[vergangen gewünscht] - German Gothic Board

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vergangen gewünscht

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geschrieben von: Nihasa

Und plötzlich steht sie wieder vor einem. Man kann es nicht begreifen, will es nicht verstehen, doch sie bleibt hartnäckig da und schaut einen mit kalten Augen an. Man kann sich nicht darauf vorbereiten, denn selbst die alltäglichsten Situationen lassen sie nicht zurückschrecken. Sie hat kein Erbarmen. Man wehrt sich dagegen, schreit sie innerlich an, dass sie Vergangenheit ist und als solche hinter einem bleiben muß. Versucht ihr klar zumachen, dass sie nichts in der Gegenwart zu suchen hat, doch das stört sie nicht. Ohne Antwort, ohne Vorwarnung drückt sie die Kehle zu und noch immer will man es nicht wahrhaben. Die Vergangenheit holt einen immer wieder ein, für Sekunden, für Minuten, für Stunden. Dann geht sie wieder langsam, doch das Gefühl bleibt noch eine Weile. Was tun in diesen Momenten? Was tut ihr in diesen?



geschrieben von: GreenMilan

Sich ins Gedächtnis rufen, dass sie nicht mehr ist als eben das: vergangen.
Sich an das heute und jetzt klammern.
Sich ins Bewußtsein rufen, was sich seitdem geändert hat.

GreenMilan



geschrieben von: Cayenne

@Nihasa:

...Fällt es dir denn leicht, einfach daran zu denken, was sich seitdem verändert hat? Ich hätte da so- oder besser gesagt, ich habe da so- meine Probleme mit, denn wenn die Vergangenheit einen erstmal eingeholt hat, kann man sich kaum mehr gegen sie wehren. Und die Frage, was man dann macht ist nicht so leicht zu beantworten, denn oft bringt es schlichtweg nichts, das Gefühl zu ignorieren, es kommt einfach und es ist sehr viel stärker, als der Wille. Wenn mir sowas passiert, lasse ich es über mich ergehen, einen anderen Weg habe ich noch nicht gefunden...



geschrieben von: Curzon

Ich grinse sie an, sage ihr, "Hallo, wie gehts?" und wenn sie sagt "Mir gehts scheiße", dann streck ich ihr die Zunge raus und sage "Ätsch, mir gehts besser als dir" :D

Im Ernst, es hilft z.B. sehr, wenn man sich das Schöne, das man in seinem Leben hat ins Gedächtnis ruft, denn ohne seine Vergangenheit, ohne all das wäre man nicht da, wo man jetzt ist, und hätte womöglich das nicht, was einen jetzt glücklich macht.



geschrieben von: Tumulus

Redet ihr über Ex-Freundinnen, die einem andauernd übern Weg laufen ?
Oje, davon kann ich ein Lied singen.
Vergangenheit ? Oh nein, dafür sind sie zu real.
Eine Möglichkeit gibts (nur für die Harten): Fragen, ob sie wieder mal mit dir poppen will.
Selbsverliebt, wie die meisten Leute sind, wird sie dann annehmen, daß du immer noch total verrückt nach ihr bist bzw. dich für ein Arschloch halten und dir in Zukunft aus dem Weg gehen.
Gegen depressive Anfälle hilft manchmal nur nackte Brutalität ;)



geschrieben von: Anddulin

Gute Frage, weiß ich auch nicht!!:(

Ich versuch es zu verdrängen oder weine einfach, das erleichtert!
Aber mich holt sie auch immer wieder ein und jedesmal dann wenn man denkt, ja, es ist wirklich vergangen!!!



geschrieben von: Nihasa

hm... "Sich ins Bewußtsein rufen, was sich seitdem geändert hat." kommt in solchen Situationen für mich kaum in Frage, wie Cayenne auch geschrieben hat. Das Schöne zu sehen klingt immer so logisch, doch ist es so schwer. Wobei der Satz "denn ohne seine Vergangenheit, ohne all das wäre man nicht da, wo man jetzt ist" schon eher etwas hilft. Seltsam.

Doch richtig helfen? Einfach weinen hilft, wenn man noch kann, doch ist das die beste und einfachste Lösung? Es zieht Mitmenschen auch herunter...
Verdrängen geht nur eine Weile bis es dann noch stärker ausbricht... Dies ist sicher nicht die Lösung.

@Tumulus
Für mich geht es sich nicht darum. Doch ich denke, jeder denkt und fühlt bei diesem Thema etwas anderes und wenn es dies für Dich ist, ist das ok. Warum und Weshalb soll nicht zur Debatte stehen.



geschrieben von: Tumulus

Tja, dann hab ich das wohl nicht richtig verstanden. Zu kurz gegriffen. Tut mir leid.

Was ich sagen wollte, ist: manchmal hilft nur Härte. Gegenüber anderen, gegenüber mir selbst. Wenn mich meine Vergangenheit in der Hand hat (und sei es nur für Minuten), dann habe ich Angst vor der Zukunft. Und das ist das schlimmste, weil es lähmt.
Anders gesagt: es reicht nicht, wenn die Vergangenheit mit dir abschliesst. Du musst auch mit ihr abschliessen.



geschrieben von: Thalion

ich habe auch oft die erfahrung gemacht, dass die vergangenheit einen einholt... nach jahren. es reicht oft ein lied, womöglich nur ein wort, falsche betonung... eine person. es kommt unweigerlich hoch. ich bin dagegen machtlos... ich kann mich nicht auf die schönen dinge konzentrieren oder was sich seit dem verändert hat. es ist belanglos... wenn man vor augen hat, was gewesen war. vielleicht sind negative emotionen für kurze zeit stärker als positive... oder liegt es nur an uns, dass wir sie dazu machen... und darin laben? seelischer masochismus?
was ich dagegen tue... nicht viel. wenn sie mich eingeholt hat... dann ist sie da. und damit lebe ich... sie ist ein teil von mir und gehört dazu. wie gesagt, die vergangenheit wird schon wieder gehen. irgendwann. was ich aktiv versuche, es gar nicht so weit kommen zu lassen... mich davon abzuhalten überhaupt ansatzweise über so etwas nachzudenken... ablenkung. ablenkung in jeglicher form. ich gehe ins internet, chatte mit leuten... treffe mich mit bekannten und freunden. halte die zeit, in der ich allein bin so gering wie möglich. wenn ich allein bin denke ich nach... wenn ich allein bin ist mir oft langweilig... beides ist gift für einen.



geschrieben von: Clytie

Wie wär´s mit : Hand ausstrecken und fragen: "Hallo, warum bist du hier - was willst du? Du hast keine Macht mehr über mich, aber es interessiert mich schon."

Clytie.



geschrieben von: Mrs.Gravedigger

...mir hat das ein wenig geholfen:


Heute leben

In einem kleinen Dorf irgendwo im Land, lebte ein alter, weiser Mann. Er war neunzig Jahre alt geworden und sah zufrieden und glücklich aus. Da sagte einer zu ihm: "Ein schönes Leben hast du, so ein langes Leben."
Der Alte zog kräftig an seiner Pfeife und antwortete: "Du lebst nur einen Tag." Das hatte ihn das Leben gelehrt.

Du lebst
nur einen Tag:
Heute!

Heute leben!

Um wirklich zu leben,
mußt du heute leben.
Das Leben ist kurz
und geht schnell vorbei.
Wenn du heute nicht lebst,
hast du den Tag verloren.
Verdüstere deinen Geist nicht
mit Angst und Sorgen von morgen.
Beschwere dein Herz nicht
mit dem ganzen Elend von gestern.

Heute leben!

An das Gute von gestern
magst du getrost denken;
träume auch von schönen Dingen,
die morgen kommen mögen.
Aber verliere dich nicht
ins Gestern oder ins Morgen.

Heute leben!


(Quelle unbekannt)



geschrieben von: Anddulin

Die Vergangenheit wird einem immer wieder einholen, man muß akzeptieren, daß sie ein Teil von uns ist!!
Ich habe festgestellt, daß der Schmerz allgegenwärtig ist, man muß lernen mit ihm zu leben!!!



geschrieben von: Thalion

@Anddlulin: so sehe ich es auch... man lebt mit ihm, wenn er kommt und wieder geht.



geschrieben von: Nihasa

Lernen mit ihr zu leben...
...nur wie?

Das ist meine Frage. Das man die Vergangenheit nicht völlig ausradieren kann ist klar, doch etwas kontrolieren, oder wie ihr es nennt, lernen mit ihr zu leben, das ist die Frage, die ich stelle.

Nihasa



geschrieben von: Thalion

es liegt immer an der einstellung der person, an seiner lebensweise bzw pholosophie. ich lege sehr viel wert auf meine gefühle und emotionen, ob gut oder schlecht. ich unterdrücke sie nicht, das wäre meiner meinung nach ein fehler. sie entspringen mir, gehören mir, sind gar ein teil von mir. sie zu verleugnen wäre mich selbst zu verleugnen. was ich wirklich aktiv mache... das ist eine schwere frage. ich denke, ich lebe sie in gewisser weise aus. akzeptier sie und lasse sie gewähren... aber damit wiederhole ich mich und auch das, was andere bereits gesagt haben :( eines weiss ich jedoch, etwas krampfhaft versuchen zu verändern, bringt nichts. wollte mir einer unbedingt helfen... es mit allen mitteln versuchen. würde er scheitern. liegt wohl auch zudsätzlich an meiner sturheit und meinem dickkopf.
ich sehe schon... ich bin hier keine hilfe. tut mir leid.



geschrieben von: Mrs.Gravedigger

...

ich denke das was wir heute sind, hat die vergangenheit aus uns gemacht. pers. erfahrungen speichern sich als energie ab...andere reagieren intuitiv darauf, positiv oder negativ, je nach eigenen pers. erfahrungen...schön ist, wenn man fehler -seine eigenen u. die von anderen- verzeihen lernt, dann ist die belastung wesentlich geringer...
z.B.:
wenn ich mir vorstelle, morgen läuft mir DER mensch fürs leben übern weg, der mich liebt u. versteht, weil er die "energie meiner vergangenheit" intuitiv wahrnimmt u. damit was anfangen kann, wäre ich meinem ganzen leben bis zu diesem moment ultra dankbar, denn wenn nicht ALLES so gewesen wäre, wie es bis dorthin war, wäre mir DAS doch nie passiert :)



geschrieben von: Nihasa

Zitat:
Original geschrieben von Thalion
aber damit wiederhole ich mich und auch das, was andere bereits gesagt haben :( eines weiss ich jedoch, etwas krampfhaft versuchen zu verändern, bringt nichts. wollte mir einer unbedingt helfen... es mit allen mitteln versuchen. würde er scheitern. liegt wohl auch zudsätzlich an meiner sturheit und meinem dickkopf.
ich sehe schon... ich bin hier keine hilfe. tut mir leid.



Vielleicht liegt es auch nur an meinem Sturkopf. Nicht aktzeptieren wollen, dass ich nicht kontrolieren kann, etwas, vor dem ich mich nicht wehren kann. Vielleicht muß ich wirklich einfach damit leben, es nicht versuchen krampfhaft zu kontrolieren. Vielleicht liegt genau da mein Fehler. Mag sein...

@Mrs.Gravedigger
Du hast schon recht, doch hilft dies nicht oder kaum weiter. Aber das da etwas dran ist, kann ich nicht verleugnen.



geschrieben von: Anddulin

@Mrs Gravedigger

so hab ich noch garnicht gedacht, hast aber recht. Wir sind das was die Vergangenheit aus uns gemacht hat!!
Auch wenn sie uns manchmal noch verfolgt!!



geschrieben von: Hoffnung

Ein Lied, eine Stimme, irgendein dummer Gedanke und es kommt wieder eine Situation von früher in den Kopf.
Man fühlt sich wie vor den Kopf geschlagen...

Tja ich gehe dann meist irgendwohin und überlege, lass es laufen und versuche mich daran zu erinnern.
Irgendwo wo es leise ist und wenn möglich kalt.
Wenn es zu heftig wird versuche ich zwanghaft an eine Situation zu denken die daran geschlossen hat die für mich positiv war.
Es geht immer danach wieder irgendwie hoch, und meist ist es irgendeine kleine Situation die einen daran erinnert, mag es sein das dich irgendwer in dem Moment damals in den Arm genommen hat, oder nur der dumme Satz von irgendwem der dich wütend gemacht hat, dich abgelenkt hat.

Und wenn es zu heftig eird gehe ich einfach an einen Ort andem etwas schönes passiert ist , oder denke daran und versuche das andere zu verdrängen.
Manchmal hilft es, manchmal eben nicht, dann lass ich es laufen und warte bis es aufhört.





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