[Crows kleine Welt] - German Gothic Board

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Crows kleine Welt

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geschrieben von: Crowromance

Müde bin ich, geh zur Ruh'...

Müde bin ich, geh' zur Ruh',

Schließe beide Äuglein zu.

Vater laß die Augen dein

Über meinem Bette sein.


Die Erschöpfung wurde immer schlimmer. Es war, als würde eine kalte Hand ständig in meinem Nacken hängen und mich locken, mit süßer Stimme mich um säuseln, mich rufen. Doch ich konnte diesem Rufen, so sanft und verführerisch es auch war, nicht nachkommen…

Tag für Tag rannte ich durch die Welt und mein Leben, wurde dabei immer langsamer. Ich durfte nicht langsamer werden! Es ging einfach nicht! Wenn ich stehen bleiben würde, dann wäre ich verloren im Meer der Massen. Ich wollte nicht verloren sein und so war die einzige Konsequenz weiter zu laufen und wenn möglich sogar noch schneller zu werden. Alles im Kampf gegen das Untergehen.


Hab ich Unrecht heut getan,

sieh' es lieber Gott, nicht an.

Deine Gnad' und Jesu Blut

Macht ja allen Schaden gut.


Immer lauter und deutlicher wurde diese Stimme, so sanft… zu Beginn war mein Leben zu laut, als das ich sie hören konnte, doch das hielt nicht lange an. Jetzt konnte ich die Hand spüren, wie sie mich festhielt und zurück zog. Drängend, verlangend!

Zwei Dinge machten mir Angst. Zum einen, dass die Sanftheit einen Unterton bekam, der fordernd war und zum anderen, dass ich gewillt war, der Stimme zu folgen.

Dennoch lief ich weiter, versuchte Schritt zu halten und versagte immer mehr. In Menschenmassen lies ich mich im Endeffekt nur noch mitreißen.


Alle, die mir sind verwandt,

Gott laß ruhn in deiner Hand.

Alle Menschen groß und klein,

Sollen dir befohlen sein.


Ich schaffte es nicht. Die kalten Hände wurden zu Seilen, die mich erzittern ließen und zur Ruhe zwangen.

Erschöpft lies ich mich fallen, verborgen vor der Hektik und der Hetzerei…


„Endlich bist du da…“

Goldene Augen begrüßten mich aus der Dunkelheit.

„Wer bist du?“

„Sylvan…“

„Und…was bist du?“

Die Gestallt lachte auf, so glockenhell und klar.

„Das, was du dir ersehnst.“

Dieses Lächeln, so rein und doch gefährlich.

Mein Verstand war ruhig, doch mein Herz raste.

„Du weißt nicht, was ich meine, oder?“

Ich schüttelte den Kopf und Nebel umwob mich, schien mich zu tragen, zu wiegen.

„Das macht nichts… du wirst verstehen…lass dich fallen…vertrau mir.“

Ich vertraute ihm aus nicht vorhandenen Gründen und ließ mich fallen, gehalten von Nebel, so als hielt eine Mutter ihr Kind.

Er hatte Recht…genau das hatte ich mir ersehnt…


Schlaf…


Kranken Herzen sende Ruh,

nasse Augen schließe zu.

Laß den Mond am Himmel stehn

Und die stille Welt besehn.



geschrieben von: Crowromance

Blutliebe

Schatten, länger werdend,
Motten, dem Licht entgegen,
Gedanken, verstummend.

Nun steh ich hier,
wartend, sehnend, träumend,
auf dich, hoffend.

Wann kommst du?
Ich warte seit Jahrhunderten.
Jede Nacht aufs Neue.

Wieder kommst du nicht.
Wieder muss ich warten.
Mein toter Körper stirbt erneut.

Schatten, krzer werdend,
Motten, verschwindend,
Geräusche, lauter werdend.





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