Windlingsbraut
gegen Menschen
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erstellt am 17-02-2006 um 22:18
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Hallo, ich misch mich einfach auch mal ein.
Ehrlich gesagt, weiß ich generell nicht, was ich von Antikriegsfilmen halten soll. Wenn es wirklich nur ums Schocken geht, so nach dem Motto: "Je schlimmer der Film, desto erschrockener bin ich und finde Krieg noch viel schrecklicher als vorher", dann kann man sich meiner Meinung nach auch irgendeinen x-beliebigen Kriegsfilm angucken, oder? Schließlich gibt's da auch Gemetzel, nur die Dialoge (und wahrscheinlich auch die Musik) dazu sind anders.
Um was es wirklich gehen sollte, sind, denke ich, die Auswirkungen, die Krieg auf die Menschen hat. Zu zeigen, dass der Krieg das Schlimmste ist, was jemandem passieren kann, die Verzweiflung, das nicht-Verstehen der sinnlosen Zerstörung und das Verlorensein der Opfer, das sollte primär dargestellt werden.
Versteht mich nicht falsch, irgendwelche schockenden Gemetzel sind verstörend, gar keine Frage, und um das zu zeigen, was Krieg wirklich ist (als ob ich das wissen würde ), ist sowas wahrscheinlich auch notwendig. Aber das, was mich persönlich wirklich berührt an Filmen, die das Thema Krieg behandeln, sind die Einzelschicksale. Wie die Menschen zwischen den Schlachten mit den Geschehnissen klarkommen, wie manche stark genug sind, manche total apathisch werden und einige nur völlig zerbrechen, das ist für mich oft schockierender als ellenlange Schlachtszenen.
((Man denke da zum Beispiel mal an die ganzen Veteranen, die jetzt noch an nem posttraumatischen Stresssyndrom leiden und in ihrem Leben mit gar nix zurecht kommen, ich denk mal, das zeigt auch im wahren Leben, was Krieg anrichten kann.))
Darum finde ich den Pianisten von Polanski auch so gut, einerseits zeigt er ja die Brutalität, mit der die Nazis im Warschauer Ghetto gewütet haben, andererseits gibt es in dem Film jede Menge lange Szenen, in denen nur der Protagonist zu sehen ist, der einsam und fertig mit der Welt irgendwo rumlungert und sich einfach nur tierisch fürchtet und dann am Ende doch nicht zerbricht.
In Die Brücke geht es ebenfalls primär um die Angst, die Angst der Jungen, weil einfach nichts passiert und trotzdem alles so schrecklich ist, wie es ist, weil es einfach Krieg ist.
Trotz allem kann ich aber absolut verstehen, wenn manche "Gemetzel-Filme" als Antikriegsfilme bezeichnet werden. Es kommt halt immer auf den vermittelten Hintergrund an, auf die Stimmung, mit der das ganze präsentiert wird. Klar, wenn ich irgendwelche Folterszenen sehe, oder wie ein Soldat seinen Feind noch unnötig quält, bevor er ihn abschlachtet, das geht mir schon an die Substanz. Aber das ist eher so ein Ur-Grauen vor den menschlichen Abgründen und nicht dieses geschockt sein bis ins Mark von menschlichen Schicksalen.
Entschuldigung für das lange Gequatsche, ich glaub, ich bin ein bisschen grundsätzlich geworden. 
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Friedrich Nietzsche: Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muß es besitzen.
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