[running in circles] - German Gothic Board

German Gothic Board

sinistre Kultur
Gothic Forum & Gothic Chat
auf dem Portal von Nachtwelten

German Gothic Board Chat Gothic 500 - Topliste by nachtwelten

Nachtwelten | Gothic Board | Gothic Chat | Boardarchive





Seiten:1



running in circles

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Door

Seit 14 Jahren begleitest du mich. Vor 14 Jahren traf ich im jugendlichen Leichtsinn den Entschluss, dass du es bist. Du und niemand anderes.

Nach zig Malen des Auf- und wieder Abwärmens, nach unzähligen Malen von gewählter Distanz und zufälliger Begegnung, sind wir gemeinsam ein Stück des Weges gegangen.

Und jetzt? Sitze ich hier in der neuen Wohnung, die nie hätte passieren dürfen. Die letzte hätte die erste im neuen Abschnitt sein sollen. Jahrelang habe ich mich schnell abgelenkt. Habe schnell Menschen als Ablenkug für mich nutzen können.
...ein menschlicher Zug, das mag sein. Gut war er dennoch nicht für mich, ebensowenig wie für die anderen.

Bei Null muss ich anfangen. Und das, obwohl ich einen Großteil meines Fühlens immer an dich gehangen habe. Jetzt ist es ein wirkliches Ende. Wie soll ich es schaffen, dich aus meinen Gedanken zu tilgen? Es verbietet sich so vieles, egal ob es Musik, Empfindungen, Rausgehen, gemeinsame Bekannte, Einkaufen, Kochen... du bist immer da.
Alleine mag ich manches mal sein, einsam nicht. Und dennoch fühle und empfinde ich genau das. Selbst meine sonst so gut funktionierenden Mechanismen bezüglich meiner Arbeit versagen. Zu oft habe ich das Gefühl, auch den wirkllich engen Freunden nicht mehr reinen Wein einschenken zu können. Ich nehme mich selbst kaum noch ernst. Verstecke ich in der Vrgangenheit, als es noch ein "Vielleicht" gab.

Monate sindseit alledem vergangen. Dennoch fühlt es sich auch heute noch so an wie gestern. Und du? Du lebst dein Leben, immer, wenn ich so lange an deiner Schublade geruckelt hab, bis sie sich schliessen ließ, kommt eine Mail. Ich antworte erst ewig später. Du teilst mir von deinem neuen Job mit. Pendelst durch ganz Europa. Bist begeistert ob deiner neuen Aufgaben. Nie eine Antwort auf Fragen, wie es dir geht. Unabhängig vom Job. Nie eine Frage, wie es mir geht. Emotionen bremst du nur aus.
...ganz ehrlich, Smalltalk hatten wir nie. Egal was in der Vergangenheit vorgefallen war. Ich kenne deine Abneigung zu solchen Dingen, genauso wie du die meinige. Also was soll das?
Musst du schauen, bis wann ich noch reagiere?
So werde ich dich in Gedanken niemals ziehen lassen können. Immer und immer wieder brichst du all das wieder auf. Irgendwann werde ich dir ebendies auch mitteilen. Vielleicht dann, wenn ich den Mut finde, die letzten Sachen zu holen und die Schnur somit durchzuschneiden. Vielleicht.

Vielleicht begleitest du mich aber still die nächsten Jahre.



geschrieben von: Door

...if I only could, I'd be running up that hill.

Stetig und langsam - es geht voran. Das geplante Leben umgebaut und neuorganisiert. John Lennon war ein weiser Mann...

In vielen Monaten intensive Beschäftigung mit dem Selbst. Vielleicht auch Jahre zu spät, wer weiß das schon.
Dinge und Begebenheiten, die ich nie erlaubt hätte. Leben ohne Konsequenzen. Kaugummi-flexible Moral. War das nu' alles? Oder ist das die Ruhe vor dem Sturm? Die verschiedenen Stürme der der letzten 14 Monate haben mich erstaunlicher Weise nicht aus der Bahn geworfen. Eher bestärkt.

Voller Freude festgestellt: Felsen bleiben.

If I only could, be running up that hill
with no problems


Ich habe mich UND mein Leben wieder :)



geschrieben von: Door

oh my...

Stabilität ist wohl nur ein sehr relativer Begleiter. Das Problem bleibt im Kern dennoch bestehen. Viel zu spät habe ich an mehreren Stellen in diesem Jahr bemerkt, dass du dich nicht so recht abstreifen lässt.
Weder in Gedanken, noch in der Realität. Deine Mail aus dem Frühjahr war fast mehr als ein böser Affront. Oder einer Bitte um Absolution.
"Blut ist dicker als Wasser" - du erinnerst dich? Geh zu den deinen, sie werden dich hören. Ich will taub sein.

Dich im Sommer so unerwartet hoch im Norden zu treffen, war ein fieser Schlag in den Magen. Erst recht, wenn ich bedenke, dass ich seit über zwei Jahren alles dran setze, dich nicht zu sehen. Und dann nimmst du mir den süßen Nachgeschmack Schwedens. Ich will nichts schmecken.

Dann meldest du dich in der jährlichen kurzen Mitteilung. Du denkst an mich, alle Ziele sollen erfüllt werden,...
Hohle Phrasen, die ich an diesem Abend nicht sehen will.

Dennoch - das böse Wort. Ab März werden die Karten vermutlich neu gemischt. Sich dann in den Trümmern einer gemeinsamen Vergangenheit nach Jahren wieder zurechtzufinden, wird vermutlich nicht einfach sein.
Ich will diese Zeit genießen. Die Vergangenheit in ein kleines Fenster zerren und diese kruse Retrospektive erleben.

Im Zweifelsfall musst du gläsern werden.



geschrieben von: True Zombie

Ich hab jetzt nicht alles gelesen, aber kann die Überschrift Deines Postings gut nachvollziehen. Nichts ist belastender als wenn das Leben einem vorkommt als renne man im Kreis. Und da dachte man, das Leben sei schon beschissen genug, wenn es einem vorkommt wie ein Strahl, der unendlich in die Vergangenheit und unendlich in die Zukunft geht ;)





vBulletin Copyright ©2000 - 2003, Jelsoft Enterprises Limited.
vB Easy Archive Final








eXTReMe Tracker