[Wer bist du? Überlegung zur Identität] - German Gothic Board

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Wer bist du? Überlegung zur Identität

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Nosferatrella

Bist du die Summe aller Eindrücke, die andere von dir jemals gehabt haben? Oder bist du die Person, für die du dich selbst hältst? Oder eine Mischung aus beiden?

Was die mittlere Option angeht, spielen Wunschvorstellungen sicherlich mit hinein. Oder vielleicht auch ein allzu scharfer kritischer Blick auf die eigene Person.

Was meint ihr, was uns ausmacht/definiert?

Über all das denke ich schon seit geraumer Zeit nach - ohne zu einem rechten Ergebnis zu kommen und freue mich daher auf eure Gedanken zu dem Thema :)



geschrieben von: Hellscream

Also die Identität ist Teil der persönlichen Entwicklung. Die Entwicklung wird getrieben von Umwelteinflüssen auf ein Individuum das auf eine Bestimmte Anlange des jeweiligen Menschen trifft der diesen gerade ausgesetzt ist. Was bestimmte Formen von Eindrücken und Handlungen hervorruft und damit Erfahrungen mit der Umwelt schafft. Wenn ich von einer erfolgreichen Persönlichkeit Entwicklung ausgehe, dann meine ich damit, dass das Individuum die verschiedenen Erfahrungen so ordnet beziehungsweise aktiv konstruiert das sich daraus ein mehr oder weniger konstantes Bild seiner Umwelt und sich selbst, also seiner Identität erwächst. Dabei darf man sich dieses Bild keines Wegs als starr vorstellen, denn wir sind ja fortlaufend unserer Umwelt ausgesetzt und verändern in der Interaktion mit dieser folglich verlaufend unser Bild dieser und von uns selbst, wenn wir uns mit dieser Umwelt in dem einen oder anderen Verhältnis sehen.

Erst einmal ist es egal welche Eindrücke andere von dir gehabt haben, insofern sie diese nicht Kommunizieren, diese Eindrücke werden erst dann relevant wenn sie sich in Handlungen niederschlagen. Alles was nicht in deinem Bewusstsein ist, wird keine Auswirkungen auf deine Inneren Prozesse haben, denn eben da habe ich ja hier Anfangs die Identität einer Person verankert.
Nun kann man aber davon ausgehen das viele Eindrücke in einem Bestimmten Sozialen Umfeld ein bestimmte Reaktionen betreffend deiner Person zur Folge haben. Insofern ist es nicht egal was andere für Eindrücke jemals von dir gehabt haben, denn diese Eindrücke werden sich in bestimmten Handlungen und Haltungen zu deiner Person umschlagen, auf die du wiederum reagierst.

Ergo bist du die Summe aller deiner Eindrücke, diese Eindrücke stehen aber in Wechsel Wirkung zu den Eindrücken anderer Menschen, die entsprechend dem Bildes was sie von dir haben, auf dich reagieren werden und damit als Teil deiner Umwelt weitere Eindrücke deiner Person zur Folge haben werden. Wir sind natürlich auch das für das wir uns halten, nur ist das für das wir uns halten nicht Folge von Willkür, sondern einer langen Entwicklungsgeschichte aus der andauert ablaufenden Konfrontation mit unserer Umwelt.

Man könnte in diesem Zusammenhang also auch sagen das wir das Ergebnis einer undurchschaubaren chaotischen Kausalität sind.

Vielleicht erschlägt das hier von mir geschriebene jetzt etwas?



geschrieben von: Demon17

Damit nagst Du ja an der Grundfrage der Philosphie, gibt es eine objektive Erkenntnis, oder nur subjektive Eindrücke. Denn wenn es nur subjektive Eindrücke gibt, weiß ich ja gar nicht, ob ich und die anderen überhaupt existieren und ob ihre Eindrücke von mir nicht nur meiner Fantasie entspringen. Bevor wir also diese Frage, die in der virtuellen Welt eine ganz andere Qualität erhält, nicht beantworten können macht es wenig Sinn darüber nachzudenken wer wir sind. Wir müssen ersteinmal herausfinden ob wir sind. Descartes beantwortete diese Frage mit cogito, ergo sum ...



geschrieben von: lizard

@demon: http://www.amazon.de/Ich-denke-aber...e/dp/3406494536

ich fand es erfrischend



geschrieben von: JohnSteed

Zitat:
Original geschrieben von Nosferatrella
Bist du die Summe aller Eindrücke, die andere von dir jemals gehabt haben? Oder bist du die Person, für die du dich selbst hältst? Oder eine Mischung aus beiden?

Was die mittlere Option angeht, spielen Wunschvorstellungen sicherlich mit hinein. Oder vielleicht auch ein allzu scharfer kritischer Blick auf die eigene Person.

Was meint ihr, was uns ausmacht/definiert?

Über all das denke ich schon seit geraumer Zeit nach - ohne zu einem rechten Ergebnis zu kommen und freue mich daher auf eure Gedanken zu dem Thema :)



du bist unser, erhebe du dich!
Denn ich bin viele.



geschrieben von: ^schwarzseel^

Ich bin Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft!



geschrieben von: Hellscream

Äußerst Interessant welch hochwertige Beiträge hier einige anzubieten haben. :mad:



geschrieben von: JohnSteed

Zitat:
Original geschrieben von ^schwarzseel^
Ich bin Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft!


Richtig, denn gut gemeint ist selten gut getan.
Aber erzähl dies mal den/dem beratungsresistenten Gutmenschen........

Empörung über politsch nicht korrekte Beiträge.
Als Hobby wohl nicht immer abendfüllend...



geschrieben von: Hellscream

Es geht hier nicht um politisch korrekte Beiträge, sondern um das Einzeiler gespamme.



geschrieben von: JohnSteed

Zitat:
Original geschrieben von Hellscream
Es geht hier nicht um politisch korrekte Beiträge, sondern um das Einzeiler gespamme.


OK, und welchen Beitrag leistest du, damit das Einzellergespamme aufhört?



geschrieben von: Hellscream

Was soll ich schon dagegen machen? :q



geschrieben von: xxxzinixxx

eins ist sicher: ich bin nicht nur ich.
ich bin aber auch nicht nur das, was andere in mir sehen, denn in mich hineinsehen können sie nicht. wie oft werden massenmörder als nette menschen von der nachbarschaft beschrieben!? wie oft sind wir selbst versucht andere in eine schublade zu stecken, in die sie nur viel zu grob passen.
genausowenig bin ich nur das, was ich selbst in mir sehe, denn wie oft überschätzt man sich doch selbst? und dann gibt es da noch die, die an sowas wie die matrix glauben, also denken, sie wären gott. das halte ich, als ebensolch ein gott ja dann, für etwas ZU egozentrisch...
es bleibt also nur die mitte. und je nachdem wie weit wir uns öffnen können, ist diese sicherlich sehr flexibel.
ich bin also das, was die umwelt aus mir macht und gleichzeitig das, was ich selbst aus mir mache.
das alles ist doch rein subjektiv.



geschrieben von: JohnSteed

Was wäre gewesen wenn?

So bin ich auch die Summer meiner Niederlagen, verpassten Chancen und Gelegenheiten.

Vielleicht sind es die nichtgelebten Leben, die mich irgendwo ausmachen.

Aber das ist evtl. nicht wichtig, denn wir alle haben so etwas wie einen Auftrag.
Welchen? Das wissen wir ja selbst nicht, ist vielleicht als Teil der Aufgabe nicht essentiell.



geschrieben von: Nix

Zitat:
Original geschrieben von JohnSteed
Was wäre gewesen wenn?

So bin ich auch die Summer meiner Niederlagen, verpassten Chancen und Gelegenheiten.

Vielleicht sind es die nichtgelebten Leben, die mich irgendwo ausmachen.

Aber das ist evtl. nicht wichtig, denn wir alle haben so etwas wie einen Auftrag.
Welchen? Das wissen wir ja selbst nicht, ist vielleicht als Teil der Aufgabe nicht essentiell.



Hört sich an wie aus einem Hollywood-Film. Du hast einen gewissen Hang zum Dramatischen, findest Du nicht? :D

Da gefällt mir viel besser:

Zitat:
Du bist nicht dein Job! Du bist nicht das Geld auf deinem Konto! Nicht das Auto, das du fährst! Nicht der Inhalt deiner Brieftasche! Und nicht deine blöde Cargo-Hose! Du bist der singende, tanzende Abschaum der Welt…


Wir sind alle Teil desselben Komposthaufens.
In diesem Sinne: ...gleite!



geschrieben von: Miyoko

Ich denke, dass jeder Mensch aus drei Persönlichkeiten besteht.
Zunächst einmal haben wir die Persönlichkeit, die andere Menschen sehen. Sie besteht aus ihren gesammelten Eindrücken und ihren eigenen Vorstellungen. Die zweite Persönlichkeit erschaffen wir selbst. Sie beinhaltet unsere eigene Sicht auf uns und die Reaktionen, die wir bei unserem Gegenüber auslösen. Die dritte und letzte Persönlichkeit ist die Wahre, die nur wir erkennen können, wenn wir tief in uns hineinhorchen. Sie zu finden ist schwierig, da äußere Einflüße uns blind machen. So bleibt sie für viele für immer verborgen, aber ewig rein.



geschrieben von: Blutengel1994

Zitat:
Original geschrieben von Miyoko
Die dritte und letzte Persönlichkeit ist die Wahre, die nur wir erkennen können, wenn wir tief in uns hineinhorchen. Sie zu finden ist schwierig, da äußere Einflüße uns blind machen. So bleibt sie für viele für immer verborgen, aber ewig rein.


Das lässt mich ein bisschen grübeln. Da ist etwas wahres dran. Es wirft in mir die Frage auf, ob man vielleicht auch nur einen Teil dieser wahren Persönlichkeit kennen lernt. Wenn dies so ist, dann könnte es zu einer Lebensaufgabe werden, nach und nach Teiler dieser wahren persönlichkeit herauszufinden, zu sammeln und zusammenzufügen, bis man letztendlich sich selbst vollkommen kennt. Eine faszinierende Vorstellung, finde ich.

Ich glaube jedenfalls zu wissen, wer ich im Moment bin. Welche Ziele ich momentan verfolge. Was ich denke, empfinde und weiß. Das macht mich momentan aus.

Das Sammeln Teile der Persönlichkeit im Laufe des Lebens lässt mich auch noch ein bisschen weiter vordringen. Meiner Erfahrung nach ist es so, dass man im Laufe des Lebens, (selbst während kurzen Zeitspannen,) immer wieder neues über sich selbst erfährt. Der menschliche Verstand, das Gehirn enthält so viele unbewusste und unentdeckte Eigenschaften, von denen man immer wieder neue entdeckt. In einem Leben, glaube ich, ist es nicht möglich alles herauszufinden über sicht selbst.

Die komplette Persönlichkeit ist viel zu groß, zu Gigantisch. Komplexer als jeder Computer. Es ist fantastisch. Großartig. Diese ganzen Emotionen im Einklang mit dem Körper, mit der Welt. Es ist einfach unbeschreibelich.



geschrieben von: Yurika

Bevor eine Person beginnen kann sich mit seinem Leben auseinanderzusetzen muss sie in sich hinein gehen.
Menschen scheuen die Einsamkeit, also scheuen sie die Konfrontation mit sich selbst. Mit der Einsamkeit kommt die unweigerliche Auseinandersetzung mit der tiefe eines jeden Handelns.

Und: Mehr als ein Leben bedarf es nicht, wenn man nicht einmal mit einem verregneten Sonntag etwas anzufangen weiß.



geschrieben von: Selene71

Da ist was Wahres dran.

Ich selbst habe erst sehr spät...vor gut 2 Jahren zu mir selbst gefunden und kann mich nun so akzeptieren, wie ich wirklich bin. Und erst seitdem bin ich glücklich und zufrieden mit mir selbst und meinem Leben. Ich verstelle mich nicht mehr, egal was andere denken oder sagen.

Früher habe ich überwiegend so gelebt, wie andere (Familie, Freunde, Arbeitgeber) es wollten.

Dazu brauchte ich aber auch nach einer Trennung eine lange Zeit für mich allein.

Und hinzu kam auch noch mein neuer Partner, der mich so akzeptiert und liebt wie ich wirklich bin. :)



geschrieben von: blacklilacow

Zitat:
Original geschrieben von Nosferatrella
Bist du die Summe aller Eindrücke, die andere von dir jemals gehabt haben? Oder bist du die Person, für die du dich selbst hältst? Oder eine Mischung aus beiden?

...



Eigentlich bin ich ein Mensch, der die Augen offen hält, durchaus viel frägt und nicht alles so ernst nimmt, wie es genommen werden will, also ich hinterfrage auch vieles und wie ich meine, macht mich das aus.......



geschrieben von: MephistoX

Warum Descartes sich sein Cogito ergo sum ganz tief in den A... schieben kann:

Wenn man davon ausgeht, dass man existiert, da man denkt, dann muss man auch den Umkehrschluss ziehen, nämlich dass man nicht existiert wenn man nicht denkt. (non cogito ergo non sum)

So, jetzt können einige Descartisten ja sagen, es handle sich bei dem Wort 'denken' um die Fähigkeit zu denken.
Nun, betrachtet mal die Aboriginees, die sagen das alles hier wäre nur 'der große Traum'.
Wer soll demnach nachweisen, ob es diese aktive 'Fähigkeit zum denken' wirklich gibt, oder ob wir nur passivisch 'gedacht werden' und demnach alles nur ein Traum ist.
In diesem Sinne; Ich werde gedacht, also bin ich nicht!
Denkt mal drüber nach.

_______________Anmerkung_________________
Ich bin kein Nihilist, ich putz hier nur!
Nihilistische Weltanschauungen dienen nur als Demonstrationszweck und werden nicht praktiziert.



geschrieben von: Seidenspinner

Es ist mal wieder Zeit für eine Hollywood-Phrase:

"It's not who you are underneath, it's what you do that defines you."

-- aus dem Film: Batman begins :D



geschrieben von: Kampfsau

Zitat:
Wer soll demnach nachweisen, ob es diese aktive 'Fähigkeit zum denken' wirklich gibt, oder ob wir nur passivisch 'gedacht werden' und demnach alles nur ein Traum ist. In diesem Sinne; Ich werde gedacht, also bin ich nicht! Denkt mal drüber nach.


Das macht nicht wirklich einen Unterschied. Was heißt denn "ich werde gedacht"?

Der Unterschied wäre der gleiche wie wenn ich z.B. anstatt zu sagen "ich stürze mich in die Schlucht"

"ich werde von der Erdanziehungskraft auf den Boden der Schlucht geschleudert."

Der Vorgang ist der selbe, er erhält lediglich eine andere Bezeichnung .

Und ob ich meine Gedanken selber denke oder ob jemand anderes meine Gedanken denkt, macht keinen wirklichen Unterschied.

Irgendwer muss den Gedanken letztendlich denken. Man könnte vielleicht nicht unbedingt sagen "ich denke also bin ich" sondern vielleicht "es wird gedacht, also ist etwas"



geschrieben von: MephistoX

Wer sagt denn, das jemand anderes einem die Gedanken denkt?
Ich meine das eher so, dass etwas anderes denkt, aber nicht bei einem selbst sondern außerhalb, was dann zur Illusion des eigenen Ich's führt.



geschrieben von: Kampfsau

Zitat:
Wer sagt denn, das jemand anderes einem die Gedanken denkt? Ich meine das eher so, dass etwas anderes denkt, aber nicht bei einem selbst sondern außerhalb


Ja und wo ist jetzt der Unterschied?Dann wäre ich halt Teil des Etwas, das außerhalb denkt. Wo sich dieses Bewusstsein genau befindet ist nicht von Bedeutung, da man das so oder so nie genau sagen konnte. Gibt ja auch Männer in der Psychiatrie , die sich gerade vorstellen, sie wären ein kleines Mädchen das auf einer Blumenwiese rumtollt.

Klingt halt einfach so als ging es irgendwie nur um Bestätigung für deine Weltsicht und gar nicht um stichhaltige Logik.



geschrieben von: MephistoX

Der Unterschied ist aktives und passives Geschehen.
Wenn du nen Traum hast und du im Traum bei irgendwelchen geträumten Leuten bist, sind die ja auch nur ne Randfigur und denken nicht selbst, denn dann wäre es ja nicht mehr dein Traum.



geschrieben von: Kampfsau

Zitat:
Der Unterschied ist aktives und passives Geschehen. Wenn du nen Traum hast und du im Traum bei irgendwelchen geträumten Leuten bist, sind die ja auch nur ne Randfigur und denken nicht selbst, denn dann wäre es ja nicht mehr dein Traum.


Das ist aber eine ziemlich egozentrische Weltsicht, es gibt keinen Beweis dafür, dass die anderen Menschen um einen herum nicht denken.

Aber selbst wenn man nur indirekt durch jemand anderen denkt, so muss dieser andere eine lebhafte Phantasie haben. Er gibt dir nämlich viel mehr als du bräuchtest, um lediglich eine Randfigur zu sein.

Dieser andere hat dein ganzes Leben durchdacht, deine Freude wie deinen Schmerz, deine Beweggründe, Ängste und all das, was dich ausmacht. Er hat sie nicht nur vorgegeben, sondern auch mit durchlitten.

Es stellt sich also die Frage, ob dieser Erdenker seine Kreationen für wirklich so peripher hält, wie du.

Und im Endeffekt müsste dieser Erdenker dann sein, weil ultimativ auf ihn alleine bezogen, Kants Aussage "ich denke also bin ich" noch genauso Bedeutung hat.



geschrieben von: MephistoX

Zitat:
Original geschrieben von Kampfsau
Das ist aber eine ziemlich egozentrische Weltsicht, es gibt keinen Beweis dafür, dass die anderen Menschen um einen herum nicht denken.


Das war Descartes! :rolleyes:

Zitat:
Original geschrieben von Kampfsau
Aber selbst wenn man nur indirekt durch jemand anderen denkt, so muss dieser andere eine lebhafte Phantasie haben. Er gibt dir nämlich viel mehr als du bräuchtest, um lediglich eine Randfigur zu sein.



Nein, muss nicht sein. Zb. im Traum;
Die Randfiguren in einem Traum haben auch nur ganz wenige aber gut verknüpfte Eigenschaften, die sie realistisch wirken lassen. Aussehen, Verhalten und Ansichten in stark eingegrenzter Form bilden die 'äußere Hülle' der Randfigur, und mehr bracht das Gehirn im Traum nicht zu einzufügen, damit man, während man mittendrin im Traum ist, alles realistisch findet und nicht merkt, dass man Träumt.



geschrieben von: Kampfsau

Zitat:
Das war Descartes!


Er hat nicht gesagt, das andere Wesen nicht denken, er hat nur gesagt, er kann sich dessen nicht sicher sein, er hat nicht so getan, als wäre das Gegenteil eine sichere Tatsache. Das Gefühl habe ich eher bei dir.


Zitat:
Nein, muss nicht sein. Zb. im Traum; Die Randfiguren in einem Traum haben auch nur ganz wenige aber gut verknüpfte Eigenschaften, die sie realistisch wirken lassen. Aussehen, Verhalten und Ansichten in stark eingegrenzter Form bilden die 'äußere Hülle' der Randfigur, und mehr bracht das Gehirn im Traum nicht zu einzufügen, damit man, während man mittendrin im Traum ist, alles realistisch findet und nicht merkt, dass man Träumt.


Du schweifst doch wieder ab.

Du hast geschrieben, "ich denke also bin" ist so nicht richtig, weil das was wir selber denken von jemand anderem gedacht werden können und deswegen sind wir nichts.

Dann hast du versucht das mit dem Traum zu erklären und sagst jetzt halt, dass man nur die Hülle braucht, um alles realistisch zu finden.

Der Punkt ist aber der,dass wir ja noch einen ganzen Haufen anderer Dinge denken, die diesem Wesen überhaupt nichts bringen, warum sollte ein Wesen z.B. daran denken, wie es Stundenlang im Zug hockt und sich langweilt? Warum sollte es Kindheitserinnerungen erzeugen von der 2ten Grundschulklasse, wo was weiß ich, z.B. das eigene Butterbrot in den Fluss gefallen ist. Diese Erinnerungen sind doch nacher total banal für dieses Wesen.

Deswegen denke ich schon, dass man sagen kann "Ich denke also bin ich", selbst wenn wir dann alles im allem jemand anders sein könnten, als wir auf dem ersten Blick glauben.



geschrieben von: MephistoX

Jetzt schweifst du wieder ab, indem du davon ausgehst, dass wir selber denken.

Es ging ja darum, dass die Gedanken, die du denkst, von diesem 'Denker' dann schon vorgedacht sind und dir nur eingegeben werden, etwa so wie wenn man ein Theaterstück schreibt.

Und nur um eins klarzustellen:
Nur weil ich für diese Position agrumentiere heißt das nicht, dass ICH so denke.



geschrieben von: Kampfsau

Zitat:
Es ging ja darum, dass die Gedanken, die du denkst, von diesem 'Denker' dann schon vorgedacht sind und dir nur eingegeben werden, etwa so wie wenn man ein Theaterstück schreibt.


Ja aber wie oft muss ich wiederholen, dass dieser "Denker" ja tatsächlich denkt, also "ist"?Das unsere Gedanken uns über unsere eigene Identität trügen können, wurde ja nie ausgeschlossen.



geschrieben von: JohnSteed

Zitat:
Original geschrieben von MephistoX
Jetzt schweifst du wieder ab, indem du davon ausgehst, dass wir selber denken.

Es ging ja darum, dass die Gedanken, die du denkst, von diesem 'Denker' dann schon vorgedacht sind und dir nur eingegeben werden, etwa so wie wenn man ein Theaterstück schreibt.

Und nur um eins klarzustellen:
Nur weil ich für diese Position agrumentiere heißt das nicht, dass ICH so denke.



Der sozialistische Einheitsmensch war nie machbar, er ist natürlich auch nicht anstrebbar.
Hätte der Mensch so funktioniert, wie von diversen Theoretikern ausgedacht, hätte deine Idee, dass jemand nicht nur vordergründig vordenkt, bestand.
Aber der totale Zusammenbruch (mit Pauken und Trompeten!) beweist eindrucksvoll, dass der gleichgeschaltete Mensch nur ein schlechtes "Ideal" bleiben muss.
Der Mensch ist ein Individuum und den Preis, dass ab und zu ein faules Ei dabei ist, müssen wir hinnehmen.
Arbeiter und Parasit gibt es in jedem Wirtschaftsfaschistischen Denksatz.

Auch ein Denker kann irren.
Somit ist ein Vordenker ebenfall nicht anzustreben, denn auch er wird von der Realität eines Tages eingeholt.

Was du meinst geht vielleicht ins Metaphysische und bezeichnet eine Energie, die das Denken vorgibt.
Selbst dann funktioniert das Schema nicht, denn niemand kann bei der Nahrungssuche usw. erfolgreich sein, wenn er quasi ferngelenkt wird.
Das Erfolgsrezept des Menschen war immer wieder die individuelle Denkfähigkeit.
Borgs sind nicht erfolgreich.



geschrieben von: PaperboyK.

Ich hab mir jetzt nich alle Beiträge bis hier durchgelesen, sorry falls ich jetzt irgendwas wiederhohle. Ich hab mich mal ein wenig mit dem Materialismus beschäftigt. Interessante Theorie, ich sage nicht das ich ihr zustimme, aber auf jeden Fall ein interessanter Ansatz. Wenn man es vereinfachen will:
Mensch=Maschine. Alles besteht aus dem selbem Material, entscheidend ist die Zusamensetzung.



geschrieben von: Waldemar

Zitat:
Original geschrieben von JohnSteed
Das Erfolgsrezept des Menschen war immer wieder die individuelle Denkfähigkeit.
Borgs sind nicht erfolgreich.



Ja in deiner Welt vielleicht. Das Erfolgsrezept des Menschen in der Evolution ist deswegen so verlaufen, weil sie gerne kopieren und gegenseitig voneinander lernen. Kinder in Studien haben sich mit anderthalb Jahren gegenseitig geholfen. Das ist ein Alter, in dem sie noch kaum sprechen können, in dem sie noch mit Windeln die Nasen der Eltern beglücken. Und es ist ein Alter, in dem so etwas wie Moralvorstellung noch nicht stattgefunden hat. Also das ist etwas, was die Kinder von sich aus entwickeln, ohne dass es hier viel Sozialisation braucht...

Deine Fahne hoch für das Individium.. Nun ja. Jeder ist eins. Ob er es nun will oder nicht. Und da besteht bereits die große Frage. Ist das alles so einfach? Wieviel ist denn determiniertund und was motiviert uns uws usf . Alles hier schon durchgekaut... und eigentlich bestätigen wir uns alle immer selbst. Die Identität ist mir egal. Hauptsache.. ich habe recht ;)



geschrieben von: JohnSteed

@Waldemar

nicht ganz richtig, ein junger Mensch braucht in den alles entscheidenden Jahren Orientierung.
Diese kommt zustande, wenn man als Vorbild fungiert und versucht halbwegs alles richtig zu machen(als Erwachsener).
Ein Mensch wird ein Leben lang tun, was man ihm hat durchgehen lassen.
Laissez faire ist also keine allzu gute Idee.
Die Relativität des Seins kriegen sie dann schon mit.

Vieles steckt auch im Menschen, richtig.
Aber ohne positive, vielleicht konservative Vorbilder, wie z.B.die Grosseltern wird kein junger Mensch sich zurechtfinden.
Vielleicht ist auch der Begriff Sozialisation falsch, denn ein Mensch ist kein Trichter, wo man oben etwas reingibt, was dann wieder rauskommt....
Man müsste es als Wechselspiel zwischen Disziplin und Selbstdisziplin bezeichnen.



geschrieben von: Argail

Das mit den Vorbildern finde ich an und für sich nicht schlecht aber ich muss sagen ein Mensch braucht kaum Vorbilder, ein Mensch braucht Lehrer. Anfangs sind wir alle leer und wir lernen durch jeden Einfluss der auf uns trifft. Spiele, TV, Zeitung, gekritzel das man zufällig finden, Geschichten, andere Menschen, usw. Darum lernt man auch nie aus will ich meinen. Früher oder später kommt allerdings der Punkt wo ein Mensch das aus sich macht was er machen will. Wäre dem nicht so wären wir alle trostlos ähnlich.

Um auf den ersten Eintrag zurück zu kommen der nun schon einige Zeit her ist, ich denke man selbst als Person ist die Person die man selbst in sich sieht. Vorrausgesetzt man gesteht sich die eigenen Fehler/Unzulänglichkeiten ein und erforscht sich selbst fortlaufend.



geschrieben von: Odessa

Das würde ich Eigenverantwortung nennen, Argail. "Aus sich machen was man will" finde ich also recht gut getroffen, würde es für mich selbst wohl noch ergänzen mit "Aus sich machen was man als Mensch sein möchte, um dem eigenen Anspruch (ohne jegliche Erwartungshaltung Anderer dabei zu beachten) an sich selbst als Mensch gerecht zu werden".



geschrieben von: Argail

Schöne Ergänzung. Kann ich nur teilen.



geschrieben von: Waldgestalt

Die Entfaltung des wahren Ichs stand und steht für mich immer an oberster Stelle meiner "Grundsätze", ohne jegliche Beachtung des Wirkens auf mein Umfeld.
Doch was bzw. wo ist dieses wahre Ich?
Ich spüre in mir tausende Bruchteile, die zusammengefügt werden müssen. Unzählbare Gedankengänge, Eigenschaften, Erinnerungen, Träume, Sehnsüchte, die unsortiert in mir warten. Warten, zusammengefügt zu werden.



geschrieben von: Feuerglut

Meine Ansicht über die eigene Idendität und die Erinnerung ansich(Identität geht nur in Verbindung mit der Erinnerung)

Die Erinnerung ist ein erstaunliches Phänomen.
Sie prägt uns und unseren Alltag,bildet den Kontext für unsere Handlungen
und die logische Grundhaltung unser bisweilen zweifelhaften Entscheidungen.
Wer wir heute sind,ist untrennbar verbunden,mit der Erinnerung daran,
wer wir gestern und vorgestern waren-
Fäden in dem grossen verschlungenem Netz unseren eigenen Lebens
auf dem besondere Ereignisse herausstechen.
Angefangen über die mütterliche Bindung,die Prägung durch den Vater,freundschaftliche Beziehungen,
der ersten grosse Liebe,bis hin zu Enttäuschungen und zeitweiligem Hass.
Wenn man an einem Faden zieht,
kann man zusehen,wie sich das ganze aufribbelt.
Wer einem was getan hat,welches Essen man mag,die Fähigkeiten die wir beherrschen oder auch nicht,
Filme die wir mögen,Musik zu der wir tanzen,was wir an unseremLeben lieben und das was wir hassen,was uns gut tut und was uns weniger gut tut,
woran wir wachsen und woran wir zerbrechen,wovon wir träumen und welche Träume wir begraben haben,woran wir glauben und was wir anzweifeln
Die eigene Bereitschaft weiter selbst aus seinem Leben zu lernen oder nur im Stillstand verharren....
Wenn wir uns an all diese vermeintlichen auch alltäglichen Details nicht erinnern können,
wer sind wir dann?
Wir sind definiert durch unsere Erinnerung.
Ohne sie haben wir keine Identität.
Wir hätten gar nichts ,wir wären wie eine leere Hülle ohne jeglichen Inhalt

Gruss Feuerglut



geschrieben von: bradóg

Zitat:
Original geschrieben von Nosferatrella
Bist du die Summe aller Eindrücke, die andere von dir jemals gehabt haben? Oder bist du die Person, für die du dich selbst hältst? Oder eine Mischung aus beiden?


Die Summe aller Eindrücke, die andere jemals von einem gehabt haben, entsprechen m. E. nicht dem, wie man ist, denn es sind nur Momentaufnahmen, nie alles in allem. Von diversen Gefühlen und Gedanken, die andere - wenn überhaupt - nur ansatzweise erahnen können, ganz zu schweigen. Desweiteren haben andere ihre eigene Interpretation, so daß sie meist durch die Brille der Voreingenommenheit betrachten.

Auch sich selbst kann man sehr viel vormachen und ohne Selbstreflektion sein. Eine Mischung aus beiden trifft auch nur bedingt zu, denn da gibt es viele Eigenschaften, die weder die anderen noch man selbst kennt, z. B. ist man ja manchmal überrascht, wie man in der ein oder anderen Situation reagierte. Man entwickelt sich auch weiter, verändert sich, ist nie konstant derselbe, man ist ständig am werden. Deine Frage ist echt schwer zu beantworten ...



geschrieben von: Elementarsatz

Zitat:
Original geschrieben von bradóg
Deine Frage ist echt schwer zu beantworten ...


Die Frage ist kinderleicht zu beantworten: Man ist die Gesamtheit seiner Eigenschaften. Fertig.



geschrieben von: bradóg

Zitat:
Original geschrieben von Elementarsatz
Die Frage ist kinderleicht zu beantworten: Man ist die Gesamtheit seiner Eigenschaften. Fertig.


"Man ist" ... ist bereits der falsche Ansatz. Denn wie lange ist man denn?



geschrieben von: Elementarsatz

Zitat:
Original geschrieben von bradóg
"Man ist" ... ist bereits der falsche Ansatz. Denn wie lange ist man denn?

Im Schnitt 70 - 80 Jahre. Dann ist man nicht mehr.



geschrieben von: bradóg

Zitat:
Original geschrieben von Elementarsatz
Im Schnitt 70 - 80 Jahre. Dann ist man nicht mehr.


In jedem Augenblick, ist man irgendwie so, wie man ist, das gilt jedoch nur für diesen einen Augenblick, sofern man Begriff "Augenblick" für diesen sogenannten "Zeitraum" überhaupt verwenden kann, er trifft es auch nicht hunderprozentig. Nach 70 - 80 Jahren ist man in gewisser Weise noch immer, genauso wie zu Lebzeiten verändert sich die Form jedoch ständig. Auch vor der Geburt war man in irgendeiner Form existent.

In jeder Sekunde, mit jedem Gedanken, mit jedem Gefühl, mit jeder Zellteilung usw. bist Du jedoch nicht mehr der, der Du vorher warst. So wie sich um Dich alles ständig verändert, so veränderst Du Dich auch. Nur raffen wir diesen Augenblick nicht und Mensch oder wie man dieses Wesen bezeichnen mag, will es auch nicht wahrhaben, möchte festhalten was "ist". Wie heißt es so schön ... alles ist im Fluß ... entstehen und vergehen.



geschrieben von: Elementarsatz

Zitat:
Original geschrieben von bradóg

In jeder Sekunde, mit jedem Gedanken, mit jedem Gefühl, mit jeder Zellteilung usw. bist Du jedoch nicht mehr der, der Du vorher warst. So wie sich um Dich alles ständig verändert, so veränderst Du Dich auch.



Menschen und Dinge verändern ihre Eigenschaften mit der Zeit. Aber das ist kein Grund, nicht mehr von dem selben Menschen zu sprechen. So verwenden wir den Begriff der Identität einfach nicht.



geschrieben von: rabensohn

Zitat:
Original geschrieben von Nosferatrella
Bist du die Summe aller Eindrücke, die andere von dir jemals gehabt haben? Oder bist du die Person, für die du dich selbst hältst? Oder eine Mischung aus beiden?

Was die mittlere Option angeht, spielen Wunschvorstellungen sicherlich mit hinein. Oder vielleicht auch ein allzu scharfer kritischer Blick auf die eigene Person.

Was meint ihr, was uns ausmacht/definiert?



Den Menschen im Allgemeinen macht die Summe aller Aktivitäten und Gedanken aus. Der Mensch stellt das dar, was er in der Gesellschaft repräsentiert. Ich vergleich das gerne mit einem Speicher, alles was der Mensch tut, fühlt und denkt wird auf genau diesem Speicher abgelegt, von diesem Speicher werden dann die Informationen bei der Interaktion mit anderen Individuen in der Gesellschaft abgerufen und der Output des jeweiligen Senders wird wiederum entweder positiv oder negativ von dem Gegenüber bewertet und auch dementsprechend in dessen Speicher abgelegt.

DAs wäre jetzt mal eine sehr wissenschaftlich formulierte These von dem was den Menschen ausmacht.

Ich denke, dass einfach das Handeln und die Gefühlswelt des einzelnen Individuums genau das ist, was es ausmacht.
Wenn ein Mensch nicht traurig wäre, oder lustig sein könnte, dann wäre es für mich kein Mensch, den Mensch an sich macht am Meisten das Gefühl aus, welches er an seine Umgebung sendet.

Dunkle Grüße
Rabensohn



geschrieben von: bradóg

Zitat:
Original geschrieben von Elementarsatz
Menschen und Dinge verändern ihre Eigenschaften mit der Zeit. Aber das ist kein Grund, nicht mehr von dem selben Menschen zu sprechen. So verwenden wir den Begriff der Identität einfach nicht.


DU verwendest den Begriff so vielleicht nicht, andere durchaus. Wie oft kommt es in Gesprächen vor, daß jemand bemerkt "so kenne ich dich garnicht" oder "du bist ein anderer geworden und mir irgendwie völlig fremd".
Manche Verhaltensweisen treten auch situationsbedingt auf, von einer Sekunde auf die andere, so daß man sogar vom eigenen Verhalten überrascht sein kann und nie vermutet hätte, daß man derart ruppig, freudig, enttäuscht oder wie auch immer reagiert bzw. empfindet. Z. B. krasse Erlebnisse, wie Unfälle, Traumata, Todesfälle aber auch positive Dinge können jemanden schlagartig derart verändern, so daß nichts mehr ist, wie es vor einem Bruchteil einer Sekunde noch war.



geschrieben von: Elementarsatz

Zitat:
Original geschrieben von bradóg DU verwendest den Begriff so vielleicht nicht, andere durchaus. Wie oft kommt es in Gesprächen vor, daß jemand bemerkt "so kenne ich dich garnicht" oder "du bist ein anderer geworden und mir irgendwie völlig fremd".


Das sind umgangssprachliche Übertreibungen. Andernfalls würden wir gar nicht mehr auf einen Menschen als denselben Menschen, den wir früher gekannt haben, Bezug nehmen. Wir würden gar nicht erst sagen: DU hast dich verändert, denn wenn wir es ernst damit meinen würden, dass keine Identität vorliegt, dann hätte der Mensch von früher sich nicht verändert, sondern hätte aufgehört zu existieren. Und der Mensch, den wir vor uns haben, hätte sich auch nicht verändert, sondern hätte erst vor kurzem angefangen zu existieren.

Gäbe es keine personale Identität trotz gewisser Veränderungen, dann hätte es keinen Sinn, jemals Angst vor einer Operation in der nächsten Woche zu haben - denn die Operation wird ja ein anderer über sich ergehen lassen müssen, während man selbst zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr existieren wird. Es hätte auch keinen Sinn, irgendjemandem wegen seinem früheren Verhalten Vorwürfe zu machen - denn das war ja nicht er/sie, sondern eine andere Person. Du siehst: Deine Auffassung ist kaum durchzuhalten.

Im Übrigen verändern Menschen sich viel weniger als gemeinhin angenommen wird.



geschrieben von: JohnSteed

Nun, ich versuche mir gerade Stephen Hawking beim Telephonsex vorzustellen........:rolleyes:



geschrieben von: bradóg

Zitat:
Original geschrieben von Elementarsatz Das sind umgangssprachliche Übertreibungen. Andernfalls würden wir gar nicht mehr auf einen Menschen als denselben Menschen, den wir früher gekannt haben, Bezug nehmen. Wir würden gar nicht erst sagen: DU hast dich verändert, denn wenn wir es ernst damit meinen würden, dass keine Identität vorliegt, dann hätte der Mensch von früher sich nicht verändert, sondern hätte aufgehört zu existieren. Und der Mensch, den wir vor uns haben, hätte sich auch nicht verändert, sondern hätte erst vor kurzem angefangen zu existieren.


Das sind meiner Ansicht nach keine umgangssprachlichen Übertreibungen, sondern eine Sache der Aufmerksamkeit und Bewußtheit. Daß wir zunächst keine Veränderungen bemerken liegt wohl eher daran, daß wir ein starres BILD von einem Menschen haben, unflexibel sind, was aber wiederum nicht bedeutet, daß dieses Bild dem Tatsächlichen entspricht. Für uns ist dieses Bild zunächst unverändert. Wenn man mit einem Menschen ständig zusammen ist, fallen Veränderungen meist kaum auf. Erst dadurch, daß ein gewisser "Zeitraum" zwischen heute und damals liegt, treten Veränderungen deutlicher in Erscheinung, die eigentlich ständig stattfinden, doch für uns nicht oder nur bedingt wahrnehmbar sind, außer man ist sehr sehr aufmerksam. Haben wir jemanden längere Zeit nicht gesehen und vergleichen zwischen damals und heute, wobei dieses "heute" auch nur eine Momentaufnahme darstellt, stellen wir fest, daß dieser Mensch nun anders ist und/oder auch wir uns verändert haben. Sind wir mit jemandem ständig beisammen und "kennen" denjenigen seit langer Zeit und denken drüber nach, wie er früher so wahr, stellen wir auch oft fest, daß da Veränderungen stattgefunden haben. Selbst ein Stein ist nicht immer der gleiche, da auch an oder in ihm Veränderungen stattfinden, für uns als Mensch jedoch auch nur sehr bedingt wahrnehmbar.

Zitat:
Gäbe es keine personale Identität trotz gewisser Veränderungen, dann hätte es keinen Sinn, jemals Angst vor einer Operation in der nächsten Woche zu haben - denn die Operation wird ja ein anderer über sich ergehen lassen müssen, während man selbst zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr existieren wird. Es hätte auch keinen Sinn, irgendjemandem wegen seinem früheren Verhalten Vorwürfe zu machen - denn das war ja nicht er/sie, sondern eine andere Person. Du siehst: Deine Auffassung ist kaum durchzuhalten.


Die Auffassung ist durchaus durchzuhalten, denn wer sagt denn, daß die Änderungen gravierend sein müssen oder im Eiltempo vonstatten gehen oder daß es nicht so sein kann, daß man heute Angst vor einer Operation hat und nächste Woche schon nicht mehr? Entscheidest Du Dich immer gleich, verhälst Du Dich immer gleich? Eine gewisse Grundtendenz ist durchaus vorhanden, doch auch die ist keine absolut konstante.

Zitat:
Im Übrigen verändern Menschen sich viel weniger als gemeinhin angenommen wird.


Manche ändern sich - zumindest in gewisser Weise - nie und lernen nie dazu, da hast Du recht ... das sind dann die, die man als starrköpfig bezeichnet. Wobei über einen längeren Zeitraum betrachtet, nehmen wir mal 20 Jahre oder mehr, auch da sicherlich kleine Veränderungen festzustellen sind.





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