Odessa
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erstellt am 01-09-2010 um 11:32
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Olympia ist genau so ein Mist wie BuGa und LaGa
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Hase, im Prinzip eigentlich NICHT - die olympische Idee "dahinter", also ssäh oridschinäl sozusagen, finde ich genial und ich gönne den Sportlern von Herzen dieses Ereignis. Ich habe mich auch sehr gefreut über die IGA in München damals, wir haben seitdem einen der schönsten und größten Parks (neben dem Englischen Garten, dem Botanischen und dem von Schloß Nymphenburg) mitten in der Stadt, mit herrlichen Biotopen drin (Frösche, Kröten, Wildgänse, Enten etc.), Rosengärten, einem chinesischen und japanischen Meditationsgarten, einem thailändischen und einem indischen Rosenholz/Ebenholz-Tempel, einem See und diversen Bachläufen usw. Der Unterschied ist - hier hat sich was verbessert in der Stadtlandschaft. Wo vorher (ich glaube mich zu erinnern aber nagel mich darauf nicht fest, das ist schon wieder Jahrzehnte her) Asphalt, Beton und Brachland für ein Einkaufszentrum ("Noch eins..") war, wurde dann die IGA errichtet und mit ihr besagter Park mit sich ebenfalls über km² erstreckendem "Grün".
Wie auch Du es siehst - hier bei diesen olympischen Spielen ist das Gegenteil der Fall, und yepp, sinnvoll ist was Anderes. Gerade der Nationalpark Berchtesgaden (mit einer der schönsten der Welt, "das 2. Kanada" wird er ja sogar von Kanadiern und US-Amerikanern genannt die sich dahingehend auskennen ;-) ) und in Niederbayern sein von mir genauso geliebter "großer Bruder", der Nationalpark Bayerischer Wald, sind zwei der wertvollsten und grandiosesten Naturschutzgebiete überhaupt, riesig in ihren Ausmaßen und deshalb eine unersetzbare Heimat für Tiere wie den Braunbären, den Wolf, den Luchs, die letzten Auerhühner (Bestand ist eh fast ausgerottet...), die Steinadler, Gamsbock, Murmeltier und Co.
Ich habe immer wieder eines der Gespräche mit meinen geschätzten "Nachbarn", den Tirolern, im Kopf wenn ich an das ganze Ski-Theater der Moderne denke. Als Marinus und ich vor Monaten mal in Kufstein übernachteten, in einem urigen alten Gasthaus dessen Hinterwände in die Felsen gebaut waren und wodurch man an manchen Zimmern den Balkon keine 3 Meter entfernt vom nächsten hier heraus stürzenden Gebirgsbach hatte, sprachen wir mit der bestimmt über 70jährigen Besitzerin. Sie servierte uns das Frühstück und ich erwähnte die mir ins Auge stechenden alten Schwarz-Weiß-Fotos und einige Ölbilder die sie an der Wand hatte. Darunter eines, das einen der gebeugten Statur nach wohl älteren Mann mit einem kleinen Jungen an der Hand zeigte, von hinten, die beide über meterhohe Schneeverwehungen einen Hang hinaufstiegen. Sie waren gekleidet in die mir noch bekannte alte Kleidung der Bergvölker hier - nur eine dicker gestrickte Joppe, eine hirschlederne lange Hose, dicke selbstgestrickte Wadlstrümpfe und dazu - in dem Fall - knöchelhohe feste Lederstiefeletten. Ein Hut auf dem Kopf des Mannes, ein dicker Schal und eine Haube auf dem Kopf des Jungen. Das Bild berührte mich ungemein, weil es mich an die Winter in Niederbayern/Bayer. Wald erinnerte, wo ich vor laaaangen Jahren jedes Wochenende verbrachte. Die Männer die "im Holz" arbeiteten, wie sie es auch hier bei mir ums Eck, in der Lenggrieser Jachenau noch tun, trugen noch vor wenigen Jahrzehnten dann zu diesen Stiefeln runde Schneeschuhe. Die sahen irgendwie aus wie heutige Tennisschläger nur halt ohne den Stiel;-), und darauf lief man dann besser über den Schnee, kilometerweit. Und die ersten Ski waren simple "Brettln", in die man einfach reinschlupfte, notdürftig nur mit einem Lederriemen gesichert bzw. festgebunden.
Mit dieser Ausrüstung lebten die Berg- und auch Bayernwaldvölker ganz wunderbar und so wenig sie den schneereichen Winter schätzten (bedeutete er doch Monate voller Kälte, oft genug auch noch harten Überlebenskampf für Mensch und Tier und Tonnenweise verheizten Holzes das zuvor erstmal geschlagen, getrocknet, gespalten, geschichtet und letztendlich verbrannt werden mußte), so sehr mochten es die meisten aber trotzdem, einfach mal einen Hang hinabzuwedeln oder auf Schlitten den Berg runterzusausen. Die Kinder vor allem hatten einen Heidenspaß und tobten sich dabei über Stunden aus (das waren übrigens auch die Zeiten, als kleine Kinder weder an "Hyperaktivität" litten noch sie auf die Idee gekommen wären, freiwillig länger als eine Stunde im langweiligen Zimmer bewegungslos vor dem zu hocken, was heute als "playstation und Co." den täglichen Spaziergang und das Toben in Wald und Flur ersetzt bei armen, in Beton "eingemauerten" Stadtkindern). Und die "großen Kinder", die Eltern und Großeltern - alle noch unter einem Dach aber mit genug Platz und Freiraum damit jede Generation auch für sich sein konnte - suchten sich wie gesagt zwischen ihren Dörfern oder zwischen ihren Einödhöfen und Almhütten einen meterhoch "natürlich" (Kunstschnee - unbekannt, das Wort) zugeschneiten Hügel oder Hang, stapften hinauf und wedelten ihn wieder runter. Und wenn der Winter vorbei war und der Schnee weg, wars gut so denn man lebte auch noch mit den Jahreszeiten und kam im Leben nicht auf die Idee, im Juli Skifahren zu "müssen" oder in einem mal milderen Winter zu "jammern" darüber daß statt 2 Meter Schnee "nur" 1 Meter diesmal liegt.
Es gab keine Pisten, keine Lifte, kein Apres-Ski-Zirkus, keine "Ski-Moden", kein "Schaulaufen" beim Sport, keine 150.000 Sorten von Skischuhen etc. und keine Partymusik-über-Lautsprecher-Beschallung kilometerweit über die Berge und Täler nur damit der lärmVERwöhnte Stadtmensch nicht erschrickt ob der Stille, die in Wald und Flur und auf dem Berg herrscht. Heute haben wir das alles und ich hasse es. Ich habe eine Sommerrodelbahn keine 3 km von meinem Hof weg, jeder Ort hier hat einen Skihang mindestens und eine Rodelbahn, und jede größere Stadt ab 10.000 Einwohnern muß muß muß anscheinend Skilifte haben und "Parkplätze noch oben aufm Gipfel" damit sich die Bixlmadame aus der Stadt nicht ihre Pumps ruiniert auf dem 20 meter langen Weg vom Auto zur "Apres SKi-Hüttn". Nicht daß Madame Ski fahren würde, aber Madame gehört zur Schicki Micki-Szene in München (P 1, FC Bayern-Fankurve in der "Logen-Klasse" usw.) und da "hat" man dann halt auch am Wendelstein, am Sudelfeld, an der Zugspitze in Garmisch oder im angrenzenden Tiroler Kitzbühel, St. Johann oder Elmau zu "sein". Samt neuester Ski-Ausstattung natürlich, denn Sehen und Gesehen werden ist es ja worauf es ankommt, und nicht etwa das konservativ-langweilige, borniert belächelte Leben der herablassend als "Bayerische Seppl" verhöhnten "Bergler" oder "Waldler", die unter "Skifahren" noch was ganz Anderes verstehen so sie entweder über 55 Jahre alt sind oder wie ich einfach nur gerne mit alten Menschen über "deren Zeit und Leben" in der Heimat sprechen.
Und mit diesem Olympia-Wahn ist es jetzt das Gleiche - geworden. Größenwahn, "schneller größer teurer toller", für einen für mich fragwürdigen "Ruhm" im Ausland a la "Die hatten es echt drauf, die Bayern, damals bei der 2018er Olympiade.." Ich pfeife auf diese Anerkennung, denn davon wird der von seinen Höhen vertriebene Steinadler, das aufgrund des Skizirkus-Lärms zu Tode erschrockene und im Flüchten abestürzte Gamskitz, die vertriebene Murmeltierfamilie und der 150 Jahre alte gefällte Tannenbaum, der die heftigsten Stürme, die eisigsten Winter und die dutzendfachen Übersschwemmungen überlebt hat aber der gegen eine Motorsäge keine Chance hat, nicht wieder "lebendig". Und wir haben diese Nationalparks und die ganze Landschaft drumrum, mit all den malerischen alten historischen Dörfern und den neueren, aber immer noch in die Landschaft angepaßten und sich in die alpine Welt einfügenden Städte, nicht über Jahre und Jahrzehnte geschützt, gepflegt und behütet wie unseren Augapfel, nur damit sie jetzt einem Ski-"Show"-Zirkus zum Opfer fallen der einigen Politikern und einigen Sportlern und einigen Geschäftsleuten Ruhm und/oder Geld in die Kassen spült, während einige sehr viele "normale" Bürger nichts als Ärger und Frust erwartet und einige sehr sehr viele Tiere und Pflanzen mit ihrem Lebensraum/"Leben" dafür bezahlen. Für etwas was eben nicht lebenswichtig wäre für eine große Allgemeinheit (wie ich es bei einem Krankenhaus-Bau oder einer wichtigen Brücke oder etwas Ähnlichem ja einsehen würde), sondern nur ein Prestige-Vergnügen für ein paar Tausend Menschen ist für ein paar Tage im Jahr 2018...
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Ehrlich das schöne Voralpenland nur für 2 Wochen auf Jahre kaputt machen? Nie und nimmer! Auch wenn ich sachse bin sowat kommt mir nicht nach Deutschland.
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WEIL Du Sachse bist, muß es heißen. Vergiß nicht - die zwei Freistaat.en hier hatten schon immer enge gute Beziehungen
*Ende des melancholisch-winterromantischen Beitrags einer uuuralten Frau aus den Bergen zum Thema "Skifahren damals und heute *
Geändert von Odessa am 01-09-2010 um 11:35
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