gelberhund
Junior Member
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erstellt am 03-11-2006 um 19:35
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Ich weiß nicht wer dies zuerst gewußt hat, ich selbst oder mein Gedächtnis irgendwo in den Windungen meines Hirns. Irgendwann war da dieser Gedanke gewesen ... der Gedanke daß ich selbst, ich bin. Nein, das war kein anderer. Das kam nicht von Außen. Ich bin, das war eine innere Errungenschaft. Ich bin, das war ein Sieg über all das das ich nicht bin. Ich bin, der ich bin, sagte der Gott des Moses. Und so sage auch ich, ich bin, der ich bin. Was ich nicht bin, ist mir egal. Was ich nicht bin, ist im Grunde nur verlorene Zeit. Alles was ich nicht bin, ist meine Eitelkeit und mein Falsches. Daß ich bin, und daß ich bin, der ich bin, ist alles was für mich wichtig ist. Wie kann ich ich sein, wenn ich nicht bin? Irgendwie muß es da ein ich geben, das ich bin. Ich glaube, es ist eben jene Errungenschaft. Unser ich fällt uns nicht einfach zu. Man muß daran arbeiten, daran leiden, es lieben und hassen, es verneinen und zugeben. Ohne ich geht es nicht, und obwohl alles danach schreit daß dies nicht stimmt, stimmt es doch. Alles lebt von meiner Vernichtung. Außer der Liebe, doch die versteckt sich. Weil sie Angst hat. Die Liebe, Königin des Menschen, hat Angst vor dem ich. Denn dieses ich das ständig der Vernichtung preisgegeben ist, dieses ich daß sich aber doch immer wieder verteidigt und bewährt, dieses ich ist Macht. Es ist die Macht der Schönheit. Wo Liebe gut ist, wo Liebe wunderbar ist, ist das ich schön. Das ich ist Vernunft und Glaube. Das ich ist das einzige, das zu lieben vermag. Vielleicht hat die Liebe deswegen Angst vor ihm. Ohne das ich, wäre selbst die Liebe gleichgültig wie alles andere das auch gleichgültig wäre ohne dem ich. Was ist schon Liebe an sich? Was ist Liebe ohne den der liebt? Gibt es überhaupt irgendetwas das etwas sein kann ohne das ich? Ich bin, ich lebe, ich leide, ich hasse, ich habe Freude, ich hab Glück gehabt. Unser ich schreibt wunderbare Bücher in uns. Es schreibt Theaterstücke und Poesie. Es macht Tragödien und Komödien. Romane und Kurzgeschichten. Das ich gibt selten auf. Es ist treuer als ein Freund, und wenn es Feind wird, gibt es keinen schrecklicheren. Man kann es erschießen wollen, es ist schuldig an sovielem. Aber wenn man es tut, wird man es ewig bereuen. Es sei denn, man tut es um des iches willen. Es sei denn, man weiß, was man tut. Es sei denn, man überlebt es. Aber sicher ist das nie.
Wer bin ich? Diese Frage kann ich nicht beantworten, außer mit Ich bin, der ich bin. Es geht nicht anders. Ich bin kein anderer, ich bin der ich bin. Wer kann sich schon diese Frage stellen und anders antworten? Es geht nicht darum daß es keinen Sinn macht, es geht darum daß wir wir selbst bleiben. Ja, laßt uns bleiben wer wir sind. Ja, das sollen wir tun, bleiben wer wir sind. Für wie lange? Solange es geht, solange wir uns noch erkennen. Danach ist alles zuende. Wenn wir nicht mehr die sind, die wir sind, ist alles vorbei. Dann beginnt das Leben anderer Menschen. Es wäre wie der Absteig aus dem dreidimensionalen Raum, in eine zweidimensionale Ebene. Alles, was nicht wir sind, ist weniger. Wir können nichts gewinnen, denn unser größter Schatz ist in uns. Es gibt auch nichts zu verlieren, denn dieser größte Schatz bleibt. Wir sind unser Schatz.
Mag einer fragen, gibt es nichts anderes außer uns? Doch, das gibt es. Es gibt Wasser, Himmel und Erde. Es gibt den Wind. Es gibt Tiere und Pflanzen. Es gibt unsere Dinge. Aber was ist all dies ohne uns? Man kann mit Gott kommen ... aber was ist Gott ohne uns? Ja, wir sind auch nur nichts ohne Gott, aber das ist weil er wie wir ist. Auch er ist - ich. Auch er ist - wir. Es gibt da ein verwirrendes oben und unten, ein verwirrendes mehr und weniger. Dort ist es wo die Liebe zählt. Die Liebe zählt wo es oben und unten gibt, wo ein mehr oder weniger. Denn die Liebe hat von all dem keine Ahnung. Die Liebe ergibt sich. Oder sie ist mutig, und wenn sie das ist, gewinnt sie jeden Krieg.
Wir haben alles, denn wir sind. Wir sind nicht weil wir alles haben. Wir sind, weil es uns gibt, weil wir existieren. Dies ist der Brunnen unseres Lebens. Weil wir sind, kann alles andere sein, kann alles andere gut sein. Weil wir sind, können wir dieses Leben leben.
"Die Existenz geht der Essenz vorraus."
Leitspruch existentialistischer Philosophie
"Ich bin der ich bin."
Der Herr Israel's
"Ich denke, also bin ich."
Descartes
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Alles was nicht Du bist, ist eitel, und falsch.
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