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Kildare
the kindly one


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Old Post erstellt am 17-10-2009 um 15:03 Füge Kildare zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Kildare anzeigen Mehr Beiträge von Kildare finden Kildare eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Erwachsen werden.

Es ist schon ein bisschen komisch, weil mir immer wieder gesagt wurde, wie erwachsen ich doch bin und ich das einige Jahre so gar geglaubt habe.
Nonsens. Ich war gut darin, so zu tun als ob. Aber welche wirkliche Verantwortung habe ich denn übernommen? Mein Leben ist "sponsored by Mommy" in jeder Hinsicht, denn ich darf mich darauf verlassen - sollte was schief gehen, wird der ältere Drachen es gerade biegen, so gut es geht. Erwachsen? Sieht doch wohl anders aus.
Selbstdisziplin - noch so ein Punkt, wo mancher 13jährige mich schlägt. Aufstehen - eine Hürde.

Und dann doch wieder...haben Sie schon einmal einen Menschen sterben sehen? ja. Haben Sie Erfahrungen mit ernsthaften Erkrankungen? Aber ja. Sind Sie in der Lage einen Fußboden trocken zu legen? Sicher. Was tun Sie, wenn ihre Garderobe voller Katzenflöhe sitzt? Waschen? ich bin pragmatisch bis in die Knochen. Das hat nichts mit erwachsen sein zu tun sondern mit Logik. Es gibt Dinge, bei denen kann einem eine Person, die 350 Kilometer entfernt lebt, nun einmal nicht helfen.
Ich fühle mich nicht erwachsen oder vollwertig, aber ich ahne, warum manche Leute genau das in mir sehen.
Und nun wird es Zeit, tatsächlich "erwachsen" zu werden, die Verantwortung für mich zu übernehmen. Ich hatte verdammt viele Jahre, in denen ich mich nicht um viel kümmern musste. mich selbst. Anstrengend war es trotzdem. Langsam keimt der Wunsch nach Unabhängigkeit in mir auf. Draußen ist Freiheit. Nach Jahren und Jahren möchte ich etwas eigenes haben, etwas, das ich vorzeigen kann und sagen: "Das habe ich geschafft. Das ist meins." Es ist an der Zeit, meinen geliebten älteren Drachen zu entlasten. Auch zeit, die rolle auszufüllen, in die ich immer mal wieder schlüpfe. Und damit man anderen beistehen kann, muss man sich erstmal selbst helfen. Daran glaube ich zumindest. Also muss ich hier ein paar Schrauben wieder eindrehen und dann...ja mal sehen. Ich weiß es doch auch nicht. Feststellen, dass es kein erwachsen sein gibt? Zufriedener werden? Mir selbst verzeihen? Wird sich zeigen.
Jetzt muss es erstmal nach vorne gehen, ganz getreu dem Motto: ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird, aber es muss anders werden, damit es besser wird.

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Was leuchten will, muss sich verbrennen lassen. ~ V. Frankl

Geändert von Kildare am 17-11-2009 um 13:57

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Kildare
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Old Post erstellt am 18-10-2009 um 23:35 Füge Kildare zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Kildare anzeigen Mehr Beiträge von Kildare finden Kildare eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Ablenkung.

Unter der Schicht Gleichmut wartet die Angst, die Aufregung, die zermürbende Müdigkeit...und daneben, gleich daneben nagt Enttäuschung. Meine Haut ist dünn dieser Tage. Zu dünn. Ich nehme alles persönlich. Und ich hasse es, vergessen zu werden. Ein schlichter Anruf, vereinbart und nicht erfolgt. Warum ich dann nicht selbst zum Hörer gegriffen habe? Vereinbart. Ich halte mich an Abmachungen. und ich weiß jetzt schon, dass man (man, schöne Leerformel für einen Namen) sagen wird, ich solle mich nicht aufregen, man könne doch einmal etwas vergessen. Das sei doch nicht böse gemeint.
Aber genau deswegen hatte ich um klare Ansagen gebeten. Wer wen wann anruft. Weil ich weiß, dass ich derzeit nicht besonders nachsichtig bin. Weil ich weiß, dass ich jede Unachtsamkeit als Beleidigung werte. Weil ich mieserabel gelaunt bin. Vielleicht sollte ich mir ein T-shirt mit "Biohazard"-Zeichen besorgen. Damit man gleich sieht, wie es steht.
Ablenkung - anstatt mir Sorgen zu machen, bin ich wütend. ich habe so gar noch ein paar Seiten durchgearbeitet - um mich abzulenken. Verlass' dich auf jemanden und du bist verlassen.
Ich warte noch bis Tagesablauf und falle dann ins Bett - schlafen wird sowieso ein Abenteuer. Das macht also nichts. Was etwas macht ist dieses degradierende Gefühl, gewartet zu haben, meine kostbare Lebenszeit und mein noch viel wertvolleres und knapp bemessenes Vertrauen verschleudert zu haben.
Dünnhäutig. Es trifft. Und ich reagiere über...aber der Fakt bleibt bestehen. Vergessen. Und ich weiß, es wird irgendeine flaue Entschuldigung folgen. Und ich werde entschuldigen. Aber das ändert nichts mehr. Heute, die verschwendete Hoffnung beim Telefonklingeln, dieses flaue Gefühl im Magen je später es wurde - vergeben, nicht vergessen. Und ich bin ein nachtragendes Biest.

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Old Post erstellt am 29-10-2009 um 20:55 Füge Kildare zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Kildare anzeigen Mehr Beiträge von Kildare finden Kildare eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Dornröschen - (k)ein Kindermärchen

Wachgeküsst. Oft sieht man solche Reaktionen. Menschen, die sich durch ihren Partner verändern. Aufblühen. Strahlen.
Und dann gibt es die andere Seite, die bei denen das nicht funktioniert und die unbesungen in einem Dornendickicht verdorren und ausbluten.

Dreh' dich, Spinnrad, dreh' dich.

100 Jahre Schlaf. Es klingt beinahe verführerisch. Nur das Aufwachen, das könnte man sich sparen.
Oder auch nicht..."You are kidding me?" Schon wieder. Sieht man es mir denn wirklich nicht an? Den müden Zug um den Mund vom Lächeln, den traurigen Blick? Nein, ich scherze gar nicht. Und was mich hier hält ist bestimmt nicht das Warten auf einen Prinzen auf einem weißen Pferd. Aber ich schlafe ja auch nicht.

Dreh' dich, Spinnrad, dreh' dich.

Schicksalsfäden, alte Muster im Gewebe....dieselbe Frage. Immer wieder. Wie sehr ist damals? Was ist jetzt?
Ein Schloss, das sich nach hundert Jahren erhebt. Vergangenheit in Gegenwart.
Warum kann ich nicht einfach vergessen? Vergeben? Versinken lassen? Manchmal weiß ich kaum noch, was alles passiert ist. Damals. Und dann erinnere ich mich und weiß wieder woher es kommt, das Zucken, das Misstrauen, die Selbstzweifel und der gar nicht so blanke, schwelende Hass.

Dreh' dich, dreh' dich, dreh' dich...schneller.

Ist es nicht so schlimm? Das sage ich immer, immer wieder. Es würde heilen. Es sei ja schon geheilt. Es habe mich stärker gemacht. Hat es das denn? Wohl schon...aber nichts ist umsonst. Und mein Preis sind die ungläubigen Blicke an diesen Abenden, wenn man jemanden besser kennenlernt und die schöne Oberfläche aus "ich studiere, habe interessante Freunde und kann über Stunden Konversation betreiben" anderen Dingen weicht. Und das so gehasste Mitgefühl, das Mit-Leid, das fast schlimmer ist als geheucheltes Mitleid, weil ich die Stimme des anderen brechen höre, wie meine brechen sollte...und es ist seltsam, jemanden trösten zu wollen, der um einen weint.

Aber vielleicht, am Ende... Dornen haben Rosen. Und die Sträucher werden alt und zäh.
Dornen haben Rosen.
---------------------------------------------------------------------------------

Weshalb also noch?
MAN: You young fellers, you haven't a bloody clue... I used to come down here with the wife, and the twins. Darren got himself killed in Vietnam. Sean and me both got a bit the worse for wear when we heard the news. He crashed the car, but only I crawled away. And, when I got out of hospital, me and the wife carried on walking down here. Then she got a lump in her breast. Anyway... now it's just me.

And I still come down here to watch the sun set. Y'know, most every night it's a bloody beat. And every night it's different. And I think, well, I've had a shit of a life, all things considered. It was fair. Everyone I've ever loved is dead, and my leg hurts all the bloody time...

But I think, any god that can do sunsets like that, a different one every night... 'strewth, well, you're got to respect the old bastard, haven't you?

LUCIFER: All right. I admit it. He's got a point. The sunsets are bloody marvelous, you old bastard. Satisfied?

~ Neil Gaiman, Season of mists


Deswegen. Genau deswegen.

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Geändert von Kildare am 07-11-2009 um 19:41

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Old Post erstellt am 03-11-2009 um 00:30 Füge Kildare zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Kildare anzeigen Mehr Beiträge von Kildare finden Kildare eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

"What if...

I'm glad to say that we've met
But I'm sad to say that the circumstances weren't
On our side

What if we could
Put our lives on
Hold and meet some
Where inside of the world
I would meet you
Would you meet me?

On a park bench
On a skyscrape
On a mountain
Oh yeah, whatever it takes
I would meet you
Would you meet me?

God I would
God I would
I would meet you
Would you meet me

~ Blue October, What if we could


Manchmal, nur manchmal wünsche ich mir ein größeres Herz. Normalerweise halte ich mich ja an Kreisler und den Grundsatz "Er war doch ein besserer Mensch, warum ist er jetzt tot?" und versuche kein besserer Mensch zu sein.
Aber dann werden die Nächte länger und die Tage kürzer und es bleibt Zeit zum Nachdenken. Zum Gedenken an all das, was man nicht getan hat, all die, denen man nicht zur Seite gestanden hat - oder zumindest doch nicht genug. Es ist diese Sehnsucht danach, Schwingen zu besitzen und jemanden darin einzuhüllen, sicher und warm in Daunen zu packen, damit ihn niemand und nichts mehr verletzt.
Was immer auch nötig ist...sagt sich leicht. Aber die Probe ist schwer. Es geht über die eigene Bequemlichkeit, den kleinlichen Geiz und natürlich Missgunst und Neid. Und es geht über Kraft. Über Kraft, von der ich zu Zeiten das Gefühl habe, ich hätte nicht genug, die irgendwo ausgegraben werden muss und die doch da ist. Die natürlich da ist.

"Du hast all die Kraft, die Du nur brauchst, wenn Du den Mut hast, sie zu finden."
~ L. Carol, das letzte Einhorn

Ich hätte gern wieder Schwingen, die mehr als eine Person tragen. Und ein Herz, das vergisst und nicht nur vergibt. Nach-tragend..kein Wunder, dass ich nicht vom Boden hoch komme bei all den Erinnerungen, die ich mit mir herum schleppe.

Es wird Herbst. Und ich beginne mir Sorgen zu machen. Oder zumindest Gedanken. Und die meisten enden in Daunen. Und Schwingen.

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Geändert von Kildare am 04-11-2009 um 21:33

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Old Post erstellt am 09-11-2009 um 15:27 Füge Kildare zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Kildare anzeigen Mehr Beiträge von Kildare finden Kildare eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Drahtseilakt. Ich hätte nie geglaubt, doch noch einmal die jüngere Geliebte zu mimen. Saisonauftritt. Länger als Winter wird dieses Stück wohl kaum aufgeführt werden.

Jüngere Geliebte. Die andere Frau. Es sind nicht die Worte, die normalerweise für mich gewählt werden. Ich komme mit der Rolle schlecht zurecht und bin verwirrt. Ich kenne meinen Text nicht. Und als Deine Frau, beinahe meine Freundin, mich mit "Und das ist seine Freundin." vorstellte, hätte ich am liebsten die Hackenschuhe in die Hand genommen und wäre gerannt. Mein Part wurde definiert. Aber ich weiß noch immer nicht, ob ich ihn spielen will.

Es gibt kein Geheimnis. "Ich schäme mich nicht für Dich." Ein schöner Satz. Sagt sich leicht, allein es übt sich schwer. Theoretisch ist es ganz einfach. Theoretisch geht es niemanden etwas an außer ihr, Dir und mir.
Fakt: Ihr seid seit 10 Jahren verheiratet.
Fakt: Ihr habt eine Vereinbarung, die "Fußnoten- und Seitenlieben" zulässt.
Fakt: Wir haben einen Narren aneinander gefressen.

Und ja, ich schäme mich nicht. Ich weiß, dass diese Konstellation ungewöhnlich ist, denn normalerweise wird so etwas hinter verschlossenen Türen geregelt und gelebt. So sind wir allerdings beide nicht. Du bist mein Freund mit Draufgabe. Ich tue Dir und mir diese demütigende Verleugnung nicht an. Mir ist bewusst, dass das ganze Gebilde nur temporär bestehen wird. Auch von meiner Seite des Handels aus, denn ich sehe meine Zukunft nicht als "Zweite".
Aber jetzt ist es so, wir sind zufrieden und grenzweise glücklich. Bizarr. Instabil. Wahrscheinlich nur eine Winterlaune, weil es kalt und regnerisch ist.

"Warum dazwischen eine Grenze ziehen?
Warum immer alles festschreiben und einsperren in ein Kästchen?
Hier die Rosenblättermarmelade.
Dort die Essigfrüchte.
Warum kann zwischen uns nicht etwas sein, wöfür es noch kein Wort gibt?
Mögen sich die Leute später darüber den kopf zerbrechen,
bis sie das richtige Wort dafür gefunden haben.
Uns muss das nicht kümmern.
Wir haben dem treu zu sein, was unsere Seele uns anzeigt."
~ C. Brentano

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Old Post erstellt am 19-11-2009 um 23:53 Füge Kildare zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Kildare anzeigen Mehr Beiträge von Kildare finden Kildare eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

"Be nice!
Be nice to me--
Don't ever be,
Be nice!
Be nice to me,
Don't let me go (don't let me go)
I am too cool for the second..GRADE!
I'm amazed!
I'm afraid!"
~ never wanted to dance, MSI


Das Interview, das man mit Dir gemacht hat, hat es dann besiegelt. Mindless Self Indulgence. Wie viele Menschen kennen diese Band? Wie viele mögen sie?

""The Enlightening Hand is So because it is on Fire."
Anything worthwhile is eventually going to burn out, but the pain of the flame makes you shine all the brighter. Kind of deep and weird (and maybe even pretentious) to hear from a guy making a living out of painting cross-eyed monsters, but it's what I like to believe." ~ Du, irgendwann sage ich Dir, dass es hier steht.

“The beauty of flames lies in their strange play, beyond all proportion and harmony. Their diaphanous flare symbolizes at once grace and tragedy, innocence and despair, sadness and voluptuousness. The burning transcendence has something of the lightness of great purifications. I wish the fiery transcendence would carry me up and throw me into a sea of flames, where, consumed by their delicate and insidious tongues, I would die an ecstatic death. The beauty of flames creates the illusion of a pure, sublime death similar to the light of dawn. Immaterial, death in flames is like a burning of light, graceful wings. Do only butterflies die in flames? What about those devoured by the flames within them?”
Emile M. Cioran
Eines meiner Lieblingszitate. Und jetzt frag' mich noch mal, was mir an Dir Angst macht. Der Satz "Geh aus meinem Kopf!", den wir uns beständig entgegen schleudern, wenn wir - schon wieder - dasselbe denken und wollen. Meistens sind es seltsame Dinge, die bei Comicserien anfangen und bei Plastikfigurinen noch lange nicht aufhören. gut, ich bevorzuge Blei, wie ich auch sonst von uns beiden, das Gewicht mal außen vor, die schwerere bin. Konservativ. Mit ebenso konservativen Plänen. Haus, Hund, Heim etc...Du? Hast anderes im Kopf.

Aber jetzt, hier, in diesem Moment, sind wir uns unheimlich ähnlich. Nein, so hatten wir uns das nicht vorgestellt, wir hatten uns fast gar nichts gedacht. Ein bisschen Spaß, ein wenig Ablenkung, helles Gelächter - und das haben wir auch bekommen - und mehr. Ein ganzes Eck mehr. Es ist geborgtes Glück, das aufhören wird. Wir beide haben Angst vor diesem Tag, natürlich wir beide, wie könnte es anders sein.

Jetzt ist es Glück. Nicht grenzweise glücklich, sondern glücklich. oder wie Du es sagen würdest: "Way too happy."
Und weisst Du was? Ich erlaube es mir. Im Angesicht aller Unmöglichkeiten. Ich habe es satt, sachliche Romanzen zu führen, bei denen es immer die Aussicht auf Haus, Hund und Garten gibt. Am Ende erfüllt sie sich doch nicht. Keine Erwartungen, keine Enttäuschungen. Auf keiner Seite, nur für die Fraktion, die denkt, es seien immer die Frauen, die an die Kinder und Küche denken.
Ich habe keine Ahnung, wo ich in fünf Jahren einmal sein werde. Aber das hier werde ich gehabt haben. Ich will nicht rechnen, was es kostet. Ich weiß, irgendwann wird dieser Abschied kommen, noch ein Abschied - auf Wiederholung, Vorhang die Zweite. Heute macht es mich glücklich, Dich glücklich zu sehen, Dich glücklich zu machen und mich von Dir glücklich machen zu lassen.
Wir benutzen dafür kein Wort, wir benennen das zwischen uns, mit uns nicht.
Was ich fühle, wenn ich an Deine Frau denke? Zwiespalt. Ja, natürlich wäre es irgendwie schön, Dich für mich zu haben. Nur für mich. Andererseits wärst Du ohne sie nicht der Mann, der Du bist. Sie gehört zu Dir. Und so seltsam, wie es ist, ich komme damit zurecht. Und so merkwürdig es bleibt - sie anscheinend auch.

Und das alles, privat und privater, steht nun also öffentlich hier. Warum eigentlich? Weil die Nebelpfade mein Leben wiederspiegeln und Du ein Teil davon bist. Und ich micht weiterhin weigere, mich zu schämen. Oder Dich zu verstecken. Weder virtuell noch sonstwo. (Außer vor Mami - zumindest noch ein bisschen. Ja, Feigheit siegt, Familie ist so eine Sache, bei der ich noch ein zwei Monate brauchen werde, um mir den entsetzten Gesichtsausdruck anzutun.) Die Konstellation ist gewöhnungsbedürftig. Aber warum nicht? Warum nicht?

Weil es weh tun kann.

Und da bin ich bei der alten Erkenntnis. Es tut oft ein bisschen weh, es ist nie so ganz einfach, aber manchmal lohnt es sich. Eigentlich immer. Denn selbst, wenn es irgendwann aufhört bleiben die Erinnerungen, die Gedichte und die Zeichnungen.

“Love doesn't make the world go 'round. Love is what makes the ride worthwhile.”
Franklin P. Jones

Even though we don't call it love. We'll find another word. Or not. Doesn't matter.

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Geändert von Kildare am 23-11-2009 um 21:41

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Old Post erstellt am 24-11-2009 um 00:09 Füge Kildare zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Kildare anzeigen Mehr Beiträge von Kildare finden Kildare eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Weil es beginnt, weh zu tun. Nur ein bisschen. Nur zwei, drei Tränen lang. Wird das heilen? Ja, nein, vielleicht - ich habe keine Ahnung. Aber es schmerzt nicht genug, um wirklich loszulassen.
Ich mag es nicht, wenn Du mich traurig siehst. No secrets. Und genau wie ich gehörst Du zu der Anna-von-Schlotterstein-Fraktion, die ihren Liebsten die Tränen vom Gesicht leckt. Schaurig schön. Irgendwie komme ich mir seltsam vor, über Kleinigkeiten zu weinen. Und es sind nur Kleinigkeiten. Ich habe wirklich viel, viel Schlimmeres hinter mir. Andererseits hast Du vollkommen recht. Wenn man es aufspart, wird es größer. Und außerdem weiß ich doch, wie ich bin, wenn ich nicht weine. Fräulein Winter. Schneekönigin. Unangreifbar in einem Panzer aus Eis und Arroganz - dass dieser scharfe Kanten hat, die auch nach innen schneiden, sieht man von außen ja nicht. Will ich so vor Dir sein?
Ja. Natürlich will ich funkeln wie Kristall und Stahl, stark und schön und hart wie ein Diamant erscheinen.
Und nein. Denn dann wirst Du mir nicht mehr nahe kommen. Solche Dinge bewundert man aus der Ferne. Fair wäre es auch nicht. Keine Geheimnisse.

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Old Post erstellt am 28-11-2009 um 15:48 Füge Kildare zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Kildare anzeigen Mehr Beiträge von Kildare finden Kildare eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

"Without our traditions our lifes would be as shaky as a fiddler on the roof."
~ aus dem namentlichen Musical

Die Tradition. Der weiße Schleier. Das Versprechen. Auf immer und ewig. Die Frauen in der Familie meiner Mutter halten es noch. Sturr. Stetig.
Meine Eltern haben es gelebt bis zum Tod. Loyalität, Liebe, Vertrauen, Respekt. So habe ich es gelernt. Du musst bereit sein, alles zu opfern, was du bist. Und du wirst es nicht bereuen. Hundetreue. Ergebenheit. Geduld. Zweisamkeit.
Die Vorbilder meiner Kindheit haben so gelebt.

Und ich tue es nicht. Noch nicht?

Als meine Eltern, die 19 Jahre verheiratet waren und blieben, heirateten, gab' es kein weißes Kleid. Die Gesellschaft bestand aus weniger als 20 Personen. Bis heute sind die zwei mir ein Beispiel, weil sie es geschafft haben, miteinander und nicht aneinander vorbei zu leben. Weil auch jetzt, fast 20 Jahre nach seinem Tod meine Mutter über ihren Mann kein böses Wort verliert, ohne ihn dabei übermäßig zu beschönigen. Schwierig, manchmal launisch, verschwenderisch - aber wer ist schon vollkommen? Mein sturer, ironischer Vater und meine freiheitsliebende, starke Mutter. Nicht jeder Mann kann akzeptieren, wenn seine Frau mehr beruflichen Erfolg hat. Noch weniger waren es vor 40 Jahren. Nicht jede Frau zieht nebenbei ein Kind groß, baut eine Kanzlei auf und pflegt ihren Mann bis zu dessen Tod. Nicht jedem gelingt es, sich durch seine Krankheit nicht verbittern zu lassen. Nicht jeder gelingt es, im Angesicht des Verfalls nicht zu fliehen.

Meine Erwartungen waren von dieser anscheinend Ausnahmeehe geprägt, von zwei Menschen, die einander gefunden hatten und an deren Unverbrüchlichkeit ich mich bis heute zurückerinnere. Vielleicht eine geschönte Retroperspektive. Vielleicht nicht.
Von mir erwarte ich nicht ein Jota weniger Loyalität, Opferbereitschaft und Liebe. Wobei Opferbereitschaft das falsche Wort ist. Noch heute wird mir gesagt, wie tapfer ich damals gewesen sei und wie furchtbar das alles für mich gewesen sein muss. Ich lache darüber. Natürlich war es teilweise schrecklich, aber was dieser Zeit ihre Dornen nimmt ist eben jene Liebe meiner Eltern zueinander und zu mir. Meine Kindheit war, zumindest in diesem Bereich, alles andere als furchtbar. Ich hatte ein Zuhause, dass vor Zuneigung und Lebendigkeit gesprüht hat.

Aber zurück zu den Erwartungen. Ein Versprechen. Ein Leben. Nicht weniger.
Ich lebe diese Vorstellung nicht. Macht mich das nun bigott? Heuchlerisch? Gegen diesen inneren (Selbst-)Vorwurf stemme ich mich. Denn mir ist sehr bewusst, dass mein Vorbild ehr die Ausnahme als die Regel darstellte. Und auch wenn das mein Ideal ist, bin ich nicht bereit, auf dem Altar dieses Wunsches alles andere zu opfern.

Jetzt - die Konstellation in der die Verwirklichung des Ideals, das ins Werk setzen der Tradition komplett ausgeschlossen ist. Warum also?
Weil es jetzt gut ist. Und weil ich zu niemandem gehören wollen würde, der mich nicht mit allem Glück, das mir vor ihm vergönnt war, akzeptieren kann, der meinen Wert nach Männern und Zahlen bemisst und meine Treue nach vorauseilendem Gehorsam in der Hoffnung auf einen ungewissen Tag.

Immer

Was vor mir war,
weckt keine Eifersucht.

Komm mit einem Mann
auf dem Rücken,
komm mit hundert Männern in deiner Mähne,
komm mit tausend Männern zwischen deiner Brust und
deinen Füßen,
komm wie ein Fluss
voller Ertrunkener,
der den rasenden Ozean findet,
die ewige Gischt, die Zeit!

Bring sie alle her,
wo ich dich erwarte:
immer werden wir einzig sein,
immer nur du und ich
allein auf der Erde,
um das Leben zu beginnen!

Pablo Neruda


Warum also? Weil...ich obwohl ich weiß, dass dies kein Märchen mit glücklichem Ende werden wird, obwohl mir klar ist, dass diese Episode endlich ist, ich jetzt keinen Atemzug missen wollen würde. Ein Geschenk. Ein Moment. Ein Lächeln.
Und ein Herz, das hoffentlich groß genug dafür ist.

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Geändert von Kildare am 28-11-2009 um 15:58

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Old Post erstellt am 28-11-2009 um 18:21 Füge ArrogantNick zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von ArrogantNick anzeigen Mehr Beiträge von ArrogantNick finden Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Hm.... ein wirlich genialer, kleiner Text, das da in rot. So viel Kraft darin. So viel Traum. Und am Ende, so viel Hoffen. Ich kenne nur sehr Wenige, bei denen es bis zu Ende funktionierte. Nein, eigentlich stimmt das nicht. Ich kenne nur sehr wenige Glückliche, bei denen es bis zum Ende funktionierte. Zeiten ändern sich. Umstände tun das ebenso. Und nicht zuletzt, hoffentlich, man selbst auch.

Beim Schwimmen wird man nass. Versucht man das zu vermeiden, mit aller Macht, so wird dies zwei Effekte haben: Man wird so damit beschäftigt sein, nicht nass zu werden, dass man das Schwimmen niemals richtig genießen kann und am Ende ist man dennoch pudelnass - und hat auch noch das Gefühl, es für nichts zu sein.

Das würde man dann wohl 'dumm gelaufen' nennen.

Erwähnte ich, dass auch Tränen, Nässe sind? Auch darin kann man baden und es ist manchmal nicht das Verkehrteste. Eisfassaden bröckeln so schnell. Man ist ewig verschnupft und die Angst vor dem Tauwetter wird verhindern, dass es jemals Sommer werden darf, im inneren Spitzbergen. Dafür wird man selbst schon sorgen.

;-)

....

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Old Post erstellt am 30-11-2009 um 22:49 Füge Kildare zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Kildare anzeigen Mehr Beiträge von Kildare finden Kildare eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Inneres Spitzbergen - das gefällt mir.
Aber nein, mein favorisiertes Reiselziel wird es nicht, denn dafür gibt es Tage wie heute.

Momentaufnahme.

"Was meinst Du damit, morgen ist der erste?!" Ich sehe die Unruhe, fast schon Entsetzen in Dein Gesicht einziehen. Abgabetermin. Ich hätte jetzt wütend werden können. Schließlich hattest Du doch gesagt heute Abend hättest Du einmal wirklich Zeit. Nun gut, ich bin nicht begeistert, dass Du direkt nach dem Essen wieder gehen wirst. Ich muss auch nicht begeistert sein. Fehlplanung - Deinerseits.
Aber da sind diese traurigen Augen und ich weiß, es ist nur ein Versehen nach einem langen, anstrengenden Wochenende, an dem Du wenig Zeit für Dich hattest. Was also hast Du erwartet? Das ich sofort in die Kerbe schlage und Dir noch eins verpasse, während ich sehen kann, dass Du das selbst bereits überreichlich tust?
Wohl kaum. So tief bin ich noch nicht gesunken. Ja, ich bröckele an vielen Fronten und ich bin müde und instabil - aber der Tag, an dem ich Dich dabei unterstütze, Dich selbst zu zerfleischen, ist nicht gekommen. Ganz bestimmt nicht.
Es ist was schief gegangen. Ich ärgere mich ein bisschen. Aber siehe da - die Welt geht nicht unter, die Woche hat mehr Tage, ich kann noch etwas vor mich hin tippen.
Und ich spüre immer noch, wie Du mich umarmt hast und weiß nicht, was denn so besonders sein soll an mir und meinen Reaktionen. Was hast Du erwartet? Das ich direkt ,wenn Du arbeiten musst, anfangen werde, eine Szene hinzulegen?
Ich habe Dir mal gesagt, ich sei ein praktisches Mädchen. Und das stimmt. Machen wir also das einfache Kosten/Nutzen Spielchen.

Kosten eines sofortigen Wutanfalls:
Ein verstörter Liebhaber, der wahrscheinlich nicht so arbeiten kann, wie er muss.
Daraus resultierende verspätete Abgabe.
Daraus resultierendes Drama auf dem Arbeitssektor.
Nutzen eines sofortigen Wutanfalls:
Filmreife Szene, ein paar Tränen und Schreie und....err ja, eigentlich nichts.

Kosten des Unterdrückens eines leichten Wutanfalls:
Gering. Denn bei Deinem Gesichtsausdruck musstest Du "Es tut mir leid." nicht mal mehr sagen.
Nutzen dieses Verzichts:
Kein überflüssiges, kleinliches Drama.
Ein glücklicherer Mann.
Daraus folgt eine glücklichere K.

Man könnte nun natürlich anführen, dass das Unterdrücken von Gefühlen nicht gut sein kann. Aber hier wurde eigentlich nichts unterdrückt sondern priorisiert. Und Dein seelisches Wohl geht mir deutlich über meine Launen. Und es erstaunt mich, dass das anscheinend nicht selbstverständlich ist.
Du wirst Dir solche Scherze nicht häufig leisten können. Und natürlich frisst es mich an - Aber! Ich bin doch selbst nicht perfekt.
Und ich werde Dir nie etwas tun können, wenn Du mich so ansiehst. Das machst Du selbst viel zu gut. Herrje, bleiben wir beide mal auf dem Bodensatz der Tatsachen, es geht hier um drei Stunden, die Du eben nicht mehr bleiben konntest. Ärgerlich. Aber kein Beinbruch. Kein Weltuntergang. Kein Drama. Kein Grund, so traurig zu gucken. Und kein Grund, Dir Vorwürfe in einer Größenordnung zu machen, die diesen Blick hervorrufen.
Manchmal wünschte ich mir, Du wärst mir weniger ähnlich. Verzeih' Dir. Es ist gut. Du bist liebenswert mit Deinen Macken. Zumindest jetzt - für mich.

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Geändert von Kildare am 08-12-2009 um 20:48

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ArrogantNick
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Old Post erstellt am 01-12-2009 um 14:04 Füge ArrogantNick zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von ArrogantNick anzeigen Mehr Beiträge von ArrogantNick finden Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Hm....

...ich nehme mal das metaphorische Geknösel ein wenig raus, aber nur ein wenig. Es liest sich zwar hübscher, hat aber ein großes Potential für Missverständnisse, was, so glaube ich, nicht wirklich dienlich ist. Weißt Du, Zweitfrau, als ich in Deinem Alter war (und weit darüber hinaus), da war ich eine Schneekönigin. Ich war nach außen hart wie Stahl und wirklte kalt und berechnend wie Eis. Das war einerseits der Habitus, den ich meinte, aufrecht erhalten zu müssen, um mich zu schützen und in dem ich mir auch gefiel, denn Unbekanntes macht nun einmal Angst und ich kannte nun mal nichts anderes.

Doch andererseits, tief in mir, am inneren Südpol, an dem (m)ein inneres Kind langsam erfror und in seinem Kältekoma davon träumte, leben zu dürfen, strichen die Monster der Sehnsucht umher. Die, wenn sie auch nur eine minimale Chance sahen, endlich ihren ungeheuren Hunger zu stillen, nach Wärme, Sonne, Nähe, Sicherheit und Gehaltenwerden, sich sofort zu chaotischen Herrschern meines Lebens aufschwangen und ohne rechts oder links zu blicken, sich auf und in diese vermeintliche Chance stürzten.

Nun ja, wie soll ich es sagen. Wenn man kurz vor dem Verhungern ist, wird man unaufmerksam was man da gerade in sich hineinschlingt und verdirbt sich sehr leicht den Magen. Vielleicht mag es daran liegen, dass das bei Dir auch manchmal der Fall ist, liebes Zweitweib. Ich musste irgendwann feststellen, dass man, so lange man sich aushungert, immer wieder eine solche verzweifelte Gier entwickeln wird, dass man immer und immer wieder sich die Zähne ausbeißt, an ungeeigneten Brocken/Chancen.

Man muss sie sich dann schönreden, wenn man, in Ermangelung von Alternativen, nicht davon lassen mag. Und mit Alternativen sind nicht andere Chancen gemeint, sondern die Tatsache, dass man mit jeder neu ergriffenen Chance, schon weiß wo es enden wird, denn eigentlich geht es nicht um etwas das im Außen liegt - sondern ganz tief im Innen.

Wenn ich nicht weiß oder mir nicht ein-/zugestehen mag, was ich wirklich will und brauche - wie soll ich es dann finden?


Lieben Gruß
Deine Mischa ;-)

(Wie immer gilt: Falls es stört, einfach melden und es terminiert sich unverzüglich selbst.)

....

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Kildare
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Old Post erstellt am 01-12-2009 um 19:33 Füge Kildare zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Kildare anzeigen Mehr Beiträge von Kildare finden Kildare eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Nein, es stört nicht, es gibt zu denken. Ist es das, was ich immer wieder suche? Jemanden, den ich nicht haben kann? Und wenn ja, warum?

Und wenn nein?

Was will ich wirklich? Eine durchaus schwierige Frage. Will ich dieses Studium? Will ich diesen Job - später? Will ich wirklich mein Leben mit einem Menschen teilen?
Will ich das oder denke ich, das ich es wollen muss?

Wie viel ist wirklich? Wie viel ist kreiert? Wie viel ist geprägt?

Rede ich mir etwas schön? Oder rede ich es mir schlecht, damit ich nur ja keine Konsequenzen ziehen muss? Oder gar Wünsche entwickle?
Werd' nicht zu anhänglich, sonst tut es weh. Keine Erwartungen, keine Enttäuschungen. So wirklich hat das noch nie funktioniert. Ich schmeiße den Baum schon auf den Komposthaufen, bevor er die Chance hatte, Früchte zu tragen. Sie könnten ja wurmstichig sein. Vertrauen? Ja, sicher, in Grenzen. In engen, engen Grenzen. Reservat. Bis hierhin, aber nicht weiter.
Hier, wo es privat bleibt und doch öffentlich, darf ich es zugeben, ohne die Verletzung zu fürchten. Hier darf ich hoffnungslos romantisch sein. Verliebt, als wäre ich 13. Aufopfernd. Liebe-voll.
Dort? Vielleicht auch, eines Tages, wenn ich es mir erlaube. Erlauben kann. Wenn nicht ein Teil meines Hirns daneben steht und "Lächerlich." zischt. Stückweise.

Hunger. Diese zerfressende Sehnsucht nach einem Menschen. Und die Unfähigkeit, diese zu artikulieren. Weil "man" das nicht macht. Weil "man" so nicht fühlt. Weil...die berühmte Angst vor der eigenen Courage?

Ich weiß es nicht. Testphase. Generalprobe. Anders als geplant.
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Schalentier, Einsiedlerkrebs, Auster.

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Old Post erstellt am 03-12-2009 um 21:24 Füge Kildare zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Kildare anzeigen Mehr Beiträge von Kildare finden Kildare eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

"Die Werte sehen gut aus."

Gemeint sind Blutwerte. Meine Blutwerte um genau zu sein. Und sie sagen aus, dass mein Körper mit den ihm verabreichten Medikamenten gut zurecht kommt.

Für einen Moment, im Fahrstuhl, bin ich dankbar. Neben all der Unzufriedenheit über jene Dinge, die nicht oder nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe, funktionieren, habe ich durchaus Grund dafür. Keine Schmerzen. Keine Symptome. Ich vertrage etwas, was bei anderen Leuten in derselben Dosis zu dauerhafter Mittelohentzündung und ähnlichem geführt hat, ohne Komplikationen.

Zufrieden? Nein. Aber für einen Wimpernschlag wieder einmal bewusst, dass durchaus einiges "positiv" läuft. Nun könnte man natürlich anführen, positiv wäre, gar nicht erst krank zu sein. Stimmt. Man könnte das "Glück im Unglück" nennen. Es bleibt trotzdem Glück. In kleinen Dosen.

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Old Post erstellt am 16-12-2009 um 23:24 Füge Kildare zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Kildare anzeigen Mehr Beiträge von Kildare finden Kildare eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

~Du bist schließlich kein Mädchen mehr.~

Ein Satz, der mir ein bisschen zu schaffen macht. All das "hätte sein sollen". Die Voraussetzungen waren da. Die Umsetzung erfolgte selten.

Ist das schlimm?

Jein. Einerseits wäre ich gern "perfekt", so jemand mit ganz gradem Lebenslauf, der nicht irgendeinen aberwitzigen Nebenjob zum Ende des Studiums annimmt, um eben dieses zu finanzieren.
Andererseits - ich hatte das alles mal. Den Goldlack. Die hübsche Fassade. Und ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Weil es mich nicht glücklich gemacht hätte.

Aber...manchmal wäre ich gern "fertig", gesetzt, mit einem festen Platz im Leben und einer kleinen, geordneten Welt.
Manchmal...
Und dann bin ich doch wieder froh, dass es nicht so gekommen ist. Die Erfahrungen, ja, auch die Erfahrung, wie bitter Scheitern sein und wie viel Kraft einen der nächste Versuch kosten kann, würde ich nicht missen wollen. Den blauen Himmel bei Sonnenaufgang, den ich mir gegönnt habe und die Nächte auf den Dächern.

"Du bist weich geworden." sagte einer meiner engeren Freunde. Und er hat recht. Verglichen mit dem Mädchen, dass ich einmal war, bin ich sehr nachgiebig. Auch, weil ich jetzt eben nicht mehr so "perfekt" bin. Wer im Glashaus sitzt...Mich selbst stört diese Entwicklung nicht. Manchmal vermisse ich die jugendliche Arroganz, in die ich mich damals noch einhüllen konnte und die etwas beeindruckender war, als die Geduld, der sie gewichen ist.

Glücklich und zufrieden? Nein. Aber auch nicht unglücklich. Sondern ehr fließend. Stetig. Mit der Hoffnung auf Meer.

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Old Post erstellt am 24-03-2010 um 13:31 Füge Kildare zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Kildare anzeigen Mehr Beiträge von Kildare finden Kildare eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Ende eines Aktes - Vorhang

Ich hatte es mir dramatischer vorgestellt, Welt bewegender, mit Fanfaren oder wenigstens mit Streichern im Hintergrund. Das Ende meines sich über Jahre, fast ein Jahrzehnt schleppenden Studiums.
Wenn ich 80 Euro ausgeben würde, könnte ich mich jetzt Diplomjuristin schimpfen. Auf etwas dickerem Papier steht die Note. Ende der Durchsage. Irgendwann muss ich das Papier von der Uni und das Papier vom Amt noch mal vereinigen lassen.
Aber das hat jetzt Zeit. Mein Name steht auf der Warteliste für das Referendariat. Sozusagen Akt zwei oder drei, je nach dem ob man das Abitur mitzählt, auf dem Weg zum "Volljuristen".

Das war's also? Das kommt nach Blut, Schweiß und Tränen heraus? Unspektakulär. Zur Überbrückung der Wartezeit muss ein anderer Nebenjob her, irgendwas muss ich in der Zeit machen.
Warum es keine Pläne für "danach" gibt? Weil ich nicht sicher war, ob jetzt schon "danach" sein würde. Auch so eine Entwicklung der Zeit. Ich habe gelernt, das Pläne manchmal nicht aufgehen. Manchmal schon. So wie meine Wahnsinnsidee des letzten Jahres, dass es JETZT vorbei gehen würde. Das ich im März 2010 mein Examen in der Tasche haben würde. Nicht wenige haben mich für verrückt erklärt. Von Zeit zu Zeit habe ich selbst an meinem Verstand gezweifelt. Aber es hat funktioniert. Nur eben sehr unspektakulär. Und genauso wird es weiter gehen. Stückchen für Stückchen, Sturheit für Torheit, Versuch für Scheitern - bis zum Etappenerfolg.
Nicht gerade das, was man sich unter einem berauschenden Finale vorgestellt hat.

"Is that all there is, is that all there is
If that's all there is my friends, then let's keep dancing

I know what you must be saying to yourselves,
if that's the way she feels about it why doesn't she just end it all?
Oh, no, not me. I'm in no hurry for that final disappointment,
for I know just as well as I'm standing here talking to you,
when that final moment comes and I'm breathing my lst breath, I'll be saying to myself

Is that all there is, is that all there is
If that's all there is my friends, then let's keep dancing
Let's break out the booze and have a ball
If that's all there is"

~ Peggy Lee, Is that all there is


Nächster Vorhang. Scheinwerfer an. Ich kann den Schlussakkord noch nicht hören.

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