Randy
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erstellt am 25-10-2009 um 17:12
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Zitat: 2. Wer den Begriff "Extremismus" anerkennt, tut damit seine Zustimmung zum herrschenden System, zum Kapitalismus kund
Und? Der Kapitalismus ist das effizienteste, erfolgreichste und gerechteste wirtschaftliche System, das existiert, und das einzige, das mit individuellen Freiheiten und Rechten sowie einer parlamentarischen Demokratie harmoniert.
Darüberhinaus ist er Ausdruck eines grundlegenden menschlichen Entwicklungsmusters: Trial and Error - Dinge (Geschäftsmodelle und so weiter) werden ausprobiert, wenn sie funktionieren weiterbetrieben, wenn sie nicht funktionieren aufgegeben.
Beispiel Finanzmarkt: Wildes Spekulantentum und acide Papiere kann man sich nur dann leisten, wenn man damit rechnen kann, von Politikern mit der Begründung "gesellschaftlicher Verantwortung" im Ernstfall mit Steuergeldern gerettet zu werden.
Da dies passiert ist, kann das "Zocken" wieder weitergehen - hätten man hingegen auf den "Schutzschirm" verzichtet, hätten die Verantwortlichen und die nächsten Manager-Generationen gelernt, dass unverantwortliches, nur auf den schnellen Profit zielendes Verhalten langfristig zerstörerisch wirkt, und würden es unterlassen.
Ein Beispiel für die destruktive Wirkung staatlicher Regulation.
Weiter auf deine Aussagen eingehen möchte ich nicht, da dies von dir nur als Aufforderung verstanden würde, deinen inzwischen in in mehreren hundert Variationen vorliegenden Standardbeitrag mit kontinuierlich sinkendem sprachlichen und intellektuellen Niveau zu replizieren.
Zitat: 1. läuft es de facto nicht selten unrechtsmäßig ab
Natürlich, und um dies zu ändern muss in diesem Bereich mehr kontrolliert werden etc.
Empirische Studien zeigen jedoch eindeutig, dass das Ausmaß an Korruption in einem Land stark negativ mit der vorhandenen wirtschaftlichen Freiheit korreliert, d.h. mehr wirtschaftliche Freiheit -> weniger Korruption.
Siehe u.a.
http://www.sciencedirect.com/scienc...4cd0d10d6023ad1
http://www.sciencedirect.com/scienc...7cd96ae3fbf5999
http://www.oecdobserver.org/news/fu...corruption.html
Linke wollen hingegen stets mehr Staatseinfluss, mehr Auflagen, mehr Regulation - und dadurch entsteht Vetternwirtschaft, Beziehungen, die dem Umgehen dieser Auflagen dienen, Bestechung um Aufträge zu bekommen etc.
Ein gutes Beispiel sind die vor kurzem in den Medien berichteten Absprachen zwischen Ärzten und Kliniken, nach denen die Ärzte Prämien für Überweisungen bekommen.
Das ist natürlich sehr kritikwürdig, aber es ist logisch: Wenn man als Arzt nur eine Pauschale für einen Patienten bekommt, unabhängig davon, wieviel Zeit und Ressourcen man für ihn aufwenden muss, so sucht man sich andere Wege, um Geld zu verdienen und fühlt sich dabei auch noch im Recht.
Es ist also eine Frage des Anreizes, und je mehr unnötige Regulation, je mehr Staatseinfluss existiert, desto reizvoller wird Lobbyismus, Anbandelung an korrupte Politiker etc.
Zitat: 2. ist es undemokratisch und unseriös - auch wenn es rechtens ist - weil Lobbypolitik nicht im Sinne einer Volksvertretung sein kann, darüber vermag auch keine zukünftige FDP-Marionette, die sich gerne als Kanzlerin aller Deutschen feiern lässt, hinwegtäuschen.
Das ist, wenn ich es mal so formulieren darf, typisch links:
Aber Lobbypolitik für Gewerkschaften, NGOs, Studentenvertreter etc. ist OK, oder?
Natürlich, die gehören ja nicht zum Klassenfeind.
Abgesehen davon würde ich Frau Merkel nicht als FDP-Marionette bezeichnen - der Koalitionsvertrag deutet zwar in die richtige Richtung, aber es wird noch lange dauern, bis die CDU endlich den sozialdemokratischen Anstrich der letzten Jahre abstreift und die Möglichkeiten gesellschaftlicher Veränderung, die eine Koalition mit der FDP bietet, erkennt und nutzt.
Zitat: Es gibt größere Probleme in Deutschland als Links- oder Rechtsextremismus, z.B. Wirtschaftkriminalität und soziale Ausbeutung
Zur Wirtschaftskriminalität und so weiter siehe oben - dazu hat die Linke genau den falschen Ansatz.
Und ich halte gerade politischen Extremismus für ein sehr großes Problem, denn ich beobachte, dass der öffentliche Raum zunehmend an Extremisten, Säufer, Randalierer und allgemein Personen, die durch ihr Auftreten bereits Gewaltbereitschaft ausstrahlen, verloren geht - dazu gehören die in Ostdeutschland inzwischen massiv vertretenen Neo-Nazis ebenso wie Punks, die vor Bahnhöfen abhängen und Passanten belästigen, ebenso wie Linksautonome, die Sachbeschädigung für akzeptabel erachten und ganz ungeniert ihre Taten auf Indymedia preisen und zu weiteren aufrufen.
Ich halte die Stimmung in einer Gesellschaft für sehr wichtig - und wenn diese von einer generellen Feindlichkeit gegenüber dem Wirtschaftssystem sowie den politischen Entscheidungsträgern geprägt ist, kann das nicht lange gut gehen.
Was die soziale Ausbeutung angeht, so halte ich den Begriff für unangebracht.
Person A unterbreitet Person B das Angebot für einen Arbeitsvertrag.
Person B kann ihn annehmen oder nicht.
Wenn B ihn annimmt, so tut er dies aus freiem Willen, und geht eine vertragsmäßige Beziehung mit A ein, die nichts mit Ausbeutung zu tun hat, unabhängig von den Entlohnungsbedingungen, da kein physischer Zwang ausgeübt wird.
Selbst wenn B keine andere Arbeitsmöglichkeit fände, könnte er immer noch betteln, Mülltonnen durchsuchen, das Land verlassen oder versuchen, anderweitig durch zu kommen.
Für den gemeinen Linken hört sich das natürlich schrecklich an, aber gerade daran zeigt er sein wahres gesicht: Er ist gegen Freiheit - denn Freiheit bedeutet immer auch die Freiheit, Verträge schließen zu dürfen - und genauso wie du nicht willst, dass man dir vorschreibt, welche Waren du kaufen sollst, oder mit wem du eine Geschäftsbeziehung eingehst, oder welche Fernsehsender du siehst, genauso will der Arbeitgeber nicht, dass man ihm vorschreibt, wen er zu welchen bedingungen einstellen soll - beides ist ausdruck derselben Freiheit, die ich für sehr wichtig und wertvoll halte.
Zitat: Eine Partei verbieten zu wollen, die rund 12% der Stimmen bekommen hat, halte ich ebenfalls für leicht abwegig.
Das schrieb ich nicht - ich halte es nur für unlogisch, einerseits Programme gegen Nazis zu unterhalten, andererseits die Tatsache, dass viele junge Leute die DDR romantisieren und verherrlichen zu ignorieren.
Dagegen sollte mehr Aufklärung betrieben werden - schließlich würde man es auch nicht akzeptieren, wenn man ähnliches über das Dritte Reich sagte.
Ebenfalls problematisch ist es, dass im Internet auf zahlreichen Seiten offen zu Gewalt aufgerufen wird bzw. Gewalttaten verherrlicht werden, ohne dass die dafür vorgesehenen Gesetze Anwendung finden - das trägt zu dieser unter Jugendlichen verbreiteten Einstellung, dass es ganz normal wäre, seinem Unmut gegen die Gesellschaft, das "System" durch Gewalt ausdruck zu verleihen.
Darüberhinaus übt marxistisch-sozialistisches Gedankengut einen zersetzenden Einfluss auf die Gesellschaft aus, da es den Respekt vor Leistung, Eigentum und Autorität untergräbt, und die Menschen einerseits nihilistisch ("Scheiß Kapitalisten, überall nur scheiß Kapitalisten! Ich arbeite nicht, denn dann würde ich sie nur unterstützen und das System aufrecht erhalten! Ich tue auch nichts zu Verbesserung, denn dadurch würde ich ja nur das offene Aufbrechen der gesellschaftlichen Widersprüche hinauszögern!") und andererseits depressiv ("Oh mein Gott, es gibt soviel Leid und Elend auf der Welt, wie kann ich es da nur ertragen, nicht genauso zu leiden! Wie kann ich heute Abend nur mein Schnitzel essen, wenn ich weiß, dass irgendwo in Afrika ein Kind verhungert! Alles nur wegen der kapitalistischen Ausbeutung - Scheiß Kapitalisten - überall nur scheiß Kapitalisten *muhahahahah*") macht.
Daher sollte man ihm, nicht durch Verbote, sondern durch Bildung, durch Aufzeigen der Vorteile und Freiheiten einer kapitalistisch-demokratischen Gesellschaft und durch hartes Durchgreifen gegenüber politisch motivierten Straftaten, konsequent entgegen treten.
Geändert von Randy am 25-10-2009 um 17:23
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