Inside. If you believe it, don't keep it all inside.
Inside. Das Lied, das mich neben zwei, drei von Carl McCoy und seinen Fields seit über einem Jahrzehnt begleitet. Inside von Stiltskin, schon damals mit dem Mastermind und hervorragendem Sänger Ray Wilson. Inside. Damit verbunden sind Tränen der Freude, des Schmerzes. Erinnerungen und Dinge, die ich längst vergessen wollte. Inside, immer da.
Danke Ray. Du hast mir so viel gegeben mit diesem einen Lied damals und ich hatte im Herbst 2009 endlich die Chance, es Dir zu sagen, in meinen völlig unbeholfen gestammelten Sätzen kurz nach Deinem Konzert. Du bist ein feiner Mensch, ein hervorragender Musiker. Und du inspirierst. Und ohne Inspiration könnte ich nicht das tun, was ich lieber mache als alles Andere und was ich immer dann tue, wenn ich nicht sprechen kann oder nicht sprechen will - lautlos schrei.b.en.
Fotos: 1. eigenes, 2. von "Petra" aus Berlin mit herzlichem Dank
geschrieben von: Odessa
Inside. Damit fing es an. Mit einem Werbespot für Levi's Jeans. Und ich hörte die paar Töne dieses unglaublich guten Songs und war hin und weg. Später hörte ich dann das ganze Stück, hier noch nachzuhören:
Was für eine brachiale Gewalt, was für Gitarrenriffs, was für eine Energie in diesen wenigen Tönen, dachte ich, als ich damals den Werbespot sah. Gibt es eine Stimme zu diesem Lied, oder ist es nur instrumental? Und wenn ja - wie klingt diese Stimme? Sie muß muß muß zu einem Mann gehören und sie muß muß muß tief und rauchig sein. Ich bin ein Stimmenfascho und zu dreckigem Gitarrenrock gehört die Stimme eines Kerls für mich, Punkt aus Amen. Ich suchte und suchte. Fand den Namen "Stiltskin". Aus diesem Sänger muß mehr werden, sagte ich der Musikmag-Redaktion, für die ich damals ab und an Kolumnen schrieb neben meinem Job. "Ich wünschte mir, er würde mit Carl McCoy ein Duett singen. Beide mit dieser Ausnahme-Stimme und einem unglaublichen Charisma gesegnet... die würden die Konzerthallen füllen wie der Papst bei seinen Wallfahrtstouren."
Einige Jahre später füllte Ray die Konzerthallen und Stadien tatsächlich - mit Genesis. Machte mit dieser Band das Album, das als das Erfolgreichste in die Bandhistory einging (Calling all stations). Als Dank dafür schaßten ihn einige Fans, beleidigten ihn, bepöbelten ihn aufs Übelste öffentlich. Still nahm er die Demütigungen auf sich. Er wollte ja nur singen, auf SEINE Art mit SEINER Stimme singen, nicht immer im ungerechten Vergleich mit seinen Vorgängern.
Letztendlich, Ray, hast Du gewonnen. Sieg auf ganzer Linie. Du bliebst Dir treu und hast gearbeitet wie ein Ackergaul, mit täglichen Konzerten über Jahre hinweg. Deine Musik bei Deinen Auftritten in kleinen Kirchen, kleinen Gasthöfen, kleinen urigen Blues- und Rockkneipen, kleinen Theater- und Museumssälen, Deine Musik war es die die Menschen lockte und berührte. Kleine Säle, große phänomenale Akustik, Nähe zum Publikum. Menschen, die die Tränen in Deinen Augen sehen können, wenn Du "Bless me" singst oder "Constantly reminded".
Never change a running system. Und Dein System, Ray, is running. Inside, immer noch, überall da draußen wo Deine Hörer auf Dich warten. Calling all stations, somehow, "immer noch und immer wieder".
There's only one direction in the faces that I see;
It's upward to the ceiling, where the chambers said to be.
Like the forest fight for sunlight, that takes root in every tree.
They are pulled up by the magnet, believing they're free.
The carpet crawlers heed their callers:
We've got to get in to get out
We've got to get in to get out
We've got to get in to get out...
Eines der Lieder, die Du noch im Repertoire hast aus Deinen Genesis-Zeiten. Ein wunderschönes Lied und ich denke oft an "lambswool under my feet". Damals, bei Oma und Opa. Das alte von Opa nach dem Krieg selbst gebaute kleine Haus und der große Garten mit den Obstbäumen drumrum. Ich war ein kleines Mädchen, gerade mal 6 Jahre alt. Klein und doch so viel schon erlebt. Blaue und grüne Flecken am Körper, angebrochene und geprellte Rippen, Kratzwunden und ausgedrückte Zigaretten auf der Haut, die Narben auf der Seele nicht mitgezählt.
We've got to get in to get out.
Oma hatte Lammfelle auf dem Boden und im Bett. Auch ich bekam ein kleines Lammfell, damit ich warm schlafen konnte auf dem Fußboden. Ich liebte es lange Zeit, auf dem Boden zu schlafen, ich fühlte mich dort sicher und geborgen. Vom Boden aus konnte man auch schneller unter Tische oder Bänke krabbeln, wenn der wütende Vater ins Zimmer kam.
We've got to get in to get out.
Holztüren und weiß gestrichene Decken. Und das Schaffell unter mir. "The wool is soft and warm...Imaginary creatures are trapped in birth on celluloid." Fast 40 Jahre später ist die Erinnerung immer noch da, für Sekunden. Kurze Sequenzen, verbunden mit dem Geruch des Hauses und dem Parfumduft von Omas Lavendel-Spray. Lammfell auf dem Boden, ich darauf gekauert, und die wilden Rosen im Garten reckten ihre Blüten in die niemals untergehende Sonne, in den niemals endenden Sommern, damals, damals als alles so endlos lange war weil man Kind war und Zeit "Ewigkeit".
"We've got to get in to get out, oh, oh, ooooh..." und sanft ist Deine Stimme, wenn DU dieses Lied und speziell die Refrainzeile singst. Sanft wie die Ahnung, die das Kind hatte auf dem Lammfell, die Ahnung daß alle Rosenblüten welken und daß jeder Lavendelduft verfliegt irgendwann, und daß man niemals für immer sechs Jahre alt bleiben wird.
We've got to get in to get out...? - I've got to get in to get out, wieder und wieder.
Unter all den Stars und "Möchtegerns" gab es viele, die ich ungespitzt in den Boden hätte stampfen können. Nicht daß ich diese Leute alle persönlich kennengelernt hätte - es reichten mir manchmal schon die Geschichten ihrer Angestellten, ihrer Lebenspartner, ihrer Kinder, ihrer Manager, ihrer Fotografen, ihrer "Haus- und Hof-Schreiber" bzw. von Kollegen und Freunden von mir, die diese "Stars" interviewen oder ablichten mußten.
Launen, Allüren, Dramaqueengehabe, Egomanen-Nabelschaus, völlige Kritikunfähigkeit bei gleichzeitiger taktlosester, ignorantester und unhöflichster Missachtung der Würde anderer Menschen - nirgendwo ist dieses für mich im wahrsten Sinne des Wortes a-soziale Verhalten so ausgeprägt wie in den sogenannten Künstlerkreisen. Das mag einige Leute faszinieren oder sie mögen es glorifizieren als "so sind Künstler nun mal"-Exzentrik, die diesen Leuten anscheinend per se zuzustehen habe. Ich sehe das nicht so, sah es nie so. Und noch heute sehe ich darin keine Arroganz, sondern die völlig richtige Tatsache daß ich nicht bereit bin, mir von größenwahnsinnigen bornierten Persönlichkeiten deren Launen und Befindlichkeitsquersitzpupse aufs Auge zu drücken lassen.
Exzentrisch sein - das alles ist der wahre Künstler in einem Rahmen, der Andere nicht schädigt, nicht belästigt, nicht degradiert. Es ist mir egal, ob eine Naomi X mit 14 brennenden Lilien im Hintern und einer Voodoo-Kerze im rechten Ohr "Hosianna" singt - solange sie es tut ohne daß sie dabei ihre Haushälterin belästigt, ihre Nachbarn nervt oder Straßenpassanten damit gefährdet, kann sie machen was immer ihr beliebt. Aber wenn Sänger X meint, er wäre das Geschenk Gottes an die Menschheit und deswegen müsse das Management ihm bei jedem Konzert seinen Arsch nachtragen, ihm das Trinkglas an den Mund führen und vor und hinter ihm den Boden auflecken auf daß Majestät nicht über ein Staubkörnchen stolpern könnte - dann beliebt es mir wiederum mit gleichem Recht, bei diesen Allüren nicht mitzuspielen. Solche Menschen habe ich in meinem Privatleben verbannt, solche Menschen meide ich auch anderweitig. Ich habe wenig Prinzipien, die dafür aber umso konsequenter.
Du bist nicht so. Dein Management erwähnte in einem kurzen Telefonat damals begeistert, wie down to earth Du bist. "Der packt selbst mit an, beim Bühnenaufbau und -abbau. Der ist ein Perfektionist, nach dem Motto: Nur wenn ich es selbst mache, weiß ich daß es gut und richtig gemacht ist", war sinngemäß der Tenor des Gesprächs. Ein Kumpeltyp, der mit anpackt und sich nicht um seine Frisur, seine manikürten Fingernägelchen oder sein outfit schert dabei. Marinus, Ralf und ich durften es dann selbst erleben, bei den Konzerten. Du standst beim Aufbau mit auf der Bühne, hast akribisch Deine Instrumente kontrolliert und die Scheinwerfer und Mikros justiert. Als es eine kleine Panne gab wegen eines Stromkabeldefekts, bist Du binnen Sekunden - mit einem grinsenden "Houston we have a problem - i will be back soon. At least i hope so..." ins Publikum gerichtet - hinter die Bühne, hast Dich auf den Boden gelegt und die Sache in 2 Minuten repariert. Wieso warten auf die Techniker und "Roadie-Crew", wenn Du doch selbst am besten weißt wo es hakt und Du eh schon auf der Bühne bist. Beim Abbau das Gleiche: müde und erschöpft nach 2 Stunden Auftritt und nochmal einer guten Stunde geduldigen Autogramme-Gebens und mit Fans reden, würde Jeder verstehen, daß Du nur noch ins Bett möchtest. Aber Du und die Jungs bauen die Bühne selbst ab, Ihr ordnet Eure Instrumente sorgsam, räumt den Tourbus ein und danach erst ist Feierabend.
Du hast jede Menge mitgemacht. Zwischen den Zeilen klingt es oft an, wenn Du während der Konzerte Deine Geschichten erzählst, oft mit Tränen in den Augen und dabei den Blick dann über die Gesichter des Publikums gerichtet oder zu Boden gesenkt, als würdest Du Dich genieren ob Deiner Emotionen und Sensibilität. Deine Geschichten, leise und sanft erzählt. Von zerbrochener Freundschaft und gescheiterter Ehe. Von gebrochenen Herzen und der ewigen Frage: warum, und was habe ich daraus gelernt. Von der Frage, ob es sich noch lohnt weiterzumachen mit dem Leben, wenn man nur noch mit dem Gesicht auf der Straße liegt. Von der Frage, wo all die Freunde sind die man glaubte zu haben, und was ist überhaupt ein Freund. Von der Frage wie es weitergeht, wenn man einsam auf einem Bürgersteig am Boden sitzt und eine Flasche Bier oder Whiskey das Einzige ist, woran man sich festhält. Du hast Dich und die Welt um Dich herum beobachtet mit wachen Augen und regem Geist. Du hast Dich selbst hinterfragt während der Zeit bei Genesis und danach. All die Fans und all die anderen Stars, all die Einsamkeit in den Hotelzimmern und den langen Flug- und Fahrtwegen dazwischen, und all die Interviews und Kritiken. Und auch all die Lügen, Intrigen und die Heuchelei drum herum.
Wenn ich Dir erzähle, daß meine Sonne blau und mein Himmel rot ist und daß meine Tränen nach Karamell schmecken - was weißt Du dann vom Leben und seiner Wahrheit für DICH? Nichts, gar nichts. Du weißt erst dann was für Dich richtig ist und was Dir selbst das Leben bedeutet, wenn Du DEIN Leben jeden Tag aufs Neue lebst. Wenn DEINE Träume Dir die Schauder über den Rücken jagen und Dir DEINE Tränen die Lippen benetzen. Du weißt was Liebe ist erst dann, wenn man DEIN Herz von links nach rechts geschoben gezogen gezerrt und es auch mal zerrissen hat. Du weißt erst dann was Leidenschaft ist, wenn Du mit DEINEM Kopf gegen die Wand geschlagen hast und DEINE Nägel sich Dir ins Fleisch bohrten vor Sehnsucht nach dem Geliebten.
Und Du weißt erst dann, was einen echten Musiker von einem hohlen Star unterscheidet, wenn Du mit Beiden zu tun hattest. Und Dir bei Einem davon seine Intensität, seine Leidenschaft und seine Authentizität den Atem raubt und Dir das Herz blutet ob soviel Begeisterung und Enthusiasmus. So und nur so muß es zumindest bei mir sein. Denn alles unter diesen 100% ist inkomplett, ist nicht Fisch nicht Fleisch, ist lauwarmes Spülwasser und somit irrelevant.
Foto: eigenes, Ray Wilson in Rottach-Egern/Tegernsee, Kulturzentrum 2009
Hildesheim, mitten im Konzert. Eine Notiz wurde nach vorn gereicht, zu Dir auf die Bühne. Jemand hatte für seine Freundin einen Musikwunsch, zum Geburtstag. Natürlich hast Du ihn erfüllt. Hast noch drumrum eine nette Geschichte erzählt und wie üblich mit Deinem schottisch-trockenem Humor, schlagfertig und gewitzt, auch noch einen Gag mit eingebunden dabei. Wo Menschen Lieder haben, da lass Dich ruhig nieder. So ähnlich gibt es ein arabisches Sprichwort, und ich glaube daß es das auch in vielen anderen Ländern gibt. Und wo Menschen einander anlächeln, wenn sie singen - da ist man erst recht gut aufgehoben.
Das erste Mal werde ich Neujahr, "mein" Newroz am 21. März, nicht daheim in Bayern sein. Sondern es mit engen Freunden und meinem Geliebten verbringen, mit ihm zwischen Hannover, Büren und Koblenz, und mit Ralf immer am Telefon dabei. Die Zeit vergeht, und mit ihr auch meine Lebenszeit. Meine Uhr läuft immer schneller ab, mit jedem Jahr das an das "fast halbe Jahrhundert" nun heranreicht, und die 1. Halbzeit ist längst überschritten. Aber die zweite Halbzeit wird genauso aufregend und intensiv werden wie die erste und jede Minute davon wird genossen.
Substance is what makes me strong
And blind faith help me carry on
Without it I can only ever dream
And I'm bored to hell with all this negative around
It makes me want to shout it out:
I feel alive! And the passion never dies
There never can be failure which only goes to show
Foto: eigenes, Konzert in Hildesheim 2009
Text: in Auszügen aus "The last horizon", Ray Wilson
Lebenstraum. Endlich einmal solch ein edles Geschöpf anfassen dürfen. Ganz vorsichtig, leise, still, bedachtsam... nicht stören wollen, andächtig, respektvoll, und dabei doch Grenzen überschreitend. Federn, so weich. Augen, so wunderschön und wach und klug. So viel Ruhe und Weisheit hinter diesen Augen, so viel Freiheit und Würde in der Haltung.
46 Jahre mußte ich werden, bis ich mir diesen Traum erfüllen konnte. So viele Tiere habe ich über die Jahre in Händen gehalten und in den Armen gewiegt. So viel Leid und Elend dabei gesehen und so viel Liebe und Dankbarkeit gespürt als auch gegeben. Aber nie waren es große Greifvögel, nie Uhus und Eulen, allenfalls selten einmal kleine, aus dem Nest gefallene Turmfalken oder verletzte Möwen, Tauben oder Bussarde, die ich dann zu Vogelstationen brachte oder im Tierheim kurzfristig unterbrachte, bis sie in geeigneten Stationen adäquat und artgerecht gepflegt werden konnten.
Der Vogelpark in Abensberg als auch die Falkenhof-Falkner auf Burg Rosenburg machten es möglich. Ich konnte einen Wanderfalken streicheln und dieses herrliche weiße Uhumännchen. Durfte in diese Augen blicken ganz nah und durfte fühlen was es heißt, Flügel zu haben.
Wehmut, irgendwie. Mir ist Fliegen verwehrt, Mensch der ich bin, noch nicht mal des Betretens eines Flugzeugs fähig. Immer wenn der Schmerz zu groß war, damals als Kind, habe ich mir Flügel gewünscht. "Send me an angel", ein Flügelwesen. Über alle Grenzen, nicht an den Boden gebunden, Schlägen und Misshandlungen ausweichen könnend. Sich über den Lärm und Schmutz einer gedankenlosen, bornierten und rücksichtslosen Gesellschaft hinwegsetzen indem man einfach drüber hinwegfliegt...
Traum.wesen. Majestätische Adler, stolz und erhaben. Edle Falken, anmutig und elegant. Prächtige Geier, unbeholfen humpelnd am Boden und doch so schwerelos und graziös in der Luft. Kluge Uhus, Käuzchen und Eulen, mit Augen die alles zu wissen scheinen und mit Flügeln, unter denen man sich einkuscheln möchte.
Man muß vielleicht wirklich Araberin sein, um die Faszination dieser Vögel auf mich zu verstehen. Die Falknerei, die hohe Kunst meines Volkes, ist nicht nur gelebter Artenschutz, Umweltschutz und mit einem treuen Tier ausgeübter Sport - sie ist eine Geisteshaltung der Art, daß sie beflügelt. Inspiration auf leisen Schwingen. Verse im spitzen Schnabel formuliert und Alles durchdringenden Augen vorgetragen.
Edles Geschöpf, Du. Ich möchte Dich wieder und wieder berühren, sachte und zart, um mich Dir nicht aufzudrängen. Ich möchte Deinem Flug folgen, sehnsüchtig, und wissen daß Du immer wieder freiwillig zurückkehrst. Ich möchte Deine Krallen spüren, auf meinem Arm, und Dein Gewicht auf meiner Schulter. Schönes stolzes Wesen der Luft, das Du Freiheit atmest wo mein Geist sie nur formulieren kann.
Arabische Worte, mühsam ins holprige Deutsche übersetzt. Die Seele fliegt mit Dir, während sie in Deine orangefarbigen zeitlos-uralte-junge Augen blickt und über weißgraue, schwarzbraune oder rotgraue Federn streicht mit ihren physischen Fühlern die sich Finger nennen. Ana hebbek, ya habibi. Rochem nolach, Azizam, melekti kalbi. Inside.
Foto: eigenes, Vogelpark Abensberg - Altmühltal
geschrieben von: Odessa
Gestern war Dein Todestag. Ich habe es nicht vergessen, wie könnte ich. Dein Foto hängt an der Wand, mit denen der anderen Gegangenen.
Du warst bisher am längsten bei mir. Alle anderen, die ich die Ehre hatte um mich haben zu dürfen, waren schon alt und/oder krank als sie zu mir kamen, meist gerettet aus miserablen Haltungsbedingungen oder aus Tierheimen und von Gnadenhöfen. So blieben immer nur wenige Monate oder Jahre des gemeinsamen Lebens mit Euch. Du kamst als Baby zu mir. Der Mann, den ich zu meinen politischen Hochzeiten "nur fürs Papier" geheiratet hatte um ihm dadurch Asyl in Deutschland und Sicherheit vor den Khomeini-Schergen zu gewähren, hatte Dich neben einer Abfalltonne gefunden, in eine Tüte eingewickelt, und sofort mitgebracht. Lächelnd zog er Dich damals aus seiner Jacke, eingewickelt in ein warmes Handtuch, in dem er Dich geborgen durch die Stadt zu mir getragen hatte. Ich hatte mit ihm ansonsten nichts zu tun außer später sehr viel Ärger bis hin zu Gerichtsverhandlungen, und wir haben weder zusammen gelebt noch hatten wir uns auch nur geduzt, aber das war seine wirklich einzig gute Tat damals und die habe ich ihm bis zuletzt als Pluspunkt angerechnet, sogar noch als er mich zu töten versucht hatte.
Kleines rabenschwarzes, Katzenbündel. Das ich dann Meski taufte, "der Schwarze". Ein persischer Name für eine oberbayerische Katze, die Glück im Unglück hatte. Ich päppelte Dich auf und Du wurdest zum stolzen schönen Kater, mit zitronenfaltergelben, manchmal auch grünlich schimmernden Augen. Du warst der Mahatma unter den Katzen, warst immer nur völlig friedlich und ruhig. Lagst oder gingst neben mir, ständig, wann immer ich zu Hause war. "Wie ein Hund", sagten die Leute staunend, denn Du gingst mit mir sogar zum Einkaufen und folgtest mir mit in die Badewanne. Lagst dann auf meinen angezogenen Knien, balancierend, um nicht zu naß zu werden, und bliebst dort auch wenn ich mich dann abduschte und Du zwangsweise etwas naß wurdest. Du schliefst im Bett immer auf mir oder in meiner Armbeuge, und hast mich eifersüchtig gegen - später - Mohammed und dann gegen Ralf verteidigt, oh, nicht mit Kralleneinsatz oder Fauchen, das war Dir ja fremd... Deine Blicke allein reichten und Dein auf gefühlte 2,50 Meter gestreckter Körper der immer zwischen dem Mann und mir lag, um klarzumachen WER hier der Herr im Haus und vor allem der "Besitzer" der Frau ist.
Ich habe Dich so geliebt, tue es immer noch. Fast 13 Jahre warst Du bei mir, bis Dich der ekelhafte herzlose Sensenmann mit seinen eisigen knochigen Fingern von mir stahl. Monatelange Nierenkrankheit, und tägliche Behandlung, so lange es noch "verträglich" war und ohne großen Streß für Dich. Niemals hätte ich geduldet daß Du am Leben gehalten und mit schmerzhaften Arztbesuchen schikaniert wirst, die ein Tier manchmal erst wirklich an den Rand des Todes bringen weil schlicht der Streß dabei viel zu groß ist und die Panik des Tierchens. Aber die Behandlung war für Dich gut, Du bekamst von mir oder von Ralf jeden Tag einen kurzen Pieks ins Fell mit Flüssigkeit und Appetitanreger, und danach ging es Dir immer für 10, 15 Stunden extrem gut.
Trotzdem ließ es sich nicht aufhalten, das Übel namens Niereninsuffizienz, und so starbst Du, nach einer langen tränenreichen Nacht in der ich neben Dir auf der Couch wachte, Deine Vorderpfoten hielt da Du schon zu schwach warst um aufstehen zu können und ständig vorsichtig über Deinen dann auf 1 kg abgemagerten Körper streichelte. Du hingst so sehr am Leben, und das hatten wir beide gemeinsam: diese unbändige Lust zu leben, diesen Kampfwillen um jeden einzelnen Tag.
Und solche Wesen sterben niemals schnell und "sanft". Das ist die Crux daran. Denn sie kämpfen um jeden Atemzug weil sie wissen, was sie verlieren - das Leben, das einmalige kostbare wunderbare täglich sich selbst neu erfindende Leben. Und so hast Du nicht losgelassen, wolltest bei mir bleiben und starbst dann, nach dieser furchtbaren Nacht und als ich die Tierärztin anrief mit erstickter Stimme auf daß sie Dich erlösen möge mit der Todesspritze, in meinen Armen und exakte 4 Minuten bevor die Tierärztin eintraf.
Es war das gleiche Bild wie im Dezember 2009 bei Carlchen - Todeskampf ist niemals schön und ich versuche noch heute, dieses immer gleiche Bild der letzten 10, 20 Sekunden aus meinem Kopf zu kriegen. Was natürlich nicht gelingt und mir noch nach langen Jahren, wie heute, die Tränen in die Augen treibt. Aber dann schaue ich auf all die Fotos, die im Album mit den schönen elfenbeinfarbigen Seiten sind, und weiß, daß Du da bist. Immer noch da bist.
Denn tot ist nur, wer vergessen ist. Und Du bist unvergessen, wie jedes meiner geliebten Tiere. Ich gäbe Jahre meines Lebens für nur noch einen einzigen Tag mit Dir, mit ihnen allen. Für einen Tag über Euer Fell streicheln und in Eure frechen, fragenden, kecken oder altklugen Augen schauen. Für einen Tag mit Euch wieder über die Wiesen laufen oder neben Euch im Gras zu liegen und Eure Tunnels, Erdhöhlen oder belauerten Mäuselöcher zu bestaunen. Für einen Tag LEBEN, einfach nur mit Euch leben und atmen.
geschrieben von: Odessa
"Denn tot ist nur, wer vergessen ist." - Auch Du wirst also für immer leben.
Ich wundere mich, daß ich vor wenigen Minuten an anderer Stelle ruhige Worte fand, grammatisch geordnet und halbwegs sachlich. "Der Schock löst sich immer erst mit einiger Zeitverzögerung, und dann kommen die Tränen".
Ja.
Leb wohl, faszinierender und begnadeter Sänger. Anstrengender Mensch. Gequälte Seele. Danke für alles. Christian woman spielt als Video und Deine Weihnachtskarte von 2002 hängt wieder am Kühlschrank, wo sie über Jahre war und auch die nächste Zeit bleiben wird.
"Functionless art is simply tolerated vandalism".
Foto: thegauntlet.com, Peter Steele/Type 0 negative.
Text in blau: Peter Steele
Es kommt uns vor, als läge die unbeschwerte Zeit unserer Deutschland-Reise schon viele Monate zurück. Die Adler, die Falken, die Geier, die Habichte, die Milane, die Uhus, die Eulen und Käuzchen, die Bussarde, die Kookaburras, die Kakadus, die Flamingos, die Emus, die Hörnchen und Eselchen und Zicklein und Lamas und Känguruhs und all das andere drollige Getier im Altmühltal - ist es wirklich erst 3 Wochen her? Die Zeit vergeht wie im Flug. Und so viel hat sich getan seitdem. Das Appartment am Schliersee ist unser. Insgesamt 40 eigene ruhige qm, ein zweiter kleiner Raum dabei. Die Möbel kommen, und nur noch ein Kühlschrank, Schreibtisch und Fernseher fehlen. Es wird, langsam zwar denn es muß "billigst bis kostenlos" sein, aber Hauptsache wir haben uns, nur noch drei bis fünf Autominuten voneinander entfernt.
Weiterer Ärger, erneut und immer noch mit der Zeitarbeitsfirma, die bis jetzt den Vertrag nicht schickte und wo die linke Hand der Firma völlig andere Aussagen von sich gibt als die rechte Hand (der Chefin), und was gestern in einem Telefonat eskalierte welches durch dreist-unhöfliches Auflegen beendet wurde. Und das Hoffen darauf, daß Du den anderen Job hier vor Ort, im Bistro des Krankenhauses, bekommst; somit würden keine Fahrtkosten anfallen, Du könntest mit dem Fahrrad und im Winter die 3 km mit dem Auto dorthin fahren, und der Job wäre leichter und angenehmer als 10 Stunden täglich, auch am Wochenende, auf Baustellen und in Lagerhallen zu malochen für netto nicht mal 7 Euro.
Hoffen, Warten, und auch die nächste Zeit nicht wirklich zur Ruhe kommen, was die äußere Situation und all die Probleme drumrum anbelangt. Nichts was ich nicht Zeit meines Lebens gewohnt wäre. Und weswegen ich Ruhe immer nur in mir selbst fand - und seit 13 Monaten auch in Dir. Mein Adler, mein Falke. Mein Nest.
For the future that becomes our past. 26 years of loyalty, sheer faith and confidence in all you ever did, said and felt, and even if the last year was a quiet one on my behalf - iam still with open eyes, iam still the 24th moment with butterfly wings even on my car now and i still pray, "pray for Leviathan"...
Never will i forget about. Shaman drums and a blue sky with dark clouds over the south of England. Psychonautic visions and seasons in the ice cage. 29th of May 2010. Of course 29 and of course Greece, Athens. How i wish to be there, too...
Be the butterfly, never close your eyes
Echoes through the night: "only dreams survive"
I'll be watching over you now
Foto: eigenes, Carl McCoy
Textauszug in bold: "She", Carl McCoy/Nephilim
geschrieben von: Odessa
3. Januar 2008 - Statistik auf einem der zahlreichen Foren für Silbermünzen der australischen Lunar-Serie:
"Der Komplettsatz - also alle 12 Silbermünzen des Tierkreises in der 1-Unzen-Ausgabe - ging heute auf ebay für 287 Euro weg. Wahnsinn, wer hätte das noch vor 1 Jahr gedacht daß die Lunare so schnell so im Wert steigen..."
13. Mai 2010 - gleiches Forum:
"Der Komplettsatz - also alle 12 Silbermünzen des Tierkreises in der 1-Unzen-Ausgabe - ging heute auf ebay für etwas über 500 Euro weg..."
Ich kann DIR, der Du mich auf den Wert des Silbers und Goldes in Form von Münzen, noch dazu gerade dieser wunderschönen, fein geprägten australischen Serie, hingewiesen hast, gar nicht genug danken dafür. Die letzten Monate lebte ich teilweise davon, diese Münzen günstig zu kaufen und mit etwas Gewinn - in der letzten Woche mit großem Gewinn, wie auch mein Partner - zu verkaufen.
Geld, Banknoten... beliebig. Ihr Wert steht und fällt mit den Regierungen, mit den Systemen, mit dem was festgesetzt oder berechnet wird hierfür an Kaufkraft. Im Endeffekt ist es beim Silber und Gold natürlich nicht anders, auch das hat nur den Wert den Menschen ihm beimessen. Aber diesen Wert messen sie beiden Metallen schon seit Jahrtausenden bei, und immer steigend. Zumindest über die letzten Jahrzehnte betrachtet, gab es nur ganz wenige, kurze Momente, in denen der Wert der Edelmetalle sich nicht konstant erhöhte, und noch kürzere Momente wo er auch mal wieder sank.
Seit Mitte letzten Jahres, beim Silber seit gut zwei Wochen, explodiert der Preis. Je schlechter die Menschen die Zukunft des Geldes sehen, desto mehr flüchten sie sich in "sichere Werte". Und Gold und Silber sind sicher, und sie lassen sich immer wieder zu Geld machen, und zwar immer wieder zu "mehr" Geld als sie einem vorher gekostet haben. Ich werde die nächste Miete zur Hälfte davon bezahlen können, daß ich nur zwei meiner seltenen "Drachen" aus der Lunar-Serie verkaufe. Sie zu "Geld" mache, und wofür ich sie mir damals auch zulegte.
Als Reserve. Als Sparbuch. Als Notgroschen, als "Gold des kleinen Mannes", wie Silber schon immer genannt wurde. Letztendlich aber, so hat es den Anschein, wird der kleine Mann am Ende der sein, der nicht den schlechtesten Handel gemacht hat. Während das Banknotenpapier und seine Brüder, die Aktien, teilweise ins Bodenlose fallen und die Anleger über Verluste klagen, lächeln die "Metaller" still in sich hinein und wissen: mit dem Metall geht es immer noch weiter bergauf. Mit den Gewinnspannen kann kein Sparbuch mit seinen Zinsen mithalten, und im Gegensatz hierzu aber verdient keine Bank und - meistens - auch kein Staat was daran, kauft man sich privat Münzen von anderen Privatleuten.
Die Anlage des kleinen Mannes. In meinem Fall lebensnotwendig, um das Überleben zu sichern. Silber, unterschätzter Schatz. Silber, Bargeld in seiner schönsten gegossenen Form. So, wie es schon seit Jahrtausenden in allen Kulturen und bei allen (Natur-)völkern der Brauch war. Tauschmaterial. Bodenschatz. Mutter Erde und das, was sie ihren Kindern gibt, aus ihrem Bauch.
geschrieben von: Odessa
"In erster Linie bin ich Münchner, dann Bayer und dann gleich Europäer."
Sie hören zu dürfen, ist ein Geschenk, immer wieder. Von Ihnen und Ihrem Leben erzählt zu bekommen, mit Ihrer verschmitzt und still in sich hineinlächelnden Art dabei, und der fast greifbaren Lebensfreude und Lebenslust die dabei zu spüren und zu hören ist....
Sie sind eine Perle, eine menschliche Perle. Ein bayerisches Original, wie der obige Ausspruch von Ihnen zeigt und dem ich so sehr zustimme, wie man nur als Bayer zustimmen kann.... ist man doch diesem Land und seiner grandiosen Natur so herz.lichst verbunden daß es manchmal - steht man beim Sonnenaufgang oder ihrem Untergang auf einem der Berggipfel und blickt über die wie in Flammen stehend dabei wirkenden Felder, Wiesen und Gebirgsseen - schon fast weh tut. Richtig weh tut in der Brust, und man vermeint platzen zu müssen ob der Liebe, die einem die Luft abdrückt, die Liebe zu diesem wunderbaren Stück Erde, Gottes Geschenk "oder wer auch immer dafür verantwortlich zeichnet".
Ich danke Ihnen sehr. Und hoffe so sehr, Sie noch einmal leibhaftig vor mir stehen zu sehen und ein paar Worte mit Ihnen wechseln zu dürfen, wie damals, vor langen langen Jahren, im Kloster Andechs. "Als Eine von Vielen" und Ihnen sicherlich nicht mehr erinnerlich.
Sie brannten sich in mein Gedächtnis ein. Sie und Ihre Worte. Sie und Ihre Herzensbildung und offene, grundfreundliche Herzlichkeit. "Es war mir eine Ehre", damals. Und wäre es heute erst Recht. "In diesen Zeiten".
geschrieben von: Odessa
Und wieder ein herrlicher Tag, ein Tag mit Dir ohne daß wir Behördengänge oder Arbeiten erledigen mußten und ein Tag mit geliebten Tieren, somit: ein Tag im Glück. Keine 30 Minuten Fahrzeit von unseren Höfen entfernt liegt er, der Falkenhof in Lenggries. Am herrlichen Sylvenstein-Stausee, der sich über Kilometer durch die Alpen schlängelt in seinem fantastischen Smaragdgrün, und den wir schon letztes Jahr besucht hatten und auf dessen großer Brücke wir standen, engumschlungen.
Gestern schafften wir es endlich, auch den Falkenhof in der Nähe zu besuchen. Keine 5 Gäste insgesamt, waren wir quasi alleine mit den Falknern und ihren Vögeln. Riesige Volieren und Gehege, und nur wenige Vögel, diese aber umso intensiver betreut. Ein Steinadler namens Sky, ein Zwerggänsegeier namens Anton, einige wenige Falken, eine Schneeeule namens Hedwigerich, drei Uhus, ein Kolkrabe namens Fridolin, eine kleine Herde schwarzer Ziegen sowie vier allerliebste Hasen bzw. ein Zwergkaninchen (in das ich mich unsterblich verliebte, sah es doch aus wie mein Carlchen nur in nougat-creme-vanille-Farbtönen und mit einem Gesicht wie ein Miniatur-Terrier) sind die Bewohner des Alpenwildparks, und wir verbrachten den ganzen Tag ab Mittag bei ihnen.
Wieder streichelte ich über das zarte plüschige Gefieder einer riesigen Schneeeule, wie schon vor Monaten im Altmühltal. Wieder streiften mich die Flügel eines Steinadlers in seinem Anflug auf den Falkner. Wieder "humpelte" ein Geier an mir vorbei und wieder streiften auch seine riesigen Flügel und einmal sein Schnabel mein Gesicht. Und wieder folgte ich mit feuchten Augen dem Flug der Falken, und diesmal unter Anderem eines Sakerfalkens. Ich bin mir über die deutsche Schreibweise nicht ganz sicher - Salker oder Saker... "mein" arabisches Wort wäre in Lautschrift etwa "Chaqure", "geheiligtes/edles Falkentier", aber ich glaube Saker ist die Falkner-Bezeichnung auch international.
Bestimmt 15 Minuten lang flogen diese göttlichen Geschöpfe. Es war Sturm gestern, und so konnte man aus teilweise nur einen Meter Abstand (über dem eigenen Kopf) beobachten, wie sehr sich diese unglaublich schnellen und grazilen Vögel gegen den Wind "hocharbeiten", und wie geschickt sie Thermik und ihre jeweiligen ureigenen Feder-Stellungen und Flügel-Besonderheiten nutzen, um Geschwindigkeiten - wie der Wanderfalke - von bis zu 380 kmH zu erreichen.
380 kmH. Man kann mit dem Auge nicht mehr folgen, und spürt nur noch ein Rauschen über sich.... und das klitzekleine Stückchen Beute, in die Luft geworfen vom Falkner, wird im Anflug aus 500 Metern und mit dieser oder einer annähernd so hohen Geschwindigkeit zielsicher geschnappt. Präzision, Perfektion. Eleganz.
Feuchte Augen und wieder der Wunsch, so ein überirdisches Geschöpf berühren zu dürfen. Der Wunsch wurde erfüllt, und wir, Marinus und ich, durften minutenlang eines dieser edlen Geschöpfe berühren. Durften es sogar auf der Hand halten, mit dem Falknerhandschuh zum Schutz unserer Haut - dabei wäre mir so egal gewesen, hätte meine Haut in Fetzen heruntergehangen durch die scharfen Krallen, hätte ich nur dadurch noch mehr Kontakt, noch mehr Einheit, noch mehr mentale Vereinigung mit diesem wunderbaren Geschöpf gehabt...
Nächstes Wochenende werden wir wieder hinfahren, ich weiß es. Wir haben uns beide verliebt, nicht nur in das goldige kleine "Extremst-Zwergen-Bonsai"-Kaninchen das dort mit großen Hasenkumpels in einem riesigen Gehege sein Leben zwischen Tunnelgraben, Gras abmähen und Kräuter mampfen verbringt, sondern in diese herrlichen Greifvögel mit ihren klugen Augen. Die Eulen und Uhus, mit ihren bernstein-orange-farbigen großen tellerrunden Augen. Die Adler und Falken mit ihren kleinen glitzernden schwarzen Augenperlen, die noch aus 2 Kilometern Entfernung eine Maus am Boden sehen. Die Kolkraben, mit ihren klugen frechen und manchmal bläulich schimmernden Augen. Die Geier, immer etwas argwöhnisch aus kleineren, matter schimmernden Äuglein guckend...
... und der Sakerfalke, mit dem cremefarbigem Brustgefieder und seinen ausgebreiteten Flügeln auf meiner Hand, die Augen in meine gesenkt bei schiefgelegtem Kopf, grad so als wollte er mich fragen: "Bist Du jetzt glücklich?"
Ja.
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Nur noch ca. 20 Sakerfalken-Paare gibt es noch z. B. in Österreich - der Schutz der Sakerfalken sollte mehr Priorität haben als jede millionenschwere Bankenrettung und jede milliardenteure Fußball-WM, meiner Meinung nach. Die natürlich nicht wirklich zählt, aber wenigstens hier leise geäußert werden darf...
Kirgistan. Mehrere 100 Menschen wurden und werden noch abgeschlachtet, niedergemetzelt auf bestialische Art. Kinder und Frauen vergewaltigt und dann aufgeschlitzt. Männer zu Tode getreten, geprügelt, geschleift. Die offizielle Zahl von 100 gilt seit gestern als völlig verlogen und unrealistisch, Augenzeugen berichteten schon gestern von weit über 500 Opfern. Kirgisen in widerwärtigem "Nationalstolz" und Herrenrassedenken erheben sich über die Minderheit der Usbeken und jagt sie zum Teufel. "Diese Schädlinge sollen hier verschwinden, und wer nicht freiwillig geht den schlagen wir tot wie einen räudigen Hund", übersetzt ein fassungsloser Journalist nur eine der Hassparolen des Mobs. Bewaffnet mit Stöcken, Steinen, Gewehren und Äxten gehen Männer und Frauen auf andere Männer und Frauen, die nur das Pech haben einer anderen ethnischen Volksgruppe anzugehören, los. Schlagen sie tot, erschießen erstechen erdrosseln zertreten sie. Hilflose Babies wie wehrlose Greise.
Die Welt sieht zu, für 5 Minuten. Und dann wird 5 Stunden über Fußball berichtet und 50 Minuten extra noch mal darüber, daß der hierfür mit Millionen überbezahlte und weit mehr als jeder Bankmanager im gleichen Zeitraum verdienende Fußballer X dieses und jenes Tor schoß und diese und jene Torchance verpaßte. Mist nur, daß diese 5 Minuten über Kirgistan ein bisserl das Feier-Feeling störten...
Gaza. "Mein" Volk, seit Jahren, Jahrzehnten, in Flüchtlingslagern eingesperrt. Hinter Stacheldraht, abgeschnitten teilweise über Wochen und Monate von Wasser, Nahrung, Medikamenten, Strom, dem simpelsten wie Steine fürs Häuserbauen und Wolldecken, um sich zuzudecken. Zweierlei Moral auf Seiten Israels, das schon mal mit Panzern und Bulldozern einfach über Flüchtlingshütten drüberwalzt und Menschen lebendig begräbt darunter, sh. das unvergessene Massaker in den 80ern in Sabra und Schatila. Und auch wenn die Mehrheit der Länder dieser Erde das Unrecht an meinem Volk längst erkannte und sieht, mit welch widerwärtiger Doppelmoral hier der Westen wieder mal "sein" Demokratiemodell lebt - es geht um Israel, und Israel hat auf Lebenszeit anscheinend Narren- und Waffenfreiheit.
Natürlich fahre ich Auto. Natürlich benutze ich einen Rechner. Natürlich benutze ich auch andere Dinge, für die man Öl braucht bzw. für deren Herstellung es benötigt wurde. Ich bin mitschuldig wie Jeder von uns an dem, was da seit Wochen abläuft und was in seinem Grauen und der Qual für die Tiere so namenlos ist, daß ich keine Worte finde und jedesmal nur noch die Tränen über die Wangen laufen ob der Bilder qualvollst verendender Tiere. Aber ich weine und moniere nicht nur, sondern kämpfe auch selbst aktiv seit Jahren gegen diese Dinge, soweit es nur in meiner Macht steht als kleiner Bürger mit einer kleinen Stimme. Kämpfe gegen Tierversuche, Tiertransporte, Pelztierfarmen, Legebatterien, Massentierhaltung, Qualzüchter und sonstige Abartigkeiten menschlicher Art gegenüber der wehrlosen Kreatur. Kämpfe gegen die Allmacht einiger Großkonzerne und ihre bornierte Arroganz gegenüber ihren Opfern sowohl auf menschlicher als auch "tierischer" Seite. Kämpfe mit Brief, Fax, mail, Aktionen, Demonstrationen und geschriebenen Artikeln und ganz egal, welche politische Farbe oder welches Parteibuch der jeweilige Täter hat. Denn den Planeten kümmert es nicht, ob "links" oder "rechts" oder schwarz braun grün rot oder gelb die Politfarbe des Verursachers ist - Leid, Qual und Schmerz haben keine Parteizugehörigkeit und Ungerechtigkeit kennt keine "Fraktionsgrenzen".
In Holland gewinnt der rechtsextremistische Muslimenhetzer Geert Wilders an Zulauf. Die Wahlen sind nur ein weiteres armseliges Beispiel der um sich greifenden Islamphobie vor allem in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und den USA. Ein jüdischer Fernsehproduzent, Harry de Winter, warnte bereits lange in selbstfinanzierten Anzeigen vor diesem christfundamentalistischen Faschisten und seinem Beispiel folgten zahlreiche Bürger und Organisationen. Leider anscheinend erfolglos. Das Land der toleranten Wohnwagen-Nomaden und friedlichen Tulpenzwiebelzüchter scheint jetzt zu einem Land der Fanatiker, Hetzer und Tjador-Verbrenner zu werden. Und wieder bleibt nur Kopfschütteln ob der ewig gleichen Dummheit der ewig gleich manipulierbaren "Volksmassen".
Afghanistan. In all dem profilneurotischem Gekeife und Gehetze in den Medien von JEDER Seite und der jeweils natürlich immer "einzig wahren Meinung" zum Thema wird zu oft vergessen, daß es der so gar nicht "sozial-istischen" imperialistischen Machtgeilheit der ehemaligen Großmacht Sowjetunion zu verdanken ist, daß Afghanistan das Minenfeld in jeder Hinsicht wurde das es jetzt ist. Und WER es danach war, der sich die Taliban "heranzog" und sie sowohl finanziell als auch materiell unterstützte. Das gleiche Spiel wie damals im Iran mit dem Schah und Chomeini, das gleiche Spiel wie damals im Irak mit Saddam Hussein und den Kurden, das immer immer immer gleiche Spiel der immer immer immer gleichen Hauptakteure. (Damals) zwei Weltmächte und ihr Größenwahn. Und wie immer sind die Menschen auf ihrem "Schachbrett", in ihren eigenen Ländern in denen weder die Russen noch die Amis noch die Franzosen noch die Engländer noch wir Deutschen auch nur ansatzweise irgendwas zu "sagen, regieren, bestimmen" haben, nur "Kollateralschäden", gleichgültig in Kauf genommene Bauernopfer.
Trauerreden und Tränen vor den Särgen der gefallenen Soldaten, die wirklich voller Idealismus und freundlicher Hilfsbereitschaft den leidgeprüften einfachen kleinen Menschen in Afghanistan helfen wollten. Trauerreden und Tränen vor den in Tüchern gewickelten Leichen der gefallenen Taliban, die ebenfalls nach IHRER (mir zwar völlig unverständlichen aber trotzdem ihrer Sichtweise nach legitimen) Meinung auch nur "das Beste für ihr Land" tun und sich als "Freiheitskämpfer" bezeichnen. Trauerreden und Tränen vor den Leichen der weder am Freiheitskampf noch am Westmächte-Krieg interessierten und involvierten Zivilbevölkerung, die nur eines will: endlich in Ruhe und ohne Raketen, Kalaschnikoffbeschuß und Streuminen im eigenen Land, ungeachtet jeglicher ethnischer Herkunft und Religionszugehörigkeit, leben dürfen.
Und ja ich weiß, daß ich noch gestern glücklich war mit meinem Falken auf der Hand. Und daß ich mich minutenlang aufregen kann über wochenlangen Regen hier und fehlende Sonne. Die mir jedoch, im Vergleich zu all dem Geschilderten, im übertragenen Sinne "aus dem Hintern" scheint. Was mir aber wenigstens, bei all meiner Hilflosigkeit und oftmals, wie heute, bis zu Zornestränen gerührten Fassungslosigkeit ob des täglichen Grauens, immer noch und immer wieder bewußt ist. Die Schlagzeilen in den Nachrichten - für mich sind es keine hohlen Buchstaben und bunten Bilder die man gelangweilt und/oder pseudobetroffen in diversen Medien diskutiert, sondern es sind oft genug meine ganz realen und so gar nicht "nur virtuellen" Familienangehörigen, Bekannte und Freunde. Es sind Menschen die ich kannte bzw. kenne und um deren Schicksal ich jeden Tag besorgt bin. Auch wenn ich es nicht täglich äußere, und auch wenn ich mich über das kleine Glück mit einem Falken auf dem Arm immer noch und auch immer wieder freuen kann.
Vielleicht genau deswegen WEIL ich weiß, wie wenig Glück in meinem realen Umfeld einigen - meistens vielen, viel zu vielen - Menschen und Tieren beschieden ist, die täglich nur um das nackte Überleben kämpfen.
Fotos: Spiegel.de, willy lyman files/wordpress, der standard.at-vogrits, linkezeitung.de, stern.de.
geschrieben von: Odessa
Drei Tage Sommer
Heute ist der dritte Tag. Der sensationelle dritte Tag in Folge, an dem es nicht regnet, nicht hagelt, nicht schneit. "Und ja liebe Kinder - in Oberbayern schneit es sogar auch noch ab und zu im August, auch wenn der Schnee dann nur wenige Stunden liegenbleibt."
Nur wer selbst weiß, was es heißt, an acht Monaten im Jahr Schnee und Eis zu haben (und mit Schnee meine ich nicht lächerliche fünf oder zehn cm die für zwei bis drei Wochen maximal liegenbleiben, sondern meterhoch liegend über Monate); nur wer selbst weiß, was es heißt, mindestens ein mal in jedem Jahr Hochwasser zu haben allein schon durch die Schneeschmelze im Frühling, die das Wasser aus allen Bergen Tirols und Oberbayerns bringt; nur wer selbst weiß, was es heißt, in den kurzen Sommerwochen mit ein bis zwei mal Hagelschauern pro Woche rechnen zu müssen, die Taubenei-Größe haben und Scheiben, Dachziegel und leider oft auch das Vieh auf der Weide erschlagen; nur wer weiß was es heißt, 7 oder 9,5 Wochen Dauerregen zu haben, der über Wochen viele Straßen und Wege kniehoch unter Wasser stehen lässt und ebensoviele Schuppen, Garagen, Keller und niedrigliegende Häuser überflutet; nur wer weiß was es heißt, über Wochen, über Woooochen endlos lange, keine Sonne und somit auch kein Tageslicht zu sehen sondern nur Grau in Grau, Grau in Grau in Grau in Grau am Himmel und kein Ende in Sicht über Wochen....
Nur der kann ermessen was es heißt, wenn drei Tage, drei Tage am Stück, in diesen ewigkalten ewignassen ewignebligen Dörfern hier um den Tegernsee dann doch mal die Sonne scheint. Jetzt, Ende Juni. Man endlich seit einer Woche die Heizung ausdrehen konnte, zumindest tagsüber (nachts hatte es immer noch gerne mal zwischen 0 und 5 Grad). Sonne. Wärme. Trockenheit. Leben pur. Neugeborene Kälbchen springen über die Wiese. Kaum höher als ein großer Schäferhund sind sie, und ihre niedlichen kleinen Gesichtchen mit den schon so großen runden Augen und den riesigen weichen Plüschohren dran drehen sich der Sonne zu, wenn sie sich - ihre kugelrunden milchgesäugten Miniwampen ebenfalls zur Sonne wendend und alle viere von sich streckend - auf den langsam wieder trockener werdenden Wiesen sonnen. Schäfchen, frisch geschoren und darunter ebenfalls viele Neugeborene, toben in Bocksprüngen mit den Zicklein von der Nachbarswiese über die Felder. Fohlen, mit staksigen Beinchen, umspringen ihre Mütter und hüpfen, wie irrsinnig vor lauter Lebenslust, über Stunden wiehernd umher. Zwei Eselchen darunter, beim Asam-Bauern, und auch die Grauohren sehen aus als würden sie der Sonne zulächeln und sich auf ihre alten Tage so richtig gerne das graue Fell "verbrennen" lassen von ihr. Die Hühner, die jeder Hof so obligatorisch hat wie den Türklopfer am Haus und den Schutzheiligen "weils ja nicht schaden kann" im Hauserker, gackern geschäftig und hochwichtig dreinblickend, während sie ihre Körner aufpicken und sich frech auch über die Straßen wagen. Sie wissen, daß hier Jeder langsam fährt und man sofort bremst, wenn mal wieder eines der eigenwilligen Federviecher die Straße blockiert.
Idylle pur. Der Grund, warum ich vor Jahren aus der lauten, dreckigen, ruhelosen, 24/7 neonlichtbeleuchteten und wider jeglicher Menschenbiologie die "Nacht zum Tag machenden", stinkenden und mit Menschen - darunter genug, mit denen ich noch nicht mal auf 50 Meter Distanz etwas zu tun haben möchte - überfüllten Großstadt wegzog. Wegzog von den Tausenden von seelenlosen tristen Betonbunkern, die die Luft zum Atmen nehmen und mir das Herz so schwer machten. Weg von stickiger unerträglicher Schwüle, sobald es nur mal 20 Grad hatte. Weg von überfüllten Bussen und S-Bahnen, in deren Schächten und Stationen ich regelmäßig Platzangst, Panikattacken und das Gefühl, sofort zu ersticken, bekam. Weg von gleichgültigen Nachbarn, die nach 30 Jahren in einem der trostlosen Wohnbunker immer noch nicht wußten, wer neben ihnen wohnt, geschweige denn daß sie es gemerkt hätten wenn in der Wohnung nebenan ein einsamer Mensch seit zwei Wochen tot auf dem Boden liegt oder ein vernachlässigter Hund eingesperrt leidet.
Ich hasse den Hof manchmal. Ich möchte manchmal nur noch weg von dort, vor allem wenn es wieder mal nur wochenlang regnet, ich dann kein sauberes Wasser habe nach nur drei Tagen (weil die eigenen Quellen hinterm Haus durch viel Regen mit Sand und Erde verschlammt werden) und weder kochen noch waschen noch duschen kann. Ich möchte größere Räume, größer als nur 10 oder 12 qm. Ich möchte ein Bad haben, in dem kein 100 Euro Strom im Monat fressender alter Boiler hängt der gerade mal das Wasser für zwei mal Duschen am Tag bereithält. Ich möchte eine Telefonleitung haben die immer funktioniert und wo man ohne ständig unterbrochen zu werden reden kann, auch rausch- und knisterfrei. Ich möchte da wohnen, wo es an mindestens 200 Tagen im Jahr Sonnenlicht hat, und sogar vielleicht an 150 Tagen auch richtige Sonnenwärme. Ich möchte das alles, immer wieder und immer noch.
Aber ich weiß auch - nirgendwo werde ich das haben was ich JETZT habe: völlige Einsamkeit, und das trotzdem nur 1 km entfernt vom nächsten großen Einkaufszentrum mit Allem was man braucht, von "Aldi" über "Obi" bis zu "Reformhaus". Nirgendwo sonst kostet mich das Wasser nichts und ich kann, ja ich muß es sogar (siehe: viel Regen - Wasser muß aus den Quellen ablaufen) zu Tausenden von Litern am Tag oft genug verwenden indem ich es in den Garten laufen lasse, das Auto damit abspritze, im Sommer ständige "Kaltwasser-Duschen" im Garten für uns Alle veranstalte usw. usw. Nirgendwo sonst habe ich den Sommer über Kälbchen direkt am Haus, gehe keine 3 Meter von meiner Haustüre heraus und habe die Hand auf einem Kuhköpfchen und meine Finger in weichen Kälbchenmündern. Nirgendwo sonst sitzt der Specht an meinem Wohnzimmerfenster, "klopft" und fordert, wie der kurz danach am Fenster erscheinende Fuchs, seine tägliche Portion Fleisch (ja das Vieh ist dekadent aber wir lieben es). Nirgendwo sonst laufen im Morgengrauen und in der Abenddämmerung Rehe am Schlafzimmer vorbei und ab und an einer der seltenen Feldhasen. Nirgendwo sonst kreist ein Bussardpaar über Einem und nistet in nicht mal 50 Metern Entfernung vom Hof. Nirgendwo sonst hat man Enten vor der Haustür obwohl man keinen See hat..sondern "nur", aufgrund des ewigen Regens, die Weiden unter Wasser und somit kleine Ersatz-Seen für die Donaldschen Watschler. Nirgendwo sonst hüpfen mir Kröten über die Füße, liege ich vor meiner Küche auf der Gartenschaukel. Nirgendwo sonst habe ich Feldmäuse, Feldhamster, Rötelmäuse, Spitzmäuse, Dachse, Füchse, Wiesel, Marder und Siebenschläfer am, teilweise sogar im Hof. Nirgendwo sonst umkreisen mich des Nachts Fledermäuse, die ihr Quartier neben dem Stall in der Heuscheune haben.
Nirgendwo sonst grüßen mich die Menschen mit "Servus" und "Grias di" so herzlich wie die Bauern hier. Nirgendwo sonst weiß ich so genau wie hier, woher meine Milch, meine Eier und mein weniges Fleisch kommen. Nirgendwo sonst kann ich sicher sein, daß meine Kartoffeln aus dem Acker geholt wurden auf dem ich mit dem Bauern stehe. Nirgendwo sonst weiß ich, daß es meine Erdbeeren, Himbeeren und Äpfel sind, die ich esse, von meiner Scholle oder der eines der Bauern "ausm selben Gäu", keine 10 km im Umfeld. Nirgendwo sonst kann ich nackt wie Gott mich schuf zur Tür heraus und mich den ganzen Tag draussen aufhalten, ohne daß mich irgendwer sieht oder mich sonstwie in meiner ureigenen FKK-Zone stört (es sei denn der alte Spanner, Lebenspartner meiner Nachbarin "über mir", ist wieder da, aber seit 6 Monaten haben wir dahingehend erfreulich Ruhe daß beide aufgrund eines Fußbruchs so gut wie nie mehr hier sind). Und nirgendwo sonst hier in Oberbayern bekomme ich das alles für 740 Euro im Monat.
Der Gardasee muß warten, über Jahre noch warten. Erst muß das Studium von Marinus beendet werden, ein guter Job muß gefunden werden. Und dann steht das Paradies namens Gardasee, vielleicht, mit ganz viel Glück, offen. Das Paradies namens Gardasee das dann zumindest zur zweiten Heimat werden soll, mit einer dort gekauften Wohnung in der man jedes freie Wochenende, jeden Urlaub, jede sonstige Auszeit, verbringen kann. Aber selbst dann wird der Hof, so es ihn dann noch gibt, immer noch die erste Heimat sein und bleiben. Die Heimat, die wir dann vielleicht, die Mittel und das Einverständnis der hoffentlich dann auch noch lebenden Vermieterin vorausgesetzt, renovieren können. Wände eventuell durchbrechen und somit größere Räume schaffen. Eine gute Filteranlage installieren oder gar den 20.000 Euro kostenden Anschluß ans öffentliche Wassernetz vornehmen lassen, und trotzdem die eigenen kostenlosen Quellen aber behaltend dabei.
Mit Geld wäre so viel machbar, an diesem Hof. Geld, daß die Vermieterin in Millionenhöhe hat, besitzt sie doch zahlreiche Mietshäuser rund um den Tegernsee. Geld, das sie aber nicht in diesen jahrhundertealten schönen Hof steckt, aus Gründen immer. Wir würden es tun, hätten wir es nur. Da wir es aber nicht haben, ist auch das alles nur Träumerei... Träume, Wünsche, Pläne. Ein Leben zwischen zwei Welten: dem lieblichen warmen Gardasee, in bella Italia, und dem rauhen spröden Hof, im Tegernseer Tal. Zwei Welten, wie sie unvereinbarer nicht scheinen könnten - und doch sind sie sich ähnlich, so ähnlich... denn Beide eint vor allem eines: die Liebe, die völlig irrationale Liebe, die man für sie empfindet.
Geliebte. Katze, Du. Immer an meiner Seite, immer bei mir. Fixiert auf mich Deinen Menschen, dominant mir gegenüber und willig bin ich bei Dir devot. Ich bin gerne Dein Türöffner-Sklave, Dein KraulmirdenBauch-Alleinunterhalter, Dein Futternapf-Butler. Freiwillig erfolgte die Unterordnung und Hingabe. Aus Liebe, in Liebe. Hunde haben Besitzer, Katzen haben Personal. Ich mag niemandes Besitzer sein, bin auch selbst nie Besitz sondern immer nur Geschenk. Ich schenkte mich Dir, und Du schenkst mir dafür so viel von Dir.
Seit 7 Jahren schon bist "Du". Nervend manchmal, mit dem unsäglichen Geschrei, Gemaunze, Gequake, Geknurre, Ge-ichweißnichtwas aber es ist niemals Miau und niemals leise. Du sprichst mit mir, richtiggehend. Setzt Dich vor mich hin, stubst mich an, und fängst an zu Reden. Fordernd, aufdringlich, oder schmeichelnd, bittend.
Seidenweich Dein Fell. Giftgrün Deine Augen, manchmal Tiefseegrün, manchmal Gelb. Drei der Pfoten sind schwarz an den Sohlen, eine ist rosefarbig. Du träumst im Schlaf, wie alle Tiere. Zuckst dann mit Pfötchen und Mundwinkeln und Schnurrbart. Die Augenlider bewegen sich und manchmal ist ein Auge auch offen, während Du schläfst und träumst.
Liegst einfach so da, im ehemaligen Kaninchenhaus auf der Terrasse. Das Haus das die Hasen nie betraten, hatten sie doch einige Dutzend QuadratKilometer freien Auslauf rund um die Uhr und gruben sich ihre meterlangen Tunnels und Kaninchenbauten quer durchs Grundstück. Du hast das Häuschen sofort in Besitz genommen. Räkelst Dich wohlig auf dem Heu und Stroh. Blickst mit Deinen verführerischen Sphinx-Augen in die Welt und genießt einfach nur Dein Leben.
Ich hoffe auf unendlich viele weitere Jahre mit Dir, Schönheit. Marian, Katze.
Animal advocats. PETA. Private Vereine und Organisationen. Die alte Nachbarin von nebenan, die von ihren 400 Euro Rente im Monat 50 für Katzenfutter ausgibt für den alten halbblinden Streuner, der bei ihr immer vor der Tür steht. Der Junge, der von seinem Taschengeld 2 Euro im Monat gibt, damit das Tierheim "seinem" Lieblingshasen dort, der auf ein neues Zuhause in einem großen Garten bei liebevollen Menschen wartet, eine Extraportion frische Kräuter und einen großen Basilikumtopf hinstellen kann. Der alte Mann, der jeden Freitag und Dienstag drei Stunden, bei Wind und Wetter, vorbeischaut und mit vier der Hunden spazieren geht, und der von ihnen schon jedesmal sehnsüchtig erwartet wird, hinter ihren kalten betonierten Gitterkäfigen...
Es gibt so viele Menschen, die etwas tun um wenigstens für ein oder zwei Geschöpfe in ihrem Umfeld das Leben schöner und besser zu gestalten. Es sind trotzdem immer noch zu wenige, keine Frage. Aber jeder noch so kleine Kieselstein, jedes noch so kleine Sandkorn, zählt. Die Wüste, die große unermeßliche Wüste, besteht auch nur aus einzelnen kleinen Sandkörnern...
Mein Dank an der Stelle, "weil mir gerade danach ist", für all die Mitstreiter und "Mit-Aktiven" im Namen der wehrlosen Mitgeschöpfe, die ich über die Jahre an meiner Seite hatte und noch habe, auch auf diesem Forum hier.
Link: mit Dank an Frau Googlebot ;-)
geschrieben von: Odessa
Du armselige Idiotin.
Hast Du ernsthaft gedacht, wir würden Dir diesen einstudierten Auftritt glauben, letzten Mittwoch? Dein Kind, dieses viel zu reife erwachsene Kind das 11 Jahre alt ist und dessen Geist und Charakter und vor allem Intellekt dem einer 30jährigen entspricht, an der Hand dabei. Dein Kind, das uns am Abend davor Dinge erzählte die Marinus und mir die Haare zu Berge stehen ließ. Dinge von einer Stiefmutter, die mit 35 Jahren zu dumm, zu faul, zu psychisch "abgewrackt" ist um sich um ihre eigenen zwei Kinder zu kümmern, und die noch weniger fähig und willens ist, sich um das Stiefkind, DEIN Kind, zu kümmern. Dein Kind, das mit 11 Jahren täglich die "Mutterrolle" übernimmt und das vierjährige Halbschwesterchen betreut, über Stunden. Die füttert, wickelt und "erzieht", die spielt und in den Schlaf schaukelt und "fürsorgt". Während die Mutter, die echte, mit ihren 35 Jahren auf der Couch hockt oder am Rechner im internet rumsurft, auf zahllosen Seiten wo sie die dümmsten Verschwörungstheorien und sonstigen HirnfickScheissdreck sich reinzieht, um ihre borderline-paranoide Psychose noch weiter zu "füttern"... und ansonsten nur die Katzen schlägt oder mit Füßen tritt, weil sie weiß daß sie damit DEIN Kind quälen kann, das dies mitansehen muß.
Du bist so erbärmlich. "Sie übertreibt, Ilo, das ist nur ein 11jähriges Mädchen, sie dramatisiert".... WHAT THE FUCK, Du ignorante feige gleichgültige Person die sich Mutter zu nennen wagt? Ist ein 11jähriges Kind nicht glaubwürdig weil es 11 ist ? Mit dieser elendigen Logik darf kein Polizist, kein Jugendamtsmitarbeiter, kein Arzt, kein Psychologe und kein helfender Freund und Verwandter mehr einem 7jährigen Kind glauben daß es vergewaltigt wurde. Darf keinem 13jährigen glauben daß er geschlagen wurde. Darf keinem 10jährigen glauben daß sein Vater ihn missbraucht. Weil - "ist ja nur ein Kind".
Marinus hatte nicht wenig Lust, letzte Woche und nachdem wir über Stunden die unglaublich reifen, erwachsenen und so gar nicht "kindlichen" oder auch "dramatisierten" Geschichten DEINER Tochter hörten - die sich uns anvertraute mit den Worten "Daheim kann ich das nicht erzählen, da glaubt mir eh niemand und ich würde nur Ärger bekommen", sofort zu dieser Stiefmutter zu fahren. Dieser unfähigen egomanischen Person, die mit ihren "Psychospielchen, Launen und sonstigen Allüren und Grausamkeiten" drei Kinder schikaniert. Zu ihr und ihrem Mann, DEINEM Exmann. Der ein genauso schwaches feiges Wesen ist wie Du es bist, und der "nichts hört und nichts sieht" weil er seiner neuen Frau hörig ist. Und der nur eines macht - selbst seine Kinder erpressen und unter Druck setzen, von wegen "seid einfach ruhig und macht was wir sagen, dann passiert Euch nichts".
Wir sind nicht gefahren, sondern haben Dir gesagt was wir wissen und was wir davon halten. Daß wir das Jugendamt einschalten werden und auch - wegen der Katzenquälerei - den Tierschutz. Wir bekamen zu hören, daß wir uns nicht einmischen sollen. Ginge uns nichts an, schließlich wäre es ja "nur ein Kind das dramatisiert".
Wir mischen uns ein, verlass Dich drauf. Wir mischen uns nämlich immer und überall und jederzeit ein, wenn Kinder und Tiere - die keine Lobby, keine Stimme und schon zweimal keine Fluchtmöglichkeit haben - gequält und misshandelt werden. Oder wenn auch nur der "leiseste Hauch" eines Verdachts besteht daß dem so sein könnte. Denn weißt Du was, Du ... "Mutter" Du? Wer nichts Böses tut an seinem Kind, der hat auch nichts zu fürchten. Daß DU aber gestern wieder eine mail schriebst in der Du mich nahezu bedrohst und forderst, daß ich "zu schweigen" habe, zeigt mir deutlich daß Du eines hast:
Angst.
Angst, daß Marinus und ich Recht haben. Angst, daß es richtig ist daß wir Deiner Tochter glauben und sich Dinge herausstellen könnten, die Du nicht sehen und hören willst. Weil DU die Drei Affen per excellence bist: nichts hören nichts sehen nichts sagen.
Ist ja nur ein 11jähriges Kind. DEIN Kind. Das WIR gehört haben und auch weiterhin hören werden. DU, Madame, setzt MICH und meine... wie man es wohl nennt.. "Zivilcourage" NICHT unter Druck. Mich erpresst man nicht, mich bedroht man nicht, mich kauft man nicht. Das solltest Du nach bald 11 Jahren kapiert haben.
geschrieben von: Odessa
Müde, so müde. Kein Wunder, schlafe ich doch mittlerweile nur noch 3 Stunden und selbst das nicht in Ruhe. Schlafe ich doch seit Wochen nur noch bei "uns", in der kleinen 1-Zimmer-Wohnung die wir gekündigt haben im guten Glauben auf die Zuverlässigkeit eines Bekannten (und damit "reinfielen"), und hier stört mich jede Nacht der sich alle paar Minuten einschaltende Kühlschrank und sein Surren. Und wenn der Kühlschrank schweigt, tropft nächtens der Wasserhahn in der Küche, die ja ein Raum ist mit "allem" und somit keine 1,5 Meter vom Bett entfernt. Es strengt mich mittlerweile an, einen Tag lang auf den Beinen zu sein, und das bei einer Wetterlage die selbst Stiere umhaut - entweder ist es kalte 4 bis max. 12 Grad "warm" bei fortwährendem Dauerregen und ewiger Dunkelheit und Nebelschwaden, wie mal wieder die letzten 2 Wochen und womit wir bei nun 11,5 Wochen Dauerregen seit Mai angekommen wären, oder es wird gleich über 30 Grad warm und dann, aufgrund des überall "stehenden" Wassers durch den vielen Regen, elendst schwül.
Keine Wohnung in Aussicht, die bezahlbar wäre. Oh, es gibt jede Woche ca. 2 bis 5 im einzigen Anzeigenblättchen hier oder bei Immobilienscout. Aber die, die in Frage kommen von der Lage her (Bahnanschluß nötig, da Du ab 1.9. täglich nach München fahren mußt für Dein duales Studium dort) oder von der Ausstattung her (mindestens 2 Zimmer, damit wir endlich mal wieder schlafen können ohne den Kühlschrank mit im Raum zu haben), kosten kalt schon 480 bis 510 Euro. Und die ganz wenigen Appartments oder 2-Zimmer-Wohnungen, die "warm" 550 Euro kosten, sind entsprechend entweder 20 bis 50 km vom nächsten Bahnhof entfernt oder haben keine 30 qm Wohnfläche.
Müdigkeit, von all dem "Nicht zur Ruhe kommen". Müdigkeit auch davon, daß es mir zunehmend weniger paßt, das "mit der Bayern LB". 3 Minuten gestern, in denen ich Dich, der Du nur ruhig und mitfühlend dabei meine Hand gehalten hast, genervt und mit Migräne-geplagtem Kopf anschnauzte, wie beschissen ich es fände daß Dich diese BayernLB schon jetzt, einen Monat vor Beginn des Studiums, nahezu täglich mit emails und Schreiben bombardiert. Emails der Art: "Wir haben ein eigenes Magazin für unsere Studenten und Azubis, wollen Sie sich dort nicht vorstellen mit einem Lebenslauf und einem netten Bild?" oder "Wir bieten kostenlose Freizeiteinrichtungen an, die auch unseren Studierenden zur Verfügung stehen: Fitnessstudio, Schwimmbad, Gemeinschaftsräume für Parties" etc.
Ich fühle mich erinnert an "Im Auftrag des Teufels". Fühle mich erinnert an "Die Firma". Die Vereinnahmung durch die "Sekte", durch den Arbeitgeber. Für einen extremen Einzelgänger wie mich, der Arbeit in erster Linie als "den Platz, wo ich meine Brötchen verdiene und wohl oder übel das Minimum an höflichem Sozialkontakt im Team einhalten muß" sieht, sind und waren solche "Vereinsmeierei-Klüngel" und "Wir SIND eine große Familie und Sie HABEN da mitzumachen"-Manipulationen schon immer die Hölle auf Erden. Nie machte ich mit und war doch meist die Person, die von Allen um Rat gefragt wurde. Nie, in 30 Jahren Berufsätigkeit, besuchte ich auch nur eine "Betriebsausflugs-Veranstaltung" oder auch nur eine Weihnachtsfeier, weil ich es verheuchelt und armselig ohne Ende empfinde etwas zu "feiern", woran ich nicht glaube, aber trotzdem war ich immer entweder der "inoffizielle" Personalrat oder in der Schule die Klassensprecherin.
Ähnliches sehe ich auf Dich zukommen - auch Du hast eine Aversion gegen Massen und Menschengrüppchen, auch Du bist Zeit Deines Lebens Menschen aus dem Weg gegangen und hattest vor allem so gar nichts, so überhaupt gar nichts, mit Gleichaltrigen am Hut. "Dumme Schnepfen", "bescheuerte unreife Bübchen" und "alberne hysterische Zicken" waren so in etwa die Kategorien, in die Du die Dich umgebenden 18- bis 25jährigen schon aus 200 Meter Entfernung eingeteilt hast und weswegen Dein Freundeskreis auch nur aus 30+jährigen besteht. Und DU sollst Dich nun "vorstellen" und etwas von Dir "preisgeben" in einem in 50.000-Auflage erscheinendem Magazin. Sollst abends mit auf "Geselligkeiten" und "Studenten-Parties", wo Ihr Euch "kennenlernen" sollt. Dein Widerwille dagegen ist so groß wie meiner, aber bei mir kam gestern auch gleich noch die Wut mit dazu. Die Wut darüber, wie unverschämt und dreist es eigentlich ist davon auszugehen, DASS ein Studierender "Interesse" hat und haben muß daran, seine rein zufällig mit ihm in diesem Jahrgang mitstudierenden Arbeits/Klassenkollegen "privat" näher kennenzulernen.
Du hast kein Interesse daran, auf Parties zu gehen und irgendwelchen 20jährigen Bubis und Mädis beim Ringelpietz mit Anfassen, Wodka-Saufen und "huch und hach wir könnten mal zusammen ins Kino gehen kicher kicher"-Gealbere zuzuhören und zuzusehen. Du hast noch viel weniger Lust, die wenige Freizeit die Dir bleiben wird ab 1. September - von 5 Uhr morgens bis abends 20, 21 Uhr unterwegs seiend und DANN noch "studieren" zu müssen am Rechner/Fernstudium - mit den Leuten zu verbringen die "rein zufällig mit Dir in diesem Jahrgang mitstudieren". Du möchtest nur heim, abends, und mit mir essen und spazierengehen und dann schlafen oder mit unseren Freunden zusammensitzen und Ausflüge unternehmen. Du suchst Dir Deine Freunde selbst aus, und bist alles Andere als ein "Teamplayer" und "Vereinsmeier".
Wie ich. Und deswegen rastete ich gestern aus und äußerte meinen Unmut darüber, daß es gerade die Bayern-LB sein muß, für die Du Dich entschieden hast. Wobei ich doch weiß, daß Du keine andere Wahl hattest und auch Dir Siemens lieber gewesen wäre. Und ich auch weiß daß Du selbst es so siehst wie ich und Dich von "der Firma" und "den Teufeln" so weit als möglich fernhältst, um Dir selbst treu zu bleiben.
Es werden harte Zeiten, vielleicht die härtesten die wir bisher hatten. Wir werden sie überstehen, auch das wissen wir, denn unsere Liebe wird immer stärker sein als alles Andere. Aber eines wissen wir seit gestern auch, und seit der letzten email der Bayern-LB: wir sind definitiv NICHT kompatibel mit dem, was "man" im Allgemeinen und gerade in dieser Branche und zur heutigen Zeit "erwartet".
Einzelgänger und Kugelmenschenpaare werden immer belächelt oder einfach auch nur "un-verstanden". Normalerweise bekümmert es uns wenig, was irgendwelche Idioten sich in ihren oberlehrerhaften, schubladisierenden oder kleingeistigen Dachstüberln zurechtfantasieren über uns und unser Verhalten. In dem Fall aber muß es uns bekümmern, denn es geht um Deine und somit auch um meine Zukunft. Um Deinen Erfolg im Berufsleben, der Dir deswegen wichtig ist weil Du LIEBST was Du tust und weil Du gerne das Beste aus Dir herausholst und etwas leistest, was Dich an Deine Grenzen bringt.
Wir werden Kompromisse eingehen müssen. Kompromisse, die wir beide nicht mögen. Und von denen ich gestern, für drei Minuten, eine Ahnung bekam.
Müde, so müde. Ich möchte mit Dir wieder am Gardasee sein und einfach über ihn und seine Wellen blicken. Werden wir es noch ein mal bis dorthin schaffen, in diesem Jahr?