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Nnordy
im Winterschlaftraumatod


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Old Post erstellt am 24-03-2012 um 12:57 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Spiegel. Spiegelseelen. Manchmal begegnet man Menschen - scheinbar durch Zufall (es sei denn man ist wie ich und glaubt nicht an Zufälle) - und blickt urplötzlich in einen Spiegel. Und einem dieser Spiegel möchte ich hier danken, für ein offenes und tiefgründiges und so vertrautes Gespräch, als würden wir uns schon seit Jahren kennen. Danke dafür. Es tat wohl, und ich hoffe, die Gelegenheit findet sich bald wieder...

Spiegel. Wie so häufig in Zeiten des Wandels spiegelt Musik mein Inneres, lasse ich mich fallen in Worte und Töne und Botschaften, die nie für mich geschrieben wurden und mich dennoch so tief treffen. Kopfkino. "Helden sind immer allein." Ich bin keine Heldin. Ich kann eine sein, und es gab Zeiten, da war ich eine. Held und Narr liegen manchmal so nah beisammen. Ebenso wie Held und Märtyrer. Und manchmal ist beides ein und dasselbe. Ja, Akzeptanz ist der Schlüssel. Und dennoch habe ich Angst davor. Daß ich etwas Unwiederbringliches verliere, etwas das mir so wichtig ist, wenn ich manches akzeptiere. Dabei ist vorbei, was vorbei ist. Kommt nicht mehr zurück. Nur in meinen Erinnerungen lebt es weiter, und ich kann es hervorholen, wann immer ich möchte. Ich WILL mich erinnern. Will nicht vergessen. Kann man Dinge bewahren, ohne darüber zu vergessen, vorwärts zu gehen? Ich darf mich nicht in der Vergangenheit verlieren, auch wenn ihre Wärme so angenehm ist und so viel leichter zu ertragen als das Hier und Jetzt. Weiterlaufen. Die einsame Wölfin ist zurück, die Jägerin. Lasse mir den Wind um die Nase wehen, der eine Ahnung nach Frühling mit sich trägt. Lasse mir die Sonne auf den Rücken scheinen, die meine Glieder durchwärmt, sie geschmeidig macht, bereit für den nächsten Tanz, die nächste Jagd, die nächste Herausforderung. Fühle die Erde unter meinen Pfoten, das pulsierende Leben um mich herum, und möchte ein Teil davon sein. Unbeschwert. Vogelfrei. Mit dem Feuer in mir, meinen Träumen und Idealen treu. Will brennen, leben, frei sein - um zu lieben, wenn Madame Amour sich zeigt, zu kämpfen, wenn es nötig ist, zu sterben, wenn es Zeit ist. "Helden sind immer allein." Ja, denn keiner kann sie verstehen. Keiner kann verstehen, warum sie die Dinge tun, die sie tun, warum sie alles geben, um nichts zu gewinnen, und warum sie den Weg gehen, den die meisten anderen scheuen. Ich schrieb: "Es endet immer damit, daß ich irgendwo allein sitze. " Alleinsein war noch nie etwas Schreckliches für mich - im Gegensatz zu Einsamsein. Aber wenn es nicht anders geht, werde ich auch das ertragen. Denn am Ende jedes schweren, steinigen, nahezu unbegehbaren Weges gibt es etwas, für das es sich gelohnt hat. Das Ende des Regenbogens. Die Erfüllung eines kleinen oder großen Traums. Etwas wartet. Und es ist meine Aufgabe, es zu finden.

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In memoriam:
TomTom (15.5.2003 - 18.7.2008)
the mighty Chinchilla-Kacksack, the one and only Chinchilla-Diva, world's famous Destroyer of all things possible, Über-Mama von vier niedlichen Nachwuchs-Zerstörern (*2005, *2006, *2007, *2008), Gefährtin (und manchmal auch Hausdrache) von Foggy.

Foggy (12.2.2005 - 18.6.2012)
unglaublich lieber, verschmuster und hin und wieder treudoofer Fellball, Weltmeister in Sandbad-Demonstrationen und Hoch-Weit-Sprung.

Nico (26.4.2008 - 23.11.2012)
Wüster und seinem Papa in Sachen Schusseligkeit in nichts nachstehender kleiner Kacksack, Energiebündel und Kämpfer bis zur letzten Sekunde.

Rest in peace. Ihr fehlt mir.


Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn't do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails.
Explore. Dream. Discover.
(M. Twain)



"To do is to be." - Platon
"To be is to do." - Kant
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Nnordy
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Old Post erstellt am 24-03-2012 um 17:57 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Ein Sturm zieht auf. So, wie es ist, wird und kann es nicht bleiben. Spannung, ein Knistern liegt in der Luft, ich weiß nicht einmal genau seit wann. Nach oben tun wir so, als sei alles wie früher. Doch nichts ist wie früher. Wir können nicht zurück. Die Brücken sind zerstört.

Ein Sturm zieht auf. Wolfsgeheul. Das Fauchen einer großen Raubkatze. Geballte Kraft, gespannte Muskeln. Wir halten den Atem an. Jeder Schritt könnte der letzte sein. Wir sind uns nicht fremd, doch wir sind uns fern. Etwas nachlässiger als früher. Etwas schonungsloser als früher. Etwas genervter als früher. Und mir fehlt die Kraft zu kämpfen. Feuer braucht Nahrung.
Keine Gitterstäbe mehr, dafür ein schwarzes Nichts. Doch aufgeben ist keine Option. Nie gewesen, für mich. Ich kapituliere nicht. Selbst wenn ich nicht einmal weiß, wofür, für oder gegen wen ich kämpfe - ich kämpfe. Manchmal für die Macht des Willens. Manchmal für die Macht der Liebe. Und manchmal für das Leben selbst. Mein Auge sucht den Himmel ab. Irgendetwas wird geschehen. Bin ich die Einzige, die es spürt?

Ein Sturm zieht auf. So gewiß, wie das Leben mit dem Tod endet.

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Nnordy
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Old Post erstellt am 31-03-2012 um 12:32 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Graues Graugrau. Tagesgrau. Der Frühling macht eine Pause, meine Gefühle auch. Eine der altbekannten Alltagswellen schlägt über meinem Kopf zusammen, doch wenn ich ertrinke, so merke ich es nicht. "I have become comfortably numb..." Wie immer nach dem ein oder anderen Extrem. Auch Gefühle brauchen eine Pause, eine neue Injektion Leben. Ein kurzer Stillstand zwischen allen Welten. Ohne Orientierung und ohne zu wissen, was ich will. Zurück, wieder angekommen in der Rolle, der Funktion, auf dem Maskenball der Existenz, die von vielen so leichtfertig "Leben" genannt wird, ohne es zu sein. Kein Leben. Leben passiert woanders, nicht hier. Gefühle passieren woanders. Ich will wieder hinter die Grenze, dorthin, wo alles pulsiert, in Bewegung ist, sich ständig verändernd und doch im Kern beständig. Ich sein und brennen. Inspiriert von tausend Welten und Möglichkeiten, immer neu, nie alltäglich, nie gleich, nie langweilig. Doch manchmal gewinnt das Grau, holt mich ein, mauert mich ein, schneidet das schmale Band, das mich mit dem Leben verbindet, einfach durch und befördert mich mit einem mächtigen Tritt direkt in das altgediente Schneckenhaus. Ich will hier nicht sein, ich hasse es, hier zu sein, hier, wo ich Teile meiner Jugend und viel zu viele meiner besten Jahre verbrachte. Keiner kommt hier raus.

Es gab mal ein Feuer, auf der anderen Seite. Auch dieses Feuer ist wieder müde geworden, eingeholt von seinen eigenen Dämonen oder dem, was dort drüben Existenz heißt. Alles fehlt - Wille, Glaube, Stärke. Wie traurig. Da ist es - das "schade", das Bedauern also, ist dem "traurig", und damit irgendwas zwischen Resignation und Akzeptanz, gewichen. Akzeptieren heißt aktiv annehmen. Sich dafür entscheiden. Entscheiden, nicht passieren lassen. Du hättest so viel zu lernen, doch dann würde es Dir besser gehen. Dann stünden Deine Chancen so viel besser. Um das zu erreichen, was DU möchtest. Dann könnte es erreichbar sein, das Glück. Doch alles fehlt. Lernen ist zu anstrengend. Riskieren ist zu anstrengend. Sich öffnen wohl auch. Langsam habe ich keine Worte mehr dafür. Weil ich vermeiden möchte, ungerecht zu werden. Aber irgendwo ist es schon armselig. Armselig aber nur deshalb, weil ich Dir mehr zugetraut hätte. Nicht Dein Problem, sondern meines. Falsch eingeschätzt. Auch mein altes Problem - daß Menschen in mir etwas sehen, was nicht da ist. Und sich dann enttäuscht abwenden. Ungerecht, und das will ich Dir gegenüber nicht sein. Dafür kennen wir uns zu lange, haben zu viel - auch miteinander - erlebt. Warum bist Du so müde? Warum glaubst Du nicht daran, daß es keine Zufälle gibt? Daß wir uns aus einem bestimmten Grund wiederbegegnet sind? Aber so ist das Leben. Die Existenz. Bemüht, uns zu verschlingen, mit Haut und Haaren, auf dem Altar des Zufriedenheitsgottes zu opfern, neue Nahrung für alte Funktionen. Und Du läßt es mit Dir machen. Und ich? Nein. Dafür bin ich noch zu jung, zu viel Rebellin, zu viel Kämpferin. Aufgeben ist keine Option. Sich in etwas schicken auch nicht. Nein. Ich werde wieder brennen. Wenn nicht heute, dann morgen oder übermorgen. Träume sind dazu da, um gelebt zu werden.

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Nnordy
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Old Post erstellt am 04-04-2012 um 00:30 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Nass bis auf die Haut. Der Regen, der an meinem Visier herunterläuft, sich durch die alten Nähte meiner Lederhose frißt, meine Haut mit einer dünnen Eisschicht überzieht, wenn ich trotz Nacht und Nässe und miserabler Sicht mit immerhin noch 120 über die Autobahn nach Hause fahre. Kühles Nass, das langsam zu meinen Poren vordringt. Jede Einzelne davon flutend, so wie Du mich einst mit einem einzigen Blick geflutet hast, der mir durch Kopf und Herz bis in die Seele drang und an ein uraltes Potenzial rührte, das ich längst vergangen und vergessen geglaubt hatte. Wie so oft habe ich mich damit selbst betrogen. Blind, taub, stumm gewesen. All die Jahre. Gab es damals wirklich eine Chance? Hätte ich wirklich auch einen anderen Weg gehen können? Wärest Du an diesem Ufer mehr gewesen als eine Traumgestalt? Ich weiß es nicht. Ehrlich gesagt glaube ich es nicht. Du hast nicht den Mumm dazu, hast ihn nie gehabt. Es ist leicht, im Nachhinein zu behaupten, daß es anders gewesen wäre. Doch auf die Entfernung fällt es mir wirklich schwer, Dir das abzunehmen. Nicht bei all der Angst, die Du in Dir trägst. Nicht bei all dem Zögern und all der Trägheit. Ich hoffe, daß mich die Fragezeichen in Bezug auf Dich irgendwann einmal verlassen. Daß der Tag kommen wird, an dem da nur noch Punkte sind. Vielleicht das ein oder andere Ausrufezeichen, ein Gedankenstrich. Und daß ich an diesem Tag nicht voller Resignation aufwache, sondern mit einem Lachen auf dem Gesicht. Weil ich mich über den Anblick der schweren Portaltür freue, ohne daß sie mir noch einen Stich ins Herz versetzt. Weil mein Leben mit ihr schön ist, aber ohne sie nicht ärmer wäre. Ich könnte wetten, daß Du mir - wenn ich Dich fragen könnte - wieder nicht sagen könntest, warum Du tust, was Du tust, und läßt, was Du läßt. Wie damals. Nichts hat sich geändert. Nur ich mich. Und manchmal, ganz ganz selten, gibt es Augenblicke, da tut mir das leid.

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Old Post erstellt am 05-04-2012 um 15:52 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Ich sitze… in einem dunklen Raum ohne Mobiliar, auf einem kalten Steinboden. Bekleidet nur mit einem meiner geliebten kurzen Samtkleidchen, Spagettiträger, meine Ringelstrümpfe habe ich an, aber die Stiefel sind weg. Es ist hier drin so kalt, daß mein Atem in deutlich sichtbaren kleinen Wolken durch die Luft wabert, und es würde mich nicht einmal wundern, wenn er zu Eiskristallen gefriert und leise klirrend am Boden zerspringt. Mir gegenüber eine Stahltür, an der weiße Farbe abblättert. Keine Fenster, irgendwo spendet eine trübe Funzel ein wenig steriles Neonlicht. Alles hier ist kalt. Völlig fruchtlos daher mein Versuch, mich vor der Kälte zu schützen, indem ich mich klein mache, die Knie angezogen bis zum Kinn, die Arme zwischen Oberschenkeln und Oberkörper, um nicht zu viel nackte Haut preiszugeben.

Ich warte… auf den Klang eines niederfallenden Richterhammers. Auf die vernichtende Verlesung des Urteils. Darauf, dass sich die Stahltür mit einem häßlichen Quietschen öffnet und mich ein Henker zu meinem letzten Gang abholt. Zitternd, aber ich werde mich nicht der Angst geschlagen geben. Ich werde mich nicht dafür schuldig fühlen, daß in mir ein Feuer brennt, das niemals verlöschen wird. Sie umkreist mich, die Angst, schaut mich an mit kalten grauen Augen, knurrend, bedrohlich. Tief atme ich ein, schließe meine Augen und gehe zurück, zu einem Moment in dem die Kälte keinerlei Platz hatte, weil die Hitze zweier Flammen jeden Raum und jede Pore flutete. Elektrisierend, voller Sehnsucht, voller Verlangen. Und dann kann ich fühlen, wie eine winzige Flamme aus der Vergangenheit hinüberspringt ins Hier und Jetzt und sich in meinem Inneren ausbreitet, so dass die Kälte weicht. Als ich meine Augen öffne, schaut mich die Angst immer noch an, doch sie spürt, ebenso wie ich, daß sich etwas verändert hat.

Ich lächle, mein raubtierhaftes Lächeln, entfalte meine Glieder und meine Muskeln. Begebe mich auf die Knie und blicke der Angst direkt ins Gesicht. Das leise Knurren einer großen Raubkatze. Muskeln und Nerven wie Stahlseile. Stemme mich auf die Füße, ohne den Blick abzuwenden. Du wirst mich nicht besiegen. Ich dränge sie zurück, das verunsicherte Monster, Schritt für Schritt, weil ich nicht gegen sie verlieren will. Noch ein Schritt. Sie kann nicht weiter, gefangen in einer Ecke. Blickduell. Gefletschte Zähne. Die Anspannung im Raum fast körperlich spürbar. Und auch wenn sich die Tür jetzt öffnen sollte, werde ich sie weiter in Schach halten. Vielleicht werden wir einen Waffenstillstand schließen. Denn der Weg, der jetzt vor mir liegt, auf dem Worte warten, die ich vielleicht nicht hören will, Gesten, die ich vielleicht nicht sehen will – den will ich ohne sie gehen. Dabei mache ich mir nichts vor. Bei der nächsten Begegnung wird sie noch bei mir sein. Und deshalb breite ich meine Arme aus, gehe lächelnd auf sie zu und bin bereit, Kratzer und Bißwunden davonzutragen, aber ich weiß, sie ist ein alter Teil von mir, der viel mehr werden kann als er jetzt ist. Sie kann mir dabei helfen, meine Mechanismen zu verstehen, Falsches zu erkennen und daran zu arbeiten. Ich blicke ihr in die Augen, die grauen Augen, die ihren Schrecken für mich verloren haben, nehme sie an und werde eins mit ihr, damit ich über mich hinauswachsen und dem Henker eine reinhauen kann, wenn er kommt, um mich zu holen.

Heute wird nicht über mich gerichtet, auch morgen nicht. Denn zuallererst werde ich mich selbst richten. Ja, ich stehe erst am Anfang des Weges. Natürlich habe ich Angst vor dem, was da kommen mag. Aber ich kann es nicht ändern und ich kann es nicht verhindern. Ich werde es einstecken und ich werde es überleben. Und wenn nur eine weitere Narbe bleibt – es war es wert. Etwas, das Du vielleicht nie verstehen wirst, aber ich. Daß ich das erkannt habe, war es wert. Denn es macht mein Leben und mein ganzes Sein so viel reicher, schmerzerfüllter, zwar, noch ambivalenter als es ohnehin schon ist, doch es ist ok. Ich bin. Nicht perfekt. Freakig. Durchgeknallt. Leidenschaftlich. Ungeduldig. Begeisterungsfähig. Dominant. Nur begrenzt kritikfähig. Tapfer. Hilfsbereit. Humorvoll. Mondsüchtig. Und noch so viel mehr. Es wird mich nicht umbringen. Und so beziehe ich Position, direkt vor der Tür, bereit für alles, was hereinkommen will.

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TomTom (15.5.2003 - 18.7.2008)
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Take me out, tonight, where there's music and there's people who are young and alive...

Wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte... ich wüßte, mit wem ich ihn leben wollte. Und es gibt nur ganz genau einen einzigen Menschen, dem ich gestatten würde, den letzten Moment mit mir zu teilen. Und einen anderen einzigen Menschen, mit dem ich den vorletzten Moment teilen wollte. Ich habe wenige Männer wirklich aufrichtig geliebt in meinem Leben, das weiß ich heute. Zwei davon sind die, denen ich gestatten würde, im vorletzten und im letzten Atemzug bei mir zu sein. Ich dachte immer, das Ende gehört mir allein. Irgendwo schon. Aber irgendwo anders auch nicht. Helden sind immer allein. "Es endet immer damit, daß ich irgendwo allein sitze." Doch wenn ich mich zurückträume in alte Zeiten, finde ich dort alte Wahrheiten, die ich damals nicht sehen konnte. Heute kann ich es, und das ist wundervoll. Einen Schritt weiter auf dem Weg der Akzeptanz. Des Wissens. Und des Verabschiedens, ohne zu wissen, von was oder wem. Dieses merkwürdige Gefühl, das mich seit Wochen begleitet. Als würde mir der Herr Gevatter beständig über die Schulter sehen, an meiner Seite gehen, den Sozius auf Jen-Zi machen, neben mir im Sessel sitzen... Bis die Sanduhr leergelaufen ist. Die Zeit um. Drei Atemzüge würde ich mir noch ausbedingen.

Einen, um meinem Kind zu sagen, daß ich es liebe und immer beschützen werde.

Einen, um noch einmal magmarot in wahnsinnigster Sehnsucht zu brennen und einen Blick auszutauschen, in dem zwei halbe Leben liegen. Denn zwei halbe können manchmal, ganz selten, auch ein Ganzes geben.

Einen, um in den Armen des einzigen Katerwolfsgefährten gemeinsam mit Madame Amour meinen letzten Kampf auszufechten.

Viele würden denken, daß drei Atemzüge verdammt wenig sind. Es kommt darauf an, was man daraus macht. Das war schon immer meine Überzeugung. Mein Leben ist das, was ich daraus mache. Und ich hoffe, daß es mein Tod auch sein wird.

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Geändert von Nnordy am 06-04-2012 um 08:10

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... like having a black sun in a white world...

Langsam wird es unheimlich. Gestern Abend war schön, viele Leute, meine beste Freundin aus Berlin da, gute Gespräche und Spaß. Daran konnte auch die Anwesenheit eines Menschen, der mal sehr wichtig für mich war, nichts ändern. Zu sehen, wie dieser Mensch nicht einmal mehr auf die Tanzfläche schauen konnte, wenn ich dort tanzte, war befremdlich. Ach X, es ist wirklich schade. Aber es war Deine Entscheidung, die Freundschaft zu beenden, und dann mußt Du auch mit solchen Konfrontationen leben können.

Am späteren Abend kam eine mir unbekannte junge Frau auf mich zu und sagte sinngemäß: "Ich wollte Dir nur sagen, daß ich finde daß bei Dir alles paßt. Das Kleid, die Haare, die ganze Aufmachung - das ist einfach stimmig, und tanzen kannst Du auch noch. Du wirkst total positiv, und das wollte ich Dir einfach sagen." Sprach's und ging - nachdem ich mich, völlig perplex, bedankt hatte - von dannen. Positiv. Ein Wörtchen, das mich jetzt seit längerem begleitet. Vor 3 Wochen jener Typ, der mir eine "positive Persönlichkeit" bescheinigte, nun das. Rechnet man noch dazu, daß auf Leichtigkeiten meinerseits wie "Wie schön, zu sehen, daß auf deinem ernsten Gesicht ein Lächeln erscheint sobald ich mich neben dich stelle" ein "Wundert's dich?" folgt, ist wirklich - ich habe kein Wort dafür. Skurril? Merkwürdig? Schön, auf jeden Fall. Und seltsam. Wieder ein Beweis dafür, wie wenig ich mich selbst lange Zeit kannte. Ja, ich kann leuchten. Strahlen. Wärme und Funken versprühen. Feuer.

Es ist merkwürdig. Es fühlt sich an wie - ich weiß es nicht. Vielleicht wie der Beginn eines neuen Kapitels. Eines von einem roten Phoenix. Von Wölfen und Raubkatzen und Kampf und Beschützen. Von Schwarz und Weiß und Rot und Blau. Von Sein und Werden und Wandel und Tod. Spannend, auf jeden Fall. Und vielleicht - vielleicht auch schön.

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Teufelsfussel
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Ich weiss wir kennen uns nicht, und man sollte hier nicht reinschreiben, aber deine worte bewegen mich, lassen mich mitfühlen, und drücken das aus was ich manchmal empfinde. danke

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das zähe rot wird gepumpt, als käme nichts nah ran. schlag um schlag, reichern wir unser blut mit vertrauen an

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...you strangle me - entangle me in hopelessness and prayers for rain...

Nach dem Sein und nach dem Leuchten - kommt das Schneckenhaus. Diesmal habe ich mich, so lange ich konnte, erfolgreich dagegen gewehrt - doch nun muß ich meine Niederlage eingestehen. Da sitze ich nun wieder, die Knie eng an den Körper gezogen, in diesem muffigen Kerker: Keiner kommt hier rein und keiner kommt hier raus...

Ich wollte nie wieder hier hin. Hier, in dieses elende Gefängnis, in dem ich die besten Jahre meines Lebens verschwendet habe. Gefängnis, aber auch Zuflucht. Vermeintliche Zuflucht vor Ungerechtigkeiten und Sticheleien und Gemeinheiten und harten Ansagen, die ich nicht verkraften konnte, obwohl ich sie selbst provoziert hatte. Elendiges Schneckenhaus. Da sitze ich nun wieder, das Kinn auf den Knien, die Parodie auf die berühmte Denkerpose Walthers. "Ich saz uf einem steine, und dahte bein mit beine..." Das passiert, wenn das Feuer wieder auf Sparflamme herunterbrennt und alles um mich herum sich in Finsternis verwandelt. Vielleicht ist es gar nicht finster, vielleicht erscheint es mir nur so, weil ich für den Moment nichts mehr sehen kann, als sei ich blind geworden. Aber das hilft nicht. Eine bestimmte Reaktion meiner besten Freundin, ein offenes Gespräch, Verhaltensweise und Diskussionen mit dem einzigen Kampfgefährten - all das ist zuviel geworden, hat sich bedrohlich vor mir aufgebaut und mich Schritt für Schritt zurückgedrängt, bis nur noch das Schneckenhaus da war. Ein anderes Feuer ist irgendwo in der Ferne, nicht verschwunden, doch viel zu weit und viel zu unbeständig, wie das nunmal ist mit den Flammen, unberechenbar und wunderschön anzusehen - von Weitem. Rückzug in den Bau, aus Selbstschutz und um nicht vollends der Verbitterung darüber anheim zu fallen, daß sich nichts so bewegt, wie ich es will, und ich es nicht schaffe, meinen Weg zu bestimmen und vorwärts zu gehen.

Dazu das schlechte Gefühl, das den heutigen Abend überlagert. Kassandra steht wieder neben mir, mit einem schwarzen Schleier über dem Kopf, neigt sie sich zu mir herüber: "Du wirst ihn verlieren, heute Abend..." Der Gefährte ist auf der Party zurückgeblieben, wird heute Abend noch ausgehen, danach, und weiß nicht, wie er nach Hause kommt, ob ihn jemand mit zurücknehmen kann oder ob er dort übernachtet und bei wem. Letztlich ist nur wichtig, daß er irgendwann heil wiederkommt, er will Bescheid sagen sobald er etwas weiß, und es ist ok. Wenn da nicht Kassandra wäre, mit ihrem bedeutungsschwangeren Nicken und dieses verfluchte schlechte Gefühl. Bis heute hat sie sich nur selten geirrt. Und obschon ich bete, daß sie sich auch diesesmal irrt, kann ich es nicht wissen. Werde hier sitzen, im Schneckenhaus, während mir die Tränen über die Wangen laufen und mir die Worte wie Hohn vorkommen: "Helden sind immer allein"... Heute bin ich alles, aber keine Heldin. Heute ist einer dieser Tage, an denen ich der Meinung bin, daß die Welt ein besserer Ort ohne mich wäre. An denen ich mich alt und müde und mutlos und schwach fühle und mich fallenlasse, ohne noch länger Widerstand zu leisten. An denen alles sinnlos erscheint und der Himmel ohne Sterne ist. Warten, auf irgendetwas. Eine Katharsis? Ein Ende? Einen Anfang? Oder einen letzten Atemzug? Die Fragezeichen sind zurück, als seien sie nie weg gewesen. Mit einem müden Lächeln begrüße ich sie und klappe das Buch für heute zu. Die Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt, doch sind mir die Buchstaben abhanden gekommen. Alles erdrückt von Dunkelheit und Schwermut. Warten, warten auf den ersten Sonnenstrahl nach einer viel zu schwarzen Nacht...

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TomTom (15.5.2003 - 18.7.2008)
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Foggy (12.2.2005 - 18.6.2012)
unglaublich lieber, verschmuster und hin und wieder treudoofer Fellball, Weltmeister in Sandbad-Demonstrationen und Hoch-Weit-Sprung.

Nico (26.4.2008 - 23.11.2012)
Wüster und seinem Papa in Sachen Schusseligkeit in nichts nachstehender kleiner Kacksack, Energiebündel und Kämpfer bis zur letzten Sekunde.

Rest in peace. Ihr fehlt mir.


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Old Post erstellt am 17-04-2012 um 21:42 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

I have a dream...

Oh, und nicht nur einen. Auch, wenn es am Anfang schwer fiel, aber die Träume gibt es noch. Sie ändern sich, mit den Zeiten, manchmal auch mit den Menschen, aber zu merken, daß ich noch träumen kann, ist mehr, als ich zu hoffen gewagt hatte. Zu bemerken, daß mein Leuchten nicht ganz verschwunden ist, obschon die Sparflamme angeschaltet wurde, ebenso. Doch nichts ist mehr so, wie es einmal war. Denn trotz allem merke ich auch, daß da wieder eine gewisse Distanz ist, zwischen mir und den Dingen. Ein winziger Hauch von Sardonie, vielleicht, oder von leichter Verwunderung darüber, wie ich mich abmühe, in diesem Meer aus Banalitäten den Kopf über Wasser zu halten. Vielleicht etwas Ähnliches wie Gleichgültigkeit, aber mit einer bitteren Belustigung dabei? Ich weiß es nicht, und es ist auch egal. Selbst wenn ich wie besessen meine Gedanken und Gefühle mit einer Präzision, die jeder CSI-Serie würdig wäre, seziere, unter das Mikroskop lege und zu ergründen versuche. Hoffend, meinen Weg dadurch wiederzufinden, mein Streben nach einem Ziel. Denn das ist es, was mich leben läßt, was mich antreibt: Ziele. Etwas, worauf ich diesen starken Willen, der mir zueigen ist, richten kann, wohin meine Energie fließen kann, was mir das Gefühl gibt, daß ich meine Zeit nicht sinnlos verschwende. Das Schreiben ist eines der Dinge, die in diesem Zusammenhang auch wichtig sind. Denn oft halten mir meine eigenen Worte in der Retrospektive einen Spiegel vor. So erkenne ich Verborgenes, zwar meist zu spät, doch notfalls als Lektion für das nächste Mal. Denn man kommt immer wieder an gewisse Punkte. Karma, wahrscheinlich.

Ich entferne mich, von den Dingen, von den Menschen, vom Leben, ohne mein Zutun, so will es mir scheinen. Als stünde ich auf einem langen Band, das einfach in die Ferne läuft, und mit mir darauf ins Nichts entschwindet. Und wo die Karten noch in den letzten Wochen so häufig den Hierophanten, die Herrscherin, den Teufel oder das As der Kelche zeigten, zeigten sie heute in eine Richtung, die mir Angst macht. Nicht um mich, oder um meine nichtigen Probleme. Selbst wenn es Dinge gibt, die mich auffressen, Wünsche, die ich nicht töten kann, obwohl ich es versuche. Und wieder ist da dieses unbestimmte Gefühl, daß etwas passieren wird, und ich kann es nicht aufhalten. So sehr ich mich nach einer Veränderung sehne, so sehr habe ich doch auch immer Furcht davor. Und meine Gedanken sind noch immer mit einem Feuer verbunden, das munter vor sich hin flackert, abgewandt warte ich darauf, daß es mich wieder erblickt, und weiß doch, daß es nicht für mich bestimmt ist. Es ist ein Spiegel, nicht mehr. Sieh, lerne und wachse. Doch ich bin so müde. Die Dunkelheit holt mich dieser Tage immer ein, saugt mir alle Energie aus und läßt mich leer zurück. Und so lasse ich einen weiteren Tag los und hoffe, daß meine Kräfte irgendwann zurückkehren, an einem Tag an dem die Sonne scheint, der Frühling den Winter besiegt hat und alle Türen wieder offen sind...

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Old Post erstellt am 01-05-2012 um 23:07 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Ich wühle mich durch Zeiten und Welten und den Wust meiner Gedanken und komme dabei nicht vom Fleck. Ewiges Rotieren um die eigene Achse und so werden selbst die einfachsten Dinge immer komplizierter. Fühle mich wie eine Ertrinkende und greife nach allem, was sich mir als Strohhalm darstellt, an dem ich mich kurz festhalten kann, bevor es mich wieder davonreißt. Spielball meiner eigenen Eitelkeiten. Wer das Schicksal herausfordert, zahlt einen Preis dafür. Den Preis dafür, daß ich versuchte, Schicksal und Zeit zu besiegen, und grandios daran scheiterte, weil es von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Weil es Kämpfe gibt, die man nicht gewinnen kann. Weil es wohl irgendwo doch auc Dinge gibt, die man nicht ändern kann. Insbesondere dann nicht, wenn es um andere Menschen geht. Denn Menschen ändern sich nicht. Aus der Entfernung sehe ich, was ich vor Monaten und Jahren nicht sehen konnte, begreife ich einiges und mache meinen Frieden damit. Es ändert nichts daran, daß es schade ist, so wie es ist. Aber aktuell ist es nicht zu ändern und so akzeptiere ich es. Für jetzt. Morgen ist die Welt vielleicht schon wieder eine andere, werden mich vielleicht andere Energien beherrschen, aber für den heutigen Abend ist es diese. Denn heute ist kein Tag, um zu kämpfen, egal für was, gegen wen oder was. Akzeptanz. Heute ist ein Tag, um diese Tür wieder zu öffen, um dort hindurchzugehen und einem Weg zu folgen, der im Dunkeln liegt. Es erfordert Mut. Wie immer. Ich werde noch oft zurücksehen. Ich werde mich immer fragen, was gewesen wäre, wenn. Und ich werde Dir immer dankbar sein, denn durch Dich habe ich viel, so unendlich viel gelernt und erfahren, über mich und Dich und die Vergangenheit und die Gegenwart. Durch Dich habe ich Worte gefunden, von denen ich nicht wußte, daß ich sie habe, und Seiten entdeckt, die ich verloren zu haben glaubte. Durch Dich habe ich die ursprüngliche, zerstörerische Macht des Feuers wiedererlebt und erkannt, warum es heißt, daß der Wille Berge versetzen kann. Und nicht zuletzt dank Dir habe ich erkannt, was unterschwellig in mir brodelte, und Minischritte getan, um zu verändern. Neue Wege zu entdecken, alte Muster abzulegen. Leben heißt Veränderung, nicht Stillstand.

Heute - Akzeptanz. Denn auch Feuer braucht eine Pause.

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Old Post erstellt am 02-05-2012 um 16:56 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

"Er war schwer von Dir beeindruckt. Er hat gesagt, Du bist ein sehr mutiges Mädchen, daß Du Dich traust, mitten in der Nacht auf dem Motorrad allein nach B. zu fahren..." Bin ich mutig? Nach außen, vielleicht. Nach innen auch, manchmal. Aber ich befürchte, daß ganz, ganz tief in mir drinnen immer noch das kleine ängstliche Mädchen an der Wand steht, sich die Hände vors Gesicht haltend: "Seh ich Dich nicht siehst Du mich nicht..." Es ist wie immer in den Zeiten des Zweifels, der Unsicherheit. Habe den sicheren Grund verlassen und torkele durch das Nichts. Nichts ist mehr sicher. Nichts ist mehr, wie es war. Nichts geht mehr.

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Old Post erstellt am 04-05-2012 um 12:33 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

1000 Kilometer bis zum Meer…

Ich vermisse das Meer. Denn meine Sehnsucht war schon immer genauso groß, genauso weit, genauso blau wie der Ozean. Egal wie brennend oder verbrennend – in der Intensität, in der Farbe spiegelt nichts ihr Wesen so treffend wieder wie das Meer. So weit entfernt. Viel zu weit. Mir fehlt das Rauschen der Wellen, dieses uralte Wiegenlied, bei dem selbst mein ganzes Wesen zur Ruhe kommt, das mir Kraft schenkt, und einen Wimpernschlag lang die Ahnung nach der Ewigkeit im Universum. Ich möchte mich auf meine Maschine setzen und möchte einfach losfahren, immer weiter in den Norden oder in den Süden, bis der Horizont blau ist und die Möwen rufen und die untergehende Sonne von der Kristallfläche gespiegelt wird. Der Fluss, auch wenn er groß und alt und bisweilen schön ist, ist keinerlei Ersatz dafür. 1000 Kilometer. Ich weiß nicht mehr, was richtig und was falsch ist, was gut und was schlecht, lasse mich nicht mehr leiten und überlasse meinen Impulsen das Feld. Alles ist Spiel und alles ist Kampf. Ohne die Wellen sind die Welt und das Leben viel zu ohrenbetäubend. Und wenn ich heute Abend jemanden wiedersehe, dann stehen hinter mir vielleicht Melancholia und Kassandra, lassen zu, dass ich mir ein Lächeln aufs Gesicht male, während mir das Nadelkissen mit dem „Du wußtest es vorher, Du wußtest, daß es nicht anders sein konnte, denn gegen das Schicksal gewinnst auch Du niemals“ die Seele perforiert. Kein Richtig und kein Falsch. Kontrollverlust. Denn alles ist egal, weil gar nichts mehr geht. Ich stecke fest, komme nicht vom Fleck und schaffe es dennoch, mich gelegentlich selbst zu überraschen. Wenn ich in Aktion gerate. Annehmen, integrieren. Ab und an Tränen. Für das, was war, für das, was ich nicht sein kann, für das, was ich sein müßte und das, was ich sein könnte. Wenn. Für heute Abend wünsche ich mir mein Leuchten zurück. Mein Feuer. Das mich taub macht gegen Kassandra und Melancholia, das mich den Moment genießen und einfach nur fühlen läßt. Mich. Die Musik. Und die Atmosphäre, die keine Zeit kennt. Mein heutiger Wunsch an die kosmische Energie.

Sehnsucht, so unendlich blau. Sturmseeblau. Meine Augen, Spiegel meiner Seele. Und ich hoffe, dass der Geist der Vergangenheit nicht zu tief hineinsehen wird, denn sie verraten heute viel zu viel, verraten mich und alles, wofür ich jemals gekämpft habe. Und gleichzeitig wünsche ich mir, dass er genauer hinsieht, dass er für einen Moment über all die oberflächliche Leichtigkeit hinwegsieht und einen prüfenden Blick aufsetzt, dass ich für einen Augenblick alle Maskerade fallenlassen und wieder ehrlich sein darf, so, wie ich es immer war und so, wie ich es immer sein möchte. Doch ich befürchte, das ist zu viel verlangt, wie es mir die Vergangenheit immer und immer wieder gezeigt hat. Ich darf für andere da sein, doch wenn ich es umgekehrt in Anspruch nehme, überfrachte ich damit und darf die Konsequenzen tragen. „Helden sind immer allein.“ So ist es dann wohl. Und so ziehe ich mir die sturmseeblaue Sehnsucht an, wie einen Mantel, mit dem man seine Ängste bedeckt, nehme die Waffen wieder auf und ziehe mir den Helm über den Kopf. Alles ist Kampf. Und erst dann, wenn ich die tausend und einen Kilometer zurückgelegt habe, wieder am Ufer des Ozeans stehe, werde ich ihn abnehmen und mich ein einziges Mal wirklich fallenlassen. In eine blaue Umarmung, die Kälte und Unsicherheit vertreibt und in der ich mich einmal wirklich geborgen fühle.

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Old Post erstellt am 07-05-2012 um 22:09 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Nachtrag: "Du bist unglaublich", sagte mir neulich jemand. In einem völlig ungeahnten Zusammenhang, aber es macht nachdenklich. Warum bin ich "unglaublich"? Was ist es, das man an mir nicht glauben kann oder will? Dass hinter den sturmseeblauen Augen, die so sehr das Meer zu spiegeln scheinen, ein dröhnendes Feuer lodert? Dass hinter der spielerischen Attitüde eine Pokerspielerin sitzt, die nur alles oder nichts setzt? Dass meine Impulse eine solch übermächtige Kraft besitzen, dass sie alles aus dem Weg räumen, was nicht rechtzeitig beiseite springt? Oder dass ich manchmal zaubern kann, weil der Moment und alles andere einfach "stimmt"?

Nicht ich bin unglaublich. Oder vielleicht schon. Vielleicht deshalb, weil ich die Gabe habe, in einem bestimmtem Moment ganz genau das zu sein, was das Gegenüber erblicken möchte. Was es braucht. Chamäleon. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mich so oft unverstanden fühle.

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Old Post erstellt am 11-05-2012 um 16:10 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Ich hatte es vergessen. Daß es immer einen Preis zu zahlen gibt. Wenn man, wie ich, im Augenblick und für den Augenblick lebt, gerät das häufig aus dem Blick. Bis es soweit ist.

Nur für den Augenblick zu leben und zu genießen, was immer sich bietet... Es ist so rar. So unendlich wertvoll. Und kein Preis der Welt ist dafür zu hoch. Das ist meine Meinung, auch jetzt noch, immer noch, und obschon ich ihn zahle, den ultimativen Preis. Es war es wert. Es war alles wert, jede einzelne Sekunde davon. Der Moment zählt. Und nun… Selten habe ich mich so leer gefühlt, so schwach, so ohne Energie. Farblos, grau, transparent wie Nebel, der vom Wind zerrissen wird. Doch ich werde es Dir nicht sagen, weil ich es mir selbst nicht sagen kann. Weil ich mir so vieles verbieten muß, jetzt, weil ich kein Recht zu irgendetwas habe. So fühlt sich die bedingungslose Kapitulation an.

Ich kapituliere – vor dem Leben, das mir die Türen verschließt, vor der Liebe, die ich nicht zu erkennen vermag, vor den Anforderungen, die ich nicht erfüllen kann. Es gibt nur noch einen letzten Weg zu gehen. Nur noch eine logische Konsequenz. Und heute, heute fehlt mir die Kraft, um mich dagegen zu wehren. Noch ein bißchen mehr Gas. Und der Herr Gevatter wartet schon.

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