[Vampire nach eurem Geschmack...] - German Gothic Board

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Vampire nach eurem Geschmack...

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geschrieben von: rosenkind

Jeder weiß, was ein Vampir ist, dennoch wurden Vampire in Literatur, Film, Volksgeschichte und anderem immer wieder unterschiedlich gedeutet. Manche verfallen im Licht zu Staub, manche vertragen Licht ganz gut, manche verwandeln sich in Fledermäuse, manche in Katzen, mache in gar nichts, manche sind wilde Kreaturen, die nur noch aus Blutdurst bestehen oder grundböse sind und manche wiederum hadern selbst zutiefst mit ihrer Existenz. Mich würde mal interessieren, welcher Vampirtyp euch so gefällt, was euch an den bissigen Zeitgenossen fasziniert und was ihr an Vampirinterpretationen vielleicht weniger gut findet.

Ich selbst bin ja sehr angetan von z.B. Graf von Krolok in "Tranz der Vampire (das Musical meine ich jetzt) und ähnliche Vampirtypen. Diese Mischung aus Erhabenheit und Kultivierheit aus der einen Seite, das Dunkle, Böse und Bedrohliche auf der anderen und insgesamt die Tragik des ganzen, Zerstören zu müssen, verdammt zu sein, der Hunger, die Eisamkeit, die Todessehnsucht...

ich glaube, besser als in "die unstillbare Gier" lässt sich dieses Gefühl gar nicht ausdrücken:

Endlich Nacht. Kein Stern zu sehen.
Der Mond versteckt sich,
denn ihm graut vor mir.
Kein Licht im Weltenmeer.
Kein falscher Hoffnungsstrahl.
Nur die Stille. Und in mir
die Schattenbilder meiner Qual.

Das Korn war golden und der Himmel klar.
Sechzehnhundertsiebzehn,
als es Sommer war.
Wir lagen im flüsternden Gras.
Ihre Hand auf meiner Haut
war zärtlich und warm.

Sie ahnte nicht, daß ich verloren bin.
Ich glaubte ja noch selbst daran,
daß ich gewinn.
Doch an diesem Tag geschah's zum erstenmal.
Sie starb in meinem Arm.

Wie immer wenn ich nach
dem Leben griff,
blieb nichts in meiner Hand.
Ich möchte Flamme sein
und Asche werden
und hab noch nie gebrannt.

Ich will hoch und höher steigen,
und sinke immer tiefer ins Nichts.
Ich will ein Engel
oder ein Teufel sein,
und bin doch nichts als
eine Kreatur,
die immer das will,
was sie nicht kriegt.

Gäb's nur einen Augenblick
des Glücks für mich,
nehm ich ew'ges Leid in Kauf.
Doch alle Hoffnung ist vergebens,
denn der Hunger hört nie auf.

Eines Tages, wenn die Erde stirbt,
und der letzte Mensch mit ihr,
Dann bleibt nicht zurück
als die öde Wüste
einer unstillbaren Gier.
Zurück bleibt nur
die große Leere.
Eine unstillbare Gier.

Des Pastors Tochter ließ' mich ein bei Nacht,
siebzehnhundertdreißig
nach der Mainandacht.
Mit ihrem Herzblut schrieb ich ein Gedicht
auf ihre weiße Haut.

Und des Kaisers Page aus Napoleons Tross...
Achtzehnhundertdreizehn
stand er vor dem Schloß.
Daß seine Trauer
mir das Herz nicht brach,
kann ich mir nicht verzeihn.

Doch immer, wenn ich
nach dem Leben greif,
spür ich, wie es zerbricht.
Ich will die Welt verstehn
und alles wissen,
und kenn mich selber nicht.

Ich will frei und freier werden,
und werde meine Ketten nicht los.
Ich will ein Heiliger
oder ein Verbrecher sein,
und bin doch nichts als
eine Kreatur,
die kriecht und lügt
und zerreissen muß,
was immer sie liebt.

Jeder glaubt, daß alles einmal besser wird,
drum nimmt er das Leid in Kauf.
Ich will endlich einmal satt sein,
doch der Hunger hört nie auf.

Manche glauben an die Menschheit,
und mache an Geld und Ruhm.
Manche glauben an Kunst und Wissenschaft,
an Liebe und an Heldentum.

Viele glauben an Götter
verschiedenster Art,
an Wunder und Zeichen,
an Himmel und Hölle,
an Sünde und Tugend
und an Bibel und Brevier.

Doch die wahre Macht,
die uns regiert,
ist die schändliche,
unendliche,
verzehrende,
zerstörende
und ewig unstillbare Gier.

Euch sterblichen von morgen
prophezeih ich
heut und hier:
Bevor noch das nächste Jahrtausend beginnt,
ist der einzige Gott, dem jeder dient,
die unstillbare Gier.


Natürlich solls nicht nur um Tanz der Vampire gehen. Gibt ja auch noch andere Vampirgestalten :)



geschrieben von: Blutengel1994

Auch ich bin ein großer Vampir-Liebhaber. Das bereits seit mehreren Jahren.

Das faszinierende an der Kreatur des Vampirs ist für mich die Unsterblcihkeit. Die Gier des ewigenLebens. Doch wie in vielen Legenden müssen sie den Preis ihrer Verdammung zahlen, indem sie das Leben anderer beenden müssen, um zu Leben. Mich fasziniert die Vielfalt der Legenden über die Kreaturen der Nacht. Das auch in antiken Kulturen Vampirähnliche Wesen auftauchen. Eine gewisse finstere Romantic ist für mich mit diesen Wesen verbunden.
Meine Faszination geht so weit, dass ich seit einiger Zeit versuche ein Buch zu schreiben(, mit dem festen Willen es zu tun,) über ein unsterbliches bildhübsches Mädchen, die sich mit ihrer Verdammnis und den dazugehörigen Fragen auseinandersetzt.

Mein bevorzugter Vampirtypus, weiblich, genießt die Unsterblichkeit, die nacht, die Gier, die Lust. Sie genießt den Geschmack des kostbaren Lebenssafts. Lässt ihre sexuellen Reize spielen, um sich an Menschlichem zu laben. Doch auch Selbstzweifel und Einsamkeit suchen sie heim. Des Nachts genießt sie das Leben, tötet, liebt und nährt sich. Doch wenn das alles vorbei ist, trauert sie über die Verlorenheit der geliebten Menschen ihres sterblichen Lebens. Sie sehnt sich danach wieder eine sterbliche ungewisse Zukunft zu haben, diesen Fluch der Unsterblichkeit, diese Bürde abzuwerfen. Doch sie liebt dieses Leben zu sehr, als dass sie es beenden wollte. Und dieser Konflikt lässt sie verzweifelnd in tiefe Traurigkeit fallen.
Eine Mischung aus Liebe zur Dunkelheit und ewigem Leben, zu töten und sich am Blut der lebenden zu nähren, und sich die Frage zu stellen, warum dieses Leben einen tiefen Schmerz beinhaltet, warum die Einsamkeit und das Shuldgefühl derart schmerzvoll sind.
Zu vergleichen wäre meine Schilderung womöglich mit einer weiblichen Version einer Mischung aus Luis und Lestat von Anne Rice.

Vampire sind ein sehr umfangreiches Thema, da unzählig verschiedene Vorstellungen und Beschreibungen existeieren und die Geschichte, Mythen und Legenden über Vampire ebenso äüßerst zahlreich sind.
So schnell wird meine Faszination für sie jedenfalls nicht enden.



geschrieben von: Schattenmelodie

Also ich sehe Vampire eher als tragische Figuren, deren Schicksal - die Unsterblichkeit- verromantisiert wurde. Das Faszinierende an Vampiren ist wohl ihre Unsterblichkeit, wir identifizieren uns mit dem Wunsch nach ewigem Leben, endlos Zeit, vielleicht auch die Macht oder Schönheit dieser Wesen. Sie können keines - in unseren Augen - "normales", irdisches, sterbliches, wie auch immer, Leben führen. Allerdings ist es zu überlegen, ob jene es als so schrecklich erfahren, ob sie überhaupt wissen, dass sie anders sind als Menschen oder ob es ihnen etwas ausmacht.
Dann die Sache mit dem Menschenblut. Blut. Saft des Lebens. Ohne stirbt man. Das bedeutet gleichzeitig eine Hassliebe, einerseits braucht der Vampir das Blut, um zu überleben, natürlich spielt dabei der Jagdtrieb und auch die angeborene Blut-und Mordlust eine Rolle. Andererseits muss der Vampir somit das Leben anderer beenden, um selbst zu überleben. Ich weiß nicht, ob Vampire Menschen nicht vielleicht als...Tiere? Nahrungslieferanten? ansehen, anstatt ebenbürtiger Geschöpfe, die das Recht auf Leben haben. Wenn wir davon ausgehen, dass ein Vampir zum Mitleid mit seinen Opfern fähig ist, zudem noch von Schuldgefühlen geplagt wird, ist dies´ ein weiterer Nachteil.

Ich glaube nicht, dass Menschen mit der Unsterblichkeit glücklich wären. Wir würden im Grunde genommen überhaupt nicht leben, denn wer nicht stirbt, hat auch nicht gelebt. Ich für meinen Teil würde mich auch schrecklich langweilen, wohin mit der vielen Zeit? Außerdem würde das sogenannte "Leben" zu einem formlosen, unbedeutendem Klumpen verkommen, warum sollte man etwas erreichen wollen, wenn man sowieso ewig lebt? Nein, Vampire sind für mich bemitleidenswerte Wesen, auch wenn sie einer gewissen Faszination nicht entbehren.

Interessant ist auch, dass Vampire eine Erfindung der Menschheit sind, ein neues Feindbild in der Geschichte der Menschen, eine Geschichte, um sich Unerklärliches zu erklären. Somit spiegeln sie auch ein wenig die Wünsche und Sehnsüchte der Menschen wider, der Wunsch nach Freiheit, Macht, Schönheit, Unsterblichkeit. Doch zugleich wissen sie, dass sie das nie erreichen werden, haben Angst davor. Vampire sind einfach das , was die Menschen eben nicht sind. Vielleicht kommt daher die Faszination. Sich von dem Unerreichbaren verführen lassen...

Um deine Frage zu beantworten: Ein Vampir nach meinem Geschmack wäre androgyn, weder männlich noch weiblich, nicht mit den Maßstäben der Menschen zu messen. Ein Schatten, der an seinem Schicksal verzweifelt, keine Antworten auf die immer wiederkehrenden, quälenden Fragen findend hasst es alles, einschließlich sich selbst. Das Wesen stumpft ab, in ihm nur Leere, teilnahmslos führt es ein Dasein, dass es nun nicht mal mehr hassen kann, alle Emotionen oder eigenständiges Denken sind abgestorben. Eine Marionette, ein grausamer Scherz der Götter, kein Kind der Nacht, denn ein Kind wird geboren, und wer geboren wird, kann sterben, der Tod ist das Paradies, in das es nie gelangen wird...





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