Erlik
Divide et impera!
Registriert seit: Jan 2003
Wohnort: in meiner Wohnung bei Hamburg
Beiträge: 97
|
erstellt am 26-01-2003 um 18:15
|
Leben ist:
die Vorstufe zu Tod
Die Zeitspanne zischen Geburt und Sterben
Ein Begriff für die Ausfüllung einer Person im Gesamtgebilde der Menscheit...........
Für mich nur ein leere Definition [ darüber läßt sich natürlich streiten ]
aber jemand anderes hatte auch ne intressante Theorie :
Im Altertum waren noch allein die Philosophen für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Begriff vom Leben zuständig. Mit der Biologie, der Lehre vom Lebendigen, entstand in der Neuzeit eine ganze Wissenschaft, die herausfinden sollte, was Leben eigentlich sei. Wer allerdings glaubt, daß dies in einer eindeutigen Definition des Lebens mündete, den wird ein Blick ins Lexikon enttäuschen. Dort findet sich meist lediglich eine Liste von Merkmalen, welche für Leben typisch sind: Fortpflanzung, Stoffwechsel, Erbgut, Komplexität und ähnliche. Viren haben aber keinen eigenen Stoffwechsel, und Maulesel können sich nicht fortpflanzen. Lebewesen sind sie trotzdem. Ist also die gespeicherte Erbinformation das entscheidende Merkmal? Die Erreger des Rinderwahnsinns (Prionen) besitzen zwar kein Erbgut, vermehren sich aber dennoch. Und leben?
Professor Mack vom II. Institut für Theoretische Physik der Universität Hamburg hat eine sehr weit gefaßte Definition parat, die überraschend vielen Dingen zu Leben verhilft. Hinter der komplizierten Formulierung "Leben ist die Replikation von Instabilitäten unter stabilen Bedingungen bei vorliegender Komplexität" verbirgt sich eine Betrachtungsweise, die auch Computerviren, die menschliche Gesellschaft und sogar Finanzmärkte lebendig werden läßt. Es geht dabei darum, dass lebendige Systeme die Elemente, aus denen sie bestehen, ständig selbst herstellen müssen: Biologische Zellen erzeugen die chemischen Substanzen, die sie zum Bestehen benötigen. Und der menschliche Körper erneuert ständig absterbende Zellen, stellt sich selbst her und lebt. Das Prinzip der Selbstherstellung läßt sich nun aber auch von der Zelle und dem einzelnen Menschen auf die gesamte Menschheit übertragen. Solange sie neue Menschen hervorbringt, stirbt sie nicht aus. In unserer Gesellschaft unterrichten Professoren Studenten, von denen einige später Professoren werden. So bleibt das System Universität am Leben und überlebt ihre Angehörigen. Und in der Wirtschaft gründen Firmen Firmen...
Alle diese "Lebewesen" haben etwas gemein: Sie sind aus dem individuellen Verhalten ihrer Bestandteile nicht zu verstehen. Sie sind komplex. So kann der Zusammenbruch einer einzelnen Bank das gesamte Weltwirtschaftsleben erschüttern. Und biologische Zellen vollführen im Zusammenspiel mit anderen völlig neue Aufgaben. Das Ganze ist halt mehr als die Summe seiner Teile.
Kennern der Systemtheorie mag dies wie ein alter Hut vorkommen. Das Team um Gerhard Mack bemüht sich jedoch um eine streng mathematische Beschreibung - auch, um das Leben auf einem Computer simulieren zu können.
Warum befaßt sich Gerhard Mack nun mit diesem komplexen Thema? Nach seiner Auffassung ist es möglich, Erfahrungen, die man mit einem System gemacht hat, auf ein anderes zu übertragen. Der Vereinheitlichung der Wissenschaften muß nach Macks Auffassung die Einigung auf eine gemeinsame Sprache voraussgehen. Wie zum Beispiel beim Begriff des "Enzyms". In biologischen Systemen ermöglichen Enzyme lebensnotwendige Abläufe. In der Welt der Wirtschaft ermöglichen Darlehen nötige Investitionen. Unter einem einheitlichen Gesichtspunkt betrachtet, handelt es sich auch bei ihnen um Enzyme.
Daß eine Theorie des Lebendigen ausgerechnet aus dem Lager der Physik kommt, findet Mack nicht ungewöhnlich: "Es gibt dort erstaunliche Theorien. Wenn wir die nicht hätten, würden wir glauben, es könnte sie gar nicht geben." Physiker hätten Erfahrung im Umgang mit ungewöhnlichen Denkansätzen. In der theoretischen Physik versucht man, den abstrakten Kern physikalischer Gesetze zu erkennen. Dann ist es zum Beispiel möglich, die Prinzipien, die hinter physikalischen Erscheinungen wie der Raumkrümmung stehen, auf Finanzmärkte anzuwenden. Auf eine Reaktion der Ökonomen darf man derweil gespannt sein: "Es ist allerdings vorauszusehen, daß es heftige Kontroversen geben wird", versichert Mack.
__________________
Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: Eine, wenn's ihm gut geht, und eine, wenn's ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion
IP: Gespeichert
|