[Kurze Kurzgeschichte] - German Gothic Board

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Kurze Kurzgeschichte

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geschrieben von: White_Fang

White Fang suo amici salutem digit,

Ich habe, schätze viele von euch auch, eine kleine Kurzgeschichte geschrieben. Da ich zum bedauern, niemanden persönlich kenne der damit etwas anfangen könnte, und auch nirgendwo ein passendes Forum finde, kopiere ich sie frech wie ich bin einfach mal hier rein. Ist mein erster Versuch.



Drama Menschlichkeit:


Stärker als nötig umklammere ich das kalte, Material, in meiner Hand. Vermutlich wegen der Kälte, sind sämtliche meiner Muskeln, starr angespannt. Ich fühle mich nicht ganz wohl. Hinter mir strahlt der Mond in einer unnormalen Helligkeit, als würde er versuchen mich anzuprangern. Als würde ich unter dem anklagendem Licht eines Scheinwerfers stehen. Meine Hand fängt an zu zittern. Verdammte Kälte! Ich glaube zu sehen, wie er leise, fast unmerklich zu weinen anfängt.
"Weinst du?"
"Nein, ich weine nicht."
Er log. "Du lügst".
"Ich lüge nicht. Es ist nur die Anspannung"
"Wenn du Zweifel hast...."
"Ich habe keine."
Ich glaube ihm zwar nicht, aber es ist seine Entscheidung. Er sollte wissen was er tut.
Ich bereue, die Ortswahl ihm überlassen zu haben. Mitten auf eine Lichtung! Im Wald! Und dieser scheiß Mond. Fast tageshell, erleuchtet er die Wiese. Das Gestrüpp um uns herum, wirkt wie lebendige Wand, aus purer Dunkelheit. Das fahle Mondlicht macht aus den Bäumen, Sträuchern und Schatten des Waldes, bedrohliche Fratzen und Formen. Abstoßende Beobachter unserer Tätigkeit. Ich fühle mich, als würde ich auf einer Bühne stehen, die Scheinwerfer und Aufmerksamkeit auf mich gerichtet. Unter den strafenden, bewerteten und anklagenden Augen dämonischer Kreaturen, die hinter einer Pechschwarzen Wand zu einer formlosen Masse verschmelzen.
Ich merke wie ich unwillkürlich meine Waffe, noch stärker umfasse. Mein Blut wird durch den Druck, aus der Hand gepresst. Ich fürchte schon, den Abzug versehentlich zu drücken. Aber locker lassen, kann ich auch nicht. Meinen Talisman, meinen Wegweißer. Ich bin nervös. Und das zu recht. Die ganze Inszenierung ist einfach nur unprofessionell. Die Situation schreit ja förmlich danach, dass ich erwicht werde. Ich hätte, mich gar nicht darauf einlassen sollen. Ich hätte ihn, einfach in einer Lagerhalle abknallen sollen. Häuser beobachten nicht, und deren Bewohner sind taub. Ein Minute verging, ohne eine Reaktion. Ich kann nicht länger warten. Sein Blick ist auf den Boden gerichtet.
"Kann ich?"
Er blickte auf. Augenkontakt. Er schmunzelte.
"Hast du dich schon mal gefragt, was uns so von einander unterscheidet? Ich meine, wir kennen uns schon seit dem Kindergarten, haben ähnliches erlebt, ähnlich gelebt. Aber trotzdem, steht jeder von uns auf einer anderen Seite des Lebens."
Eine Pause. Er wird sentimental. Ich hasse alle Sentimentalität, besonders seine. Vor allem zögert er es hinaus. Mein Nervosität steigt. Ich werde gereizter; Er reitzt mich. Ich ziele genau zwischen seinen Augen. Auf den Stirnlappen. Als Kind hat man mir einmal erzählt, dort würde das Zentrum für Ethik und Moral sitzen. Alles Lüge. Er ist nutzlos. Ein antiquarischen Rudiment, das funktionslos im Gehirn sitzt und schmarotzt. Man sollte ihn heraus schneiden.
"Du hast nie danach gefragt warum ich sterben will. Willst du es nicht wissen? Ich mein..."
"Nein ich will es nicht wissen." Ich weiß es. "Was uns unterscheidet? Ich habe mich nie mit dummer Gefühlsduselei aufgehalten. Ich habe getan was getan werden musste. Und nicht mehr." Beim Sprechen werde ich immer lauter, ich schreie fast. "Du mit deiner beschissen Sentimentalität. Ich hab' dir immer gesagt wie viel ich davon halte! Nämlich gar nichts. Du hast nie darauf gehört. Und dann fang bloß nicht an zu lamentieren. Wir sind Freunde, schon seit der Kindheit. Und nur deswegen, erfülle ich dir deinen Toteswunsch. Aber von dir zugereiert zu werden habe ich nicht verdient! Du warst schon immer ein Sentimentaler Hund. Und die Details deiner Handlungen, waren und sind schon immer trivial und unbedeutend. Die Gründe irrationaler Natur. Ich will davon nichts hören. Hörst du?"
Nun schreie ich. Bei jeder Silbe spritzen Tropfen von Speichel ihm entgegen und mein Atem kondensiert vor meinen Augen. Seine Augen sind geschlossen. Es ist alles gesagt. Kurz bevor ich meine Augen schließe fällt mein Blick auf einen Stern am Himmel. Man sieht ihn nur selten. Alle paar Jahrhunderte. Obwohl er fast am anderen Ende des Universum sitzt, ist er der hellste Stern des Nachthimmels. Tausendmal weiter entfernt, als der Nordstern und duzend mal heller. Er ist so hell, weil er explodiert; Eine Supernova. Er lebte nur relativ kurz, und die Hälfte seines Lebens war pure Agonie. Aber dennoch; Das Licht seines Todes, erfüllt jeden Winkel des unendlichen Äthers. Es sind diese Sterne, deren Existenz den Lauf des Universums beeinflussen, die die Gedanken jedes Romantikers beflügeln, die neuen Sonnensysteme und letzten Endes Leben gebären. Ewig tanzende Sterne, deren Tod selbst, nur eine Fußnote ihres Wirkens ist. Meine Augen sind geschlossen. Und mit dem Abzug ergießt sich eine schiere Flutwelle, an Eindrücken über mich. Ich stand viel zu nahe und badete förmlich im Blut und sonstigen Innereien. Aber es klebt mehr als nur sein Blut an meinen Händen. Es war mehr als nur Mord, es war ein Genozid. Im Gras, liegt tot vor mir, bedeckt von meinem Schatten, der letzte Mensch. Das Echo des Schusses wird von allen Winkeln der Lichtung, reflektiert, und zu mir zurück geworfen. Seine letzten Worte, hallen in allen Winkeln meines Geistes wieder. "Ich bedaure dich", hat er gesagt. Dieser arrogante Mistkerl! Blutbespritzt, blicke ich auf die Reste seines Gesichts.
"Das ist also Menschlichkeit! Wie weit hat sie dich gebracht?". Ich schreie schon fast hysterisch und trete gegen seine Rippen. "Du solltest dich bedauern. Ich bin es der lebt". Im Gras liegt tot vor mir, bedeckt von meinem Schatten, der letzte und einzige Mensch, der an meinem Grab hätte weinen können. "Während du langsam in deinem Sarg, von Würmern zerfressen, verwest, werde ich leben. Reich sein, erfolgreich sein. Dein Leben war so sinnlos wie dein Tot. Ich bin es der dich bedauert". Aber anstatt, seiner Tränen, nehme ich sein Blut mit ins Grab.





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