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Und all die Träume bündeln sich...

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geschrieben von: Replique

Neues Leben. Neues Ich. Neuer Pfad. Neue Wege im weitesten Sinne.

Ich bin zu mir zurückgekehrt und stellte heute mit aller Härte fest, dass sich durch MEINE Veränderung nicht zwangsläufig alles andere oder gar andere Menschen ändern. Das hatte ich ja eigentlich auch gar nicht erwartet. Aber so ein ganz kleines bißchen mehr Sonne gab es. Mehr Durchhaltevermögen. Statt Trauer und wieder nur Schmerz gab es dort Wut. Über mein eigenes Unvermögen, trotz der Umwälzungen, die über die Monate stattfanden, Verhaltensmuster überzeugend zu ändern. Jemand steht vor mir, wirft mir mehr oder weniger vor, die Vernichtung der Welt auf dem Gewissen oder zumindest auf dem Plan zu haben, und ich steh da und beginne zu erklären, warum ich wie was denke, tue, schreibe, fühle und will. Denn auf diese Erklärungen folgen immer und zwangsläufig Unterstellungen, dass alles nicht wahr und vor allem ganz anders sei. Aber ich werde es ab jetzt nicht mehr so handhaben können, nicht mehr dürfen. Reicht!

Wieder in den Spiegel schauen zu können ohne sich selbst zu hassen, zu verachten, häßlich im engsten wie im weitesten Sinne zu finden, das will und kann ich jetzt. Und es bleibt gefälligst auch so!

Worin sich meine Träume bündeln? Mich selbst so lieben zu können, dass es andere auch wieder können...



geschrieben von: Replique

Was für ein wunderschöner Maitag war das heute! Düfte, Sonne, Wärme... Ein perfekter Begleiter für mich...

Der heutige Tag erinnerte mich in so vielen Facetten an einen anderen Mai, an einen Tag, der ebenso angefüllt war mit Neuem, mit Beglückendem, Erwachendem. Ich erinnere mich, damals noch ein sehr verunsichertes, kleineres, weil gebeugter gegangenes, sich nicht bewußtes, sehnendes schwarzbuntes Etwas gewesen zu sein, dass einen Gang durch Gerüche und Farben, durch Menschenmassen und Sonnenschein machte, etwas Großes erwartete. Und es bekam. Mit "Ich lasse Dich nicht wieder gehen" und "So viele Jahre träumte ich nur von Dir". Bis zu diesem Tag wußte ich nicht, wie betörend ein Menschenduft sein kann. Alles betäubend, berauschend. Nach mehr sehnend. Drängend. Es war ein wunderschöner Tag. Ich werde ihn nie vergessen. Er war der Anfang meiner Wiedergeburt, so schmerzhaft sie auch gewesen sein mag, so bezaubernd war der Anlass.

Ich möchte noch so viele solcher Tage erleben. Sie genießen können, mit allen Sinnen. Ich freue mich darauf. Doch den heutigen Maitag habe ich mit mir selbst geteilt und mit den Erinnerungen, die ein Lächeln auf mein Gesicht zu zaubern vermochten. Beinahe ohne Wehmut...



geschrieben von: Replique

"Wer bist Du denn überhaupt?"

DAS war eine wirklich gute Frage. Und weißt Du was, Katerchen? Ich kann sie bis heute nicht beantworten - außer mit einem ganz profanen "Ich halt". Es gibt so viele Facetten, so Vieles, das ich selbst nicht kenne, Einiges, das ich nicht will und doch habe. Und Du hattest immer Recht mit Deinem "Du weißt doch gar nicht, wer ich bin" und ich mit meinem "Du erkennst mich nicht" und doch nicht Recht. Kannst Du ob all der Theorien das Universum begreifen? Kannst Du verstehen, was Gott ist? Kannst Du erklären, was Liebe ist? Siehst Du... Es gibt Mysterien, die nicht geklärt werden müssen und trotzdem ihre Existenz und Existenzberechtigung haben. So auch ich. So auch Du.

Wer ich bin? Ich, Löwenmama, Frau, Mensch, Genießer, Wildkatze, Mädchen, Abenteurer, Kräuterfrau, Wißbegierige, Ignorant... und traurig. Und sehnsüchtig. Und gerne Schwierigkeiten auf mich nehmend, wenn denn jemand sie mit mir teilt. Und und und....



geschrieben von: Replique

So viele Jahre... so viele Jahre. Ich schwimme weg in einem Tränenmeer. Kalter Stahl kühlt meine Wangen, die Tiefe lauert.

Immer, immer tat ich, was ich meinte, was Du wolltest. Was Du sagtest, was ich soll. Immer. Ich? Ich war mir egal. Wichtig warst immer nur Du. Du und Deine Kinder. Die auch die meinen sind. Und jetzt ist alles so... dramatisch. Ich habe dich verloren. Es war, wie einen wichtigen, vielleicht den wichtigsten Teil in mir zu verlieren. Ich habe nichts provoziert, immer nur für Dich und die Kids gelebt. Immer. Mich dabei verloren. Alles verloren. Und jetzt bekomme ich, was ich will. Eine Chance, gerade auch für Dich, Dein Leben zu leben, Du sollst glücklich sein, jemanden haben, der Dich wieder spiegelt, denn ich kann es nicht. Wie ich es so sehe, konnte ich es wohl auch nie. NIE. War denn alles nur ein Betrug? Habe ich denn wirklich soo sehr daneben gelegen in meinem Rätselraten, was Du wolltest?

Jetzt steh ich hier. Habe alle meine Träume verloren und verliere weiter. Immer weiter. Träume, Ideale, Erinnerungen. Mich wieder. Ich war nichts. Für Dich. Eine fixe Idee, eine Möglichkeit, einen Traum zu realisieren. Doch mein Innerstes ... hm... spielte dabei wohl keine Rolle. Ich wollte doch nur in irgendwas mal gut sein. Endlich mal. Und wenn es in so etwas Subjektivem wie Ehefrau- und Muttersein ist, ich wollte gut sein. Ich habe alles gegeben, was ich konnte. In jeder Minute, in jeder Sekunde. Doch auch hier hat es wieder nicht gereicht, Über das Mittelmaß werde ich wohl nie hinauskommen.

Ich bin einfach nur enttäuscht. Von mir. Da wollte ich nie wieder hin. Ich war so stolz auf mich, dieses Loch, diesen unglaublich tiefen Abgrund überwunden zu haben, doch er holt mich ein. Ein schwarzer Schatten greift nach mir und macht mir alles streitig. Meine Existenz, meine Erinnerungen, meine Intentionen. Einfach alles. und ich bin völlig am Boden. Wieder mal angekommen.
Oh, ich weiß ja, was Du denkst. Auch wenn Du es nicht glaubst, ich habe immer auf alles gelauscht, was da kam oder auch nicht. Ich hatte Liebe für uns beide. Immer. Jetzt ist sie alle. Der Topf ist leer. Und ich bekomme ... nichts. Und es wird in der Zukunft wohl auch noch mehr desselben geben, wenn nicht Schlimmeres.
Aber Du wirst gewinnen. Du kannst nur gewinnen. Das tust Du immer.

Ich verliere. Das hab ich immer getan.



geschrieben von: Replique

Der Abend, an dem ich den letzten Eintrag schrieb, war einer jener Momente, die ich nicht haben muss und doch schon so oft erleben musste. Absolute Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit. Am Ende aller Kräfte, durchgeschüttelt von allen Emotionen, die man so haben kann... allen negativen Emotionen, die man so haben. Ich ließ mir durch den Kopf gehen, was genau mich denn so durcheinanderbrachte... in Betracht kam vor allem die Angst vor dem, was mich erwartete. Doch das war es gar nicht. Ich bin kein Materialist, denke, daß Geld nicht glücklich macht, zu wenig davon zu haben, unglücklich machen kann. Doch ich hätte ja welches gehabt. Ein Dach über dem Kopf, zu essen, Internetanschluss und vor allem anderen: glückliche Kinder, die eine nicht-mehr-unglückliche Mutter haben und ertragen müssen. Mehr brauch ich nicht.
Doch ausschlaggebend war eine Stunde Zeit miteinander. Wir waren zusammen unterwegs, alle zusammen. Du warst so frei wie soo viele Jahre nicht. Frei von mir. Frei davon, Dir zu überlegen, was ich wohl gerade wollen könnte. Du warst Du selbst und das mit so viel Selbstverständnis. Mit Hingabe. Du schienst so zufrieden. Ein Anblick, der in den vergangenen Jahren so rar war, dass ich aufhörte daran zu glauben... An Dich zu glauben.
Und jetzt? Ist alles anders. Wir sind zwei völlig andere Menschen als vor 15 Jahren. Ja klar, wir kennen uns wie sonst niemand uns kennt. Und doch... So viele neue Facetten, so viele neue Zugeständnisse, die mit Selbstverständnis gegeben werden, ohne gefordert werden zu müssen.
Heute war einer der schönsten Tage in den letzten - weiß nicht - 5 Jahren, die ich erleben durfte. Miteinander. Sich aneinander herantastend. Liebevoll und nicht fordernd. Nicht interpretierend. Frei.
Ebenso ist das Ende dieser Entscheidung, die wir zusammen trafen, frei. Ich weiß das sehr wohl. Ich werde alles daran setzen - wie immer - zu bekommen, was ich will. Ich habe einen Weg gefunden, als Du einen fandest. Merkwürdig...
Aufgegeben habe ich in den letzten Monaten so viel. Teile meiner selbst, Menschen, die mir viel bedeutet haben, Träume, die ich im geheimen träumte. Vielleicht hat es sich gelohnt. Lass es uns herausfinden. Gemeinsam.



geschrieben von: Lord_Fallerton

Sollten Kommentare unerwünscht sein, so lösch dies bitte.

In so manchem Pfad zuvor war viel zu lesen von Schicksal und Leid. Worte waren oft nichts mehr, als die Schatten ihrer selbst. Du schreibst so, dass es es mir wir ein mühsam kontrollierter Vulkan vorkommt, der Deinen Worten Leben schenkt.
Doch der Vulkan scheint nur noch zu brodeln zum Ende hin. Hauch ihm Leben ein mit der Energie, die zwiefelsohne in die wohnt! Bring ihn zum Kochen. Irgendwo ist sie, die Energie.

Du bist nicht raus.



geschrieben von: Replique

Eine Woche. Eine ganze Woche voller Wärme, Zuneigung, Erfüllung, sich Wiederfinden, sich Entdecken. Liebe. Verständnis. Auch Vertrauen.

Es war die schönste Woche, die mir in den letzten traurigen Jahren vergönnt war und ich wollte, sie würde nie enden. Ich will weiter die schwelgende Genießerin sein, Quell liebevoller Blicke, der Mensch, der Dich erdet. Der Dir Halt gibt und Dich gleichzeitig das Fliegen lehrt. Ohne Ängste vor dem Absturz, der einst in Deinen Augen unvermeidlich folgen musste. Ich werde Dir beweisen, dass nicht jedes Fliegen in einer Bruchlandung enden muss. Aber vielleicht endet es doch so und wir landen zusammen auf einer einsamen Insel, die nur uns zweien gehört. Auf der wir nur wir sein dürfen, ohne Rücksicht auf Dinge, Erwartungen, die andere möglicherweise an uns stellen könnten. Im Prinzip ist egal, was passiert. Wenn wir uns nur weiter haben können.

Mit Liebe und Freude im Herzen



geschrieben von: Replique

Ich treibe in einem Fluß. Das Wasser umspült zärtlich meine Haut, die Sonne scheint wärmend auf mich hinab. Ich schließe die Augen und lasse mich einfach nur treiben. Nicht wissend, wohin die Strömung mich führen wird. Ich weiß nur, dass es sich wunderbar anfühlt.

Doch in manchen Momenten habe ich Angst, dass ich es nur träume. Oder dass es in Wahrheit ein weiterer Tod ist. Und das Bild dreht sich, wird zu der im Wasser treibenden Ophelia. Eines meiner Lieblingsbilder. Die Angst, sterbend zu treiben, lässt mich manches Mal aufschrecken, erschrocken die Augen aufreißen. Diese Momente zeigen mir, dass das Leid der vergangenen Jahre und Monate tief sitzen und Narben hinterlassen haben. Diese Narben erinnern mich daran, wie wenig wert alles sein kann, wie wertlos und am Ende sich ein Mensch fühlen kann. Wie kräfteraubend und anstrengend ein Erwachen sein kann. Wie nah ein Erwachen am vollständigen (Seelen-)Tod sein kann. Auf Messer's Scheide. In manchen Augenblicken möchte ich die Richtung ändern - nicht weil sie falsch ist, sondern weil es ungewohnt ist, nicht um etwas zu kämpfen, sich treiben zu lassen, ohne mit allen Vieren zu rudern, zu strampeln, um über Wasser zu bleiben.

Und so schließe ich die Augen wieder. Seufze zufrieden, fühle die Sonne über mir, die Sonne in meinem Herzen, nun wissend, dass die Richtung, die die Strömung mit mir einschlägt, die Richtige ist. Und das Wasser macht mich leicht, umspült mich wieder sanft und ein traumhaft schönes Ufer kommt in Sicht...



geschrieben von: Replique

Ein Tag voller Sonne, mit mit Wuchtpinseln in den Himmel getupften Wolken, Sommerdüften. Angefüllt mit noch mehr Duft. Die verschiedenen Aromen der Kräuter, die ich heute schnitt und zum Trocknen aufhängte, umwehen mich noch immer. Salbei mischt sich mit Goldthymian und Minze.

Du kommst zu mir, die Gedanken bei Deinen schwierig zu lösenden Problemen, nimmst mich in die Arme und schaust mich an. Ich denke in solchen Momenten gar nichts und glaube, es geht Dir genauso. Es ist, als würde die Zeit stehenbleiben, die Welt innehalten. Nur Wimpernschläge. Nur noch wir auf dieser Welt, keine triefenden Nasen, keine Rasenmähergeräusche um uns, keine schwer zu lösenden Probleme, keine abweisenden Familienmitglieder, keine Klatschmäuler, keine sich streitenden Kinder, keine durch Hecken abhauenden Katzen - eben nichts als nur der Augenblick.

Und doch. Wenig später meinst Du, ich sähe seit Tagen traurig aus. Hm. Traurig. Es ist vielleicht nicht das richtige Wort - das weiß ich selber nicht. Aber ja, es stimmt, irgendwas verhindert das wohlige Treiben im plätschernden Flüßchen. Ist der Drang, die Richtung selber bestimmen zu wollen, so groß? Möglich, dass es eine Frage der Gewohnheit ist. Raucher oder Menschen mit - sagen wir - gestörtem Eßverhalten wissen, was ich meine. Es ist eine Befreiung, nicht Rauchen zu müssen, nicht Essen/NichtEssen zu müssen. Doch nach den ersten richtigen Erfolgen kommt ein Tief. Vielleicht bin ich in so einem Tief. Ich weiß es nicht und um ehrlich zu sein, will ich es auch gar nicht wissen. Mir geht es gut, ich fühle mich wohl und ausgeglichen, ich kann genießen, alles passt wieder. Wenn hier und da ein kleiner Riss auftaucht und mir zeigt, wie es einst war und wie es wieder werden könnte, wenn ich nicht aufpasse, dann ist es okay. Es ist gut wie es ist.

Die Wärme des sich langsam wieder erhitzenden Laptops, das seine Jahre vermutlich so langsam abgedient hat, verstärkt den Kräuterduft. Ich genieße. Ich ernte, was ich säte.



geschrieben von: Replique

Stunden im Wald. Mit Wasser. Mit Waldgeräuschen, Waldgerüchen. Erinnerungen. Ich habe meine halbe Kindheit im Wald verbracht, sie genießen dürfen mit mehr Freiheit als es sich die meisten Kinder heute überhaupt vorstellen können. Den ganzen Tag unterwegs, radelnd, rennend, schwimmend.
Es war ein schöner Tag heute. Auf weichem Waldboden sitzend, die Augen geschlossen, den Vögeln bei ihrer Freude über das schöne Wetter lauschend. Das Gurgeln des Baches. Er hat seine Quelle in genau diesem Walde, entspringt eiskalt und klar der Erde. Nach nur wenigen Minuten in diesem ursprünglichen Wasser schmerzen die nicht sehr empfindlichen Füße. Ein Traum aus Duft und Ruhe und Entspannung.

Kontrastprogramm zuhause. Das Fußballspiel der Deutschen in weit entfernten Landen, das so viele Menschen hier zu begeistern vermag. Ich kann die Begeisterung nicht nachvollziehen. Es ist nicht schön, an einem solchen Tag in der Stube zu hocken, vor dem Dingen, das vielen das Leben ersetzt. Und fremden Menschen bei körperlicher Ertüchtigung zuzuschauen, statt sie selber zu haben. Laut zu grölen, wenn die Fremden erfolgreich waren. Entsetzlich aggressionsfördernd zu tröten, sich in das Auto zu werfen, wenn betreffende Menschen in weit entferntem Lande gewonnen haben, nur so zum Spaß die Umwelt zu verschmutzen, viel zu schnell durch die Straßen zu heizen und wiederum die Ohren ruhigerer Menschen zu überdrönen. Es hat mich auch aggressiv gemacht.

Hinzu kommt dieses allgemeine SichMiesFühlen, das sich immer breiter macht. Freunde, die ich für Freunde hielt, die sich nicht melden. Ich zweifle. An mir. Zumindest wenn so viele Menschen mich nicht als wichtig genug erachten. Egomane.? Nein, nur überempfindlich. Manchmal ein wenig einsam. Trotz neugewonnener alter Liebe. Manien aus alten Zeiten kriechen wieder in mir hoch, werfen mich zurück, lassen mich Angst haben vor... davor, dass sich meine Träume nie erfüllen lassen, nie erfüllen werden. Wenn man an etwas wachsen kann, kann man auch an etwas eingehen. Wenn einen Dinge fliegen lassen können, könnten sie auch Abstürze verursachen. Hätte Wenn und Aber... die alten Manien.

Das Gewitter wird es bereinigen. Denke ich.



geschrieben von: Replique

Zuwenig. Es ist zu wenig. Ich verdurste.

Das Gewitter hat nichts bereinigt. Nein. Doch die kühle Luft, die hier hineindrang, ließ mich wieder klar denken und fühlen können. Und das Ergebnis ist: es fehlt irgendwas. Ich fühle mich wie jemand, der in der schönsten, grünsten Oase der ganzen Wüste steht und doch nicht an das erfrischende, ja lebensnotwenige Naß herankommt. Ich durchwanderte die tiefen, entsetzlich heißen und bedrohlichen Sandtäler, spürte die versengende Sonne auf meiner Haut und kurz bevor ich starb, erschien diese unendlich verlockende, blühende Insel am Horizont. Wie für mich geschaffen, nur für mich gemacht. Ich ging darauf zu, mir im Klaren, es könnte nur eine FataMorgana sein, spürte die Kühle und Frische unter meinen Füßen. Stehe vor dem Brunnen mit dem lebensspendenden Wasser und bin nicht imstande, davon zu kosten.

So fühlt es sich an. Zuwenig. Ich verdurste. Gib mir mehr, gib mir mehr von Dir. Ich habe Angst.



geschrieben von: Replique

"Eigentlich bin ich ein ganz einfacher Mensch" sage ich zu Dir und Du schaust mich an, musst Dich arg zusammenreißen, nicht laut loszulachen, schnaubst belustigt. "Wie kommst Du denn auf das schmale Brett?" fragst Du mich....

Weißt Du, es ist, wie ich sage. Hier - in meiner eigenen kleinen Welt - ist es ganz einfach. Du gibst alles, was Du hast, was Du geben kannst und wirst gespiegelt, und alles ist gut. Da draußen - in dieser echten Welt - ist es schwieriger, ich geb es ja zu. Das einzige, das ich erwarte von Menschen - ob sie Freund sind oder Partner - ist, dass sie den Schleier von den Augen nehmen, wenn sie mich ansehen. Dass sie alles vergessen, was ihren Geist belastet und sich an alles erinnern, das ihre Seele ausmacht. Dass sie DA sind. Völlig.

Im Grunde ganz einfach.



geschrieben von: Replique

Geh raus. Such Dir einen Job. Du brauchst das. Das wird Dir guttun. Es ist das, was Dir fehlt.

Sagtet Ihr.

Okay. Ich habe einen Job. Und er macht sehr viel Spaß, ist wie auf mich zugeschnitten. Keine Frage.
Doch ich habe überhaupt keine Ahnung, was das für mich ändern sollte in Euren Augen!? Ich habe jetzt sehr kurzfristige Kontakte - genau wie vorher auch, nur in einem anderen, vielleicht zusätzlichen Kontext. Was ich wirklich will, sind Menschen, denen ich zuhören kann, die mir zuhören. Menschen, die mir in einem intensiven persönlichen Kontakt die vielen Gesichter ihrer selbst zeigen können. Die ich kennenlernen darf. Vielleicht besser als andere Menschen. Aber das ist das Gegenteil zu diesen geschäftlichen Kontakten. Versteht Ihr mich denn so gar nicht? Wie kommt Ihr denn bloß auf den Gedanken, dass diese Oberfläche auch nur irgendwas in mir berühren könnte?

Ganz generell stelle ich fest, dass es viele Menschen aber eben gerade so sehen. Sie gehen ihrer Erwerbstätigkeit nach, fühlen sich dort sozial eingebunden, pflegen sonst nur wenige Kontakte (maximal noch ein paar alte Schulfreunde), leiden, wenn sie für ein paar Monate in die Babypause gehen, unter Entzugserscheinungen - aber nicht wegen der anspruchsvollen, Freude bereitenden Arbeit, sondern weil sie sonst nicht "raus" kommen, keinerlei Sozialfeld haben, auf dem sie sich austauschen können. Ich finde das merkwürdig und sehe es als Lebensmodell, das für mich (jetzt und in der Vergangenheit) keinesfalls in Frage käme.

Was ich will? Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Euch, mit Haut und Haaren, mit allen Sinnen. Nur für mich - wenn auch auf Zeit. Ja. Ich will mal wieder mit meinem Fürsten durch die Straßen ziehen, an seiner Seite seine Gedanken erspüren, seine Freundschaft spüren. Ich will mal wieder in den liebevollen Armen meiner Königin liegen, ihre ganze Zuneigung spüren. Ich möchte Menschen vor mir sehen - real, die ich gut zu kennen glaube, die ich sehr mag. Weil sie mich verstehen, weil ich sie verstehe. Weil es EIN Konzept ist, aus dem wir gemacht wurden.

Ich will Zuneigung, Liebe, Wärme, vielleicht Hingabe, auch Streit - konstruktiv, ich will mich mit Euch auseinandersetzen und somit auch die Chance haben, mich mit mir auseinanderzusetzen. Aus Euch lernen. Für mich. Auch für Euch.



geschrieben von: Replique

Ich liebe die deutsche Sprache... Auf der Suche nach einem neuen Mantra für meine liebste Fischkopphessin stieß ich auf folgenden Begriff:

Annehmen.

Wenn ich etwas von jemandem annehme, in der Regel also ein Geschenk, erweise ich ihm Freundschaft. Ich zeige, dass ich Vertrauen habe. Ich reiche die Hand, teile das Essen. Ich nehme es an, statt es abzulehnen. Eine Geste, auf jemanden außerhalb meines eigenen Geistes projiziert.

Wenn ich sage: "Ich nehme doch mal an, dass Du/Sie...", dann schlussfolgere ich aus vorher Gesagtem. Will Bestätigung für meine Deutung seiner/ihrer Worte und Mimik.

Führe ich ein Gespräch, in dem es darum geht, jemandem eine Sache verständlich zu machen, ihm etwas näher zu bringen, benutze ich die Wendung: "Nehmen wir doch mal an...". Ich setze also etwas voraus, ziehe ein Gedankenkonstrukt zu Rate, um einen logischen Schluss zu erarbeiten. Um eine Möglichkeit aufzuzeigen.

Die letzte Deutung dieses Begriffes, die mir einfällt und die für mich in diesem Zusammenhang interessanteste: Sich selbst annehmen. Komplimente annehmen. Es auf sich selbst zu übersetzen, es glauben, es verinnerlichen. Und weißt Du, Süße? Wir müssen.

~Nimm es an~



geschrieben von: Replique

Unendlich anstrengend, kräfteraubend. Als ich wieder nach Hause kam, empfing mich diese unendliche Kälte, der ich nicht begegnen kann - ohne entweder daran zu erfrieren oder mich selbst zu verleugnen.
Du fragst, was denn nun schon wieder sei... hm, was soll schon sein, ich verwinde so einen Block nicht so einfach wie Du. Auch Vorwürfe Deiner speziellen Art sind kein leichter Brocken. Mich interessiert nicht, was war oder was sein wird. Aber das Jetzt, das will ich haben. Mit allen Sinnen.

Die Angst, die Möglichkeit, es gäbe keinen Weg für uns beide, schwelt in uns beiden. Nicht nur in Dir. Wenn der Glaube in mir auch stärker ist. Doch was ist, wenn der Zweifel, den Du hegst, meinen Glauben zerstört? Wenn Dein Zweifel uns zerstört?

In einigen Momenten ist es schwer - so schwer. Zwischen Wut und Trauer, Fassungslosigkeit und Angst. Doch sei gewiss: so leicht werde ich nicht aufgeben!



geschrieben von: Lord_Fallerton

Lass' Dich umarmen und Dir Wärme und Geborgenheit geben. Auch wenn dies von kurzer Dauer ist, so kommt es bedingungslos aus tiefstem Herzen.





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