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Zitat:
Original geschrieben von Rayk
...decartes benutzt das traumargument (ich könnte diese ganze welt nur träumen - niemand kann das gegenteil beweisen) nur dazu um zu dem schluss zu kommen, dass das einzige dessen man sich gewiss sein kann ist, dass man selbst existiert ("ego sum, ego existo" - ich denke, ich bin) ...man kann absolut alles anzweifeln abgesehen davon, dass man zweifelt... Zweifel/Denken = Zweifelnder/Denkender - und als solcher existiert man demzufolge unanfechtbarerweise - es ist also möglich, dass ich euch alle und diese ganze welt nur träume - ich kann mir allerdings sicher sein, dass ich kein traum bin, denn dann könnte ich mir keine gedanken machen. ^^
Zitat:
Original geschrieben von Gezeichneter
Der Subjekt-Objekt-Gegensatz wird eine Jedermann zufriedenstellende Beantwortung der Fragen vermutlich verhindern.
Zur letzten Frage: Wenn die Realität nicht existiert, ist sie nonexistent und damit auch nicht "Realität". Selbstredend kann sie dann auch nicht wahrgenommen werden. Niemand kann nichts wahrnehmen. "Das Sein wohl west ohne das Seiende" würde Heidegger hier wohl lakonisch kommentieren.
Existiert sie aber und ist nur niemand da, der ihre Existenz (auch als solche) wahrnehmen könnte, machte dies den Thread überflüssig, denke ich.
Die Frage scheint mir deshalb eher darauf abzuzielen, wieviel von dem, was wir als objektiv annehmen, für uns alle gleichermaßen absolut i.S.v. "tatsächlich vorhanden" ist. Zumindest der vorliegende Thread scheint mir das zu sein. Immerhin ein Anfang.
In meinen Augen könnte die Diskussion an Substanz gewinnen, wenn man im Zuge des Herantastens an den Kern der Diskussion u.a. auf Watzlawick, Wittgenstein und Schopenhauer einginge (nur ein Vorschlag):
Watzlawick vertritt im Sinne eines radikalen Konstruktivismus' u.a. die These, dass Wirklichkeit durch Kommunikation entsteht, das Unvermeidliche, Nichtleugbare und Absolute - soweit erkenn- oder erfahrbar - durch Austausch hierüber quasi "den letzten Schliff" im Sinne einer "Übereinkunft" erhält.
Wittgensteins These: "Die Welt ist, was der fall ist" (Tractatus logicus philosophicus, Satz 1.1) und die darauf aufbauenden Sätze scheinen mir ebenfalls nützlich für eine konstruktive Diskussion der aufgeworfenen Fragen.
Schließlich könnte auch Schopenhauers Einleitung in "Die Welt als Wille und Vorstellung" einem weiteren Austausch über die Problematik dienlich sein:
"Die Welt ist meine Vorstellung: - dies ist die Wahrheit, welche in Beziehung auf jedes lebende und erkennende Wesen gilt; wiewohl der Mensch allein sie in das reflektierte abstrakte Bewußtsein bringen kann: und tut er dies wirklich, so ist die philosophische Besonnenheit bei ihm eingetreten. Es wird ihm dann deutlich und gewiß, daß er keine Sonne kennt und keine Erde, sondern immer nur ein Auge, das eine Sonne sieht, eine Hand die eine Erde fühlt, daß die Welt, welche ihn umgibt, nur als Vorstellung da ist, d.h. durchweg nur in Beziehung auf ein anderes, das Vorstellende, welches er selbst ist. - Wenn irgendeine Wahrheit a priori ausgesprochen werden kann, so ist es diese...."
Zitat:
Original geschrieben von ArrogantNick
Nix, würdest Du mich heiraten?
So ganz in echt?
:D
Zitat:
Original geschrieben von Nix
Schick mal 'n Pic. :D
...
Zitat:
geschrieben von EvenInDeath
was ich meine ist, könnte es nicht sein, dass alles was ich erlebe, was um mich herum passiert nur ein Traum ist?
Oder sind es gar die kleinen grünen Männchen die mich eines Nachts aus meinem Bett entführten, mein Gehirn von meinem Körper trennten, und es an einen Computer anschlossen, der nun mein Leben simuliert?
Das hört sich jetzt alles ein wenig absurd an...
Zitat:
Original geschrieben von EvenInDeath
dennoch finde ich es "erfrischend" neben dem ganzen Alltag und der Routine über solche Sachen nachzudenken...
Es ist unbewiesen, dass das Seiende keine Spekulation ist. Solange nichts mehr ist als Spekulation, kann ich auf jede beliebige Art spekulieren.Zitat:
Hellscream: … was bringt es dir, über das erdenkbare zu spekulieren? … Also sollte dich lieber nicht die Frage nach denn was denkbar sein könnte beflügeln, … sonder die nach dem was ist und wie dieses Sein beschaffen ist.
Zitat:
geschrieben von Grauauge
Dass Farbe eine objektive Eigenschaft von Objekten ist, wurde nie bewiesen. Und ebensowenig ist bewiesen, dass Festigkeit eine objektive Eigenschaft von Objekten ist. Keine Eigenschaft eines Objektes ist bewiesenermaßen eine objektive Eigenschaft. Damit ist jedoch auch kein Objekt objektiv, mit anderen Worten: was zu sein scheint, existiert nicht zwingend.
Von Foerster, Heinz: Das Konstruieren einer Wirklichkeit, in Watzlawick, Paul (Hrgs.): Die Erfundene Wirklichkeit/Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? Beiträge zum Konstruktivismus, Münschen, (1981)2008“Zitat:
„Das mag erstaunlich sein, sollte jedoch nicht überraschen, denn tatsächlich gibt es ja, 'da draußen' weder Licht noch Farbe, es gibt lediglich elektromagnetische Wellen; es gibt 'da draußen' weder Schall noch Musik, es gibt nur periodische Schwankungen des Luftdrucks; 'da draußen' gibt es weder Wärme noch Kälte, es gibt nur Moleküle, die sich mehr oder minder groß mittlerer kinetischer Energie bewegen, usw...“„
Zitat:
geschrieben von Grauauge
Es ist unbewiesen, dass das Seiende keine Spekulation ist. Solange nichts mehr ist als Spekulation, kann ich auf jede beliebige Art spekulieren. [...]
Intersubjektivität ist auch nicht bewiesen. Wahrnehmung ebenso wenig. – Man kann nicht Unbewiesenes mit Unbewiesenem beweisen. Übrigens ist selbst das Beweisen unbewiesen und die Logik auch. Keine Aussage, die sich nicht an- und zerzweifeln lässt. Schließlich lässt sich auch das Zweifeln anzweifeln.
Das ist ein Irrtum von mir, den ich nur schwer überwinden kann. Es tut mir leid.Zitat:
Hellscream: Ich frage mich nur dieser Position deinerseits, warum du davon ausgehst das das hier irgendjemand ließt beziehungsweise das das hier irgend einen Sinn hat?
Zitat:
Original geschrieben von Nix
@Hag: YMMD
Zitat:
Original geschrieben von hagzissa13
???
Sorry, aber ich bin in diesem neumodischen Abkürzungsgedöns nicht die fitteste. Was soll denn das heißen?
Zitat:
Original geschrieben von JohnSteed
Nun, wer heutzutage "unerleuchtet" ist, ist selber schuld.
Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen.
Wer Kant falsch liest und Adorno gar nicht, dafür aber ausgiebig die Bildzeitung, dem kann ich beim besten Willen nicht helfen!
Zitat:
Original geschrieben von Grauauge
Ich formuliere kurz:
Wirklichkeit ist Phantasie. Phantasie ist Wirklichkeit.
Bitte bringe mal einen Beweis dafür, dass Kant so gedacht hat!Zitat:
Nix: Wie die Welt sich uns gegenüber darstellt, wie sie sich durch uns mit unseren Sinnen erfahren lässt, ist ein schemenhafter Abklatsch dessen, wie sie wirklich ist ….
Deine Argumente stellen keinen Letztbeweis dar. Letztlich ist doch alles Spekulation, denn alle Prämissen und Axiome, die Du in einem Beweis verwenden würdest, sind anzweifelbar. Du kannst keinem Phänomen ansehen, dass es Resultat der Interaktion zwischen Realität und Bewusstsein ist. Du kannst es nur fest glauben.Zitat:
Hellscream: Aber jeder Mensch würde davon ausgehen das das beobachtete Phänomen etwas mit der Wirklichkeit zu tun hat, ohne diese Vermutung bricht das minimal Konstrukt in sich zusammen das uns überhaupt handlungsfähig und lebensfähig macht. Oder anders gesagt, wir hätten unsere bisherige Evolution nicht überlebt.
Zitat:
Original geschrieben von Grauauge
Wer möchte den Beweis antreten, dass Wirklichkeit nicht allein Sache des Bewusstseins ist? Nur zu, ich bin gespannt darauf.
Ist das so oder glaubst Du das?Zitat:
decay73: … weil Mensch alles, was er wahrnimmt, durch sein Gehirn schleust und das Bewußtsein dann eine Bewertung der erfahrenen Dinge vornimmt.
Zitat:
Original geschrieben von Grauauge
Ist das so oder glaubst Du das?
Zitat:
Original geschrieben von Grauauge
Ich habe das Gefühl,
Zitat:
Es fehlt wohl die Motivation, die eigenen Überzeugungen systematisch in Frage zu stellen. Schließlich fühlt man sich ja damit wohl.
Zitat:
Original geschrieben von EvenInDeath
[...] ob nicht das ganze Leben [...]
Zitat:
[...] oder Teile davon [...]
Zitat:
[...] nur Einbildung wären [...]
Zitat:
Original geschrieben von Grauauge
Wer möchte den Beweis antreten, dass Wirklichkeit nicht allein Sache des
Bewusstseins ist?
Zitat:
Original geschrieben von Elementarsatz
Als "Einbildungen" bezeichnet man Vorstellungen, die nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen.
Schon daraus erhellt, dass die Aussage "Die Wirklichkeit ist nur Einbildung" schlichtweg Unsinn ist.
Zitat:
Original geschrieben von Davy Crockett
...da du nicht wirklich wissen kannst, wie die Wirklichkeit jenseits deiner Vorstellungskraft beschaffen ist, ist jedes Bild, das sich dein Geist von jener zusammenreimt, notwendigerweise unvollständig und subjektiv - und damit nicht mit der Wirklichkeit als solcher identisch...
Zitat:
Original geschrieben von Elementarsatz
Das hat auch niemand gesagt. Aber die These, die hier rumschwirrte war ja, dass alles, also auch die Wirklichkeit selbst, "Einbildung" sei, und das ist etwas ganz anderes als die skeptische These, dass wir die Wirklichkeit nicht vollständig erkennen können.
Und beiläufig bemerkt: Auch unsere Vorstellungen sind natürlich ein Teil der Wirklichkeit. Dieser Teil der Wirklichkeit steckt zwischen den Ohren.
Zitat:
Original geschrieben von Davy Crockett
[B]...die Vorstellungen über die Wirklichkeit sind so gesehen auch Teil derselben...wie eben auch ein Bild von einem Wald ebenso Teil derselben materiellen "Realitätsebene" ist wie der Wald selbst...doch der wesentliche Unterschied ist und bleibt bestehen: das Bild vom Wald ist nicht identisch mit dem Wald, also ein anderer Teil derselben "Wirklichkeit", der Parallel zu diesem besteht, ohne mit dem anderen Element namens "Wald" jemals deckungsgleich zu sein...und was auf dem Bild zu erkennen ist, mag eine gänzlich andere Vorstellung von einem "Wald" beim Betrachter evozieren als ein tatsächlicher Wald...der Einwand bleibt also bestehen: deine Gedanken als Teil derselben Wirklichkeit, die durch sie abgebildet wird, können dir nicht die Gewissheit verschaffen ein reines, unverfälschtes Bild dieser Realität zu liefern...
Zitat:
Original geschrieben von Elementarsatz
Habe ich auch nie behauptet. Auch wenn wir über Methoden verfügen, unsere Vorstellungen von der Welt zu verbessern, zu erproben, und auf diese Weise der Wahrheit anzunähern.
Aber die ursprüngliche These war wie gesagt nicht, dass unsere Vorstellungen nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen, sondern dass die Wirklichkeit selbst eine Einbildung, also Vorstellung ist. Und da weiß ich nicht mal, was das bedeuten soll.
Zitat:
Original geschrieben von Davy Crockett
...da niemand genau weiss, wie die Wirklichkeit aussieht, ist sie das auch - nämlich Einbildung...etwas, das sich prinzipiell einem unmittelbaren Zugang entzieht,
Zitat:
existiert so gesehen für uns nicht
Zitat:
die vom Menschen erdachte soziale Wirklichkeit des Kapitalismus besteht aus Lüge, Täuschung, Vezerrung und Ideologie - um die Menschen möglichst dumm zu halten und vom Denken abzuhalten...
Zitat:
Original geschrieben von Davy Crockett
...da niemand genau weiss, wie die Wirklichkeit aussieht, ist sie das auch - nämlich Einbildung
Zitat:
"unsere" Wirklichkeit...die noch dazu nicht einmal für alle Menschen ganz dieselbe ist...der Schizo lebt in einer ganz anderen Realität als der "normale" Massenmensch...
Zitat:
weil der Massenmensch und Parteigänger der vom herrschenden System zwangsverordneten "Wahrheiten"
Zitat:
(wie z.B., der, dass Geld nicht stinkt) meint er sei der Boss, und seine "Wahrheit" sei die Wahrheit an sich - nur weil die Masse der gleichgeschalteten Herdentiere um ihn herum die Welt ebenso sieht wie er selbst...er gleicht darin zu 100% dem religiösen Fanatiker, der alle Menschen von seiner Sichtweise der Dinge bekehrt wissen will...der gesellschaftliche Wahrheitsdiskurs hat mit dem Streben nach Erkenntnisgewinn über "die Welt" daher auch nicht das allergeringste zu tun...die vom Menschen erdachte soziale Wirklichkeit des Kapitalismus besteht aus Lüge, Täuschung, Vezerrung und Ideologie - um die Menschen möglichst dumm zu halten und vom Denken abzuhalten...
Zitat:
zu der Frage ob alles nur ein Traum, eines Einzelnen ist würde ich behaupten: wenn sich die "Wirklichkeit", im Falle alles wäre ein Traum, so verhält wie die "Wirklichkeit", wäre es kein Traum ist es nur eine individuelle Frage der bennenung.
Zitat:
Original geschrieben von LaChatte
@Elementarsatz
schön dich auch wieder mal zu lesen.:)
Zitat:
ich bedaure allerdings, feststellen zu müssen, dass du nach wie vor viel zu sehr an Sprache klebst und Begriffen mehr Realität gibst als der Wirklichkeit selbst. ;)