Endymian
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erstellt am 04-09-2001 um 14:58
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Prinzessin Nimmer
Fernab von Traum und Sein
im tiefen, nachtumwitterten Auengrund,
wo kalt, fahl, prall und rund
erstirbt im Nebel Mondenschein,
in jenem wagen, silbrig' Schimmer,
dort treff' ich sie, die Unbekannte,
sie, meiner Seele Anverwandte,
dort treff' ich sie, Prinzessin Nimmer.
Ihr Antlitz wie ein Elfenbann,
wir ein Stern in tiefster Nacht,
erstrahlt in jener göttlich' Pracht,
wie sie nur noch vergehen kann.
Und in ihrem Engelsblick,
in ihrer Augen Wiederglanz,
in vergess'ner Träume Lichtertanz
reflektiert sich längst zerbroch'nes Glück.
Ihr nackter, blaßer, schlanker Leib,
naß vom langen Tränenregen,
wollüstig bebt er mir entgegen,
nun nehme ich sie mir zum Weib.
So wird die Nacht uns zum Altar,
eine Krähe, sie ist unser Priester,
die Gäste sind des Waldes Biester,
eine funkelnde, fremde Augenschar.
Vorwärts treiben wir das Ritual,
Lust wispert im Geäst der Bäume,
tiefes Verlangen versteckter Träume,
gesteigert zur Tat aus Freud' und Qual -
ein Kuß, zu besiegeln ew'ges Band,
Lethe fließt von ihren Lippen,
Kälte fährt in meine Rippen,
fest ergreift sie meine Hand.
Und während Hochzeitsglocken schallen,
in Nebelschwaden dumpf gestreut,
(sie erscheinen mir fast wie Totengeläut),
führt sie hinab mich in die Hallen,
hinab ins festlich strahlend' Zimmer,
ins Brautgemach aus modrig duftend' Erde,
in dem wir schlafen, aus dem ich werde
auferstehen nie und nimmer.
Endymian
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