Nach der Letüre von "Die Schatzinsel" und einigen Kurzgeschichten wie dem Klassiker "Dr.Jekyll und Mr. Hyde" bin ich zu der übereraschenden Ansicht gekommen das R.L.S. Werke nicht neu veröffentlicht werden müssen, nichtssagende Trivial Literatur gibt es genug.
Einzig Lesenswert war "Die Schatzinsel".
Denkt mann an die viel verfilmte Geschichte "Dr.Jekyll und Mr.Hyde" kann ich nur sagen das ALLE Verfilmungen die ich kenne besser und weitgreifender sind als das Original.
Wie sind eure Erfahrungen mit sogenannten Literaturklassikern.
geschrieben von: ExiledArchangel
...das ist zumindest mal eine interessante Ansicht zu diesem Thema - denn für gewöhnlich sind Verfilmungen weitaus schlechter als die Romanvorlagen...doch gibt es eben immer auch Ausnahmen...z.B. bei den inzwischen kaum noch aufzählbaren Versionen des "Dracula"-Stoffes...von denen sich indes nur ein geringer Teil unmittelbar auf das Buch von Bram Stoker als Vorlage beruft...die bekannteste Version dürfte in diesem Fall noch immer der schwarzweiss-Klassiker "Nosferatu" von F.W. Murnau sein...und gerade dieser Film weicht in einigen Punkten extrem von der literarischen Vorlage ab - etwa dahingehend, was das damals als geradezu revolutionär angesehene Aussehen des Vampirs betrifft - was dem Film allerdings nie wirklich geschadet hat, eher das Gegenteil ist der Fall...es bleibt dabei die Frage offen, ob es daran liegt, dass der Film gut und das Buch schlecht ist...oder genau umgekehrt...? schwer zu sagen - ich möchte mir darüber auch kein abschliessendes Urteil erlauben, doch meine persönliche Einschätzung tendiert eher dahin, dass es einfacher ist, aus einem schlechten Buch einen guten Film zu machen...als einen guten Film aus einer guten literarischen Vorlage... literarischer "Schund" jeder Art neigt jedenfalls dazu, visuell, mit filmischen Stilmitteln weitaus besser darstellbar zu sein als große Weltliteratur - ein möglicher Grund mag der sein, dass in vielen Romanen der Weltliteratur das Geschehen sich zu einem Großteil in der Innen-, bzw. Gedankenwelt der Charaktere abspielt, Paradebeispiel Franz Kafka: "Das Schloss" und "Der Process"...hier weiss man gar nicht mehr, wo das "Innen", das innere Labyrinth" des Protagonisten dem "Aussen", bzw. dem äußeren Labyrinth weicht...das in einem Film angemessen darzustellen halte ich für kaum möglich...und ich kenne bislang auch nicht eine einzige Verfilmung eines Kafka- Werkes, die mich wirklich überzeugen konnte..."Der Process" wurde dennoch sogar schon zweimal verfilmt - einmal mit Anthony Perkins in der Rolle des Bankangestellten Josef K. - ein weiteres Mal mit dem David Lynch-Darsteller Kyle Mc Lachlan, alias "Agent Cooper" aus "Twin Peaks" und "Paul" aus "Dune"...zumindest äusserlich und vor dem Hintergrund seiner früheren Rollen passt er zwar recht gut zur Figur des Josef K. - weit besser jedenfalls als Anthony Perkins - doch auch dieser zweite Versuch - obgleich ein wenig näher an der Essenz des Romans als der erste - vermag diese nicht wirklich zu fassen...
geschrieben von: Ardath Bey
Dracula ist ebenfalls ein schönes Beispiel.
Legendär ist auch Fritz Langs verfilmung von Dr.Mabuse die ebenfalls die Romanvorlage übertrifft.
Was verfilmte Bücher betrifft finde ich es eh trickreich darüber eine Meinung abzugeben. Am besten ist wahrscheinlich der Regiseur versucht erst gar nicht dem Buch gerecht zu werden sondern interpretiert den Stoff.
Selbstverständlich wird es immer militante Verfechter geben die ihren Lieblingsroman exat SO verfilmt haben wollen wie es auf den Seiten steht. Das sind dann Menschen die zum einen keinen blassen Schimmer davon haben wie Film funktioniert und zum anderen nicht begreifen das ihre Wahrnehmung des Buches auch nur eine Interpretation ist.
Na ja ..... kann man viel drüber diskutieren.
Sehr erfolgreiche Adaptionen von Buchvorlagen finde ich z.B. "Do Androids dream of electric Sheep" aka Bladerunner, "Das Boot" oder "Starship Troopers". Paul Verhoeven ließ von Starship Troopers lediglich die Namen und die Käfer aus dem Buch übrig, alles andere ist neu. Dennoch ist die Verfilmung gut.
Aber mir gings hier weniger um Verfilmten Stoff sondern mehr um sogenannte Literaturklassiker die oft den Anschein von intellektualität haben den sie aber bei näherem hinsehen gar nicht erfüllen, siehe R.L.Stevenson.
Sicher, Literatur hat als erstes überhaupt nichts mit philosophischen Gedanken zu schaffen sondern zeichnet sich einzig durch den Umgang mit Sprache aus das darf man nicht vergessen. In der Literatur wird Intellektualität oft mit Sprachbegabung verwechselt. Das gilt eben besonders für die Klassiker.
geschrieben von: riomar
Romane muss man auch danach beurteilen, in welcher Zeit sie entstanden sind. Robert Louis Stevenson z.B. lässt in seine Bücher auch das Verhältnis zwischen Schottland und England Anfang bis Mitte des 18. Jh. einfließen. Die Romane um David Balfour sind dafür Beispiele. Ich lese Stevenson gern, hatte auch bisher nicht den Eindruck, dass er einen Anschein von Intellektualität überhaupt erwecken wollte. Das sind gut geschriebene Abenteuerromane, teilweise mit historischem Hintergrund.
Zitat:In der Literatur wird Intellektualität oft mit Sprachbegabung verwechselt.
Genau. Stevenson hatte Sprachbegabung, meiner Meinung nach. Er konnte schreiben, Situationen und Orte gut beschreiben. Intellektualität, was ich gern mit Wichtigtuerei übersetze, hatte er nicht im Sinn, soweit ich das beurteilen kann.
Klassiker haben häufig eine eigene Sprache, die sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt hat, abhängig von der Entwicklung der Gesellschaft und dem persönlichen Hintergrund des Autors.