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CaligoCavus
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Kaltes Licht, die Gestalt wirft Schatten,
silbern schimmernd im fahlen Mondlicht.
Schoenheit, Anmut, zerbrechlich scheints,
die Schwingen eng am Koerper haftend,
umhuellend schuetzend seinen Geist.
Und Furcht traegts in sich,
vor sich her.
Ihr fuerchtet Euch
vor der Erloesung,
zittert seinem Anblick entgegen,
lacht verstoert,
begreift nicht,
blind.
Wisst nur,
dass es
entfuehrt,
verfuehrt.
Sein Name,
Tod,
weckt Angst;
Ihr Narren!

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Der Mond steht hoch am Himmelszelt,
in Morpheus Armen ruh ich sacht
bis kalter Schauer mich ergreift
und ich aus jenem Traum erwacht
von dem ich Ihnen, werte Leut,
nun moecht berichten hier und heut’

Kalt und bleich lag sie danieder,
ich sass stumm im feuchten Gras
Steif schon waren Ihre Glieder,
doch die Zeit sie wohl vergass

Denn ihre Schoenheit, wunderbar,
ward wie durch Zauberhand bewahrt
Gleich dem Antlitz eines Engels,
der auf Wolken aufgebahrt

Meine Liebste trug noch immer,
ihr Gewand aus schwarzem Samt
Nur der Wald hoert mein Gewimmer,
schluchzend griff ich ihre Hand

Kuesst sie zart, liebkost ihr Gesicht,
ueber uns da kreisten Kraehen
Klagend rief ich "Verlass mich nicht",
wollt das Unrecht nicht verstehen

Und in der Kaelte jener Nacht,
griff ich den Leib mit beiden Armen
Zog sie an mich, ganz zart, ganz sacht,
hoffte, flehte "So hab doch Erbarmen"

Doch mein Klagen, unvernommen,
verhallt in kalten Nebelfeldern
Mein Herz ward schwer, der Geist benommen,
Traenen flossen in dunklen Waeldern

Jedoch dacht ich "Nimm Abschied, dann wird alles gut"
So sass und trank ich ihr Herzblut...

Der Mond versinkt, die Sonne lacht,
nur Traenen zeugen stumm vom Schrecken
Ich ward aus diesem Traum erwacht,
aus dem mich niemand sollt erwecken

Obgleich, getraeumt, in jener Nacht,
mein einzig Liebe von mir ging
So ist der Traum doch jene Macht,
an dem mein Leben seitdem hing.

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Geändert von CaligoCavus am 06-04-2004 um 23:19

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"Ich will doch nur frei sein",
schrie ich den weissen Mond an
und vergoss dabei bittere Traenen
"Warum darf ich nicht frei sein",
fragte ich die unendlich weit entfernten Sterne
und zitterte dabei am ganzen Koerper
"Ich will doch nur den Tod leben und lieben",
lies ich die Nachtigall wissen
und meine Blicke begleiteten sie auf ihrer Reise, als sie stumm ihre Fluegel ausbreitete und davonflog
So sass ich verlassen auf den Ruinen meiner Vergangenheit,
beweinte meine Gegenwart und
sehnte mich nach einer besseren Zukunft
Der Wind lies mein Haar tanzen
und ich lauschte seinem Fluestern, hoerte aufmerksam zu, als er mir riet...
Darauf nahm ich einen schwarzen Dolch,
setzte ihn behutsam an die
Adern des Lebens...und wieder verlies mich der Mut
Den Blick erneut gen Silbermond gerichtet,
wobei mir ein Schleier aus Traenen die Sicht nahm,
rief ich, wie jede Nacht,
wohlwissend einen Unschuldigen anklagend:
"Ich will doch nur frei sein"

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Geändert von CaligoCavus am 06-04-2004 um 01:21

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Zur Geisterstund, da liebt ich sie,
kuesst ihre Lippen, sanft und weich,
strich schwarzes Haar bei Vollmondschein,
liebkoste Haut so schoen und bleich.

Sie liebte mich, wie nie zuvor,
erfuellte Traeume, liess mich schweben,
Ertranken wir in Leidenschaft,
die Stimmen zittern, Koerper beben.

Bedeckt mit Kuessen ihren Nacken,
liess sich verfuehren, immer wieder.
Meine Haende wanderten,
genussvoll senkten sich die Lider.

Ein stummer Seufzer entwich den Lippen,
ein Laecheln folgte, wunderbar,
ich blickt hinauf, sah tausend Lichter,
die Nacht ward hell, der Himmel klar.

Ein Baechlein floss zu unseren Fuessen,
da wir nun lagen, nackt und fein,
im warmen Sommerregen, liebend,
mag dieses Spiel doch endlos sein.

Ich hielt sie fest, das Liebste mir,
sah schlummernd sie in meinem Arm.
Frohlockt mein Herz, erfuellt mit Liebe,
spuert Ihren Leib so nah, so warm.

Bis ploetzlich kalt die Nacht mich packt,
und meine Haende griffen leer,
mit einem Mal lag ich allein,
einsam im Wald, ganz ohne Begehr.

Und Sehnsucht stach mich in die Brust,
Erinnerung bricht mir das Herz.
Ganz langsam, qualvoll, denk ich zurueck,
und jedes Bild bringt neuen Schmerz.

Denn was ich in dieser Nacht geliebt,
den Geist, vom Koerper laengst befreit,
nahm sich der Tod an diesem Ort,
bereits vor ewig langer Zeit.

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Geändert von CaligoCavus am 06-04-2004 um 23:20

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Das Leben verliess mich gestern Nacht,
als ich den Kuss erhielt,
im Abendrot.
Erbarmungslose Blutgier
ergriff mich,
waehrend ich in Dunkelheit gehuellt,
zitternd und mich vor Schmerzen kruemmend
auf dem Boden waelzte.
Und mein Erzeuger sah stumm dem grausamen Spiele zu,
sah zu,
wie Verdammnis meine Menschlichkeit frass
und mich
den Tieren aehnlicher machte.
Und als ich nach Tagen bei Kraeften ward
schlich ich
bei Sonnenaufgang
in seine Gruft und nahm das Feuer mit,
sah ihn brennen und
stumme Flueche ausstossen.
Und ich ward verflucht seit dem Tage,
an dem ich meinen Vater
verriet.

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Geändert von CaligoCavus am 06-04-2004 um 01:22

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Mit wachen Augen streift er leise
durch karge, naechtliche Gefilde.
Einsam begann einst seine Reise,
sein Name: Lupus, Lupus der Wilde.

Sein Magen knurrt, er schreitet voran,
sucht Nahrung und noch vieles mehr.
Es wundert, dass er noch gehen kann,
denn Hunger leidet er gar sehr.

Und dennoch, kraeftig sind seine Glieder,
das Fell, es glaenzt im Mondenschein.
Die Zaehne bleckt er immer wieder.
Welch’ ein Tier koennt schoener sein?

Als junger Welp’ starb Mutter ihm,
das Rudel ließ ihn jaeh zurueck.
Dies hat ihm Lupus nie verziehn’,
er sinnt auf Rache, hofft auf Glueck.

Und Letzteres scheint ihm wahrlich hold.
Am Wegrand liegt ein totes Wild.
Kadaverspeis bleibt ungewollt,
wenn es den Hunger ihm nicht stillt.

Doch Lupus frisst und schlaeft rasch ein,
ruht Stund um Stund bis er erwacht.
Der Wind traegt sanft die Faehrten fein,
und Rachedurst ist nun entfacht.

So schleicht er sich nun leise an.
Dort, im Gras das Rudel rastet.
Als er sich langsam vorwaerts tastet,
sieht er was ihn nicht sehen kann.

Lupa die Schoene liegt zart danieder.
So wie sie einst lag Tag um Tag,
bei ihm, allein, ganz unverzagt,
Und sang ihm tausend schoene Lieder.

Mit einem Male blickt sie zu ihm,
in warmen Augen entflammt die Liebe.
Sie wuenscht, dass er fuer immer bliebe,
wie koennt er vor diesem Anblick fliehn’?

So vergisst er alle Wut in sich,
verbruedert und verzeiht.
Der Hass bezwingt die Liebe nicht,
fuer die sie nun bereit.

Bei Vollmond sieht und hoert man sie,
gemeinsam singen sie die Lieder,
Lupus und Lupa, verneint nun wieder,
Von Trennung hoert man niemals nie.

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die sonne lacht, der himmel weint
traenen fliessen, erloesung naht,
die zeit wird kommen, und nacht mit ihr
bis traurigkeit erfuellt mein herz...
erfuellt mein herz...
sie friert, zittert, fuerchtet die furcht
dunkle sterne funkeln hell
das leid, es endet nun in ihr
die qual nimmt abschied...
sie nimmt abschied...
tausend worte auf den lippen
tausend sehnsuechte in ihrem herzen
eine liebe, er, nah bei ihr
hilflos die blasse haut liebkosend...
hilflos liebkosend...
soviele fragen, quaelend, schmerzend
blind ist die gerechtigkeit, fuerwahr.
ein kalter Hauch, Finsternis,
die sinne entschwinden, ein laecheln befreit...
ein laecheln befreit...
daemmerung, die nacht bricht herein,
sie schliesst die augen und entschlaeft...
entschlaeft...

dedicated to C. (t20)
gest. 20.07.2003

R.I.P.

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Dunkle Nacht, ein einsam Maid,
geht spaziern’ bei Mondenschein
Auf des Mondlichts liebster Weid’
steht ein Roeslein, zart und fein

Lieblich ward sie anzuschaun’,
entzueckt die Maid ganz wunderbar
Purpur funkelnd, wie ein Traum,
der niemals luegt, und doch nicht wahr

Die Augen starr, die Lippen offen,
schnellen Schrittes ging’s, unbedacht
Wagt weder traeumen, noch zu hoffen,
als sie dies Wunder fand unbewacht

Die Blueten wiegen sanft im Wind,
strahlend schoen gleich einem Tanz
Zauber legt sich auf das Kind,
ist ergriffen, gar und ganz

So die Maid fasst nach der Ros’,
die im selben Augenblick sie sticht
Schreiend laesst das Maedel los,
sieht vor Schreck das Blute nicht

Das da rinnt und rinnt und rinnt,
unaufhoerlich, rote Flut
Bleich schon ward das arme Kind,
Hilfe taet ihr wahrlich gut

Doch die Welt, sie schlaeft bei Nacht,
Nutzlos verhallt nun ihr Geschrei
Nur der Mond gaeb’ auf sie acht,
doch ihm ist es Einerlei

Niemand, der sich dem Kind erbarmt
Blutbach rinnt, sie sinkt danieder,
Ihre Aug’ bedecken Lider
Und die Ros’, sie strahlt gar wieder
Als der Tod die Maid umarmt.

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Old Post erstellt am 26-11-2003 um 17:55 Füge CaligoCavus zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von CaligoCavus anzeigen Mehr Beiträge von CaligoCavus finden CaligoCavus eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Meine Einsamkeit sehnt sich nach Naehe,
verspuert den Wunsch nach deiner Waerme,
im kalten Abendhauch sitzt man nicht gern
allein, im Dunkeln, selbst wenn der Mond
schon voll am Himmel steht, und mit ihm tausend Sterne
Meine Einsamkeit sehnt sich nach Naehe,
verspuert den Wunsch nach einem Kuss von dir,
rau, zart, wie ein warmer Windhauch,
Seide, die froesteln laesst, Flamme der Geborgenheit,
heiss, doch moecht man sie nie mehr missen
Meine Einsamkeit sehnt sich nach Naehe,
verspuert den Wunsch nach dir,
nimm mich in den Arm, waerme mich, kuess mich
und dann...
lass mich allein!
Denn meine Einsamkeit verspuert den Wunsch, einsam zu sein.

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Old Post erstellt am 27-11-2003 um 13:11 Füge CaligoCavus zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von CaligoCavus anzeigen Mehr Beiträge von CaligoCavus finden CaligoCavus eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Ein dunkler Mann trug Trauben fein,
gekauft wie jeden Tag am Stand,
zu seiner Liebsten, die lag daheim
und harrte der Fruechte aus gebannt.

Leise, um sie nicht zu wecken,
kam nach Haus der dunkle Mann
kuesst seinen Engel auf die Wang’
nahm suesse Trauben und begann
sie einzeln in ihren Mund zu stecken.

"Wach auf, wach auf“ fluesterte er leise
Und Traenen entflohen seinen Augen
Oft will man nicht an das Schicksal glauben
So ging sein Geist auf eine Reise

Sie waren gluecklich, vor langer Zeit,
bis er sein Heil im Weine fand
Zum Pruegeln war er stets bereit
seitdem der Wein ihn an sich band

Und eines Tages geschah es dann,
der Untergang vom dunklen Mann...

Sie liebte Trauben und bat ihn drum
"Kauf mir doch bitte welche ein.“
Der Mann saß da, gruebelte stumm
Dann sagte er schlichtweg "Nein!“

So stritten sie gar ziemlich arg
Sie schrie ihn an, er stach sie nieder
Das Bett, es wurde nun ihr Sarg
Er war voll Trauer, sang Klagelieder

Seitdem kauft er ihr jeden Tag
nur sueße Trauben, die sind gesund
und weil sie sie ganz furchtbar mag
steckt er ihr die Fruechte in den Mund

Doch seine Liebste verschmaeht sie kalt,
die suessen Fruechte, zart und fein
Die Hoffnung stirbt wohl nicht so bald
D’rum kauft auch morgen er Trauben ein.


Edit: Zeilen 20 - 23 nach Hinweis von Sneaky auf metrische Fehler geändert.

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„Allah ist groß“ kreischt Mohammed Atta und in seinen Augen glänzt der Wahnsinn. Nur mit größter Mühe hält er Kurs auf einen der beiden gewaltigen Türme, welche sich aus dem Herzen Manhattans in den wolkenlosen Himmel bohren. Seine Händen zittern und Schweiß rinnt an seinem zur Fratze verzerrten Gesicht herunter. Ein kurzer Blick auf die beiden Männer, Pilot und Copilot, die in inniger Umarmung, in einer Lache aus halb getrocknetem Blut auf dem mausgrauen Teppich des Cockpitbodens liegen. Aus der weit aufgeschlitzten Kehle des Einen preßt dessen Herz noch immer Blut auf das Gesicht seines Kollegen. „Ex - Kollegen“ denkt sich Atta und grinst. Doch sofort versteinert sich seine Miene, als er bemerkt, wie sein Partner gelangweilt aus dem Fenster schaut, anstatt die Cockpittür im Auge zu behalten. „Bei Allah, paß auf die Tür auf!“ Dann richtet er seinen Blick wieder nach vorn und drückt das Steuer nach unten. Wenige Sekunden später dringt ohrenbetäubendes Geschrei aus den Passagierräumen. Atta’s Gesicht nimmt jetzt unmenschliche Formen an. Sein Schweiß vermischt sich mit den Tränen, welche ihm nun in Strömen aus den Augen fließen. „Allah ist groß! Allah ist groß!“ schreit er immer wieder, während seine zittrigen Hände das nunmehr stark vibrierende Steuer fest umklammern, so dass die Knöchel weiß hervortreten. Zahlreiche Lämpchen und Warntöne untermalen seine Worte, und das Gekreische der Passagiere nimmt stetig zu. „Pull up, pull up“ bittet die fast schon grotesk ruhig wirkende Elektronik - Stimme aus den Lautsprechern. Mit irrsinniger Geschwindigkeit rast der eine der beiden Türme auf die Flugzeugspitze zu, spiegelt sich in den tränenverschwommenen Augen Atta’s wieder. Das Herz des Piloten macht einen letzten Satz und dann dringt die Boing durch die Glasfront des World Trade Centers, dringt durch die Beton- und Stahlschicht...explodiert. Und Allah ist groß!

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weshalb bin ich, wofuer leb ich?
finsternis, die mich umhuellt
warum war ich, wofuer starb ich?
traeume, die sich nie erfuellt
wieso lieb ich, wofuer hass’ ich?
kaltes feuer brennt in mir
doch wen liebst du, wofuer lebst du?
welche sehnsucht wohnt in dir?
welche traeume, welche flamme?
sag mir, was ist dein begehr?
ist es traeumen, leben, lieben?
sprich, was macht dein herz so schwer?
denn ich bin und leb und lieb,
sterbe, hasse nur fuer dich
sehnsucht, flammen, deine traeume,
erfuell’ ich dir, so
straf’ nicht mich!

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Weine nicht kleiner Engel, auch wenn nun alles
anders wird
Weine nicht, auch wenn Dir Deine Fluegel abfaulen
Weine nicht, auch wenn sich Deine heilige Haut verdunkelt,
Schuppen sie zu bedecken beginnen

Weine nicht kleiner Engel, weine nicht...

Weine nicht, auch wenn Du nun auf Hufen wandelst
Weine nicht, auch wenn nun Hoerner Dein Haupt zieren
Weine nicht, auch wenn Dir die Zaehne eines wilden Tieres aus den Kiefern wachsen

Weine nicht kleiner Engel, weine nicht...

Weine nicht, auch wenn Dich Gott aus seinem
himmlischen Reich verbannt
Weine nicht, auch wenn alle mit Verachtung auf Dich herabsehen
und Dich mit ihrem geweihten Speichel bespucken
Weine nicht, auch wenn Du Lust verspuerst Tod und
Verderben ueber die Menschheit zu bringen

Weine nicht kleiner Engel, denn das nennt man Schicksal.

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Von menschlichem Verlangen & Versagen

Ein lieb Geschoepf, mein Augenstern
Ich liebte sie wie ohnegleichen
Wollt nimmermehre von ihr weichen
Doch sollt ich vor ihr stets erbleichen
Denn ihrer Schoenheit ward ich fern.

So lag ich denn bei Tag und Nacht
Stets im Gebuesch, ganz unbedacht
Um meiner Liebe nah zu sein
Wie schoen ihr Antlitz, wie lieb und fein.

Doch eines Tages ward mir gewahr
Durch eine Kutsch’ droht’ ihr Gefahr
Statt meiner griff ein Schneiderlein
Jedoch recht rasch zur Rettung ein.

Seit dieser Stund’ so sah ich gehen
Das Schneiderlein mit meiner Braut
Doch traf ich ihn ganz unverhofft
Allein - er ward nimmer gesehen.

Nach dieser Tat, vergib mir Herr
Ersann ich tollkuehn einen Plan
Ich sucht Gesindel, bezahlt’ es schwer
Und als am Morgen kraeht’ der Hahn
Stand mein Begehr am tiefen Schlund
Wie stets zuvor und ward gesund

Sie blickt’ hinab
Ganz zart, ganz sacht

Als jene Soeldner sie nun stießen
Sah ich sie bitt're Traenen gießen
Und taumelnd an der Klippe Rand
Streckt ich zur Rettung ihr die Hand
Oh weh, sie griff die Leere nur
Welche seitdem mein Herz erfuhr...

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Du sagtest zu mir, Du sehntest Dich nach meiner Waerme
Und ich ließ es so bitterkalt werden,
dass selbst die Hoelle gefror.
Du sagtest zu mir, ohne mich waere die Welt grausam und kalt
Und ich ließ es so heiß werden,
dass die Polarkappen schmolzen.
Du sagtest zu mir, Du wuerdest am liebsten Tag und Nacht meinen Namen rufen
Und ich ließ die Welt verstummen,
so dass kein noch so winziger Laut mehr zu hoeren ward.
Du sagtest zu mir, Du wuerdest gerne mit mir schweigend in einem Waeldchen sitzen
Und ich ließ die gequaelten Seelen
ihren Kummer herausschreien,
so dass ihre Schreie die Welt erfuellten.
Du sagtest zu mir, Du wuerdest gerne jeden Tag bei mir sein
Und ich ließ die Welt verdunkeln,
so dass der Tag zu einer Legende wurde.
Du sagtest zu mir, Du wuerdest gerne jede Nacht in meinen Armen einschlafen
Und ich ließ die Sonne niemals untergehen,
so dass stets Licht ward.
Und dann sagtest Du zu mir, Du wuerdest mich fuer immer im Deinem Herzen einschließen
Und ich brach Dein Herz,
so dass niemals mehr irgendjemand darin gefangen ward.

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