Eiswölfin
Junior Member
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erstellt am 08-05-2004 um 17:18
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Wiedereinmal dreht sich die Platte auf ihrem Teller. Das leise Knistern der Nadel die über die so spiegelgleiche glänznde Vinyl zu streicheln scheint und mir die vertrauten Töne aus den Lautsprechern an mein Ohr dringen lässt...
Musik ist die größte Kraft auf Erden und die stärkste Magie zugleich. Worte bleiben Worte, Schriften vergehen. Melodien bleiben ewig.
Die letzten Sonnenstrahlen erreichen das schräge Dachfenster und lassen die noch vereinzelt angehafteten Regentropfen wie winzige Kristalle leuchten...
Trotz allem: wie eine eisige Decke legte sich diese bittere Sehnsucht über meine Schultern, Kälte war zu meinem Begleiter geworden, und ich hatte nicht einmal versucht, diese abzuschütteln. Stille. Wie tief und undurchdringlich mag Schweigen sein, das Schweigen einer Seele.
Eine, zwei große Tränen tropfen lautlos aus meinen grünlichen Mädchenaugen und tränken den Stoff meiner Kleider mit ihrem stummen Schrei der Verzweiflung. Bitterkeit liegt in den Augen, tiefer, unsagbarer Schmerz...
Wir hatten den Tanz der Seelen getanzt, unsere Blicke hatten sich getroffen, waren ineinander versunken...noch nicht lange ist es her!
Sachte hatten sich unsere feingliedrigen Hände berührt, umschlossen sich ohne den anderen wirklich zu halten-unsere Blick öffneten sich und gaben so den Weg frei.
Bilder, Eindrücke, Erlebtes. In wenigen Momenten gab ich dir Sicht auf das was mich im Innersten so so sehr belastete, noch belastet. Deine Seele schien mich zu umgarnen, sie liebkoste die Bereiche, die dessen Bedurften-Stärkte und tröstete, umhegte und streichelte-darauf bedacht, nie dorthin vorzudringen, wo dies nicht gewünscht war.
Balsamgleich!
Ich schenkte und wurde um so reichlicher beschenkt.
Gestern jedoch bist du mir entglitten, wie ein feuchtes Stück Porzelan rutschtest du mir aus den Händen und zerschelltest am steineren Boden der Realität, wie die Wellen des Ozeans an den ins Meer ragenden Klippen...
Auch ich bin nur ein Mensch-klein und banal-nicht mehr als ein Opfer der Evolution:
'Wir sind die neue Rasse' schallt es in meinen Gedanken und ich muss laut auflachen und erstarre...
Vielleicht war es dir Geschwindigkeit mit der wir übereinander herfielen-den Aasgeiern gleich-vielleicht haben wir uns ausgesaugt wie Parasiten in nur wenigen Wochen.
Doch was zurückbleibt, egal wie man es dreht und wendet, ist diese Leere, diese Sehnsucht! Ich fühle mich wie der erste Mensch, wie Eva die plötzlich erkennt dass sie nackt ist!
Ich habe das Gefühl über die Mauer gesehn zu haben, nein sie exestiert für mich nicht mehr! Ich habe eine Bewusstseinserweiterung erfahren wie sie sich manche wünschen und ewig danach suchen...Doch was nützt mir all mein Wissen all meine Erkenntnis wenn ich dich verloren habe aufgrund des aller menschlichsten Vergehens dem ich fähig bin: MISSTRAUEN!
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