Demon17
Adora quod incendisti, incende quod adorasti.
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erstellt am 21-08-2008 um 11:46
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Zitat: Aber wärs nicht endlich mal Zeit, aufzuhören mit Antropozentrismus?
Ganz meine Meinung LaChatte. Ein Beobachter sollte sich über die Bewschränkungen, denen seine Wahnehmumg zwangsläufig unterliegt im klaren sein. imübrigen lese ich da bei Elementarsatz das habermasche Diskursmodell zwischen den Zeilen heraus, mit dessen Hilfe sich zwischen kompetenten, wahrhaftigen Sprecher angeblich gesellschaftliche Konsense definieren ließen. Außer linken Zensurversuchen hat das 1968 und später jedoch nichts gebracht.
Was die "seriösen" Philosdophen betrifft, so hatte ich ja bereits Popper und Nietzsche angeführt, nehmen wir doch noch Immanuel Kant hinzu: Für den Wahrheit doie Übereinstimmung des Denkens mit dem Gegenstand darstellt, der aber ausdrücklich darauf hinweist, das es kein materielles (objektives) Kriterium für die Wahrheit des Denkens gibt. Demenstprechend beweißt er dier Existenz Gottes logisch und beweist ebenso schlüssig, das es ihn nicht gibt.
Hegel wird an dieser Stelle religiös:
Zitat: Nach HEGEL ist die Wahrheit dies, »daß die Objektivität dem Begriffe entspricht, - nicht daß äußerliche Dinge meinen Vorstellungen entsprechen. das sind nur richtige Vorstellungen, die ich dieser habe« (Encykl. § 213). Die Idee (s. d.) ist die Wahrheit selbst (l. c. § 213). »Wenn die Wahrheit, im subjektiven Sinne, die Übereinstimmung der Vorstellung mit dem Gegenstande ist: so heißt das Wahre im objektiven Sinne die Übereinstimmung des Objekts, der Sache mit sich selbst, daß ihre Realität ihrem Begriffe angemessen ist. Der Begriff ist sogleich die wahrhafte Idee, die göttliche Idee des Universums, die allein das Wirkliche. So ist Gott allein die Wahrheit« (Naturphilos. S. 22 f.).
Doch Gottes Wege sind unergründlich gelle.
Heidegger kommt über die Hölderlin-Rezeption der "Wahrheit" auf die Schliche:
Zitat: Um zu verstehen, wie es möglich ist, daß in der Kunst Wahrheit geschieht und schöpferisch Neues hervorgebracht wird, muß die Kunst als sie selbst verstanden werden. Zu ihrem Verständnis dürfen also keine metaphysischen Erklärungen herangezogen werden, die selbst schon eine bestimmte Sicht auf die Welt und das Sein festschreiben. So sah Heidegger in der traditionellen Ästhetik eine „metaphysische Kunstlehre“[61], da sie einerseits mit Begriffen wie Sinnbild, Allegorie, Metapher, Gleichnis, die platonische Trennung von Sinnlich-Materiellem und Geistigem reproduziere, andererseits alle Kunstwerke als Objekte für ein Subjekt auffasste.
Hier mein lieber sind wir wieder beim Problem der Ontologie angelangt, bzw. der naiven Annahme eine objektive Kontrolle der subjektiven Wahrnehmung sei durch Methodik erreichbar. Als einer der letzten großen Philosophen erkennt Heidegger:
Zitat:
Heideggers Rekapitulation der Philosophiegeschichte und ihrer Deutung als Seinsgeschichte fasste den Beginn der Philosophie als Verfehlung auf. Philosophie beginnt mit der Metaphysik, also mit dem Vergessen dessen, worum es ihr eigentlich geht: des Seins. „Indes befällt die Vergessenheit als anscheinend von ihm Getrenntes nicht nur das Wesen des Seins. Sie gehört zur Sache des Seins selbst, waltet als Geschick seines Wesens.“[63] Dabei verwendete Heidegger den Begriff des Wesens auch um eine prozessuale Komponente anzuzeigen. Es gehört nun außerdem zum Wesen des Seins, dass es verfehlt wird. Beides zusammengenommen bezeichnete Heidegger als „Geschick“. In seiner Anlehnung an „Schicksal“ beinhaltet der Begriff zugleich, dass der Mensch in diesen geschichtlichen Prozess unabdingbar verwoben ist. Nach Heidegger ist Hölderlin der erste, der die Seinsverlassenheit als geschichtliches Phänomen zur Sprache bringt. Die Seinsverlassenheit fasst Hölderlin, so Heidegger, als die „Götternacht“, die Abwesenheit der Götter.
... die Vergeblichkeit des menschlichen Strebens nach objektiver Wahrheit, oder der zutreffenden Erfassung des Seins, weil dieser als Teil des Seins eben untrennbar (schikcksalhaft) mit diesem verwoben ist.
Der Luhmannsche Wahrheitsbegriff schließt ungefähr an Kant und Hegel an. Frei nach Luhmann entspricht der (subjektive) Wahrheitsgehalt einer Infomation der (widerspruchlosen) Anschlussfähigkeit an bereits vorliegende Informationen, die in einem sinnvollen Zusammenhang strukturiert sind.
So wir haben hier also Kant, Hegel, Nietzsche, Heidegger, Popper und Niklas Luhmann. Ich halte diese Autoren für sehr seriös, denn sie versuchen erst gar nicht den Leuten vorzumachen, das Menschen die objektive Wahrheit erkennen können bzw. materielle Kriterien zur Wahrheitsfindung entwickeln könnten. Es läßt sich lediglich überprüfen, ob eine Aussage den Gesetzen der Logik entspricht. Also läßt sich nur ein Teil aller Aussagen falsifizieren. immer vorausgesetzt, das d a priorie, auf denen im Endeffekt jede Aussage beruht, der materiellen Welt entspricht. Womit sich die Katze in den Schwanz beisst. Selbst die Feststellung "es regnet" basiert auf subjektiven Sinneseindrücken, die sich ebenso als Fata Morgana oder Wahnvorstellung eines Menschen herausstellen können.
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Archiv der Lüge
Verhüllendes Schweigen an silbernen Wassern der Schwermut.
Ein kriechendes Wesen aus Kälte verstorbener Seelen,
im klammen Gefängnis erloschener Asche der Glut.
Befreit sind vergessene Ängste und gierig; sie stehlen
dem Leben die Hoffnung auf bessere Zeiten im Tod.
Geändert von Demon17 am 21-08-2008 um 11:59
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