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Maternus
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So, da kommen meine Worte wieder, aber diesmal in eher sinngemäßer Reihenfolge. Und diese Verse sind für Nnordy, Melisande und auch für den ollen Maliander.

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"Der Gescheitere gibt nach: ein unsterbliches Wort. Es begründet die Weltherrschaft der Dummheit."
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Der Tod des Frühlings


Ich sehe es in Deinen Augen
Ich seh’s in jedem Morgenrot
Ich spüre es auf Deiner Haut
Der Frühling, er ist tot

Kein Flanieren in den Wäldern
Keine Lust im grünen Hain
Nur noch Stille – öde Leere
Mai schreibt seinen Totenschein

Was tust Du nur, mein Liebstes
Was tust Du mir unendlich Weh
Gestern Sonne, heute Regen
Morgen nur noch Eis und Schnee

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Sag mir


Was kann ich tun
Was Dir noch geben
Das Dein Herz mich wieder sieht
Ich hab gehofft
Und hab gebetet
Das dies alles nicht geschieht

Was kann ich tun
Was Dir noch geben
Das Dein Lächeln strahlend wird
Hab’s versucht
Mein halbes Leben
Und habe mich so sehr geirrt

Was kann ich tun
Was Dir noch sagen
Das Deine Seele zu mir zieht
Hab’s versucht
In aller Stille
Und wurde selbst zum Eremit

Nun bitt ich Dich
Mir zu erklären
Wie man zwei Menschen retten kann
Die so geliebt
Und so gelitten
Sich verloren, irgendwann

Ich werde kämpfen
Werde stark sein
Werd an Deiner Seite steh’n
Nur hilf mir
Zeig mir Wahrheit
Wofür wir durch die Hölle geh’n

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Melisande


Melisande schwimmt im Himmelsmeer
Durchbricht den Regenbogen
Zieht alle Träume hinterher
Die sich im Schlaf so fest verwoben

Wär so gerne Wasser, Feuer
Sie wär so gerne Luft und Wind
Bei allem was ihr lieb und teuer:
Sie wär so gerne noch mal Kind

Strahlend taucht sie aus dem Nebel
Der ihr altes Sein verschlang
Wie ein Phönix aus der Asche
Das Herz befreit und ohne Bang

Lachend zieht sie ihre Kreise
Blickt herab auf’s Erdenrund
Ihre Flügel knistern leise
Sind gelöst vom Höllengrund

Was breiten sich die schönen Schwingen
Mit Lust hinein in’s Sternenzelt
Was mag ihr wohl die Zukunft bringen?
Es wird nichts sein von dieser Welt

Lang noch seh ich ihre Bahnen
Seh sie sich frei im Himmel dreh’n
Hoch über irdischen Orkanen
Und wünscht ich könnte mit ihr geh’n

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Sternenwandrer


Jetzt denke ich viel klarer
Kann auch die Welt bald wieder seh’n
Und ich sehe Dich hoch oben
Am Himmelszelte steh’n

Ich erkenne wohl Dein Antlitz
Es ist mir lang vertraut
Jede Nacht, da wird es schöner
Wenn man genauer nur hinschaut

Du bist mir der Nordstern
Leuchtest mir den Weg
Hast so oft mich behütet
Auf brüchig-wankend' Steg

Wie kann ich’s Dir danken?
Einem Himmelsgestirn
Ich wär nichts ohne Dich
Würd mich hier untern verlier’n

Nun der Lohn Deiner Mühe:
Auf meine eigene Art
Ich küsse den Himmel
Ganz sacht und ganz zart

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Herzenslied


Worte fliessen nun wie Töne
Hab’s sprechen, singen nie verlernt
War nur zu lang in mir gefangen
War zu weit von mir entfernt

Ein neuer Tag, ein neues Lied
Wie schön das Leben manchmal tut
Meine Klänge tragen Freude
Bin voll Hoffnung, hohem Mut

Lieder werden niemals sterben
Nur Noten werden manchmal blass
Hab meinen Herzenston gefunden
Könnt nun tanzen ohne Unterlass

Kann den Odem wieder spüren
Der in allem um uns wirkt
Der große Hauch des höchsten Wesens
Dessen Liebe niemals stirbt

Was ist die Welt doch voller Wunder
Was steh ich staunend, kindgleich hier
Es gibt noch so viel zu entdecken
Dich und mich – Das Wir

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Augenblick


Wenn ich einmal gehe
Wirst Du mich nicht mehr seh’n
In einem unbewachten Augenblick
Werd ich vor mir selbst besteh’n

Wenn ich einmal gehe
Wirst Du nicht bei mir sein
Da wohin ich gehen muss
Reise ich allein

In einem Augenblick
Einem kurzen nur
Lösch ich mir mein Selbst
Verwische jede Spur

Ich hinterlasse keine Narbe
Hinterlasse hier kein Vakuum
Die Welt, sie wird sich weiterdreh’n
Immer nur im Kreis herum

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Heimweh nach Dir


Was ist es was mein Herz umfängt
Als möcht es nimmermehr gesunden
Es ist ein Weh, ein fernes Zieh’n
Ein Schmerz, wie nie empfunden

Ein Leid so tief, so ungestüm
Ich möcht es kaum ertragen
Als würd ich brennen, würd ich glüh’n
An diesen kalten Tagen

Es ist das Heimweh, nie gekannt
Ein Fernweh tief in mir
Das hat sich in mein Herz gebrannt
Will immer hin zu Dir

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An den Abend


Da liegst Du nun, ein Lächeln im Gesicht
Strahlend
Tröstend
Du schläfst so tief und siehst mich nicht

Träum Du nur, träum Dich zu Dir
Ferne greifend
Weite schnuppernd
Ich wart’ auf Dich, bin immer hier

Geh nun hin, du stiller Abend
Dank dir Freund
Dank dir sehr
Du hast mich wohl gelabet

Hast mich beruhigt, hast mich getragen
Gestützt
Beschützt
An diesen schweren Tagen

Ich bitt dich nun, behüt auch sie
Zur Nacht
Im dunkeln
Lass Tausend Sterne für sie funkeln

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Fremd


Mein Herz
Was hab ich Dir getan?
Was faßt Du nur so kalt mich an

Herz
Damals, unter’m Kirchenturm
Trotz uns’re Liebe Wind und Sturm

Verweilten wir im ew’gen Kuß
Weißt Du eigentlich wie bang mein Sinn
Wann immer ich Dich ziehen lassen muß

Nein, ich glaube Dir
Du weißt es nicht
Nur das Dein Tun
Mein Herzen bricht

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Für meine Frau


Hab so viel Liebe heut in mir
Komm nur her, ich schenk sie dir
Hab heut Dir noch so viel zu geben
Ich teil es gern mit dir, mein Leben

Ich habe Kraft, auch mal für Zwei
Ich trag Dich gern, `s ist nichts dabei
Wär jede Last so bittersüß wie Du
Schlöß ich Frieden, fänd endlich Ruh

Das Leben ist nicht immer still
Wirft uns umher, wann es es will
Treibt uns auf wilder Meeresgischt
Und will, daß unser Licht erlischt

Drum bäum Dich auf, gib nicht klein bei
Wehr Dich, kämpfe, schwimm Dich frei
Und kannst Du Dich nicht alleine retten
Sollst Du Dich an meine Schultern betten

Ich wache stets, bin immer hier
Ich steh Dir bei, bin neben Dir
Ich bin Dein Schild, bin auch Dein Wehr
Geb Dich verloren nimmermehr

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Malianders Herbst
-Der Tod des Barden-


Hast gut gekämpft
Dich gut geschlagen
Nie gänzlich ohne Hoffnung
In guten und an schlechten Tagen

Der Volksmund sagt:
Die Feder sei mächt’ger als das Schwert
Die Laute war die falsche Wahl
Diesmal war es umgekehrt

Liegst nun da, in Deinem Blut
Deine Augen starr zum Himmel
Deine Worte, fest im Blick
‚Alles wird gut’

Hast bis zum Ende noch geglaubt
Ans Schöne und Gerechte
Doch die Welt umher
Hat Deine Worte Dir geraubt

Wolken über Tannen
Der Abend naht mit Eile
Die Nacht zieht auf
Doch ich verweile

Warst mir Freund
Und warst mir Trost
In Dir war Sommer
Selten Winter, Frost

Ich denke, ach, so gern
An die Zeit mit Dir zurück
Warst mir nie fern
Ein Teil von mir, ein gutes Stück

Bist so weit mit mir gegangen
Auf des Lebens schlechtem Weg
Doch all die Stürme, all die Winde
Haben Dich hinfort gefegt

Ruhe nun, mein Freund
Ruh’ sacht
Mir fehlen Deine Worte
Ich sag nur leis: Gut’ Nacht

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Liebes Leben


Wenn ich einmal lieben kann
Dann liebe ich von Herzen
Zu viele Jahre ohne Sehnsucht
Zu viel Zeit für Schmerzen

Viel zu lange nichts gespürt
Zu oft nur existiert
Das man für Liebe leben muss
Hab ich zu spät kapiert

So ging es mir verloren
Das Liebste der Welt
Und ich kann es nicht kaufen
Nicht mit Gold oder Geld

Ich kanns nicht bezahlen
Nicht mit Scheck, noch Schein
Es ist so preislos
Wie das Erdensein

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Unter’m Lindenbaum


Schlaf
Mein Kind
Unter’m Lindenbaum
Weht der Wind
Durch die Blätter
Wiegt dich sacht in den Traum

Schlaf
Mein Kind
Ich stehe hier Wacht
Träum Du nur von Frieden
Träum Dich durch die Nacht

Schlaf nur
Mein Kind
Mutter, Vater sind hier
Und wenn Du dann aufwachst
Sind wir noch bei Dir

Schlaf nur
Mein Kind
Unter’m Lindenbaum
Säuselt der Wind durch die Blätter
Bringt Dir einen Traum

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Nach längerer Abstinenz wieder ein kleines Werk aus der Abteilung 'Anderswelt'


Ich habe heute Nacht eine Elfe geseh'n
Sie war voller Anmut, sie war wunderschön

Sie schlief mit dem Kopf auf grünem Farne gebettet
Ich hab mich sofort verliebt, meine Seele verwettet

Und dann blickte sie auf und dann sah sie mich an
Mein Herz konnte fliegen, war wieder Kind und kein Mann

All die weltliche Last und auch all meine Sorgen
Hat nur dieser Blick aus meinem Kopfe geborgen

Als ich dann erwachte, da war sie schon fort
Aber die Welt ist seither für mich ein besserer Ort

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