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Geschrieben von solipsismus am 22-07-2011 um 14:46:

@Synergie
Manche mögen das Forum auch als Teil ihres Privatlebens mögen.

Und ich meinte besser als bradòg, die dich wohl gebissen hat.


Geschrieben von Synergie am 22-07-2011 um 14:52:

Zitat:
Original geschrieben von solipsismus
@Synergie
Manche mögen das Forum auch als Teil ihres Privatlebens mögen.


Klar, deren Sache. Ich finds eher normal sich zu amüsieren oder, das machen wohl auch viele Leutchens, sich Kontakte zu suchen, aber das dann für Privat und nicht um sich in einem Forum zu zoffen oder die Welt retten zu wollen. Ich finds halt einfach ziemlich arm (im Sinne von kein Privatleben, nix besseres zu tun oder so) sowas in einem Forum austragen zu wollen.

Zitat:
Und ich meinte besser als bradòg, die dich wohl gebissen hat.


Wieso sollte ich besser als bradog sein wollen? Kapier ich nicht, sorry.

MfG


Geschrieben von solipsismus am 22-07-2011 um 15:08:

...ich war immer der Meinung, meine Beiträge sind nicht schwer zu lesen. Na ja. Nevermind, spam' weiter 'rum, wenn's dein nicht-Privatleben schöner macht.


Geschrieben von Ronin76 am 22-07-2011 um 15:14:

Interessante Ansichten Christian220, allerdings sehr ich da eine gewisse Unlogik bei Gruen und auch bei Fromm, denn Etwas zu pathologisieren setzt doch auch eine definierte Norm als Maßstab voraus, in deren Relation überhaupt ein Zustand als Krankheit bezeichnet werden kann. Dadurch werden die Zuweisungen von Krankheit und Gesundheit austauschbar. Ich halte es nicht für eine Krankheit sondern eine Überlebenstaktik wenn sich Etwas seiner Umgebung anpasst. Letztendlich, und da würde ich Darwin´s Logik zustimmen, können nur die Bestangepasstesten überleben und ihre Gene weitergeben. Ob der geradezu zwanghafte Drang des Überlebens nun das gelbe vom Ei ist, wage ich aber mal zu bezweifeln, denn ein allgemeines Ziel außer dem Leben und Überleben an sich gibt es offenbar nicht, und jedes Leben hat irgendwann sein Ende. Mal früher, mal später. Von diesem Standpunkt aus betrachtet lässt sich dann auch die Anpassung und deren Wichtigkeit relativieren. Wenn Existenz nur nicht so ein Mysterium wäre.

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--<~@...Ronin

"Those who make peaceful revolution impossible, make violent revolution inevitable."

John Fitzgerald Kennedy


Arbeitsplätze sind für uns die schönsten Plätze in Deutschland (SPD) - Brüder, durch Sonne zur Arbeit (Die Grünen)
Sozial ist, was Arbeit schafft (Union) - Arbeit muss sich wieder lohnen (FDP)
Arbeit soll das Land regieren (PDS) - Arbeit macht frei (NSDAP)


Das was heute Demokratie genannt wird, ist eine vom Volk legitimierte Diktatur.


Geschrieben von bradóg am 22-07-2011 um 15:19:

Zitat:
Original geschrieben von Synergie
... aber Weltretten geht nun mal anders. MfG


Na dann fang' mal an und sag wie, wenn Du weißt, daß es anders geht.

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~ Wann war eigentlich heute? ~


Geschrieben von Christian220 am 22-07-2011 um 15:59:

Zitat:
Original geschrieben von Ronin76
… Unlogik bei Gruen und auch bei Fromm, denn Etwas zu pathologisieren setzt doch auch eine definierte Norm als Maßstab voraus…
Das sehe ich auch so. Möglicherweise gehen die beiden davon aus, dass Feindschaft und Krieg nicht gut bzw. nicht normal sind und Einstellungen und Verhaltensweisen, die zu Feindschaft und Krieg führen darum krankhaft (unnormal) sind. Arno Gruens "Der Wahnsinn der Normalität" ist ja eine Theorie der menschlichen Destruktivität.

Ich denke, dass Verdrängung Hand in Hand mit Manipulation geht. Die Menschen wollen betrogen werden und betrügen sich gegenseitig. Der Preis für unseren Wohlstand ist der Verrat an der Wahrheit und für diesen bezahlen wir mit unserem Untergang.


Zitat:
Ich halte es nicht für eine Krankheit sondern eine Überlebenstaktik wenn sich Etwas seiner Umgebung anpasst.
Ja, aber Überlebensbestrebungen können wieder als Krankheit angesehen werden. Diese resultieren ja aus dem Sterblichkeitswahn. Da aber die meisten so denken, gilt diese Einstellung nicht als Wahn sondern als gesundes Verhalten. Was scheint in dieser Welt nicht alles aus Angst vor dem Tod zu geschehen! Wenn die Menschen sich nicht einbilden würden, dass ihnen etwas fehlt, fehlen wird oder gefehlt hat, gäbe es Frieden. Die Wurzel aller Übel ist wohl der Realismus. Darum ist es merkwürdig, dass wir fast alle daran festhalten, als wäre er das Kostbarste von allem.


Zitat:
Letztendlich, und da würde ich Darwin´s Logik zustimmen, können nur die Bestangepasstesten überleben und ihre Gene weitergeben.
Nun ja, es überlebt, was überlebt und solange es lebt, hält es sich für bestangepasst.


Zitat:
Ob der geradezu zwanghafte Drang des Überlebens nun das gelbe vom Ei ist, wage ich aber mal zu bezweifeln…
Wollen ist Mangel Leiden. Die Erlösung liegt in der Beruhigung dieses Dranges. Und wann beruhigt er sich wohl? Wenn die Illusion des Mangels überwunden wird. Innerhalb des realistischen Paradigmas passiert das aber wohl kaum, da in diesem die Mängel ja real sind und darum auch die Leiden.


Zitat:
Wenn Existenz nur nicht so ein Mysterium wäre.
Das lässt Du Dir am besten von Elementarsatz erklären. Er wird Dir dann was von Begriffen höherer Ordnung erzählen, dass Dir Hören und Sehen vergeht.


Geschrieben von Christian220 am 22-07-2011 um 16:08:

Zitat:
Original geschrieben von TheTurningPoint
In der Praxis war und ist das "Herausreißen von Wurzeln" meist verbunden mit der Schaffung von Leichenbergen ...
Ich gehe mal davon aus, dass Du das Übel siehst. Wie wäre es, wenn Du die Wurzel des Übels im Boden lässt, sie Dir aber sorgfältig ansiehst.

Ich sehe es gerade umgekehrt: Leichenberge werden geschaffen, weil das Übel nicht mitsamt seiner Wurzel ausgerissen wurde. Die "Leichenberge" beruhen auf der geistig-seelischen Beschaffenheit der Menschen. Solange Menschen "wahnsinnig-normal" beschaffen sind, erzeugen sie "Leichenberge", wo immer sie sind. Folglich gibt es auch in Foren eine Entsprechung zu den physischen Leichenbergen.

Ich sage: In der Praxis war und ist das "Herausreißen der Wurzel [des Übels]" stets verbunden mit der Rettung von Menschen.

"Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind." (Albert Einstein)


Zitat:
Mit Assoziation meine ich das, was man auch "Bauchgefühl" nennt, und das lässt sich nicht so einfach abschalten. Und wenn man versucht es abzuschalten, wenn man alle Zweifel und Bauchschmerzen unterdrückt, wenn man sich quasi selbst unterdrückt, dann begibt man sich selbst wieder in ein (neues) geschlossenes System mit Absolutheits-Anspruch.
Mit dem ehrlichen Wunsch und Willen zu verstehen, entwickelt man genügend Interesse und die Kraft, Vorurteile zu überwinden, die abstoßende Zerrbilder hervorrufen. Vertrauen, Geduld und Beharrlichkeit ebnen den Weg zur Einsicht. Mit solchen inneren Qualitäten ausgestattet, findet man den Weg zum Ziel auch durch schwieriges Gelände.


Zitat:
"Das Übel" entsteht aus dem Zusammenspiel von vielen Faktoren…
Ich verstehe, was Du meinst.


Zitat:
… was Einige als "Das Übel" ansehen, wird von Anderen vielleicht gar nicht als Übel empfunden.
Ganz bestimmt sogar.


Zitat:
Empörung ist gut und richtig, wenn sie aus dem Inneren kommt. Es besteht aber immer die Gefahr, dass Empörung von außen geschürt wird, um Hass und Zwietracht zu säen. Bei aller Empörung sollten wir nicht vergessen, WOFÜR wir streiten.
Das verstehe ich.


Zitat:
Und noch eine Forderung, die man hinter der Losung "Empört Euch!" nicht vermutet, ist "dass das Materielle unserer Welt mit dem Spirituellen, mit dem Geistigen eine Verbindung haben muss ... Man bewundert vieles, was nicht bewunderungswürdig ist."
Verdrängung ist Manipulation. So bejubelt man den Untergang und verflucht die Rettung, ehrt seinen Henker und verfolgt seinen Erlöser.

"Schaut Euch mal an, wie verkehrt die Welt ist: Ärzte zerstören die Gesundheit, Anwälte zerstören das Recht, Universitäten zerstören das Wissen, Regierungen zerstören die Freiheit, die Massenmedien zerstören Informationen und die Religion zerstört Spiritualität." (Michael Ellner)


Zitat:
Neue Feindbilder führen nur zu neuen Kriegen.
Ja. Konstruktive Kritik hat zum Hintergrund Respekt und Verantwortungsbewusstsein.


Zitat:
"Du musst glücklich sein! Nur so kannst du andere Menschen glücklich machen."
(Stéphane Hessel)
Ja. Respekt ist Glück.


Geschrieben von bradóg am 22-07-2011 um 16:15:

Zitat:
Original geschrieben von Hybrid Andante
[B]Zu hinterfragen gehört zu meinen Tätigkeiten Ich wäre nicht dort, wo ich jetzt bin, wenn ich ein Auswendiglerner und Nachplapperer wäre. Das kleine, unscheinbare Wörtchen, das ich kritisiere ist "alles". Wenn man alles in Frage stellt, dann kostet das einfach zuviel Energie und Zeit; so war das gemeint!


Klar, das kostet viel Energie und Zeit. Die Frage ist, wenn Du nicht "alles" hinterfragst, was denn hinterfragenswert wäre? Vielleicht ist gerade das Gewöhnliche, das so selbstverständlich zu sein scheint und schon immer angewendet wurde, genau das, wo der Irrtum, der Haken begraben steckt. "Das wurde schon immer so gemacht" oder "da haben sich andere vor mir schon genug Gedanken gemacht" ist ne Aussage bzw. Einstellung die oft dazu führt, daß vorhandene Probleme nicht gelöst werden, weil eben niemand die Notwendigkeit sieht, de Selbstverständlichkeit zu hinterfragen und sich auf andere verlassen, daß die sich genug Gedanken gemacht haben.

Zitat:
Bist du sicher? Ich habe nämlich nicht das Gefühl, dass hier etwas weiterentwickelt werden soll...


Sinn der Sache war es, doch so funktioniert es definitiv nicht und auch dieser Thread artet, wie die meisten anderen Threads in NW auch, in irgendwelches Gelaber aus. Wie soll man etwas diskutieren können, wenn so gut wie keiner ernsthaft daran interessiert ist und wenig bis keine Notwendigkeit gesehen, bzw. die Thematik ins Lächerliche gezogen wird?

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Geschrieben von Synergie am 22-07-2011 um 16:38:

Zitat:
Original geschrieben von bradóg
Na dann fang' mal an und sag wie, wenn Du weißt, daß es anders geht.


Darüber kann man reden. Kleinkram ist bei mir irgendwann zu einer Art Lebenphilosophie geworden. Es fing damit an, dass ich Fleisch noch nie mochte und freiwillig vegetarisch lebte (mittlerweile vegan, das bekommt mir besser) und der Nebeneffekt ist weniger Qual für Tiere, worüber ich mir allerdings erst Jahrzehnte später wirklich den Kopf zerbrochen habe. Ich habe vor Jahren einen Kleingarten angemietet, dort fütterte ich eine wilde Katze. Mittlerweile ist es ein ganzes Rudel und ich habe ihnen ein Häuschen gebaut, was meine Parzellennachbarn glücklicherweise tolerieren. Ich bin Mitglied in verschiedenen Organisationen die sich für Tiere einsetzen (unser Tierschutz hier kastriert z. B. die Katzen kostenlos) und habe darüber hinaus ein Ehrenamt im sozialen Bereich (Jugendliche). Einfach kleine Dinge, die die Welt ein bisschen besser machen. Ich tue das was so anfällt und was ich tun kann, also was in meinen Kräften steht.

Andersherum gehe ich Stress möglichst aus dem Weg, auch das Internet bzw. den PC schalte ich rigoros aus, wenn ich merke dass es mich stresst. Ich sehe das alles eben als Freizeitspaß oder Arbeitsgerät an, als sonst nichts.

Als das Theater in meinem Wohnblock unerträglich wurde, bin ich umgezogen und bereue diesen Schritt keine Minute, auch wenn es sehr teuer war und mich an meine finanziellen Grenzen brachte. Aber Ruhe ist mir heilig und unbezahlbar, bei Lärm werde ich krank. Ich versuche möglichst wenig Müll zu erzeugen und alles möglich lange zu nutzen oder gleich gebraucht zu erwerben.

Zusammenfassend könnte man sagen, dass ich das was ich für gut befinde fördere und das was ich für nicht gut befinde meide. So komme ich ganz gut klar bisher.

MfG


Geschrieben von bradóg am 22-07-2011 um 16:43:

Arno Gruen, Erich Fromm und "Krankheit", "patologisch" ...

Die beiden Begriffe sind zwar krass, verdeutlichen den Sinn der Sache dennoch recht gut, finde ich. Was ist denn Krankheit, Pathologie? Eigentlich nicht mehr oder weniger als ein anders oder ungesund sein. Was ist ungesund? Das was schadet, zerstört. Normal ist demnach das, was nicht schadet oder der, der keinen Schaden erlitten hat, bzw. keinen Schaden zufügt. Beide gehen wohl davon aus, wenn ein Pendel zu weit ausschlägt, also sich außerhalb der Mitte (Gleichgewicht) befindet, daß das schädlich, zerstörerisch ist.

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Geschrieben von bradóg am 22-07-2011 um 18:22:

@ Synergie

Überraschender Weise hast Du anscheinend eine ähnliche Einstellung wie ich. Im Kleinen, bei sich fängt die Veränderung an und ich lebe das, was Du beschrieben hast, auch und versuche, mich da weiter zu entwickeln, halt noch selbst-BEWUSSTER zu werden.

Auf die von Dir genannten Punkte möchte ich noch ein bißchen näher eingehen, vielleicht kannst Du mich und meine Beweggründe dann auch besser verstehen ...

Das Internet --> sehe ich als ne Einrichtung, die viele Möglichkeiten bietet und die man auch - anstatt sich gegenseitig zu stressen - insofern nutzen kann, als daß man bereichernden Gedankenaustausch betreibt. Das kann sehr schön, interessant und hilfreich sein und stresst dann keineswegs, ganz im Gegenteil. Man muß sich deshalb ja nicht knuddeln, es ist auch gut, unterschiedliche Ansichten zu haben, so kann man voneinander lernen. Doch warum sich gegenseitig niedermachen und ausbremsen?
Ich hab' in der Arbeit genug Stress uns so möchte ich die wenige Freizeit, die ich habe, ohne Stress verbringen, darum habe ich keine Lust, mich hier zu kloppen.

Wohnblock, Umzug, Ruhe ist mir heilig und unbezahlbar, bei Lärm werde ich krank --> ich auch, ein weiterer Grund, warum ich mich hier nicht kloppen, sondern gepflegten und interessanten Gedankenaustausch haben möchte. Lärm und Unruhe macht krank oder anders ausgedrückt, beides bringt einen enorm aus dem inneren Gleichgewicht.

Wenig Müll, lange nutzen, gebraucht kaufen --> Das finde ich gut und sinnvoll, praktiziere ich auch und fände es halt gut, sich über sowas hier auch auszutauschen, z. B. welche Möglichkeiten es noch gäbe, um Ressourcen zu schonen und möglichst wenig Müll zu produzieren, Umweltschutz zu praktizieren usw.

Was ich für gut befinde fördere und das was ich für nicht gut befinde meide. So komme ich ganz gut klar bisher --> Das möchte ich auch gerne, nur ist meine Erfahrung die, daß Meiden nicht immer und überall die Lösung ist, schön wäre es. Manches holt einen schneller ein, als es einem lieb ist. Um früher oder später nicht überrollt und kaputtgespielt zu werden, ist es manchmal einfach notwendig Grenzen zu setzen, auf Konfrontationskurs zu gehen und sich zu wehren/zu verteidigen. Die Frechheit mancher kennt keine Grenzen. Je mehr man zurückweicht, umso aufdringlicher und fordernder werden sie. Und darum beschäftige ich mich mit den Dingen, die hier zur Sprache kommen. Diese Dinge sind - wenn man tief in sie eintaucht, nicht unbedingt angenehm, teilweise erschütternd, ekelerregend und auch nicht immer leicht zu verkraften.
Ich möchte lieber in Frieden und in Harmonie leben, glaub' mir, doch kann ich auch nicht einfach die Augen vor dem verschließen, was da abgeht und zuschauen, wie das was (teilweise noch) so schön und einmalig ist oder es mal war, acht- und respektlos kaputt gemacht wurde oder wird, nur damit mancher seine unersättliche Gier stillen kann. Ich mag es zwar lieber bescheiden, doch heißt es nicht, daß ich anderen nichts gönne und neidisch wäre. Doch sehe ich zu welchem Preis sie sich ihre Gier befriedigen und das geht halt letztendlich auf Kosten aller Lebewesen und der Natur und erzeugt viel Leid und Unfrieden. Andererseits möchte ich aber auch verstehen können, was da genau abgeht und wie sowas entsteht, warum sie sich so verhalten und das ist eine komplexe Sache, denn auch im Kleinen, Alltäglichen zeigen sich die gleichen Verhaltensweisen.

Ich find's gut, daß Du jetzt ein bißchen über Dich und Deine Einstellung geschrieben hast, so kann man anders aufeinander eingehen. Warum hast Du vorher "gestänkert"?

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Geschrieben von Demon17 am 22-07-2011 um 19:07:

Zitat:
Das Internet --> sehe ich als ne Einrichtung, die viele Möglichkeiten bietet und die man auch - anstatt sich gegenseitig zu stressen - insofern nutzen kann, als daß man bereichernden Gedankenaustausch betreibt. Das kann sehr schön, interessant und hilfreich sein und stresst dann keineswegs, ganz im Gegenteil. Man muß sich deshalb ja nicht knuddeln, es ist auch gut, unterschiedliche Ansichten zu haben, so kann man voneinander lernen. Doch warum sich gegenseitig niedermachen und ausbremsen?

Das ist ja schön und gut bradóg, da hat jeder seine eigenen Vorlieben. Deshalb muss man ja nicht gleich das ganze Board als Massengrab bezeichnen. Viele Menschen mögen Kontroversen und die Tatsache das die Emotionen manchmal überschäumen ist ja auch ein Zeichen von Freiheit. Was mich persönlich ein bisschen stört ist dieses nicht aufeinander Eingehen. Oft werden nur kleine Teile eines Beitrages zitiert und kritisiert. Dabei geht häufig der Sinn und Kontext einer Ausage verloren. Allerdings hatte ich jetzt bei Dir und Christian auch nicht den Eindruck als ob ihr das in diesem Thread anders machen würdet.

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Archiv der Lüge



*********************prayers on fire**********************

Verhüllendes Schweigen an silbernen Wassern der Schwermut.
Ein kriechendes Wesen aus Kälte verstorbener Seelen,
im klammen Gefängnis erloschener Asche der Glut.
Befreit sind vergessene Ängste und gierig; sie stehlen
dem Leben die Hoffnung auf bessere Zeiten im Tod.


Geschrieben von Hybrid Andante am 22-07-2011 um 23:07:

Zitat:
Original geschrieben von bradóg

Klar, das kostet viel Energie und Zeit. Die Frage ist, wenn Du nicht "alles" hinterfragst, was denn hinterfragenswert wäre?


Ich hinterfrage das, wo ich ich mir etwas von verspreche (sei es für mich, oder für andere). Ich suche nicht in allem und jedem nach einem Fehler. Kurz: Ich mache eine kleine Kosten-Nutzen-Rechnung.

Zitat:
Man muß sich deshalb ja nicht knuddeln, es ist auch gut, unterschiedliche Ansichten zu haben


Ich knuddel dich jetzt einfach mal virtuell, trotz unterschiedlicher Ansichten

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15 Mann auf des toten Manns Kiste, yo ho ho, und 'ne Buddel voll Rum!


Geschrieben von TheTurningPoint am 22-07-2011 um 23:25:

Zitat:
Original geschrieben von bradóg
In sich zu gehen hat mit Besinnung zu tun und die findet im Leisen statt.
... Doch fehlt vielen Menschen auch der Mut. Vieles wird deshalb groß und nimmt gewisse Auswüchse an, weil das Kleine nicht gesehen, als unwichtig abgetan wird oder der Mut fehlt, sofort den Mund aufzumachen und auch mal deutlich "Nein" zu sagen.
Ich vermute, dass es meist weniger am fehlenden Mut liegt, als an der fehlenden Wahrnehmung des "Kleinen". Das betrifft die noch kleinen Gefahren, aber auch die vielen kleinen "Nein" anderer Menschen. Sein Leben leiser zu machen, ist bestimmt der richtige Weg, der aber manchmal nicht so einfach ist. Denn wir dröhnen nicht nur selbst unsere Sinne zu (was relativ leicht änderbar ist). Unsere Sinne werden auch von anderen Menschen (bewusst oder unbewusst) zugedröhnt.

Zitat:
Original geschrieben von Hybrid Andante
Das kleine, unscheinbare Wörtchen, das ich kritisiere ist "alles". Wenn man alles in Frage stellt, dann kostet das einfach zuviel Energie und Zeit; so war das gemeint!
Man muss ja nicht Alles zu jeder Zeit in Frage stellen, aber eben manchmal auch das zeitlebens Gewohnte.

Zitat:
Original geschrieben von Christian220
Nun, Du musst Dir vorstellen, dass sich hier Leute an der Diskussion beteiligen, die schon in ihrer Kindheit und Jugend schwere Traumata bzw. Wunden erlitten ... Es ist daher verständlich, wenn einige z.B. dem von mir geäußerten Gedanken und der Art, in der ich ihn mitgeteilt habe, nur mit größtem Misstrauen und Argwohn begegnen. Diese Menschen können keine Kritik oder Belehrung mehr aufnehmen, es sei denn, sie selbst verlangen danach.
Ich glaube, die wenigsten Menschen sind auf Kritik und Belehrungen erpicht. Wenn du es schaffst, Neugier und Spannung zu wecken, hast du bessere Karten.

Zitat:
Arno Gruen in "Der Wahnsinn der Normalität"
Dann wird man sehen, daß sich hinter der Orientierung an der »Realität«, die gemeinhin das Kriterium für Gesundheit ist, eine tiefere und weniger augenfällige Pathologie verbirgt: die des »normalen« Verhaltens, die Pathologie der Anpassung als Folge der Preisgabe des Selbst.
... kennzeichnet die Pathologie der Normalität, die den Wahnsinn austrickst, die Flucht vor dem Leiden.
Zitat:
Original geschrieben von Ronin76
allerdings sehr ich da eine gewisse Unlogik bei Gruen und auch bei Fromm ... Ich halte es nicht für eine Krankheit sondern eine Überlebenstaktik wenn sich Etwas seiner Umgebung anpasst. Letztendlich, und da würde ich Darwin´s Logik zustimmen, können nur die Bestangepasstesten überleben und ihre Gene weitergeben.
Ich kann die Gedankengänge der beiden nachvollziehen. Nach meinem Verständnis geht es hier nicht um Anpassung zum Schutz gegen lebensfeindliche Wirkungen der Umgebung, sondern um Verhalten, das die lebensfeindlichen Wirkungen der Umgebung noch verstärkt, also quasi um selbstverletzendes und suizidales Verhalten. Bei Wikipedia wird das ungefähr so beschrieben:
1. Der Mensch hat nicht nur physische, sondern auch psychische Grundbedürfnisse.
2. Der Mensch kann tatsächlich unter vielerlei Bedingungen leben.
3. Wenn sie seiner menschlichen Natur zuwiderlaufen, reagiert er darauf, indem er
a) die bestehenden Verhältnisse ändert (Schutz vor den Bedingungen), oder
b) seinen vernunftbedingten menschlichen Fähigkeiten entsagt ("Realitätsverlust").
4. Wenn viele Menschen ihren vernunftbedingten menschlichen Fähigkeiten entsagen,
a) wird solches Verhalten als Normalität wahrgenommen, und
b) der Einzelne setzt es sich sogar zum Ziel, um einem Außenseitertum aus dem Weg zu gehen.

Siehe auch diesen Thread.


Zitat:
Original geschrieben von Christian220
Möglicherweise gehen die beiden davon aus, dass Feindschaft und Krieg nicht gut bzw. nicht normal sind und Einstellungen und Verhaltensweisen, die zu Feindschaft und Krieg führen darum krankhaft (unnormal) sind. Arno Gruens "Der Wahnsinn der Normalität" ist ja eine Theorie der menschlichen Destruktivität.
Der Mensch hat nach Fromm physische und psychische Grundbedürfnisse, und den Drang, diese zu befriedigen. Wenn er diesen Drang nicht (mehr) hat, dann ist etwas faul ...

Zitat:
Ich denke, dass Verdrängung Hand in Hand mit Manipulation geht. Die Menschen wollen betrogen werden und betrügen sich gegenseitig. Der Preis für unseren Wohlstand ist der Verrat an der Wahrheit und für diesen bezahlen wir mit unserem Untergang.
Ich sehe das so, dass heute viele Menschen die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse aus dem Blickfeld verloren haben.

Zitat:
Ja, aber Überlebensbestrebungen können wieder als Krankheit angesehen werden. Diese resultieren ja aus dem Sterblichkeitswahn. Da aber die meisten so denken, gilt diese Einstellung nicht als Wahn sondern als gesundes Verhalten. Was scheint in dieser Welt nicht alles aus Angst vor dem Tod zu geschehen!
Es ist eine sehr diffuse Angst, die meines Erachtens daher kommt, dass viele Menschen ihr Selbstbewusstsein verloren haben. Sie kennen ihre Grundbedürfnisse nicht und wissen nicht, in welchen Bereichen Umweltbedingungen liegen können/sollen, um sich wohlfühlen zu können.

Zitat:
Wenn die Menschen sich nicht einbilden würden, dass ihnen etwas fehlt, fehlen wird oder gefehlt hat, gäbe es Frieden. Die Wurzel aller Übel ist wohl der Realismus. Darum ist es merkwürdig, dass wir fast alle daran festhalten, als wäre er das Kostbarste von allem.
Hölderlin schrieb einmal Folgendes:

Wurzel alles Übels
Einig zu sein, ist göttlich und gut; woher ist die Sucht denn
Unter den Menschen, daß nur einer und eines nur sei?


Weil die Menschen ihre Grundbedürfnisse nicht kennen, bilden sie sich ein, alle anderen Lebewesen würden sie an deren Befriedigung hindern und seien ihre Feinde. Darum glaube ich, sie könnten noch viel mehr Realismus gebrauchen.

Zitat:
Wollen ist Mangel Leiden. Die Erlösung liegt in der Beruhigung dieses Dranges. Und wann beruhigt er sich wohl? Wenn die Illusion des Mangels überwunden wird. Innerhalb des realistischen Paradigmas passiert das aber wohl kaum, da in diesem die Mängel ja real sind und darum auch die Leiden.
Auch hieraus ergibt sich für mich eher die Forderung nach mehr Realismus. Denn ich bin auch der Meinung, dass Illusionen des Mangels (künstlich) geschaffen werden, und mit dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik weltweit ein Ende des Mangels real herbeigeführt werden könnte.

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Du allein kannst strahlen in der Welt.


Geschrieben von bradóg am 23-07-2011 um 10:53:

Zitat:
Original geschrieben von Hybrid Andante Ich hinterfrage das, wo ich ich mir etwas von verspreche (sei es für mich, oder für andere). Ich suche nicht in allem und jedem nach einem Fehler. Kurz: Ich mache eine kleine Kosten-Nutzen-Rechnung.


Nun, ich meinte mit Hinterfragen nicht in erster Linie, daß es um Fehlersuche gehen soll - hatte ich wohl zu erwähnen vergessen; Ungereimtheiten, Widersprüchlichkeiten sind eher was, was ich vielleicht beiläufig bemerke - es geht mir vor allem darum, etwas grundsätzlicher, besser nachvollziehen zu können. Du machst eine Kosten-Nutzen-Rechnung, ich mache es aus Interesse, vielleicht spielt für mich deshalb wenig(er) eine Rolle, wieviel Zeit und Energie mich das "kostet".

Zitat:
Ich knuddel dich jetzt einfach mal virtuell, trotz unterschiedlicher Ansichten


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