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Nachtvogel
Der einzige normale unter lauter Verrückten..


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Old Post erstellt am 11-07-2003 um 16:27 Füge Nachtvogel zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nachtvogel anzeigen Nachtvogel eine eMail schicken Mehr Beiträge von Nachtvogel finden Nachtvogel eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Hi, guck doch mal hier nach. Ich denke mal da wird Deine Neugier befriedigt.

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Asmodyrian
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Old Post erstellt am 11-07-2003 um 21:30 Füge Asmodyrian zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Asmodyrian anzeigen Mehr Beiträge von Asmodyrian finden Asmodyrian eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Zitat:
Original geschrieben von ~Squall~
würde jemand der Klamotten eines jhiphoper trägt jemals von einem Gothic geduldet werden also als Gothic ?


Hmm, kann seindas ich was übersehen habe... aber ich denke das ist mal was inhaltlich noch net oft durchgekautes...

Also ich denke schon, denn mir is es egal was für Klamotten der jemand anhat (nen Freund von mir IST Hopper, aber er trägt auch Alchemy- und Tribal-Wear (schwarz) und hört auch manchma Immortelle und Welle Erdball... also Seltsames is man bei uns gewohnt )

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Nachtvogel
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Old Post erstellt am 11-07-2003 um 22:06 Füge Nachtvogel zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nachtvogel anzeigen Nachtvogel eine eMail schicken Mehr Beiträge von Nachtvogel finden Nachtvogel eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Zitat:
Original geschrieben von ~Squall~
Hi

also meine frage dürfte klar sein , was ein Gothic ausmacht ? seine kelidung, sein denken ? sein musickgeschmack?



Darauf war meine Antwort bezogen.

Ob ein Goth in Hiphoper Kleidung als Goth "anerkannt" wird?

Also ich muß ehrlich gestehen ich fände es etwas befremdlich, da da die beiden Szenen in Punkto Lebensweise (mir fällt grad kein besseres Wort ein) schon ziemlich stark auseinandergehen.

Oder hab ich Deine Frage jetz komplett mißverstanden??

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Realgeist
abgestürzt


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Old Post erstellt am 11-07-2003 um 22:10 Füge Realgeist zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Realgeist anzeigen Realgeist eine eMail schicken Mehr Beiträge von Realgeist finden Realgeist eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Bitte keine Klischees.

Wenn du dir den tiefgründigen, im nächtlichen Wald Gedichte schreibenden Goth gegenüber dem kiffenden, prollenden Hiphopper vorstellt, dann kann dir nur ein Blick in den Hiphopthread helfen, der sich irgendwo im Forum verbergen müsste.

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~Squall~
dunkler reiter


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lol ne so denk ich nicht ok auser der teil mit den hiphopern das stimmt

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Nachtvogel
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Old Post erstellt am 11-07-2003 um 22:27 Füge Nachtvogel zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nachtvogel anzeigen Nachtvogel eine eMail schicken Mehr Beiträge von Nachtvogel finden Nachtvogel eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Zugegeben, den hab ich mir noch nicht angeschaut, ich geh hier nur von denen aus die ich persönlich kenne...

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~Squall~
dunkler reiter


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Ich glaub du hast damit eher die Hiphoper gemeint g weil ich anders bin halten die mich hier für bekobt ich habe für einnen jungen etwas längere haare und die nennen mich ein satanisten ich sage das ich die lebeneinstellung von gothics cool finde und werde angemekert das ich in die pychatrie gehöre ich bin froh kein HipHoper zu sein aber leider bin ich auch kein Goth naja bin eben ich

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Onyx
Lady in black


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Old Post erstellt am 29-07-2003 um 21:02 Füge Onyx zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Onyx anzeigen Mehr Beiträge von Onyx finden Onyx eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

was einen goth ausmacht:

- die musik, ist klar
- schwarzromantik
- evtl. interessen für mythologie, okkultismus, kulturen, poesie, der tod etc.
- hang zu melancholie, wobei ich damit nicht sagen möchte, daß wir alle miteinander nur depressiv in der ecke hängen!
- tja die kleidung: denke es gibt wenige die sich nicht dementsprechend kleiden aber - manchmal eben doch!
- vorliebe für schwarz
- die denkweise...
dieses besondere lebensgefühl zu beschreiben fällt mir auch schwer, mir wird es besonders über die musik vermittelt.

all das muß selbstverständlich natürlich nicht auf alle zutreffen, denke aber das es weitverbreitete eigenschaften sind.


dunkler gruß, onyx

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Onyx
Lady in black


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Old Post erstellt am 29-07-2003 um 21:07 Füge Onyx zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Onyx anzeigen Mehr Beiträge von Onyx finden Onyx eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

zum thema kleidung ist mir nachträglich noch etwas eingefallen: dies häufig böse, morbide aussehen - ist es nicht auch ein selbstschutz? oder abgrenzen von anderen? oder beides?!

was denkt ihr?

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WinterWolf
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Old Post erstellt am 12-08-2003 um 23:21 Füge WinterWolf zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von WinterWolf anzeigen Mehr Beiträge von WinterWolf finden WinterWolf eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

So, ein Textupdate:

Der Begriff „Gothic“ – eine Erläuterung (V. 1.1)
© 2003 Winter Wolf

Vorwort

Dieser Text ist nicht eine der unzähligen fast schon literarisch anmutenden Beschreibungen des „Schwarz-Seins“ oder wie man es auch immer bezeichnen möchte, sondern damit beabsichtige ich einige Fakten zu schildern, die ich zusammengetragen habe und stelle zugleich meine eigene Sichtweise dar ohne jedoch den weitgehend auf Tatsachen beruhenden Inhalt verändern zu wollen.
In aller Kürze: Ich bemühe mich um eine möglichst neutrale Darstellung dessen, was unter Begriffe wie „Gothic“ oder „Schwarz“ fällt und versuche einen kleinen Einblick in diese häufig missverstandene Subkultur zu geben.



Der Begriff „Gothic“
Der Begriff „Gothic“ stammt, was meine kurzfristigen Recherchen ergeben, wohl eigentlich aus der englischen Musik-Presse, welche die dunkle Romantik, die sich in jener Szene großer Beliebtheit erfreut, mit dem Baustil, der Malerei und der Bildhauerkunst der Gotik (in etwa 11. Jahrhundert) verglich. Tatsächlich weisen diese Dinge viele Parallelen auf, insbesondere was die leicht düstere Atmosphäre betrifft.
Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich also unter anderem eine Musikszene, die wohl Ende der siebziger Jahre aus dem Punk heraus entstand (zumeist benennt man die Gruppe „Bauhaus“ mit dem Lied „Bela Lugosi´s DAAD“, das 1979 veröffentlicht wurde; ebenfalls dazugezählt wird die Gruppe „Siouxie and the Banshees“). Einen konkreten Grund, warum sich so etwas entwickelte, möchte ich hier nicht aufführen, da es verschiedene Ansichten gibt, worauf sich die Existenz von „Gothic“ begründet. Fest steht so gesehen für mich nur, dass diese Musik-Szene aus der Punk-Szene heraus geboren wurde, wobei aber wohl auch schon damals deutliche Unterschiede zwischen beiden Stilrichtungen zu erkennen waren.
In diesen Tagen findet sich hier eine große Zahl an Musik-Genres, von Folk, Mittelaltermusik und klassisch angehauchten Stücken über Rock und Metal bis hin zu einigen Variationen von rein synthetischer Musik.

Allgemein stelle ich fest, dass sich unter diesem Wort als Szenebegriff eine erstaunliche Vielfalt an Charakteren findet, wie man eben allein an der Musik erkennen kann. Der kleine Unterschied zu anderen „Szenen“ liegt meines Erachtens genau in diesem Punkt, aber hier hört die tatsächliche Besonderheit auch größtenteils wieder auf. Ich sehe hier inzwischen den häufigen, fast schon zwanghaften Drang andersartig zu sein, doch sei auch angemerkt, dass es sich dann meist um jüngere Individuen handelt, denen eine gewisse geistige Reife und häufig eine echte eigene Perspektive zur Welt fehlt. Es sind Leute, die in ihrem Trendwahn einfach imitieren. Was früher Boygroups waren sind nun eben Bands wie „Marilyn Manson“ oder „HIM“. Ein verschwindend kleiner Teil bleibt wirklich bei dem, was man als „Gothic“ bezeichnet.
Außerdem ist ein Generationenunterschied zu bemerken. Die erste Generation interessiert sich für jüngere „Schwarze“ meistens gar nicht mehr oder nur wenig, da die meisten unter diesen oftmals gänzlich andere Vorstellungen hegen als sie selbst. Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass man einfach schnell erkennen lassen muss, dass man in gewisser Hinsicht vernünftig ist und nicht zu den „Kiddies“ gehört, die das Ganze als reine Modeerscheinung und Musikrichtung betrachten. Die Toleranz ist unter den Älteren eigentlich noch am größten, doch wollen sich jene nur ungern mit pubertierenden Kindern herumschlagen, was mir durchaus einleuchtet.
Die zweite Generation ist in etwa die, zu der man wohl die meisten heutigen Musiker und anderen Künstler zählen kann. Die dritte Generation gibt es in den Augen vieler gar nicht wirklich, wobei ich es anders sehe. Es gibt überaus viele, die „Gothic“ als Modegag sehen, doch gibt es genug, die dahinter auch eine Art Lebensphilosophie sehen, die genaugenommen nie einheitlich ausformuliert wurde, da jeder eine eigene Sichtweise hat und demnach diesem Begriff andere Aspekte zuordnet.
Was an meiner Generation, also der dritten, unangenehm auffällt ist eine erstaunliche Intoleranz und Arroganz untereinander, mal abgesehen davon, dass viele den „normalen“ Leuten ebenfalls überheblich begegnen. Ich denke, dass das ein weiterer Grund sein könnte, weshalb die Älteren mit den Jüngeren nur ungern zusammenkommen. Viele junge „Schwarze“ sind auch Diskogänger, was einen Großteil der Älteren nicht mehr wirklich interessiert.
Ein anderer Gesichtspunkt ist, dass sich einige beklagen, dass sie mit ihrem Outfit nicht überall akzeptiert werden. Ich sehe es so, dass, wenn es um das Aussehen geht, im Prinzip jeder selbst Einfluss darauf hat. Jene müssen eben akzeptieren, dass sie sich als Außenseiter in einer Gesellschaft mit einem eigenen „Dresscode“ wiederfinden und so nicht allzu viel Ansehen unter den Leuten genießen. Das ist meiner Ansicht nach auch einer der Gründe, weshalb viele Jüngere nicht lange bei ihrem „schwarzen Dasein“ bleiben.

Was die direkte Assoziierung von Satanismus, Vampirismus und Okkultismus betrifft, so gibt es hier mehrere Ursachen:
Die einfachste Erklärung ist, dass der Kontrast Schwarz von vielen Menschen, gerade früher, als „Farbe“ der Dunkelheit grundsätzlich mit dem Bösen in Verbindung gebracht wird. Vielleicht kann man es heute als Kontrast zu der recht bunten „Gute-Laune-Gesellschaft“ sehen, doch erscheint mir das eher zweitrangig.
Ich möchte vielmehr unter anderem einen Teil der Bands mit ihren Fans als Ursache benennen. Sie machen es durch die Zurschaustellung von diversen Symbolen, Parolen und Klischees dem Kleinbürger oft schwer „Gothic“ von den oben genannten Themen zu trennen. Hierbei schließe ich diese nicht aus, aber sie stellen nur einen kleinen Teil von dem dar, was unter dem Begriff „Gothic“ existiert. Sie fallen nur am meisten auf, doch stellen sie insgesamt eine Minderheit dar und sind somit nicht repräsentativ.
Ferner ist auch manchmal die Pressefreiheit, welche sämtliche Medienanstalten von der Pflicht freispricht, die Wahrheit zu verbreiten, ein kleines Problem. Gerade die Boulevard-Presse schlachtet das Thema „Gothic“ und Satanismus (nicht selten in Verbindung mit National-Sozialismus) gnadenlos aus. Die Wahrheit ist eben teilweise zu langweilig (oder manchmal auch wieder zu erschreckend), um ungefiltert dem Kleinbürger präsentiert zu werden. Es würde einfach das Weltbild von zu vielen zerstören, wenn man beispielsweise von hilfsbereiten „Grufties“ schreibt. Dabei verharmlose ich nicht grausame Taten wie den Mord von Daniel und Manuela Ruda, doch ist es unsinnig, anhand Einzelner auf eine ganze Gruppierung von Menschen zu schließen.
Insofern diese abgewandelte Form der Rufschädigung jedoch nicht Gewalt durch andere Menschen, sei sie psychisch oder physisch, nach sich zieht, so kann man über das meiste lächeln, was über die „Schwarzen“ verbreitet wird. Manchmal ist es ermüdend, immer in unsichere Gesichter blicken zu müssen, wenn man sich dazu positiv äußert, doch sind das geringe Mühen. Problematisch wird es allerdings dann, wenn Leute wie ich, die sich mit besagten Themenbereichen nur aus Interesse, sei es wissenschaftlich oder aus anderen Gründen, beschäftigen, zusammen in die Ecke der selbsternannten Satanisten gestellt werden. Ich selber bin an sich solchen Dingen unter bestimmten Gesichtspunkten sehr kritisch eingestellt oder gar völlig abgeneigt, doch ist das ein Thema für sich.
Vampirismus hingegen sehe ich in Form einer sexuell stimulierenden Praktik als akzeptabel an, da ich im Prinzip gegen nichts bin, wobei sich alle Teilnehmer einig sind und nichts gegen jemandes Willen geschieht. Ansonsten gibt es eigentlich nur noch die okkulte Sichtweise, die sich mit realen „Vampyren“ beschäftigt und die rein literarisch beeinflusste Gruppe, für die Vampire bestimmte Ideale, Traumbilder oder Ähnliches verkörpern. In diesem Zuge ist festzuhalten, dass sich eine Vielzahl der Leute gerne mit Rollenspielen beschäftigt, doch ist jene Freizeitbeschäftigung beileibe nicht nur bei den „Schwarzen“ stark verbreitet sondern erfreut sich weltweit großer Beliebtheit.
Insgesamt sind dabei gerade in den Anfängen eigentlich keine direkten Verbindungen zwischen Satanismus, Vampirismus, Okkultismus und „Gothic“ zu erkennen, mag das heutzutage leider auch etwas anders aussehen, da es einige gibt, die beispielsweise dem Lebensstil von La Vey oder gar Individuen wie Aleister Crowley nacheifern. Es sei jedoch gesagt, dass es in dieser „Szene“, insofern man überhaupt von einer einheitlichen Szene reden kann, quasi jede Form von Religion und Lebenseinstellung gibt, wenngleich eine eher dunkle oder besser gesagt sehr kritische Sichtweise zu überwiegen scheint, was in meinen Augen ganz und gar nicht falsch ist.

Geändert von WinterWolf am 18-08-2003 um 15:21

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WinterWolf
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Old Post erstellt am 12-08-2003 um 23:22 Füge WinterWolf zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von WinterWolf anzeigen Mehr Beiträge von WinterWolf finden WinterWolf eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Unglücklicherweise existiert der strikte Glaube, dass die meisten „Schwarzen“ chronisch depressiv sind und dementsprechend häufig Suizid begangen wird. Fakt ist, dass unter den Leuten im Schnitt weit mehr über bestimmte Probleme, persönliche wie gesellschaftliche, und die Thematik Tod und Leben gesprochen wird und nicht, wie im Alltag, diese totgeschwiegen werden. Oftmals wird Nachdenklichkeit als Depression interpretiert, wobei es durchaus viele Individuen gibt, welche in ihrer Nachdenklichkeit nicht mehr aus den Problemen herausfinden und demnach in Depressionen abgleiten. Es gibt aber empirische Beweise in Form von Statistiken, die belegen können, dass die Zahl der Fälle von chronischen Depressionen und die Selbsttötungsrate unter den „Schwarzen“ nicht vom Gesamtdurchschnitt abweicht. Was viele befremdet ist die Tatsache, dass unter den Leuten eine gewisse Offenheit herrscht, auch wenn es dann wiederum genug Menschen gibt, die nur Mitleid suchen und auf sich aufmerksam machen wollen.
Somit kommen wir zum nächsten Thema: Selbstverletzendes Verhalten, kurz SVV. Es ist eigentlich eine Abnorm in der Psyche eines Menschen, doch scheint es, insbesondere Selbstverletzung anhand scharfer Gegenstände, bedauerlicherweise zunehmend zu einem regelrechten Trend zu verkommen, seitdem „Gothic“ in diesen Tagen eine Art Modeerscheinung geworden ist. Für mich als jemand, der selber unter SVV zu leiden hat, ist es traurig mit ansehen zu müssen, wie eine solche Problematik von selbstsüchtigen Leuten instrumentalisiert wird um Mitleid zu erregen, dabei wissen die meisten eigentlich nicht, was tatsächlich dahinter steckt. Was wiederum unterschätzt wird ist, dass es sehr viele „normale“ Leute gibt, die ebenfalls unter SVV leiden; zwar wird diese Thematik durch den Aufwärtstrend von „Gothic“ bekannter, aber auch zumeist verfälscht dargestellt. Insgesamt kann man nicht sagen, dass „Gothic“ solche Leute hervorbringt, sondern diese Leute dazu kommen, wenngleich die Bewegungsgründe individuell verschieden sind. Es scheint jedoch viele zu geben, die dort Ihresgleichen suchen und durchaus auch finden. Was ich als großes Problem sehe ist, dass sich diese Leute oft nicht gegenseitig aufbauen und stützen, sondern sich noch mehr herunterziehen, doch sehe ich dieses Problem nicht nur unter den „Schwarzen“.
Fast schon amüsant ist die Verbindung von BDSM, also sexuellen Praktiken, bei denen unter anderem mit Fesselspielen und „Spielzeugen“ wie Peitschen experimentiert wird, mit „Gothic“. Ich denke, es gibt eine gewisse Verbindung vom äußeren Erscheinungsbild her, da in beiden „Szenen“ unter anderem gerne Lack und Leder getragen wird. Ferner gibt es einige Bands, die Live-Shows mit entsprechendem Equipment durchführen. Vermutlich bleiben die Niederlande dabei das einzige Land, in welchem solche Shows unzensiert aufgeführt werden dürfen, da es sich hier dann um weit mehr als nur Show handelt. Alles in allem also Geschmackssache, doch inwiefern es tatsächlich Leute mit solchen Vorlieben in diesem Bereich gibt wage ich nicht zu beurteilen. Ich selber kenne jedoch durchaus einige, die diesen Neigungen nachgehen, doch darf man nicht unterschätzen, wie viele „brave“ Bürger bestimmte Phantasien haben. Hier ist es wieder die extreme Toleranz, deren Einfluss deutlich wird.
Alle Vorurteile begründen sich also, wie man lesen kann, weitgehend auf ungenaue Recherchen und einige auffällige Strömungen in der Gothic-Szene, die allesamt Minderheiten darstellen beziehungsweise genauso in anderen Gruppierungen vorhanden sind, aber nicht so deutlich zum Vorschein kommen. Es sind kleine Bestandteile davon, was sich unter dem Begriff „Gothic“ verbirgt.

Der geneigte Leser wird sich hier doch allmählich fragen, was „Gothic“ nun eigentlich ist, da bisher nur davon geschrieben wurde, was es nicht ist. Im Vorfeld, bevor ich von meiner eigenen Sichtweise schreibe, möchte ich anmerken, dass das keine allgemeingültige Definition ist, da es sich schlussendlich bei dem Begriff „Gothic“ eben nur um ein Wort handelt, das in verschiedenstem Kontext angewandt wird. Viele wehren sich inzwischen, sich selber als „Gothic“ oder „Goth“ zu bezeichnen, da eben bestimmte Fehleinschätzungen ziemlich sicher passieren. Ein Großteil der Leute meidet die Szene, daher wird meist wird dann einfach die Bezeichnung „Schwarz“ bevorzugt.

Nun aber zu meiner eigenen Sichtweise, die auf rein persönliche Erfahrungswerte und eine lange Zeit des Nachdenkens aufbaut:
Ich persönlich verbinde damit eine eher ungewöhnliche Form des Miteinanders, das auf geistiger und wohl auch emotionaler Ebene basiert. Es ist ein Zusammengehörigkeitsgefühl, wie es jedoch nicht ganz einfach zu erklären ist. Dieses Gefühl hat man oder nicht. Ich selber stelle anhand eigener Erfahrungen fest, dass sich bestimmte Leute einfach zusammengehörig fühlen, doch ist es mehr beziehungsweise etwas anderes als Freundschaft oder gar Liebe, es ist vielleicht ganz gut als Seelenverwandtschaft zu bezeichnen, wobei ich hier nicht über den Begriff „Seele“ streiten möchte - ich denke, jeder weiß in etwa, was ich damit meine.
Es würde wohl die Frage fallen, inwiefern sich das dann äußert. Man versteht einander ungewöhnlich gut, hat gemeinsame Gedanken auf lange Strecken hin, doch ist das schon da, bevor man darüber überhaupt ausführlich gesprochen hat. Interessant ist die Feststellung, dass jene Leute bestimmte, in der Regel mehr oder weniger tragische Ereignisse erlebt haben und eben diese starken Einfluss auf die eigene Entwicklung der Gedankenwelt ausübten - es ist in gewisser Hinsicht also auch das, was man unter Empathie versteht, doch sind alle erwähnten Aspekte nur Bestandteile eines Ganzen, das man eigentlich kaum in Worte zu fassen vermag, weil es eben auf einer Art intuitiver Ebene abläuft. Es ist so gesehen etwas, wofür ein eigener Begriff fehlt.
Des weiteren sehe ich in dem, was man als „Gothic“ bezeichnet, mehrere Gruppen und Typen von Menschen, wobei ich anmerken muss, dass die Grenzen zwischen den Gruppen fließend sind. An sich bin ich gegen Schubladendenken, doch vereinfacht es dem Menschen einiges.
Für den kurzen Exkurs ein kleines Beispiel in der Anatomie: Der Mensch spricht von einzelnen Bereichen und Organen, doch ist der Körper an sich ein Ganzes und kein aus Einzelteilen gefertigter Apparat. Der Mensch hingegen begreift nur auf diese Weise, indem er künstlich Einteilungen schafft, da er das Objekt nicht auf einmal mit all seinen Funktionen und Eigenschaften begreifen kann. Nun aber kehren wir wieder zum eigentlichen Bezugspunkt zurück.
Meinen Erfahrungen nach kann ich von rund vier Gruppen sprechen:
Die erste Gruppe ist die der „Trendgrufties“, die sich mit „Gothic“ und „Schwarz“ im Prinzip nur über Musik und Kleidung identifizieren können und nicht selten dazu neigen, in ihrem Auftreten zu posieren. Eine meiner Erfahrung nach eher unangenehme Gruppe, in der Arroganz und Intoleranz herrscht, sowie hier auch eine Art Dresscode vorhanden ist, doch urteile ich dennoch nicht pauschal über alle, die diesem Trend folgen. Allgemein vergleichbar ist diese Situation im Grunde mit der Situation in der Black-Metal- („being true“) und Hip-Hop-/Rap-Szene („being real“).
Die zweite Gruppierung ist die derer, die sich strikt gegen die Bezeichnung „Gothic“ wehren und eher Worte wie „Schwarz“ bevorzugen. Diese Leute sehen dahinter eine Lebensphilosophie und eine Einstellung. Diese Ansicht teile ich durchaus, aber ich verbinde noch geringfügig mehr damit.
Die dritte Gruppe besteht aus verschiedensten Leuten, die wissen, was unter all dem meiner Ansicht nach zusätzlich zu verstehen ist, doch das Gefühl, von dem ich schrieb, nicht besitzen. Die Voraussetzung ist hier die Teildefinition, die ich vorgegeben habe – ich maße mir dabei nicht an, eine „Wahrheit“ zu kennen, die eigentlich keiner kennt, es ist eine subjektive Sichtweise, die ich jedoch mit ziemlich vielen Leuten teile und aus diesem Grund überhaupt an die Öffentlichkeit trage.
Die vierte Gruppe besteht aus den Leuten, die das besagte Gefühl besitzen. Es ist eine kleine Kerngruppe in all dem, was unter „Gothic“ läuft, da es wohl nicht allzu häufig vorkommt, dass man Leute findet, mit denen man sich so versteht und auf genau einer Ebene zu stehen scheint. Hier ist vielleicht anzumerken, dass es sich nicht unbedingt um ein szene-spezifisches Gefühl der Zusammengehörigkeit handelt, doch wird es eben dort stark thematisiert.



Schluss
Insgesamt bleibt noch zu erwähnen, dass nicht jeder, der schwarz angezogen ist auch „Schwarz“ ist. Ferner kann man theoretisch unter „Schwarz“ auch die Zusammenfassung von Rockern, Metalern, Punks, Goths und allen möglichen Freaks verstehen.
Ich sehe das Gefühl im Sinne von „Gothic“ als einen rein intuitiven Aspekt an, der weitgehend unabhängig von modischem, musikalischen, sexuellen oder sonstigen Vorlieben ist. Außerdem ist dieser Begriff weitgehend unabhängig von Politik, Lebenseinstellung und Religion. Es gibt vielleicht einige Aspekte, die unterbewusst mit diesem Begriff verbunden werden (ob es so ist, denke ich, ist Ansichtssache) - dazu zählen dunkle Romantik, Melancholie, Nachdenklichkeit und Toleranz. Ich assoziiere zusätzlich dieses ungewöhnliche Zusammengehörigkeitsgefühl damit. Wäre es so einfach zu begreifen, was ich exakt meine, so hätte ich mir die Mühe gespart, diesen Text zu verfassen.
Doch letzten Endes ist und bleibt es ein Begriff von vielen in der menschlichen Sprache, deren Definition nicht exakt festgelegt ist, doch hoffe ich etwas Licht in das Dunkel gebracht zu haben...


Stefan D. alias Winter Wolf, 18. August 2003

Geändert von WinterWolf am 18-08-2003 um 15:21

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WinterWolf
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Old Post erstellt am 18-08-2003 um 15:23 Füge WinterWolf zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von WinterWolf anzeigen Mehr Beiträge von WinterWolf finden WinterWolf eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Textupdate
Etwas neutralere Formulierung und sachgerechtere Differenzierungen...

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Schwarze_Tränen
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Old Post erstellt am 18-08-2003 um 20:51 Füge Schwarze_Tränen zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Schwarze_Tränen anzeigen Schwarze_Tränen eine eMail schicken Mehr Beiträge von Schwarze_Tränen finden Schwarze_Tränen eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Für mich ist jemand ein Gothic, der sich als ein solcher fühlt (nicht bezeichnet). Musik, Klamotten ect. sind meiner Ansicht nach eher Nebensache.

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Jeder Mensch ist wie ein Mond: Er hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt.

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WinterWolf
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Old Post erstellt am 21-08-2003 um 00:39 Füge WinterWolf zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von WinterWolf anzeigen Mehr Beiträge von WinterWolf finden WinterWolf eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Hm, im Prinzip habe ich das nicht ausgeschlossen, doch ist es ein wichtiger Teil. Klar, ein subjektiver Aspekt, den ich jedoch auf viele Fakten stützen kann...

Natürlich ist man das als was man sich fühlt, doch wie gesagt: Das schließe ich nicht aus.



Oder ich interpretiere falsch und es war ein allgemeiner Kommentar...

Falls ja, so möge man mir verzeihen.

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absolut_death
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Old Post erstellt am 21-08-2003 um 13:31 Füge absolut_death zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von absolut_death anzeigen absolut_death eine eMail schicken Mehr Beiträge von absolut_death finden absolut_death eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

@Schwarze_Tränen

Das was du da ansprichst ist schon ganz richtig. Vieleicht sogar mein eigentliches Problem...

Ich habe keine Lust mich einer Kultur (Mode, Stil, Musik, usw) anzuschließen, mache mir meinen eigene. Und siehe da, wenn man doch mal in einen etwas dunkleren Club geht und nicht ausschaut wie frisch aus dem Schornstein gekrochen oder einem Sarg entstiegen wird, wie überall sonst, über einen gelacht, getuschelt und geurteilt.
Und das von einer Kultur, die sich selbst als tolerant bezeichnet.

@all
Muss man wirklich Gothic definieren??? Ich finde es bleibt jedem selbst überlassen was dazu gehört oder eben auch nicht.

absolut_death

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