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Demon17
Die Hölle ist das Paradies des Teufels


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Old Post erstellt am 28-01-2003 um 20:37 Füge Demon17 zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Demon17 anzeigen Demon17 eine eMail schicken Mehr Beiträge von Demon17 finden Demon17 eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren





Hallo Wanderer,

komm in meinen Garten der Dunkelheit, verirr Dich in den Labyrinthen meiner Abgründe und leide an dem Fluch der uns verbindet.

Zitat:
O ein Gott ist der Mensch, wenn er träumt, ein Bettler, wenn er nachdenkt, und wenn die Begeisterung hin ist, steht er da wie ein missratener Sohn, den der Vater aus dem Hause stieß, und betrachtet die ärmlichen Pfennige, die ihm das Mitleid auf den Weg gab.
Friedrich Hölderlin



Komm, träume mit mir von der Schattenwelt.

Kommentare und Kritik
zu den Gedichten.

Meine anderen Kurzgeschichten
findet ihr in den Gemeinschaftsgärten, im Garten der Geschichten.

Alle Texte in diesem Thread sind zur nichtkommerziellen Nutzung freigegeben. Sie müssen allerdings mit demon17 gekennzeichnet sein. Von einer Verwendnung in politischen Zusammenhängen ist abzusehen. Das Urheberrecht bleibt beim Autor. Bei den Soundfiles sind zusätzlich die genannten Urheber und die Quelle, www.freesound.org anzugeben.

Das e-book mit einer Auswahl meiner Werke umfasst 84 Seiten.

Geändert von Demon17 am 29-06-2010 um 15:08

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Demon17
Die Hölle ist das Paradies des Teufels


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Schwarze Sonne


Düster stehst Du in der Menge, Dunkelheit vor hellem Licht;
kalte Kraft des Universums, Energie erwärmt Dich nicht.
Schluckst Materie selbst Strahlung, wandelst alles in dich selbst;
ohne Licht und Eruptionen, du es in den Schatten stellst.

Lebst nach eigenen Gesetzen, toter Gott der ew´gen Nacht.
All die funkelnd hellen Sonnen zwingst in Bahnen deiner Macht.
Fragend sehen Menschen Sterne, erkennen nur den grellen Schein.
Blind verkennen Sie die Mächte, - die Finsternis, das schwarze Sein.


Diese Remeniszenz an die Gravitationszentren der Galaxien werden von der Astrophysik auch ganz unprosaisch Schwarze Löcher genannt. Der Link führt zu einer Einführung in diese Materie verbunden mit einer Literaturliste zu diesem Thema.

Gedicht als MP3

Geändert von Demon17 am 15-03-2009 um 21:03

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Demon17
Die Hölle ist das Paradies des Teufels


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Kreatur der Nacht


Kreatur der Nacht, verspottet, verachtet, verfolgt von denen die sich "Gute" nennen.
Kreaturen der Nacht, finstere Dämonen deren Seelen brennen.
Kreatur der Nacht verteufelt, zerstörter Zerstörer des falschen Schein.
Kreatur der Nacht, schwarzer Rächer, Du bist göttlich, denn Dein Hass ist rein.

Zynische Verachtung der Heiterkeit der Welt.
Trauer und Melancholie statt Glück und schnelles Geld.
Romantiker der Nacht, Verächter der Moral, die Menschen um die Freiheit bringt,
schwarzer Ästhet, verfolgter Poet, die Guten unterdrücken alle die anders sind.

Mystische Gestalt in der Dunkelheit, Wesen der Schattenwelt, nimm Dich in acht.
Deine Feinde ruhen nicht, verfolgen mit Lüge, List und brutaler Macht ...

Dich, die Kreatur der Nacht.

Geändert von Demon17 am 07-09-2006 um 21:09

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Demon17
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Scharfe Schwester

Scharfe Schwester, geile Grazie, höhnische Hexe im schwarzen Gewand,
lüstern tanzt du in irrer Bewegung, verrenkst deinen Leib zu teuflischem Klang.
Glühende Augen in verzweifelter Schönheit, eiskaltes Herz in schwarzer Macht,
gierig genieß ich die Trauer, die Romantik des Todes in der Hölle der Nacht.

Magische Klänge treiben dich vorwärts, zwingen dich in Luzifers Bann.
Längst bist du von Dämonen besessen, böse lächelnd starren sie dich an.
Satanas sitzt dir im Nacken, verbrennt deinen Leib in geiler Glut.
Der Christen Kreuz wird dich nicht retten, trinke nur des Sohnes Blut!

Scharfe Schwester, geile Grazie, wildes Weib im göttlichen Wahn,
dein Verlangen ist Wahrheit, Erlösung von der Keuschheit tristen Tran.
Du bist die Hoffnung, finstere Freundin, auf das Ende der falschen Moral.
Der Teufel ist nur ein gefallener Engel, du bist der Ursprung all meiner Qual!

Magische Mutter, blutige Braut,
schwarze Strapse auf kalkweißer Haut,
gieriges Sehnen nach deinem Stöhnen,
leck mir die Tränen, ich will dich nehmen.


Gedicht als MP3

Scharfe Schwester Soundfile

Geändert von Demon17 am 15-08-2009 um 15:55

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Schwarze Schlampe

Du Schwarze Schlampe, herrliche Hure, klirrende Ketten, zerfetztes Kleid.
Die Kraft des Körpers, laszives Luder - konzentriert in deinem Unterleib.
Mit roten Dornen halten Strapse zerrissene Strümpfe auf fahlem Fleische
und silbern perlt Schweiß auf zarter Haut, benetzt die Spuren der Peitsche.


Verborgen hinter schwarzen Strähnen, glühen Kohlen im Gesicht so bleich,
die lieblichen Linien der schwarzen Lippen sind grausam - und geil zugleich.
Dein Sehnen zeugt von Verlangen, verratene Liebe zum Hass ist geronnen,
betrogen, benutzt und verlassen, die Unschuld verloren das Feuer gewonnen.

Rubinrot glitzert glühend ein Schmuckstein, gepierced im nackten Nabel.
Dein lüsterner Leib bewegt sich geschmeidig, voll von anarchischem Adel.
In wilder Verzweiflung tanzt Du den Schmerz in lichtzerfetzter Dunkelheit
und bebend beugt sich der Körper, im Zwang des Klangs der dich befreit.

Schwarze Schlampe, manische Muse im Wahn der Ekstase, gib mir die Glut!
Heilige Hexe, gefahrvolle Göttin, ich sterbe vor Gier nach deinem Blut.
Lass meine zärtliche Zunge, meinen Schwanz in deinen Körper dringen!
Lass mich mit penetrierenden Blicken den Hass in deiner Seele zwingen!

zerstörte Zärtlichkeit
... in Ewigkeit
Gedicht als MP3

Schwarze Schlampe Echoes (Industrial Style)

Geändert von Demon17 am 01-04-2009 um 15:51

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Hörst Du die toten Freunde rufen...

Hörst Du die toten Freunde rufen,
wenn sie ihr Schicksal still verfluchen?
Spürst Du ihre Seelen näher kommen?
Ihr Leben war viel zu schnell zerronnen.

Spürst Du die Qualen in ewiger Dunkelheit?
Erkennst Du die Gier nach deiner Lebenszeit?
Hörst Du tonlos ihre Schreie in einsamen Nächten?
Frierst Du in ängstlicher Kälte vor den finsteren Mächten?

Erscheinen Dir ihre verwesenden Leiber in endlosen Träumen,
die bleichen Knochen, das faulende Fleisch tanzend unter leblosen Bäumen?
Dann zerstöre den Fluch, der auf Dir lastet indem Du Sie wieder und wieder tötest!
Denk an die glücklichen Tage der Vergangenheit die Du mit ihnen verbrachtest - bevor Du fort gehst.

Geändert von Demon17 am 21-07-2007 um 15:52

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Zerstörer der Werte


Wehrlos, gefangen im Widerspruch konkurrierender Werte,
verneinte er alles, bis sprachlos endlich sich sein Geist entleerte.
Traurig in stiller Selbstzerstoerung genoss er seinen Untergang.
Verirrt in den Labyrinthen seiner Seele entzog er sich dem Lebenszwang.

Die Moral der Menschen zutiefst verachtend, lag er dekadenlang in Agonie
Der Herrscher Macht, die Sie begruendet bekaempfte er mit Anarchie.
Allein, die letzte Bindung mutig kappend befreit er sich von diesen Ketten;
doch eingewachsen war das Eisen, die Freiheit schien nicht mehr zu retten.

Bis endlich er dem reinen Hass muede laechelnd in die Augen sah.
Er selbst war wild, gelangweilt von Exzessen, dem Ende seiner Jugend nah.
„Erstaunlich dieses wuetend Wesen heisskalt, grausam, gemein und doch ehrlich.
Widerlicher Wicht, viele verschreckend, fuerchterlich und doch nicht gefaehrlich."

"Faszinierend, ein Mensch voller Hass wie fühlt der sich an?
Ich will ihn erleben, dieses Toben fehlt mir noch zu meinem Wahn."
Er hatte Welten entstehen und sterben sehen, endlose Weiten in sich gespürt,
doch hatte das Schicksal Ihn nie in diese dunkle Region des Geistes geführt.

Ein weltliches Gefühl fürwar, doch war es nicht Zeit die Sphären zu verlassen?
Die Sehnsucht war gross wie diese kaputte Kreatur aus vollem Herzen zu Hassen.
Er selbst war wie ein Amboss an dem schon viele Hämmer zerschellten.
Dieses erbärmliche Biest glich den Hunden die den Mond verbellten.

Geändert von Demon17 am 22-08-2009 um 09:11

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Allein in der Nacht


Schwarze Göttin allein in der Nacht,
triffst mich wo die Leichen verbracht.
Lächelst gefährlich, geheimnisvoll, zynisch,
fahl Dein Gesicht, verächtlich ja höhnisch.

Ich bin glücklich keine Furcht zu sehen,
wie bei Ander'n die vorübergehen.
Silbernes Mondlicht erhellt deine Züge,
die geprägt vom Triumph deiner Siege.

Fasziniert bleibe ich dicht vor Dir stehen,
kann die Glut in deinen Augen sehen.
Lächelnd gefrieren Deine Lippen,
Setzt mir ein Messer auf die Rippen.

Sanft nur schimmert es im Mondenschein,
Eulen rufen und die Luft ist kalt und rein.
Lauernd stehen wir uns gegenüber.
Du läufst fort, enttäuscht sink' ich nieder,
denn wir sehen uns niemals wieder.

...allein in der Nacht.

Geändert von Demon17 am 22-08-2009 um 09:11

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Old Post erstellt am 19-04-2003 um 19:21 Füge Demon17 zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Demon17 anzeigen Demon17 eine eMail schicken Mehr Beiträge von Demon17 finden Demon17 eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

20 Fragen + keine Antwort

Wartest Du allein in der Dunkelheit
hinter den Mauern deiner Einsamkeit?
Bist Du verzweifelt oder lindert die Melancholie den Schmerz?
Hast Du noch Träume oder ist es erfroren Dein schwarzes Herz?

Siehst Du den Mond in eiskalter Nacht?
Hat dich Dein Hass um den Verstand gebracht?
Liebst Du die Finsternis um Dich herum?
Oder fragst Du immer noch nach dem Warum?

Weinst Du, wenn Du einsam in der Menge stehst?
Oder lächelst Du wenn Du verlassen auf endlosen Strassen gehst?
Liebst Du dich selbst um Deiner trockenen Tränen?
Oder spürst Du die Leere, das brennende Sehnen?

Verfluchst Du die Götter für Dein endendes Leben?
Oder ersehnst Du den Tod, den ewigen Frieden?
Ist Dir das Leben eine bleischwere Last?
Oder suchst Du Vergnügen in rastloser Hast?

Suchst Du die Ruhe tief in Dir selbst?
Oder trittst Du in Fallen, die Du dir selber stellst?
Willst Du den Ruhm, die Achtung der Andern?
Oder ziehst Du es vor abseits zu wandern?

Kennst Du die Antwort auf all diese Fragen?
Dann erträgst Du Dein Schicksal ohne zu klagen.
Doch wenn Du sie Dir vergeblich stellst,
dann geh - ich kann nicht sehen wie Du dich durchs Leben quälst.

Geändert von Demon17 am 07-09-2006 um 21:27

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Demon17
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Old Post erstellt am 22-04-2003 um 12:42 Füge Demon17 zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Demon17 anzeigen Demon17 eine eMail schicken Mehr Beiträge von Demon17 finden Demon17 eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Devotes Nymphchen

Hey kleine Perle bist du neu auf der Piste?
Du bist noch scheu aber stolz auf die Brüste.
Dein nackter Nabel mit weißem Strass verziert.
Dein kleiner Arsch so stramm verschnürt.

Das Halsband voller langer Dornen.
Der Leib bewegt sich nach den Gothic-Normen.
So tanzt Du zum Takt der Monotonie
und ich verberge meine Ironie.

Die sanften Augen kunstvoll mit Cayal umrandet.
Das Leben beginnt und du bist in schwarz gewandet.
Verlegen Dein Lächeln, scheu streift mich ein Blick.
Vergiss es Engel ich kann nicht zurück.

Das Schwarz ist ein Schicksal und keine Mode.
Dein Spiel heißt Liebe, ich spiel mit dem Tode.
Die Blumen der Nacht sie verblühen so schnell.
Das Leben ist kurz und die Scheinwerfer grell .

Ich sah so viele kommen und gehen.
Doch die Musik ist so laut, es gibt kein Verstehen.
Wir suchen, doch wenn nur der Körper spricht,
bleiben wir einsam, Zweisamkeit gibt es so nicht.

Hast Du Dich schon gelangweilt beim poppen?
Willst du Schmerz? Ich penetrier Dich trocken.
Willst Du die echten Qualen erleiden?
Liebe und Du wirst sterben beim scheiden.

Geändert von Demon17 am 20-05-2007 um 17:22

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Demon17
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Old Post erstellt am 25-04-2003 um 18:11 Füge Demon17 zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Demon17 anzeigen Demon17 eine eMail schicken Mehr Beiträge von Demon17 finden Demon17 eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Nachtmensch Teil I


Allein steh ich in der Menge umgeben von schwarz gekleideten Menschen. Einige schreiten rhythmisch vor und zurück auf der vertieften Fläche aus weißem Marmor. Andere tanzen auf der Stelle und nehmen zu den dunklen Klängen sich ständig verändernde Posen ein, die in einen seltsamen Zusammenhang mit der dämonischen Klangwelt stehen.

Der Wechsel zwischen Dunkelheit und grellen weißen, roten und blauen Lichtblitzen lässt mich eine Sonnenbrille tragen, durch die ich nur Gestalten sehe, schemenhafte Reflexionen menschlicher Wesen, deren mystischer Aspekt auf diese Weise in den Vordergrund tritt. Die Atmosphäre des Raumes versetzt mich in eine tranceartige, düstere Stimmung, die meinen Geist weitgehend ausschaltet und die Musik direkt auf das Unterbewusstsein wirken lässt. Mein linkes Sprunggelenk, in dem sich seit einem Arbeitsunfall vor sieben Jahren kein Knorpel mehr befindet, so dass die Knochen aneinander reiben, schmerzt.

Ich beobachte eine kleine Frau mit schwarz gefärbten Haaren und bleichem Gesicht, in dem die schwarz geschminkten Lippen, Augenbrauen und Fingernägel dämonische Akzente setzen. Ihr schlanker Körper ist mit zwei Ketten, einem Geflecht und einer kurzen, knappen, eng anliegenden Hose bekleidet sowie einem schmalen Tuch, das die kleinen Brüste verbirgt. Bis auf die Ketten ist alles schwarz, eigentlich überflüssig, es zu erwähnen. Die Komposition aus Körpersprache, fettem, strähnigen, mittellangen Haar und den vollen Lippen mit dem harten Ausdruck fasziniert mich.

Ihr durchtrainierter Leib bewegt sich huschend zu dem schnellen, monotonen Stakkato der ineinander verflochtenen elektronischen Rhythmen vor und zurück. Genau im Takt ein Schritt zu jedem Beat. Sie nimmt eine leicht gekrümmte Haltung ein. Ihre nackten X-Beine mit den runden Stiefeln sind dabei in den Kniekehlen leicht gebeugt. Ich bewundere ihre Kondition. Es sieht so leicht aus und wirkt nicht gehetzt. Durch ihre schnellen Bewegungen bringt sie die Dynamik des Rhythmus zum Ausdruck, ohne die Tragik der düster-magischen Klänge mit den verzerrten Stimmen und den sarkastisch makabren Texten zu vernachlässigen, denn ihr Oberkörper bleibt dabei weitgehend unbeweglich.

Das Stück wechselt. Kurzfristig vermengen sich die Songs zu einer Soundkollage, aus der sich die bekannten Konturen eines EBM-Hits herausschälen. Malerische Gestalten, strömen aus allen Richtungen auf die marmorweiße Fläche. Der Light-J bläst Unmengen milchigen Rauches in die tanzende Menge, bis die einzelnen nur noch schemenhaft in den kurzen Momenten, in denen Lichtblitze die Dunkelheit zerreißen, zu erkennen sind. Langsam lichtet sich der Nebel.

Still steht ihre kleine Gestalt inmitten zahlloser Menschen, deren Individualität unter dem intensiven Eindruck, den sie auf mich macht, verblasst. Blaue tanzende Dreiecke aus Licht zeichnen sich auf dem Marmor zu ihren Füssen ab und vereinen sich immer wieder kurzfristig zu einem Pentagramm, in dessen Mittelpunkt sie steht. Sie posiert. Mit dramatischer Geste hält sie die angewinkelten Arme hoch, die Handflächen nach außen, die Finger gespreizt, so dass das Gesicht mit den vollen harten Lippen und den weit geöffneten schwarzumrandeten Augen, die ausdruckslos ins Leere starren, auf eigenartige Weise betont wird. Seltsamerweise hat sie jetzt O-Beine. Diese scheinen mit dem Boden verwachsen zu sein; lediglich ihr leicht nach vorn gebeugter Oberkörper gleitet in langsamen und zuckenden Bewegungen hin und her, vor und zurück, während sie den Kopf in den Nacken legt und die Brust herausstreckt. Ihr ganzer Körper scheint unter Spannung zu stehen als ob ihn die Musik zerrisse, denn alle ihre Bewegungen vollziehen sich in vollkommenem Einklang zu den akustischen Abgründen, die mit tausenden von Watt durch die Stille des Raumes peitschen.

Ich erwache durch den Schmerz in meinem Sprunggelenk und ziehe mich auf die Bühne hinter mir an der Kopfseite des sporthallengroßen Raumes zurück. Darauf steht ein bizarres quaderförmiges Eisengestell. Es erinnert an eine Maschine aus der Frühzeit der Industrialisierung und ist etwa einen Meter achtzig hoch und ungefähr genau so breit. In dem etwa zwei Meter hohen rechteckigen Metallrahmen an der Frontseite ist ein X geschweißt. Die Kreise der Enden der Diagonalen sind in ihrer Mitte durch eine knochenartige kurze Stange durchbrochen, auf die jeweils eine Kugel aufgesetzt wurde. Man könnte ohne weiteres jemanden daran anketten, der dann mit gespreizten Beinen und Armen ausgestreckt in dem Rahmen stehen würde. Das Gestell mit dem X und der daran gefesselten Person lässt sich mit einem Flaschenzug in die Waagerechte bringen. Die Bretter auf der Rückseite weisen Aussparungen für Kopf und Gelenke auf. Kleine Scheinwerfer beleuchten gespenstisch die vier Eckstangen des Quaders. Rechts an der Verstrebung hängen noch ein paar schmale Kunststoffhandschellen. Ich finde das Ding etwas unpraktisch, verfolge den Gedanken aber nicht weiter, sondern setze mich unter die Maschine, wo ich mein verletztes Bein auf eine der Haltevorrichtungen aufstützen kann, um mich dann entspannt mit dem Rücken an eine vergitterte Querstrebe zu lehnen.

Zufrieden betrachte ich meinen linken Stiefel mit der Spezialpolsterung und dem grobstolligen Profil der Sohle aus meiner Augenhöhe. Das matte Leder passt gut zu der uralten, grauen Jeans mit den zerfransten Säumen, die sich im Laufe der Jahre perfekt an meinen Körper angepasst hat. Genüsslich drehe ich mir eine Zigarette, nachdem ich das Päckchen Tabak mühsam aus der engen Tasche gezogen habe und inhaliere tief. Ich fühle mich wie ein alter lädierter Veteran, dessen abgetragene Ausrüstung wegen ihrer hohen Qualität noch intakt ist. Doch es wird Zeit für die letzte Schlacht. In meinem Lebensentwurf war das Alter, das ich inzwischen erreicht hatte, einfach nicht vorgesehen... Was bin ich eigentlich? Freak, Hard Core, Wave? Nichts passt mehr. Eine Urform der Kids, die sich auf der Tanzfläche vor mir bewegen, ein Fossil aus den Achtzigern.

„Hey, hey, my, my Rock´n Roll will never die… out of the blue and into the black…“ Ein alter Song von Neil Young kommt mir in den Sinn, als ich mich erinnere, wie sich die endlose Euphorie der Siebziger mit ihrer strahlend warmen Sonne, den hellblau verwaschenen Jeans und der verlogenen Naivität des Love, Peace and Happiness in das tiefe Schwarz der Achtziger verwandelte und ich lernte, meine Melancholie zu genießen.

Geändert von Demon17 am 12-04-2010 um 21:49

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Demon17
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Nachtmensch Teil II

Langsam lasse ich den Blick durch den Raum wandern. Ich suche die kleine Frau oder jemand anderen, dessen Charisma meine Aufmerksamkeit fesseln könnte. Meine Augen finden sie am Rande der Tanzfläche stehend. Sie hat sich inzwischen in ein junges Mädchen verwandelt, das eifrig mit seiner Freundin schwatzt.

Auf dem Rücken trägt sie einen dieser süßen Plüschtaschenteufelchenrucksäcke in dem sie ihren Kram aufbewahrt, für den sie in ihrer knappen Kleidung ja auch gar keinen Platz hat. Wenige Augenblicke später steht sie allein und schaut gedankenverloren in meine Richtung. Sie ist wieder die kleine Frau mit der tragisch-düsteren Aura, den vollen schwarz geschminkten Lippen und dem harten Gesichtsausdruck... „Oh, Alte, du hast den Wahn, und du wirst ihn nie wieder los.“ Endlich leert sich die Tanzfläche, weil ein unbekanntes Stück mit komplizierterem Rhythmus gespielt wird. Ich krieche unter der Foltermaschine hervor und schwinge mich unter dem Geländer, das die Bühne sichert, durch, sorgfältig darauf achtend, auf dem rechten Bein zu landen. Es tut so gut, wenn der Körper wieder funktioniert und wenigstens ein Teil der alten Kraft zu spüren ist. Ich schließe die Augen, nachdem ich mich kurz umgesehen habe, um sicherzugehen, dass niemand in meiner Nähe tanzt und beginne, langsam den Oberkörper zu den magischen Klängen, die mich in ihren Bann ziehen, zu bewegen, wobei ich vorsichtig mein linkes Sprunggelenk belaste. Der Fuß hält, und ich steigere mich mit raumgreifenden Schritten in die Musik. Das Bewusstsein schaltet sich aus und ich kann endlich vergessen.

In den folgenden Monaten sehe ich diese faszinierende, kleine Frau jeden Mittwochabend, wenn die Kreaturen der Nacht sich im Kick versammeln. Es sind immer wieder dieselben Gestalten in ihrer malerischen Aufmachung, die der Veranstaltung allmählich etwas Rituelles geben. Twilightzone, etwa 50 Personen verteilt in einer Halle spulen in jeder Nacht das gleiche Programm ab, vollziehen dieselben Bewegungen zu denselben Klängen, im Zwielicht der gedämpften Scheinwerfer, die immer neue Muster auf den weißen Marmor zeichnen. Nur gelegentlich zerreißen Lichtblitze das Halbdunkel und lassen für den Bruchteil einer Sekunde die Tänzer wie erstarrte Schaufensterpuppen wirken.

Eines Nachts sitze ich neben einer Säule an der Tanzfläche. Sie setzt sich auf die andere Seite und schaut mich verständnisvoll an. Wir haben schon oft nebeneinander getanzt. Ich ignoriere sie dann, um besser in der Musik versinken zu können. Danach bin ich jedes Mal zu sehr in Trance, um ein Gespräch zu beginnen.

Auch dieses Mal bleibe ich teilnahmslos am Boden sitzen. Ich bin ausgebrannt. Nach einer Weile steht sie ärgerlich auf und sieht beim Weggehen in einer Mischung aus Trauer, Verachtung und Zorn auf mich herab. Es berührt mich nicht. Denn meine innere Leere verleiht mir eine stoische Ruhe, die durch nichts zu erschüttern ist. Ich warte auf den nächsten Song, der DJ spielt „Bauhaus“. Der Refrain des Stückes hat ein Wort das sich in mein Hirn brennt: „undead, undead, undead...“, und wieder vergesse ich tanzend die Welt um mich. In den folgenden Monaten wartete ich vergeblich auf die kleine Frau mit dem schwarzen Haar, dem harten Mund und dem Kettendress. Ich vermisste die Inspiration, die mir ihr Tanz gab.

Vergeblich wandern meine Blicke durch die weite dunkle Halle mit dem weißen Marmorboden. Ich sitze wieder unter der Foltermaschine, als sich eine ausdrucksstarke Tänzerin der EBM und Industrials zu mir herunterbeugt. Ihre grazile Laszivität hatte mich zu dem Gedicht „Scharfe Schwester“ angeregt. Sie konnte wegen einer Schwangerschaft nur noch Posen einnehmen, hatte sich in ihrer lässigen Art aber auch vorher nicht überanstrengt. Ich fragte sie nach der kleinen Tänzerin: „Sag mal, hast du die Lütte mit den Ketten in der letzten Zeit gesehen?“ Sie schaute mich seltsam an und sagte: „Ach die, die kommt nicht mehr, die liegt mit 30 kg auf der Intensiv... Magersucht.“ Nachdem die Bedeutung dieser Worte durch mein Hirn verarbeitet worden war, rufe ich aus: „Mein Gott...“ und fange plötzlich an zu lachen.

„Ach, ganz vergessen – Gott ist ja schon lange tot.“

__________________
Rabenorakel





Verhüllendes Schweigen an silbernen Wassern der Schwermut.
Ein kriechendes Wesen aus Kälte verstorbener Seelen,
im klammen Gefängnis erloschener Asche der Glut.
Befreit sind vergessene Ängste und gierig; sie stehlen
dem Leben die Hoffnung auf bessere Zeiten im Tod.


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Ode an den Hass

Sitzt Du verzweifelt in Deiner Kammer,
einsam, allein und voller Jammer?
Hat Dir die Welt den Mut genommen?
Ist deine Liebe an ihrer Gier zerronnen?

Bist Du endlich ihre Lügen leid?
Ihr Gerede vom Guten verbirgt den Neid.
Sie tarnen und täuschen, fälschen den Plan.
Liebenswert lächelnd sehen sie Dich an.

Manipulieren Menschen auf Teufel komm raus.
Ehrlichkeit ist Dummheit, mach Dir nichts draus.
Trägst Du das Schwarz, bist verzweifelst daran,
so klagen sie voll Empörung dich an.

Hast du noch Kraft dich dagegen zu wehren?
Willst Du die Flammen Deines Hasses nähren?
Oder bist Du bereits zu ausgebrannt...?
Dann bist du Opfer, aus dem Leben verbannt.

__________________
Rabenorakel





Verhüllendes Schweigen an silbernen Wassern der Schwermut.
Ein kriechendes Wesen aus Kälte verstorbener Seelen,
im klammen Gefängnis erloschener Asche der Glut.
Befreit sind vergessene Ängste und gierig; sie stehlen
dem Leben die Hoffnung auf bessere Zeiten im Tod.


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Sterbende Götter

Sterbende Götter, verzweifelter Schrei in der lichtlosen Nacht.
Herrscher Vergessener, Dämonentraum von zerstörter Macht.
Fluch der Unsterblichkeit, aus uralter Rache getrieben in Not.
Tiefschwarze Augen erblicken voll Ruhe den nahenden Tod.

Blutige Wolken zerschmettern das Denken, vernebeln den Blick.
Für die Geweihten des Untergangs, gibt es nie ein Zurück.
Tanzende Götter getöteter Seelen, sie riechen nach Aas.
Ihren verrottenden Leibern enströmt stinkendes, fauliges Gas.

Kreischendes Chaos in schmerzenden Schädeln sie treibt in den Wahn.
Müde des Lebens, die Stille des Todes zieht magisch sie an.
Sterbende Helden, Verdammte in einer verlogenen Zeit.
Sagengestalten erwarten gelassen das Ende mit Heiterkeit.


Gedicht als MP3

Sterbende Götter Ambient Version MP3
Sound by amliebsch from freesound.org

__________________
Rabenorakel





Verhüllendes Schweigen an silbernen Wassern der Schwermut.
Ein kriechendes Wesen aus Kälte verstorbener Seelen,
im klammen Gefängnis erloschener Asche der Glut.
Befreit sind vergessene Ängste und gierig; sie stehlen
dem Leben die Hoffnung auf bessere Zeiten im Tod.


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Demon17
Die Hölle ist das Paradies des Teufels


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Old Post erstellt am 11-05-2003 um 06:23 Füge Demon17 zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Demon17 anzeigen Demon17 eine eMail schicken Mehr Beiträge von Demon17 finden Demon17 eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

...des menschen wolf



Verzweifelte gier nach dem leben
Reste unendlicher kraft toben tief im inneren
Überlagert von zerfetzter frustration chancenloser realität
Der wille bahnt sich seinen weg durch den tran gesellschaftlicher restriktionen
Es gibt keine sicherheit es gibt nur die illusion es gibt keine hilfe nur abhängigkeit
Sie schläfern dich ein und schlachten dich dann, halt die sinne wach und den körper stark
Vergiss ihre regeln, sie halten sich selbst nicht dran, die lüge ist ihre beste waffe
Ich kam aus der unterwelt und war entsetzt von der kriminalität der legalen
Ihre wertlosigkeit erschüttert jeden, der für sein wort mit dem leben zahlt
sie sprechen nur wertlosen müll, der klang ihrer worte verschmutzt die ohren der tiere
denn wenn das die menschen sind, so bin ich tier oder gott, such es dir aus
du hältst mich für grausam, das leben ist nicht die liebe der tod kann so gnädig sein
schwertzeit, wolfszeit, blutzeit, riefen die einen doch das ist nur leeres pathos
es gibt so viele waffen es gab so viele kriege nichts hat sich geändert
der mensch ist des menschen wolf, vergiss das nie
und lebe danach solang du kannst...

__________________
Rabenorakel





Verhüllendes Schweigen an silbernen Wassern der Schwermut.
Ein kriechendes Wesen aus Kälte verstorbener Seelen,
im klammen Gefängnis erloschener Asche der Glut.
Befreit sind vergessene Ängste und gierig; sie stehlen
dem Leben die Hoffnung auf bessere Zeiten im Tod.


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Geändert von Demon17 am 19-07-2007 um 11:56

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