[Wenn wir beginnen, das zu lieben, was wir hassen...] - German Gothic Board

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Wenn wir beginnen, das zu lieben, was wir hassen...

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: unseen spark

Klingt wie der Titel eines Buches *g*... Aber nun zum Thema:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier mit so einem Thema richtig bin - also wenn nicht: Bitte verschieben! Danke. :)
Auch bin ich mir nicht ganz sicher, ob es so etwas ähnliches schon mal gab, aber lange Rede - kurzer Sinn, ich fang jetzt einfach mal an...
Ich habe schon häufig erlebt, dass Menschen anfangen, dass zu lieben, was sie hassen, auch wenn sie es sich (erst?) nicht eingestehen... Womöglich erst beim Verlust...
Oder liegt alles nur an der Gewöhnungssache oder so? Das einem einfach das 'tägliche hassen' fehlt?
Wird einem auf einmal Bewusst, dass der Hass gar nicht so groß war sondern nur 'Einrederei'?
Oder handelt es sich um diese 'Hass-Liebe' oder so?

Erster Fall:
Ein nicht gemochter Klassenkamerad verlässt die Schule! Jeder fand ihn bescheuert, regte sich auch mal gerne über ihn auf. Alles (okay, gemein, ist aber so) freut sich also ...
Dann in den nächsten paar Tagen/Wochen: Ach, irgendwie war er doch gar nicht so schlimm. Richtig nett sogar irgendwie... Och warum ist er nun bloß weg? HEUL!

Zweiter Fall:
Die so unbeliebte Sportlehrerin gibt bei der Klasse ihre letzte Stunde - die Erleichterung ist groß. Dann dann in der Stunde, sagt sie, dass es ihr wirklich immer sehr viel Spaß gemacht hat bei der besagten Klasse zu unterrichten und irgendwie wird sie zwar insgesammt als streng aber doch freundlich empfunden.
Das Ende der Geschicht'? Am Stundenende hat jeder Tränen in den Augen stehen..

Habe ich mir jetzt quasi schon alles selber beantwortet???
Wie auch immer, ich wäre interessiert, eure Gedanken/Erfahrungen/Vermutungen/Was auch immer mitgeteilt zu bekommen. Bin also mal gespannt...

Gruß,
unseen spark



geschrieben von: Curzon

Ich würde sagen, in deinen beiden Beispielen ist der Knackpunkt, daß die Leute allgemein durch die Gruppendynamik nicht akzeptiert wurden. Die Meinung der Gruppe ist ja oft nicht die persönliche Meinung ihrer Mitglieder, vor allem, solange die betroffene Person die Rolle weiter ausführt, die sie innerhalb der Gruppenmeinung hat.
Zum ersten Fall: Wie schon gesagt, man hat ihn wohl nur deshalb scheiße gefunden, weil ihn die Meinungsführer der Klasse scheiße fanden, und diese Meinung für den Großteil der Klasse bindend ist (außer für die echten Außenseiter).
Zum zweiten Fall: Lehrer gelten in der Gruppenmeinung oft von vornherein als Feinde, und wenn diese dann noch sterng sind fährt sich die Meinung ihr gegenüber entsprechend fest. Erst wenn etwas passiert daß sie plötzlich nicht mehr die Strenge Lehrerin ist, sondern auch nur ein Mensch, und eben die Wahrheit sagt, dann wird es den Schülern auch klar.

Ist aber ein interessantes Thema, vielleicht kann man das ausweiten auf "härtere" Dinge wie das Stockhol-Syndrom (Gekidnappte Frau verliebt sich in ihren Peiniger)?



geschrieben von: broken_one

Hmm... zum grundsätzlichen Thema ( auch wenn's jetzt nicht auf die Beispiele passt )

Es gibt in der Psychoanalyse einen Abwehrmechanismus der sich Reaktionsbildung nennt.
Dabei geht es im Prinzip darum bei einem ambivalenten Empfinden einen Implus durch Überbetonung des anderen unbewusst zu machen / unter Kontrolle zu halten... So kann auch z.B. aus Abneigung Zuneigung werden ( oder andersrum ) oder immer extremere Ausprägungen von einer der beiden Haltungen ...

Passt vielleicht auch zum von Curzon erwähnten Syndrom ( etwa: "Ich darf ihn nicht hassen, sonst tut er mir sonstwas an... und diese oder jene Kleinigkeit an ihm war ja auch verhältnismäßig nett... usw... ) aber darüber weiss ich jetzt nicht näheres und es lässt sich auch sicher nicht so verallgemeinern...



geschrieben von: Feuervogel

Die ursprünglichen Beispiele passen nicht ganz zum geschilderten Phänomen - in beiden Fällen würde ich weder von Liebe noch von Hass sprechen.
Außerdem scheint mir die jeweilige Traurigkeit eher auf das Weggehen, nicht aber auf die Person bezogen. Jeder Abschied stimmt uns irgendwie traurig - immerhin ist es eine gravierende Veränderung in unserem Leben, etwas, das da war, ist weg. Selbst wenn dieses etwas so toll wie ein Furunkel war, irgenwie vermisst man den Juckreiz.
Das Stockholm-Syndrom ist schon krasser. Was ich mir vorstellen könnte, ist, dass die Abhängigkeit des Opfers vom Täter zu dieser Reaktion führt. Das Opfer befindet sich in einer Situation, die völlig unsicher für es ist. Der Täter verteilt Belohnung und Strafe, ist in der Situation aus der Perspektive des Opfers also sehr sicher. Er wirkt überlegen und sein Zustand wird erstrebenswert - das Opfer beginnt den Täter nachzuahmen, identifiziert sich mit ihm, und kann dennoch nie seine Stufe erreichen - klingt schon fast wie der Gral.
Wer mehr von Psychologie versteht, möge seine Stimme erheben.

Feuervogel



geschrieben von: unseen spark

... ich meinte ja das grundsätzliche plötzliche Lieben des Gehassten... es handelte sich bei den Beispielen nur um recht - wie ich vermute - unbeispielhaften persönliche Erfahrungen... :rolleyes: eigentlich wollte ich schon auf so etwas heraus, wie das 'Täter-Beispiel'...



geschrieben von: Tumulus

es scheint, daß Liebe und Hass überhaupt sehr nahe beieinanderliegen...ähnlich wie Faszination und Ekel.
Als Gegenteil (zu beiden) fällt mir eigentlich nur Gleichgültigkeit ein.
Erfahrungsgemäß hängt es eigentlich immer am Verhalten dessen, der einen starken Einfluss auf einen ausübt, ob man ihn liebt oder hasst...:rolleyes:



geschrieben von: magus mortuus

In der ganzen Sache liegt die Dualität. Der Mensch ist in seiner Gefühlswelt nie hundertprozentig sicher. Es ist leicht zu sagen ich Liebe dich, aber wie oft sagt man im Leben ich hasse Dich und meint es ernst. Hass und Liebe ist die Quelle unserer Kraft, sie ist etwas reines unverbrauchtes. Aber so schnell wie man liebt, so schnell sollte man auch hassen können. Ist aber meist nicht so. Was macht man denn mit Menschen die man aus tiefsten Herzen hasst? Oder was sind die Gründe jemanden zu Hassen. Da ist die Dualität einer Hass-Liebe. Das was man Hasst ist der Gegenpart in der eigenen Gefühlswelt. Wenn ein Mensch einem so weh tut, das man ihn Hasst, ist das meistens nur verletzte Eitelkeit. Damit meine ich keine Gewaltanwendung oder tiefste Seelische Erniedrigungen. Denn nur in solchen Momente ist man Fähig dieses Gefühl ehrlich zu Empfinden. Wie oft kann man dann im Leben wahrhaftig Lieben? Und wie oft funktioniert eine Liebe? Man benutzt diese Wörter viel zu schnell und zu leichtfertig. Eine Sportlehrerin kann man nicht hassen. Einen Geißelnehmer schon, in diesen Fall sogar lieben.



geschrieben von: InsaneFetish

Hass ist kein furchtbar negatives Gefühl.
Ich würde sagen gerade weil es ein sehr starkes Gefühl ist schlägt es sehr oft in Liebe um. Ein Verwechseln und nicht zuordnen können der Gefühle, denke ich.
Oder man kommt mit der Liebe nicht klar und liebt was man hasst, weil man diesen Menschen nicht am Ende einer Beziehung verliert, sondern ihn weiter hassen kann.
Ich denke mir, dass es das ist....

http://www.geocities.com/dragonschw...ovemonster.html <- meine Liebe ist ein Monster von SChweisser. Ich finde der Text des songs ist aufschlussreich. Läuft als Hintergrundmusik ist also kein Fragliches Download oder sonstiges :)
mfg
Insane Fetish



geschrieben von: Strega

ich denke, dass man aus liebe wie hass enorme kräfte ziehen kann. wie viel energie baut sich in einem auf, wenn man verliebt ist oder eine person oder einen gegenstand hasst?! ich finde, eine ganze menge. mit hass ist es ähnlich wie mit der angst, ein intensives gefühl das aufmerksam macht. wenn ich eine person nicht ausstehen kann, bemerke ich den kleinsten fehler den diese begeht. würde ich die person lieben, dann würde ich wahrscheinlich überhaupt nichts bemerken.
der grat zwischen liebe-hass, hass-liebe ist ziemlich schmal, da das eine das andere irgendwie bedingt; ohne hass wäre nichts mehr mit liebe (und andersrum), da einem das gegenteil, das andere extrem fehlen würde um diese gefühle zu empfinden, a lá: "nur wer hasst kann liebe empfinden...".

Strega



geschrieben von: Shira

Ich bin auch der Meinung das Hass und Liebe sehr nah aneinander liegen, ebenso wie Angst und Wohlbefinden oder der Tod und das Leben(obwohl die letzten beiden ja keine Gefühlslagen sind). Darüber kann man bestimmt viel spektakulieren(ist das so richtig?)denn es ist zumindest für mich sehr interessant. Ich selbst habe es mit meiner Freundin erlebt, jetzt sind wir unzertrennlich, obwohl wir uns die ganzen Jahre davor gehasst haben. Vielleicht ist es ja auch so das man jeden Menschen den man hasst, auf eine andere Art und Weise auch liebt und umgekehrt(ich glaube jetzt wiederhole ich was andere schon geschrieben haben)....aber wenn man mal bedenkt was wäre wenn man niemanden hätte den man hassen oder lieben könnte, wie leer wäre dann das Leben?
Und wenn man jemanden hat dem man hasst, ist man einerseits ja auch abhängig von ihm oder?(das wäre dann wie mit der Liebe)
Irgendwie hängt das alles zusammen und manchmal finde ich gibt es Momente wo man spürt, wie sehr man die Menschen die um einen sind mag und zwar auch die, die man eigentlich nicht ausstehen kann.



geschrieben von: Lysmea

Vielleicht kommt es einfach auf die Art des Hasses an.
Man kann auf so viele unterschiedliche Arten hassen, wie man lieben kann.
Ist dieser Hass mit Verachtung oder Neid gepaart ist es wohl wahrscheinlicher, dass eine Liebe daraus wird, als wenn der Hass aus einer tiefen - seelischen oder physischen Verletzung resultiert, man also einen echten Feind vor Augen sieht...

Es ist auch einfacher, sich in jemanden zu verlieben oder anderweitige positive Gefühle zu entwickeln, wenn man sich mit besagter Person schon gefühlsmäßig beschäftigt hat, vielleicht jeden Tag an sie/ihn denken muss, weil man sich immer aufs Neue ärgert...



geschrieben von: AlienSexFiend

...ich hab sowas selbst schon in verschiedenen Bereichen erlebt...Liebe und Hass liegen einfach verdammt dicht beieinander...gehören sehr stark zusammen...keins der beiden ohne das andere...immerhin, beides sind sehr starke Gefühle und Hass ist nicht das negativste...Gleichgültigkeit ist "schlimmer"/stärker...



geschrieben von: dark sleeper

Ich finde, dass Hass eigentlich eine sehr starke Emotion ist, welche in heutiger Zeit um einiges zu schnell von den Lippen geht.
Wirklich hassen tut man glücklicherweise nur selten, genau wie wirklich lieben. Doch schließe ich mich den Vorrednern an, diese beiden Gefühle liegen wohl wirklich nahe beieinander.
Doch ist mir die Entstehung von Hass zu Zuneigung eher fremd. Jedoch ist mir das Gegenteilige sehr bekannt.
Besagt doch auch ein altes Sprichwort: Man kann nur das wahrlich hassen, was man einst geliebt hat. Und aus Liebe wird leider sehr oft Hass und Ablehnung.



geschrieben von: selana

Liebe und Hass haben etwas wichtiges gemeinsam: Man kann solch starke Empfindungen nur für Menschen oder Dinge haben, die einen sehr stark beschäftigen, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen.... Deshalb sind sie trotz des Gegensatzes eben dichter zusammen als man denkt.

Aus keinem der beiden wird so schnell Gleichgültigkeit, denn das würde ja heissen, daß man sich überhaupt nicht mehr damit auseinandersetzt. Deshalb schlagen so intensive Gefühle eher ins Gegenteil um.

Hab ich mich jetzt verständlich ausgedrückt? Keine Ahnung, ich geh jetzt wohl doch besser mal schlafen, bevor ich hier nur noch Mist von mir gebe, den keiner mehr versteht *gähn*





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