Calimero
Junior Member
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erstellt am 27-12-2005 um 05:05
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Hm die Frage gefällt mir genau nach meinem Geschmack.
Meiner Meinung nach verhält es sich damit ja so, dass man eine eingeschlagene Linie zu Ende bringen sollte. Allerdings ist dabei die wichtigste Frage, was einen dazu veranlasst hat, die Linie überhaupt zu beginnen. War es lediglich ein spontaner Einfall oder geht es um fundamentale Einstellungen?
Ich finde sowieso, dass der Begriff Linie zu sehr auf einen einzelnen Standpunkt hindeutet. Dabei geht es ja viel eher um Einzelentscheidungen, die eben zu dem jeweiligen Zeitpunkt gerade aktuell sind.
Ich für meinen Teil halte es bei dem Thema so, dass ich meine Überzeugungen zu einzelnen Themen, wenn ich sie einmal getroffen habe, nur sehr schwer wieder ändere. Wenn es zu einem Konflikt zwischen den Überzeugungen anderer und meiner eigenen kommt, bleibe ich meiner "Linie" trotzdem treu. Ich habe dabei auch nicht das bedürfnis andere für meine "Linie" einzunehmen. Es ist das, was ich dazu denke und damit hat es sich. Wenn jemand anderer Meinung ist, kann man naürlich gerne über die Ansichten Diskutieren und einen Einblick in die andere Sichtweise erhalten.
Wenn man dann nicht auf Basis von Grundsätzen entscheidet, kann man die "konkurrierende" Meinung für den konkreten Sachverhalt einzeln einschätzen. Am besten nach dem Schema: Was ist diese Meinung für mich? Was ist sie für das Gegenüber?
Damit kann man dann auch einmal eine andere Meinung oder Lösung für die Situation oder sich selbst kennen lernen.
Natürlich ist es auch davon abhängig, was von der
jeweiligen "Linientreue" abhängt. Für meinen Teil kann ich nur sagen, dass ich mich in keiner Art und Weise verbiegen lasse, wenn es um für mich wichtige Punkte geht. Es sei denn, bei mir selbst kommt ein "klick" und ich sehe eine Sichtweise, die ich noch nicht bedacht habe und für mich selbst gut heissen kann. Wenn es gleichzeitig aber auch noch um Autoritäten geht(Chef Vorgesetzter, etc.), die andere Meinungen haben oder vorgeben, lasse ich mich auch dadurch nicht von meinen Grundsätzen abbringen.
Allerdings darf man eben nie vergessen, dass der wichtigste Teil des Spieles die Toleranz ist. Genau so wie man selbst zu seiner Meinung steht muss man auch die des Gegenübers verstehen und tolerieren können.
Ein Gefühl von "linientreue" kommt bei mir dabei nicht auf, da ich die Entscheidungen und Grundsätze nach meinem eigenen Weltbild treffe. Sollte ich mit dem mal nicht mehr einverstanden sein, dann muss ich mir wirklich mal gedanken machen, was schief läuft und wo ich eine Parallelwelt zu mir selbst, die nicht mir entspricht aufgebaut hab.
Grüsse Cali
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