lizard
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erstellt am 11-11-2009 um 19:49
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vielen vielen dank für deine kritik. es ehrt und freut mich, dass du dir die zeit dazu genommen hast. ich werde mir ebenfalls die zeit nehmen, im einzelnen darauf einzugehen.
Zitat: Original geschrieben von Sneaky
Da ist das „fallen deep. ME müsste das fallen deeply sein? Auf jeden Fall riecht diese Satz konstruktion leicht nach Deutsch-Englisch, also ein deutscher Satz, der eins zu eins ins Englische übertragen wurde.
"flying high", "riding rough", "playing fair" etc. das hat schon alles seine richtigkeit und den ausdruck "to fall deep" gibt es im englischen auch.
Zitat:
Deine Verwendung von cease ist mir auch suspekt. Zumindest fehlt mir da das „to be“ das ist doch das, was du sagen wolltest? Aufhören zu sein?
"to cease" bedeutet unter anderem aufhören, erlöschen, enden. es ist etwas holprig, wie auch im deutschen, dies ist aber nicht unbeabsichtigt.
Zitat:
Auch bei „part“ fehlt was. I part heißt schlicht ich teile. Da hast du des Reims wegen das Objekt unterschlagen. Depart wäre abreisen, aber das verhaut den Rhythmus.
du verwechselst "to part" und "to part sth." ersteres heißt eben nicht "teilen", sondern "scheiden" oder "sich trennen". insofern glaube ich, dass es an der stelle ebenfalls vertretbar ist.
Zitat:
Das Schlusscouplet dann passt zwar zum Titel und der Absicht des Vergleichs, aber take turns heißt sich abwechseln. Sry, das geht nicht auf für mich, Sommertag und Winternacht wechseln sich nicht ab.
tun sie nicht? dies ist vielleicht eine philosophische frage. entgegen meiner gewohnheit möchte ich dir hier eine interpretationsmöglichkeit nahe legen: sommertage und winternächte sind in diesem zusammenhang eher ein bild/eine metapher für schöne, glückliche und unglückliche zeiten im leben, das allgegenwärtige yin-yang, wenn du so willst.
Zitat:
Die „thees“ and thous sind etwas deplaziert, ich weiß in den Shakespeare-Sonetten wimmelts von denen. Die sind beim Aufpolieren drin gelassen worden, aber echtes Elisabethanisches Englisch sieht völig anders aus. Uns setzt man in den Anthologien die Versionen vor, die von Anglizisten so aufgearbeitet wurden, dass wir sie lesen können.
Wenn ich in einem deutschen Text z.B. Thür und Thor eben noch mit th schreiben würde, wärs deswegen auch kein Mittelhochdeutsch. Deshalb mag ich die Dinger prinzipiell nicht sehr, aber das ist reine Geschmackssache.
so lange ist mein englisch-LK noch nicht her und shakespeare haben wir damals (zu meinem unmut) rauf und runter gelesen. ich bin mir relativ sicher, dass das gedicht in der damaligen zeit zumindest verständlich, wenn auch anachronistisch gewesen wäre. ich habe mich aber entschieden, es zu ändern. es ist widersinnig, den damaligen stil zu parodieren, gerade wenn man den unterschied zwischen damals und heute hervorheben will.
im übrigen ist "belated answer" für mich persönlich ein zweideutiger titel: das gedicht entstand spontan, als ich an meine schulzeit gedacht habe. damals habe ich eines tages meine abneigung gegen shakespeare und seine sonette geäußert, worauf hin meine lehrerin meinte, ich solle doch erstmal selber ein sonett schreiben. leider ist damals eben dieses gedicht in der ersten strophe erstickt und ich habe statt dessen etwas lustiges und zynisches geschrieben. nun habe ich die damalige schuld beglichen.
Zitat:
Dann ist natürlich noch die Sache mit dem Pentameter. Da variierst du einigemale, manche Sätze sind sechshebig.
touché. ich neige oft dazu, das versmaß zu vergewaltigen, wenn der inhalt es mmn rechtfertigt.
Zitat:
Last but not least: Auch wenn das nach einer Riesenlatte von Gemecker aussieht, das Gedicht hat mir gefallen und die Idee ist wirklich witzig.
Gruß
Sneaky
es freut mich sehr, dass es dir gefallen hat. ich bin ein großer fan deines gartens und fühle mich, wie auch bei daemon sehr geehrt.
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