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Nnordy
im Winterschlaftraumatod


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Old Post erstellt am 14-10-2010 um 14:39 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Lichtpunkte. Leuchtpunkte. Die Sonne, selbst wenn sie bereits einiges an Kraft verloren hat, holt das Beste aus mir heraus. Ich springe durch den Park, hüpfe in Laubhaufen und höre Dich lachen. Dein Lachen, voller Wärme, Liebe und Herzlichkeit, das so wunderschön ist. Und ich lache mit und sehe der nächsten Zeit, die so vieles entscheiden kann, ruhig und gelassen entgegen. Das Herz oktoberweit und meine Liebe zu Dir so fest wie ein uralter Baum.

__________________
In memoriam:
TomTom (15.5.2003 - 18.7.2008)
the mighty Chinchilla-Kacksack, the one and only Chinchilla-Diva, world's famous Destroyer of all things possible, Über-Mama von vier niedlichen Nachwuchs-Zerstörern (*2005, *2006, *2007, *2008), Gefährtin (und manchmal auch Hausdrache) von Foggy.

Foggy (12.2.2005 - 18.6.2012)
unglaublich lieber, verschmuster und hin und wieder treudoofer Fellball, Weltmeister in Sandbad-Demonstrationen und Hoch-Weit-Sprung.

Nico (26.4.2008 - 23.11.2012)
Wüster und seinem Papa in Sachen Schusseligkeit in nichts nachstehender kleiner Kacksack, Energiebündel und Kämpfer bis zur letzten Sekunde.

Rest in peace. Ihr fehlt mir.


Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn't do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails.
Explore. Dream. Discover.
(M. Twain)



"To do is to be." - Platon
"To be is to do." - Kant
"Do be do be do." - Sinatra

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Nnordy
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Old Post erstellt am 24-10-2010 um 17:56 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Heute noch einmal auf die Motorräder geschwungen und durch den Taunus gebraust- strahlender Sonnenschein, dem selbst die dunklen Wolkengebirge, die von überall her heraneilten, nichts anhaben konnten. Jedesmal aufs Neue dieses unglaubliche Gefühl von Freiheit, von Richtigkeit. Mein Traum, seit ich 16 war, ein Traum, den ich - wie so viele andere - niemals aufgegeben habe, nie begraben wollte. Und auch wenn es lange, lange gedauert hat - am Ende habe ich es geschafft.

Herbstzeit. Traumzeit. Vielleicht erfüllt sich ja noch ein anderer Traum, auch einer von denen, die verschüttet, doch nie tot waren. Vielleicht. Aber manchmal werden Träume eben doch wahr. Manchmal ist das Leben wunderschön. Und manchmal lacht Dir das Glück einfach so ins Gesicht.

Traumzeit. Zeitzeit. Ich beginne damit, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu finden. Noch immer sind da die Lücken, die Eure Abwesenheit gerissen hat: Opitz, Tantchen, Oma. Und noch viel früher meine über alles geliebte Ömi. Manchmal ist das Leben so unendlich grausam. Ich lebe mit diesen Lücken, und sie tun noch viel zu oft weh. Es fehlt so viel. Und es geht so viel verloren, im Nebel der einzelnen Tage, die von der Zeit abbrechen seit damals. Das einzig Tröstliche ist, daß das Gefühl, das ich mit Euch verbinde, mir nichts und niemand wegnehmen kann. Selbst die Zeit nicht. Solange ich bin, solange ich mich erinnere, solange werdet Ihr nie ganz verschwinden. Und manchmal werden Erinnerungstage, Gedankentage, Gedenktage, zu einem Neuanfang. Hoffnung gibt es immer. Und manchmal wird aus etwas Vergangenem ein Fundament für eine Zukunft.

Leben passiert jetzt. Heute. Auf meinem Motorrad. Mit Dir unter der Bettdecke. Hinter dem Mikro. Jetzt, in diesem Moment, liebe ich mein Leben. Und ich kann endlich, endlich auch wieder in die Zukunft sehen.

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Nnordy
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Old Post erstellt am 09-11-2010 um 16:39 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Nebelzeit. Ein Gutes hat mein momentaner Zustand: Ich komme endlich wieder dazu, zu lesen. Ich habe es geschafft, an einem Tag den kompletten 6. Harry Potter auf Englisch zu lesen – bis zum frühen Abend. Es tut unendlich gut, mich wieder als Bücherfresserchen durch meine geliebten Bücher zu wühlen und für lange Stunden in anderen Welten Zuflucht zu finden. Das lenkt ein wenig ab von all den unangenehmen Dingen, die mich derzeit plagen. Nun habe ich mir zu allem Überfluss auch noch eine hübsche Erkältung eingefangen, weil mein Immunsystem gerade einen Generalstreik eingeläutet hat, und das hindert mich dann doch etwas daran, den Herbst – die Jahreszeit, die ich schon von klein auf so liebe – in vollen Zügen zu genießen. Der Nebel morgens im Schlosspark ist ein wundervoller Anblick, ebenso wie die tiefhängende bleiche Mondsichel am abendlichen Himmel oder die bunten Blätter, die auf den Windböen von den Bäumen tanzen. Die Blaue Stunde ist im Herbst gänzlich anders als im Sommer, nicht nur, weil sie viel kürzer zu sein scheint, sondern auch weil alles viel unwirklicher wird. Die Geräusche sind gedämpft, die Sicht leicht diffus, dafür riecht es intensiv nach nassem Laub und nach den ersten Vorboten des Winters.

...

Ich bin nicht bereit. Das ist mir klar geworden, trotz der letzten Jahre. Ich bin nicht bereit, weil ich endlich einen Punkt in meinem Leben erreicht hatte, an dem ich glücklich und mit meinem Sein zufrieden war. Ich bin nicht bereit, weil ich meine Freiheit liebe und es genieße, spontan sein zu können, weil der Mann an meiner Seite ähnlich ist wie ich, denkt wie ich, fühlt wie ich. Bereit zu allen Schandtaten und offen für die verrücktesten Einfälle. Wie an einem völlig verregneten Herbsttag in die Fasanerie zu fahren, um die Luchsjungen zu sehen. Wie vor der Rotunde des Schlosses zu stehen und gemeinsam mit mir beim Anblick der an ein Sahnebaiser erinnernden Braut schallend zu lachen. Wie sich in den abgefracktesten Klamotten ins beste Restaurant der Stadt zu setzen. Was auch immer mir einfällt – Du machst es mit. Und was auch immer Dir einfällt – ich finde es klasse. Spontaneität ist eines meiner Lebenselixiere. Und ich weiß nicht, was passiert, wenn es wegfällt. Ich bin nicht bereit, weil ich mich nicht einschränken will. Weil ich, im Rahmen meiner Möglichkeiten, tun will, was ich will, wann ich es will und wie ich es will. Das ist der pure Egoismus, mag sein. Aber es ist ein Egoismus, der keinem weh tut, denn ich tue dies nie auf jemand anderes Kosten. Ich bin nicht bereit, weil ich frei sein will. Und weil ich nichts so sehr fürchte, wie in einen Käfig aus Einschränkungen und Konventionen und Verantwortlichkeiten und Vorgaben gesperrt zu werden. Es ist MEIN Leben. Ich will keinen Käfig. Man ist immer schlauer, wenn man erst im Mist festsitzt.

„Es fühlt sich richtig an“, hast Du gesagt. Und ich dachte immer, es würde sich auch für mich richtig anfühlen – aber das tut es gerade nicht. Gerade fühle ich in dieser Hinsicht gar nichts. Viel kann geschehen, viel kann nicht geschehen. Alles kann, nichts muss. Darauf habe ich keinen Einfluss. Außer meinen Glauben an Mutter Natur, die es schon richten wird. Und wieder einmal weiß ich nicht, was ich will, sondern wieder einmal nur, was ich nicht will. Keinen Käfig. Denn allein die Erinnerung an den, in dem ich einmal saß, treibt mir den Angstschweiß auf die Stirn. Und das Bild, festzusitzen, mit all meinen Lebenselixieren gerade außerhalb meiner Reichweite, und nicht mehr rauszukommen, langsam einzugehen und am Ende bleibt nichts von mir übrig – außer einer Rolle, einer Funktion. Und davor habe ich noch viel, viel mehr Angst als vor allem anderen, denn ich weiß, wie schwer es ist, daraus zu entkommen, und weiß nicht, ob ich dafür noch ein zweites Mal die Kraft hätte. Selbst ein Käfig aus Glas bleibt immer seine Funktion.

Nicht. Bereit.

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Nnordy
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Winterzauberland.

Millionen und Abermillionen von Schneeflocken haben die Welt draußen in ein Winterzauberland verwandelt. Alles liegt unter einer dicken weißen Decke und sieht damit so viel schöner und geheimnisvoller aus als im normalen grauen Gewand. Was so ein bisschen gefrorenes Wasser doch ausmachen kann. Ich freue mich über den Schnee, auch wenn es gestern nicht geklappt hat mit dem Schneespaziergang. Aber dafür waren wir am Sonntag, bevor der Schnee kam, noch in der Fasanerie, haben einen der Luchse gesehen und die Wisente mit ihrem Kälbchen und die Wölfe und die majestätischen Rothirsche mit ihrem mächtigen Geweih und ganz viele Waschbären. Und Kolkraben und einen Uhu und den Steinadler, der sich offensichtlich darauf spezialisiert hat, nervige Besucher mit gezieltem Exkrementabwurf zu vertreiben, uns aber verschonte.  Und die Schweine und die Schafe und die Mufflons und die Rehe, die Wildkatzen und die Füchse, und wir haben darüber sinniert wo die Bären wohl ihren Winterschlaf halten und wann sie wieder aufwachen werden. Dazu brachen irgendwann die Strahlen einer rotgoldenen Abendsonne durch die Bäume und tauchten alles in ein zartes Licht, ohne die stille Kälte zu stören, die so allgegenwärtig war. Es war nicht viel los, und deshalb war alles umso schöner, weil man ungestört gucken und sich Zeit lassen konnte. Du lachst über meine Faxen und die Geschichten, die mir in den Kopf kommen, wenn ich etwas sehe wie einen bestimmten Ausdruck im Gesicht eines Tieres oder wenn ich Mutmaßungen darüber anstelle, wie der Steinadler wohl seine Zielsicherheit im „Scheißeabwerfen“ perfektioniert. Und ich liebe Dich auch dafür, dass Du mich ich sein lässt, dass Du mir das Gefühl gibst, dass ich gut so bin, wie ich eben bin, und dass ich so viel mehr sein kann als das, was man eben sieht. Es sind so viele Ideen in mir, so viele Ambitionen und Träume, und der Winter ist die Zeit, in der sie wieder näher rücken, denn in einer verschneiten weißen Welt aus Schneezauberdecken wird Unerreichbarkeit zu einem transparenten Film, den ich fast schon mit der Hand beiseitewischen kann. Nichts ist unmöglich, alles geht – die Doktorarbeit, das Buch, der Zellhaufen, der Job, der eines Tages vielleicht doch mal beim Radio sein wird. Ich muß es nur wollen.

Es gibt so viele Wege und so viele Chancen wie kleine Eiskristalle an meinem Fenster. Ich allein entscheide, wohin ich gehe, welche Türen ich öffne und was ich tue. Aber gerade habe ich das Gefühl, dass ich alles machen kann, alles umsetzen kann, alles bewerkstelligen kann, so lange meine Hand in deiner ist, Du an meiner Seite stehst und mit mir zusammen der Welt die Stirn bietest. So lange wir dieselbe Luft atmen, in dieselbe Richtung blicken, das Gleiche denken und das Gleiche wollen, so lange kann uns nichts und niemand aufhalten. Unbesiegbar. Unsterblich. In einer Welt, in der jede Sekunde so lang sein kann wie ein ganzes Leben. Und in der Deine Liebe zu mir und meine Liebe zu Dir Berge versetzt. Ich liebe Dich.

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Old Post erstellt am 19-01-2011 um 09:48 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Die Erkältung hat mich fest in ihren Krallen. Meine Stimme klingt wie Nina Hagen nach zwei Flaschen Whisky, und dank Husten kann ich die halbe Nacht nicht schlafen - aber (danke Zellhaufen!!!) ich darf natürlich auch praktisch keine Medikamente mehr nehmen, weil die alle nicht erprobt sind. Toll. Das heißt: Tee trinken, inhalieren und warm einpacken. Wenigstens ist es keine Angina - Antibiotikum in der Schwangerschaft ist wohl auch nicht so toll.

Ab morgen 20. Woche, das heißt nächste Woche ist Halbzeit. Meine Launenhaftigkeit ist mir teilweise selbst unerträglich - mir, die ich eigentlich so unzickig bin wie nur irgendwas. Aber ich kann nichts, gar nichts dagegen tun. Hormone sind der letzte Mist. Goth sei Dank habe ich bis jetzt nur ein Kilo zugenommen, und in Klamotten sieht man noch nichts - ich kann auch darauf verzichten, auseinanderzugehen wie ein Hefekloß. Klar läßt es sich nicht vermeiden, schließlich braucht der Zwerg viele Nährstoffe zum Wachsen, aber deshalb muß ich ja nicht gleich zum Nilpferd werden. Wahlweise auch zum Walroß. Das kommt noch früh genug, und ja, vieles ist Veranlagung, Wassereinlagerungen und dergleichen nette Sachen mehr, aber von daher ist es ja gar nicht schlecht daß mir der Hochsommer erspart bleibt, und für zwei muß ich auch nicht essen.

Es ist eine komische Zeit. Diese Verkultung, die manche Damen um diesen ihren Zustand machen, finde ich nur zum K***. Wenn man unbedingt will, kann man sich mit Büchern, Ratgebern, Kursen und Kaffeekränzchen zum Thema eindecken - furchtbar. Der Katerwolfsgefährte und ich sind uns einig, daß ein Intensivwochenendkurs reichen muß, um uns auf das Gröbste vorzubereiten. Ich vertraue da einfach mal auf Mutter Natur und das genetisch angelegte Programm zur Jungenaufzucht. Das bringt allemal mehr als 5 Ratgeber zusammen, die sich ohnehin alle widersprechen. Das Gute ist, daß ich wieder mehr auf meinen Körper höre, auch physisch wieder sensibilisiert bin. Und deshalb freue ich mich auch auf die neue Saison, kann es kaum erwarten daß es endlich wieder Frühling wird, damit wir wieder durch den Taunus brausen können, der Gefährte auf seiner Twin, ich auf meiner kleinen Yamaha. Der Wind, der mir um Körper weht, das wunderbare Gefühl absoluter Freiheit wenn die Maschine unter mir beschleunigt und das alles in der herrlich bewaldeten Kulisse des Untertaunus. Der kleine Fluß, der sich durch die Täler schlängelt, die kleinen Dörfer, in denen die Menschen ihrem Tagewerk nachgehen, die langsam wieder grüner werdenden Bäume, die schroffen Felswände - ich freue mich so sehr darauf und hoffe, daß es nicht mehr so lange dauert. So sehr ich den Winter und den Schnee liebe, aber das Motorradfahren fehlt mir. Und wir werden nicht mehr ganz so frei sein wenn der Zwerg da ist, einfach mal loszuziehen, doch irgendwie wird es gehen. Wir müssen es nur wollen.

Viel hat sich nicht verändert, und das ist gut so. Ein Gespräch in der letzten Woche hat mir gezeigt, daß es auch andere gibt, die die Dinge genauso sehen wie ich: "Du kannst das Kind natürlich zum heiligen Gral machen - oder Du kannst dein Leben weiterleben, mit Kind eben." Und genau das ist es, was ich will. Ich brauche keine Funktion, keine Rolle, um mich als Mensch zu definieren. Denn der Mensch, der ich bin, der ohnehin immer im Werden ist, der ist schon genug Mensch jenseits aller Schranken und Funktionen. Und nichtmal ein schlechter. Klar, es kommt eine weitere Facette hinzu. Eine Facette, nicht mehr. Wir integrieren den Zwerg in das, was wir haben. Ich lasse mich nicht einsperren - nicht von Konventionen und Erwartungen oder Rollenbildern. Es ist mein Leben, und ich habe nur das eine. Doch es ist merkwürdig: Schon vor Jahren habe ich den Gefährten angesehen und da war dieser Satz in meinem Kopf - "Das ist der Vater meiner Kinder." Es gibt keine Zufälle. Nur mit Dir konnte ich es mir vorstellen. Und nur mit Dir wird es wahr. Wir werden das zusammen schaffen. Und wenn wir nur wollen, wird alles wunderbar.

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Geändert von Nnordy am 24-01-2011 um 21:30

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Wann habe ich aufgehört zu träumen? Ich weiß es nicht, kann es nicht mehr sagen. Bevor ich mich versehe, liegt der Weg wieder im Finsteren, ist das Licht erstorben und ich frage mich, was passiert ist. Was wieder passiert ist, und warum es sich nie ändern wird.

Du hast einen Traum, und Du möchtest, daß ich ihn mitträume, denn es ist ein Traum von der Sorte, den man zu zweit viel leichter wahrmachen kann als allein. Auch ich träume mit, aber ein bißchen nur. Denn zu sehr bin ich Realist, zu sehr sehe ich die Schwierigkeiten, zu sehr scheint es mir jetzt noch absolute Utopie. Und Du sehnst Dich so sehr danach, dein Herz hängt daran, und mein Realismus schlägt große Kanten aus deinem Traum und weht kalte Schleier über das Traumfeuer, das in Dir brennt. Ich fühle mich wie ein mieses Schwein. Ich will Dir deinen Traum nicht wegnehmen, ich möchte ihn mitträumen. Aber ich finde, daß es zu früh dafür ist. Wir haben noch zu viele offene Baustellen, zu vieles, was uns zusätzlich belastet. Zumindest eine oder zwei dieser Baustellen sollten zuerst geschlossen sein, bevor wir das ganz Große wagen. Aber Du willst es jetzt. Weil Du meinst, daß jetzt die beste Zeit dafür sei, denn die Konditionen sind günstig wie nie, die Chance so groß wie nie. Und so prallen wir aufeinander, und ich merke, wie deine Gefühle für mich mitbetroffen werden und stehe hilflos davor und kann nichts tun. Ich will Dich nicht verletzen, und ich will Dir nichts wegnehmen. Ich, die Ungeduldige, bitte Dich jetzt um Geduld, auch weil ich Angst habe, diesen Schritt zu wagen, weil ich nicht noch eine Baustelle aufmachen will, zu diesem Zeitpunkt. Und laufe ich dadurch Gefahr, Dich zu verlieren? Verliere ich Dich jetzt, in diesem Moment - denn Du schweigst mich seitdem an, hast Dich völlig zurückgezogen.

Wir sitzen in zwei verschiedenen Zimmern, und mein Versuch, mit Dir Kontakt aufzunehmen, wird geblockt. Und so flüchte ich mich in das Einzige, was mir bleibt: Ich schreibe. Ich blute es mir von der Seele. Ich will Dich nicht verlieren, verdammt. Ich träume so gern, auch wenn ich es verlernt zu haben scheine. Und wessen Schuld ist das? Meine, meine ganz allein. Ohne zu wissen, was geschehen ist, finde ich mich in der Kälte wieder - traumlos, gefühllos, gefangen in einer Spirale, die immer nur nach unten führt. Vielleicht war es eine Illusion, zu glauben, ich käme da jemals raus. Alles, worauf ich so stolz war, was ich erreicht zu haben glaubte - nur temporäre Erscheinungen, die mir etwas vorgaukelten, was einfach nicht drin zu sein scheint für jemanden wie mich. Glück. Eine gemeinsame Basis. Madame Amour.

Ich weiß nicht weiter. Ich kann die Mauer nicht durchbrechen, die Du hochgezogen hast. Und ich weiß auch nicht, ob Du das überhaupt wollen würdest. Es ist nicht Verachtung, die Du mir jetzt entgegenbringst - es ist Enttäuschung. Und Verletztheit. Ich habe Dich verletzt, weil ich den Traum nicht mitträume (nicht jetzt!), der für Dich das Leben zu bedeuten scheint. Und dabei wollte ich Dir nie weh tun. So, wie ich nie jemandem weh tun will, und woraus immer eine Katastrophe resultiert. Das hätte ich wissen müssen. Ich bin schuld, mal wieder, ich allein. Es tut mir so leid. Und das Herz tut mir so weh. Du bist viel zu weit weg, verschwindest schon wie ein Stern im Licht der aufgehenden Morgensonne, der immer blasser wird, bis ich ihn nicht mehr sehen kann. Und ich bin hier gefangen, mit einem Betonklotz aus Vernunft und Realismus an den Füßen gefesselt, und doch können auch in mir die Traumfeuer hell lodern, doch kann auch ich träumen. Ich konnte es mal. Und vielleicht kann ich es wieder. Doch für Dich scheint das zu spät zu sein. Vielleicht habe ich Dich schon zu viel gekostet. Und vielleicht war alles nur geborgte Zeit. Und vielleicht ist das der größte Fehler meines Lebens - daß es immer nur aus "vielleicht"s und viel zu wenig aus "getan" besteht.

Vorhang letzter Akt.

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Zeit läuft. Zeit rennt. Jeden Morgen bin ich zur Arbeit gefahren mit dem drängenden Gefühl, ich müsse endlich mal wieder schreiben - für mich, nicht für den Job. Wenn man den ganzen Tag textet, bleibt wenig Energie dafür übrig, die eigenen Gedanken und Gefühle in weitere Worte zu packen. Doch nun, wo es nur noch gute 3 Wochen sind und ich bereits daheim sitze, ist es Zeit, wieder einmal Luft zu holen. Zu atmen statt nur zu funktionieren. Auch, wenn hier noch viel zu tun ist - das kann einmal warten. Einfach Zeit nehmen.

Es sind so viele Dinge passiert. Meine älteste beste Freundin ist nach Berlin gezogen, 550 Kilometer weit weg. Ihres Freundes wegen, der dort eine Stelle bekommen hat, die er nicht ablehnen konnte. Mit dem Resultat, daß sie 3 Monate Sperre vom Arbeitsamt hat, noch keinen Job (kein Wunder, in dem Bereich gibt's in Berlin keine Jobs), zwar zwei Dinge in Aussicht aber die eine Stelle wird erst Ende des Jahres frei und die andere erfordert zunächst Computerkurse und ein Praktikum - sprich: Da kommt auch erst einmal kein Geld rein. So sitzt sie jetzt jeden Tag zuhause, und wenn man allein ist und Zeit hat, fangen Menschen wie sie dann an, in die Zweifelsspirale zu geraten. Ich kann von hier nur zuschauen und versuchen, im RAhmen meiner Möglichkeiten zu helfen, dazusein - aber ich kann ihr nicht sagen, ob es die richtige Entscheidung war. Natürlich spielt auch mit hinein, daß ich traurig darüber bin, daß sie weg ist. Über 18 Jahre schweißen zusammen. Und deswegen ist es so egoistisch, wenn ich mir wünsche, daß die beiden zurückkommen. Ich bin ein wenig wütend auf ihn - als Ingenieur kriegt er überall einen Job, wenn er bloß ein wenig sucht. Und es will. Aber meine Freundin ist in einem stark spezialisierten Bereich tätig, der noch dazu sehr stark unter der Wirtschaftskrise gelitten hat - für sie ist es ungleich schwerer.

Doch ich - ich kann das Glück schmecken. Fühlen. Denn ich habe den wunderbarsten Gefährten der Welt an meiner Seite, einen Mann, der immer zu mir steht, durch Eis, Sturm, Hagel und Regen, durch glühenden Hitze und durch widrigsten Frost, am frühen Morgen, in der blauen Stunde und dann, wenn der Mond am Himmel scheint, der immer da ist, und der das "wir" genauso lebt wie das "ich" und das "du". Der merkt, wenn es mir nicht gut geht, und der nachfragt statt sich angewidert abzuwenden. Der mich hält, wenn ich mich selbst nicht mehr halten kann, der mit mir lacht, mit mir weint, mit mir wütend ist, mit mir fühlt, mit mir denkt, mit mir auf dem Motorrad durch die Höhen des Schwarzwalds oder bis zum Meer fährt. Der mich machen läßt wenn ich machen will und der mir hilft, wenn ich allein nicht mehr weiterkomme. Der mich versteht, weil er mich verstehen will. Der mich stark sein läßt, weil er weiß, daß ich das brauche, und der mich schwach sein läßt, wenn ich nicht mehr stark sein kann oder will. Gemeinsam träumen, gemeinsam lachen, gemeinsam leben. Liebe. Ich sehe in die Augen von Madame Amour und fühle, daß ich angekommen bin. Einfach nur Liebe.

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Nico (26.4.2008 - 23.11.2012)
Wüster und seinem Papa in Sachen Schusseligkeit in nichts nachstehender kleiner Kacksack, Energiebündel und Kämpfer bis zur letzten Sekunde.

Rest in peace. Ihr fehlt mir.


Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn't do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails.
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"To do is to be." - Platon
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Nnordy
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Ich hasse es, zu warten. Ich bin die Ungeduld in Person, warten ist etwas, was ich nie konnte, nie wollte. Als tätiger Mensch ist "warten" für mich das Untätigsein in höchster Vollendung. Aber man kann es nunmal nicht zwingen. Es sind noch zwei Wochen und ich versuche, was ich kann, um dem Zellhaufen auf die Sprünge zu helfen - wusele durch die Wohnung, raffe mich auf, zum Sport zu gehen, lasse mich akupunktieren, obwohl ich Nadeln hasse, trinke Himbeerblättertee und schleiche mißtrauisch um die Globulis herum. Letzten Freitag, nach dem Stürme-Konzert, hat sie sich ins Becken gesenkt. Tat nicht gut und war nicht schön, aber jetzt hockt sie da, in Ausgangsposition, und spannt mich auf die Folter. Nun komm schon endlich. Dabei kann ich mich echt nicht beschweren: Der Bauch ist klein (zu klein, wenn man meiner Ärztin glauben soll), 8 Kilo mehr sind nicht so viel, das Wasser hab ich dank der Strümpfe gut im Griff und mit den Schmerzen vom Nierenstau habe ich gelernt, zu leben. Ebenso wie mit den anderen kleinen Widrigkeiten, die mich fast von Beginn an begleitet haben. Dennoch: Ich freue mich auf eine Zeit, wenn ich irgendwann mal wieder keine Schmerzen - wo auch immer - habe. In der mein Körper wieder mir gehört, ich an einer Party auch mal einen Sekt oder einen Tequila Sunrise trinken darf ohne ein schlechtes Gewissen zu haben oder wo ich mir einmal eine Zigarette gönnen kann ohne Schäden für den Zellhaufen befürchten zu müssen. Es sind kleine Freiheiten, aber es sind die, die ich mir wieder nehmen möchte. Denn - wie ich der einen oder anderen Freundin schon sagte - was ich am meisten fürchte, ist der Verlust meiner Freiheit. Nicht mehr tun zu können, was ich will, weil ich stattdessen Dinge tun muß, weil es eben so sein muß. Weil da ein kleines, völlig hilfloses und - nach den Maßstäben der Natur - eigentlich fast nicht lebensfähiges Wesen ist, was mich in Beschlag nimmt, meine Zeit, Aufmerksamkeit, Nahrung und Pflege fordert, mich rund um die Uhr in Atem hält. Funktionieren, in einer Rolle, die ich jetzt eigentlich noch nicht haben wollte. Ich werde das schaffen, denn ich bin nicht allein. Aber was ich will - das steht auf einem anderen Blatt. Jeden Tag schaue ich sehnsüchtig hinunter in den Hof, wo meine kleine Yamaha steht, und kann den Drang kaum bezähmen, aufzusteigen und loszudüsen - aber ich bin zu unbeweglich und der Bauch ist dann doch zu sehr im Weg, als daß das empfehlenswert wäre. Ich kann es kaum erwarten, endlich wieder aufzusteigen und durch den Taunus zu brausen, dieses wahnsinnige Glücksgefühl von Freiheit und Leichtigkeit zu genießen, wenn alle Sorgen hinter Dir bleiben und nichts weiter zählt als das Hier und Jetzt. Frei.

Ich fühle mich wie ein Raubtier im Käfig. Und mir fällt das Gedicht von Rilke wieder ein:

Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.


Gibt es Wichtigeres als Freiheit? Viele würden sagen: Ja. Doch für mich ist es nicht so. Madame Amour und meine Freiheit - das sind die zwei Dinge, die mein Leben sind. Mein Sauerstoff. Mein Ich. Mein Sein. Hoffnungslos egozentrisch. Ich fühle mich, als würden mir zwei unsichtbare Hände die Luft abdrücken, als würde mir die Freiheit noch einmal traurig zuwinken, bevor sie sich für den Rest meines Lebens von mir verabschiedet. Egoistin. Doch ich weiß, was passiert, wenn man mir meine Freiheit nimmt. Ich kann einige Zeit in einem Käfig sein - doch nicht für immer. Und dann zerfetze ich die Stäbe, winde mich hinaus, und verschwinde, hinaus in die Nacht, den Nebel und die Stille. Und das nicht deshalb, weil ich etwa keine Verantwortung übernehmen könnte - oder wollte. Sondern schlicht deshalb, weil es bei mir kein Maß gibt. Freiheit in homöopathischen Dosen? Unvorstellbar. Lauwarmes Leben in Funktion und Rolle? Tödlich. Feuer, Sturm, Wasser, Gewitter. Leben in kleinen Extremen. Das bin ich. Und ich will nichts anderes sein. Viele Jahre habe ich versucht, anders zu sein, habe versucht, "Familienmanagerin" zu sein, und bin daran fast zugrunde gegangen. Freiheit. Ein großes Wort. Vielleicht gibt es einen Weg, und ich kann ihn einfach nur noch nicht sehen. Ich hoffe es. Denn ich will im Herzen nicht aufhören, ich zu sein.

__________________
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TomTom (15.5.2003 - 18.7.2008)
the mighty Chinchilla-Kacksack, the one and only Chinchilla-Diva, world's famous Destroyer of all things possible, Über-Mama von vier niedlichen Nachwuchs-Zerstörern (*2005, *2006, *2007, *2008), Gefährtin (und manchmal auch Hausdrache) von Foggy.

Foggy (12.2.2005 - 18.6.2012)
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Kalifato
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Old Post erstellt am 06-07-2011 um 11:13 Füge Kalifato zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Kalifato anzeigen Mehr Beiträge von Kalifato finden Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

So wie es jetzt ist kann es so bleiben.
Wenn mir meine MS nicht so zu schaffen machen würde, ist ansonsten alles ok.
Habe nur Angst im Rollstuhl zu landen.

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decay73
Das Leben ruft!


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Old Post erstellt am 06-07-2011 um 11:28 Füge decay73 zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von decay73 anzeigen decay73 eine eMail schicken Mehr Beiträge von decay73 finden decay73 eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Mach dir nur keine Streß wegen der MS. Die habe ich auch schon gut 15 Jahre, fahre Fahrrad, gehe manchmal joggen oder gehe tanzen.

MS? So what? Laß dich von ihr nicht ins Boxhorn jagen - das hätte sie gerne, aber man muß ja nicht jedem (auch den Neuros nicht) alles recht machen.


Alles Gute!

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"Während der Ebbe schrieb ich eine Zeile auf den Sand,
in die ich alles legte, was mein Verstand und Geist enthält.
Während der Flut kehrte ich zurück, um die Worte zu lesen,
und ich fand am Ufer nichts als meine Unwissenheit."
(Khalil Gibran, Sämtliche Werke)

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Demon17
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Old Post erstellt am 06-07-2011 um 11:40 Füge Demon17 zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Demon17 anzeigen Demon17 eine eMail schicken Mehr Beiträge von Demon17 finden Demon17 eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Also irgendwie seid ihr hier im falschen Thread. Was hat das jetzt mit Nnordies Schwangerschaft zu tun? Jedenfalls haben Ärzte es jetzt geschafft aus Hautzellen nervenzellen zu machen und versprechen sich davon in den nächsten Jahren Fortschritte bei der MS Behandlung.

Never surrender

demon17

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Archiv der Lüge




Verhüllendes Schweigen an silbernen Wassern der Schwermut.
Ein kriechendes Wesen aus Kälte verstorbener Seelen,
im klammen Gefängnis erloschener Asche der Glut.
Befreit sind vergessene Ängste und gierig; sie stehlen
dem Leben die Hoffnung auf bessere Zeiten im Tod.

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decay73
Das Leben ruft!


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Old Post erstellt am 06-07-2011 um 11:47 Füge decay73 zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von decay73 anzeigen decay73 eine eMail schicken Mehr Beiträge von decay73 finden decay73 eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Ach, wenn du wüßtest, wieviele Säue schon durchs Dorf getrieben wurden...und am Ende doch wieder mal nichts bei rauskam... falscher Ansatz halt.

Aber du hast Recht, Ende der Diskussion abseits Nnordys Thema.

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Nnordy
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Old Post erstellt am 20-07-2011 um 14:21 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

"Frau W., es tut mir leid, aber wir haben einen Geburtsstillstand. Das Kind ist aus dem Becken gerutscht und kommt nicht mehr hinein, der Muttermund ist maximal 5-6 cm geöffnet und da Sie ja schon einen Blasensprung hatten müssen wir das Kind jetzt per Kaiserschnitt holen." 13 Stunden lang habe ich mich gequält, seit 5 Uhr morgens, habe mir nach 9 Stunden eine PDA geben lassen weil die Schmerzen nicht mehr auszuhalten waren - und dann doch ein Kaiserschnitt. Wir hatten uns auf vieles vorbereitet, doch darauf nicht. Schockzustand, als auf dem CTG die Herztöne des Zellhaufens auf einmal abfielen, bis sie nicht mehr vorhanden waren. Mein Gedanke: O Goth, mein Kind stirbt.

Also ab in den OP. Festgeschnallt wie Schlachtvieh, die Beine und die Arme. Dank Spinalanästhesie konnte ich nur spüren, daß es an mir zoppelte und zerrte, der Gefährte unerschütterlich an meiner Seite, las mir aus dem mitgebrachten Harry Potter vor, während ich mit den übelsten Muskelzuckungen auf diesem Tisch lag und darauf wartete, daß unser Kind aus meinem Bauch geholt wird. Endlich - nach nur 10 Minuten - war ihr 1. Schrei zu hören. Unbeschreiblich schön. Dann trug die Hebamme das kleine schreiende Bündel, das ziemlich blau, blutig und nass war, kurz zu mir, und der nächste Gedanke war: Was für riesige Füße! Ein kleines Wunder, dieser Mini-Mensch, der dort ein wenig brüllte, weil es ihm einfach zu hell war hier draußen... Ich wurde eine Ewigkeit lang zugenäht, auch deshalb, weil ich Unmengen von Blut verlor. Verließ den OP mit einem HB-Wert von 8,2 und sah aus wie ein Vampir auf Diät. Oben, im Kreißsaal, ein Anblick, den ic nie vergessen werde: Da lag die Kleine auf der nackten Brust des Gefährten, er lächelte und hielt mit seiner großen Hand, die bei diesem kleinen Menschen so riesenhaft wirkte, sanft ihr Köpfchen. Endlich konnte ich die kleine Maus aus der Nähe sehen - die großen, fast schwarzen Augen blinzelten eher müde, die kleinen Hände, die großen Füße, die Haare, irgendwo zwischen blond und braun, der Unterbiß, das Grübchen im Kinn und die Nase, die sie zweifelsohne vom Gefährten hat... Umwerfend. Und doch - da war sie wieder, die Glasscheibe. Und vielleicht beschlich mich bereits in diesem Moment ein leichter Anflug von Angst und Panik. Und das Wissen, daß es immer so sein wird. Nähe - so sehr gewünscht, so oft herbeigesehnt. Aber es scheint unmöglich zu sein, für Menschen wie mich. Ich liebe mein Kind. Aber die Glasscheibe ist da. Und ich habe Angst, daß es immer so bleiben wird.

Geburtstrauma Teil 1.

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Nnordy
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Old Post erstellt am 08-09-2011 um 10:20 Füge Nnordy zu Deiner Buddy-Liste hinzu Profil von Nnordy anzeigen Nnordy eine eMail schicken Besuche Nnordy's Homepage! Mehr Beiträge von Nnordy finden Nnordy eine Private Nachricht schicken Beitrag bearbeiten/löschen Zitieren

Autumn leaves...

Der Wind trägt den ersten Duft von bunten Blättern mit sich, wenn er mir um die Nase weht. Ich bin müde, und doch umgibt mich dieses Leuchten, wenn ich nach Hause komme und Du, mit unserem kleinen Wesen auf dem Arm, auf der Couch liegst und mich bei meinem Eintreten anlächelst. Heute morgen, als ich aufbrach zur Arbeit, habt ihr beide im Bett gelegen, die Kleine hatte die Augen zu und hat sie kurz geöffnet, als ich mich zu ihr beugte um ihr einen Kuß zu geben und sie zu streicheln. Und daneben Du, der große Mann neben dem Winzling, der Du Deinen kompletten Urlaub dafür opferst, um mich zu entlasten. Du stehst mitten in der Nacht auf, wenn das kleine Mädchen schlecht träumt, und beruhigst sie, wechselst um kurz vor 6 die Windel oder holst sie aus dem Bett, wenn sie nicht mehr bei uns liegen will, damit ich noch ein wenig schlafen kann. Genauso, wie Du während der kompletten Geburt dabei warst, rührend versucht hast, mich abzulenken, mir vorgeatmet hast, und auch im OP in grüner OP-Kleidung an meiner Seite bliebst. Und wenn ich dieses kleine Wesen ansehe, daß so viel von Dir hat und vielleicht auch ein wenig von mir, bewundere ich es, wie zart und liebevoll Du mit ihr umgehst, und wie viel Liebe mir entgegenstrahlt, wenn Du mich ansiehst. Du bist der Einzige, mit dem es wahr werden konnte, und auch wenn ich niemals ein absolutes Muttertier sein werde, auch wenn ich immer wieder ausbrechen muß, um mich lebendig zu fühlen, so ist es doch gut so, wie es ist. Ich liebe Dich. Und ich liebe unser Kind.

Der Duft von bunten Blättern trägt die Erinnerung an viele viele Jahre mit sich. Jahre, als die Sonne noch anders schien. Doch die Melancholie des Herbstes ist immer gleich geblieben für mich, immer gleich blau, auch jetzt, auch heute. Melancholia. Unter dicken grauen Septemberwolken fliegen grüne Papageien wie eine Reminiszenz an einen vergangenen Sommer, während der Wind auffrischt und die Blätter wirbeln und tanzen läßt. Ich werde wieder im Regen tanzen und habe dabei Dein Lachen in meinen Ohren, ich werde in Deinen Armen liegen und Deinen vertrauten Geruch atmen, den ich so liebe. Ich werde in Deine Augen sehen, die so voller Wärme, Vertrauen und Liebe sind, und ich werde wieder mit Dir die Klingen kreuzen vor der Kulisse eines barocken Schloßes. Ich werde mit Dir durch den Taunus düsen - Du auf der Twin, ich auf Jen-Zi - und wir werden frei sein, denn eingesperrt ist nur, wer sich selbst einsperrt, und das wird nie, nie wieder geschehen. Und mit diesem Wissen im Kopf umarme ich die herbstliche Melancholie wie den vertrauten Freund, der sie ist, lasse mich von ihr zurücktragen, hinein in die Orte der Vergangenheit, und gestatte mir ein bißchen Wehmut und eine Messerspitze Verlustschmerz. Aber es ist schön, zu spüren, daß sich zwischen uns nichts geändert hat. Vielleicht wird meine Angst davor nie ganz weichen, doch jeder Tag ist dazu da, sie zu besiegen, jeder Tag kann mir zeigen, daß ich atme, fühle, lebe. Du bist Du, ich bin ich, und wir sind wir. Wir plus 1. Liebe hoch 3.

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Geändert von Nnordy am 08-09-2011 um 10:22

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Wave goodbye...

Manchmal frage ich mich, ob ich nicht doch Masochistin bin. Wieso sonst lasse ich mir Dinge gefallen, bei denen ein anderer es schon längst mit Götz von Berlichingen gehalten hätte? Vielleicht, weil ich eine Kämpfernatur bin. Vielleicht, weil ich echt zu blöde bin. Oder vielleicht auch, weil ich immer an das Gute im Menschen glaube. Aber in dem Fall hast Du, lieber X, es jetzt doch noch geschafft. Wenn jemand sich ganz öffentlich über alle guten Wünsche von Hinz und Kunz freut, nur über meine nicht, dann ist das ein eindeutiges Statement. Und das Beste ist, daß Du, lieber X, es nicht einmal für nötig befunden hast, mir eine Chance zu geben. Nein, Du hast - basierend auf Aussagen und Behauptungen von wer weiß ich - Dir ein Bild von mir zusammengezimmert, daß Du nun selbstgerecht wie ein Banner vor Dir herträgst. Deine ehemals hohe Meinung von mir hat sich wohl tatsächlich ins komplette Gegenteil verkehrt. Und ich weiß bis heute nicht, warum eigentlich. Ich habe es mehrfach versucht, habe Dich im Laufe der Monate immer wieder gefragt, was los ist, ob alles ok ist. Immer hast Du geblockt - und Dich wohl im Stillen heimlich mit weiteren Storys über mich füttern lassen, die Dich in dem Bild bestärkten, daß Du dabei warst, zu malen. Und ab einem bestimmten Zeitpunkt war ohnehin alles, was ich tat, und alles, was ich nicht tat, falsch. Irgendwann ist es egal, was man tut - es wird einem ohnehin nur negativ ausgelegt. Ich finde es so schade. So unendlich schade. Daß Du deinen verdammten Mund nicht aufgekriegt hast um TAcheles zu reden. Und mir nun vorwirfst, ich würde Dinge nur hintenrum machen und alles schönreden. Fakt ist: Ich sage jemandem tatsächlich nicht unverblümt "Du bist ein A***". Das ist nicht mein Stil. Ich sage demjenigen dann eher: "Ich komme mit Dir nicht klar - Du und ich, das ist einfach nicht die gleiche Wellenlänge." Und ich finde es nicht schlimm, daß ich immer versuche, daß der andere sein Gesicht nicht völlig verliert. Das hat in meinen Augen was mit Respekt zu tun. Ein Respekt, den ich Dir - wenn ich mir das so anschaue - ganz offensichtlich nicht mehr wert bin. Und das ist wirklich so unendlich armselig. Genauso, wie die Sippenhaft, mit der Du mich belegt hast. Du, der Du mich eigentlich ganz gut kennst und weißt, daß für mich eine "Gruppenzugehörigkeit" immer ganz am Ende kommt, daß ich immer zuallererst mal ICH bin, und daß ich nie einfach Sichtweisen einer Gruppe adaptiere, sondern meinen eigenen Kopf habe.

Da stehen wir jetzt beide, Du und ich, und sind wahnsinnig verletzt. Ein häßliches Ende für eine verdammt gute Freundschaft. Vielleicht verstehe ich eines Tages, was Dein Problem war, denn Du hast mir bis heute nicht gesagt, was eigentlich los war/ist. Ich werde Dir immer dankbar dafür sein, daß Du für mich da warst, und daß Du Dich damals nicht hast auf eine Seite ziehen lassen. Daß Du mit mir joggen gegangen bist, mit mir gekocht hast und ganz einfach spontan am nächsten Tag nach Karlsruhe gefahren bist. Daß Du stundenlang mit mir in einem Café gesessen und gequatscht hast, daß Du mit mir die Lakaien angeguckt hast, daß ich mit Dir übers Motorradfahren palavern konnte oder mein Herz ausschütten. Daß Dir immer der Mensch Angie wichtig war, nicht die Rolle oder die Maske. Das werde ich Dir nie, niemals vergessen. Umso mehr trifft mich, wie Du heute handelst, und was Du heute von mir zu denken scheinst. Es tut verdammt nochmal saumäßig weh. Ich schreibe das und habe dabei schon wieder Tränen in den Augen. Ich habe meine Fehler und ich baue auch mal Mist - aber in Deinem Fall habe ich mir wirklich nichts vorzuwerfen, und das macht alles noch ungleich schlimmer. Ich habe das Gefühl, daß Du wahrscheinlich noch einen draufsetzen wirst, mir noch eine mitgeben wirst, obwohl ich nicht weiß, womit ich das verdient habe. Wahrscheinlich ist es so, wie jemand mal gesagt hat: Wo man sich mal so nah war, wo die Freundschaft mal so tief ging, da kann es, wenn es umschlägt, nur in Haß ausarten.

Es ist so schade. So unendlich, wahnsinnig schade. Ich wünsche Dir, lieber X, daß Du glücklich wirst. Und mir wünsche ich, daß mein Leben bald mal aufhört, nur aus Löchern zu bestehen, und ich gestatte mir einen Hauch von Vorfreude darauf, was sie füllen wird. Irgendwann einmal - nicht heute, nicht morgen, und auch nicht übermorgen. Aber irgendwann.

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Foggy (12.2.2005 - 18.6.2012)
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