_Geist
Ich möchte euch gerne einen Teil aus meinem bereits in Arbeit stehenden Buch vorstellen.
Ich wäre dankbar, wenn ich per PN oder ICQ ein Feedback erhalte.
Danke im Voraus.
Info: Mein Buch beeinhaltet Gedichte, Geschichten und anderes,
was die Gedanken, Lebenssichtweise und Einstellung von mir
und der Szene betrifft.
Das Mädchen im Nebel
Es war Winter und Schnee rieselte langsam vom Himmel herab. Die Kälte ließ das Leben der Natur im Keim ersticken. So dachte ich, als ich durch den Wald lief. Ich schaute auf die kahlen Bäume, die traurig dastanden, wie Grabsteine. Ich setzte mich unter einen alten kahlen Baum. Doch dieser schien mich nicht zu mögen. Denn er ließ sein letztes Blatt fallen. Nun war er endgültig in seine Winterruhe eingekehrt. Der ganze Wald war ruhig. Die Nacht vertrieb langsam die Sonne am Himmel, sie jagte sie förmlich über den Horizont. Und ich saß noch immer am Baum gelehnt und hörte der Ruhe zu, und dem Wind, wie er durch den Wald wehte.
Umgeben von dieser Ruhe, schlief ich ein. Ich träumte einen Traum. Ich sah Kerzen. 19 von 20 Kerzen waren erloschen. Doch eine brannte mit einem klaren Schein in die Dunkelheit. Plötzlich hörte ich Musik. Ein trauriges Lied, von einer einzelnen Violine gespielt. So traurig, wie das Weinen einer Göttin. Da wachte ich auf.
Um mich herum war es stockfinster. Doch, die Musik aus meinem Traum war immer noch zu hören. Der Klang warf noch immer dieselbe Trauer auf, wie ich sie in meinem Traum erlebt hatte. Ich stand aus dem Schnee auf und folgte den lauten. Am Waldrand, an der Klippe zum Meer, hörte ich den Klang deutlich genug, und ich sah die Person, von der die traurige Musik ertönte. Eine schleierhafte Gestalt saß auf einem großen Felsen und man konnte ihr schluchzen deutlich hören. Ich ging langsam auf sie zu. Sie bemerkte mich nicht. Sie hatte nur ihre Geige an der Wange und spielte dasselbe traurige Lied. Sie war in weiß gekleidet und schien nicht älter als 20 Jahre. Bevor ich sie ansprechen konnte drehte sie sich zu mir. Ihre Augen waren leer und tot. So tot wie der Wald. Dann sprach sie zu mir. Ihre Stimme hallte gespenstisch durch den Wind.
„Ich bin die brennende Kerze. Doch auch ich werde bald verlöschen.“
Dann nahm sie die Geige und ging in den Nebel, der vom Wald her aufstieg. Sie drehte sich noch einmal um und sagte:„Träume sind die Orte, an denen wir alle existieren. Jenseits von Tod oder Leben. Doch wenn der Traum ein Alptraum ist, dann ist der Tod oftmals das Leben.“
Ich schloss die Augen und rieb sie mir ungläubig. Als ich sie wieder öffnete, saß ich am Baum gelehnt, im Schnee und hielt eine brennende Kerze in der Hand.
Ein Windstoss fuhr durch denn Wald, und die Flamme verlöschte........