Christian220
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erstellt am 17-07-2011 um 06:57
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Es macht das Problem so schwer behandelbar, dass es für viele nicht existiert oder zumindest nicht zu existieren scheint. Ich möchte andeuten, was ich meine:
Stellt Euch tausend Menschen vor, von denen die meisten dieselbe Krankheit haben, ohne sich dessen bewusst zu sein. Die halten sich also alle für gesund und finden ihr (krankhaftes) Denken, Fühlen und sonstiges Verhalten normal. Unter ihnen sind einige wenige Menschen, die gesund sind. Denen fällt natürlich sofort oder nach einer Weile auf, dass die übrigen auf eine bestimmte Art krank sind.
Wenn nun einer von den Gesunden das Problem ansprechen will, steht er vor großen Schwierigkeiten, weil die Kranken die Möglichkeit, selbst krank zu sein, ausschließen. Es sieht so aus, als ob lediglich die Gesunden ein Problem haben. Doch das stimmt nicht. Die Kranken haben ein Problem. Sie spüren es nur noch nicht. Und wenn sie es spüren, ist es zu spät in dem Sinne, dass sie dann bereuen, nicht auf die Hinweise und Warnungen der Gesunden gehört zu haben.
Die Gesunden leiden beispielsweise unter den Kranken, welche jedoch in der Überzahl sind, so dass sie die wenigen Gesunden überall bequem unterdrücken können. Daraus leitet sich das Bedürfnis der Gesunden ab, diese Problematik bei den Kranken anzusprechen. Diese jedoch meinen immer wieder, sie hätten kein Problem.
Ich meine wohl etwa das, was Arno Gruen "Wahnsinn der Normalität" oder "Pathologie des Realismus" genannt hat. Erich Fromm spricht es wie folgt aus:
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"… Und in gleicher Weise glauben wir zu denken, während unsere Gedanken in Wahrheit nur die scheinlogische Einkleidung rachsüchtiger und destruktiver Gefühle sind." (Arno Gruen in "Der Wahnsinn der Normalität")
Es ist weit verbreitet, fremde Ansichten mittels Argumentation zu zerstören, wenn ihre unbedingte Gültigkeit nicht (auf "richtige Weise") nachgewiesen wird, obwohl dieser Anspruch an den eigenen, vertrauten Ansichten nicht realisiert wird. Dieses Verhalten fällt meiner Ansicht nach in die Kategorie "Denken" (und folglich auch "Kommunizieren"), die das obige Zitat charakterisiert. Man könnte sagen, hier dient Argumentation als Verdrängungsmechanismus, denn es werden permanent und intensiv große geistige Bereiche nicht zugelassen. Das bekommen jene zu spüren, die Ansichten vertreten, welche aus diesen Bereichen stammen.
Freilich kann man nun auch das Gesundsein der Gesunden in Frage stellen. Es geht mir aber gar nicht darum, Menschen als krank, dumm, schlecht, feige oder ähnliches abzustempeln. Ich möchte verdeutlichen, dass es für uns alle – die wir uns wohl alle lieber für gesund halten – sinnvoll sein kann, auf Ansichten, Hinweise und Warnungen zu achten, die unsinnig klingen und sich unbehaglich anfühlen, anstatt sie abzuwehren. Es geht um wertvolle Informationen für unser Leben!
Ist jetzt verständlich, was ich meine? 
Geändert von Christian220 am 17-07-2011 um 08:20
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