[Hesekiel: Momente] - German Gothic Board

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Hesekiel: Momente

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geschrieben von: Hesekiel

Zum leichterem wiederfinden gleich vorweg:
http://www.nachtwelten.de/vB/showth...&threadid=79103
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Ich bin der Streiter


Wenn Du mich siehst, bin ich nicht gekleidet wie es allgemein üblich ist.
Ich bin umgeben von kaltem Stahl. Abgewetzt, gebraucht, geschunden.
Oder in schwarz gewandet- der Farbe der Nacht. Jener Zeit, die zur Ruhe ruft, und auch in der heutigen Zeit noch viele Menschen ängstigt. Sich nach Sicherheit und Geborgenheit sehnen lässt.
Ich bin bekannt unter vielen Namen: Kämpfer. Krieger. Streiter. Soldat. Leiche.

Ich habe die Fähigkeit, aber nicht die Neigung mich zu verstecken.
Ich verfüge über die Gabe, den Untergang schnell und Leise zu bringen- oder hart und Laut.
Ich kann den Feind über große Entfernung ausschalten, oder mich ihm nähern um ihn zu vernichten.
Dann sehe ich seine Augen, rieche seinen Atem. Ich schmecke seine Angst. Und er die meine.
Ich drücke keine Knöpfe, um zu töten. Ich habe über nichts anderes Gewalt außer über meinen Geist, meinen Körper und meinen Willen. Durch diese, und nur durch sie allein, stehe oder falle ich.

Mich begleiten keine Freunde mehr auf meinen Reisen. Keine Kameraden, die auf mich acht geben und mich beschützen. Keine Gefährten, die mich beschützen und meinen Schmerz lindern. Meine einzigen Begleiter sind mein Geist und meine Waffe. Ich pflege beide besser, als jeder Ritter sein Pferd pflegt. Ich beherrsche sie besser als jeder Kutscher seine Pferde beherrscht. Ohne sie bin ich wenig.

Ich kann keine Wunder wirken, und keinen übernatürlichen Schutz für mich in Anspruch nehmen. In der Hitze der Schlacht rufe ich den Herrn und die Geister meiner Ahnen an, und sie schweigen.
Ich bezwinge meinen Feind nicht mit der Präzision eines Scharfschützen. Oder mit der Gewalt von Explosionen. Wenn ich töte ist es ein langsames Geschäft. Langsam und blutig für alle beteiligten – mich eingeschlossen. Ich kämpfe weiter, geschlagen und ramponiert, auf das meiner Sache und meinen Schützlingen die Ehre des Sieges zuteil wird. Wenn ich sterbe, und sie noch leben, ist es ein lohnendes Opfer.


Es gab mich in allen Ländern. In allen Größen, mit allen Hautfarben. Ich kämpfte unter tausend Bannern, auf Millionen Schlachtfeldern. Ich werde missachtet von den Herrschern, beleidigt von den Eliten, belehrt von den religiösen und vergessen von den einfachen Bürgern.
Bis die Zeit kommt und die Fanfaren der Schlacht erneut ertönen und jene, die sie zu zerstören suchen sich erneut zeigen. Dann erschallt wieder der Ruf.
„Wo nur, wo ist unser Krieger?“


Wenige folgten dem Ruf. Die wenigsten überlebten. Denn der Weg des Kriegers ist ein entbehrungsreicher. Steinig und lang. Auf ihm begegne ich dem Schmerz, der Angst und dem Tod. Für mein Tun ernte ich kargen Lohn und wenig Dankbarkeit. Zu selbstverständlich ist mein Werk für Volk, Elite und Herrscher. Am Ende bleibt vielleicht, wie für so viele vor mir, nur ein anonymes Grab auf irgendeinem Windumtosten Schlachtfeld. Wenn ich Glück habe…

Und doch kämpfe ich weiter. Ich weiß nicht einmal mehr genau wofür. Vielleicht für den Ruhm, vielleicht für die Ehre, vielleicht für mein Land oder die liebsten.
Vielleicht ist es das einzige, was ich kann. Doch eines ist gewiss:
Ich werde kämpfen!
Ob ihr es zu schätzen wissen oder nicht. Ob ihr es überhaupt bemerkt, oder nicht. Ich werde da sein, in der Schlachtreihe.
Kämpfend.
Tötend.
Sterbend.


Ich bin der Streiter.
Der Tod ist mein Geschäft.
Sei es der Eure – oder der meine.

Ich sehe Dich, dort draußen…



geschrieben von: Hesekiel

Besinnlichkeit

Wenn der Wind am Meere tost,
der Regen gemächlich die Erde fortspült,
die Sonne die Ebenen wohlig erwärmt,
und Nebel das Land in Schleiern verhüllt.

Dann genieße die Luft auf deiner Haut,
den Schutz, den Dir Dein Heim stets bietet,
die Wärme im Leben, so wohlig vertraut,
und all die Ruhe, die in den Schlaf Dich wiegt.

So ist das Dasein, wunderschön,
wenn Du imstande bist, zu seh´n.





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