White_Fang
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erstellt am 28-12-2002 um 22:45
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Wusstet ihr das es im Gehirn eine Region gibt, namentlich das Kleinhirn, das die Bewegung die ihr ausführen wollt vorher bis in Detail plant, simuliert und dann ausführt? Wollt ihr also ein Wasserglas ergreifen, liefern die Augen die Lage im Raum des Wasserglases. Diese Informationen werden an das Kleinhirn geliefert, mit dem Befehl: „Ergreife Wasserglas mit rechter Hand“. Und schon beginnt die Arbeit: das Kleinhirn, simuliert die komplette Bewegung, es kompensiert die aus der Bewegung resultierenden Gleichgewichtsveränderungen, die Lage der Gelenke, alles wird simuliert, bis es sein „OK“ erhält und die Bewegung ausgeführt wird. Bis dato relativ unspektakulär, aber das Kleinhirn kann noch mehr. Es simuliert nicht nur die eigenen Bewegungen sondern auch die Bewegungen anderer. Sehe ich einen Menschen, mit Stock und Hut, spazieren gehen, simuliert das Kleinhirn, die Bewegungen des Spaziergängers. Das Gehirn fragt sich darauf hin: „Was würde in mir vorgehen wenn ich mich so bewegen würde“. Ist dieser Spaziergänger fröhlich, ist er traurig, aggressiv, geht er auf mich zu, ist er eine Gefahr? Warum tut er dass was er tut. Nun weiß ich nicht genau was in dem Menschen vorgeht, aber ein Teil der Körpersprache ist ja universell. Aber es gibt auch Ausnahmen: Vor mir könnte jemand mit dem Turretsydrom gehen, und ich denke er wäre besoffen. Das ist System ist also nicht perfekt, aber interessant. Wenn ich einen Menschen sehe, sehe ich dann ihn, oder nicht doch vielmehr eine Projektion von mir auf ihn. Ich messe den Menschen an mir. Sozusagen: „Ich bin das Maß aller Dinge“. Wenn ich also in einem Park bin, und viele Menschen sind um mich herum, sehe ich überall Projektionen von mir selbst. Mal angenommen, ein wildfremder Menschen würde etwas tun, dass ich selbst an mir hasse. Zum Beispiel: ich wäre Bulimiekrank und würde diesen Teil meiner Selbst abgrundtief hassen ich würde meine Krankheit verdrängen und versuchen zu vergessen. Da läuft mir ein Mensch entgegen der absolut abgemagert ist. Würde ich diesem Menschen mit viel Sympathie entgegentreten? Oder würde ich ihn hassen, für seine Schwäche und für seine Krankheit? Wenn ich einen Menschen hasse, hasse ich dann nicht jenen Teil von ihm, den ich auch an mir hasse? Und umgekehrt. Wenn ich Mitleid habe, habe ich dann nicht in Wahrheit Selbstmitleid. Wenn ich einen Penner sehe, denke ich dann nicht, wie schlecht es dem armen Mann wohl gehen muss, ich versetzte mich in seine Lage und denke das es mir genauso gehen könnte, also geben ich ihn etwas Geld. Alles was ich sehe, und das keine objektive Bezugsgröße hat, wie Gewicht oder Länge, ist nur eine Projektion eigenen seelischer Vorgänge. Ich sehe mich in allem. Wenn ich an einen Gott glaube, der Gut und Nett ist, sehne ich mich vielleicht nach Güte und Nettigkeit, oder ich bin selbst Gut und Nett und liebe diese Seite an mir. Die Welt ist nur ein Spiegel. Ist die Welt schlecht und verdorben, bin dann nicht gerade ich schlecht und verdorben, oder ich sehe mich als schlecht und verdorben, hasse den Teil an mir, und hasse deshalb auch die Welt? Die Realität und alles was dazu gehört, ist also eine Art Sammlung von eigenen Wünschen, Trieben, Emotionen. Die Welt oder die Realität entsteht im Kopf, jeder Mensch hat eine andere Welt, jeder Mensch ist eine andere Welt, und die Dinge sind nur so, weil wir sie dazu stigmatisieren. Wenn man also glaubt, die Vorstellungskraft ist nur ein Teil des Bewusstseins muss man antworten: Die Vorstellungskraft ist das Bewusstsein. Mehr noch es ist Schöpfer der eigenen Welt. Ich denke, man sollte das Berücksichtig wenn man das nächste mal jemanden hasst, liebt, beneidet, verachtet. Schließlich kann man nur hassen, wann man sich selbst hasst. Und nur lieben wenn man sich selbst liebt.
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Und die Lemminge ertrinken doch.
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