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Warum ist das ein Armutszeugnis?
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Es ist schlimmstenfalls eine Halbwahrheit.
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...Man neigt halt eher dazu, sich die Vergangenheit schönzureden als die jeweilige Gegenwart...dabei ist die Vergangenheit nur selten besser gewesen, es wird nur in der Rückschau vieles schöngefärbt, weil es die Gegenwart vielleicht ein wenig ertäglicher macht,...
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Vielleicht ist die Behauptung etwas weit hergeholt aber ich glaube Menschen die dazu neigen, die Vergangenheit zu idealisieren oder gar die Gegenwart schlechtreden, die können kein halbwegs realistisches Bild von sich selbst entwickeln und sie entwickeln auch oft kein realistisches Bild von der Gegenwart.
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Andererseits ist das natürlich auch ein Schutzmechanismus. Als Kind war man dann gar nicht so unbeliebt, der trinkende, brutale Vater war ja im Nachhinein gar nicht so besoffen und gewaltätig, eventuelle Kränkungen werden vergessen oder verdrängt und so kann man ein stärkeres Selbstbild konstruieren. In dieser Hinsicht ist Verklärung eine sinnvolle, psychologische Funktion unseres Gehirns.
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Alternativ kann es natürlich auch eine Flucht in die Vergangenheit sein. Weil man unfähig ist, die Realität nach den eigenen Vorlieben zu beeinflussen oder weil man generell Angst vor Dingen hat, deren Ausgang ungewiss sind.
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Wenn das geschieht, dann kann es in der Tat ein "Armutszeugnis" sein. Die Realität und die Geschichte sollte nicht etwas sein, dass man nach Belieben nach eigenen Wünschen umformen kann.
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Denn dann hatte man nicht die Stärke, mit offenen Augen die Wahrheit zu sehen.
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Ich persönlich halte eine Ablehnung der Realität aufgrund von Gründen der persönlichen Eitelkeit und Frustration für keine kleine Sache und sie kann in der Tat schlimme Auswirkungen haben.
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Nehmen wir nur die vielen Fälle von Geschichtsfälschung und das Leugnen von Völkermorden.[...]
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Sich in die Vergangenheit zu verkriechen, ist auch ziemlich feige. Schließlich kann man alles mögliche über sie sagen und es ist in vielen Fällen schwer zu beweisen.
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Wer mit der Gegenwart zufrieden ist oder genug zu tun hat, der braucht sich doch gar nicht in die Vergangenheit flüchten. Ich persönlich bin auch eher weniger nostalgisch.
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Ich habe nicht das Gefühl, ich wäre gedanklich an irgendwelche vergangenen Zeiten gebunden . Ich denke auch nicht an all die schlechten Dinge der Gegenwart, ich seh auch positive Entwicklungen und nicht zuletzt ist doch der Punkt, dass solange wir nicht senil und unselbstständig sind, unsere Taten in der Gegenwart tatsächliche Relevanz haben. Wenn nicht für die Gesellschaft, dann zumindest für unser individuelles Leben.
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Außerdem ist die Zukunft auch eine Chance. Die Vergangenheit, gerade wenn man sie halbwegs korrekt im Kopf hat, enthält oft viele Demütigungen oder Dinge, für die man sich schämt.
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Nur kann man nicht gerade auch daraus Kraft zehren? Kann man nicht auch Sühne oder Genugtuung dadurch erfahren, dass man in Zukunft ein anderer, wahrscheinlich besserer Mensch sein wird.
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Original geschrieben von Waldemar
Naja.. das alles subjektiv.
Aber ich mache das mal am Beispiel Hifi fest. Ich bin ein Musikliebhaber und habe immer lieber viel Geld für High End Hifi Sachen ausgegeben als für z.B. Autos oder andere sachen. Ich habe es nie bereut und vor kurzem habe ich mal einen Test für mich gemacht... Bin in Hifi Läden und habe mir so die neuen "teuren" Lautsprecher für 5000-8000 Euro und mehr angehört... Da wußte ich nicht ob ich weinen oder lachen solllte.. Die klingen alle sehr schlank, irgendwie gesoundet, unnatürlich und emotionslos. Als ich noch gutes Geld verdiente gönnte ich mir die Quadral Titan Mk4. Vielleicht kennt sie einer.. aufwendig gebaut und abgestimmt. Das war noch die typische "deutsche Wertarbeit". Sie sind heute noch schwer zu schlagen. Wenn, dann muss man extrem tief in die Tasche greifen. Dazu war ich immer ein Fan von Harman Kardon Verstärkern.. die alten klingen fantastisch.
http://lh4.ggpht.com/-3_zyNHVhClw/SwbTXhKrhDI/AAAAAAAACNI/e43CkkAa9M8/DSC00327.JPG
Dann habe ich mal mit einen Freund den Test für mich gemacht. Wie hört sich die neue Technik an? Maranzt angefangen, von dem man hört, er hätte schönen warmen räumlichen klang. Nacht einem Tag wußte ich, auch ein 1300 euro teurer maranzt kommt nicht an mein alten 20 Jahre alten harman ran. Vorallem nicht in der Räumlichkeit und Präzision. Obwohl der trotzdem gut klang. Ich hatte mal das Glück einen alten harman 930 zu hören. Das alte schlachtschiff der 70-80 ziger... selbst der hört sich besser an. Das ist einfach kaum zu glauben. Hätte ich auch nicht wenn ich ihn nicht gehört hätte.. wahnsinn was die damals geleistet haben!
Bei CD Playern sieht das ähnlich aus. Bei den alten Geräten hat man immerhin noch den "unverfälschten reinen" Klang und bei neuen Geräten kann es sein, dass diese nach modischen Trends unnatürlich gesoundet worden sind. Die sind dann für echte audiophile Wiedergabe in höchster Qualität nicht mehr geeignet und klingen irgendwie künstlich.
Wer heute den guten klang damaliger High End geräte haben möchten muss sehr tief in die Tasche greifen... und daher mein persönliches Fazit... Zu den alten Zeiten bekam man viel mehr Klang für das Geld... Aber dürfte keine echte Überraschung sein.
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Ich glaube nicht, dass der Mensch zu einem realistischen Bild fähig ist. Schon gar nicht von sich selbst.
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Nicht jedoch von Extremen. Ich selbst weiß wie sehr man unter Menschen leiden kann, die sich das Leben schönlügen. Sobald eine Person direkt dadurch geschadet wird, endet der Spaß.
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Das wird sich jedoch nicht vermeiden lassen. Wie gesagt; Erinnerungen reproduzieren sich immer wieder neu. Sie sind keine festen Datenbestände. Demnach ist jedes Mal der Blickwinkel anders. Lediglich unsere Assoziationen weisen uns in eine bestimmte Richtung. Objektivität ist subjektiv-fiktiv.
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Genauso Feige ist es jedoch, sich in die Gegenwart zu verkriechen. Viele Menschen tun genau dies. Die Vergangenheit sowie Zukunft wird unter dem Motto "Lebe den Moment" ausgeblendet. Auch das kann schlimme Folgen haben und ist keinesfalls besser. Ein kompletter Überblick wäre utopisch.
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Wir zehren von unseren Erinnerungen, weil sie uns zu dem machen, wer wir sind. Und das schwelgen in Erinnerungen führt zu einem entspannten Verhältnis zu mir selbst. Aktiv werde ich in der Gegenwart auch entspannt mit Menschen umgehen.
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Es wäre durchaus praktisch, die Sichtweisen auf Knopfdruck wechseln zu können. Leider nicht ganz möglich, da Persönlichkeit meistens in Stein gemeißelt ist.
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Da Vergangenheit immer (!) verklärt ist, sehe ich das weniger dramatisch. Schließlich ist Nostalgie ein sehr schönes Gefühl, was einen immer wieder daran erinnert, wie schön das Leben war. Hier könnte man das "war" kritisieren. Aber oftmals hält uns dieses "war" über Wasser. Sonst käme man vielleicht angesichts der Gegenwartsverklärung noch auf dumme Gedanken...sprich...Nostalgie gibt vielen Menschen die Kraft weiter zu machen.
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Das ist hoch subjektiv und verklärt.
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Ich bin auf der trägen Seite. Obwohl es mir tatsächlich an Zeit/Geld fehlt. Damals war ich aktiver, wesentlich.