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Nnordy
Vakuum


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Old Post erstellt am 15-01-2008 um 04:07 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Ich hatte es angekündigt, wie so vieles in meinem Leben - ein neuer Pfad. Passend, irgendwie, denn von der Zwischenstation, die mein Leben momentan ist, schicke ich mich an, neue Wege zu beschreiten. Sie sind anders als alles, was ich je erwartet oder gar auf dem Schirm gehabt hätte, doch sie sind meine, und das ist gut so.

"Atmen wird sowieso völlig überbewertet." Nein. Wie fühlt sich ein beinahe Ertrunkener, wenn der erste Stoß reinen Sauerstoffs in die fast zusammengefallenen Lungen gelangt? Nach einer langen Zeit, in der ich das Atmen fast verlernt hatte, in der ich auf reine Existenz, versunken in einer Lethargie, die ich mir selbst auferlegt hatte, reduziert war, habe ich nun begonnen, langsam wieder zu lernen was Leben heißt. Ich lebe wieder, habe die Existenz erweitert und erneuert und mir selbst ins Gesicht gesehen. Habe mich tiefer und tiefer in mich hineingegraben um endlich einmal den Gründen für meine Blockaden und falschen Mechanismen zu begegnen, und habe sie gefunden. Und ich habe angefangen, etwas dagegen zu tun. Habe damit aufgehört, mich selbst zu bekämpfen, denn diese Kämpfe habe ich immer verloren. Habe gelernt, was loslassen bedeutet. Es war eine harte Lektion, eine sehr schmerzhafte noch dazu, doch es lebt sich besser. Und schließlich habe ich auch gelernt, daß Akzeptanz der Schlüssel zu allem ist. Ich habe gelernt, Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann, und sie gegebenenfalls loszulassen. Manche Dinge werde ich nie ändern können, im speziellen dann nicht, wenn ich nur Empfänger, nicht aber Sender bin - doch ich kann meinen Umgang damit ändern, und das ist eine ganze Menge.

Mein Leben ist das reine Chaos, doch ich liebe es dennoch. Mein altes Leben gibt es nicht mehr, das neue, so es denn eines geben sollte, hat noch nicht wirklich begonnen. Ich stehe an einer Zwischenstation, denn es sind noch einige Dinge zu klären und abzuschließen. Das Studium. Der Job. Und eigentlich wollte ich auch endlich, endlich weg von hier, weiter in den Norden oder in den Nordosten. Weg aus der Provinz, dorthin wo das Leben pulsiert, wo ich neu beginnen kann. Ich war an einem Punkt, wo mich hier nichts mehr hielt, und genau betrachtet ist das noch immer der Fall. In einem halben Jahr werde ich entscheiden müssen, ob ich gehe oder nicht. Wenn ich die ausstehenden Dinge abgeschlossen habe. An einem rosaroten Horizont zeichnen sich ein paar Sonnenstrahlen ab, die meinen Entschluß, dieser Stadt den Rücken zu kehren, vielleicht erschüttern könnten. Nichts muß, alles kann. Längst vergessene oder nie gekannte Gefühle fluten mit einem Mal mein Selbst, überfluten mich und mein Herz mit einer Wärme, die nach all der Zeit in den kalten Weiten des Äthers so wohltuend ist und sich anfühlt wie ein befreiender Atemzug. Ich hätte nie gedacht daß es einen Menschen geben könnte der so viel Wärme nicht nur ausstrahlt, sondern auch geben und teilen kann.

Es gibt einen letzten Rest eines kleinen Knäuels namens Furcht in meinem Bauch. Die Angst davor, nichts anderes als immer und immer wieder nur ein 'guter Anfang' zu sein. Doch diesmal ist alles anders. Ich muß vieles neu lernen, doch diesmal bleibe ich einfach, was ich bin - ich selbst. Keine Rollen. Keine Masken. Keine Show, denn es ist nicht nötig. Ich genüge, immer, wenn ich ich selbst bin. Feuer, nicht heiße Luft. Katze genauso wie Wölfin. Ich kann gut allein sein, doch ich genieße auch die Gesellschaft, denn ich kann es wieder. Ich ertrage wieder Menschen um mich herum, und endlich ist diese vermaledeite Glasscheibe in Stücke gesprungen, die mich immer davon abhielt, wahrhaft heranzukommen, die mich immer ins Abseits drängte, die mich immer beiseite schubste. Es gibt noch immer zwei Seiten an mir, Tag und Nacht, Leuchten und Dunkelheit. Es gibt die verkörperte Lebensfreude und die fleischgewordende Melancholie, es gibt die Sprüche die Lächeln auf Gesichter zaubern können und es gibt die erratischen Monologe die bis auf Seelengründe hinabtauchen können. Und dabei bleibe ich immer ich selbst, bleibe immer offen, bereit, alles anzunehmen, was das Leben mir offeriert. Ich dränge mich niemandem auf, und ich zwinge niemanden dazu, mir zuzuhören. Ich habe viel, sehr viel verloren, aber ich gewinne auch jeden neuen Tag Neues hinzu. Alte und neue Menschen sind in mein Leben getreten und beginnen, einige der schmerzhaften Lücken zu füllen. Ich beginne damit, meine wieder erwachten Träume zu leben, weiß, daß ich nun Dinge tun werde die ich mir vorher immer versagte, und fühle mich dabei lebendiger als je zuvor.

"Du bist total krank, mit Deiner Kamikaze-Einstellung..." Ja. Es ist mir gleich, ob ich lebe oder sterbe. Ich liebe das Leben, ich liebe mein Leben, doch wenn ich heute sterben müßte, wäre das in Ordnung, denn ich stehe an der Zwischenstation, an der ich mit mir im Reinen bin. Endlich lebe ich mein Leben so, daß ich mir selbst wieder in die Augen sehen kann. Endlich verstehe ich mich, nicht immer, aber doch öfter, und kann zu mir stehen. Ich habe noch nicht aus all meinen Fehlern gelernt, aber ich bin wieder sensibel für meine Gefühle und Bedürfnisse und erkenne die Zeichen, wenn sie auftreten. Nein, es wäre nicht schlimm, würde der Sensenmann heute an meine Tür klopfen und nach meinem Außenband auch mein ganzes Ich mitnehmen, denn zum 1. Mal kann ich sagen "Je ne regrette rien". Es war mein Weg, und es war vielleicht nicht der schönste, nicht der geradeste, nicht der beste, aber es ist meiner gewesen. Es gab Dinge, die ich zu bedauern, zu bereuen hatte, und ich habe es getan und habe dann meinen Frieden damit gemacht. Leben passiert heute, nicht in der Vergangenheit. Loslassen, auch hier. Es fiel schwer, sehr schwer. Aber es war nötig, und schließlich lösten sich meine Finger von dem, was mir einst lieb und teuer war. No regrets. Dankbarkeit, ja. Es gibt Nahziele, und es gibt Dinge, die ich gern noch tun würde, bevor ich abtrete. Doch wenn es nicht sein soll, dann ist es ok. Daher: Kamikaze. Angst gehört zu den Begriffen, die mir endlich, endlich gestohlen bleiben können und müssen, denn Angst lähmt. To hell. Ich will keine Angst mehr haben.

So stehe ich, atmend, an der Zwischenstation zwischen Vergangenheit und Zukunft, die sich Gegenwart nennt. Turbulent geht es hier zu, und ein Koffer ist wohl auch im falschen Zug gelandet, doch das ist kein Beinbruch. Es gibt auch dafür eine Lösung. Ich bin nicht allein, es gibt Menschen, die da sind, mich begleitet haben und begleiten, die mir zur Seite stehen und mich so sein lassen wie ich bin. Die mir helfen, wenn ich Hilfe brauche, die mir ihr Vertrauen schenken wie ich es umgekehrt auch tue, die mich nicht nach dem beurteilen was ich war sondern nur nach dem, was ich bin. Die nicht nach reinen Äußerlichkeiten gehen, sondern sich die Mühe machen, näher hinzuschauen. Die mich meine Grenzen suchen und testen lassen, denn das Wissen um die eigenen Grenzen ist notwendig, wenn ich im neuen Leben ankommen will. Grenzgängerin, as usual. Wie froh bin ich, daß es noch Menschen gibt, die nicht vorschnell urteilen. Und wie froh bin ich, daß ich so viel gelernt habe, daß ich endlich auch wieder weiß, wie atmen geht.


... One thing, I don't know why
It doesn’t even matter how hard you try, keep that in mind
I designed this rhyme, to remind myself how
I tried so hard
In spite of the way you were mocking me
Acting like I was part of your property
Remembering all the times you fought with me
I'm surprised it got so (far)
Things aren't the way they were before
You wouldn't even recognize me anymore
Not that you knew me back then
But it all comes back to me (in the end)
You kept everything inside and even though I tried, it all fell apart
What it meant to me will eventually be a memory of a time when

I tried so hard
And got so far
But in the end
It doesn't even matter
I had to fall
To lose it all
But in the end
It doesn't even matter...

(Linkin Park, In the end)


Was am Ende zählt, ist nur die Intensität des Moments. Jeden Moment bewußt und intensiv leben. Es ist nicht die Dauer, die zählt - es ist die Intensität. Nie zuvor habe ich so intensiv gelebt wie genau jetzt. Es ist überwältigend - und wunderschön.

Atmen. Ein - Aus.

__________________
In memoriam:
TomTom (15.5.2003 - 18.7.2008)
the mighty Chinchilla-Kacksack, the one and only Chinchilla-Diva, world's famous Destroyer of all things possible, Über-Mama von vier niedlichen Nachwuchs-Zerstörern (*2005, *2006, *2007, *2008), Gefährtin (und manchmal auch Hausdrache) von Foggy.

Foggy (24.2.2005 - 18.6.2012)
unglaublich lieber, verschmuster und hin und wieder treudoofer Fellball, Weltmeister in Sandbad-Demonstrationen und Hoch-Weit-Sprung.

Nico (26.4.2008 - 23.11.2012)
Wüster und seinem Papa in Sachen Schusseligkeit in nichts nachstehender kleiner Kacksack, Energiebündel und Kämpfer bis zur letzten Sekunde.

Hugin (5.9.2007 - 13.6.2013)
Neugieriger, scheuer und dennoch sanftmütiger kleiner Fellball, Hochsprungmeister, Sandbadrekordhalter, tapferster aller Kämpfer und Ebenbild seiner Mama.

Rest in peace. Ihr fehlt mir.


Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn't do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails.
Explore. Dream. Discover.
(M. Twain)



"To do is to be." - Platon
"To be is to do." - Kant
"Do be do be do." - Sinatra

... Phoenixbaby im Aschehaufen...

Geändert von Nnordy am 15-01-2008 um 05:31

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"Ich mag Dich genau so, wie Du bist." Tränen. Die Nacht - meine Zeit. Die Zeit, in der ich hellsichtig bin, in der die wahren und richtigen Worte einfach zu mir kommen, in der die Wahrheit im Raum steht, vorsichtig an Türen anklopft - 'darf ich?'. Empathie. Hätte nie gedacht, daß auch ich sowas besitze. Ich sage Dinge nicht mehr aus Gefälligkeit, sondern weil sie wahr sind. Habe meine Augen geöffnet für die Schönheit einzelner Menschen, denn eigentlich liebe ich die Menschen. Auch wenn sie es, genau betrachtet, als Spezies nicht verdient haben.

Wir haben einige Grundsätze, die gleich oder sehr ähnlich sind. So zum Beispiel den, daß es nichts bringt, wenn man am Anderen 'rumerziehen' will oder muß, wenn viele Dinge nicht passen. Wenn es nur um Kompromisse oder immer und immer wieder Nachgeben geht. "Ich mag Dich genau so, wie Du bist." Es mag platt klingen, ist aber wohl eines der wertvollsten Geschenke, die man dem Anderen machen kann, wenn man es auch so meint. So akzeptiert und vor allem respektiert werden wie man wirklich ist. Keine Maske nötig, keine Show nötig. "Dabei habe ich Dir bis jetzt nichtmal eine Blume geschenkt." Lachen. Ich brauche keine Blumen, denn das, was Du mir schenkst, Kater, sind jeden Tag wahre Meere von Blumen, im übertragenen Sinn. Respekt. Akzeptanz. Starke Schulter. Lachen. Vertrauen. Nähe. Wärme.

... Hülle mich ein
und wärme mich
Ich habe mich
schon so kalt gefühlt...
(Fliehende Stürme, Zwischen Liebe)


Mir war noch nie so warm. So warm in Herz, Seele und Körper. Nach einer langen Zeit in den kalten Weiten des Universums bin ich nun zurückgekehrt an einen Ort, an dem ich ganz bei mir sein kann und an dem ich so angenommen und gewollt werde wie ich bin. Mit all meinen vielen Fehlern, aber auch mit all meinen schönen und liebenswerten Seiten. Ich habe Dich vor mir gewarnt, mehrmals. Jetzt hast Du mich wohl am Hals, aber Du wolltest es so. Es gibt einige Dinge, die wir beide mögen, und es gibt einiges, was wir beide nicht ausstehen können. Beispielsweise das Verhalten, den Gefährten in der Öffentlichkeit runterzumachen - das können weder Du noch ich tolerieren, und das ist gut so. Das kann mal passieren, sollte aber auf gar keinen Fall öfter und schon gar nicht zum Dauerzustand ausarten. Jeder, der ein bißchen Stolz im Körper hat, kann das nachvollziehen. Vielleicht ist es ganz gut, daß wir beide uns vorher noch nicht allzu gut kannten - wir lernen uns jetzt, natürlich nochmals auf einer anderen Basis, kennen. Sicher werden wir nicht ewig die rosaroten Brillen aufhaben, aber dessen bedarf es auch gar nicht. Ich hatte gestern einige Déjà-vus, was das angeht. Ich würde mir wünschen, daß sie wahr werden.

Noch nie zuvor habe ich kein besseres Wort für das, was den Mann an meiner Seite kennzeichnet, gehabt, als nun bei Dir - "Gefährte". Denn das ist das, was Du für mich bist. Augenhöhe. Kampfgenosse. Manche Dinge, die Du jetzt schon für mich getan hast, hat nie zuvor jemand für mich gemacht. "Dann hat sich wohl vorher noch nie jemand wahrhaft um Dich gekümmert." Es ist schön, daß Du 'gekümmert' gesagt und nicht das andere Wort benutzt hast, jenes große große Wort was zum Greifen nah zu liegen scheint und doch noch so weit weg ist. Ich weiß nicht, ob man das so sagen kann. Meine Freunde haben sich schon immer um mich gekümmert, aber in Beziehungen scheine ich so rüberzukommen, als würde ich das nicht brauchen. Die starke Frau. Wie sagte es mir vorgestern Nacht jemand? "Ach Nnordy, um Dich mache ich mir da gerade gar keine Sorgen, Du warst für mich ohnehin immer die starke, erwachsene Frau..." - unglaublich wie ich nach außen gewirkt haben muß. Und deckungsgleich mit dem, was Du mir vorgestern sagtest - nämlich daß ich auch in Gruppen tough und stark wirke, jemand, mit dem man rangeln kann - Gegner, kein Opfer. Aber manchmal neige ich dazu, mich selbst etwas aus dem Blick zu verlieren. Das, was Du für mich tust, auch wenn es vielleicht nichts Besonderes ist, rührt mich fast zu Tränen - beispielsweise, daß Du gestern, noch bevor ich daran dachte, zwei Spritzen eingepackt hast - nur, falls ich sie 'vergessen' sollte. Daß Du extra vorbeigekommen bist, um mir die Spritze zu verpassen, weil Du weißt, daß ich es selbst nicht hinkriege. Daß Du Dich einerseits nicht von mir 'bedienen' läßt, wenn Du da bist, sondern, weil Du weißt, wo die Dinge stehen, Dir einfach nimmst, andererseits aber nicht auf eine Art und Weise, die mich nerven würde (nach dem Motto 'ich bin doch hier kein SB-Hotel'). Daß Du mich momentan mit größter Selbstverständlichkeit durch die Gegend kutschst, weil ich gehandicapt bin. Daß Du extra für mich am SA noch einen Zwischenhalt in der Stadt gemacht hast, damit ich das Rezept holen konnte, daß Du meine Tasche trägst weil das mit den Krücken so schlecht funktioniert, daß Du - nach vorherigem Nachfragen - meine Geldbörse aus der Tasche nimmst um meine Sachen an der Tanke zu bezahlen, daß Du meine Tür abschließt wenn Du mich vorhumpeln läßt, daß Du nicht an meiner Kamikaze-Einstellung rummäkelst sondern mich machen läßt wenn ich Dir sage, daß ich das und das so will. Daß Du akzeptierst. Alles nix Großes, aber für mich eine Offenbarung. Ich kann stark sein, ohne daß Du davon eingeschüchtert bist, aber zugleich mich nicht überschätzt. Deshalb habe ich Dir am Sonntag auch gesagt, daß ich fast eingebrochen wäre, denn ich möchte nicht, daß Menschen, die mir nahe sind, mich noch jemals wieder so falsch einschätzen wie mir das in der Vergangenheit passiert ist. Auch Dir ist es fast passiert, denn ich bin eine verdammt gute Schauspielerin und habe mir auch einiges antrainiert - zum Teil schon während der Pubertät. Selbstschutz. Doch ich merke es mittlerweile - und kann deshalb gleich gegensteuern. Will mir keine Maske mehr aufsetzen, keine Rolle mehr spielen die mir nicht passt. Und das Wohltuende ist, daß ich es bei Dir nicht muß.

"Ich mag Dich genau so, wie Du bist." Wäre es mir nicht im vergangenen Jahr genauso gegangen, hätte mich Deine Reaktion erschreckt - doch so habe ich sie so gut verstehen können. Dieses überwältigende Gefühl totaler Akzeptanz, von einem Menschen, der einem wichtig ist, genauso akzeptiert zu werden wie man ist, und daß man gut so ist wie man ist - wenn man das vorher noch nie, zumindest nicht von einer solchen Seite, so bekommen hat, haut einen das um. Ich habe diese Erfahrung machen dürfen, und sie hat mich verändert und sie hat mein Leben verändert.
Das erste Mal seit langem habe ich wieder Hoffnung, auch über den heutigen Tag hinaus. Das erste Mal seit langem gestatte ich mir, die Möglichkeit zu erwägen, in der Zukunft das ein oder andere mit Dir zu tun und zu planen. Und wenn es die Motorradtour nach Wales ist - vielleicht schaffe ich es bis dahin mit dem Führerschein, auch wenn ich nicht weiß, woher ich das Geld zusammenkratzen soll, aber irgendwie muß es gehen. Weil ich es will.

"Vielleicht sollte ich mir Urlaub nehmen, so lange Du noch krankgeschrieben bist." - "Aber Du wolltest doch noch zu Deinen Eltern..." - "Ja, aber das sind ja nur 5 Tage, und ich habe ja noch so viele." - "Aber wieso willst Du denn Urlaub nehmen bloß weil ich krankgeschrieben bin?" - "Weil Du dann noch frei hast. Und weil Du mich vielleicht brauchst." Du hast mir einen großen Platz in Deinem Leben gegeben - 'Du bist die Erfüllung der Freiheit' hast Du mir gesagt. Ja, ich bin frei mit Dir. Ich habe nicht das Gefühl, durch eine Beziehung mit Dir irgendetwas zu verlieren, mich einschränken oder mein Leben ändern zu müssen - und vice versa. Dabei tun wir beide nichts anderes, als einfach nur wir selbst zu sein. Und wir sind beide Menschen, die Freiheit höher als alles andere schätzen.

Manchmal liegt die Perfektion in der Einfachheit.

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TomTom (15.5.2003 - 18.7.2008)
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Nnordy
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Old Post erstellt am 17-01-2008 um 09:19 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

... Er wacht auf aus dem Traum, den das Kollektiv träumt
Hat mit seinen alten Vorstellungen endlich aufgeräumt
Ersetzt die Isolation und setzt an ihre Stelle
Die Vision, dass wir eins sind, auf einer Welle
Denn das Leben ist ein Fluss, der fließen muss (Lass ihn fließen)
Und der Krieger sagt entschieden: „Es wird Zeit, dich zu entschließen
Wer du bist, wohin du gehst, auf welcher Seite du stehst
Es wird Zeit, dass du verstehst, dass du am Rad der Zeit drehst
Wir führen einen Fight, die meisten tragen ihn im Stillen aus
Nur das Ergebnis quillt aus ihnen raus"
(Das Ergebnis quillt aus ihnen raus)

Und er kann es sehen, als Krieger fühlt er, es ist existent
Jetzt, da er das Geheimnis kennt, spürt er im
Rhythmus den Zauber der Monotonie
Und Energie wie noch nie ersetzt die Theorie
Und ihm wird klar: Harmonie bringt die Kraft
Sein Traum wird wahr, er hat es geschafft

Jetzt wacht er auf doch sein Traum geht weiter, weil der Zauber wirkt
Er wacht auf, doch sein Traum geht weiter, weil sein Zauber wirkt
Er wacht auf, sein Traum geht noch weiter als der Zauber wirkt
Er wacht auf
Er wacht auf, doch sein Traum geht weiter, weil der Zauber wirkt
Er wacht auf, doch sein Traum geht weiter, weil sein Zauber wirkt
Er wacht auf, sein Traum geht viel weiter als der Zauber wirkt
Er wacht auf und weiß es...

(Die Fantastischen Vier, Krieger)


Den Song gestern das erste Mal seit Jahren wieder gehört. Hypnotisch, kraftvoll, treibend. Pulsierend, so wie mein ganzes Leben derzeit. 'Harmonie bringt die Kraft' - ja. Seit ich mit mir wieder mehr im Reinen bin, habe ich wieder Kraft. Der Akku ist wieder aufgetankt - gerade die letzten zwei, drei Wochen haben ihn extrem aufgetankt. Die Erfahrung zu machen, daß jemand nicht gleich wegrennt, weil ich die - unangenehme? - Eigenschaft habe, relativ schnell sehr nah an Menschen heranzukommen - viele sind damit überfordert, blocken oder rennen schlicht davon. Du nicht. Du bist ein Krieger, wie ich. Wir kämpfen miteinander, und ich weiß, daß wir niemals gegeneinander kämpfen werden, nicht ernsthaft. Spielerisch, o ja. Aber nie wirst Du Dich gegen mich stellen, nicht einmal, um mich vor mir selbst zu beschützen, denn Du weißt, daß ich das selbst tun muß. Krieger ruhen in sich selbst, denn wir brauchen unsere Kraft - und Kraft haben wir beide wiedergewonnen. Du hast mir gestern gesagt: "Ich war früher ruhig, in mir, aber das ist mir über die letzten Jahre verloren gegangen - Du schenkst es mir gerade wieder." Auch Du schenkst mir Kraft und Ruhe - obwohl das, was wir beide tun, alles andere als ruhig ist. Doch ich könnte mit Dir im dichtesten Schlachtgetümmel stehen, randvoll mit Adrenalin, und dennoch wäre ich ruhig, bei mir, und bei Dir. Deine Hand, die sich um meine schließt. Dasselbe wissen, und dasselbe wollen. Kämpfen und zu wissen, daß es die Sache lohnt, daß es die Chance gibt zu gewinnen, und daß wir zusammen noch viel stärker sind als allein.

Auch ich habe die Isolation aufgegeben, als ich erwacht bin. Es dauerte, viel zu lange vielleicht, weil ich nicht in der Lage war, Konsequenzen zu ertragen. Doch in dem andauernden Lernprozeß, dem ich nun ausgesetzt bin und den ich aktiv suche, erlerne ich auch dies zunehmend. Neben der Fähigkeit, offen und ehrlich zu anderen zu sein, meine Bildsprache direkter zu fassen, mir immer wieder neu ins Gesicht zu sehen. Habe begriffen, daß ich mich auch über den Austausch mit Anderen konstituiere, weil ich darüber neuen Input erhalte, vielleicht manche Anschauungen und Meinungen ändere. Und es tut unsäglich wohl, das selbst auferlegte Eremitendasein aufgegeben zu haben und wieder fähig zu sein, sich mit anderen Leuten auseinander zu setzen, ihnen etwas zu geben und auch etwas zurückzubekommen. Und es kommt so wahnsinnig viel zurück, es grenzt fast an ein Wunder. Innerhalb weniger Wochen habe ich meine alte Freundin zurückbekommen, einen altenneuen Seelengefährten gefunden, neue wertvolle Menschen kennengelernt und schließlich, als Startschuß für ein Jahr, das meines werden wird, bin ich dem Gefährten begegnet. Dem Gefährten, der bewirkt, daß mein inneres Feuer wieder heiß und hell lodert, so hell, wie ich es nie für möglich gehalten hätte.

Ich habe das Gefühl, am Ende einer Suche angekommen zu sein. Vielleicht ist es nicht für lange. Vielleicht ist es für so lange, wie meine biologische Existenz noch dauert - lange ist es ohnehin ja nicht mehr. In die grünen Augen meines Seelengefährten konnte ich schauen und sah bis hinab in tiefe Gewässer. Deine blaugrünen Augen, Katerwolfsgefährte, sind erfüllt von einem Strahlen, wann immer Du mich anschaust. Nie zuvor hat mich jemand so angesehen wie Du es tust, mit diesem inneren Strahlen und dieser Wärme, die Dir eigen ist. Ich habe mich eingelassen auf Dich, und spüre mit jedem Wort von Dir, jedem Blick, jeder Handlung und jedem Moment, wie das, was ich für Dich fühle, immer stärker wird. Sich tiefer gräbt, doch ich habe keine Angst. Denn wir sind offen miteinander, ehrlich miteinander, vertrauen einander und ziehen keine Show ab, weil wir endlich jemanden gefunden haben bei dem es nicht nötig ist. Weil Du mich so nimmst und so willst wie ich bin, und umgekehrt. 100% Akzeptanz. 100% Respekt. Diese Art von Respekt kenne ich bisher nur von meinen Freunden, nicht aber von einem Beziehungspartner - bis Du kamst. Ich bin ein Sonnenmensch - und ein bißchen bist Du für mich wie die Sonne. Weil Du mich durchgewärmt hast bis ins Innerste

Mit Dir an meiner Seite ist es mir ein leichtes, wieder zu kämpfen - und ich freue mich sogar darauf. Denn wir sind beide frei, und zu 100% wir selbst. Und das bedeutet, daß die 101% zum Greifen nah sind... Warrior tirelessly rush to battle...

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Foggy (24.2.2005 - 18.6.2012)
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...Toi qui n'a pas vu l'autre côté, de
Ma mémoire aux portes condamnées, j'ai
Tout enfoui les trésors du passé
Les années blessées
Comprends-toi qu'il me faudra cesser ...

Moi qui n'a plus regardé le ciel, j'ai
J'ai devant moi cette porte entrouverte, mais
L'inconnu a meurtri plus d'un coeur
Et son âme soeur
On l'espère on l'attend, on la fuit même
Mais on aime...

(Mylène Farmer, Innamoramento)


Du hattest Recht. Es ist eher unscheinbar, fast unaufdringlich, doch selten habe ich etwas in dieser Präsenz und Intensität wahrgenommen wie diesen einen Moment gestern. Weder spektakuläre Umstände noch sonstwas, aber dieser eine Augenblick, in deinem Arm, den Blick nirgendwohin gerichtet als auf das Heben und Senken deiner Brust, deinen Atem in meinen Ohren, deinen Herzschlag zu spüren, deinen Geruch in meiner Nase, deine Wärme die mich umhüllt wie noch nie zuvor etwas - und ich konnte es fühlen: 101%. Wir beide komplett wir selbst, und doch in diesem Moment, durch die Nähe die wir teilen, verschmolzen zu mehr als der Summe der Einzelteile. Ein Moment, in dem ich nichts mehr ersehnte, nichts mehr begehrte, denn ich hatte alles, was mir in diesem Moment den nächsten Atemzug ermöglichte. Vollkommen. Glück. Vollkommen glücklich. Perfekt.

Solche Momente sind nur möglich, wenn die Umstände stimmen. Und da mein ganzes Leben derzeit zwar aus den Fugen, aber für mich lebenswert ist, kommt es mir fast schon vor als hätte ich diesen Moment nicht verdient. Aber das sind alte Gedanken, die da am Horizont noch einmal drohend herüberwinken - doch sie haben keine Gewalt mehr über mich. Ich habe sie hinausgeworfen, aus mir und meinem Leben, denn es war immer falsch. Niemand hat es verdient, unglücklich zu sein oder von sich selbst immer nur zu denken, er habe kein Anrecht auf ein bißchen Glück und Wärme. Ich weiß, daß ich diese Wärme nicht immer brauchen werde - ich komme sehr gut zurecht, auch im kalten Universum, denn Menschen wie ich gehören zu Zeiten nur dorthin. Freiheit hat immer ihren Preis, um sie werde ich bisweilen gegen mich selbst kämpfen müssen. Doch nun habe ich mit Dir den Gefährten, dem sie genausoviel wert ist wie mir, der sie genauso hoch schätzt wie ich, und dem in der Vergangenheit genau dasselbe widerfuhr wie mir. Verbiegen bis zur Unkenntlichkeit. Sich selbst verlieren. Eingesperrt werden und sich einsperren, bzw. zulassen daß man eingesperrt wird und damit selbst auch zum Täter werden, zum Verbrecher an sich selbst. Es verbindet uns - und bewahrt uns davor, daß es uns jemals wieder passieren kann, denn wir sind lernfähig. Ich bin hochsensibel geworden, was das angeht, und für mich. Wenn es mir schlecht geht, gibt es dafür fast immer eine Ursache in mir selbst - so Sonntag Nacht, weil ich da mit mir haderte, weil ich wieder in eine Rolle zurückgefallen war. Oder Anfang Januar, als ich im emotionalen Chaos war.

Gestern habe ich und haben wir meinen soulmate wiedergesehen, den ich seit dem Jahreswechsel nicht mehr gesehen hatte. Ich konnte ihn ansehen ohne jenes Kribbeln und Prickeln, was mir zeigt, daß die Entscheidung richtig war, und daß wir es von Anfang an falsch angegangen sind. Wir haben das aufgearbeitet, gestern, und es war schön. Heute Nacht dann noch im Skype eine Stunde lang geschnackt - das ist seit langem das erste potentielle 'Problem', das sich tatsächlich von allein gelöst hat. Seit dem Telefonat letzter Woche ist zumindest emotional bei mir alles ausgeglichen. Ich habe meinen soulmate, der mir in den paar Wochen unheimlich ans Herz gewachsen ist, und mit Dir in meinem Leben ist alles noch ungleich schöner. Und ich habe vorhin bemerkt, daß ich trotz allem nur für mich lebe. Es ist schön, daß es Dich gibt. Es ist schön, daß es meine Freunde und meine zwei Seelenverwandten gibt - doch ich bin ich. 100% ich selbst, bei mir und damit vollkommen zufrieden. Alles Andere - ist fast Luxus. Ist das, was den Akku auftankt. Aber da mir momentan eigentlich nichts mehr Energie ziehen kann, weil ich es nicht mehr zulasse, quelle ich schier über vor Energie, Kraft, Lebensfreude. Es ist wundervoll. 101%. Auf zu neuen Ufern... denn eines gibt es noch, was ich noch immer nicht kenne. Das, was sich hinter jenem Begriff namens LIEBE versteckt, auch, wenn ich mittlerweile zu ahnen beginne...

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In memoriam:
TomTom (15.5.2003 - 18.7.2008)
the mighty Chinchilla-Kacksack, the one and only Chinchilla-Diva, world's famous Destroyer of all things possible, Über-Mama von vier niedlichen Nachwuchs-Zerstörern (*2005, *2006, *2007, *2008), Gefährtin (und manchmal auch Hausdrache) von Foggy.

Foggy (24.2.2005 - 18.6.2012)
unglaublich lieber, verschmuster und hin und wieder treudoofer Fellball, Weltmeister in Sandbad-Demonstrationen und Hoch-Weit-Sprung.

Nico (26.4.2008 - 23.11.2012)
Wüster und seinem Papa in Sachen Schusseligkeit in nichts nachstehender kleiner Kacksack, Energiebündel und Kämpfer bis zur letzten Sekunde.

Hugin (5.9.2007 - 13.6.2013)
Neugieriger, scheuer und dennoch sanftmütiger kleiner Fellball, Hochsprungmeister, Sandbadrekordhalter, tapferster aller Kämpfer und Ebenbild seiner Mama.

Rest in peace. Ihr fehlt mir.


Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn't do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails.
Explore. Dream. Discover.
(M. Twain)



"To do is to be." - Platon
"To be is to do." - Kant
"Do be do be do." - Sinatra

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... I don't know you,
And you don't know me:
It is this that brings us together.

I don't know what you are
Looking for in me.
I don't know what I want,
But my heart is needing.

Am I yours? Are you mine?
We'll find all we're meant to find...

(Kate Bush - Be kind to my mistakes)


Ich fühle mich als würde ich auf eine Reise gehen, doch nicht länger allein. Wir sind uns an einer Haltestelle begegnet, haben die Koffer abgestellt, uns gemustert und sind über Nacht auf der Bank, in ein tiefes Gespräch versunken, versackt - und nun sind wir aufgestanden, haben in der einen Hand unseren Koffer und mit der anderen die Hand des jeweils Anderen ergriffen. Unsere Finger verschränken sich ineinander, und Dein Griff ist so sanft und dennoch fest. Wir blicken die staubige Straße hinunter, sehen uns um, sehen einander an, und ein Lächeln erscheint auf unseren Gesichtern. Ein fester Druck, und wir rennen los, lachend, über die Straße und hinein in die Weiten der Prärie, dorthin, wo der rote Horizont lockt, wo es vielleicht Bäume gibt und grünes Gras, oder die Weiten des Meeres und das beruhigende Gemurmel der Wellen, oder schneebedeckte Berggipfel und uralte Felsen. Oder auch Betonschluchten und Neonlicht, Asphaltpfade und künstliches Licht. Es ist nicht wichtig, denn wichtig ist nur, daß wir diesen Weg gemeinsam gehen. Ich spüre Dich an meiner Seite, auf gleicher Höhe - Waffengefährte, Kampfgenosse. So viel Kater wie Wolf, genauso wie ich ebenso viel Katze wie Wölfin bin. Auch Du kannst Einzelkämpfer sein, obgleich Du mehr zu Teamwork neigst als ich. Du bist der Praktiker, ich der Theoretiker, und wir beide zusammen können mehr umsetzen als einer von uns allein es könnte. Wir ergänzen uns, und obgleich wir absolut unterschiedlich sind, vergeht kein Moment den wir nicht mit Reden oder Schweigen füllen könnten. Heute Nacht, als wir vom Treffen mit Freunden zurückkamen, machten wir uns noch belegte Brote, weil der Hunger sich dann doch meldete, und als Du in die Küche zurückkehrtest und ich Dich dort stehen sah hatte ich ein Gefühl als sei es schon immer so gewesen und müsse immer so sein. Vielleicht ein Gefühl wie angekommen sein. Ein Gefühl wie gefunden zu haben was man sucht. Ein Gefühl der vollkommenen Sicherheit. Und das Wundervolle daran ist, daß Du es genauso empfindest.

Ich mag Dein Lächeln und Dein Lachen, ich mag Deinen Blick und Dein Gesicht wenn Du ein Badehandtuch vor Dich hältst, ich mag es wie Du Deine Haare zurückwirfst wenn sie Dir im Weg sind und ich mag es, Dir zuzusehen wie Du Dir eine Zigarette drehst. Ich mag es in Deine strahlenden Augen zu sehen und meine Zuneigung für Dich darin gespiegelt zu sehen. Obgleich ich mich 10 Jahre jünger fühle als ich tatsächlich bin bin ich froh daß ich es nicht tatsächlich bin, denn die Gefühlsqualität und Tiefe die ich heute empfinden kann könnte ich nicht ohne meine bisherige Lebensgeschichte und Lebenserfahrung. Ich habe das Spielen gelernt, und ich habe das Kämpfen perfektioniert. Ich hoffe sehr, daß ich vom ästhetischen Einzelkämpfer auch zu einem Teamkämpfer werden kann. Und wenn ich Deine Hand um meine spüre, dann weiß ich, daß es eine Chance gibt. Daß es Kämpfe gibt, die man zu zweit nur gewinnen kann. "Ich lege mich gern fest." - Keine Zwänge. Kein Rechtfertigungsdruck. Vollkommene Freiheit ohne Neid oder Kontrollzwang. Ich vermisse nichts - stattdessen wird mein Leben durch Dich noch reicher, noch bunter, noch schöner. Alles, was ich brauche, kannst Du mir geben - und noch mehr. Vollkommene Nähe. "Ich bin wahnsinnig glücklich." - "Ich auch." Es ist nichtmal eine rationale Entscheidung - es steht einfach fest. An diesem Moment in meinem Leben bist Du wie die wärmenden Strahlen einen wunderbaren Morgensonne. Ich blinzele, noch ein wenig geblendet, denn die Nacht war lang und dunkel, in dieses warme Licht, und spüre, wie mein Ich ebenfalls aus der Nacht heraustritt und den neuen Tag und die Welt umarmt. Ich atme tief ein, fühle Dich an meiner Seite und bin bereit für alles, was kommen mag - von Herzen.

Vielleicht... etwas gefunden. Einen Menschen, bei dem man nach Hause kommt. Einen Menschen, der einen so nimmt und liebt wie man ist. Einen Menschen, bei dem es keine langen Erklärungen braucht, der einen einfach versteht. Verstehen ohne Worte. Liebe ohne Erwartungshaltungen. Einfach Sein ohne dafür kritisiert zu werden. 'Ich denke, also bin ich.' 'Ich bin, also liebe ich.'

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... Memories consume
Like opening the wound
I'm picking me apart again
You all assume
I'm safe here in my room
Unless I try to start again

I don't want to be the one
The battles always choose
'Cause inside I realize
That I'm the one confused

I don't know what's worth fighting for
Or why I have to scream
I don't know why I instigate
And say what I don't mean
I don't know how I got this way
I know it's not alright
So I'm breaking the habit
I'm breaking the habit
Tonight...

(Linkin Park, Breaking the habit)


Musik - wie oft finde ich mich in ihr wieder. Gerade im letzten Jahr, aber auch bereits in diesem noch jungen neuen Jahr begleitet sie mich wieder, mit retrospektiven, aber auch mit fast prophetisch anmutenden Songs. 'Breaking the habit' ist ein solcher Song, der einen Großteil meiner Gedanken und Empfindungen des letzten Jahres widerspiegelt. Ich konstituierte mich nur noch über die Vergangenheit und wußte nicht mehr, wer ich war - aber nach außen hielt die Fassade. Perfekter Schein. Und immer wieder die Zusammenbrüche vor mir selbst, die stummen Schreie, die ungeweinten Tränen, gärende Schuld und gärender Selbsthaß. Fassungslos vor dem eigenen Selbst stehen und sich nicht mehr wiedererkennen. Wer bin ich? Die Frage, immer und immer wieder gestellt und allzu oft vor der Wahrheit davon gerannt. Irgendwann mit dem Rücken zur Wand. Und dann - sanftes Licht, irgendwo am Ende einer scheinbaren Sackgasse. Tausend Türen, tausend Möglichkeiten, tausend Wege. Und doch - so müde. So leer. So schwach.

Ich kann heute nicht mehr sagen, was es letztlich war, daß ich doch irgendwann den Mut gefunden habe, einen Weg zu gehen. Überhaupt wieder zu laufen. In Schlangenlinien, maybe, und mit vielen Schmerzen, nicht nur auf meiner Seite. Mit vielen Irrungen und Wirrungen und Verwirrungen. Aber letztlich war es wohl doch nötig, denn ich habe viel, sehr viel gelernt. Über mich, über die Welt, über Menschen. Über Gefühle und Verstand, über den Preis von Offenheit und den Preis für zu viele Lügen. Über die Schwierigkeit, ehrlich zu sein, und über die Standfestigkeit, die ich brauche, um die Konsequenzen für meine Handlungen tragen zu können. Alles ist Kampf. Doch ich bin eine Kämpferin, immer gewesen, und werde es immer sein. Bisweilen werden auch Kämpfer müde - aber jetzt, wo ich meinen Waffengefährten gefunden habe, stehe ich wieder, stolz und aufrecht, mit dem Schwert in der rechten und dem Schild in der linken Hand, vorn in der ersten Schlachtreihe, bereit für alles, was kommt. Du weißt, daß ich vielleicht ab und an mal vorpreschen werde, wenn es mir nicht schnell genug geht, oder wenn ich eine Chance sehe, eine Lücke. Und Du weißt zugleich, daß ich die durch mich entstandene Lücke nicht zu einer solchen werden lasse, weil ich wieder an die Stelle neben Dir zurückkehren werde, dorthin, wo ich hingehöre. "Ich glaube, da haben sich zwei gesucht und gefunden." - "Ja, das glaube ich auch." Wir mit unserer Sucht nach Nähe. Nie hat es jemand ertragen, daß ich nah rankam. Oder ich bin gegen Wälle angerannt, und mußte irgendwann einsehen, daß, wenn die andere Seite nicht will, ich nicht rankomme. Du bist anders. Du hast keine Angst vor mir, und Du vertraust mir - und umgekehrt genauso. Ich habe nicht eine Spur von Angst vor oder bei Dir - im Gegenteil. Das Gefühl von Sicherheit, daß Du mir gibst, ist eine Quelle unerschöpflicher Kraft für mich.

Manchmal ist es wie ein Traum. So viel komprimiertes Gefühl in so kurzer Zeit. "Liebe ist, wenn man zu lächeln beginnt, sobald man den anderen sieht" sagt Hector. Er hat Recht. Vorhin, als Du mich nach einem schönen Abend zu Hause abgesetzt hast, konnten wir uns erstmal nicht voneinander trennen. Wie hast Du gesagt? "Da sitzen zwei Ü30-Jährige im Auto und können sich nicht trennen wie zwei 16-Jährige..." Ja. Doch so ist es halt - Feuer und Luft paßt gut. Vielleicht bist Du wirklich imstande, Dir nicht die Finger an mir zu verbrennen, sondern meinem Feuer standzuhalten, es Dich wärmen zu lassen, und ihm den nötigen Sauerstoff zu geben ohne Dich selbst dabei zu verlieren. Ja, ich glaube, es könnte sein. Und es gab wieder so einen magischen Moment. Ein Moment, in dem ich wieder bemerkte, wie sich ein Gefühl weiter vertiefte, in dem mir die Worte auf der Zunge lagen und ich doch zugleich wußte, daß es noch zu früh ist, sie auszusprechen. Ja, es ist möglich daß ich so viel 'männliche' Anteile habe wie Du weibliche. Ich wollte ja schon als Kind nie ein Mädchen sein, weil ich Mädchen und deren bevorzugte Beschäftigungen (Klischee: Puppenmutti) doof fand, ich war unsere Bandenanführerin und entwickelte unseren Kriegsschrei, und ich sprang von den Dächern der Blockhütten auf unserem Spielplatz und kannte dabei wenig Angst. Du hast drei ältere Schwestern, die Dir sicher einiges mitgegeben haben. So unterschiedlich wir vielleicht in einigen Belangen sind - wir könnten uns perfekt ergänzen.

Wir nähern uns, langsamen Schrittes, einer Grenze. Es kann eine kleine oder auch eine große dicke Mauer sein, das ist von hier nicht zu erkennen. Ebensowenig, ob wir hindurchgelangen können oder nicht. Aber wir haben, wenn wir es wollen, alle Zeit der Welt. Alle Zeit die uns bleibt. Es gibt keine Zufälle, und das ist gut so.

Es kann nicht nur sein - es wird sein. Um 1 Uhr in der Nacht kann man da wohl von einem Tagtraum nicht sprechen - mein 2. Déjà vu mit Dir. Es gibt eine Chance. Denn wir beide werden den Kampf niemals aufgeben, so lange es eine noch so kleine Chance gibt. Werden die Waffen nie strecken, die Schilde nicht sinken lassen. Wenn es sein muß, nehmen wir es auch mit einer Übermacht auf - wir kämpfen, und wir können gewinnen, denn wir sind uns ebenbürtig. Gleich stark. Gleich schnell. Gleich tapfer und gleich mutig. Und auch auf der emotionalen Ebene spiegeln wir uns, permanent. My warrior.

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Rest in peace. Ihr fehlt mir.


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... wherever I go
all I see are fools
playing with the fire
Wherever I hide
someone by my side
plays with the fire...

(Ordo Equitum Solis, Playing with the fire)


Dein Anruf, gestern Abend - Du warst endlich dazu gekommen die Mail zu lesen die ich Dir letzte Woche geschickt hatte. Die mit dem Tagebuchlebensfetzen. Und es hat Dich umgehauen - "so etwas hat mir noch nie jemand gesagt". Dabei war es doch nichtmal übertrieben oder Dir Honig ums Maul schmierend, sondern schlicht und ergreifend die Wahrheit. Vielleicht habe ich ein bißchen die Begabung, der Wahrheit ein schöneres Gewand zu verleihen als manch Anderer, weil ich die Menschen liebe. Weil ich Dich lieb habe. Ja, auch das ist etwas von 'offenen Karten' - Du sollst wissen, was ich denke, was ich fühle, damit Du mich auf Dauer verstehen lernst, damit Du nie die Maske siehst oder wenn, sie gleich durchschaust. Ich möchte Nähe, keine Distanz. Und Lügen und Masken bedeuten immer Distanz.
Ich lasse Menschen an mich ran - aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Ich bin offen, o ja, vielleicht offener momentan als ich je war, oder sogar ganz sicher offener als je zuvor. Es tut gut, so zu sein. Doch zugleich war ich stets darauf bedacht, meine Grenzen zu wahren - und die hatte ich stets recht großzügig von meinem Inneren weg gesteckt. In gewisser Weise war ich unfair - ich wollte nah an Leute heran, war aber im Gegenzug nicht bereit sie ebenso nah ranzulassen. Und wenn ich es doch mal tat, war mir unwohl dabei, war da sofort die Angst, weil es mich noch verletzlicher machte als ich ohnehin schon war. Doch dann kam mein Gegenpart. Und nun Du. Ja, ich bin offen für Dich, weil Du es umgekehrt für mich bist, und weil ich keine Angst mehr habe. Habe die Angst abgelegt wie ein altes Kleid, das mir nicht mehr paßt, und bin bereit, Konsequenzen zu tragen, die sich einstellen.

Ab und an erhasche ich einen Blick auf jene Lichtgestalt - Radiant Jen-Zi. Ich bin immer noch hart zu mir selbst, zu hart vielleicht manchmal. Aber dennoch mag ich mich. Und kann mir geradewegs in die Augen sehen, ohne mich übergeben zu müssen. Draußen scheint die Sonne, der Himmel hat sich ein blaßblaugraues Gewand angezogen und ich breche auf in einen neuen Tag, der so schön werden kann wie jeder Tag meiner mir noch verbleibenden Zeit hier. Ich freue mich auf ihn. Weil das Feuer durch jeden Tag lodert und brennt und mich so sehr wärmt, daß ich denke, mir wird nie wieder kalt sein.

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... There is no monopoly in common sense
On either side of the political fence
We share the same biology
Regardless of ideology
Believe me when I say to you
I hope the Russians love their children too...

(Sting - Russians)


Einer dieser Songs von denen ich fast vergessen hatte wie stark sie wirklich sind. Die mich immer wieder an den Rand des Flusses bringen. Manchmal tut es gut, sich einfach in die Musik fallen zu lassen und nicht nachzudenken, nicht im Sinn zu haben was jemand denken könnte der einen so sieht, nackt und ausgeliefert all den Gefühlen die über einen hereinbrechen können. "Russians" brach gestern wieder über mich herein. Volle Lautstärke, zusammengekauert im Sessel zu liegen und die letzten 20 Jahre einfach auszublenden, zurück in einer Zeit aus saurem Regen und Atomwolken und Deutsch-Amerikanischer Freundschaftsfeste im Camp Lindsey. Die Erde, regiert von einer Riege machthungriger und zum Teil größenwahnsinniger taktierender Politiker oder rein kapitalinteressierter Wirtschaftsbonzen. Wie wunderbar. Nichts hat sich geändert, gar nichts. Nur die Feindbilder changieren in sich selbst, sind austauschbar geworden wie alles und jeder im Kalkül derjenigen, die ja nur 'das Große und Ganze' im Blick haben. Fuck you.

Manchmal frage ich mich, woher meine Ängste kommen. Denn ein paar habe ich nach wie vor. Wie beispielsweise meine Aversion gegen Gruppen und die ihnen eigene Dynamik. Wohin Gruppendynamik führen kann, führt nicht zuletzt Pink Floyds "The Wall" sehr eindrucksvoll vor Augen - und genau das machte mir Gruppen auch immer suspekt. Ich hatte und habe Angst davor, daß 'es' auch mich vereinnahmen könnte, daß es mir gefallen könnte, daß sich mein Ich auflösen und zu einem folgsamen und willenlosen Lemming unter Lemmingen werden könnte. Lieber nehme ich die Glasscheibe in Kauf, die ewig unbefriedigte Sehnsucht danach, irgendwo 'dazuzugehören'. Die plattgedrückte Nase. Ich habe es heute versucht, dem Gefährten zu erklären, und er hat es angenommen, natürlich. Ich glaube, er sieht auch meinen Punkt, denkt vielleicht sogar darüber nach. Aber verstanden, was meine Angst davor ist, was sie begründet, hat er nicht - wie könnte er. Denn näher 'kennen' tun wir uns ja gerade mal 5 Wochen. Schicksalhaft, jener Heiligabend 2007, vielleicht. Wenn ich mich nach der Pennpause nicht nochmal aufgerafft und doch noch losgefahren wäre, hätten wir uns wohl nicht bis 7.30 Uhr in der Frühe einfach nur unterhalten...
Aber ja - was ich mal so lapidar unter 'Gruppenzwang ist mir zuwider' zusammenfasste ist von einer tiefsitzenden Angst untermauert. Einer Angst vor der ewigen Redundanz der Geschichte und der menschlichen Natur. Hitler, Stalin, Osama Bin Laden. Plakativ und viel zu einfach, vielleicht - aber sie alle hatten und haben ihre Lemminge. Brav bis in den Tod.

Gestern Nacht hatten wir ihn wieder - den magischen Moment. Beide viel zu viel Alkohol im Blut, aber ansonsten hätte sich bewahrheitet, was schon Die Ärzte sangen "Ich weiß nicht wie es geht". Und dankenswerterweise hast Du es zuerst gesagt, denn ich wußte, daß Du den Anfang würdest machen müssen. Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht altmodisch. Aber ich war Dir dankbar, daß Du es getan hast, denn dadurch konnte ich es auch aussprechen, und es hat etwas in mir befreit. Mein Herz, vielleicht. Zweimal sind die magischen Worte in der letzten Nacht gefallen, und ich sage es Dir mit jedem Blick, mit dem ich den Deinen umarme, sage es Dir durch die Berührung meiner Fingerspitzen mit Deiner Haut, sage es Dir mit jedem Lachen und sage es Dir sogar, wenn ich mit wackliger Stimme bei 'Russians' mitsinge. Alles an mir sagt Dir, was Sache ist, und obwohl ich nie für möglich gehalten hätte daß so etwas in so kurzer Zeit möglich ist. Dennoch sind Worte schlicht zu klein um nur annähernd fassen zu können was in mir passiert, was da für Dich ist und wächst und blüht und aus mir heraussprudelt, wann immer das Gespräch auf Dich kommt, wann immer ich an Dich denke, wann immer ich Deine Nähe spüre.

Kleine Freuden sind das, was ich mit Dir teile. "Ein ganz normales Leben eben" hast Du heute gesagt. Ich bin nicht normal, mein Leben ist nicht normal, und es soll und muß auch nicht normal sein, denn normal ist mir zu nah an 'Alltag' und daß der nicht nur mich tötet habe ich in der Vergangenheit sehr schmerzhaft festgestellt. Beruhigend ist, zu wissen und zu spüren, daß ich mich geändert habe (die Videospiele haben ihre Allmacht verloren, wenn auch nicht zur Gänze), daß sich mein Leben geändert hat, daß sich meine Erwartungen, die ich nicht mehr habe, geändert haben. Ich habe allem Zukünftigen entsagt, bis auf die paar Déjà vu's, die ich in Bezug auf Dich hatte. Und bin dadurch nicht ärmer geworden, denn dadurch habe ich wieder gelernt, was träumen ist. Habe gelernt, was es heißt, den Moment zu leben und zu genießen. Was es heißt, einen Atemzug zu nehmen. Die paar Meter bis zum Wahllokal am gestrigen Abend mit Dir, meine Hand in Deiner, war ein Gang auf lauter kitschigen Schäfchenwattewolken. In Deinem Arm im Sessel zu liegen und die rationalen Wahlauswertungen zu gucken ohne sich dabei in politische Grabenkämpfe oder 'Du hast doch eh keine Ahnung' Ausschweifungen zu ergießen war, obschon banal, doch zugleich einfach und schön. It's so simple. Und dann haben wir es heute Abend sogar geschafft, Deine Freunde kurz mundtot zu machen, als wir in aller Ernsthaftigkeit kurz skizzierten, wie sich unser Tag zusammengesetzt hatte und warum ich erst um kurz vor 6 im Wahllokal war. Bettfrühstück inkl. Frühstücksei. Badezimmersaunaduschspaß mit Ich-spritz-dich-naß-Garantie. Der fruchtlose Versuch Dir die Tangohaltung zu zeigen. Das - erfolgreiche - Betteln um 'nur noch fünf Minuten...'. Sich anschauen. Sich umarmen. Einander festhalten, so fest, daß niemand mehr weiß wo Du aufhörst und ich anfange. Und dabei doch immer "Nichts muß - alles kann". Wo ich für Dich ein Traum bin, bist Du für mich eine Offenbarung.
"Ihr ergänzt euch gut." sagte mir heute eine Freundin. Und daß Du gut zu mir passen würdest. Letztlich gab es auch den Ausschlag, daß meine beiden besten Freundinnen beide, unabhängig voneinander, zu Deinen Fürsprechern bei mir wurden. Beide sagten, Du würdest zu mir passen, ich solle mich für Dich entscheiden. Und eigentlich war mein Herz ohnehin auch zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Weg zu Dir. Vielleicht spürte ich schon, daß mein soulmate mir nicht das würde geben können, was Du mir gibst. Was ich brauche.

4.21 Uhr und mein Selbst springt abermals in tausend Scherben. Es wird ein neuer Morgen kommen und ich werde wieder neu erstehen, neu entstehen, mich neu zusammensetzen, wie jeden Morgen, wie jeden Abend, wie nach jedem mehr oder weniger erfolgreich abgewehrten Angriff. Schon jetzt greife ich wieder nach Schwert und Schild. Ich bin nicht alt, und bis ich des Kämpfens wieder müde werde wird noch einiges geschehen müssen. Jeder neue Tag bietet auch die Chance, mich selbst ein bißchen besser verstehen zu lernen. Jeder neue Tag bietet die Chance, ein bißchen Licht in das Leben jedes Menschen zu bringen, dem man begegnet. Jeder neue Tag beinhaltet die Möglichkeit, der schönste und beste Tag deines Lebens zu werden. Und ich werde der aufgehenden Sonne nichts schuldig bleiben. Nicht heute und nicht morgen. Denn ich bin immer noch auf der Suche. Und irgendwas sagt mir, daß ich nicht eher ruhen werde, bis ich gefunden habe, was ich suche...

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...Trust me
For who I am
Place all your faith
Into these hands
I got nothing to say
But let's stay friends forever
forever

Here I stand and face the rain
I know that nothing's gonna be the same again
I fear for what tomorrow brings
Here I stand and face the pain
Of knowing nothing's gonna be the same again
I fear for what tomorrow brings
Here I stand and face the rain
Knowing nothing's gonna be the same again...

(A-ha, Here I stand and face the rain)


Facing the rain. Facing the pain. I've learnt that lesson, and sometimes it seems that I'm still learning. I got a downbreak, the night before last night. Touched my own face and felt a little bit ashamed - for it was wet, wet with tears. It always hurts when bonds are severed. I'm sure that there's a deeper sense why it happened now, now that I'm so strong. For I'm strong enough to get through it unscathed, oblivious to all the dirty little things they try to throw into my face. Dirty talk and dirty action. You're not the victim, you're the criminal. Don't give me that 'I'm soooo wounded'-talk. You're just another one in the long line of people who try to break me. But I made a vow, some months ago: Never again will anyone have the power to break me. Noone will ever break me again. The only person in this whole damned world with that power - is myself.
So I'm still standing, facing the rain, and it doesn't matter if my face is wet with raindrops or wet with tears. For my inner strength, fueled by a love without boundaries and without borders, is like a warming fire, is like sunshine, is like a never dying fire. You're not nearly man enough to make me break down, to give in, to be the little girl again. I'll give you a nice kick in the ass, and I'll get up and walk out the door without ever looking back. For I'm no longer afraid of what tomorrow brings - no. I'm looking forward to it, and the smile is always getting back to my face. I'll sit opposite you and will smile at you with my honest and happy smile, because I pity you. I pity you and your small and unhappy life, all the lost chances, all the wasted years. My life is a small one, too, and there are problems. But I have, what is worth more than anything else: I have love. I have real love, I am loved by my friends, I am loved by my family, and I am loved by a man who takes me as I am. And I do love in return - I love my friends, my family, and I'm also learning to love the one who knocked so carefully at the great, closed and secured portal to my heart and soul. I overcome my fears, throw them out of myself, and do open the portal, for only in accepting that you can be hurt will you be able to experience true love...


Akzeptanz. Dem Schmerz ins Gesicht sehen und ihn annehmen als Teil von mir. Dem zugefügten Schmerz ins Gesicht sehen und ihn annehmen, akzeptieren daß es so ist und nicht anders und nach vorn sehen und schauen, wie man die Situation positiv beeinflussen kann. Es wird mehr brauchen, um das Feuer und die Sonne in mir auszulöschen, mehr als kleinkarierte Profilneurotiker und plumpe Drohungen, mehr als billigste Rhetorik und durchschaubare Zermürbungstaktik. Ich nehme es an, seufzend, packe es beiseite, denn ich werde nicht zulassen, daß es mir Energie raubt. Zu gegebener Zeit werde ich es wieder hervorholen, lächeln, den Gegner mit zwei schnellen sauberen Schlägen zu Boden schicken und weitergehen. Es gibt so vieles, über das ich mich derzeit freuen kann, und es gibt noch viel mehr, auf das ich mich noch freuen kann. Mag die Zukunft so ungewiß sein wie noch nie - das erste Mal seit langem fühle ich mich wieder geerdet. "Mit Dir ist irgendwie jeder Tag wie Sonntag." Du gibst mir Ruhe, Sicherheit, schenkst mir Dein Vertrauen wie ich es umgekehrt auch tue. Wir spiegeln unsere Gefühle gegenseitig - nichts ist Zuviel und nichts ist Zuwenig. Kein Eiertanz, keine zurückgehaltenen Informationen, sondern offene Karten.
Im letzten Jahr sagte mir jemand, das Geheimnis sei, aus dem Fallen ein Fliegen zu machen - jetzt weiß ich was er meinte. Völliges Vertrauen. So lang Du da bist werde ich nicht fallen, so lang Du da bist bin ich so stark wie nie zuvor, so lang Du da bist kann mich nichts so leicht erschüttern. Es reicht, daß Du einfach nur da bist, daß Du bist wie Du bist. Es ist wie ein beständiger Energiestrom und -austausch zwischen uns. Mein Akku ist voll aufgeladen, ich könnte 1000 Dinge tun (naja, nur 999 weil mein Bein momentan nicht so will wie ich), der Himmel ist blauer, die Sonne scheint heller und wärmer, die Nacht ist tiefer und sanfter.

Ja, ich freue mich auf die Saison, ganz unabhängig von allem anderen. Ich freue mich darauf, mit Dir in die Schlachten zu ziehen, ich freue mich darauf genauso dämlich auszusehen wie der Rest mit seinen 'Babyhauben', ich freue mich darauf mit Dir durchs Gras zu kullern nachdem ich vergeblich versucht habe Dich umzutackeln, ich freue mich darauf Wache zu stehen und dabei nicht einzuschlafen, ich freue mich darauf mit D. durch die Lager zu streunen, und ich freue mich ganz einfach auf alles was kommt. Auf den Motorradführerschein, die Motorradtour, auf Freiburg, Offenburg, auf das Schwertkampftraining, auf David vs. Goliath, auf den möglicherweise bevorstehenden Umzug, auf Nächte die zum Tag werden und Tage die man im Bett verbringt oder draußen, auf gemütliche Runden und Parties, auf Risotto-Shisha-was-ist-Ambient-Industrial-Abende, auf Wie-steppe-ich-einen-Gambeson-richtig-ab Sessions und Juggertraining, ich freue mich weil ich ganz viele Dinge tun werde vor denen ich früher immer Angst hatte. Doch nun lebe ich angstfrei, und das tut unsagbar gut.

Ich sehe eine Gestalt meinen Weg entlang kommen, auf mich zu, und ich lächle, als ich sie erkenne, denn sie flüstert mir ihren Namen ins Ohr, als sie vor mir steht und mich endlich in die Arme nimmt. Je suis enchantée, Mademoiselle Amour...

__________________
In memoriam:
TomTom (15.5.2003 - 18.7.2008)
the mighty Chinchilla-Kacksack, the one and only Chinchilla-Diva, world's famous Destroyer of all things possible, Über-Mama von vier niedlichen Nachwuchs-Zerstörern (*2005, *2006, *2007, *2008), Gefährtin (und manchmal auch Hausdrache) von Foggy.

Foggy (24.2.2005 - 18.6.2012)
unglaublich lieber, verschmuster und hin und wieder treudoofer Fellball, Weltmeister in Sandbad-Demonstrationen und Hoch-Weit-Sprung.

Nico (26.4.2008 - 23.11.2012)
Wüster und seinem Papa in Sachen Schusseligkeit in nichts nachstehender kleiner Kacksack, Energiebündel und Kämpfer bis zur letzten Sekunde.

Hugin (5.9.2007 - 13.6.2013)
Neugieriger, scheuer und dennoch sanftmütiger kleiner Fellball, Hochsprungmeister, Sandbadrekordhalter, tapferster aller Kämpfer und Ebenbild seiner Mama.

Rest in peace. Ihr fehlt mir.


Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn't do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails.
Explore. Dream. Discover.
(M. Twain)



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... Mon amour, mon moi
Je sais qu'il existe
La châleur de l'abandon
C'est comme une symphonie...

(Mylène Farmer, California)


Endlich angekommen. An dem Punkt, an dem ich mein Selbst nicht mehr über irgendwelche Krücken oder Äußerlichkeiten definieren muß. An dem Punkt, an dem ich einfach BIN. Sein. Im Unterschied zu bloßer Existenz nicht nur auf das bloß Biologische und ein bißchen Denken reduziert, sondern Sein, gegenwärtig sein auf allen Ebenen, biologisch, mental, seelisch, geistig. Nicht mehr Ausgeliefertsein äußeren Zwängen oder den eigenen unverstandenen Affekten oder Gefühlen, sondern durch die vorhandene Akzeptanz, den inneren Frieden, immer mehr Möglichkeiten alles zu beeinflussen. Ich falle nicht mehr in alles hinein, was kommt, völlig hilflos - wenn ich mich fallen lasse, dann als bewußte Entscheidung. Und dann ist Fallen wie Fliegen.

Wir sitzen auf einer alten Steinmauer hoch über den Dächern der Stadt, schauen hinaus über die weite Ebene, Sonne, Mond und Sterne über uns und grüne Wiesen, gelbe Felder, graue Häuser und das Schieferblau des Flusses unter uns. Die Zeit hat keine Macht über uns, gestern nicht, heute nicht, morgen nicht. Mit Dir ist jeder Tag wie Sonntag und jede Nanosekunde wie die Ewigkeit.
Wir sitzen auf der Mauer, haben die Helme abgenommen, die Schilde angelehnt und die Schwerter in die Scheiden zurückgesteckt. Atempause. Wir sitzen hier oben, Hand in Hand, lassen den Atem zu den Sternen fließen, teilen abermals die gleiche Luft. Mit dem Daumen fahre ich sanft die Wellen, Risse und Schwielen deiner Hand ab, ziehe die Linien nach, jeder Quadratzentimeter verrät den Kämpfer in Dir, den festen Willen der Dir innewohnt, und die unglaubliche Stärke die Du besitzt. Du drehst den Kopf, um mir in die Augen sehen zu können, und das ist wieder jener Blick, in dem so viel Gefühl liegt, daß es mich oft hinwegzufegen droht wie ein Hurrican. Du siehst in mir nicht nur die Frau, nicht nur den Menschen, Du siehst auch die Kämpferin, Du siehst die Katze und Du siehst die Wölfin. Du siehst die Löwin und Du siehst auch die Dramaqueen, Du siehst die Schauspielerin und die Reste des kleinen Mädchens, Du siehst alles was ich war, alles was ich bin und alles was ich sein werde. Und so geht es mir mit Dir und mit Deinen Bergsee-Augen - ich sehe den Kater, sehe den Wolf, den Jungen und den Mann, sehe Deine Schatten und kann die Abgründe erahnen, ich sehe den Kämpfer und den Bedächtigen, ich sehe die Rüstung um die Schläge einstecken zu können und dahinter, halb verdeckt, den wuchtigen Anderthalbhänder mit dem Du ebenfalls austeilen kannst, wenn man Dich zu sehr in die Enge treibt. Ich sehe den Baum, aber ich sehe genauso den Engel. Du siehst mich an, und mir wird warm, und ich sehe zurück und wieder ist es, als seien wir zwei Spiegel füreinander. Die Welt um uns herum wird egal, ob es Tag oder Nacht ist wird egal, dann gibt es nur noch Dich und mich und das, was zwischen uns wächst.
Wieder verschränken sich unsere Hände ineinander, mit dem festen Druck, wie er uns eigen ist. Über uns jagen die Wolken über das Firmament, unter uns glitzert der Fluß in der Morgensonne, der Wind rauscht sanft in den Baumwipfeln, die bald wieder grün sein werden. Ein kurzer Blick über die Schulter, um sich zu vergewissern, daß wir allein sind - und dann öffnen wir beide, für den einen kurzen und dennoch so entscheidenden Moment, die Brustplatte. Aus Dir und aus mir überstrahlt für einen Augenblick ein unglaublich helles Licht die Szenerie, übergießt uns und die Mauer und löscht kurz alle Schatten aus, streckt sich weiter und weiter und selbst als die Scharniere wieder einrasten und die Platten wieder an Ort und Stelle sitzen wird es seinen Weg fortsetzen, denn es ist so frei wie wir es sind. Unsere Gefühle füreinander sind mehr Schwert, mehr Schild und mehr Rüstung als alles andere je sein könnte, und wenn wir noch einen Beweis gebraucht hätten, dann wäre es jener magische Moment gewesen, in dem es so hell wurde, Samstag Nacht.

Ich lächle Dich an. Ich kann es endlich glauben. Du bist nicht nur Kampfgefährte - Du bist auch Geistgefährte. Und zusammen sind wir unschlagbar. Nie hätte ich gedacht, daß ich nach so kurzer Zeit so würde fühlen können wie ich es nun für Dich tue. Nie hätte ich geglaubt, daß ich zu solchen Gefühlen fähig bin.

Unsere Lippen treffen sich, und in diesem einen Kuß kann alles liegen was wir füreinander empfinden. Feuer.

Hinter uns - das Trampeln schwerer Stiefel. Wir nicken uns kurz zu, ziehen die Helme wieder auf, die Handschuhe an. Leichtfüßig springe ich von der Mauer, nehme den Schild wieder auf, und sehe aus den Augenwinkeln wie Du es mir synchron gleichtust. Abermals ein Blick, mit dem wir uns alles sagen, was notwendig ist. Ein belustigtes Lächeln erscheint auf unseren Gesichtern, als wir der Gegner ansichtig werden. Diesmal sind sie wegen mir hier, und sie könnten einem fast leid tun, denn sie werden nicht wissen, was über sie gekommen ist. Parallel ziehen wir die Waffen, nehmen die Schilde hoch, verankern die Füße fest im Boden und lassen sie einfach vergeblich gegen ein Bollwerk aus purer Kraft anlaufen...

Ta gra agam ort, Katerwolfsgefährte...

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Manchmal ist doch noch eine leise Angst in mir, die das Atmen etwas schwerer macht. Die Angst davor daß, weil es mir so wahnsinnig gut geht, ich so glücklich bin obschon mein kleines Leben voller Probleme ist, gleich schon der, die oder das nächste vor der Tür steht um mir ins Gesicht zu treten. Es sind Überreste aus vergangenen Zeiten, in denen ich dachte, ich hätte es nicht 'verdient', glücklich zu sein. Oder ich müsse immer einen Preis zahlen - für jeden guten Moment einen schlechten. Am besten in doppelter Ausfertigung, nur um sicherzugehen. F*** off. Ich lebe endlich, endlich so wie es mir gefällt, ich habe alle Möglichkeiten, ich kann selber gestalten und wo ich mich früher in Fantasywelten flüchten mußte um wenigstens einmal im Reinen mit mir zu sein ist mir heute das 'reale' Leben wesentlich lieber.

Leben ist toll und wunderschön und kompliziert und gemein. Aber es lohnt jede Sekunde, zu atmen. Jede einzelne. Endlich kann ich den Augenblick genießen, denn jeder einzelne ist es wert.

Die Angst darf noch ein bißchen bleiben, doch sie wird sich irgendwann verdünnisieren oder ich werde sie rauswerfen. Fürs erste darf sie als Reminder dafür bleiben, wie ich mich selbst konditioniert habe.

Es ist ein blaßgrauer Tag, doch ich denke an das, was ich heute morgen spüren durfte, und wieder werde ich von dieser unvorstellbaren Wärme überflutet. Und ich weiß: Mir wird nie wieder kalt sein.

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"Unter dieser Maske befindet sich mehr als nur Fleisch und Blut. Unter dieser Maske befindet sich eine Idee. Und Ideen sind kugelsicher!"

(aus: V for Vendetta)


Manchmal muß ich mir ins Gedächtnis zurückrufen, wofür zu kämpfen es sich lohnt. Manchmal brauche selbst ich die Gewißheit, daß es immer die Aussicht auf Erfolg, auf den Sieg gegen die Ungerechtigkeit gibt, selbst wenn sie noch so klein ist. Manchmal brauche ich eine archetypische Gerechtigkeitsdarstellung, um nicht den Mut zu verlieren. Denn in einer Welt wie unserer, wo man sich als 'Normalsterblicher' oft machtlos und ausgeliefert vorkommt, gibt es dennoch winzige Nischen, in die alle Staatsgewalt und alle Systemmechanismen nicht vorzudringen vermögen. Unsere Ideale. Unsere Ideen. Unser Selbst. Das sind Dinge, die man uns nicht wegnehmen kann, weil wir es nicht zulassen werden. Mein Kämpfer und ich.

Sie versuchen es bei Dir nicht so stark, denn Du bietest ihnen, im Gegensatz zu mir, keine große Angriffsfläche - irgendwie bekommst Du es besser hin. Doch ich bin wohl zu sehr Alpha-Wölfin, zumindest wenn es um mich und meine Ideale geht. Und wenn mich jemand dahingehend angeht, halte ich dagegen. Mich wird niemand brechen, und es wird mich auch niemand in die Knie zwingen. Ich stehe wo ich stehe, und dort werde ich stehen bleiben, denn ich bin ich, und ich halte an meinen Idealen fest. Und ich spüre Dich neben mir, reassuring, fühle wie Du die Lücke zwischen uns beiden schließt, Dein starker Arm an meinem. Dann kann ich kurz die Augen schließen, einen tiefen Atemzug nehmen, und die Ruhe, die Du mir gibst, verbindet sich mit dem Feuer in mir wie Sauerstoff, sie macht mich stärker, fester, gibt mir den festen Stand den ich so nötig brauche für das vor mir liegende Stück des Weges. Und daher kann ich mich darauf freuen. Ich werde weiter daran wachsen, werde mich entwickeln können. Leben bedeutet Veränderung, Entwicklung, nicht Stillstand. Welch eine glückliche Fügung des Schicksals, daß wir beide Menschen sind, die das genauso sehen, die mit wenig Sicherheiten leben können und niemals aufgeben, egal wie schlecht die Aussichten sein mögen. Und wenn wir müde werden, wacht einer über den Anderen, hält Alpträume und böse Gedanken fern, bis der Morgen kommt.

Absolutes Vertrauen - und gerade deshalb absolute Nähe. Außer meine engsten Freunde habe ich niemals jemanden so nah herangelassen wie Dich - nicht, weil ich es nicht gewollt hätte, sondern weil ich es nicht konnte. Dazu muß ich absolutes 100%-iges Vertrauen haben, und Du bist ein Mensch, der so durch und durch ehrlich und aufrichtig ist, daß ich genau weiß, daß Du mein Vertrauen niemals mißbrauchen wirst. Eher friert die Hölle zu, als daß das geschieht. Und umgekehrt bemerke ich, daß ich zwar nach wie vor noch dazulernen muß, doch daß es mir keinerlei Probleme bereitet, ganz und vollkommen offen zu Dir zu sein, und das tut wahsinnig gut. Vor allem weil ich die Erfahrung mache, daß das nicht etwa sanktioniert oder in anderer Art und Weise mißbilligt wird, sondern daß es für Dich überhaupt kein Problem ist, auch wenn es Planungen sind die Dich nicht miteinbeziehen.

Ich glaube, daß es diese beiden Komponenten aus Nähe und Vertrauen sind, die uns schon so weit diesen Weg hinuntergebracht haben. Wir stehen auf einem ersten kleinen Berggipfel, im goldenen Licht der Morgensonne das unsere Schatten hinter uns wirft, und schauen auf das weite Land vor uns, das in beständiger Veränderung begriffen ist, das 1000 Wege vorweist, 1000 Orte, 1000 Möglichkeiten. Wieder schauen wir uns nur stumm an, Sternfunkeln in den Augen, und wieder verschlingen sich unsere Finger ineinander und wir rennen los, hinein in die Fülle der Chancen aus buntem Leben, und unser Lachen hallt von als Echo von den Bergwänden wider und vermischt sich mit dem Gesang der Vögel, dem Murmeln der Flüsse und dem Rauschen des Windes zur Melodie des Universums. Und während wir rennen, küsst uns der sanfte Hauch der Ewigkeit und schenkt uns tausendundeine Chance...

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Wie unterschiedlich doch das sein kann, was man an 'Selbstverständlichkeit' ansieht. Was 'normal' ist. Ich muß noch - oder wieder - so viel lernen. Manchmal ist es, als würde ich das erste Mal in meinem Leben die Augen wirklich aufmachen. Staunend und mit kindlicher Freude betrachte ich die Welt, den blauen Himmel, die warme goldgelbe Sonne, die noch kahlen Bäume, das Schmutziggrün der Wiesen, die krakeelenden Fellknäuel. Ich öffne mich und meine Sinne strecken sich aus, ich kann wieder fühlen wie mir Freundschaft, Verständnis und Wärme entgegengebracht wird, kann wieder Momente der Nähe mit Menschen die ich mag teilen, und fühle mich warm und sonnig. Sonne und Mond. Tag und Nacht. Sie sind so, wie ich bin, in mir stets dualistisch, doch nicht mehr im Kampf damit. Viel zu lange habe ich mit mir selbst und meinen vermeintlichen Unzulänglichkeiten gehadert, habe ich nicht verstanden wieso ich bin wie ich nunmal bin. "Menschen können sich nicht ändern" sagte mir meine Freundin einmal. Sie hatte Recht. Menschen können sich in ihrem Kern niemals ändern - denn dann wären sie auch nicht mehr der Mensch, der sie eben sind. Man kann in der Peripherie etwas ändern, aber niemals im Kern. Wer das versucht, wird entweder scheitern - oder sich selbst zerstören. Ich bin wie Sonne und Mond, aber nicht mehr wie Feuer und Wasser, sondern wie Feuer und Luft. Feuer braucht Sauerstoff um zu leben.

"Für Deine Worte und Bilder bräuchtest Du einen Waffenschein." Mein unvergleichlicher Katerwolfsgefährte. Ich schenke Dir meine Worte und die Bilder die ich damit male, weil Du sie inspirierst. Weil ich dank Dir fühle wie ich fühle, sehe was ich sehe, höre was ich höre. Es ist wie nichts, was mir je zuvor passiert ist. Das liegt mit Sicherheit auch daran, daß ich nie in meinem Leben so offen war wie jetzt. Genau wie Menschen sich entwickeln und verändern so können sich auch Gefühle entwickeln und verändern. Das, was ich früher Liebe nannte, ist nicht mehr das, was ich heute so nennen würde. Wie sagtest Du gestern? "Ich habe noch nie erlebt daß diese drei Worte dem, was ich fühle, so wenig gerecht wurden, daß sie viel zu klein dafür sind." Und Du hast damit das in einfache prägnante Worte gefasst wonach ich so verzweifelt suchte und rang - das, was ich fühle, ist auch mit den drei magischen Worten nicht mehr beschreibbar, weil es viel, viel größer ist. Es überwältigt mich schier, hüllt mich ein in eine große warme sanfte Wolke aus lauter Licht und Wärme, fließt in mich hinein und läßt mich wachsen, gibt mir Kraft, richtet mich auf wenn ich drohe, wieder einzuknicken. Wir können Stunden damit zubringen, über das zu sprechen, was in uns passiert, ohne daß es peinlich oder überkandidelt wird oder erscheint, denn alles ist echt. Nichts gespielt, nichts überzogen. Offen und ehrlich. "Wenn ich Dich sehe oder nur an Dich denke, fange ich an zu lächeln. Ich bekomme das Lächeln gar nicht mehr von meinem Gesicht herunter." Ich konnte nicht anders als Dich einfach nur anstrahlen. Hector sagt: 'Liebe ist, wenn man zu lächeln beginnt, sobald man den anderen sieht.' Er hat, wie so oft, recht. Du zeigst mir, was ich Dir gebe, und umgekehrt zeige ich Dir, was Du mir gibst. Dazu braucht es weder Blumen noch mußt Du für mich kochen oder mich auf Händen tragen. Du hast mir das größte Geschenk gemacht, was Du machen konntest: Du hast mir dein Vertrauen geschenkt. Und deine Liebe. Und genau das Gleiche schenke ich Dir, weil ich es will, nicht weil ich es muß.

Du bist stark, so stark wie ich. Und deswegen kannst Du Dinge zulassen, die andere Männer nicht zulassen könnten. Du kannst deine Gefühle mir gegenüber zeigen ohne deshalb ein Weichei zu sein, weil Du zu Dir stehst und Dich dessen nicht schämst was in Dir ist, und das unterscheidet Dich von vielen Anderen deiner Spezies. Auch ich zeige meine Gefühle, zum einen weil ich sie nicht verstecken kann, zum anderen weil ich es nicht will. Nur Leuten gegenüber die mich angehen kann ich ganz kalt werden, absolut kühl, dann kommt mein Pokerface zurück und ich werde undurchsichtig. Auch das mag ich mittlerweile an mir - ich kann es, wenn ich will. Und ich will es.

"Bei uns geht es immer nur bergauf. Das ist zwar schwieriger, aber dafür wird die Aussicht auch immer besser, je höher man kommt." Du hast Recht. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es mit Dir je bergab gehen könnte. Und ich habe das Gefühl - genau wie Du - daß wir zusammen absolut unschlagbar sind. Man kann uns verwunden, ja - aber man kann uns nicht schlagen. Ich kann deine Kämpfe nicht für Dich ausfechten - das mußt Du selber tun. Aber ich kann mich kurz vor Dich stellen, wenn Du eine Atempause brauchst. Werde die Schläge abwehren, die Dir gelten, unerschütterlich, unverrückbar, bis Du mir zu verstehen gibst daß Du den Kampf selbst wieder aufnehmen kannst, und dann werde ich an meinen Platz an deiner Seite zurückkehren und dort weiterkämpfen, gegen meine Dämonen und meine Ängste und meine Probleme, die es gibt, doch ich werde immer stärker sein. Wir verleihen ihnen die Macht, die sie über uns haben - doch man kann sie ihnen auch wieder nehmen. Du hast es geschafft, daß ich angstfrei geworden bin. Ich habe keine Angst mehr, vor nichts und niemandem. Ich fühle mich wohl in meinem kleinen bunten chaotischen Leben, und ich freue mich, daß Du ein Teil davon geworden bist. Daß Du eingetreten bist durch das große schwere Doppelportal, hinein in die staubige, doch lichtdurchflutete Vorhalle mit den vielen Bildern an den Wänden, dem großen Schiff das mittendrin steht, und der großen Freitreppe die auf die Empore führt von wo aus unzählige Treppen in die Winkelzüge meines Ichs führen. Es gibt dunkle Hintertreppen, wackelige Holzleitern und steinerne Wendeltreppen, es gibt Dachstiegen und hier und da mag es gar nur eine Strickleiter sein, die weiterführt. Es gibt keine verriegelten Türen mehr, denn ich habe überall Fenster und Türen aufgerissen und Sonne und Luft und Leben reingelassen, in meine türmchenbewehrte Villa Kunterbunt. Und umgekehrt hast Du mich eintreten lassen durch die riesige stabile Eichentür mit den schlichten aber schönen Intarsien, und vorsichtig bin ich in den dunklen Flur getreten, der immer weiter und größer wird je länger ich staunend liebend dort stehe. Unzählige Türen unterschiedlicher Größe und Form, eine unendliche Anzahl von Gängen erstreckt sich rings um mich, und vielleicht werde ich fürs erste einfach mal den graugetigerten Kater verfolgen, der mir um die Beine gestrichen ist und nun auffordernd in einen von Fackeln erhellten gemauerten Gang läuft.

Ich sagte es Dir: Ich erlebe mit Dir 101%. Weil ich ganz ich selbst sein darf, ohne Maske, ohne Kostüm, weil ich nicht darauf warte daß Du mich glücklich machst sondern weil ich schon glücklich bin und war, bevor Du in mein Leben kamst. Und genau deshalb mußt Du mich nicht glücklich machen, denn ich bin es bereits, und mit Dir ist deshalb alles noch dreimal schöner und besser und wundervoller als es ohnehin schon ist. Wir sind beide 100% - und zusammen sind wir 101%. Es schien immer unerreichbar fern - doch manchmal liegt die Perfektion eben in der Einfachheit.

Du sitzt auf dem Floßrand und läßt die Beine ins Wasser hängen, ich sitze neben Dir und lache, weil es an den Zehen kitzelt. Du siehst mich an, und beginnst dann damit, mich zu zwicken und zu sticheln, bis ich mich vor Lachen auf dem Boden kugele und Dich mitziehe, und so rollen wir lachend über Deck, schmeißen dabei den Wassereimer um und werden erst durch die Taurolle gestoppt, die fein säuberlich zusammengerollt auf der Ecke liegt. Deine Silhouette zeichnet sich gegen das helle Sonnenlicht ab, als wir beide aufhören zu zappeln, und als dein Gesicht sich meinem nähert, ist es, als steige ein Engel zu mir herab. Deine wunderschönen Bergseeblaugrünen Augen blicken mich sanft und voller Wärme und Feuer an, und ich halte den Atem an, denn kurz wird mir ein weiterer Blick in die Zukunft gewährt, wie ich schon einige mit Dir hatte. In allen davon ist Lachen, Wärme, Leuchten. Und das eine Wort mit 'L', das uns gerade viel zu klein erscheint für das, was zwischen uns ist und wächst und wächst. Und während der Fluß um uns herum rauscht, ab und an die Wellen über den Floßrand schlagen, erwidere ich deinen Blick mit derselben Sanftheit und Wärme und dem Feuer, und jederzeit können unsere Augen kurz aufblitzen und dann sind wir wieder Kater und Katze oder Wolf und Wölfin. Für jetzt reicht es, einfach zu sein, Dich anzuschauen und Dich zu umarmen. Deine Arme um meine Mitte zu spüren, meine Arme um Deinen Nacken zu legen, und wenn sich unsere Lippen berühren wird die Sonne noch dreimal heller und die Welt noch fünfmal egaler. Feuer brennt. Wasser fließt. Wind bläst. Erde rieselt. Und zwischen uns fließt - die pure Energie dessen, was uns verbindet, gestern, heute und an jedem Ort an dem die Zeit ihre Macht verliert...

__________________
In memoriam:
TomTom (15.5.2003 - 18.7.2008)
the mighty Chinchilla-Kacksack, the one and only Chinchilla-Diva, world's famous Destroyer of all things possible, Über-Mama von vier niedlichen Nachwuchs-Zerstörern (*2005, *2006, *2007, *2008), Gefährtin (und manchmal auch Hausdrache) von Foggy.

Foggy (24.2.2005 - 18.6.2012)
unglaublich lieber, verschmuster und hin und wieder treudoofer Fellball, Weltmeister in Sandbad-Demonstrationen und Hoch-Weit-Sprung.

Nico (26.4.2008 - 23.11.2012)
Wüster und seinem Papa in Sachen Schusseligkeit in nichts nachstehender kleiner Kacksack, Energiebündel und Kämpfer bis zur letzten Sekunde.

Hugin (5.9.2007 - 13.6.2013)
Neugieriger, scheuer und dennoch sanftmütiger kleiner Fellball, Hochsprungmeister, Sandbadrekordhalter, tapferster aller Kämpfer und Ebenbild seiner Mama.

Rest in peace. Ihr fehlt mir.


Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn't do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails.
Explore. Dream. Discover.
(M. Twain)



"To do is to be." - Platon
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Nnordy
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Old Post erstellt am 11-02-2008 um 12:31 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

... I don't go out
Out in the cold
I don't go out
Out in the dark
Too tired to move
Too tired to die
Living in a nightmare
Day by day...

(Deine Lakaien, Colour-ize)


"Du gibst Dir schon automatisch und immer die Schuld für alles Mögliche, oder?" Ja, Katerwolfsgefährte. Auch wenn ich es vielleicht nicht immer ganz ernst meine oder bloß möchte, daß mir jemand widerspricht, mich meiner selbst wieder versichert. Ja, immer bin ich schuld. Es wurde mir zu häufig so suggeriert, und schon früh im Leben habe ich gelernt, die Schuld zunächst mal bei mir zu suchen. Wenn ich nirgendwo dazugehörte, wenn ich immer ein bißchen außerhalb stand, dann deshalb, weil etwas an mir komisch und falsch war, und nicht an den Anderen. Irgendwie war ich schon immer ein Freak, und ich bin es heute noch. Ich war 'schuld' an der Glasscheibe, ich war schuld wenn Dinge nicht funktionierten, ich war schuld daß das Wetter schlecht war, die Laune mies, das Essen schlecht. Immer und an allem war ich schuld. Es ist tatsächlich ein Automatismus geworden, ein Selbstläufer, automatisch greife ich danach und ziehe mir diesen alten, häßlichen und ausgelatschten Schuh an: "Es tut mir so leid, ich bin schuld..." Nein, ich bin nicht immer schuld - aber ich bin krank. Krank, weil ich diesen Scheiß allen Ernstes teilweise immer noch glaube. Ich habe die Nase voll von diesem Sündenbock-Mist. Und ich bin auch nicht Atlas. Vielleicht glaube ich es irgendwann mal selber - in der anderen Richtung hat die Konditionierung ja auch funktioniert...


Wir haben die Tickets gebucht. Ich kann es selbst noch kaum glauben - endlich werde ich London sehen. Die Themse und Big Ben. Du hast es gestern so treffend gesagt: "Mit Dir mache ich endlich so viele Sachen, die ich schon immer tun wollte." Wir frühstücken mitten im Winter auf dem Balkon oder gehen ein Eis essen. Wir buchen Flugtickets und haben noch nicht mal die Konzertkarten. Wir verleihen unsere Karren bevor sie jemand braucht weil uns eine zusammen reicht. Eine Freundin fragte schon halb scherzhaft: "Und, wann zieht ihr zusammen?" Lachen. Auch wenn es da eine Idee gibt, die aber noch an anderen Sachen hängt. Es wird sich weisen, doch das, was uns da gerade passiert, ist einfach so unbeschreiblich und so unglaublich RICHTIG. Je mehr ich von Dir erfahre, je länger ich Dich ansehe und je intensiver ich Dich spüre umso mehr weiß ich daß wir Zeit haben werden. Vielleicht alle Zeit der Welt - ich würde es mir wünschen. Wer mich ansieht, bemerkt, daß ich glücklich bin. Nach fast 6 Wochen haben wir gestern Abend das erste Mal für eine knappe Stunde zusammen auf der Couch gelegen und fern gesehen - wieder mal etwas scheinbar so Banales, doch wie alle Zeit die ich mit Dir teile ist selbst das wunderschön. "Wenn ich Dich bei mir habe wird alles andere ausgeblendet und völlig egal." Es ist die Fokussierung und Komprimierung von wahnsinnig viel Gefühl - und ganz oft sehen wir uns an und haben beide die gleiche fassungslose Freude ins Gesicht geschrieben - daß wir einen solchen Menschen gefunden haben, einen Menschen von dem wir glaubten daß er nur im Traum existiere. Augenhöhe. Freiheit. Vertrauen. Stärke. Offenheit. Ehrlichkeit. Anziehung. Leidenschaft. Selbständigkeit. Durch Dick und Dünn. Freundschaft. Verbundenheit - auf allen Ebenen. Du bist alles. Du bist nicht mein Leben, aber Du machst mein Leben schöner. Bei Dir darf ich nach Hause kommen, und egal was ich mit Dir tue - es ist selbstverständlich, es muß und kann nur so und nicht anders sein, und es ist nicht auf eine spießbürgerlich-sichere Art selbstverständlich, sondern es ist so selbstverständlich wie Wölfe zusammen jagen. Es ist wunderschön selbstverständlich, weil es - so wie alles - einfach ist. Gestern hast Du Wäsche aufgehängt und ich habe währenddessen die Frühstücksutensilien an ihre Plätze geräumt, die Spülmaschine eingeräumt und die Brettchen abgewaschen. Du vertraust mir - und umgekehrt. Und das mir, wo ich doch schon dachte, man könne mir wohl einfach nicht vertrauen - tat ich es doch selber nicht.

Ein leiser Wind ist aufgekommen und zerzaust deine Haare. Ich greife nach ihnen, lasse die langen seidigen Strähnen durch meine Finger rinnen wie Wasser, spüre sacht wie geschmeidig und glatt sie sind. Zart fahre ich die seitliche Kontur deines Gesichts nach, lasse meine Fingerspitzen über deinen Hals hinunter zu deiner Brust wandern. Wir haben die Balance zwischen diesen Momenten, in denen wir scheinbar schutzlos ohne Rüstung sind, und den Zeiten, in denen wir die Rüstung brauchen. Wir liegen im hohen Gras, die Gesichter der Sonne zugewandt, um uns herum Vogelgezwitscher und Bienengesumme und Grillengezirpe, den Geruch von Sommerwiese in der Nase. Es gibt ihn - den vollkommenen Frieden im vollkommenen Moment. Die Zeit hinter dem Schlachtenlärm und dem Schmutz und dem Blut, hinter dem Getöse und der ständigen Präsenz des Gevatters am Rand der Wahrnehmung. Es ist nur eine Zwischen-Zeit, aber dennoch eine kleine Ewigkeit, denn die Ruhe, die uns beiden in der Gegenwart des jeweils Anderen zuteil wird, lässt die Zeit nahezu einfrieren. Der vollkommene Moment, in dem ich Dich, mit geschlossenen Augen und jeder einzelnen Faser meines Körpers spüre, wo wir Arm in Arm nebeneinander liegen und dennoch so voneinander durchdrungen sind daß niemand mehr würde sagen können wo Du aufhörst und ich anfange. Die Potenzierung zweier Ichs zu einer nanosekündlichen Symbiose, die eine gewaltige Kraft freisetzt. Supernova.
Am Ende der Zwischenzeit werden wir ohne Eile aufstehen und einander in die Rüstung helfen. Vielleicht ist es dann die Zeit für Katana und Wakizashi auf meiner Seite, und Du wirst mit Einhänder und Turmschild dafür sorgen daß mein Schutzengel keine Überstunden leisten muß. Zusammen sind wir unschlagbar. Und wir werden einander in die Augen sehen und uns auch ohne Worte verstehen, und wir werden niemals müde werden, so lange es noch Kämpfe auszufechten gibt und so lange die Zwischen-Zeiten auf uns warten. Wir sind Kämpfer, Krieger - es ist unsere Natur und wohl auch so etwas wie eine Bestimmung. Wir tragen die gleichen Narben, und das gleiche Feuer im Herzen. Paralleler Herzschlag. Parallelatmung. Parallelgefühl. Alles, was ich für den nächsten Atemzug brauche, ist der Blick in Dein offenes Gesicht und in Deine wunderschönen Bergsee-Augen, und Zeit und Tod haben nie Macht über mich besessen...

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Nnordy
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Old Post erstellt am 13-02-2008 um 09:34 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

"Fernbeziehungen sind sowieso Scheiße." Du sprichst aus Erfahrung, das weiß ich. Selbst ich hatte so etwas wie eine 'Fern-Irgendwas' im Anfangsstadium, obwohl der Grünäugige und ich nicht weit voneinander weg wohnen. Aber die Distanz schuf er, und der Job. Und dadurch waren wir weiter voneinander entfernt als es 500 km physikalische Wegstrecke geschafft hätten. Ja, Fernbeziehungen sind nicht schön. Sie sind anstrengend. Aber sie können auch gerade wegen der Entfernung manchmal ungleich intensiver sein als 'normale' Beziehungen. Müssen sie aber nicht.
"Ja, Fernbeziehungen sind nicht so toll. Sowas wie wir haben ist viel schöner." - "Sowas wie wir haben ist perfekt." Ein kurzer, nur halb prüfender Blick in deine strahlenden Augen, die so wunderschön sind. Ich weiß daß Du es ernst meinst, daß Du es genauso meinst wie Du es sagst. Es tut so gut, endlich jemandem glauben zu können, endlich vertrauen zu können. Ich 'verbringe' die Zeit nicht mit Dir - ich teile sie mit Dir. Und das, was wir teilen, ist einfach, wunderschön, und gerade deshalb perfekt. Ja, Du hast absolut Recht. Du fehlst mir, wenn Du nicht da bist. Es ist ein beruhigendes Gefühl, Dich in meiner Nähe zu wissen, und es hält mich warm, selbst an kältesten Wintertagen. Der Eisstachelpanzer ist fast geschmolzen - etwas, das ich nie für möglich gehalten hätte. Lange dunkle Jahre hat er mir beschert, hat er mir große Teile meiner Jugend verfinstert und nur durch Schmerz erfahrbar gemacht. Doch nun ist sein Dienst getan, und lächelnd sehe ich, wie er tropft und langsam zu einer großen Pfütze zusammenschmilzt. Wie jedes Eis, das mit zu viel Feuer und Hitze in Berührung kommt.

Uns verbinden zum Teil sogar die gleichen Probleme und viele, viele Wünsche. Es gibt so viele Orte, an denen ich noch nicht war, an denen Du noch nicht warst. So viele Dinge, die Du noch tun willst, die ich noch tun will. Und wer weiß - vielleicht tun wir viele davon ja gemeinsam.

In einem Lande, wo den Leuten, wenn sie verliebt sind, die Augen im Dunkeln leuchteten, bräuchte man des Abends keine Laternen. (Georg Christoph Lichtenberg)
Du wolltest Dich in deine Traumfrau wieder richtig verlieben können, hast Du mir erzählt. Ich hatte nie so eine richtig klare Vorstellung von meinem 'Traummann' - genau genommen gab es sowas für mich nie. Bestimmte Eigenschaften vielleicht, oder auch eine bestimmte äußerliche Ästhetik - aber nichts dergestalt Festgelegtes. Und verlieben - in der Hinsicht war ich vielleicht zu sehr Realist. Obwohl ich jemand bin, der sich schnell verlieben kann - nach dem steinigen Weg, den ich gegangen bin, habe ich mit nichts in der Art gerechnet. Und dann kamst Du, und zunächst war alles 'wie immer' - es ist so leicht, sich in mich zu verlieben. Nicht, weil ich es so wollte, sondern über die Ausstrahlung. Und über mein Vermögen, Hoffnung zu entzünden, und zu machen, daß man sich vielleicht ein klein bißchen lebendiger fühlt als zuvor. Erste Küsse. Gerade mal zwei Tage später erste Berührungen, noch mehr Küsse. Und wieder bin ich in die Offensive gegangen - warten liegt mir nicht. Aber, wie sagtest Du so schön: "Ich fand das toll. Und außerdem sagte ich mir 'Hey, Du willst es doch auch' - und das tat ich." Manchmal glaube ich, daß es eine Art Testmechanismus in mir ist - ich überflute mit meinem Feuer, und hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer das nicht packt, mit dem gibt es kein Weiterkommen. Aber Du bist für mich reiner Sauerstoff. Du findest ohne große Anstrengung die richtigen Worte, die mich ganz tief treffen, Du findest die richtigen Ausdrucksformen, die mir eine kleine Welt bedeuten, und Du bist einfach nur ganz Du selbst und offen für mich - und das ist der Schlüssel zu mir. Ganz unmerklich hat sich meine Sympathie und tief empfundene Zuneigung für Dich in etwas gewandelt, das weit über bloßes Verliebtsein hinausgeht. Das bereits jetzt tiefer und stärker wurzelt als ich es je für möglich gehalten hätte. Und es verstärkt das mir eigene Leuchten, strahlt hinaus in meine Umgebung, und jeder, der mich anschaut, erfährt vielleicht einen kurzen Hauch des Glücks, das mich erfüllt. Freude und Glück werden nicht weniger, wenn sie geteilt werden.

Ich bin endlich richtig, richtig so wie ich bin. Ich darf endlich sein wie ich bin. Und ich genieße es aus tiefstem Herzen, ich freue mich über jede Sekunde, die ich mit Dir teilen darf, ich freue mich über jede Sekunde allein und ich freue mich über jede Sekunde die ich in angenehmer Gesellschaft gleich welcher Art verbringen kann. Das Leben, so problembeladen es derzeit vielleicht auch ist, ist dennoch wunderschön.

Lektion Nr. 20: Glück ist eine Sichtweise auf die Dinge. (aus: Francois Lelord, "Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück")
Ich zwinkere Dir zu, und Du blinzelst schalkhaft zurück. Denn wir wissen daß, so unterschiedlich unsere Perspektiven aufgrund unserer vielen Unterschiede auch sein mögen, wir die gleiche Sichtweise haben.

101%.

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Foggy (24.2.2005 - 18.6.2012)
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