Odessa
Kalkofes böse Schwester
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erstellt am 12-12-2011 um 19:28
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Wäre es anders... ja, dann gäbe es tatäschlich keine Eifersucht, und vermutlich auch kein Beharren auf Monogamie.
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Auf Monogamie beharren kann man m. M. nach nicht, und wer es tut, macht mir Angst, denn ich kann doch Treue und Liebe nicht per Zwang, Druck oder gar Trauschein/Garantiekarte "einfordern" wie eine Serviceleistung. Es ist ein Geschenk, das man offenen Herzens macht und das entweder aus sich selbst heraus kommt und so angenommen wird oder halt nicht. Oder, an einem Beispiel festgemacht weil ich mir dann deutschsprachlich leichter tu: wenn ich das ultimative, für mich absolut perfekte Traumhaus gefunden habe, an dem alles paßt vom Dach bis zum Keller, und es ist auch noch in der perfekten Lage und erfüllt alles, was ich mir je von einem Traumhaus erwartete - dann interessiert mich die 2-Zimmer-Wohnung nebenan ohne Garten doch sowas von nicht mehr, und auch andere tolle Traumhäuser sind dann zwar weiterhin toll, aber können mir nichts bieten was ich doch nicht schon selbst habe in meinem Haus. Whirlpool bleibt Whirlpool, und 50-qm-Empfangshalle bleibt 50qm-Empfangshalle... ich muß nicht durch alle "durchgehen", um zu wissen daß 50 qm immer 50 qm sind, wenn Du verstehst was ich meine ;-).
"Liebe = immer nur Egoismus": sehe ich ein bisserl anders bzw. mit gewissen Einschränkungen. Schau doch mal nur wer mit wem so around the globe, in jeder Nation, in jeder Schicht, in jeder Kultur, zusammen ist. Es sind eben nicht nur "tolle schöne erfolgreiche" Menschen, die einander zwangsläufig "lieben", sondern es lieben sich ganz normale, unscheinbare, kleine dünne große dicke pickelige Menschen, es lieben sich Arbeitslose und Aussteiger die nichts haben außer einer Matratze, und es werden sogar manch Kriminelle geliebt.
Echte Liebe - im Gegensatz zum narzisstischen "Besitzenwollen" eines Partners als "Statussymbol" und zur Eigenaufwertung - wäre allerdings, da stimme ich Dir und Rainbow zu, in der Tat schon ihrer Natur nach selbstlos. Man betrachte eine Mutter und ihr Kind - die Mutter würde immer das eigene Leben geben, ohne zu Zögern, um ihr geliebtes Kind zu retten. Selbstloser kann Liebe nicht sein, denke ich. Auf eine Paarbeziehung bezogen heißt das für mich, daß mir das Glück meines Partners über alles geht und ich seinem Glück niemals im Wege stünde, mit z. B. meinen egoistischen (und wir alle sind unserer Natur nach natürlich irgendwo Egoisten, wir könnten anders gar nicht überleben) Ansprüchen.
Das war mit das Erste, was mein Mann und ich besprachen und als "1. Gebot" für unsere Ehe festhielten: sollte sich jemand von uns in jemand anderen verlieben oder auch "nur" Bock darauf haben, mit jemand Anderen zu schlafen (und weil man nie nie sagen sollte, haben wir dies auch trotz unserer innigen Symbiose und bisher monogamen Ehe nie für uns "ausgeschlossen" daß es morgen oder in 50 Jahren nicht doch mal passieren könnte) - dann ist der Partner der Erste, der das sofort und offen erfährt, und es wird darüber geredet ohne Tabus oder gar Hintenrumgedruckse. Und dann schauen wir gemeinsam und in Verantwortung füreinander, wie wir damit umgehen (können, wollen). Sehr sicher ist für uns beide eben aufgrund unserer Liebe, daß wir auch dann, wenn es sich stellen sollte, deswegen nicht unsere Beziehung beenden würden, sondern es beispielsweise eine - temporäre - Dreiecksbeziehung geben könnte, natürlich zwingend die Sympathie beim anderen Partner für den 3. Beteiligten und umgekehrt vorausgesetzt. Also wie soll ich es sagen ohne auf eine mir nicht genehme "schmierig-vulgäre" Schiene zu kommen: wir würden nur, für einen evtl. Dritten, "als Paar" zu haben sein, sowohl emotional als auch in erotischer Hinsicht. Wir teilen alles miteinander, es gibt keine Geheimnisse, und jeder weiß ehrlich woran er ist. Und weil damit dann für unsere Liebe das von uns umgesetzt werden würde im "Fall der Fälle", was für uns beide das elementarste Grundbedürfnis unserer Liebe zueinander ist: dem Partner alles nur erdenkliche Glück zu gönnen und es ihm nach Möglichkeit immer auch selbst zu schenken. Auch wenn das Glück für ihn vielleicht einmal darin bestehen kann/wird, daß er in Phasen seines Lebens einen anderen Partner braucht, er sich von jemand Anderen kurzzeitig sexuell angezogen fühlt oder er vielleicht erotische Grenzüberschreitungen ausprobieren möchte, dies aber ohne die "Liebe des Lebens" und damit den stabilen, oft schon über Jahrzehnte bestehenden schützenden Rahmen dieser tiefen geistigen Beziehung zu verlieren.
Wäre es jedoch so, daß mein Mann sich in eine andere Frau verliebt, er diese Frau mehr als mich liebt und sie ihm wichtiger wäre in auch nur einer der drei für mich untrennbaren Ebenen unserer Liebe (geistig, seelisch, körperlich), es sich also NICHT um eine von uns beiden zusammen ausgelebte temporäre "Dreiecksbeziehung" handelt - dann würde ich ihn gehen lassen. Und ihm, auch wenn es mir natürlich das Herz bräche und ich mir die Augen ausweinen würde, von Herzen alles Glück der Welt auch weiterhin wünschen... denn es ändert ja doch nichts an MEINER Liebe zu ihm, wenn er mich nicht mehr liebt. Liebe ist schließlich kein Tauschgeschäft, das der Art funktioniert daß man nur denjenigen liebt, der einen "so wie es ins eigene Muster paßt" zurückliebt. Wer so liebt, also nur auf "Gegenleistung Liebe" ausseiend, handelt auch für mich sehr egoistisch. Mit Liebe hat das dann aber auch, in meinen Augen, nichts zu tun, also nicht mit einer Liebe die ich selbst "haben" oder "geben" möchte/könnte.
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Liebe ist kein selbstloses Geben, sondern ein selbstisches Nehmen
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Liebe ist Geben und Nehmen, und wenn das Geben genauso erfüllt oder gar noch erfüllter und glücklicher macht als das Nehmen, ist es die für mich wahre reine Liebe. So definiere ich es, so definieren es, lese ich allein hier auf NW so manche Geschichte, in seit Jahrzehnten glücklich bestehenden Beziehungen lebende Menschen, und ja, dafür lasse ich mich gerne und was sicher erfolgen wird, bepöbeln, beschimpfen oder als für geistig minderbemittelt erklären 
Nix: Dich z. B. liebe ich total selbstischgeberisch. Egal was zurückkommt von Dir, "isch lieb Dir ewiglich". So, nimm das, und mach mir dann nochmal den Affen 
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Das schönste Land der Welt
Geändert von Odessa am 12-12-2011 um 19:39
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