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Seiten:1



Stammzellenforschung

(Klicke hier, um das Thema mit vollen Farben / Abbildungen zu betrachten)



geschrieben von: Lady Armitage

Die Erweiterung des deutschen Gesetzes zur Einfuh von Stammzellen ist ja nun wenige Tage alt. Und wie die Deutschen nunmal sind: Nichts halbes und nichts ganzes. Neuer Stichtag, aber einig ist man sich trotzdem nicht.

Sollten wir in Deutschland die Stammzellenforschung erlauben?
Was spricht dafür, was dagegen?

Aus den Zellklumpen, die dafür sterben, würden einmal Menschen werden.
Ab wann ist der Mensch ein Mensch?
Bist du auch konsequent? Ich kann Stammzellenforschung nicht verteufeln und gleichzeitig Schwangerschaftsabbrüchhe billigen.
Ist es überhaupt strebenswert alle Krankheiten zu heilen? Ergeben sich daraus nicht neue Probleme für unsere ohnehin schon überalterte Gesellschaft?



geschrieben von: more

Schau dir mal die Bilder auf dieser Website an: klick, mein Patenkind hat diese Krankheit - sowas kann nur durch eine Therapie mit Stammzellen geheilt werden. Aber leider ist die Forschung für die Regierung bis dato tabu.

Noch Fragen?



geschrieben von: Seneca

Aus dem Thema hätte man ja was machen können wenn das Thema den Regeln für das Philosophieforum gefolgt wäre. Da es sich aber in Fragen ohne diskutierbare Thesenstellung erschöpft, zumal Gentechnik Themen schon zu genüge existieren.

...verschoben nach Dunkelheit & Licht.



geschrieben von: Gothic

Also ich sehe es so, dass Stammzellkenforschung erlaubt werden sollte, um Krankheiten zu bekämpfen!



geschrieben von: aurora borealis

diskutierbare Thesen gibt es hier wirklich nicht.

Schon allein Formulierungen wie "Sollte Stammzellforschung erlaubt werden" zeigen das. Sie IST doch bereits erlaubt. USW.



geschrieben von: Samsa209

Zitat:
Original geschrieben von aurora borealis
diskutierbare Thesenstellungen gibt es hier wirklich nicht.

Schon allein Formulierungen wie "Sollte Stammzellforschung erlaubt werden" zeigen das. Sie IST doch bereits erlaubt. USW.



vlt wäre die fragestellung "wie steht ihr dazu? oder hättet ihr die stammzellforschung erlaubt?" besser gewesen.

----

ich selber bin froh, dass ich die entscheidung habe nicht fällen müssen, da es viele pro und contra punkte gibt.

lg

samsa



geschrieben von: hagzissa13

Stammzellenforschung ist ja nur in engem Rahmen erlaubt und wird in der Politik, wie auch unter Wissenschaftlern und Ethikern heftig diskutiert. Zum einen stellt sich die Frage, wann menschliches Leben im Sinne des Menschen an sich beginnt zum anderen stellt sich die Frage, wo die Stammzellenforschung hingehen wird.

Es erinnert mich frappierend an das Schauspiel "die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt von 1961. Die Frage ist, ob Forschung überhaupt auf zu halten ist, auch mit bestehenden Gesetzen. Ich will nicht wissen, was in Drittweltlabors im Urwald, weit ab jeglicher Zivilisation, geforscht wird. Denn auch dort ist Stammzellenforschung möglich. Die Frage ist doch, wo uns diese Forschung hinführen wird. Das Schaf "Dolly" war doch nur der Anfang. Werden menschliche "Ersatzteillager" gezüchtet werden, wenn Klonen am Menschen möglich ist? Werden die Menschen "Eliten" züchten, wenn dies möglich ist? Und die zentrale Frage: Wollen wir dies alles überhaupt? Und: Können wir es überhaupt verhindern - trotz restriktiver Gesetze?



geschrieben von: Trauerwesen

Zitat:
Original geschrieben von hagzissa13
Die Frage ist doch, wo uns diese Forschung hinführen wird. Das Schaf "Dolly" war doch nur der Anfang. Werden menschliche "Ersatzteillager" gezüchtet werden, wenn Klonen am Menschen möglich ist? Werden die Menschen "Eliten" züchten, wenn dies möglich ist? Und die zentrale Frage: Wollen wir dies alles überhaupt? Und: Können wir es überhaupt verhindern - trotz restriktiver Gesetze?


Das ist in der Tat das Problem, denn wenn das eine auf irgendeine Art legitimiert wird, ist es bis zum nächsten Schritt nicht mehr weit, und irgendwann landet man dann nämlich sonstwo, wenn diese Schritte weiterhin mitgenommen werden.
Klar irgendwie ist alles zugunsten der Menschheit, und Forschung ist in vielen Fällen auch durchaus richtig.
Aber genauso wie bei der pränatalen Implantationsdiagnostik hat alles seine Tücken. Die ist ja auch auf dem ersten Blick ganz nützlich, aber dann kommt die Frage auf, ob man nicht eine Zweiklassengesellschaft ranzüchtet bzw Behinderte in dem Sinn diskriminiert werden, indem sie einfach nicht mehr geboren werden. Aber ich komme vom Thema ab. Wollte eigentlich nur sagen, dass solche Thematiken durchaus auch negative Seiten haben, so schön sie auch klingen mögen, und eben nicht so einfach handzuhaben sind.



geschrieben von: Lady Armitage

@ more:

es ist eine schlimme Krankheit, das gebe ich zu. Und ich kann auch verstehen, dass du möchtest, dass sie geheilt wird. Aber du musst auch beachten, dass sich kein Wissenschaftler sicher ist, dass es durch Stammzellenforschung gelingt, es ist nur eine Theorie. Fernerhin sind sehr viel mehr Wissenschaftler sich sicher, dass es möglich ist, die gleichen Erkenntnisse auch aus adulten Zellen zu gewinnen, da diese ja die gleiche Information beinhalten, es sind nur adere Gene aktiv.
Ich will damit nicht sagen, dass du nicht auf eine Heilung hoffen solltest, ich will nur sagen, dass es sehr wahrscheinlich geht, ohne noch eventuell entstehende Kinder zu töten.



geschrieben von: apnoe

hagzissa13 hat es wohl ziemlich auf den Punkt gebracht. Gerade das mit der illegalen Stammzellenforschung in 3. Weltlaendern klingt enorm beaengstigend. Letztendlich nachpruefen ob, wie, wo, wann und zu welchem Zweck geforscht wird, kann natuerlich niemand.
Stammzellenforschung ist sicherlich auch fuer die Militaers Interessant, zum Beispiel zur Erschaffung eines Supersoldaten mit (Beispielsweise) besonders Regenerativen Attributen. Also beschleunigter Wundheilung...

http://de.wikipedia.org/wiki/Stammzelle

Man kann davon ausgehen, das Militaers schon sehr lange in diesen Bereichen illegal und doch staatlich gefoerdert Forschung betreiben.

Ich bin dagegen! :q



geschrieben von: hagzissa13

Zitat:
Original geschrieben von Lady Armitage
Fernerhin sind sehr viel mehr Wissenschaftler sich sicher, dass es möglich ist, die gleichen Erkenntnisse auch aus adulten Zellen zu gewinnen, da diese ja die gleiche Information beinhalten, es sind nur adere Gene aktiv.


Es ist zwar richtig, daß sie die gleichen Informationen enthalten, wie alle anderen Zellen auch, aber im Gegensatz zu einer Stammzelle, die noch nicht ausgeprägt ist in irgendeinem Bereich, ist dies bei der adulten Zelle der Fall. Das heißt, sie hat sich zu einer Leber-, oder Herz- oder was-weiß-ich-Zelle ausgeprägt und dafür sind bestimmte Gene aktiv, andere nicht.

Das heißt, neben dem Problem, daß die Wahrscheinlichkeit bei einer adulten Zelle auf Schäden im Erbgut aufgrund des Alters der Zelle wesentlich höher ist, kommt zum anderen hinzu, daß die Zelle differenziert ist, was den Umgang mit ihr wesentlich schwieriger gestaltet. Theoretisch besteht natürlich die Möglichkeit, auch mit diesem Erbgut zu experimentieren, aber die Erfolgsaussichten sind um ein noch vielfaches geringer, als bei einer Stammzelle.

Nochmal: Siehe meinen Beitrag oben - auch ich stehe dieser Forschung kritisch gegenüber, aber eine ernsthafte Forschung an adulten Zellen ist zum heutigen Zeitpunkt genauso Mullefuck, wie das Bestreben, zum heutigen Zeitpunkt Menschen auf die Reise zu einem eventuell bewohnten Planten im Universum zu schicken. Theoretisch ist ein solches Vorhaben realisierbar - aber erst in ferner Zukunft. Verstehst? ;)



geschrieben von: Ikara

neueste forschungen beziehen sich da auf weiße blutkörperchen, aus denen sich zellen generieren lassen die den stammzellen in nichts nachstehen. therapie mit körpereigenen zellen wäre da sehr gut möglich, ist halt aber leider noch nicht "marktreif".

problem bei der ganzen sache ist einfach dass der mensch dazu neigt zu übertreiben, und dann dinge wie stammzellen nicht mehr nur zur heilung bestimmter krankheiten hernehmen wird. ob das militär einen so großen nutzen davon hat weiß ich nicht, da kriege in zukunft meiner meinung nach auch eher virtueller natur sein werden.

es ist immer die gleiche geschichte, wer geld hat kann sich einigen luxus leisten, siehe zb weltraumtourismus. ohne schwarzmalen zu wollen gibt es visionäre, die genau in die richtung gedacht haben, und was kommt dabei raus? zb ein roman/film "die insel". für unwahrscheinlich halte ich sowas nicht.

wenn es dann mal soweit ist werden auch keine gesetze mehr helfen. die frage wann ein mensch ein mensch ist wird sich auch nie klären lassen, die argumente beider seiten sind einfach verständlich.
aber "dolly" war nicht wirklich erfolgreich, da das tier viel zu schnell gealtert ist und alle möglichen krankheiten hatte. ich wäre immer dafür, alternativen vorzuziehen, aber ich seh`s vollkommen ein, wenn für eine bis dato unheilbare krankheit auf einmal heilungschancen bestehen, wäre es grausam nein zu sagen.



geschrieben von: aurora borealis

letztlich geht es hier um mehrere Argumenationsebenen. Einmal um den Status der Entwicklung von menschlichen Leben, der Zweckhaftigkeit, der Dammbruch- (klang bereits bei Trauerwesen an) und der Tabuargumentation.

Ab wann ein "eventuelles Kind" vorliegt oder nicht, kann auch nicht einstimmig definiert werden. Es wäre hier auf das Speziesargument, Kontinuumsargument, Potenzialitätsargument und Identitätsargument zu verweisen. Einen Konsens wird man hier nicht finden.

Der springende Punkt ist (meiner Meinung nach) vielmär in der Zweckhaftigkeit gegeben, d.h. dass die Entwicklung eines menschlichen Lebens nur in Gang gesetzt wird, um sie alsbald wieder abzubrechen und dass das dadurch gewonnene Material für Bestimmungen verwendet wird, die mit ihm nichts zu tun haben.
Die Gewinnung embryonaler Stammzellen aus abgetriebenen Föten wird das ganze auch nicht lösen, ist aber aus meiner Sicht eine Alternative (unter den damit verbundenen Auflagen). Gleiches gilt für die Verwendung überzähliger Embryonen die aber meines Wissens nach in D noch immer vernichtet werden.

Aus ethischer Sicht gibt es gegen den Einwurf von more auch Argumente vorzulegen:
* der Zweck heiligt nicht die Mittel
* die Akzeptanz von Schwäche, Krankheit und Unvollkommenheit sollte gerade in der heutigen Gesellschaft verstärkt beworben werden
* (bereits angeklungen) die Möglichkeiten der Forschung zwecks Heilung sind immer noch schwammig.



geschrieben von: Jesterhead

Ich bin sicher, dass die pränatale Selektion irgendwann kommen wird und man versuchen wird, den Übermenschen zu erschaffen. Und ein paar mickrige, halbherzige deutsche Gesetze werden daran gar nichts ändern, höchstens das Ganze um ein paar Jährchen verzögern. Viel wichtiger ist denke ich die Frage, in wessen Hände die Forschungsergebnisse zuerst fallen.



geschrieben von: Impermanence

Zitat:
Original geschrieben von aurora borealis
* die Akzeptanz von Schwäche, Krankheit und Unvollkommenheit sollte gerade in der heutigen Gesellschaft verstärkt beworben werden

Das ist für mich ein wichtiger Punkt, denn bei all der Medieninszenierung möglicher Einsatzfelder stelle ich mir immer die Frage: Was, wenn ich das dann einfach (z.B. aus persönlichen Gründen) nicht will?
Vielleicht müßte man irgendwann auch ein "Recht auf Krankheit" definieren, um nicht zu etwas (z.B. einer Stammzellenbehandlung) gezwungen zu werden, die man vielleicht aus ethischen oder anderen Gründen gar nicht will? Es ist schon jetzt relativ schwierig, sich gegen "Standardbehandlungen" zu wehren, weil einem z.B. die Nebenwirkungen zu inakzeptabel erscheinen oder man die propagierte positive Wirkungen anzweifelt.


Daß irgendwann gemacht wird, was auch gemacht werden kann, daran besteht denke ich kein echter Zweifel, oder?



geschrieben von: Ikara

@impermanence: man hat doch noch nicht mal ein recht drauf sterben zu wollen, siehe sterbehilfe und dass diese in deutschland verboten ist.


genau diese möglichkeiten sind den menschen ein wenig zu kopf gestiegen, sie haben jahrtausende ohne überlebt und nun sieht es keiner mehr ein etwas nicht zu haben was man haben könnte. diese gier lässt uns eher unverantwortlich handeln wie kleine kinder. und da wir eh nicht überblicken was die regierungen mit solchen forschungen zu machen gedenken ist hier natürlich ganz viel raum für spekulationen. wir können schon jetzt nicht mehr auf alle errungenschaften der menschheit stolz sein.



geschrieben von: hagzissa13

Mir wäre es neu, daß in Deutschland irgendwer zu irgendwelchen Therapien gezwungen wird?! :eek:

Aber wenn es die Möglichkeit einer Linderung oder Heilung für Patienten die Leiden geben würde (vorausgesetzt, die Ethik wäre für alle gewahrt), warum sollte man darauf verzichten?
Natürlich kann jeder Kranke oder Behinderte auf Therapie verzichten, aber warum sollte man eine mögliche Therapie allen anderen, die vielleicht Linderung wollen, verwehren? Ich finde es ehrlich gestanden ziemlich unverschämt, so etwas über die Köpfe der Betroffenen/Leidenden hinweg zu entscheiden, bzw. dies FÜR sie zu entscheiden.



geschrieben von: Impermanence

Hat ja auch niemand gesagt.



geschrieben von: LaChatte

Hallo hag

mir ist es mal passiert, dass ich mir von einer Ärztin sehr klar zu verstehen gegeben würde, ich brauche nicht mehr zu kommen, weil ich nicht mein Leben lang Schilddrüsenhormone schlucken wollte. Das Problem erledigte sich dann auch tatsächlich mit Hilfe alternativer Medizin, der Hormonspiegel wurde wieder normal... Es gibt da schon einige VertreterInnen deiner Zunft, die es gar nicht mögen, wenn man ihnen widerspricht. ;)

Zitat:
Aber wenn es die Möglichkeit einer Linderung oder Heilung für Patienten die Leiden geben würde (vorausgesetzt, die Ethik wäre für alle gewahrt), warum sollte man darauf verzichten?


Soll man nicht.

Aber das mit der Ethik ist tatsächlich ein Problem. Wenn die Stammzellenforschung freigegeben würde, und das in grossem Massstab, wird sich mit grosser Sicherheit auch bald ein Markt dazu entwickeln - und es wird ziemlich sicher passieren, dass Frauen in armen Ländern dafür bezahlt werden, im Akkord schwanger zu werden und abzutreiben, um an diese Zellen zu kommen. So wie es heute in armen Ländern Menschen gibt, die ihre Organe verkaufen.

Es ist auch so, dass Stammzellenforschung im Moment teuer und sehr aufwendig ist. Und dass man mit demselben Budget mit Massnahmen in anderen Bereichen, zum Beispiel Prävention, Ernährung oder biologischer Landwirtschaft, enorme Verbesserungen der Lebensqualität und bessere Gesundheit für viel mehr Menschen erreichen könnte - und das nicht spekulativ, sondern sicher. Es ist natürlich immer unangenehm, das Leid verschiedener Menschen gegeneinander abzuwägen, aber wer Verantwortung für ein Budget hat, kommt um diese Fragen wohl nicht herum.

Ich halte diese Gründe für gut genug, um diese Forschung nur langsam und vorsichtig anzugehen, und gleichzeitig aber auch nach Alternativen in anderen Bereichen Ausschau zu halten.

Und ja, die Betroffenen sollen natürlich mitreden können - ich war schon immer für mehr direkte Demokratie. Was allerdings ein politisches Problem ist, und nur am Rand mit Stammzellenforschung zu tun hat.

grüsse, barbara



geschrieben von: hagzissa13

Zitat:
Original geschrieben von LaChatte
mir ist es mal passiert, dass ich mir von einer Ärztin sehr klar zu verstehen gegeben würde, ich brauche nicht mehr zu kommen, weil ich nicht mein Leben lang Schilddrüsenhormone schlucken wollte. Das Problem erledigte sich dann auch tatsächlich mit Hilfe alternativer Medizin, der Hormonspiegel wurde wieder normal... Es gibt da schon einige VertreterInnen deiner Zunft, die es gar nicht mögen, wenn man ihnen widerspricht. ;)


Idioten gibt es in jeder Zunft, darüber brauchen wir doch gar nicht zu diskutieren. ;)
Aber wenn man hier von sich gibt, daß man quasi zu bestimmten Therapien gezwungen wird in Deutschland und schon fast einen Schutz braucht, um bei bestimmten Erkrankungen nicht auf eine von ihm/ihr gewünschten Art und Weise behandelt zu werden, dann finde ich das arg übertrieben, als wenn das die absolute Regel wäre.
Natürlich versuche ich meine Patienten zu überzeugen, wenn mir die ein oder andere Maßnahme sinnvoll erscheint, aber wenn der Patient nein sagt, dann sagt er nein. Ich kann ihn weder gegen seinen Willen operieren (so lange er bei Bewußtsein und zurechnungsfähig ist), noch kann ich ihm Medis einflößen, die er nicht will (die obere Klammer gilt wieder).
Ich habe auch hin und wieder Patienten, mit übelsten Schmerzen bei Bandscheibenvorfällen, denen stelle ich z.B. ein Schmerztherapiekonzept zusammen und obwohl sich die Leute ohne Schmerzmittel kaum aus dem Bett bewegen können, kommen sie am nächsten Tag und erklären mir, daß sie die Medikamente aufgrund der NW nicht nehmen wollen. Das akzeptiere ich. Sind ja nicht meine Schmerzen... ;)


Aber das nur so am Rande, denn das gehört eigentlich nicht zum Thema.


Zitat:
Aber das mit der Ethik ist tatsächlich ein Problem. Wenn die Stammzellenforschung freigegeben würde, und das in grossem Massstab, wird sich mit grosser Sicherheit auch bald ein Markt dazu entwickeln - und es wird ziemlich sicher passieren, dass Frauen in armen Ländern dafür bezahlt werden, im Akkord schwanger zu werden und abzutreiben, um an diese Zellen zu kommen. So wie es heute in armen Ländern Menschen gibt, die ihre Organe verkaufen.


Genau diese Problematik habe ich ja auch schon erklärt. Die Frage ist doch nur, ob man die Forschung und die Anwendung des Wissens überhaupt noch kontrollieren kann durch ein paar poplige Gesetze in einem Staat so groß wie Fliegendreck auf der Weltkarte (Deutschland). Ich verweise nochmal auf das Problem, daß mE sehr schön in dem Theaterstück "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt ausgearbeitet wurde.
Meines erachtens können wir uns nämlich hier den Mund fusselig reden: Die Forschung wird gemacht werden und die Anwendung werden wir nicht verhindern können und wenn wir uns auf den Kopf stellen und mit dem Hintern "Hurra" schreien!
Es wird kommen, wie mit - z.B. - dem Gesetz der Leihmutter: Was in Deutschland nicht geht, wird im Ausland auch für Deutsche "gehbar" gemacht. ;)



geschrieben von: Razielim

Das Problem ist allgemein gesehen ja nicht was erlaubt ist und was nicht, sondern was schlicht und ergreifend nur rein theoretisch innerhalb des Rahmens unserer Naturgesetze möglich ist. Und wenn diese soetwas wie Stammzellenforschungen erlauben ist es so wahrscheinlich dass diese irgendwo betrieben werden wie Eier im Wald am Ostersonntag zu finden.

Die Frage nach der pränatalen Selektion ist die nach der allgemeinen Zustimmung dazu. Wer würde das allgemein existierende Risiko der Geburt eines behinderten Kindes in seinem Falle in Kauf nehmen wenn eine absolut sichere Alternative dazu existiert? Da schwankt man erstmal wieder auf dem schmalen Grad dessen, was man anderen am liebsten vorschreiben und was man selbst tun würde.

Naja wie auch immer, ich finde das ziemlich müßig darüber zu diskutieren, solange es noch nicht eingetreten ist. Wenn es soweit ist werden die Gründe dafür schon existieren und wenn nicht, hat man sich mal wieder irgendwas gefallen lassen.

Cheers
Razielim



geschrieben von: aurora borealis

Zitat:
Original geschrieben von Ikara
@impermanence: man hat doch noch nicht mal ein recht drauf sterben zu wollen, siehe sterbehilfe und dass diese in deutschland verboten ist.



erstens ist es immer hilfreich, zu differenzieren zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe; zweitens auch mal die Sichtweise eines Arztes und dessen "Grundverständnis bzw. -auftrag" zu berücksichtigen und drittens: es gibt Brücken, Stricke, Kohlenmonoxid, Pharmazie usw. Es kann jeder selbst entscheiden (bitte nicht gleich wieder die Komplett-Körperlähmung aus dem Hut zaubern) und zur Not kann man sich doch an die schicke Dignitas wenden, die - nachdem sich ein pensionierter Gynäkologe von der absoluten Ausweglosigkeit der jeweiligen Situation überzeugt hat - nach gekündigten Sterbewohnungen Reinigungspersonal in Hotels "zu Tode" erschreckt hat und inzwischen den humanen Giftcocktail auf dem Parkplatz serviert. Prost!

Davon abgesehen, dass das völlig off topic war:
Wer ein bekanntes Risiko in der Familie hat, kann sich doch jetzt schon beraten lassen und sich überlegen, was er macht, wenn es so wäre. Ein Papierausdruck mit Prozentsätzen hilft da weiter? Ich glaube nicht. Außerdem gibt es dann auch keine Garantie auf ein gesundes Kind. Das fängt schon bei unzureichenden Durchimpfungsraten für potentielle Mütter.
Wer eines bekommen will, sollte sich auf alle Eventualitäten einstellen. Das nennt man Verantwortung.



geschrieben von: Razielim

Zitat:
Original von aurora borealis

Wer ein bekanntes Risiko in der Familie hat, kann sich doch jetzt schon beraten lassen und sich überlegen, was er macht, wenn es so wäre. Ein Papierausdruck mit Prozentsätzen hilft da weiter? Ich glaube nicht. Außerdem gibt es dann auch keine Garantie auf ein gesundes Kind. Das fängt schon bei unzureichenden Durchimpfungsraten für potentielle Mütter. Wer eines bekommen will, sollte sich auf alle Eventualitäten einstellen. Das nennt man Verantwortung.


Jap, ich sehe schon alle Weltenmüttern Behindertenläden vor ihrer Entbindung stürmen.
Ja, naja. Egal.

Cheers
Razielim



geschrieben von: DarkLutz

hmm rein theoretisch und objektiv gesehen ist Deutschland in der Frage zur Stammzellenforschung ziemlich feige... unter den verschiedenen ethischen und medizinischen Gesichtspunkten werden pro und contra Argumente unters Volk geworfen, wie Süßigkeiten beim Karneval.
Meine Meinung dazu wäre, sich doch bitte komplett auf eine Seite zu stellen. Entweder lehne ich es ab abgetrieben Kinder zum experimentieren aus dem Müll zu holen und verbiete gleichzeitig den Schwangerschaftsabbruch an sich, da dies auch eine Form von MOrd ist und dieser Erfahrungsgemäß in unserem schönen Land doch ziemlich schwer bestraft wird. Eine Konsequenz dabei wäre allerdings, dass soch eine Entscheidung nicht verrückbar ist. Beachtet man dies, so müssten Verbote ausgesprochen werden die auch ausländische Forschungsergebnisse und Therapien betreffen und somit wirklich kein Aspekt genutzt werden darf. Um allerdings den im Moment Unherilbar Kranken dieses Kandes einen Ausweg zu geben wäre es theoretisch möglich die gesetze zur aktiven Sterbehilfe ein wenig zu lockern.
Oder ich bekenne mich zur zweiten Möglichkeit, einer Befürwortung der Forschung, welche ich dann allerdings auch rigoros unterstütze, d.h. es darf geforscht werden und zwar in allen Aspekten. Um die von einigen meiner Vorposter angesprochenen Märkte für Embryonen bzw. erzwungene Schwangerschaften in den 3. Weltländern nicht zu unterstützen ist es evtl. möglich Einfuhrverbote oder zumindest eine Überprüfung der Herkunft und des "Produkthintergrundes" zu veranlassen und sollten auch nur geringe Zweifel an der legalität bestehen ein generelles Boykott auszusprechen. In diesem Fall sollte man auch hartbleiben und nicht ökonomisch frei nach dem MOtto "Jetzt ist es eh schon tot und auch hier, lasst uns damit forschen, wenn wir es wegwerden wäre das Verschwendung" arbeiten.

Nja das waar jetzt so ziemlich das meiste aus meiner Sicht...
Grüße S.L



geschrieben von: Mondsilbertaufe

Zitat:
Ich kann Stammzellenforschung nicht verteufeln und gleichzeitig Schwangerschaftsabbrüchhe billigen.

Was die wenigsten wissen:
Zitat:
Im vergangenen Jahr kam es nach Angaben des Statistischen Bundesamts zu 229 Abbrüchen nach der 23. Schwangerschaftswoche.

Und die Abbrüche waren völlig legal.
In der 23. Schwangerschaftswoche ist das Baby etwa 30 cm groß.



geschrieben von: hagzissa13

Zitat:
Original geschrieben von Razielim
Jap, ich sehe schon alle Weltenmüttern Behindertenläden vor ihrer Entbindung stürmen.
Ja, naja. Egal.



Oh, mein Goth... :rolleyes:
Ohne Worte...

__________________________________________________



Zitat:
Original geschrieben von DarkLutz
Meine Meinung dazu wäre, sich doch bitte komplett auf eine Seite zu stellen.


Wieso sollte man dies tun? Das Leben besteht nun mal nicht nur aus schwarz und weiß, sondern aus verschiedenen Grautönen.


Zitat:
Original geschrieben von DarkLutz
Entweder lehne ich es ab abgetrieben Kinder zum experimentieren aus dem Müll zu holen und verbiete gleichzeitig den Schwangerschaftsabbruch an sich, da dies auch eine Form von MOrd ist und dieser Erfahrungsgemäß in unserem schönen Land doch ziemlich schwer bestraft wird [...] Oder ich bekenne mich zur zweiten Möglichkeit, einer Befürwortung der Forschung, welche ich dann allerdings auch rigoros unterstütze, d.h. es darf geforscht werden und zwar in allen Aspekten.


Und genau hier fängt eben "grau" - manche nennen es auch "eine differenzierte Meinung haben" ;) - an, denn, wie auch schon in einigen Posts weiter oben ausgeführt wurde, besteht die theoretische Möglichkeit, in etwas fernerer Zukunft anstatt embryonaler Stammzellen pluripotente Stammzellen - gewonnen z.B. durch Apharese - einzusetzen.
So leicht wird aus schwarz und weiß grau.

Über die Frage, ob Abtreibung Mord ist, wurde hier im Forum in einem speziellen Thread mit viel Herzblut diskutiert - ohne Ergebnis. Die einen sind eben der Meinung, daß Abtreibung Mord ist, egal in welchem Stadium der Abtreibung, während andere der Meinung sind, daß es kein Mord sein kann, einen "Zellhaufen" zu töten und wieder andere liegen in der Meinung dazwischen.
Ginge der Gesetzgeber von Mord aus, wäre Abtreibung illegal.
Aber dies ist ein anderes Thema

__________________________________________________



Zitat:
Original geschrieben von Mondsilbertaufe
Was die wenigsten wissen:
Zitat:
Im vergangenen Jahr kam es nach Angaben des Statistischen Bundesamts zu 229 Abbrüchen nach der 23. Schwangerschaftswoche.

Und die Abbrüche waren völlig legal.
In der 23. Schwangerschaftswoche ist das Baby etwa 30 cm groß.



Dann vergiß aber auch bitte nicht zu erwähnen, unter welcher strengen Indikation eine solche Interruptio durchgeführt werden darf - nämlich nur dann, wenn die Behinderung/ Erkrankung des Fötus nicht mit dem Leben vereinbar ist. Ja, ich weiß, es gab bisher einen (mir bekannten) Fall, wo das Baby weiterlebte nach der Entbindung - einen!
Nicht falsch verstehen: Ich sage nichts dagegen, daß Du dieses Tun verurteilst, bitte lediglich um die kompletten Fakten, damit sich auch andere ein objektiveres Bild machen können. ;)



geschrieben von: LaChatte

Hallo hag

Zitat:

Die Frage ist doch nur, ob man die Forschung und die Anwendung des Wissens überhaupt noch kontrollieren kann durch ein paar poplige Gesetze in einem Staat so groß wie Fliegendreck auf der Weltkarte (Deutschland).


Andere Staaten stellen sich diese Fragen ja auch... es ist ja nicht so, dass der Rest der Welt findet "Hurra, Stammzellen, los gehts!" Und da es im Moment noch keine globale Politik gibt, muss sich eben jedes Land selbst damit auseinander setzen und Lösungen finden.

Zitat:

Meines erachtens können wir uns nämlich hier den Mund fusselig reden: Die Forschung wird gemacht werden und die Anwendung werden wir nicht verhindern können und wenn wir uns auf den Kopf stellen und mit dem Hintern "Hurra" schreien!
Es wird kommen, wie mit - z.B. - dem Gesetz der Leihmutter: Was in Deutschland nicht geht, wird im Ausland auch für Deutsche "gehbar" gemacht.


Stimmt, sie wird gemacht werden. Und ja, es wird Leuten mit genügend Geld möglich sein, ins Ausland auszuweichen. Was aber niemanden daran hindern sollte, das zu tun, was man selbst für richtig hält, auch wenn man das nur für eine kleine Region so bestimmen kann.

grüsse, barbara



geschrieben von: hagzissa13

Moin Katze!


Zitat:
Original geschrieben von LaChatte
Andere Staaten stellen sich diese Fragen ja auch... es ist ja nicht so, dass der Rest der Welt findet "Hurra, Stammzellen, los gehts!" Und da es im Moment noch keine globale Politik gibt, muss sich eben jedes Land selbst damit auseinander setzen und Lösungen finden.



Das Problem ist nur, daß das alles nichts bringt, solange nicht JEDER Staat restriktiv dagegen vorgeht. Daß mit dem "kleinen Staat, so groß wie Fliegendreck" war ja plakativ ;).
Die Essenz - und wiederum verweise ich auf Dürrenmatts Physiker - ist doch die, daß Du es nicht aufhalten kannst, solange auch nur irgendwo auf der Erde die Möglichkeit besteht, die Forschungen durchzuführen und umzusetzen, selbst wenn dies illegal geschieht. Und genau da ist ja das Problem: Man kann nicht jeden Winkel der Welt kontrollieren. Das schafft nicht mal Schäuble! :D ;)



geschrieben von: LaChatte

Hallo hag

ich glaube nicht, dass es nichts bringt. Was in Deutschland und für Deutschland entschieden wird, hat auf alle Fälle einen Einfluss auf die Menschen, die in Deutschland leben. Und diese 80 Millionen sind bestimmt kein "Fliegendreck". Es sind auch die PolitikerInnen so gut wie aller Länder damit beschäftigt, Regelungen auszuarbeiten - und die gucken ja auch, was die andern machen, und lassen sich davon inspirieren.

Zitat:
Die Essenz - und wiederum verweise ich auf Dürrenmatts Physiker - ist doch die, daß Du es nicht aufhalten kannst, solange auch nur irgendwo auf der Erde die Möglichkeit besteht, die Forschungen durchzuführen und umzusetzen, selbst wenn dies illegal geschieht.


Nein, aufhalten kann man es nicht, aber man kann sehr wohl dafür sorgen, ein paar Leitplanken zu installieren, dass hoffentlich zumindest die gröbsten Missbräuche verhindert werden. Und man kann durch politische Leitplanken auch dafür sorgen, dass illegale Arbeit uninteressant(er) wird. Es ist trotz allem möglich, viel zu tun. Und das soll auch getan werden.

Zitat:
Und genau da ist ja das Problem: Man kann nicht jeden Winkel der Welt kontrollieren.


Nein, aber man kann die Vorgänge im eigenen Land bis zu einem gewissen Mass kontrollieren. Und es gibt keinen Grund, das nicht zu tun.

grüsse, barbara



geschrieben von: athara

Leider ist es nunmal so, dass viele Techniken der biologisch-medizinischen Forschung lediglich als eine Art Heilversprechen verkauft werden, um eine höhere Akzeptanz in der Gesellschaft für best. Innovationen zu erreichen. In den meisten Fällen steht jedoch das wirtschaftliche Interesse von Pharmaforschung und Industrie bzw. von "Lifescience"-Unternehemen dahinter. Wenn ein Hohes Maß an gesellschaftlichen Ansprüchen und Hoffnungen in der Gesellschaft geweckt wird, fließt dementsprechend auch eine Menge Geld in genau diese Forschungsbereiche, ohne dass irgendein wirklicher, in Relation zu den immensen Risiken - angemesser Nutzen aus der Forschung resultiert. Man konnte das z.B. ganz deutlich an dem Humangenomforschungsprojekt zur "Entschlüsselung" der menschlichen DNA erkennen. Was hats zur Krankheitsprävention und -behandlung gebracht? Nix. Dann kam das Heilsversprechen zur Gentherapie. Was hats gebracht? (außer ca. 30 Todefällen) nix. Jetzt ist das Thema Stammzellenforschung ganz oben auf der Agenda. Was wirds bringen außer der langfristigen Gefahr von Designerbabies und der Angstpolitik bzgl. genetisch prädisponierter "Krankheiten"? Wahrscheinlich nix.
Lockert man die Gesetzeslage zur Stammzellenforschung, öffnet man Türen und Tore zur Möglichkeiten, die ICH nicht tragen möchte.



geschrieben von: hagzissa13

Hi Katze!

Ich sehe das doch ähnlich wie Du: Wo man solche Dinge im Auge behalten kann, sollte man das tun - vollste Zustimmung!
Ich versuche nur etwas - globaler - zu denken. Selbst wenn wir hier, oder auch in Europa oder sogar auch in 99% aller Länder der Erde Übereinstimmung finden - vielleicht auch 100% aller Länder - aber es gibt nunml Länder, die weder die Möglichkeit einer solch strikten Überwachung haben noch den Elan dazu, da andere Probleme einfach mehr drücken (z.B. das Ernährungsproblem), oder die von lokalen Warlords (pseudo-)regiert werden, denen es für Knete wurscht ist, wer da was in ihrem Revier tut (z.B. u.a. Drogenlabors...), ja so lange wird Forschung zu allem genutzt, was Macht bringt...



geschrieben von: Cagliostro

Die normative Kraft des Faktischen.

Das Problem ist, dass wir durch Forschung alle zu Auslaufmodellen werden.
Der Anspruch des Grundgesetzes quasi auf psychologisch-moralische Gleichheit aller menschlichen Wesen ist somit irgendwann nicht mehr zu halten.



geschrieben von: LaChatte

Hallo hag!

Stimmt, das ist ein Problem. Wobei allerdings zu sagen ist, dass von illegalen oder menschenrechtswidrigen Entwicklungen auch nur dann profitiert werden kann, wenn die Industrieländer das zulassen. So braucht es wohl eine genaue Kontrolle, vielleicht auch mit Herkunftszertifikaten durch unabhängige Instanzen, woher die Stammzellen kommen, mit denen hier gearbeitet wird. Und wenn es gerade keine Zellen hat, dann hats eben keine, was für die Forschenden bestimmt sehr ärgerlich ist, aber manchmal sind ethische Fragen mE doch wichtiger als der technische Fortschritt und der Profit.

Die Frage ist auch, ob eventuell entwickelte Medikamente oder Verfahren zugelassen werden sollen, wenn man davon ausgehen muss, dass sie unter menschenrechtswidrigen Umständen entwickelt wurden.

Wegen den Warlords mach ich mir da noch nicht mal besondere Sorgen - schliesslich brauchen solche Labors Hochtechnologie und gut ausgebildetes Personal, das ist wohl nur bedingt zu vergleichen mit Drogenlabors, die in vielen Fällen nicht mehr als etwas umgebaute Küchen sind, und wo nicht geforscht, sondern produziert wird - die Frage wird eher sein, was die Chinesen hier zu tun gedenken, die die notwendigen finanziellen, technischen und personellen Mittel haben, um Forschung im grossen Stil zu betreiben, und das, ohne dass man sie daran hindern könnte.

grüsse, barbara



geschrieben von: Razielim

Zitat:
Original von hagzissa13

Oh, mein Goth...
Ohne Worte...

Ach, nun spiel doch nicht so die Empörungsbereite. Ich habe meinen Ärger zu subtilen Unterstellungen von verantwortungslosen Eltern ganz gekonnt zurückgehalten, finde ich. Abseits davon...

Das Leben besteht zwar nicht aus Schwarz- und Weißtönen, aber die eindeutigen Vor- und Nachteile der Stammzellenforschung aus subjektiven Standpunkten komplett und vollständig aufgelistet zu bekommen wäre trotzdem mal eine nette Dienstleistung zur Meinungsbildung um zu wissen wem man alles mit seiner eigenen Meinung vor die Karre fährt und wie man sich dem am besten artikuliert. Gegen Stammzellenforschung hätte ich persönlich nämlich gar nichts einzuwenden. Nur habe ich leider gar keinen Plan ob ich die momentane Bewegung zur Legalität der Stammzellenforschung hin befürworten und gutheißen soll oder mich aufmachen, die konservativ, bornierte Festgefahrenheit unserer Volksvertreter zu kritisieren, da unter dem Deckmantel der allgemeinen Verwirrung mir niemand sagen kann ob wir uns gerade darauf zubewegen etwas liberaler in dieser Hinsicht zu werden oder "wir" die Regelungen gerade bis an die Zähne bewaffnet verteidigen.

Die Frage nach dem Verbot der Stammzellenforschung ist eigentlich keine nach der Effektivität des Verbotes an sich, sondern die nach dem Moralischen Gesichtspunkten und der Ethischen Vertretbarkeit, subjektiv wohlgemerkt, denn die sind Antrieb soetwas erst verbieten zu wollen. Wer in einer größeren Zwangsgemeinschaft sich eindeutig von etwas differenziert kann zwar nicht darauf hoffen es damit zu verhindern, es aber eindeutig zu verlangsamen. Nichtsdesdotrotz gilt ohnehin erst einmal alleine die Möglichkeit dazu sich dagegen aussprechen zu können und sich so für sich von derartigen Unterfangen befreien zu können, letztlich treibt es auch trotz wahrscheinlichen Wahlsieges irgendeiner Spitzenpartei auch noch recht viele Menschen dazu Minderheitenparteien zu wählen. Könnten die ihre Stimmen auch gleich den Orkus runterspülen?

Auch sollte man bedenken, dass Befürworter der Stammzellenforschung ihre Bemühungen auch nur in die Richtung der Erforschung von Heilungsmöglichkeiten befürworten und, zumindest sehe ich dies so, derartige Unterfangen zur Stützung von wirtschaftlichen Interessen als Missbrauch und Volksbetrug werten. Ich wäre ja der Meinung dass derartiges schon öfter Gründe für, "ausufernde" Demonstrationen gegeben hätte, aber ich denke da stehe ich ohnehin völlig alleine da.

Zu guter Letzt bin ich der Meinung dass sich die aus der Stammzellenforschung ergebenden Vorteile im großen und ganzen die Meinungsstimmung des Großteiles der Länder zu weiteren Gunsten für die Forschung kippen, und die moralisch-ethischen Schreckgespenster des Föten-Verkaufs einerseits, und dass der Leistungsgesellschaft andererseits in Luft auflösen wird.

Cheers
Razielim



geschrieben von: aurora borealis

selbst ist der Dienstleister.

z.B.
http://www.ethikrat.org/stellungnah...mzellgesetz.pdf
http://www.ethikrat.org/stellungnah...mzellimport.pdf



geschrieben von: Antaress

Ich glaub, ich muß mich mal einmischen.
Mir ist es aus persönlichen Gründen ehrlich gesagt fürchterlich egal ob irgendjemand ein ehtisches Problem damit hat und selbst wenn dafür ungeborene in der 7. Woche, die eh nicht gewollt werden als Versuchskaninchen herhalten müssen. Das ist ein heißes Eisen, das weiß ich selbst. Aber ich will das es gelockert wird, es muß einfach. Das ist die einzige Möglichkeit wie meinem Kind geholfen werden kann. Mein Sohn ist das Patenkind von More und hat eben diese Schmetterlingskrankheit und keiner kann auch nur annähernd sich vorstellen was es heißt ein unheilbar krankes Kind zu haben und zuschauen zu müssen wie es jeden Tag Höllenqualen leidet. Der tägliche Verbandswechsel, jeden Tag diese Schmerzen. Kein Kuscheln ohne Angst haben zu müssen ihn zu verletzen, er wird nie gehen können, er kann nicht essen, sämtliche Freuden eines Kindes bleiben ihm verwehrt. Er wird nicht alt werden, er wird Krebs bekommen, eine Magensonde brauchen, nie selbstständig werden. Er jat keine Finger und Zehennägel mehr, seine Finger wachsen zusammen, seine Füsse sind fast schon Klumpen. Er ist zweieinhalb Jahre alt und hat bald Pflegestufe 3. Sein Körper ist zu 80% offen, er ist überall verbunden. Könnt ihr euch vorstellen was das für ihn heißt, für unsere Familie?
Und nun haben die Italiener einen Durchbruch in der Stammzellenforschung. Sie konnten einem Patienten ein Stück Haut mit Stammzellen entnehmen die den Gendeffekt nicht hatten und sie züchten und transplantieren, seitdem ist er auf dieser Stelle Beschwerdefrei. Allerdings hatte der eine wesentlich leichtere Form als mein Sohn, das muß ich dazu sagen. Aber ein Anfang, eine Hoffnung. Und was machen die Deutschen???
Nö, die Ethik, wir machen da nicht mit, Ätsch.



geschrieben von: Harley_Quinn

Zitat:
Original geschrieben von athara
Leider ist es nunmal so, dass viele Techniken der biologisch-medizinischen Forschung lediglich als eine Art Heilversprechen verkauft werden, um eine höhere Akzeptanz in der Gesellschaft für best. Innovationen zu erreichen. In den meisten Fällen steht jedoch das wirtschaftliche Interesse von Pharmaforschung und Industrie bzw. von "Lifescience"-Unternehemen dahinter. Wenn ein Hohes Maß an gesellschaftlichen Ansprüchen und Hoffnungen in der Gesellschaft geweckt wird, fließt dementsprechend auch eine Menge Geld in genau diese Forschungsbereiche, ohne dass irgendein wirklicher, in Relation zu den immensen Risiken - angemesser Nutzen aus der Forschung resultiert. Man konnte das z.B. ganz deutlich an dem Humangenomforschungsprojekt zur "Entschlüsselung" der menschlichen DNA erkennen. Was hats zur Krankheitsprävention und -behandlung gebracht? Nix. Dann kam das Heilsversprechen zur Gentherapie. Was hats gebracht? (außer ca. 30 Todefällen) nix. Jetzt ist das Thema Stammzellenforschung ganz oben auf der Agenda. Was wirds bringen außer der langfristigen Gefahr von Designerbabies und der Angstpolitik bzgl. genetisch prädisponierter "Krankheiten"? Wahrscheinlich nix.
Lockert man die Gesetzeslage zur Stammzellenforschung, öffnet man Türen und Tore zur Möglichkeiten, die ICH nicht tragen möchte.



Ich kann mich nicht daran erinnern, irgendwann HeilVERSPRECHEN über die Forschung an Stammzellen vernommen zu haben. Das einzige, was ich gehört/gelesen habe waren "Es könnte möglich sein..." - "Vielleicht..." - "Eventuell..." "...-Therapien könnten entstehen" etc. Und genauso funktioniert Forschung doch auch. Du hast eine Theorie und versuchst die durch Versuche zu beweisen oder eben zu widerlegen. Mal abgesehen davon steckt die Stammzellforschung in den Kinderschuhen. Das was dort betrieben wird ist simpelste Grundlagenforschung. Wenn dein Kind heute in den Kinderschuhen steckt und erste Schritte macht, erwartest du doch auch nicht morgen einen Marathonlauf von ihm, oder?



geschrieben von: LaChatte

Vielleicht brauchts gar nicht immer Stammzellen - in gewissen Zusammenhängen erscheinen die Zellen, die aus Menstruationsblut gewonnen werden - eine billige, schnelle Methode, und Frauen können ihr eigenes Blut verwenden - durchaus vielversprechend:

click! (englischer Artikel)

grüsse, barbara



geschrieben von: sportygirl

Zitat:
Original geschrieben von Lady Armitage


Aus den Zellklumpen, die dafür sterben, würden einmal Menschen werden.
Ab wann ist der Mensch ein Mensch?
Bist du auch konsequent? Ich kann Stammzellenforschung nicht verteufeln und gleichzeitig Schwangerschaftsabbrüchhe billigen.



Wieso kann man Stammzellenforschung nicht ablehnen und Schwangerschaftsabbrüche billigen? Sind völlig andere ethische Hintergründe. Vor allem wenn der Abbruch aus schwerwiegendenden psychisch-moralischen gründen (nach Vergewaltigung zum Beispiel) oder aufgrund einer Gefährdung des Lebens der Mutter geschieht. Ich kenne Fälle von Trisomie 13, wo es von anfang an klar war, dass das Kind auch wenn es zur Welt kommen würde, nur 40 Minuten leben würde und die Mütter sich zur Abtreibung entschlossen haben zu gunsten ihres "Kindes" sofern man in dem Stadium schon von Kind sprechen kann. Das Denken und Empfinden eines Menschen liegt ja bekanntlich im Hypothalamus und in der Grosshirnrinde und wird daher in den ersten 12 Wochen noch kaum ausgebildet sein. Biologisch gesehen, steht ein Kind in dieser Zeit auf der Ebene eines Tieres zumindest von der Hirnentwicklung her...und Tiere töten wir ja auch...ohne dass jemand danach fragt, was das Tier dabei empfindet...zudem werden Abtreibungen bei Tieren auch vorgenommen und da fragt niemand ob das ethisch vertretbar ist...



geschrieben von: Organdi

sowas find ich echt erschreckend! bald leben wir so, wie in Brave New World und die kinder kommen dann auch aus der flasche :eek:

ich bin mehr dagegen als dafür. wenn ich an irgendwas erkranke, was ziemlich schlimm sein sollte und was man nicht heilen kann, dann werd ich mich damit abfinden und sterben. und ich denke, das ist das einzig richtige. ich will nicht 150 jahre alt werden und nur noch aus fremdteilen bestehen- leber, niere, lunge, herz... alles gar nicht mehr von mir selbst.

so schlimm es auch klingen mag, aber ich finde, dass jeder das leben so hinnehmen sollte, wie es ist. erkranken und sterben inklusive.

falls die stammzellenforschung sich doch noch durchsetzt und daraus was wird und man tatsächlich menschen heilen könnte, dann würde ich es gut finden, wenn dies auch nur in den sonderfällen eingesetzt wird, wo es total notwendig ist.



geschrieben von: Heph

In "Schöne neue Welt" (der Deutsche Titel) wurden die Menschen nicht auf Wunsch der Eltern sondern für das Wohl der Wirtschaft un des Staates programmiert und gezüchtet. Es ging in "Brave new World" eher um eine Art Genmanipulation als um Stammzellentherapie.

Mal abgesehen davon finde ich es richtig das Eltern ihren Kindern ein möglichst gesundes leben ermöglichen sollten und wenn das Stammzelltherapie beinhaltet dann sei es so. Sicher zur Zeit müssen noch Spender-Linien gewonnen werden aber auch dafür zeigt sich mit der Reprogrammierung von Zellen eine Lösung am Horizont die außerdem noch viel gesünder sein könnte als die herkömmlichen Methoden wenn man mal das Problem Immunreaktion betrachtet.

Als nächstes ist es so das man mit einer Vernüftig gelagerten und behandelten Stammzelllinie auskommen könnte. Die in Deutschland verwendeten 4 oder 5 Menschlichen Zellinien (von mehreren tausend Stammzelllinien) wurden aber über die Zeit die sie schon existieren (die älteste glaube ich gehört zu haben stammt aus den 80ern) stark z.B. mit Mäusezellen kontaminiert so das eine echte Forschung mit ihnen nahezu unmöglich ist.

Viele sagen jetzt das ist unmoralisch Embryos dafür zu töten. Ich sage dazu das es womöglich so ist wenn man dafür extra ein Kind zeugen würde aber es gibt auch genügend vor allem junge Mütter die aus Gesundheitlichen oder Persönlichen Gründen abtreiben und das man hier zum beispiel mit der Gewinnung neuer Stammzelllinien ansetzten könnte. Würde hier der Gesetzgeber einschreiten und sagen das bei allen Schwangerschaftsabbrüchen die wenn die Schwangerschaft normal beendet würde gesunde Babys zufolge hätten Stammzelllinien gewonnen werden dürfen dann wäre für mich zumindest eindeutig das dies ein Moralisch zumindest neutraler wenn nicht gar positiver Weg wäre.

Jedem der Leben will sollte auch die Möglichkeit gegeben sein dieses auch zu können und zwar nach Möglichkeit gesund und Munter.

@Organdi: Eine vollkünstliche Gebärmutter wäre doch gar nicht so schlecht. Es würde die Geschlechter entkoppeln was die Fortpflanzung anbelangt, so das auch Homosexuelle Lebenspartner eigene Kinder miteinander haben können. Es würde Frauen bei denen eine Schwangerschaft problematisch ist helfen und womöglich auch Frauen die Möglicherweise ihr Kind verlieren könnten wegen inneren Verletzungen Unfällen usw. Selbst in der Tierzucht und Nachzucht z.B. bei gefährdeten Arten wie Tigern wäre so ein gerät der Segen schlechthin.



geschrieben von: DarkLutz

Zitat:
Original geschrieben von hagzissa13

Wieso sollte man dies tun? Das Leben besteht nun mal nicht nur aus schwarz und weiß, sondern aus verschiedenen Grautönen.


Über die Frage, ob Abtreibung Mord ist, wurde hier im Forum in einem speziellen Thread mit viel Herzblut diskutiert - ohne Ergebnis. Die einen sind eben der Meinung, daß Abtreibung Mord ist, egal in welchem Stadium der Abtreibung, während andere der Meinung sind, daß es kein Mord sein kann, einen "Zellhaufen" zu töten und wieder andere liegen in der Meinung dazwischen.
Ginge der Gesetzgeber von Mord aus, wäre Abtreibung illegal.
Aber dies ist ein anderes Thema

Nicht falsch verstehen: Ich sage nichts dagegen, daß Du dieses Tun verurteilst, bitte lediglich um die kompletten Fakten, damit sich auch andere ein objektiveres Bild machen können. ;)



Schön, Schön .. hmm um das mit dem "grau" mal klar zustellen .. mir persönlich ist das eigentlich relativ egal ob man bei ner abtreibung so ein bisschen mensch "kaputtmacht" oder ob irgendwo anders auf der welt diese bisschen menschen 2-10 jahre später umgebracht werden ... ich finde halt nur in der gesetzgebung sollten keine grauzonen vorhanden sein da sich sowas in allen bereichen als äußert kontraproduktiv auswirkt wenn man gesetze erlässt die in "ausnahmefällen" (die meistens routine werden) übergangen werden, weil sobald das der fall ist kann ich mir die mühe auch sparen ....#
ein weiteres ... wie gesagt abtreibung schön und gut .. mord hin und her ... lassen wir mal ethik und moral beideite steht einer abtreibung nichts im wege und wenn ich dann eh schon so ein paar mehr oder weniger gße "zellhaufen" rumliegen habe kann ich doch auch dran forschen statt die einfach schlecht werden zu lassen, oder?!

axo ja und das mit den pluripotenten stammzellen ... solange es kein vernünftiges verfahren dafür gibt kann man sich auch alle ausflüchte in diese richtung ersparen, weil "was-wäre-wenn" szenarien meistens überschätzt bzw. eh völlig aussagefrei sind da es meistens nicht gewährleistet ist das dem auch so sein wird

ich habe meinen ersten kommentar so geschrieben das man objektiv zu einem gesetz stellung nehmen sollte und dies dann auch generell duchzusetzten hat da auf der subjektiven ebene eigentlich sowiso fast alles durchführbar und erst recht zu rechtfertigen ist
(... hmm fakten wolltest du auch noch.. nja das internet gibt ne meinge dazu her und wären wir hier in einer fachdiskussion in der ich meine thesen anhand von quellen beweisen müsste würde ich sie dir auch alle raussuchen , da dies aber eine freie diskussion ist und ich mal denke dass, will man genaue infos haben , man doch bitte seine finger selber auf der suche im netz über die tastatur wandern lässt )

mit dunklen grüßen



geschrieben von: Antaress

Das möchte ich sehen, das einer krank wird und sterben wird und er wird es hinnehmen und akzeptieren. Na klar, und ich bin vom Mars. Deßwegen sind wir unter anderen auch mensch, eben weil wir etwas dagegen unternehmen können und kämpfen. Gegen Krebs, Aids oder wenn es auch nur die Masern sind.
Man kann dieses Thema hin und herdiskutieren, Sinn und Unsinn, gefährliche Folgen, Ethische Grundsätze, vielleicht nur geringe Erfolgschance. Nur keiner von euch ist direkt betroffen (behaupte ich jetzt mal frech), und da ist es sehr einfach etwas abzuurteilen oder den Moralapostel zu mokieren. Ich bin gerade mit meinem Sohn in einer Schmerzklinik für Kinder in Datteln. Ich bin gestern erst angekommen und wurde, da auf meiner Station kein Platz war, vorrübergehend auf der Onkologie untergebracht.
Jetzt frag mal eine Mutter hier, ob sie vielleicht ethische Bedenken hätte wenn wegen ihrem Krebskranken Kindes ein gesundes Ungeborenes sterben müsste?
Wer auf Heilung aus ist, wer schwerkrank ist, wer Schmerzen hat, jahrelang, der nimmt das nicht einfach hin und sagt, och, naja, dann sterb ich mal ein bisschen, hirnverbrannt. Da will man das einem geholfen wird, sofort, egal mit welchen Mitteln, da ist man Egoist, es geht um das eigene Leben, oder wie in meinem Fall, um das meines Kindes.



geschrieben von: LaChatte

Zitat:
Jetzt frag mal eine Mutter hier, ob sie vielleicht ethische Bedenken hätte wenn wegen ihrem Krebskranken Kindes ein gesundes Ungeborenes sterben müsste?


Und dann fragst du eine Frau, ob sie einem krebskranken unbekannten Kind zuliebe schwanger werden und abtreiben will, und ihr werdendes Kind dafür opfern will?

Immerhin gibt es ja auch Ansätze, ohne Abtreibung zu Stammzellen zu kommen. Eben zum Beispiel in den vom Uterus abgestossenen Zellen der Monatsblutung, die sehr vielversprechend scheinen. Embryonale Stammzellen sind nicht der einzige Weg, um zu Gesundheit zu gelangen.

Es gibt aber durchaus Menschen, die es akzeptieren zu sterben, und es gibt Menschen, die lieber selbst Schmerzen erleben, als zuzulassen, dass andere leiden müssen, damit es ihnen besser geht.

grüsse, barbara



geschrieben von: Organdi

@Heph

ehrlich gesagt, könnte ich mir schon vorstellen, dass sobald es funktioniert, werden's unsere politiker mal auch ganz anders nutzen- von wegen nur heilung und längeres leben! da kommen noch speziell errichtete soziale schichten, so wie in dem oben genannten buch.

@Antaress

ich kann jeden verstehen, der jetzt sagt, mein kind hat sowas bitter nötig. ich finde es ist auch völlig in ordnung, denn die kinder sind eben noch kinder und haben auch ein ganzes leben vor sich und es ist nur zu begrüßen, dass ihnen auch geholfen wird. ich selbst würde auch so handeln- ganz klar. was ich aber mit meinem beitrag meinte, ist wenn jemand 60-70 ist und mit einem fuß im grab steht. es ist schwer jemanden loszulassen, aber so ist das leben nun mal. und wenn wir alle ewig leben, kommen auf uns noch ganz andere probleme zu.



geschrieben von: Antaress

Wenn es die Möglichkeit geben würde, das ich meinem Sohn durch mein Ungeborenes helfen könnte, würde ich es tun. Es würde mich wahrscheinlich meine letzten Reserven kosten, und davon gibt es nicht mehr viele, aber ich würde es tun. Fakt ist, das die ganze Forschung rund um die Heilung bestimmter Genkrankheiten noch in den Kinderschuhen steckt. Nicht immer muß man dazu Stammzellen von Embrionen nutzen. Wie im Fall von Italien, konnte dem Mann durch seine eigenen intakten Stammzellen geholfen werden. Ich sprechen von helfen, nicht von heilen. Ich habe mich noch nicht so ausführlich damit beschäftigt, denn ich weiß genau das, egal wie sehr sie forschen, eine Heilung völlig ausgeschlossen ist. Man kann nicht hergehen und aufgrund von ein paar tausend "richtigen" Zellinformationen den ganzen Körper umformatieren. Das schafft man wirklich nur im Reagenzglas wo es eben nur die zwei Zellen gibt die man "reparieren" kann. So, nur besteht die Zelle eben aus mehreren Informationen, wenn ich eine rausschneide und repariere ist noch lange nicht gegeben das der Rest gesund ist oder das ich vielleicht die Nachbarinformation kaputtmache, was dann?
Es macht mich aber doch wütend wenn ich sehe das in Nachbarländern ein Durchbruch gelingt, nicht mal ein sehr riskanter, sondern ein sehr gut nachzuvollziehender, das man dort jemanden helfen konnte und Deutschland stellt auf stur. Darum soll es gelockert werden. Die sollen von mir aus engmaschige Überwachung anstreben und vieles in Frage stellen, das ist ja auch richtig, aber kathegorisch zu sagen, nein mit uns nicht, das finde ich total daneben. Wenn es doch schon bewiesen ist, wo liegt dann das Problem?





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