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-- linientreue und sturheit (http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?threadid=55944)


Geschrieben von schlafundtod am 26-12-2005 um 10:25:

linientreue und sturheit

Eine frage die mich immer wieder beschäftigt ist die, nach der linientreue und der überzeugungen( auch auf die gefahr hin wieder einmal <geschlossen> zu werden ) .
Ich für meinen teil halte es für sehr wichtig, dass man seinen überzeugungen bis zu einem gewissen grad die treue hält.

ABER dieses hat für mich auch immer den ruch von (partei)linientreue und verbohrter sturheit. Für mich ein philosphisches dilemma.
Wie findet dieser <kampf der systeme> in euren köpfen statt ?

Dank für eure meinungen.


Geschrieben von xerxes am 26-12-2005 um 11:10:

hmja aber wirklich nur bis zu einem gewissen grad

für mich persönlich ist die von dir genannte linientreue eher unwichtig, ich werde nie aufhören mich und alles um mich herum anzuzweifeln, so hat mein geist genügend spielraum sich zu entfalten und weiterzuentwickeln
überzeugungen sind schön und gut, aber man muss sie in frage stellen können und sie ggf differenziert betrachten

mfg xerxes


Geschrieben von Gr. Gaulichter am 26-12-2005 um 13:14:

@schlafundtod
und wo ist dieser grad? wie definierst du ihn dir? ist es nicht vielleicht ein einschnitt in die freiheit eines jeden menschen, wenn es eine kommunistische strömung gibt? hat der mensch vielleicht anspruch auf eine einfache welt?

das dilemma mit unserer unsicherheit, mit unserem herumirren, entsteht doch erst dadurch, dass wir schaffend sind und darüber reflektieren können.

so eine katze ist schon ganz schön linientreu: aaah ein vogel = futter -> fangen.

gg.grüße


Geschrieben von Trauerwesen am 26-12-2005 um 17:13:

Ich muss zugeben, ich bin sehr stur. Aber das sollte mE eine Kompromissbereitschaft nicht ausschliessen. Wenn ich merke, es bringt nichts, sollte man zusehen, dass man auch mal seine Sturheit abschaltet und zusieht, dass man weiterkommt (Streitfall usw). Nur kommt einem dann die Sturheit wieder daher, wenn man merkt, dass man selber immer der ist, der Gnade walten lässt und nie der andere....ein Dilemma.


Geschrieben von Deinos am 26-12-2005 um 18:49:

Zitat:
Original geschrieben von Trauerwesen
Nur kommt einem dann die Sturheit wieder daher, wenn man merkt, dass man selber immer der ist, der Gnade walten lässt und nie der andere....ein Dilemma.
Man sollte sich einfach auf jedes Thema einlassen und bereit sein, andere Standpunkte einzunehmen. Danach und nicht aufgrund eines vorsätzlichen Entscheidungs-Algorithmus oder eines paradoxen Offenheitsprinzips sollte man dann eine Entscheidung fällen.


Geschrieben von Onugnin am 26-12-2005 um 23:22:

treue bedeutet nicht kritiklosigkeit, wer treu zu jemandem steht, wird versuchen ihm zu helfen, nicht ihm zu gehorchen (das wäre eher untertänig bzw sklavisch)

wenn du treu zu deiner linie stehst, dann wirst du, wenn es für dich und die linie besser ist, abweichungen tolerieren

wenn du stur zu deiner linie stehst, dann wirst du das gnadenlos durchsetzen ohne über die folgen nachzudenken


linientreue im sinne von sich selber treu sein kann eine positive eigenschaft sein (je nach ausführungsform), kritikloses durchsetzen der eigenen vorstellungen, wünsche etc ist hingegen in meinen augen ein inbegriff von intoleranz und gedankenlosigkeit, teilweise auch dummheit, da man sich damit sehr viel kaputtmachen kann


Geschrieben von Calimero am 27-12-2005 um 05:05:

Hm die Frage gefällt mir genau nach meinem Geschmack.
Meiner Meinung nach verhält es sich damit ja so, dass man eine eingeschlagene Linie zu Ende bringen sollte. Allerdings ist dabei die wichtigste Frage, was einen dazu veranlasst hat, die Linie überhaupt zu beginnen. War es lediglich ein spontaner Einfall oder geht es um fundamentale Einstellungen?
Ich finde sowieso, dass der Begriff Linie zu sehr auf einen einzelnen Standpunkt hindeutet. Dabei geht es ja viel eher um Einzelentscheidungen, die eben zu dem jeweiligen Zeitpunkt gerade aktuell sind.
Ich für meinen Teil halte es bei dem Thema so, dass ich meine Überzeugungen zu einzelnen Themen, wenn ich sie einmal getroffen habe, nur sehr schwer wieder ändere. Wenn es zu einem Konflikt zwischen den Überzeugungen anderer und meiner eigenen kommt, bleibe ich meiner "Linie" trotzdem treu. Ich habe dabei auch nicht das bedürfnis andere für meine "Linie" einzunehmen. Es ist das, was ich dazu denke und damit hat es sich. Wenn jemand anderer Meinung ist, kann man naürlich gerne über die Ansichten Diskutieren und einen Einblick in die andere Sichtweise erhalten.
Wenn man dann nicht auf Basis von Grundsätzen entscheidet, kann man die "konkurrierende" Meinung für den konkreten Sachverhalt einzeln einschätzen. Am besten nach dem Schema: Was ist diese Meinung für mich? Was ist sie für das Gegenüber?
Damit kann man dann auch einmal eine andere Meinung oder Lösung für die Situation oder sich selbst kennen lernen.

Natürlich ist es auch davon abhängig, was von der
jeweiligen "Linientreue" abhängt. Für meinen Teil kann ich nur sagen, dass ich mich in keiner Art und Weise verbiegen lasse, wenn es um für mich wichtige Punkte geht. Es sei denn, bei mir selbst kommt ein "klick" und ich sehe eine Sichtweise, die ich noch nicht bedacht habe und für mich selbst gut heissen kann. Wenn es gleichzeitig aber auch noch um Autoritäten geht(Chef Vorgesetzter, etc.), die andere Meinungen haben oder vorgeben, lasse ich mich auch dadurch nicht von meinen Grundsätzen abbringen.
Allerdings darf man eben nie vergessen, dass der wichtigste Teil des Spieles die Toleranz ist. Genau so wie man selbst zu seiner Meinung steht muss man auch die des Gegenübers verstehen und tolerieren können.
Ein Gefühl von "linientreue" kommt bei mir dabei nicht auf, da ich die Entscheidungen und Grundsätze nach meinem eigenen Weltbild treffe. Sollte ich mit dem mal nicht mehr einverstanden sein, dann muss ich mir wirklich mal gedanken machen, was schief läuft und wo ich eine Parallelwelt zu mir selbst, die nicht mir entspricht aufgebaut hab.

Grüsse Cali


Geschrieben von Wölfin am 27-12-2005 um 09:22:

Linientreue hat m.E. weniger etwas mit Sturheit zu tun, sondern vielmehr mit Konsequenz.

Sturheit wird meiner Meinung nach aus Nicht-Neu-Überdenken der Umstände geboren, wenn man trotz allem weiterhin an seinem Standpunkt festhält, ohne bereit zu sein, noch einmal über mögliche Änderungen des Verhaltens nachzudenken.

Um Konsequenz hingegen handelt es sich, so denke ich, wenn man eine Situation wirklich aus allen erdenklichen Perspektiven betrachtet hat und dann, auch angesichts möglicher einfacherer Wege, seinen Prinzipien treu bleibt.

Insofern halte ich Sturheit für dumm, Konsequenz hingegen für erstrebenswert.

Kennt jemand die Antigone-Fassung von Jean Anouilh?
Die junge Antigone wählt den Freitod, um ihren Prinzipien treu bleiben zu können und sie nicht verleugnen zu müssen.

Finde ich bemerkenswert.

__________________

.: Geborgenheit für Dich :.


Geschrieben von Black Reaper am 03-01-2006 um 15:46:

@Onugin:

Aber wo genau ist für dich die Grenze? Die Grenze zwischen Hilfe und Sturheit?

Wenn ich, wie es in letzter Zeit häufig vorkam, mit meiner Freundin Konflikte hatte, so habe ich auch häufig daran gezweifelt, was ich tue... Und das aus genau diesem Grund. Ich habe mich gefragt, ob ich ihr noch helfe oder ob ich das nur tue, weil ich von meiner Linie nicht abweichen wollte...

Und deine Ausführungen haben einen kleinen Fehler... Abweichungen kann man nicht akzeptieren, wenn es für die Linie besser ist... Denn was ist denn besser für die Linie? Etwas, was ihr eher entspricht? Dann war man ja vorher seiner Linie nicht treu, was man aber doch per definitionem war, wenn man etwas zu seiner Linie erklärt hat...

Oder meintest du, eigene "Fehler" oder ähnliches einzugestehen? Dann stimme ich zu... Ich war häufig immer sehr streng mit anderen und habe dann in konkreten Situationen, in denen ich selbst gewissen Dingen ausgesetzt war, gemerkt, dass meine Linie wohl ein wenig streng und auch dumm war... Aber soll ich dann linientreu sein im Sinne von Vernunft für das persönliche Wohlbefinden und/oder das solche anderer mir nahestehender Personen oder linientreu im Sinne von selbst ausbaden, was ich mir "eingebrockt" habe?

Das ist genau das Dilemma der Linientreue... Linientreue gäbe es nur, wenn der Mensch vollständig rational wäre... Und das ist er nunmal nicht...

Gruß,

Black Reaper

__________________
VORSICHT: In dem von ihnen gelesenen Beitrag könnte Ironie enthalten sein!


Geschrieben von Trauerwesen am 03-01-2006 um 16:20:

Ich denke, wenn man sich keine Fehler eingesteht, kann man sich nicht verbessern. Und verbessern kann man sich immer, denn niemand ist perfekt oder wird es je sein.
Einsicht ist oft schon ein guter Anfang, egal wie linientreu man sich ist, vielleicht ist es ja die falsche Linie oder muss gewissen Umständen angepasst werden?


Geschrieben von Black Reaper am 03-01-2006 um 23:32:

Klar... aber wo hat man selbst einen "Mangel" und wo hat der bzw. die Andere einen solchen, wo man selbst seiner bisherigen Linie treu bleiben sollte?

Ich habe natürlich meine Fehler und Mängel, aber selbst wenn man diese hat, wo ist es dann stur und nicht linientreu, wenn man diese beibehält, d.h. wo man sie akzeptiert? Ich denke, ein Mensch, der keine Mängel hat, hätte genau dies als Mangel...

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VORSICHT: In dem von ihnen gelesenen Beitrag könnte Ironie enthalten sein!


Geschrieben von Zynox am 04-01-2006 um 00:20:

Also, bei mir ist es so das ich der stureste und unnachgibigste Mensch bin der mir je begegnet ist (Ausnahme: meine Mutter).
Bei mir geht es in einer Diskussion nicht mehr darum, objektiv zu bleiben sondern nur noch darum, recht zu haben und das hab ich auch immer
Ein gewisser grad an unnachgiebigkeit oder auch konsequenter zielstrebigkeit ist im Leben unbedingt von Nöten um weiter zu kommen, allerdings gilt, wie für alle anderen Charakterzüge und Eigenschaften auch, das man es auch übertreiben kann.

__________________
PER ASPERA AD ASTRA


Geschrieben von Darkpoem112 am 10-01-2006 um 10:09:

Zitat:
Original geschrieben von xerxes

für mich persönlich ist die von dir genannte linientreue eher unwichtig, ich werde nie aufhören mich und alles um mich herum anzuzweifeln, so hat mein geist genügend spielraum sich zu entfalten und weiterzuentwickeln


mfg xerxes



Aber dann ist es doch deine linie alles um dich herrum anzuzweifeln und der bleibst du treu oder??? Also ich finde ein guter Philosoph oder poet steht zu seinen worten. Klar sollte man auch zu einem geswissen grad kompromiss bereit bleiben aber im ersten mom sollte man immer zu seiner meinung also zu seiner lienie stehen

__________________
Leise schwebt die Nacht hernieder,
In ihrem Schatten verschwinden alle Lügen,
Nur die Wahrheit bleibt zurück,
Klar wie ein Sternenhimmel


Geschrieben von Helios am 11-01-2006 um 16:44:

Zitat:
Original geschrieben von Darkpoem112
Aber dann ist es doch deine linie alles um dich herrum anzuzweifeln und der bleibst du treu oder??? Also ich finde ein guter Philosoph oder poet steht zu seinen worten. Klar sollte man auch zu einem geswissen grad kompromiss bereit bleiben aber im ersten mom sollte man immer zu seiner meinung also zu seiner lienie stehen


Die eigene Meinung muss nicht unbedingt auch die eigene Linie sein


Geschrieben von Montrose am 12-01-2006 um 09:49:

Zitat:
Die eigene Meinung muss nicht unbedingt auch die eigene Linie sein
Den Satz verstehe ich nicht. Bitte um Erklärung.


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