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Dokus und Reportagen: Zeitgeschehen, Länder, Kulturen, Flora & Fauna

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Odessa

Vielleicht bin ich ja nicht die Einzige, die den Fernseher - wenn - überwiegend dann einschaltet, wenn Reportagen oder Dokumentationen auf dem Programm stehen. Mein besonderer Favorit sind hierbei Tiersendungen, Reiseberichte und Reportagen aus Ländern, die ich selbst - da ich z. B. kein Flugzeug besteigen kann - niemals werde selbst kennenlernen dürfen. Dann in einem Reisebericht die dortige Landschaft, das Alltagsleben der Bevölkerung, Hintergründe über die Kultur und sonstig Wissenswertes in schönen "bewegten" und damit auch sehr nahen und umfassenden Bildern zu erhalten, erfreut mich immer wieder.

Mich zurückerinnernd an meinen letzten Englandaufenthalt fällt mir der dortige history-channel ein, der hervorragende Geschichtsreportagen ausstrahlte, liebevoll und aufwendig recherchiert und aufbereitet. Fakten und sonstiges Wissenswertes aus nahezu jeder Epoche und über jede Person des Zeitgeschehens, die auch nur ansatzweise eine Bedeutung spielte, wurden vermittelt oftmals der Art, daß man Schauspieler auf einer Bühne wichtige Szenen aus dem Leben der Person nachspielen ließ, in historischen Originalkostümen. In Sprache, Stimme und Wortwahl exzellent geschulte Moderatoren/Sprecher führten durch diese Sendung, und die Bildfolge war niemals hektisch, zappelig oder sonstwie das Auge überreizend, sondern immer ruhig, augenfreundlich und erfreulich befreit von albernen "Trick- und Showeffekten".

Von den mir zugänglichen Sendern brilliert derzeit - mal wieder - "phoenix" an erster Stelle, sendet der Kanal doch aktuell eine Reihe über das 3. Reich bzw. über Hitler. Es ist für mich immer wieder faszinierend zu sehen, wie damals diese "Sekte" um diesen so gar nicht charismatischen Mann Adolf Hitler und die Propagandamaschinerie um ihn herum funktionierte. Von Zeitzeugen aus Hitlers direktem Umfeld (seine Sekretärin Traudl Junge zum Beispiel, mittlerweile verstorben) zu erfahren, wie sie den "Privatmensch" Hitler und seine Schergen (Goebbels und Co.) erlebten und was die Menschen rein emotional empfanden damals beim Hören und Sehen des "Führers", hat für mich eine Qualität, die ich in den bisherigen von mir gelesenen Büchern und gesehenen Filmen nicht kannte. Der rein die Fakten betreffende Ablauf dieser furchtbaren Zeit ist mir natürlich bekannt und ich weiß die Details, die der Öffentlichkeit schon in der Schule als Schulkind beigebracht werden, zur Genüge. Jedoch fehlte mir bisher immer der Zugang zu eher psychologisch motivierten Ansätzen in der Durchleuchtung der Figur Hitler, und somit in der Durchleuchtung auch seiner Gefolgschaft und des "Volkes", soweit man hier natürlich überhaupt eine "Masse" über einen Kamm scheren dürfte dahingehend.

Die gestrige nächtliche Reportage "Die großen Diktatoren - Hitler" war dahingehend ein Highlight. Viele Einblicke in Hitlers (hochgradigst psycho/soziopathische und dabei teilweise auch grenzautistisch anmutende) Persönlichkeitsstruktur auf erfreulich sachlichem Niveau, also frei von überkandidelt schwurbelnden selbstgerechten "Experten-Analysen", wurden dem Zuschauer geboten bei gleichzeitigen Einblicken in viele private Situationen und Gespräche Hitlers. Ergänzend lief kurz davor ein Teil der mehrteiligen Doku "Hitlers Verbündete - Finnland/E. Mannerheim". Ein hierzulande zumindest zu meinen Schulzeiten eher selten besprochenes Thema, wie eben Finnlands Rolle und das Verhalten des Generals Mannerheim durch den Krieg hindurch. Auch hier: sachliche, ruhige Schilderung von Fakten und geschichtlichen Ereignissen, mit noch lebenden Zeitzeugen und deren Dokumenten und Fotos unterlegt.

Heute abend folgen weitere Teile dieser beiden erwähnten Reportagen bzw. Dokureihen und ich freue mich auf weitere "Einblicke" in eine Zeit, die ich Gott sei Dank selbst nicht am eigenen Leib erleben mußte.


Weiteres Schmankerl war die anschließende kurze Gesprächsrunde über die Bundeswehr und Herrn zu Guttenbergs Vorschlag, die Wehrpflicht abzuschaffen. Im Gegensatz zu mir bekannten meist privatsender"lichen" Formaten und hysterisch sich ankeifenden Talkshows mit Gästen, die weder politisch noch wirtschaftlich noch sonstwie auch nur ansatzweise eine sachlich fundierte Meinung, gar Bildung, vorzuweisen hätten, bekam der Zuschauer hier eine kleine, ruhig und sachlich diskutierende Runde von Fachleuten (unter Anderem ein Vizegeneral a. D. sowie einem Mitglied des Bundeswehrverbandes), die einander ausreden ließ, einander zuhörte und doch tatsächlich auch auf die jeweiligen Argumente des Gegenübers einging, geboten. Ohne dabei persönlich pöbelnd oder parteibuch-gebunden polemisch (leere) Parolen ins Volk zu plärren, wurde auf die jeweilige Gegenseite und ihre Argumente mit ebenfalls durchdachten Argumenten erwidert, es wurden Gemeinsamkeiten in den Ansichten herausgearbeitet und Lösungsvorschläge miteinander abgeglichen. Niveauvoller Austausch, und ebenfalls auch hier: schon rein sprachlich war es ein Genuß, an solch einer Diskussion teilhaben zu dürfen. Die Moderatorin unauffällig im Hintergrund, aber immer rigoros und bestimmt lenkend und keinerlei Abweichen (hier würde man es "off topic" nennen) zulassend, was die Diskussion erfreulichst straff beim Thema hielt und wischiwaschi-Ausweichen bei Antworten auch gar nicht erst zuließ.

Noch vor 20, 30 Jahren, wie ich mich erinnere, war dies noch gang und gäbe in sonstigen Fernsehformaten dieser Art, jedoch scheint sich die "Streit- und Diskussionskultur" in diesem Lande ja allerorten zum sprichwörtlichen "Sauhaufen" verwandelt zu haben. In dieser Diskussionsrunde fachkundiger und weit über leere Parteiprogramm-Worthülsen hinausdenkender, sich in ihrem Beruf und somit von dem was sie da reden auch wirklich selbst auskennender Menschen - egal ob sie meine Position vertraten oder die Gegenseite - wäre ich jedenfalls zu gerne "live" mit dabeigewesen und ich freue mich auf mehr "Runden" dieser Art, wo ich wenigstens als Zuschauerin/Hörerin Anteil nehmen darf und meinen eigenen Horizont dabei erweitern kann :)


Wer also Reportagen, Dokumentationen, Reiseberichte, Kultur-Land-Leute-Filme und Ahnliches dieser Art empfehlen kann, sei es wegen der darin behandelten Thematik oder weil (Diskussionsrunden) sich die Teilnehmer und Moderatoren durch ihr faires und sachlich fundiertes Verhalten bzw. Wissen aus der Masse wohltuend hervorheben - immer her damit bitte :-)



geschrieben von: Tapio Bearking

Also selbst 30(?) Jahre nach der Erstausstrahlung kann ich immer noch die Doku: Die Wüste lebt empfehlen.
Es ist einfach ein zeitloses Meisterwerk.



geschrieben von: Creobotra

Zitat:
Original geschrieben von Tapio Bearking
Also selbst 30(?) Jahre nach der Erstausstrahlung kann ich immer noch die Doku: Die Wüste lebt empfehlen.
Es ist einfach ein zeitloses Meisterwerk.



das ist zwar witzig und toll gemacht, aber keinesfalls eine Doku. viele szenen sind gestellt und zT wurden die tiere dafür trainiert (gerüchtehalber auch gezwungen). wer als an flora und faune mehr interessiert ist als an natur-unterhaltung, sollte anderweitig schauen.



geschrieben von: Odessa

Oh ja, das ist eine meiner Lieblingsdokus :-). Schön daß sie das "Jungvolk" auch noch kennt ;-).

Es gab mal auf arte glaub ich eine Reihe über die Mätressen der Weltgeschichte. Ich habe leider den genauen Titel vergessen, aber auch diese Dokureihe war spannend, amüsant und lehrreich zugleich. Wie schöne und kluge Frauen, wie Mata Hari, einige Sultans-Mätressen und vor allem gewisse französische Dämchen mit namentlich benannten und bekannten Handtäschchen die Geschicke der Politik lenkten, meist vom Bett eines Herrschers aus - da sag mir noch einmal einer was vom "schwachen Geschlecht" ;).


edit - Creo: hmm aber ich hätte bzw. habe das jetzt auch "Doku" genannt, weil Film trifft es ja nicht sooo wirklich und Reportage auch nicht. Wegen der Tierdressur: das habe ich auch gelesen damals, aber ich habe bis heute nirgendwo eine Bestätigung gefunden über die vorgeworfenen Tierquälereien.



geschrieben von: Creobotra

ich hatte das auch nur irgendwo mal gelesen, dass einige szenen nicht astrein waren, zB dem luchs auf der kaktee oder nem puma am wasser. die szenen sollen grenzwertig getürkt worden sein. interessanterweise ist auch das gerücht vom "selbstmord"-verhalten bei lemmingen auf eine tierdoku zurückzuführen, in der das so hingebastelt wurde.

richtig gut ist die serie Blue Planet mit richard attenbourogh (eigentlich alle von/mit ihm).



geschrieben von: ArrogantNick

Ich bin bekennender Doku-Suchti und das schon seit Jahren. Aber das weißt Du ja schon längst Ilo. Theoretisch könnte ich hier jetzt eine schier endlose Liste reinknallen, möchte aber zuerst einfach nur auf > das hier hinweisen. Zum Sterben schöne Bilder, die einen oftmals regelrecht zu Tränen rühren in ihrer Erhabenheit. Ich besitze die Blu Ray davon und schaue sie immer wieder gerne. Generell gibt es so einige sehenswerte Dokus unter dem Banner der BBC.

Auch empfehlenwert: Living Landscapes (DVD Reihe)- wunderschöne Naturbilder, perfekt zum Abschalten und Genießen, ganz ohne Text, nur mit Originalgeräuschen und Musik.

Das für's Erste. :)



geschrieben von: M. Marinus

Heute abend kommen übrigens von den zwei erwähnten Dokus die Fortsetzungen, "Hitlers Verbündete" und "Die großen Diktatoren". Die erste über Japan und Korea (glaube ich), die zweite über Stalin.

Ansonsten bin ich auch der totale Dokumentationsfan, und schaue mir da fast alles gerne an :)



geschrieben von: Odessa

Richard Attenborough - "Gandhi", nech? Blue planet kenn ich auch, und da gibt es noch eine Doku von ihm, "Life in the freezer" die ich gerne mal sehen würde; nachdem ich selbst hier ja in einem Dauerregen-Kälte-Loch wohne und die neue Eiszeit tagtägliches Elend hier ist, würde mich wirklich interessieren wie das für die Tierwelt ausschaut, bzw. welche Veränderungen da zu erwarten sind. Ich weiß ehrlich gesagt nicht OB es darum geht in dieser Doku, oder ob sie nicht nur die die vergangenen Anpassungen von Tieren an/in kalten Klimazonen beinhaltet, aber interessant wäre es allemal glaub ich :)


Mischa, BBC hat auch meiner Meinung nach mit die besten Dokumentarreihen. Vieles sah ich im Laufe der Jahre auch mal eher zufällig (während Krankenhausaufenthalten oder generell Krankheitstagen mit erhöhtem TV-Konsum schlicht aus Langeweile *g*) und habe mir hierbei die Titel nicht gemerkt, aber fast immer zeichneten sich die BBC-Produktionen durch äußerst gut recherchiertes Fachwissen und das ansprechende Aufarbeiten selbigens (fern jeglicher staubtrockener "Lernerei" bzw. "Belehrerei") aus.

Colosseum - Arena des Todes ist auch so eine fantastische Doku, ich muß mal schauen ob die wieder mal auf einem der "Dritten" oder auf 3sat läuft, die kann ich auch nur empfehlen. Sie schildert das Leben eines Gladiatoren im römischen Colosseum, und der Regiesseur schaffte es, dies "zweigleisig" fahren zu lassen: es wird durch den Sprecher sowohl die neutrale Berichterstattung vorgenommen, also die quasi Wertung des Geschehens von außen betrachtet, und gleichzeitig werden aber auch Gefühle und Gedanken des Gladiators vermittelt durch ihn, als dessen "Stimme" der Sprecher auch fungiert. Diese Doku hat, im Gegensatz zu vielen anderen, natürlich schon Trickaufnahmen und computeranimierte Szenen dabei, aber hier passt es ja auch und ergänzt das Ganze perfekt und ebenfalls sehr harmonisch.


Wegen Stalin gestern - ja, war wieder sehr aufschlußreich. 20 Millionen getötete, gefolterte, verschleppte/deportierte Menschen, Millionen verhungerter Bauern, Millionen niedergemetzelter.... alles im Namen dieses größenwahnsinnigen, sich selbst als "Gott auf Erden" bezeichnet lassen habenden "Führers" und seines totalitären diktatorischen Folterregimes. Und sehr schön auch der Schlußsatz: daß noch heute in viel zu vielen Köpfen Stalin verehrt wird als "Gott-gleiche Vaterfigur", über dessen millionenfach zu verantwortenden Morde (an politischen Oppositionellen) und menschenverachtendeste Gedankenwelt ("Ein Mensch - ein Problem. Kein Mensch - kein Problem. Wenn ein Mensch nicht so denkt wie ich es möchte, ist er ein Problem, und ein Problem wird dadurch gelöst daß man es beseitigt") sich seltsamerweise aber noch nicht mal für 10% so viel aufgeregt wird wie über die Verbrechen von Hitler. Und dabei nehmen sie sich beide nichts, diese Monsterdiktatoren, gar nichts, in ihrer perfiden Menschenverachtung, bescheuerten autoritären und totalitären Ideologie und im Leid ihrer Opfer.

Heute kommt Mao dran in der Reihe der Diktatoren - 72 Millionen toter Menschen, die meisten davon willkürlich und als "parasitäre Feinde des Sozialismus" hingerichtet, allein 40 Millionen davon in der Landbevölkerung verhungert in der größten von einem Menschen je verursachten Hungersnot, zigTausende auch hier deportiert und zu Tode gefoltert, verschwunden wie bei Hitler, Franco, Mussolini und Stalin in Verhörkellern, KZs, Gulags und/oder Arbeitslagern. Die kommunistische Partei Chinas verbietet noch bis heute jegliche Aufarbeitung dieses Unrechtsregimes und der Massaker, und indoktriniert die Jugend auch noch heute damit, daß Mao als der "große Vater des sozialistischen Freiheitskampfes" und als "gottgleicher Führer Chinas" zu verehren sei... Widerlich, einfach nur widerlich. Da bin ich dann wieder sehr froh, in Deutschland zu leben - wo man sich der Aufarbeitung und Verantwortung aus der Vergangenheit stellt und wo man geisteskranke größenwahnsinnige Diktatoren NICHT auch noch im 21. Jahrhundert als "Gutmenschen, edlen tapferen Staats-Gründer, Gottgestalt auf Erden und heiligen Vater aller Bürger" verehrt oder gar unter völliger Verhöhnung weil Totschweigens der Millionen von Opfern des jeweiligen Terror-Regimes auch noch glorifiziert :mad:



geschrieben von: Nebelland

Also ich lieb Dokumentationen und verfolg so viel wie möglich davon. [was leider kaum möglich ist, wenn gewisse Eltern dann lieber das Gegenteil davon sehen und die Fernbedienung beherrschen]

Allerdings erschreckts mich dann schon wieder was teilweise im Fernseher als "sachlich und wissenschaftlich fundierte Dokumentation" ausgegeben wird.



geschrieben von: Odessa

Nebelland, da muß man aufpassen, keine Frage;-). Ähnlich ging es mir gestern, als ich abends auf einem Nachrichtensender "Hitlers Psyche" sah, hervorragend und interessant gestaltet von der Aufmachung und Moderation her auch dieses Mal wieder. Darin wurde u. a. ein Herr (ich vergaß seinen Namen) zitiert mit seinen vor Jahren getätigten Aussagen bzw. Schriftstücken, besagend diese daß Hitlers Beziehung mit Eva Braun a-sexueller Natur gewesen sein solle; zudem solle er "pervers" gewesen sein, Angst vor Frauen (ihrem Körper) gehabt haben und eine eher SM-orientierte Beziehung zu/mit seiner Nichte unterhalten habe. Ich hörte und sah diese Sendung, während ich nebenbei noch einige Haushaltsdinge erledigte, so daß ich nicht alles mitbekam und ich nicht ganz schlau daraus wurde, ob diese Dinge nun wirklich als "Tatsache" bewiesen sind oder es sich nur um Vermutungen oder Gerüchte handelt; als ich bei meinem Partner dahingehend nachfragte (da er die relevanten Passagen genau mitverfolgt hatte), sagte dieser mir aber auch nur daß er das "so einwandfrei" nicht hatte entnehmen können bzw. daß der zitierte "Zeuge" dahingehend nicht wirklich glaubwürdig war/ist laut Aussage der Doku, weil er Hitler damals evtl. mit diesen Aussagen über dessen Sexualleben nur schaden wollte.

edit: interessant und wichtig ist die Frage "Fakt oder nur Vermutung?" in diesen Fällen für mich deswegen, weil ich mich unglaublich gern mit Zeitgeschichte, Persönlichkeiten darin und "wie sie wurden was sie waren" beschäftige, mein Lebenspartner das 3. Reich bzw. Hitler und wie er die Massen "bewegte" als Thema seiner Abi-Hauptklausur gewählt hatte (er sich also entsprechend gut darin auskennt was wiederum uns Beiden ausreichend Politik-Gesprächsstoff liefert) und gerade bei Diktatoren das "Täterprofil", allein schon was deren Kindheit und die soziale, emotionale und sexuelle Prägung darin betrifft, unglaublich facettenreich ist. Was man aber nur "studieren" kann wenn man einwandfreie, klar belegte Informationen hierüber hat, die über jeglichen Verdacht der Vermutung, Unterstellung, aus der Gerüchteküche kommend, böswillige Verleumdung etc. erhaben sind. Ich wünschte mir wirklich, da gäbe es noch mehr einwandfrei belegtes Material, denn da ist sicher so Einiges nach dem Ende des Kriegs "verschwunden worden" oder in Kanäle gelangt, von wo aus sie der - jetzigen - Öffentlichkeit nicht mehr für eine quasi Freizeit-Studienarbeit zur Verfügung stehen.



geschrieben von: M. Marinus

Gestern auf Phönix: "Eva Hitler" - sehr interessant, mit den neuen Erkenntnissen von Heike Gördemaker oder wie sie heißt.

Und aktuell läuft "Hitlers Österreich", ebenfalls auf Phönix, noch bis 21:45. Ebenfalls sehr interessant :)

Und zuletzt sahen wir "Die Blitzkrieg-Legende". Mehr als drei Stunden Material über den Frankreichfeldzug 1940, sehr gut gemacht, sehr umfangreich.



geschrieben von: Odessa

Was mich vor allem immer wieder aufregte seit ich dieses "Deutsche Drama" im Unterrich als Schülerin mitbekam, war die Tatsache daß sich die Alliierten ja dreist anmaßten, Österreich von jeder Schuld freizusprechen. Wie man in der Doku auf phoenix gestern wieder schön sehen konnte, waren 2/3 der Österreicher aber tatsächlich überzeugte Nazis, also auch das "kleine Volk", und hielten am längsten und überzeugtesten zu Hitler und seinen widerwärtig-kranken äh "Ideologien" :mad:. Mit die größten KZs standen - mit Mauthausen - ebenfalls in Österreich, und wie gesagt... die Begeisterung für Hitler und das antisemitische Gedankengut war bei den Ösis genauso, wenn nicht sogar mehr, verbreitet als in Deutschland - und trotzdem wurde von den Alliierten nach Kriegsende sofort verkündet, daß Österreich nur "Hitlers 1. Opfer" war und es somit keinerlei Mitschuld träfe. Reingewaschen binnen 2 Minuten (!) durch einen Satz, und feige hat sich der damalige österreichische Kanzler auch gleich dahingehend geäußert daß sein Land "natürlich" nuuur ein Opfer gewesen wäre. Ja ne ist klar...so einfach konnte "man" sich dann reinwaschen an den Morden an Millionen von Menschen :mad:



geschrieben von: coma_black

Ich schaue gerne Terra X an, wobei die alten Folgen irgendwie besser waren (z. B. Draculas Schatten oder so).

Meine liebsten "Dokumentationen" sind allerdings Africa Addio und Mondo Cane von Jacopetti. Seriöser Journalismus sieht zwar anders aus, aber formal halte ich diese beiden Filme für Meisterwerke, die viel von dem vorwegnehmen, was heute als "Berichterstattung" über die privaten Kanäle flimmert.


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Österreich war historisch gesehen niemals ein "Opfer", da vor der Annektion bereits eine Faschistenclique das Sagen hatte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Austrofaschismus

http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/f62_1118/index.jpg
(dem Herrn Dollfuß fehlt doch eigentlich nur noch das lustige Bärtchen)



geschrieben von: M. Marinus

Terra X habe ich immer nur "am Rande" verfolgt, wenn es sich ergab und ich sonntags um 19:30 Zeit hatte :) - prinzipiell fand ich sie aber immer recht gut, auch wenn mich einige Themen weniger interessierten. Gut aufgemacht/recherchiert waren sie alle. Mal schauen.. da gibt's doch bestimmt auch DVDs.

Jacopetti sagt mir jetzt persönlich nichts, auch nicht die angesprochenen Dokus.

Und die Opferrolle, ja... das haben alle Unterstützerstaaten Hitlers so gemacht, inklusive Deutschland. Denen hat man's bloß als einzigem nicht so recht glauben wollen, während die anderen natürlich nur die armen Opfer waren. Die zu Beginn des Threads erwähnte Doku "Hitlers Verbündete" liefert hier ganz gute Berichte. Tatsächlich war es nur ein Land im osteuropäischen Raum, das Hitler unterstützte, aber etwa seine jüdische Bevölkerung vollkommen in Ruhe ließ. War es Rumänien? Ich hab's nicht mehr genau im Kopf... aber alle anderen nahmen sich da gar nichts, insofern ist diese angebliche Opferrolle eh eine Farce.



geschrieben von: riomar

Ich verschlinge soviele Dokumentationen, dass ich wenig später nicht mehr genau weiß, worum es ging. Das ist schon etwas schade, aber ich interessiere mich einfach für so viele Dinge.

Gerade ist die australische Doku "Auf den Spuren der Nomaden" zu Ende gegangen. War seh schön. Beeindruckend war vor allem, dass Tim Cope bei ganz einfachen Menschen, die unter schwierigsten Bedingungen leben, Unterkunft und Essen gefunden hat.



geschrieben von: M. Marinus

Soeben sahen Ilo und ich die letzte halbe Stunde einer BBC Dokumentation über Lachse auf arte. So etwas Faszinierendes haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Diese Fische springen meterhoch, um die Wasserfälle und Flussströmungen zu überwinden, dabei landet jeder 10. im Maul eines der dort wartenden Bären. Zuerst sind die Lachse dunkelblau, wenn es ans Laichen geht, sind sie tiefrot, fast schon magentafarbig. Sobald das Weibchen die 3000 bis 4000 Eier abgelegt hat, schwimmen die Lachse wieder an ihren Geburtsort und sterben, alle zusammen wie auf Kommando, binnen weniger Stunden. Ein derart altruistisches Tier ist mir noch nicht bekannt gewesen bisher, es lebt nur dafür und nimmt die härtesten Strapazen auf sich, um sich fortzupflanzen, stirbt danach und wird mit seinem verwesenden Körper im Wasser Nahrung für die eigenen Jungen, die aus den Eiern schlüpfen.

Wie immer bei BBC: klasse Kamera, noch nie so nah gesehene Aufnahmen dieser Tiere und ein fachkundiger Kommentar, der die Bilder spannend und trotzdem lehrreich untermalte.



geschrieben von: Julya

Ich habe gestern eine Doku über Hirsche in den Alpen gesehen.
Eigentlich lief die Sendung nur neben der Heimwerkerei, aber ich war nach ein paar Minuten so gefesselt, daß ich mit Hammer und offenem Mund vorm Fernseher saß.
Unglaubliche Bilder, ein toller Sprecher und eine tragisch-schöne Geschichte rund um eine Hirschkuh, ihren Nachkommen, ihren Tod durch Absturz in den Bergen und das 'Wunder', daß ihr Kalb den harten Winter ohne sie überlebt hat. Hach... das war schön... :rolleyes:


Und ja.. ich bin auch großer Doko-Fan. Vom Dritten Reich, über Verbraucherschutzgeschichten bis hin zur Pflanzen- und Tierwelt sauge ich alles auf. :)



geschrieben von: Odessa

:) Das klingt toll Julya, und ich glaube, Marinus und ich sahen die letzten Minuten auch. Wo dann dieses Hirschkalb am Ende über einen Fluß geht, während man zuvor, als der Schnee geschmolzen war, sah, wie ein toter Körper eines Rehs im Wald liegt....?

Ich habe natürlich wieder minutenlang geheult. Ich hab ein Bambi-Trauma, ohne Scheiss :confused: :rolleyes:



geschrieben von: blue79

So ging es mir mit Unserer Erde
Die doku ist sehr schön bis das elephanten baby ins unglück rennt :mad:
Ein rotz und wasser heuler sowas



geschrieben von: M. Marinus

Das kenne ich auch. Ich muss immer umschalten bei sowas, weil Ilo sonst in Tränen aufgelöst dasitzt und danach wütend die Sender bzw. Produktionsfirmen anruft, wieso deren ich zitiere "herzlose verrohte" Kameraleute nur seelenruhig filmten und zusahen, statt helfend einzugreifen, und dass sie diesen "voyeuristischen sadistischen Flachzangen" bei nächster Gelegenheit den mindestens gleich grausamen Tod, gefilmt dabei von gleichgültig zusehenden Springgazellen oder Delfinbabies, an den Hals wünscht. Natur ist grausam und hart, das wissen wir, aber auch ich für meinen Teil muss nicht noch freudig dabei zusehen wenn sie gerade mal wieder grausamst zuschlägt.

Zur Zeit laufen bzw. liefen wieder einige gute Dokus auf phoenix und 3sat über den 2. Weltkrieg, sind immer wieder interessant. Die letztgesehene (der Sender entfiel mir) nannte sich "Lieber Onkel Adolf" oder so ähnlich, und hatte Briefe an Hitler zum Inhalt, die ihm "das Volk" schrieb. Es ist faszinierend und grausig zugleich, hört man was vor allem die Frauen ihm da schrieben. Fankult erster Güte, hocherotisch und sexuell: geliebter, über alles stehender und einziger Führer dem ich mich hingebe, oder Ich möchte von Dir, heiliger verehrter Führer und Prinz, ein Kind haben, möchte Dutzende von gottgleichen Nachfolgern Dir schenken usw. Take that-Fans mit Hormonstau und sonstig sexuell unbefriedigte Boygroup-Kreischer gabs also schon immer. Dumm nur, dass sie es damals bei jemand waren, der nicht nur schlecht sang..





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