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-- Vorhang die Zweite (http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?threadid=71348)
Vorhang die Zweite
Auf Wiederholung:
12 Monate fast...und nichts ist anders geworden. Gar nichts. „Täglich grüßt das Murmeltier“ ist doch keine Fiktion. Es ist wahr. Manche Dinge kann man nicht ändern. Kurse belegt, Dinge geschrieben, Kämpfe ausgefochten, Schlachten verloren. Alles wie vorher. Einige Namen haben sich geändert, auch nur neue Schauspieler in dem alten Stück. Wiederaufführung. Ich könnte den Regisseur lynchen. Ich wollte keine Wiederaufführung, Ich wollte eine glamouröse Premiere. Moment, Regie, Hauptrolle, Organisation – das bin wohl ich. Mist. Zitat eines ganz großen, anderen Zynikers – Bernd, das Brot.
Alles von vorn, der Vorhang, die männliche Hauptrolle in neuer Besetzung, der Text bleibt wie gehabt, die Kulisse irgendwie auch. Wenigstens Chor und Regieassistenz funktionieren reibungslos. Ohne diese ständige Stütze wäre das Stück schon lange abgesetzt worden, denn die zentralen Darsteller sind meist doch ehr langweilig und berechenbar. Sie sagt – er sagt. Und am Ende wird’s ein tränennasser Abschied oder ein noch durchweichteres Fiasko, weil mal wieder jemand nicht den richtigen Text gelernt hat. Ohne Regieassistenz wäre man hier verloren. Aber die ist zuverlässiger als die schweizer Eisenbahn und hält die Aufführung am Leben und die neurotische Regie zumindest so weit bei Laune, dass die Herren in den weißen Jacken nicht gerufen werden müssen. Obwohl Intendanten und Regisseure ja schon allein wegen der Schauspieler immer am Rande des Wahnsinns balancieren. Die tun ja nie, was man will.
Und dann das Stück selbst. Allein das wäre schon Anlass für die Einnahme von drei Librium-Tabletten. Was soll man denn daraus machen? Hat keine Höhen, keine Tiefen, keine Dramatik und die Hauptrolle schleppt sich eigentlich auch nur von Szene zu Szene und bröselt am Bühnenrand vor sich hin. Langweilig. Bewegende Szenen von Liebe und Verrat? Nicht vorgesehen. Das trübäugige Zentrum zeigt zwar manchmal das Aufflackern einer amourösen Regung, aber das wird postwendend von der Vorlage im Keim erstickt. Trockener Stoff. Und was soll denn hier verraten werden? Staatsgeheimnisse trägt niemand mit sich herum. Die Regie fragt sich manchmal angeekelt, wie dieses Machwerk überhaupt auf den Spielplan gekommen ist. Das muss ein Versehen gewesen sein. Unerträglich. Es könnte um Moral gehen, um Tugend, aber auch daran fehlt es. Nur keine Extreme. Der Schriftsteller hat sich wahrscheinlich mit dieser Ausgeburt mittelmäßiger Darstellung an einem sehr undankbaren Publikum gerächt. Ihr wolltet Mäßigung und Realität? Da habt ihr! Das einzige, was er wohl noch mit Zuneigung behandelt hat, waren die Nebenrollen. Die haben Witz und Temperament. Und manchmal würde sich die Regie wünschen, das ganze Stück bestände nur aus Hintergrund. Der ist das eigentlich wichtige daran. Aber nein, das sitzt sie im Bühnenzentrum, die ungeliebte, so genannte Hauptrolle und verdirbt das Bild.
Noch einen Kaffee bitte, alles auf Anfang, Vorhang und los.
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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl
Nebenrollen und Regieassistenz - ein Dank am Rande:
Es ist ja immer viel von Liebe die Rede auf der Bühne. Und meistens sind damit ehr zwei gegengeschlechtliche Rollen gemeint, die irgendwann glücklich zueinander finden - oder seit das "Happy End" als verkitscht aus der Mode gekommen ist, eben auch nicht.
Da gibt es aber noch ein anderes, klasisches Paar - die Hauptperson und ihre gute Freundin. Und diese Bühne ist voll von dieser tragenden "Neben-" rolle, die
eigentlich ein heimlicher Star ist. Denn ohne sie geht gar nichts, würde sich die Heldin des Stücks schon nach dem ersten Akt vom Bühnenrand stürzen oder einfach nur in der Mitte sitzen bleiben und sich von allen Seiten anstarren lassen. Es ist die tragende Zweite, die hier keine langen Monologe hält, sondern vom Abgrund weg und wieder auf die Füße zerrt. Die Stichworte murmelt, wenn ihre Divahaftigkeit mal wieder den Text vergisst. Die dafür sorgt, dass der Laden läuft.
Meistens bekommt diese Nebenrolle nicht die Aufmerksamkeit von Publikum und Regie, die sie verdient. Aber der Autor, der weiß schon, was wichtig ist im Leben wie im Theater. Und deshalb sagt sie die klügeren Dinge und tut das, was die Hauptperson eigentlich tun sollte.
Das Tollhaus dankt und hofft, auch in den Häusern aus denen diese begabten ausgeliehen sind, ein Gastspiel retour geben zu können. Damit unsere Diva mal was Vernünftiges sagt.
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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl
Bühne - ein Sofa - zwei Menschen.
Er: " Wir könnten es uns auch einfach machen und uns in einader verlieben."
Sie: "Wer macht es sich schon einfach."
Er: "So selbstlos wärst du?"
Sie: "Wenn dann zwei Menschen, die ich mag, glücklich sind, hat sich's gelohnt."
Er sagt - sie sagt. Und der Author? Was denkt sich der Author dabei? Was ist denn das hier? Ein Drama? Ein Lustspiel? Na irgendwas dazwischen. Vielleicht auch nur eine Kommödie. Die Dialoge sind filmreif. So könnte man das abdrehen, mit diesen beiden Menschen, die dasselbe wollen und aneinander vorbei stolpern, weil sie es eben nicht miteinander wollen. Bleibt nur die Frage ob wir in Hollywood drehen oder ehr einen Film noir draus machen.
Oder ein indisches Spekatakel? Da gabe es doch diesen einen Streifen, in dem der totkranke beste Freund seiner Freundin, die ihn immer geliebt hat, einen Mann verschafft.
Das Leben ist ein zynischer Schriftsteller. Bitter. Das also?! Das muss ein Scherz sein. Aber so richtig lachen kann nicht mal das Publikum. Tragikomisch diese beiden Blödsinnigen, die nichts Besseres als einander gefunden haben und nun wie betäubt durch die Kulisse stapfen und den Paravant in die Bühnenmitte zerren. Wir sind eigenständig! Wir tun nur rein zufällig dasselbe.
Müsste hübsch aussehen, so synchron im Ablauf. Kaffee kochen, los hechten, lesen, Tee trinken, Filme gucken, auf den Bildschirm starren. Alles parallel in zwei Wohnungen. Macht sich auch in Filmsequenzen gut, so was. Aber irgendwas fehlt. Die Aufführung ist lauwarm.
Anderes Stück – andere Aufführung
Er sagt- sie sagt. Heiß – kalt. So hatten wir uns das vorgestellt. Ganz großes Kino. Mit Happy End? Wer braucht denn das? Hier tobt die Inszenierung, hier wird aus den Vollen improvisiert. Wir haben alles, mitternächtliche Herzensbekenntnisse, schier unüberwindliche Hindernisse – mit etwas Glück organisieren wir uns so gar noch den enttäuschten Liebhaber. Aber das sind die Bretter, die die Welt bedeuten. Oder eben nur diesen einen Moment im Rampenlicht. Und es leuchtet.
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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl
-Pause-
Erstmal eine Tasse Kaffee. Erstmal eine Zigarette. Ja, eine Zigarette. Eine mit weißem Filter, weil man nur auf weiß roten Lippenstift so gut sehen kann. Nuttenrot.
"....nur Liebe und etwas, was nicht immer gleich entzweigeht."
Das kunstseidene Mädchen, Irmgard Keun
Kunstseiden. Nylons. Raschelnde, seidige Strümpfe. Taftunterröcke. Eitle Verzweiflung, verzweifelte Eitelkeit. Die Diva altert. Da wird bald eine andere das Gretchen mimem, das Kätchen - Kätchen, Mädchen, Kätchen warum darf ich dich nicht mein nennen? - und für die Dame mit dem angehenden zweiten Kinn, den drei Kilo zuviel und der verlebten Stimme bleibt dann vielleicht noch die Lady MacBeath. Oder die Hexen. Das kann sie. Konnte sie schon immer. Wird sie immer können. Das ist ihr eigentliches Element, diese Unglücksfrauen. Und vielleicht werden es nicht einmal mehr die sein, sondern nur noch Statistenparts. Immer brav am Bühnenrand.
Die Hand mit dem Glimmstengel zittert."Angst, Miststück? Ja. Schreckliche." Aber vor allem ist da die Wut. Diese schreckliche. unbenannte, unbeugsame Wut, der Zorn auf den Visagisten, der sie nicht jünger machen kann und auf die Kritiker, die ihr nicht mehr so verzeihen, wie noch vor fünf Jahren.
Die Zigarette wird im Aschenbecher zerdrückt. Ausgedrückt würde diesem Gewaltakt nicht gerecht werden. Sie denkt zurück an die Intendanten, die Regisseure, die Autoren, die sagten, sie würden ihr eine Rolle auf den Leib schreiben und dabei wollten sie ganz andere Dinge auf und mit diesem leib machen - nur schreiben ganz bestimmt nicht.
Hübsch reden konnten sie alle. Und was sie verspochen haben. Den Broadway, mindestens. Es hat nicht mal zu Frankfurt am Main gereicht.
In ihrem Kopf vermischen sich Text und Realität. Das kommt manchmal, wenn der Abend zu spät geworden ist und der Barkeeper zu großzügig war.
"...komm schwarze Nacht... damit er nicht die Wunde sieht, die er geschlagen."
Manche Säzte brennen sich ins Gedächtnis. "Das einzige, was an uns jemals wirklich echt war, waren die Kämpfe." Bühnenleidenschaften taugen nicht für Tageslicht.
Und dann geht es zurück hinter den Vorhang, der sich sowieso bald wieder heben wird. Da draußen wartet ein Publikum, das was sehen will. Die Diva grinst noch einmal in den Probenspiegel. Medea statt Luise. Sei's drum. Eigentlich gefällt ihr der Part eh besser.
"Was ist der Erde Ruhm? Ein Schatten.
Was ist der Erde Glück? Ein Traum.
Du armer der von Schatten du geträumt. Der Traum ist aus, allein die Nacht nocht nicht."~ Medea, Franz Grillparzer
Text in Himmelblau -Das Käthchen von Heilbronn, Heinrich von Kleist
MacBeth, William Shakespeare
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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl
Dazwischen, die wahrscheinlich klassische Form der Bühnenbeziehung, die gern mehr als Zwei auf den Brettern, die die Welt bedeuten, hat, weil das doch viel interessanter ist, als trautes Glück, das gewaltsam von außen gestört wird. Innere Kämpfe zählen. Gespräche mit den Wänden der eigenen Seele - und für Schauspieler sind diese Wände immer in Richtung Publikum. Gut hinschauen, ein Teil davon könnte echt sein. Nur welches Lächeln? Und zu wem?
Diva - die Göttliche. Eigentlich fühlt sie sich ja gar nicht so, aber es schmeichelt doch ungemein, so genannt zu werden. La Divinissima. Gorgeous. In solchen Worten kann man besser baden als in Anti-Falten-Creme. Das ist so gar noch schöner als Alkohol und Schokolade. Prickeld mehr als Premierenchampagner. Weibliche Hauptrollen mögen kleine Schmeicheleien. Unser fallender Stern ist nicht anders. Nicht ein bisschen anders.
Man kann satt werden an "Du wärest es wert, einen ganzen Kontinent zu überbrücken." "Sie ist nicht ein Viertel von dir - und ich habe sie verdammt gern gehabt.". Satt werden, glänzen, strahlen, aber nur nicht glauben. Das ist wie mit Romeos Liebesschwüren. Die wirken nur im Scheinwerferlicht. Und dann verblassen sie. Das ist Kunst. Keine Realität. Das darf man nicht verwechseln. Und wer sollte das besser wissen, als unsere Möchtegern-Marlene?
"Es ist nicht wahr." murmelt es also in ihrem Hinterkopf. Neigt sich hierhin, dort hinüber, immer dem Stichwort zu. Wer's eben gerade gibt.
Es gleicht fast einem Tanz. Tango mit mehreren. Wie viele das wirklich sind, kann man bei der Beleuchtung nicht ausmachen. und sie hasst Tanzszenen. Zu viel Körper - zu wenig Text. Mit Worten kann man arbeiten, mit dem Körper ist es etwas anders. Das balanciert auf der Grenze, schwebt immer ein bisschen über der Linie, die zwischen ihr und den anderen Darstellern ist. Körperliche Nähe ist irgendwie immer gleich, einnehmend, erdrückend, beengend, präsent. Man kann sie nicht weglügen. Man kann sie nur absprechen. Aber das macht den fremden Geruch auf der eigenen Haut nicht besser.
Es ist nur ein Stück. Wir spielen unseren Part. Und später legt man die Kostüme ab, holt die Schminke vom Gesicht und verlässt das Theater. Allein.
Synthetic Generation
I play hell, you play heaven
I'm deaths own little star...
Can you trace the sins that haunt you,
And play the devil's cards as I do?
I am all that you see,
I am all that you want me to be!
I am god, and so the Antichrist
I'm blessed, yet damned
I'm fallen, yet resurrected
I'm all of nothing!
I play death, you play life, triple sixes to rise...
Can you see the visions I brought you,
And the devilish games that I taught you?
I am all that you see,
I am all that you want me to be!
I am god, and so the Antichrist
I'm blessed, yet damned
I'm fallen, yet resurrected
I'm all of nothing!
Synthetic generation...
Stop not, it's indifference high you must know...
I am all that you see,
I am all that you want me to be!
I am god, and so the Antichrist
I'm blessed, yet damned
I'm fallen, yet resurrected
I'm all of nothing!
~ Deathstars
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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl
Revue - Insomnia
Spärliche Beleuchtung. Perlmutt-Einpersonen-Spot. Tanzen. Wiegen. Die Augen geschlossen - so als würde gar niemand zusehen. Kreisen, mit Armen und Beinen Arabesken formen und eine Luftgestalt, die nicht da ist. Abwesender zweiter Darsteller. Aber das macht es ja gerade spannend. In diese Rolle kann man jeden denken, an dessen Körperlinien sich die einsame Bühnenfigur entlangatmet. Zu dessen Füßen sie zusammenfällt. Dem sie sich entgegenbiegt, entgegenschmiegt wie eine Katze die Glieder dehnend. Hüften wiegend, Röcke schleifend in weiten Schritten. Sehnsucht hat Zeit. Es gilt ja nicht, einen Kopf zu erringen oder mit wildem Stampfen einen Krieg zu gewinnen. Kein Duell wirbelnder Füße, nur ein langsames Drehen und Beugen. Ein Mensch und ein Phantom, zwei in einer Szene.
Schattenspiel. Eine Frau. Ein schwarzer Flecken, der ihr folgt. Ein Abglanz von Verlangen den beide umspielen.
Die Maske hat sich mit dem Gesicht keine Mühe gegeben. Auch hier nur weiße Flächen und Schatten. Aber es reicht schon. Im fahlen Scheinwerferlicht wirken die spröden, blassen Lippen fast zerbrechlich. Die tiefen Schatten unter den Augen sind nur Verlängerung der Wimpern. Was später erbärmlich aussehen wird, passt irgendwie zu dieser Inszenierung einer Lücke.
Es fehlt: an Schminke, an Tempo, an Darstellern. Nur nicht an Gefühl.
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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl
Linkin Park - Leave out all the rest
I dreamed I was missing
you were so scared
but no one would listen
cause no one else cared
after my dreaming
I woke with this fear
what am I leaving
when I'm done here
so if you're asking me I want you to know
When my time comes
forget the wrong that I've done
help me leave behind some
reasons to be missed
don't resent me
and when you're feeling empty
keep me in your memory
leave out all the rest
leave out all the rest
Don't be afraid
I've taken my beating
I've shared what I made
I'm strong on the surface
not all the way through
I've never been perfect
but neither have you
so if you're aksing me I want you to know
Forgetting ~ all the hurt inside you have learned to hide so well
Pretending ~ someone else can come and save me from myself
I can't be who you are
Ob sie das wohl tun, wenn sie die Kritiken schreiben? Den Rest weg lassen? Den nicht so hübschen Rest.
"Wie ernst meintest Du das eben?" Die Diva ist wohl doch eine gute Schauspielerin. Zwei Monate. Tisch und Bett und gemeinsames Wunden Lecken und dieser kleine Schönheitsfehler wurde nicht bemerkt?
Ich hätte "toternst" antworten sollen. Die meisten Dinge, die ich an Sonntagnachmittagen über einer Kaffeetasse sage, meine ich auch so. Genau so.
Konnte ich wirklich irgendjemandem weiß machen, ich sei heil? Geistig gesund? Grenzweise glücklich? Das ist so lächerlich, das reicht zur Tragikomik. So gut war ich zu meinen besten Zeiten nicht, als ich mir den Kopfschuß noch in einem Spot setzte, direkt am Bühnenrand. "Seinen Uri sieht er nimmermehr." -Die Räuber, Schiller - .
Nun ja, zur Bühnenlegende fehlt noch ein bisschen. Und irgendetwas muss ja ürbig bleiben, wenn die Lampen ausgehen. Also - Scheinwerfer bitte. Mehr Licht.
"Jeder Mensch ist ein Abgrund - es schwindelt einen, wenn man hinein sieht."
Woycek, Büchner
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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl
Weißer Tigerstern - femme fatale
"Du bist mein weißer Tigerstern." So kann man in den Weiten des Ostens jemanden benennen, der einem Unglück gebracht hat. An dessen Händen und Taten wie dunkle Erde an Raubkatzentatzen die eigene Zuversicht haftet.
Und nicht zu selten ist so ein weißer Tigerstern eine Frau. Eine von jenen Frauen, die einen Mann mit Leib und Seele verschlingt und von ihm nichts übrig lässt, als blasse Haut über brüchigen Knochen.
In diesem Moment erkannte er die Frau, die genauso schön und rätselhaft war, wie bei ihrer ersten Begegnung. Sie trug bloß eine Tunika aus grüner Seide. Sie hatte langes, schwarzes Haar. Riesige. grüne Augen.
Und sie rauchte eine Opiumpfeife.
"Wer sind Sie?", fragte er."Erinnern Sie sich nicht mehr an mich?"
Charles Stowe richtete sich auf seiner Liege auf:
"Opium!"
Die Frau begann zu lachen. Sie hatte eine weiße Mohnblume auf die Schulter tätowiert.
"Ich möchte, dass sie mich Loan nennen."
Vom Delirium geplagt, hielt er die lange Opiumpfeife, die von nun an seine ständige Begleiterin war, in der Hand. Sodann näherte sich Loan und schmiegte sich an ihn.
Er hatte ihr versprochen, dass er zu ihr zurückkehren würde. Er würde nicht zurückkehren." M. Fermine, Opium
Gebrochene Versprechen. Worte, die sich ins Gedächtnis kerben. Momente, die wie Gift ins Bewusstsein sickern.
"Ich werde Dich retten." "Als ich gesagt habe, dass ich Dich liebe, da meinte ich doch nicht für immer." "Wir waren beide blind vor Liebe. Du hättest das auch erkennen müssen.""Meine Gefühle für Dich sind abgeebbt." "Ich weiß nicht wie, aber Du wirst immer ein Teil von mir sein."
Alltagsdämon. Besessen. In jedem unbeobachteten Moment, in den Sekunden dazwischen, in denen ich zum Fenster hinaus starre.
Warwara - Andreijewna - ihren eigenen Bruder nimmt sie zum Mann. - Kuckuck- tu dich auf Erde - kuckuck - versinke Schwester.
Eine Märchenzeile aus einer russischen Sage. Versinke, geh' unter, verschwinde.
Geisterfrau. "Ich hatte mich entschieden und ich war bereit, den preis zu zahlen." "Ich werde Dir nicht sagen, dass es nicht weh tut, denn das wäre gelogen." Einfach verschwinden vom Angesicht der Welt. Nicht mehr da sein. Für niemanden mehr da sein. Sich auflösen in Nebel und Wind, bis man Schwüre nur noch murmeln kann gegen die Felsen. Aufprall, ertrinken - Spuren an der französischen Küste. Das wäre doch auch hübscher Titel, für ein Theaterstück.
Ich kann nicht. Dabei wäre es so praktisch.
Der andere Mann - zweifach.
"Du hast was besseres verdient." "Du behandelst mich auch besser als alle anderen Frauen vorher." Vielleicht, weil wir uns nie geliebt haben, nicht lieben und wohl auch nicht lieben werden. Kein Sog, keine Gefühle, nur Bedürfnisse.
Was ist denn wichtig für Dich? "Du." "Und wenn es anders gekommen wäre, wäre ich dieser Mann."
Kann nicht.
Es gibt den Kaffee wohl entweder mit Milch oder mit Zucker. Beides wäre zu viel verlangt. Also entweder mild aber nicht süß oder aber süß aber auch bitter.
Du bist mein weißer Tigerstern. Ich bin Dein weißer Tigerstern. Und wir alle sind einander Hafen und Sturm und Felsen und Schiff zugleich.
Schiffbruch mit voller Besatzung.
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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl
Noh - Masken
Was siehst Du? Was? Welches von den ganzen Gesichtern? Die Frau? Den Dämon? Die Hexe? Das Mädchen?
Ich habe sie alle getragen. Sie sind mir eigen. Welche willst Du? Ja - das alles bin ich. Und noch ein bisschen mehr. Und ein ganzes Stück weniger.
Käfigfrau - eine Kinderweise, ein altes Spiel, ein Lied aus einem fremden Land.
Käfigfrau - eingesperrt in sich selbst.
Käfigfrau - ich will gerne...Flügel ausbreiten. Schwingen. Fittiche, unter die man kriechen könnte. Aber der Phönix hat Angst vor dem Brennen.
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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl
....Es zieht uns näher zur Sonne,
doch wir fürchten das Licht,
wir glauben nur Lügen, verachten Verzicht,
was wir nicht hassen - das lieben wir nicht."
Gott ist tot, Tanz der Vampire
Funken schlagen. Den Zirkustrick mit dem gezähmten Tiger beherrschen wir wohl noch nicht. Katzenmenschen. Goldene Augen die Löcher in die Dunkelheit brennen, schnurrende Laute - lautes Fauchen. Zähne blecken. Krallen fahren aus. Das Rund einer Manege, ein Ring, ein Tanz.
Vor-zurück, wie ein Fluss aus einstudierten Schritten, von denen jeder seinen eigenen Zauber birgt, gerade weil es gefährlich ist. Kein Netz, kein doppelter Boden.
Lebensecht. "Menschen, Tiere, Sensationen". Dieses Biest ist verdammt wirklich und beängstigend menschlich.
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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl
Ungehaltener Monolog vor einem Ein-Mann-Publikum
"Das machst du nicht!"
-auf voller Lautstärke, mit aller Kraft, die eine Stimme, die darauf trainiert wurde, ohne Mikrofon bis in den letzten Winkel der Aula eines ehemaligen Mädchengymnasiums zu dringen, 8 Jahre später noch hergibt. Mit allem Zorn und aller Leidenschaft, die 25 Jahre noch übrig gelassen haben.
"Das tust du mir nicht an. Und ja, ich weiß, dass es selbstsüchtig ist von mir, jetzt, wo es dir so schlecht geht, daran zu denken, wie dreckig es mir später gehen wird, wenn du nicht mehr da bist, Idiot."
Pause.
"Aber ich kann nicht anders. Ich kann's ja nicht verhindern. Ich möchte schon, aber du glaubst mir ja nicht, wenn ich dir sage, dass es Unsinn ist, was du da vorhast. Und ich kann dir nicht versprechen, dass das Leben besser und schöner wird. Ich glaube, dass es Unsinn ist. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das, was wir haben und halten können besser ist als ein ungewisses Jenseits. Ich will einfach niemanden mehr auf der anderen Seite haben, den ich am liebsten umarmen würde, nach dem ich mich sehne.
Ich...ich...du. Wenn man sich über eine weite Distanz nahe sein kann, sind wir das. Die gleichen Filme, dieselben Gedanken. Diesselben Lieder. Derselbe Zynismus.
Und leider ein Ozean dazwischen, der mich daran hindert, einfach vor deiner Tür zu stehen, dich an den Strand zu zerren und dich wirklich anzubrüllen, bis dir die Ohren klingen.
Ich hätte es ja wissen können. So sehr kann ein normaler Mensch mir gar nicht ähnlich sein. So weit verstehen kann mich niemand mit einem hübschen, schmerzbefreiten Leben auf der sonnigen Seite von Fortunas Rad. Ich hatte mir nur so sehr gewünscht, es wäre so, du wärst so. Glücklich, ein bisschen sorglos, ein Sonnenkind. Wir glauen gern, was wir wünschen oder fürchten.
Trotzdem! Jetzt nimm gefälligst den Rücken gerade. Und dann machst du weiter. Und es ist mir vollkommen egal, wie bescheiden du dich dabei fühlst. Wir wurden nicht zum Aufgeben gemacht und wir sind viel zu gierig, um irgendetwas loszulassen, was uns gehört. Und dein Leben gehört dir. Wenn's dir nicht passt, wie es ist, such' dir einen anderen Job. Zieh aus und sag deiner Familie, sie können dich kreuzweise gern haben, wenn sie sich wirklich so wenig um dich scheren, wie du meinst. Füll' diesen blöden Schein aus und geh' auf ein Collegue in Canada. Mach' was!
Ich weiß, das klingt komisch aus dem Mund der offiziellen Miss Stagnation, der Frau, die seit Jahren auf der Stelle tritt, die "auf Wiederholung" lebt. Andererseits - ich bin noch da. Wenn ich das schaffe - dann kannst Du das - verdammt noch mal- auch!.
~Niemand wird mich vermissen. Das Leben wird einfach weiter gehen.~ Natürlich wird das Leben weitergehen, Dummerchen. Aber das niemand dich vermissen wird, das ist nicht wahr. Und wenn es nur ich bin. Ich bin nicht niemand, weisst du, auch wenn ich für dich nur Buchstaben auf einem Bildschirm bin. Diese Buchstaben würden dich schrecklich vermissen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es da noch einige andere geben dürfte."
Pause.
"Und jetzt komm. Da draußen wartet was auf uns. Und Kneifen zählt nicht."
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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl
Spiegelbilder
Da ist ein Abdruck von dir in mir. Von viel zu vielen Menschen, die sich mir im Laufe der Zeit aufgeprägt und eingebrannt haben. Manche willkommen, andere ungebeten.
Ob ich auf Dir auch Muster gelassen habe? Tiefe, schartige Muster, brandige Stellen im Seelengefüge, wo funkenstiebend ein Geist einen anderen berührte. Wohl kaum. Du bist nicht brennbar, Du glühst für nichts - und niemand macht Dich warm. So ist das eben.
In unserem kleinen Parrallel-Universum bist Du in jedem Fall die größere Diva. Und, ich mag es kaum glauben, wohl auch der größere Masochist. Je mehr Du getreten wirst, desto mehr Zuneigung zeigst Du. Das ist nicht meine Schule. Oder doch? Denn ich bin ja genauso mit Dir. Tritt mich - und ich werde trotzdem für Dich da sein. Trotzdem - nicht deswegen.
Trotzdem...trotz allem... Trotz, die Füße in den Boden und die Hände in die Hüften stemmen. Nicht zurückweichen. Das ist uns gemeinsam. Sturr und stolz, wie es nur Hauptrollen und passionierte Nebendarsteller sein können. Niemand trägt eine Vase so auf die Bühne wie ich. Niemand stellt sich absichtlich dermaßen ins Rampenlicht wie Du.
Bühnenjunkie. Brauchst Du die Aufmerksamkeit? So wie ich das dankbare Lächeln brauche? Das "Hast Du gut gemacht."? Brauchst Du die Bewunderung und den Hass?
Ich habe schon damals gesagt, dass "wir" nicht gut gehen würden. Es zeichnete sich ab, dass für zwei in einer Rolle kein Platz war. Schon gar nicht, wenn wir über deren Gestaltung so unterschiedliche Ansichten haben.
Ich hasse es, recht zu haben. Ich kenne das Stück, ich kenne den Text. Schade eigentlich. Mir hätte eine freie Improvisiation mit glücklichem Ende besser gefallen.
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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl
"...und daraus schließe ich, was du Liebe nennst, sei ein Pfropfreis, ein Ableger." Othello, Shakespeare
Wiederaufgelegtes Stück im Dramenkreis um Eifersucht und blühende Wüstenlandschaften. Mittlerweile nicht mehr zwischen Zweien sondern mit reichlich Nebenbesetzung und frischer Regie.
Ich dachte, den letzten Vorhang hätten wir bereits gehabt. Manchmal also doch eine Überraschung. Oder nicht?
Was sagst Du nicht, wenn Du mit Worten um mich herum schleichst? Wovor schreckst Du denn so zurück, wenn ich ehrlich bin? Die von uns beiden so geliebte Ehrlichkeit.
"Es fallen eure Gründ auf euch zurück wie Hunde, die den eigenen Herrn zerfleischen." Heinrich IV, Shakespeare
Was hast Du mir nicht an den Kopf geworfen. Nun bist Du zurück und ich freue mich so gar noch darüber. Aber ob Du das immer noch meinst, natürlich will ich das wissen. Natürlich will ich das hören. So etwas vergebe ich vielleicht, vergeben, ja, das ist meins - aber vergessen? Und wenn Du Deine Meinung von damals immer noch hast, dann fahr meinethalben gleich wieder zur Hölle. Dann will ich nicht mal über das Wetter mit Dir reden.
Natürlich hast Du sie nicht mehr. Hattest sie nie? Warum dann? Warum? Warum musstest Du mir so weh tun?
Weil ich Dich gelassen habe? Ich wusste, dass ich mich verbrennen konnte and den Funken. Aber ich mochte die Wärme. ich mochte die wachen Momente. Nach mehr habe ich nie gefragt. Und trotzdem hast Du mir irgendwann die Maßstabskeule über den Schädel gezogen. Mich mit dem Meterband stranguliert. Mich "diese Sorte Frau" genannt, diese Sorte Frau, mit der Du nichts zu tun haben willst. Wolltest? Nun gut, ich habe das akzeptiert. Zähne knirschend, verletzt, betroffen, aber ich erkannte diese Betrachtungskluft als unüberbrückbar.
Und nun bist Du zurück? Anscheinend. Und mit denselben Worten. Liebling. Aber ohne Erklärungen.
Ohne Erklärungen wird dieser Akt aber leider nicht abgehen, Minchoro. Man tigert nicht einfach in und aus meinem Leben, versetzt mir noch ein paar Tatzenhiebe und wundert sich dann, wenn die Sahneschüssel nicht mehr auf dem Boden steht.
Den ersten Schritt haben wir hinter uns. Die magischen Zeilen sind gefallen. "Es tut mir leid." Bleibt nur die Frage - warum?
"Hoffnung ist oft ein Jagdhund ohne Spur."
Die lustigen Weiber von Windsor, Shakespeare
Ich hoffe immer noch, dass es eine Erklärung gibt, die es mir ermöglicht, Dich wieder mit so dumpfer Hundetreue zu lieben wie zuvor. Wie das mit allen meinen Freunden ist. Aber derzeit weiß ich nicht wie. Komm, ich habe Dir den Einsatz gegeben - sag' Deinen Text.
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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl
“My heart is true as steel.”
William Shakespeare
...und Stahl blutet nicht. Stahl rostet nicht. Stahl wird nicht müde.
Ob man solche Sätze als autogenes Training benutzen kann? Bei einem Managerseminar? Im Alltag?
Die Diva möchte die Tür der Umkleidekammer zuschlagen, dass noch mehr goldener Flitter von diesem einen, schäbigen Stern abplatzt. Kritiker sind wie eine Meute Terrier, allein nur laut und agressiv aber im Rudel tödlich. Von dieser Rotte hat sie jeden einzelnen gefüttert und gehegt, aber es ist gute Sitte, die Hand, die einen füttert, zu beißen. Die nächste Aufführung findet dann wohl mit Handschuhen statt.
Auf Wiederholung - ist das so eine Publikums- und Kritikerbegabung einen erst auf die Bühne hinaus zu klatschen und dann auszubuhen?
Na gut - bringen wir wieder "Was Ihr wollt" auf den Spielplan. Wortwörtlich.
"Und was sie mich nennen, das werde ich sein müssen." Goethe, Faust
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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl
Seit wann dient eine Sklavin der andern?
Oder eine Sklavin einem Sklaven? Komm, bind mir die Hände zusammen, wenn Du kannst. Schnür' mir die Glieder mit Worten fest. Sieh' es ein, Herzliebchen, manche Zauberformel wirkt nur begrenzte Zeit. Es gibt ein Ende für jeden Bann. Du singst mich nicht mehr wach. Ich schlafe wieder.
Es blieb dir also und du vergrubst es
Und so ist's abgetan und aus!
Weggehaucht die Vergangenheit,
Alles Gegenwart, ohne Zukunft.
Kein Kolchis gab's und keine Götter sind,
Dein Vater lebte nie, dein Bruder starb nicht:
Weil du's nicht denkest mehr, ist's nie gewesen!
So denk denn auch, du seist nicht elend, denk
Dein Gatte, der Verräter, liebte dich;
Vielleicht geschieht es!
Was redet man sich nicht alles ein um guter Liebe willen? Was glaubt man nicht alles, wenn's nur schön klingt. Und wer gesteht sich schon gern ein, dass das, was man Lüge dachte, Wahrheit war und die hässlichen Tratschgeschichten - wahr? Es war so hübsch für eine Weile. Es war ein Märchen, Aschenputtel und das Biest, aber am Ende blieb jeder von uns doch, was er immer gewesen war. Die Hexe und der Zauberer.
Wozu Erinnrung suchen des Vergangnen?
Von selbst erinnert es sich schon genug!
Und solche Erinnerungen streift man nicht ab wie eine Ballrobe, einen gläsernen Schuh. Mein Narbenkleid und ich sind eins. Die Summe meiner Erfahrungen, nicht nur die paar schönen, weißen Stellen Haut im Nacken und die schmalen Handgelenke, nein, auch der ganze Rest, die Wunden, die Schürfungen, die dunklen Flecken, die Risse im Gewebe. Erinnerungen, eingewebt in eine Persönlichkeit. Wenn man sie heraus schnitte - da bliebe nur ein Flickkenteppich, der so gar noch unansehnlicher wäre mit seinen Löchern als der Quilt aus Erlebtem und Erlentem, den wir jetzt haben.
Zuletzt verbanden sie als Gattin dir
Ein gräßlich Weib, giftmischend, vatermörd'risch.
Wie hieß sie?--Ein Barbarenname war's--
Medea!
Ich bin's!
Und so muss es auch bleiben. Ich bin's. Und keine andere. Nicht glatt und schön, nicht weiß und gold - rot und schwarz, gekerbt und rauh. Unwandelbar "diese Sorte Frau", die unter jeder Schicht Seide, jeder Lage Schminke doch immer bleibt, was sie war. Da hilft kein Korsett, kein Sockelschuch, kein Lippenstift und keine Säuselstimme - unter dem allem bleibe ich "diese Sorte Frau", die, die immer ein bisschen zu viel will und nie ganz so klug ist, wie sie sein sollte.
Ganz ehrlich?
Non, je ne regrette rien
Medea - Franz Grillparzer Edith Piaf
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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl
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