Regenrauschen, Nachtschwärze bündeln sich vor meinem Fenster. Der Blick schweift in die Ferne. Schaut er in die Zukunft oder in die Vergangenheit? was weiß der ferne Himmel schon. Nacht und Regen lassen die Erde zeitlos werden. Mit allen Zeiten sind wir verbunden, alle sind eins unter der Ewigkeit des dunklen Himmels, in den Armen des Gesellen, kein Tor ist verschlossen und eine Ahnung von Leben, das weiter reicht, als sein irdisches Kleid, dringt leise in die Seele, umschließt sie mit Geborgenheit. Es ist Geisterstunde, mein Fenster steht weit offen, ich höre das Rauschen, das tröstende Rauschen, das ich so liebe. Eine Kerze, die mir Licht spendet an meinem PC wirft Schatten an die Wand. Vier Schatten, ein halber und noch mehr an Jahren stiegen heute aus jener staubigen Kiste auf, die meist verschlossen in eumhüllt in einer Wolke aus Heute in der Ecke meines Zimmers steht. Kaum spürbar liegen sie darin und schlafen, doch so manche dunkle Stunde mag ihre Gesiter wecken und sie senken sich als dunkler Schatten auf meine Schultern hinab. Ein Mantel, nicht schwer wie Blei, doch schwer genug, den Gang zu hemmen, umklammert mich tief, unablegbar, sich nur in der Hoffnung wiegen könnend, dass die Schatten sich wieder in ihre Kiste zurückziehen mögen. um ein wenig Rast zu finden. Ach Regen, geliebter Regen mein, der einst das einzige war, das mich zu beruhigen vermochte, der so viele meiner Wunden schon wusch, so viele Zeiten löste, meine gebrostene Haut zärtlich küsste, kannst du den Mantel der Schatten nicht erweichen? nicht hinfort waschen all den finsteren Stoff und dem ewigen Himmel der Nacht, ihrem Schweigen übergeben? Ihr beide, seid meine Erlöser" Ich lausche. Ein Tropfen fällt, ein zweiter schließt sich seinem Tanz an, ein Nieselregen, ein Schauer, ein Wolkenbruch, alles um mich rauscht und schwimmt, so stark ist der Regen. Ich atme die Nachtluft, fühle ihren Duft in meinem Lungen und spüre, der Regen wäscht meine Seele rein. Ich atme frei, schließe die Augen, lausche, öffne sie erneut. Der schwarze Nachthimmel lächelt. In seinen Sternenaugen sehe ich kein Versprechen für die Ewigkeit, doch wohl für diese Stunde. Vier Schatten, ein halber und noch viel mehr an Jahren haben sich zur Ruhe gelegt. Es ist 0:44. Der Regen hat aufgehört. Ein Plätschern nur noch ist zu hören. Am Nachhimmel stehen 3 Wolken. Ich danke euch beiden und gehe noch ein wenig eurer Stille lauschen... nicht nur Menschenhände vermögen Menschenseelen zu trösten
geschrieben von: rosenkind
Ein schwarzer Schatten sitzt auf meiner Seele. Ich ziehe ihn aus, gleich einem Mantel, setze ihn vor mich im schummrigen Licht auf meinen Stuhl. Der schatten trägt meine Shilouette. "wer bist du?", frage ich. Er schweigt. "warum kannst du nicht gehen und mich in Ruhe lassen. Warum verfolgst du mich?" Keine Antwort. Der Schatten sitzt stumm da, schaut ins Leere. Ich springe auf, laufe aus der Türe, der Schatten bleibt still auf seinem Stuhl sitzen, ich renne den Gang entlang, da vorne ist die nächste Türe. Ich reiße sie auf. Vor mir im Zimmer sehe ich den Schatten auf seinem Stuhl sitzen. Ich knalle die Türe zu, ein neuer Gang vor mir, ich renne den neuen Weg entlang, da wieder eine Türe. Atemlos reiße ich sie auf. Hinter der Türe begrüßt mich das Dunkel des Schattens auf meinem Stuhl. Endlos irre ich im Haus umher, finde keinen Ausgang, tausend neue Gänge, doch jedes neue Zimmer trägt wieder den Schatten in sich. Ich kann ihm nicht entkommen. Einmal lag ein Mantel aus blankem Eisen um mich geschnürt, ein Mantel aus dem Dunkel des Schattens gegossen. Ein Mantel, der mir die Luft abschnürte. Seitdem ich den Mantel auszog und auf den Stuhl setzte, kann ich atmen und gehen, doch immer ist der Stuhl mit dem Schatten vor mir, hinter mir oder neben mir, egal durch welche Gänge ich irre, er wird auch im nächsten Zimmer wieder auf mich warten. Ein dunkles Spiegelbild blickt mir aus jedem Silberglas zurück...
Manchmal möchte ich die Welt in Stücke reißen. Diese Welt lachender, fröhlicher, schöner Menschen. Nicht wegen des Lachelns, nicht wegen der Fröhlichkeit, sondern weil ihr Blick stets die Schattenzimmer verkennt. Tiefe ist Dunkel und Helligkeit oberflächlich. Und ich? ich rannte aus dem Dunkel davon. Schöne neue Welt. gimme more soma... Gott ist tot sagte Nietzsche. Sinn ist tot, sagt die Postmoderne. Doch wozu brauchen wir Sinn, wenn wir konsumieren können? Das neuste Handy hier, ein Designerkleid da. Raffgier ist die beste Droge von allen. Ein Feuer nähert sich einem Atomkraftwerk. who cares? Atomkraft bringt profit. Öl auch. leider ist das nicht mehr so einfach zu bekommen, also machen wir gefährliche Bohrungen, die schlimmste Ölkatastrophe der Geschichte? who cares... ich stell grade fest, mein Handy ist veraltet... nein, was habe ich für ein Recht, meine Stimme zu erheben. Ich, die heute den Müll in ihrem Zimmer nicht getrennt entsorgt hat, die Billigfleich gegessen hat, obwohl sie eigentlich wenn nur noch artgerecht gehaltene Tiere in die Pfanne hauen wollte? Verdammt, warum müssen Drogen süchtig machen? Und warum kippt man sie schon Kindern ins Essen? Menschen gehen auf die Straße, schwingen ihre Fahne. Natürlich nur in eigener Sache. Welcome to Selfishland! Der aufgeklärte Mensch von heute glaube nicht an ein Leben nach dem Tod, glaubt nicht an eine beseelte Natur, glaubt nicht an ein höheres Leben, nicht an einen Gott, welcher Art auch immer. Warum also weiter hinausdenken als über das hier und jetzt. Wer braucht schon Romantik, wer braucht schon Innigkeit und Tiefe. Die Uhr tickt, Zeit ist Geld, 3 Sekunden sind vergangen, der Bus kommt. Ein Kuss, war schön mir dir - auf nimmer Wiedersehen. Fälle den letzten Baum einer bedrohten Art, sperr ihn unters Mikroskop, dann siehst du alles, was es über die Welt zu wissen gibt. Die Formel fürs Leben lautet 1+1 = 1. Am besten fragst du mal deine Bank, ob sie dir dein Glück berechnen können - natürlich vollkommen nüchtern, abgeklärt, logisch. Wir leben ja schließlich in moderenen Zeiten. Der Mensch will glücklichsein sagt die Psychologie. Das Hirn will Glückshormone sagt die Neurobiologie. Die Anthropologie sitzt schweigend in der Ecke. Man hat ihr das Mirkophon entzogen, nachdem sie einen einstündigen, ausschweifenden langen Vortrag hielt, ohne mathematische Korrektheit, ohne zu einem exakten Punkt zu kommen. Das hat man davon, wenn man Greise sprechen lässt, bei denen das Hirn nicht mehr funktioniert. Denn das ist ja die Antwort: Mensch = Hirn. Hirn alt = Mensch kaputt. Im Raum beginnt es zu stinken. Ist die Antopologie etwa gestorben und beginnt zu verwesen? Wer hat sie ermodert? Egal, wir haben ja noch Kinder, deren Gerhirn ist mit X am aufnahmefähigsten für Sprache, also knallen wir sie dort damit zu. Wie bitte Kindsein lassen, Persönlichkeitsentwicklung? Davon hat doch hier schon mal jemand geredet. Wie war noch gleich sein Name Apo Antro... ach egal, der Typ ist eh tot. Bitte liebe Studenten, geben sie bei der Immatrikulation ihr Hirn ab. Wie, sie sehen einen Widerspruch darin, weil Mensch = Hirn. Offensichtlich haben sie sich an die Anweisung nicht gehalten, wenn sie das noch denken können. Geben Sie ihr Hirn ab und hören sie auf selbstständig zu denken. Wir sind hier Bachelor und keine Diplomer! Gepriesen sei der heilige Kapitalismus, gesegnet sei der heilige Konsum! Wir loben dich, Gleichgültigkeit, wir preisen dich Schnelllebigkeit. Oh, wir danken dir Oberflächlichkeit! Zünd dir eine Zigarette an und einen Joint, und etwas Alkohol hinterher, nein viel. You got Money to burn. Also hau rein. 15 Kilo Gammelfleisch, 5 Kilo Dialogkäse. 3 Liter Alkohol, eine Fabrikhalle voller Designerkleidung aus Kinderabeit, 300 neue Handys für Dumpinglohn. Vielleicht noch etwas exklusive Seife aus knappen Rohstoffen über das Fleisch? Und ein wenig Chemiegebleichte Baumwolle über den Käse? Darf es noch etwas Nitroglyzerin in den Wein sein oder doch lieber noch ne Portion Radium? Schlafen, Fressen, Fortpflanzen. Konsum ist die wahre Religion. Der Teufel heißt Verzicht, also friss bis du platzt: Liebe, Freundschaft, Religion, lass den Rubel rollen, Konsumiere deine Mitmenschen… Körper zu Discountpreisen, jetzt mit Poppflatrate… Ein 12- jähriges Mädchen weint. Ihr Unterleib tut weh. who cares. Hauptsache das Handy ist brandneu! Ob der Vatikan wohl Handys hat? Beschwer dich über Verfall der Moral, zeig mit Finger auf Menschen, die sich aufrichtig lieben, aber das gleiche Geschlecht haben, missbrauche nebenbei kleine Jungs, kehr es unter den Teppich, spiele dich als Bewahrer der Ethik auf und predige anderen die Hölle an den Hals. Das ist in, das ist trendy. Doppelmoral for all! Nur jetzt solange das Angebot reicht! Schlagen sie zu – aber bitte kräftig.
Mist, ich glaube, in meinem Kopf regt sich was. War das mal ein Gehirn? Ich brauche mehr Soma. Schade, das Soma ist alle. Huch. Wo sind die bunten Farben alle hin? Wo ist die Helligkeit? Ich sitze im dunklen Raum, aus dem ich geflohen bin, eine kleine Gummizelle in dieser Welt, die ich zerreißen wollte, so eng drückend, dass ich auch hier ausbrechen möchte. Der Schatten auf dem Stuhl sitzt und schweigt. Mein dunkles Spiegelbild grinst mich fies an. Ich spüre, wie sich etwas in meinem Kopf die Schlinge um den eigenen Hals legt. Ein letztes Gebet durchhallt den Raum: Herr, lass soma regnen! Schöne neue Welt – ich kotze dich aus!
geschrieben von: rosenkind
Was war eigentlich noch mal Leidenschaft? Romantik? Liebe? Ein diffuses Gefühl jenseits des Alltagstrübes eines postmodernen Tages? Ratio ist ein wirkliches Gift im Becher für Gefühle. Und Liebesleben (nicht, dass ich eines hätte…) die scheinbar willkürliche Aneinanderreihung von belangloses Alltäglichkeiten. Zumindest habe ich diesen Eindruck manchmal, wenn ich das Paarungsverhalten meiner Zeitgenossen beobachte. Eine Party, ein kurzes Gespräch, das Bett, 3 Wochen Beziehung, die Scheidung und bitte die nächste. „du musst ihr halt zeigen, dass du Bock auf sie hast“, war der Ratschlag einer flüchtigen Bekannten auf eine Geschichte, die mich betraf und hinterließ in mir die Frage, ob ich jemals meine Gefühle, die ich je gegenüber einem anderen Menschen hatte als „Bock auf jemanden haben“ erlebt hätte. Nein, ich bin nicht prüde, ich habe weder etwas gegen One nights stands noch kurze Romanzen an sich, nur warum kommt es mir so, als seien diese durchaus manchmal ja ganz netten Oberflächlichkeiten die wahre Tiefe der Liebe des 21. Jahrhundert? Mein Herz ist kalt. Eisig. Mir begegnen viele Menschen, die mir manchmal ein Lächeln entlocken, einen entzückten Blick stehlen können, deren Schönheit (ja, ich meine plakative Äußerlichkeiten) ich für einen Augenblick genieße. Doch mehr als dieses erreicht mich nicht von ihnen. Wie die Menschenmassen an einem anonymen Großstadtbahnhof, gleiten wir aneinander vorüber, ohne uns wirklich im Tiefen zu berühren. Eine lose geknüpfte Zwangsgemeinschaft, die nicht mehr zusammenhält als eine einzige Eigenschaft, ist seit drei Jahren die Welt, die mein Gefühlsleben umnebelt. Ich kenne so viele Menschen, ohne auch nur einen von ihnen zu kennen. Eine große Gemeinschaft von Gleichgesinnten, deren Sinn mir nicht im mindesten gleicht. Ich habe versucht mitzuschwimmen auf der Welle mir fremder Gewässer bis zur Feststellung, dass eine genetische Mutation mir die Eigenart bescherte, dass mich treiben zu lassen mir noch mehr Kräfte raubt, als gegen den Strom zu schwimmen. Vielleicht habe ich im Strudel aber auch nur mich selbst verloren. „jeder Schritt näher zu mir selbst, entfernt mich weiter von der Welt“ lautet die 4 Jahre alte Erkenntnis aus meinem Tagebuch. Verdammt, warum sind diese Worte nur so prophetisch gewesen? Ich blicke in den Himmel eines erwachenden Herbstmorgens. grau und nebelverhangen, wie mein Weg mir erscheint. ob ich dem mich halbherzig dem Fluss jener Belanglosigkeiten überlassen soll, die mich umgeben und mir selbst zum einzigen Gefährten auf einem Weg werden soll, der mehr zu mir passt? In nebelgrau sind keine anderen Menschen zu sehen, doch auch ohne Nebel sähe die Sache nicht viel anders aus. Einsamkeit ist nur so lange ein hausgemachter Zustand, in dem es die Möglichkeit gäbe, einen anderen Menschen zu finden. Doch wo niemand ist, lässt sich niemand finden. Von Zeit zu Zeit hülle ich mich in meinen schwarzen Mantel, nicht dem, der meine Haut, sondern den, der meine Seele umschließt. Dieses alte, verwaschene, schäbige Ding, das manchmal so schwer auf mir liegt, dass mir meine Atmung mir schwer fällt und doch, zugleich mein Schutz ist, der mich auffängt, verhüllt vor dem grellen Gift einer viel zu buntgrellen Welt, ein Mantel, geliebt und verhasst, so sehr mit meiner Haut verwoben, dass er ein Teil von ihr ist. Unter seinem schwarzem Federkleid erheben sich, schwerfällig, meine Träume als einsame Sterne, hinauf zu meinem Horizont. Der trotzige Abgesang an eine Welt, die einen ausgestoßen hat, war schon immer die Flucht ins Reich der Fantasie, die Droge, die den Schmerz einer empfunden Chancenlosigkeit betäuben soll. Ja, vielleicht bin zu verträumt, vielleicht hänge ich mit meinem Kopf zu sehr in den schwarzen oder rosa Wolken meines eigenes Horizonts, vielleicht bin ich auch zu altmodisch und erst zu naiv, wenn ich mich mit den Figuren aus Gedichten, Büchern und Träumen, auf denen der Staub der Zeit klebt mehr identifizieren kann als mit der Realität und den Wunschträumen, tatsächlicher Menschen im Jahre 2010. Es ist ja nicht so, dass ich davon ausgehen würde, in der Wirklichkeit zu 100% das zu finden, was sich in all jenen gedachten, geschrieben und gedruckten Träumen von Menschen wiederfindet (ich habe noch nie ein altes Buch gelesen, in dem ein Pärchen sich über offene Zahnpastatuben streiten würde), doch ist es wirklich eine Unmöglichkeit, zumindest einen Teil davon zum Leben zu erwecken? Wieso sind Liebesgedichte der „größte Kitsch“, wieso ist es cool, unromantisch zu sein und wieso überhaupt beschränkt sich Romantik auf Herzen aus rosa Plüsch? Ich habe heute aus den Tiefen meines Bücherregals ein Werk wieder hervorgeholt, das ich schon lange nicht mehr in der Hand hatte, zu dem mich meine Sehnsucht jedoch wieder hinzog. Das letzte Mal gelesen habe ich es im Deutschunterricht, 11. Klasse, Unterrichtseinheit: Epoche der Empfindsamkeit. Ich mag seinen Namen nicht ausschreiben, denn selbst hier fürchte ich mich schon fast vor den hämischen Blicken, die mich auch damals beobachteten, weil ich jenes Buch, das für andere eine Qual war (wie jedes Buch, das man im Schulunterricht liest) mich begeisterte. 6 – 1- 4 ist der Code, der mich mit diesen Buch in Erinnerung immer noch verbindet, obwohl das Buch dafür recht wenig kann. 6 Jahre zurück, 1 Jahr gereift, 4 Wochen geblüht. Ironisch, dass ich jenes Buch zum ersten Mal genau in jener Zeit las, damals. 4 Wochen, eine Nichtigkeit und doch eine Ewigkeit in einem. Eine Zeit, die mein Himmel und meine Hölle zugleich war. Ein Wahnsinn, den zwei Menschen völliger psychischer Gesundheit nicht zustande gebracht hätten – leider und zum Glück. So viele Wunden mir diese 4 Wochen auch schlugen und so wenig ich mir eine Wiederholung im Ganzen mit einem anderen Menschen zurückwünschen würde, muss ich zugeben, so manche Versatzstücke aus diesem kurzen Sommernachtstraum, sie fehlen mir sehr. Poetische Worte zur Begrüßung und zum Abschied, auch wenn die Kulisse der modernen Welt sich nicht ganz daran anpassen wollte, Handküsse, die aus einer geteilten Phantasie zur geteilten Wirklichkeit wurden. Ein Nachtlauf durch ein Unwettergeschütteltes Dorf in der wilden Romantik der Ruhe !nach! dem Sturm, stillschweigende Wandlungen über den Garten letzter Ruhestätten unter dem Sternenzelt. Worte, unendlich viele Worte, zwar nicht mit der Feder, wohl aber mit moderneren Gerätschaften, „zu Papier“ gebracht, in Reimschemata eingereiht, besprochen, geteilt, auch füreinander geschrieben. Und nicht zuletzt die Stunden im Kerzenlicht, die selben Gedanken denken, nein, nicht die fröhlichen aus einem kitschigen Liebesfilm, sondern die dunklen, die melancholischen, die Schatten, die – zumindest in dieser Zeit, an den Wänden hinter dem flackernden Kerzenlicht – zu einem verschmolzen. Längst vergangene Zeiten, Erinnerungsspuren. Verlassen irgendwo im Sternenstaub verglühter Träume am Himmel meines schwarzen Mantels. Heute? Heute schreibe ich schon seit Jahren „kitschige Gedichte“, die allenfalls bewundert gelesen werden, doch nirgendwo ihr Gegenstück finden, heute ich lese ich „altmodischen Kitsch“, in dem Handküsse und Himmel-Höllenfahrten alleine auf bedruckten Blättern und im noch schwach flackerndem Licht persönlicher Drogensterne zu finden sind. Das wildromantische Chaos nach dem Unwetter betrachtet mein wolkenköpfiges Auge alleine in einer altmodischen Verfassung, die in Romantik mehr sehen will als rosa Plüschherzen und aus die ewigen Ruhestätten liegen verwaist, während ihre Bewohner sich selbst in „Träume“ umbenannt haben und den Umzug in meine Seele angetreten sind. Und ich? Ich wandere unter einem schwarzen Mantel verborgen auf stummen Pfaden in einer viel zu kleinen und dennoch menschenleeren Welt und suche – Belanglosigkeiten.