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herbstliebe
Abendweib


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Old Post erstellt am 12-02-2009 um 08:21 Füge herbstliebe zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von herbstliebe anzeigen Besuche herbstliebe's Homepage! Mehr Beiträge von herbstliebe finden herbstliebe eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Dazu fällt mir nur eine Frage ein. Was wären die "Looser" ohne Recht und Gesetz?

Altmodischer Weise schliesse ich mich den Ausführungen von Cabal an, denn wenn mein Kind straffällig wird muss ich mich fragen, was ich falsch gemacht habe.

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~ herbstliebe ~

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SinRaziel
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Old Post erstellt am 12-02-2009 um 17:23 Füge SinRaziel zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von SinRaziel anzeigen SinRaziel eine eMail schicken Mehr Beiträge von SinRaziel finden SinRaziel eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

@Xenomorph:

Ich bezweifle, dass man das so schwarz-weiß sehen kann - Grauzonen gab und gibt es und wird es immer geben.
In einem anderen Thread ging es mal um das Thema der Massenregistrierung und die darauf folgende These des sog. "Gläsernen Menschen" - durchaus ein mehr als diskutables Thema.

Es geht (mir) nicht darum, ein Individuum gleich welchen Alters in ein vorgefertigtes und maßgeschneidertes Schema zu pressen, wie es zum Beispiel in "Equilibrium" oder "V wie Vendetta" der Fall ist.

Ich höre nur aus Beiträgen wie dem deinen immer bloß den Ruf nach unbedingtem Individualismus heraus - gleich in welchem Chaos das enden mag. Schafft die Gesetze ab, back to the roots und lang lebe die Anarchie.

Das ganz große Problem, das ich darin sehe (Individualismus ist schließlich wirklich wichtig), ist, dass ich es immer irgendwie vermisse, mal ein bisschen an Opferschutz zu denken.

Klar, alle wollen frei und gleich und brüderlich behandelt werden - aber Straftäter tun genau das nicht. Und das sind die Personen, um die es geht.

Du sagst: "Gesetze, Bestrafung und Zwang sind und bleiben der unmittelbarste Zugang von Herrschaft auf den Menschen" - was ist mit den Menschen, die einer (Gewalt-?) Straftat zum Opfer gefallen sind? Haben sie nicht unter sehr viel mehr unwillkommener Herrschaft gelitten als jedes bisher bestehendes Gesetz anzurichten vermag? Das Recht der Herrschenden, wie du es nennst, soll für JEDEN Bürger in Deutschland gelten - das ist fest im Grundgesetz verankert und wird im Großen und Ganzen und so gut wie möglich auch eingehalten - es ist nicht nach Klassen unterteilt. Der arbeitslose Hartz-IV-Empfänger wird straftechnisch genauso behandelt wie der millionenschwere Starfußballer.

Es ist absolut unmöglich, einen Freischein auszustellen - zumindest wenn wir Wert auf eine sichere Welt für jeden Menschen unseres Systems legen.

@Herbstliebe - dem stimme ich zu.. aber was tust du, um dein Kind davon abzuhalten? Wie hälst du deinen Sohn oder deine Tochter auf der legalen Bahn?

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Ich will fallen, nur fallen..

"Die Schatten werden länger, es wird Abend, eh dein Tag begann. Die Schatten werden länger, mit dir stirbt die Welt - halt dich nicht fest daran."
"Das ist vielleicht die letzte Chance, ergreif sie, flieh mit mir! Komm tanz mit mir den letzten Tanz, lass alles hinter dir!"
"Laß die Welt versinken, ich will mit dir im Nichts ertrinken, mit dir als Feuer aufersteh'n und in der Ewigkeit vergeh'n!"
"Wohin gehst du, schwarzer Prinz, warum bleibst du nicht hier? Ich hab mich in deinen Armen wohlgefühlt. Und ich spürte eine Sehnsucht, mich von allem zu befrei'n.. wie ein schwarzer Vogel, stolz und allein.."

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herbstliebe
Abendweib


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Old Post erstellt am 14-02-2009 um 22:57 Füge herbstliebe zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von herbstliebe anzeigen Besuche herbstliebe's Homepage! Mehr Beiträge von herbstliebe finden herbstliebe eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Ich denke, damit ein Kind nicht auf die schiefe Bahn gerät, braucht es dazu den Grundstein, der schon in frühester Kindheit gelegt wird und ein gefestigtes und vertrauensvolles Zuhause. Vom Umgang mit anderen hängt aber auch viel ab, bei dem ich mir im Moment aber keine Gedanken mache.

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SinRaziel
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Old Post erstellt am 15-02-2009 um 11:04 Füge SinRaziel zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von SinRaziel anzeigen SinRaziel eine eMail schicken Mehr Beiträge von SinRaziel finden SinRaziel eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Ist vielleicht auch eine schwierige Frage.

Man kann es schlecht beantworten, wenn man selbst nicht damit konfrontiert wird, sprich, wenn das Kind nichts schwerwiegendes angestellt hat. Häufig erzählen mir Eltern auch von der gefühlten Ohnmacht dem Sprößling gegenüber, dem Gefühl, versagt zu haben und der Traurigkeit.

Kann man dem vorbeugen? Schon früh eingreifen?

Ich selbst habe (noch) keine Kinder. Aber ich sehe ja auch bei Erwachsenen später ein ähnliches Problem - wie kann man jemandem helfen, der sich nicht helfen lassen will, z.B. beim Konsum von härteren Drogen?

Kinder kann man nicht an die Kette legen.. ich hatte nur den Hoffnungsschimmer, dass vielleicht jemand eine Idee hat, wie man das eigene Kind davor bewahren kann.

Oder vielleicht von der jüngeren Fraktion hier, wie sie selbst zum Thema Strafe stehen - im Umfeld vielleicht sogar schon erlebt? Wie seid ihr damit umgegangen? Wie reagiert ihr auf Mutproben und Gruppenzwang?

Und ja, ich weiß, es ist ein schwieriges Thema.. es geht nicht um Lösungen, sondern um Ideen. Hat sonst außer den bisher Beteiligten keiner eine Meinung hierzu?

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herbstliebe
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Old Post erstellt am 15-02-2009 um 18:50 Füge herbstliebe zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von herbstliebe anzeigen Besuche herbstliebe's Homepage! Mehr Beiträge von herbstliebe finden herbstliebe eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Wenn du in einer kriminellen Umgebung aufwächst, hilft dir nur eine starke Persönlichkeit, nicht auf die schiefe Bahn zu kommen. Genauso wie auf dem Sportplatz, in der Disko, etc.

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Xenomorph
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Old Post erstellt am 15-02-2009 um 19:19 Füge Xenomorph zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Xenomorph anzeigen Mehr Beiträge von Xenomorph finden Xenomorph eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Zitat:
Original geschrieben von herbstliebe
Wenn du in einer kriminellen Umgebung aufwächst, hilft dir nur eine starke Persönlichkeit, nicht auf die schiefe Bahn zu kommen. Genauso wie auf dem Sportplatz, in der Disko, etc.


Da magst du ausnahmsweise Recht haben - wenngleich in gänzlich anderer Weise als du es vermutlich glaubst - denn die kapitalistische Gesellschaft ist eine höchstgradig kriminelle Umgebung - und die lieben Kleinen ahmen bekanntlich nur nach, was ihnen die "Großen" so vormachen, nicht wahr: Bankiers, Politiker, Manager...wo nur Geld und Konkurrenz über Erfolg oder Scheitern, der Erwerb von Geld und sozialen Machtpositionen über "gutes" oder "schlechtes" Leben entscheiden - da ist eben jedes Mittel recht und der Zweck heiligt jedes dieser Mittel - ich kann es niemandem wirklich verübeln, wenn er dann das, was er von den "Starken" bzw. den sich "stark" vorkommenden, den Machthabern in Politik und Wirtschaft, sich abgeschaut hat, mangels äquivalenter Möglichkeiten, andere auf von diesem System anerkannte "legale" Weise zu untedrücken und auszubeuten - sich solche zu Opfern auserwählt, die noch tiefer in der Hackordnung stehen als der "Looser"selbst...anstelle eines Finanzmanagers, der seine Skrupellosikgkeit legal ausleben darf, wird der "Versager" dann halt ein U-Bahn-Schläger oder Gang-Anführer - denn nichts anderes ist der Manager, bzw. Boss eines Großkonzerns in einem Größenverhältnis von ca. 1:1 Million gegenüber dem Chef einer Straßengang ja auch...

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herbstliebe
Abendweib


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Old Post erstellt am 15-02-2009 um 21:07 Füge herbstliebe zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von herbstliebe anzeigen Besuche herbstliebe's Homepage! Mehr Beiträge von herbstliebe finden herbstliebe eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Zitat:
Original geschrieben von Xenomorph
Da magst du ausnahmsweise Recht haben - wenngleich in gänzlich anderer Weise als du es vermutlich glaubst


Oh danke du Erhabener. *genervtdieaugenverdreh* Keine Ahnung was du so vermutest, aber meinst du nicht, dass Manager usw. eine starke Persönlichkeit brauchen um der Versuchung zu widerstehen? Zumindest hättest du dann nicht solche Probleme mit denen.

Wie wär's, wenn du anstelle deiner "Oh die bösen Bosse Haltung" mal meine Frage von oben beantwortest?

Übrigens, die Looser kehren sich einen Dreck um Politiker, Manager und Banker, vonwegen, sie schauen sich was von denen ab. Die existieren nur dann, wenn sie ihre Opferhaltung einnehmen und jammern "aber die da, die dürfen".

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Ceryni
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Old Post erstellt am 16-02-2009 um 10:33 Füge Ceryni zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Ceryni anzeigen Besuche Ceryni's Homepage! Mehr Beiträge von Ceryni finden Ceryni eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Das ist schon ein komplexes Thema. Da ich selber in diese Richtung gearbeitet habe, habe ich einige Illusionen verloren.
In meiner Zeit beim Jugendstrafgericht und später beim Erwachsenenstrafgericht und auch bei der "Gegenseite" - also den Rechtsanwälten - ist so manche Luftblase geplatzt, vorallem beim Jugendgericht.

Ich stimme Herbstliebe zu, man muß stark sein, um in einer kriminellen Umgebung aufzuwachsen. D.h. aber nicht, dass man selbst zum Kriminellen werden muß. In meiner Jugend wuchs ich in einem sozialem Brennpunkt auf u habe den Absprung geschafft, nicht selbst in die Kriminalität - sei es nun Drogen, Gewalt o.ä. - abzurutschen. Gut meine Ausbildung und der Wunsch nach einem "besserem" Leben waren starke Anreize, aber es gibt auch Leute, die es mit anderen Argumenten geschafft haben.

Die Zeit beim Jugendgericht haben mir damals schon die Augen über unser Strafrechtssystem geöffnet. Die Bestrafung - was für ein witzloses Wort in diesem Zusammenhang - fiel oft so mäßig oder gar nutzlos aus, dass es klar war, dass der Angeklagte in wenigen Wochen/Monaten wieder vor dem Richtertisch steht. Einmal sprach ich mit einem der Jugendrichter darüber und er war selbst schon ziemlich desillusioniert, er meinte, ihm seien die Hände gebunden, härtere Strafen wären erst nach stärkeren Vergehen oder gar bei Verbrechen statthaft, das habe ich sogar eingesehen, da das Landgericht viele der "härteren" Strafen für Jugendliche und Heranwachsende aufhob und minimale Strafen verhängte. Selbst und vorallem bei Wiederholungstätern. Einige der Amtsgerichtsrichter waren allerdings der Meinung, dass diese geringen Strafen, also Sozialstunden und ab und an - bei Heranwachsenden - eine Geldstrafe, welche meist umgewandelt wurde, weil kein Geld vorhanden - ausreichend seien und man an das Gute im Angeklagten glauben muß. Es war oft so frustrierend, wenn ich die Bewährungsakten bearbeitete oder neue Fälle hereinbekam *kopfschüttel*
Einer der Richter in unserem Bereich griff da härter durch, doch wie schon geschrieben, diese Urteile wurden oft vom LG abgemildert oder gar aufgehoben.
Auch waren einige Angeklagte oder Beschuldigte, dermaßen frech und anmaßend, dass es mehr als beleidigend war, für Richter, Staatsanwälte und uns Protokollführer. Trotzdem wurde nicht wirklich dagegen vorgegangen.

Ich erinnere mich an einen Wiederholungstäter - langes Vorstrafenregister, zum damaligen Zeitpunkt 17 Jahre -, der diesmal wegen Raub, schwere Körperverletzung - das Opfer lag im Koma, hatte viele Knochenbrüche etc - angeklagt war, sich auf seinem Platz rumlümmelte und nur breit in den Gerichtssaal grinste. Er bekam 1 Jahr auf Bewährung. Dieses Urteil wurde von seinem Verteidiger angefochten und sie gingen in die Berufung. Der Kerl kam mit Sozialstunden drumrum, die er nicht mal ausführte. Da die Bewährungsauflagen vom AG überwacht werden, hatte ich die Sache einige Wochen später wieder auf dem Tisch. Doch er machte keine einzige dieser Stunden. Und das ging einfach so durch. Zusätzlich stand er einige Wochen später wieder vor Gericht, leichte KV, Fahren ohne Ticket in der Straßenbahn und kleinere Delikte dieser Art.

Was ist das für ein System? Kein Wunder, dass es soviel Straftaten - schon in der Jugend - gibt und sich dies bis ins Erwachsenenalter zieht. Es wird nicht eingegriffen und wenn doch, dann gibt es ja immer noch Berufung oder in manchen Fällen Revision. Und meistens wird die Strafe dann herabgesetzt. Ehrlich, ich hatte in den ganzen Jahren nur einen Fall, wo das LG härter bestrafte als das AG.
Dabei ist das alles so ein Riesenaufwand an Schriftverkehr, an Vorbereitung an all den Kleinigkeiten, die nach außen so gering erscheinen.
Ist jemand geständig, so wird ihm dies nachgesehen, die Strafe geringer, egal ob das Geständnis erst nach Aussage der Zeugen gemacht wurde oder davor - was ansich ja schon ne Frechheit ist - oder in krassen Fällen wie Mißbrauch von Schutzbefohlenen von Erwachsenen im JUGENDstrafrecht geahndet werden, angeblich zum Schutz der meist kindlichen Opfern, und dann so gering ausfallen. Es ist einfach zum kotzen, sorry...

Kann man etwas ändern, wenn ja was? Schwierige Frage. Man MUSS was ändern, denn sonst wird sich nichts ändern. Härtere Strafen? Längere Arreste? Herabsetzung des straffälligen Alters von 14 auf 12? Ich sage ja. Zu allen drei Dingen. Ob es was ändert, glaube ich weniger - zumindest bei dem jetzigem System -, denn die Beschuldigten sehen ja, dass es keine wirklichen Strafen für ihre Straftaten oder Vergehen gibt. Bzw. dass die Strafen in der nächsten Distanz herabgesetzt werden. Das ist doch schon ein Fast-Freifahrschein für jegliche Delikte *find*

Auch Ersttäter können einen Arrest absitzen und sei es nur um diesen zu zeigen, dass es so eben nicht ok ist, wenn sie einen Mitschüler verprügeln, weil er ihnen ihr Essensgeld nicht gegeben hat und dafür nen Armbruch erlitt, Sozialstunden bringen da überhaupt nichts. Die werden mehr oder weniger auf einer Ar***backe abgesessen und dann gehts schön weiter.

Das soziale Umfeld des Täters wird natürlich berücksichtigt, ist in einigen Fällen auch gut so, doch wieso sollte es unbedingt schützen, nur weil eine schwierige eigene Kindheit da ist/war? Meine Kindheit war auch kein Zuckerschlecken, ich mußte mich durchkämpfen und trotzdem landete ich nicht auf der schiefen Bahn... Besonders stark bin/war ich nicht, sogar eher labil, wenn man meiner Mutter glauben darf , und trotzdem habe ich keine Schläge ausgeteilt oder jemandem sein Essensgeld weggenommen etc, dabei hatte ich oft kein Essen für die Schule oder mußte zu Fuß zu derselben, da kein Geld für den Bus vorhanden war. Meine Perspektive war nicht besonders gut, gerade weil ich an einem sozialen Abgrund aufwuchs und nein, ich bin nicht einmal verurteilt oder gar angeklagt worden. Dabei war ich kein liebes Mädchen.
Wievielen meiner ehemaligen Freunde/Bekannte habe ich eine Anklageschrift oder einen Strafbefehl in meiner Eigenschaft bei Gericht geschickt, kann ich nicht mehr sagen, doch dies war immer ein solcher Schlag, das ich mir schwörte, nie so zu enden.

Mal so gesagt, wenn man in der Kindheit geschlagen wird, so ist dies kein Grund selber zuzuschlagen. Egal ob Jugendlicher oder Erwachsener.

Ich glaube auch nicht, dass sich die Jug. das von der kapitalistischen Gesellschaft "abschauen" und so handeln. Viele haben doch gar keine Ahnung, in was für einer Gesellschaft sie leben. Ja, sie schauen sich so einiges von den Erwachsenen ab, aber nicht von den sogenannten Bonzen sondern von ihren eigenen Eltern, Verwandten oder ihren erwachsenen "Vorbildern", die ihnen mehr Elternersatz sind, als sonstwer. Dies kann durchaus auch positive Auswirkungen haben.


Lange Rede kurzer Sinn:
Aufklärung, Schutz und positives Einwirken ist da eher eine Chance für die Jugs. Bei uns gab es die Mobile Jugendarbeit. Nach ca. 5 oder 6 Jahren drehte die Stadt den Geldhahn zu und es wurde wieder abgeschafft. Die Sozialarbeiter hatten viel zu viele Jugs und Heranwachsende zu betreuen, doch ihre Arbeit war nicht wirklich umsonst. Diese Jahre waren prägend, nicht nur für mich, auch für andere und ja einige gingen unter, verpaßten den Drehpunkt zu einem anderem Leben, doch einige - darunter auch ich - schafften es. Gerade und weil wir als labiler und unsteter galten als die sogenannten "Starken", die im Alkohol- und Drogensumpf landeten.
Die Stadt sah das wohl weniger, auch wenn die Zahlen der Statistik die Kriminalität in unserem Viertel betreffend sank, was durchaus mitunter durch den Einfluß der Sozialarbeiter kam. Dabei hattenn die keinen leichten Stand, da wurde versucht, verführt und was weiß ich noch alles, doch sie gaben nicht auf. Desweiteren bewundere ich den Mut und die Einsatzfähigkeit der damaligen Sozis. Vergleiche mit den heutigen Sozis fallen da eher schlecht aus. Es ist keine Durchsetzungsfähigkeit da, kein wahres Engagement, kein positives Licht. Manchmal scheint es mir, als sehen die Sozis ihre Aufgabe als Strafe an *seufz* Wieso entscheiden sie sich dann für so einen Job?

Nein, nicht alles war gut damals, es gab während dieser Zeit auch zwei brutale Morde von Heranwachsenden aus dem betreuten Gebiet, ich will hier keinesfalls irgendwas beschönigen, doch anderen hat diese Betreuung eine Chance gegeben, derjenige, der sie ergriff "entkam" diesem Viertel nach einigen Jahren auch, andere leben immer noch dort und schafften trotzdem den Absprung.

Andererseits habe ich mir geschworen, wenn ich jemals eigenen Kinder haben sollte, dass diese nicht so leben sollen, nicht um Aufmerksamkeit buhlen und diese mit Gewalt "heranbringen" müssen, diese sollen nicht in so einem Viertel aufwachsen und die gleichen Kämpfe durchstehen. Ob ich das schaffe steht auf einem anderem Scheffel, doch hoffe ich es sehr. Allerdings hoffe ich, dass ich die Hilfe der Sozis als Mutter auch annehmen werde und nicht abwertend beurteile, wie meine eigene Mutter damals. Für sie war der soziale Abstieg damals auch ein Grund wieder hochzukommen, trotzdem dauerte der "Kampf" über 8 Jahre, bis wir dort "rauskamen".

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Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.

(Dr.Dr. Gustav Heinemann)

Wenn ich es dir erklären muss, kannst und wirst du es nie verstehen,
wenn du es jedoch verstehst, muss ich es dir nicht erklären



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SinRaziel
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Old Post erstellt am 16-02-2009 um 15:19 Füge SinRaziel zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von SinRaziel anzeigen SinRaziel eine eMail schicken Mehr Beiträge von SinRaziel finden SinRaziel eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Jawoll. Amen.

Ernsthaft - wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich vermuten, wir sind irgendwie verwandt.

Auf jeden Fall sprichst du mir aus der Seele; während ich deinen Beitrag las, dachte ich, ich hör mich selbst.

Ich hab genau die gleichen Diskussionen geführt, genau die gleichen Antworten zu hören bekommen und dachte nur, jetzt geht gar nichts mehr.

Andererseits hab ich mit den Jahren gelernt, zumindest zu versuchen, die Richter etc. zu verstehen, und ich kann den Gedanken nachvollziehen, dass man nicht gleich mit Knast aufwarten sollte - man hat dann nach oben keine Steigerungsmöglichkeit mehr, sinngemäß das "wenn ich dafür schon so hart bestraft werde, kann es ja nicht mehr schlimmer kommen."

In der JA in Schleswig (Jugendanstalt) wo wir mal waren, kam von einigen Häftlingen der Spruch: Hier gehts mir besser als draußen - ich WILL gar nicht mehr raus..

.. woraufhin mir der kleine leise Gedanke kam: Okay, also ab morgen nur noch Brot und Wasser in einer Steinzelle ohne alles mit ein bisschen Stroh - mal schauen, wie lange du dieser Meinung bleibst?

Aber so kann und darf ich nicht sein in meinem Beruf.. und wenn man diese Meinung ausspricht, wird man für (rechts-) radikal gehalten.

Schöner Deutscher Land, jaja.

Aber andererseits will man auch nicht so enden wie in anderen Staaten, die z.B. noch Folter- oder Todesstrafen verhängen, auch wenn der Bürger in mir oft genug den Gedanken daran hatte, gerade wenn es um Kindesmisshandlungen geht.

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Ceryni
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Puuh, und ich dachte schon der Beitrag ist zu heftig, hab ewig dran rumgeschrieben Doch im Endeffekt gibt es nichts zu beschönigen oder groß zu ändern.

Die Erfahrung in der JVA hab ich auch gemacht, als wir von der Ausbildung her im Frauengefängnis in Schwäbisch Hall waren (da sind u.a. auch Heranwachsende weibliche Insassinnen), da traute ich kaum meinen Augen, die schulischen Gegebenheiten (Chemie- und Physiksaal z.B.) waren besser ausgestattet als in meiner eigenen früheren Schule. Zudem durften die Insassinnen ihre Kinder bis zum 3. Lebensjahr dort aufziehen, in einem eigenen Gebäude nicht in der eigentlichen Haftanstalt. Wobei ich mein Kind dort nicht aufziehen wollte, andererseits war für Mütter und Kinder alles vorhanden. Da geht es in einem Mutter-Kind-Heim anders zu.
Die Verurteilten hatten meist Einzel"zimmer", mit Fernseher, Videogerät (damals eben noch in) etc. Nur PC und Telefon fehlte. Wir durften auch an verschiedenen "Gruppen"sitzungen teilnehmen. Einige machten genau die gleiche Aussage, draußen ginge es ihnen schlechter, also lieber im Knast bleiben. Ich fand das unfassbar.
Auch die JVA Stammheim hat zum Teil solche Gegebenheiten. Ich glaube nur die U-Haft-Insassen haben Nachteile, zumindest bis sie verurteilt und dann ggf. einsitzen.

Auf mein erstauntes Nachfragen, wieso die Gefangenen solche Dinge besitzen dürfen kam die lapidare Antwort, sie sollen schließlich nicht immer im Gefängnis bleiben, es sei schon Teil der Rehabilitationsarbeit und zufriedene Gefangene sind ruhiger. Äh, hallo? Das ist keine Strafe ab"büßen", sondern zumeist ein Pensionsaufenthalt
Zur Klarstellung, das ist nicht in jedem Knast der Fall, doch in einigen, ich habe auch mit Kollegen gesprochen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Aber du hast recht. Wer seine Meinung in dieser Sparte offen ausspricht, der wird für rechtsradikal und ähnliches gehalten und hält sich in dieser Branche nicht lange.
Natürlich ist es nicht nur ein Zuckerschlecken. Die Drogenabhängigen haben oft immense Probleme in der Haft, doch teilweise floriert der Handel auch in der Anstalt, malen wir uns da mal keine Utopia *seufz*

Doch wenn ein Leben im Knast angenehmer ist als in der Außenwelt, was sagt das dann über unser Rechtssystem? Da wären gewaltige Umstrukturierungen erforderlich, die keiner in Angriff nehmen will.

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SinRaziel
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Mittlerweile war ich in zwei Jugendanstalten und drei Erwachsenenvollzugsanstalten - und ich habe überall dasselbe gesehen.

Fernseher und DVD-Player vorhanden, dazu eine gut sortiere Bücherei, immense sportliche Betätigungsmöglichkeiten, die Chance, dort zu arbeiten, eine Lehre zu machen (natürlich gegen Bezahlung..), Einkaufsmöglichkeiten, eigene Küche zum Selbst-Kochen, einige Häftlinge bekommen Hafturlaub (ist das Wort an sich nicht schon Ironie? Und ja, Hafturlaub heißt auch genau das. Freigang über mehrere Tage, unbewacht.)

Irgendwie läuft da was falsch..
Teil der Rehabilitation - okay. Kann ich bis zu einem bestimmten Rahmen auch nachvollziehen. Mir ist aber noch nirgendwo aufgefallen, dass das erst kurz vor Haftende passiert. Aber es gibt da diese leise Stimme, die sich fragt, warum jemand, der gegen das Gesetz in grobem Maße verstoßen hat, noch so massiv "betüdelt" wird, wie man hier in Norddeutschland sagen würde.

Zufriedene Gefangene sind ruhiger - ach ja.

Wo ist bloß die Überzeugung für den Job hin?

Was das Drogenproblem angeht - ich weiß zwar nicht, WIE sie es machen, aber die Drogen werden auch in der JVA beschafft und konsumiert.

Okay, das wäre also mal ein erster plausibler Gedanke: Abschaffung von Vergünstigung bereits straffällig Gewordener.

.. klingt ein bisschen nach Taschengeldentzug, mag aber seine Wirkung entfalten.

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Ich kenne mindestens einen Weg Drogen in die Anstalt zu schmuggeln.

Hab ich irgendwo im Forum schon mal gepostet:
Das schöne Leben in der JVA

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Begünstigungen für Haftinsassen zurückstellen, ist schonmal ein guter Punkt, aaaber: Dafür müssen die ja erstmal in den Knast kommen. Da fängt es ja schon an *find* Meistens kommts gar nicht bis zu diesem Punkt, weil die Verurteilung schon so gering ausfällt, trotz der ellenlangen Vorstrafen der größeren wie auch kleineren Delikte.

Und gerade bei jungen Leuten wird zu oft ein bzw. zwei Augen zugedrückt. Daher ja auch meine Empörung. Auch bei Erwachsenen, doch da ist es nicht immer so offensichtlich.

Bei den Jungen heißt es oft, die sind noch "formbar" und "lenkbar", dass das denen irgendwo vorbeigeht bemerkt man spätestens nach der 2. weiteren Straftat, aber dann wird es auf die grausame Kindheit - aha - und auf den falschen Kontakt geschoben. Darüber kann ich echt nur lachen, sorry... Wieso, hab ich oben schon ausgeführt und ok, ich bin nie verprügelt worden von den Eltern, allerdings hab ich schon mit dem Kochlöffel "Schläge" erhalten, trotzdem ist es mir nie wirklich in den Sinn gekommen, meinen Gegenüber zu schlagen, nur weil der mich "schief angeschaut" hat...

Ich mag mir z.B. auch keine Sendungen mehr anschaun, die aufmüpfige Jugs und deren hilflose Eltern zeigen. Nicht nur weil vieles davon gestellt ist, sondern weil es sinnlos ist. Es nützt keinem anderem, da jeder Mensch - ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener - individuell ist und so sollte auch entschieden und gehandelt werden. Nur weil Jug A sich wie das eigene Jug C verhält, heißt das noch lange nicht, dass die gleichen Maßnahmen der richtige Weg sind.

Allerdings fängt nun Ende Februar wieder diese "Wild-West"-Aktion an, wo "unbelehrbare" Jugendliche sich 14 Tage oder 3 Wochen lang mit einigen Sozialarbeitern durch die Wüste schleppen müssen und dort Zusammenhalt und Aktionismus kennenlernen sollen. Das kam im vergangenen Jahr schonmal und ich fand einige Methoden ganz annehmbar. Vorallem weil es die Jugs auch vom Knast "bewahrt" hat, andererseits weil es kein Zuckerschlecken war, sondern mal das RL. Wenn auch etwas "abgeändert", denn wer läuft schon durch die Wüste, zeltet in kleinen Baumwollfetzen usw... Aber die Kids haben da was dabei gelernt, die Frage ist nur, ob sie es auch umgesetzt haben, als sie nach D zurückkamen. Angeblich liegt die Erfolgrate höher als bei den Knast"brüdern"... Bin mir gerade allerdings nicht so sicher, wer die Kosten trägt, ich glaube es war "Mama Staat", was ich nun nicht so dolle finde, andererseits kamen viele aus soziale Brennpunkten und deren Eltern können sich das sonst nicht leisten, daher auch wieder ok...
Die etwas radikalen Methoden der Sozis waren da schon eher etwas grenzseitig. Aber realistisch. Weil die Änderung schon bei der Äußerlichkeit eines Menschen anfängt, womit sie auch recht haben.

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(Dr.Dr. Gustav Heinemann)

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wenn du es jedoch verstehst, muss ich es dir nicht erklären



Wer will nochmal, wer hat noch nicht?

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Xenomorph
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Old Post erstellt am 17-02-2009 um 21:33 Füge Xenomorph zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Xenomorph anzeigen Mehr Beiträge von Xenomorph finden Xenomorph eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

In die Wüste sollten besser die Politiker geschickt werden - und zwar alle quer durch die Bank und ohne Rückfahrschein...dieses Wüsten-Experiment finde ich nebenbei gesagt eigentlich recht interessant - aber natürlich nicht aus dem Grunde, dass ich glaube oder gutheisse was der Staat damit bezweckt, nämlich "bessere Menschen" aus "Kriminellen" zu formen - denn jeder Kriminelle ist nur so kriminell, wie die Gesellschaft, in der er gelebt hat - nein, es wäre einfach interessant zu erfahren, was geschehen würde wenn man ein solches Experiment wirklich über einen langen Zeitraum hinweg fortführen würde...
Würden die Menschen sich in dieser völlig anders gearteten Umgebung irgendwann grundlegend anders verhalten...? Einen neuen, eigenständigen sozialen Ehrenkodex entwickeln...? Würden sie abseits und ohne Verbindungen mehr zur kapitalistischen Zivilisation mit ihrem kranken Gegensatz von arm und reich, ganz auf sich allein gestellt, ohne Geld, Staat, Knast und Konsum, ohne Glotze und Videos, ohne alles an Zivilisationsmüll, wirklich zu ganz neuen Menschen heranreifen, höheren, würdigeren Menschen...?

Oder würde schon bald wieder alles in den alten gewohnten Bahnen verlaufen...? Würden sich abermals Herren- Und Sklavenkasten herausbilden, staatliche "Führer" und auf der anderen Seite deren duckmäuserische Untertanen, die die staatlichen Machthaber und Despoten als ihre Götter anerkennen...? - und würden jene "Starken" die Menschheit erneut in "gut" und "böse" einteilen...? Würde also das geschen, was William Golding in seiner bekannten Antiutopie "Herr der Fliegen" beschreibt...?

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Xenomorph
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Old Post erstellt am 17-02-2009 um 22:33 Füge Xenomorph zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Xenomorph anzeigen Mehr Beiträge von Xenomorph finden Xenomorph eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Desweiteren stecken hinter solchen unorthodoxen Methoden, auf die der Staat heute gern mal zurückgreift, Erwägungen ganz anderer und zwar ökonomischer Natur, die mit dem zu erwartenden Erfolg der "Tharapie" nur wenig zu tun haben - denn, man höre und staune, der Staat muss sparen - und nicht nur das, in seinem stationären "Thearapieprogramm" wird es allmählich eng, bereits heute sind die Knäste überbelegt, es gibt inzwischen einfach schon zu viele Menschen, denen vom Staat höchstoffiziell "Korrekturwürdigkeit" attestiert wurde, alsdass sie von dem bestehenden Justizapparat noch adäquat "versorgt" werden könnten, denn dieser hat den Sättigungspunkt seines Fassungsvolumens schon lange überschritten...

Doch was sagt uns das, bzw. was sollte es uns sagen...? Dass es immer mehr Kriminelle gibt. Ist doch einfach logo und klar wie Kloßbrühe, nicht...?...nur, sollte es uns nicht noch viel mehr sagen...? Nämlich, dass die imperialistische Gesellschaft immer größere Anstrengungen zu unternehmen gezwungen ist, um sich vor sich selbst zu schützen - denn genau das sind all jene, die irgendwann in die Reihen der Kriminellen "abrutschen", wie es immer so schön heisst, doch eigentlich - nicht das genaue Gegenteil, nicht der Auswurf dieser Gesellschaft - sondern nur deren genaues Spiegelbild...

Denn wo es ein Gesetz gibt, da gibt es auch zwangsläufig den dazu passenden Verbrecher - also gibt es umso mehr Kriminalität je mehr - und vor allem desto mehr überflüssige und schikanöse - Gesetze von den Politikern gemacht werden...

Nur ein sehr geringer Teil der staatlichen Gesetze behandelt wirklich schwerwiegende Dinge wie Mord oder Körperverletzung - ein sehr roßer Teil dagegen - vermutlich der bei weitem überwiegende - fällt auf die sogenannten Eigentumsdelikte wie Diebstahl, Betrug und Erpressung in sämtlichen Varianten - was in der kapitalistischen Gesellschaft, die sich ausschliesslich über Geld und Eigentum definiert, ja auch nicht Wunder nimmt, da diese "Delikte", von den falschen Personen am falschen Ort und zur falschen Zeit begangen, ja genau das Wesen der imperialistischen Gesellschaft insgesamt ausmachen, welches ebenjenes ist: räuberisch und erpresserisch...

Was sonst noch alles in all den Paragraphenwälzern haarklein reglementiert ist, ist wirklich nur noch hanebüchen, denn dieser Restbestand dreht sich vor allem um eines - die "richtige" Gesinnung, die "richtige" Moral und dergleichen, die "richtige" Einstellung zu Politik und Religion - was mir erlaubt ist zu sagen und wo mir der Mund verboten werden soll...also der gesamte Komplex des Gesinnungsrechts - denn auch und gerade hier gibt es nicht nur Dinge, die ich in diesem System nicht tun darf, nein, die ich nicht einmal sagen darf...so darf ich mich z.B. weder zu einer links- noch einer rechtsextremen Weltanschauung offen bekennen, was ich hingegen ebenfalls als ein natürliches Recht betrachte, das ich selber mir gebe und das ich mir von keinem nehmen lasse, denn was scheren mich irgendwelche schnöden Menschen-Meinungen, die nur darum besser sein sollen als meine, weil sie der Mehrheit gehören...?...ich muss ja obendrein auch noch jeden Simpel, der mir dumm kommt, höflich und mit Respekt behandeln, darf ihm keinesfalls offen ins Gesicht sagen, was ich in meinem Innersten über ihn für eine Meinung habe - sofern absusehen ist, dass jener Simpel sich durch das Aussprechen jener Meinung nicht gebauchpinselt fühlen wird...insbesondere muss ich dergleichen tunlichst vermeiden, wenn ich es mit einem "sozial höhergestellten", einem Chef oder sonstigen Lamettafuzzi zu tun habe...hier ist dann nur noch ein " Sir, Jawohl Sir!", als Akt "freier Meinungsäusserung" gestattet...ich muss, um unter Demokraten zu leben, zumindest um ihrer herrlichen "Freiheiten", die sie mir zuzugestehen bereit sind teilhaftig zu werden - mit den Wölfen heulen und um jeden Preis ein Demokrat sein - oder doch so tun als ob ich einer wäre...ich darf mich zu nichts anderem als der bürgerlichen Demokratie als dem "einzig richtigen und dem Menschen gerechten System" bekennen...ja, "Demokratie" für Nichtdemokraten ist die Sache des Demokraten nicht...

Geändert von Xenomorph am 18-02-2009 um 22:16

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