Hrefnadis
semper fidelis
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erstellt am 08-12-2009 um 18:20
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Ich möchte hier einmal eine Bresche für eine hierzulande wenig bekannte Autorin und ein wenig bekanntes Literaturfeld schlagen, der erotischen Fantasyliteratur nämlich.
Im Gegensatz zu der gerade sehr umhypten Twighlight-Serie, die sehr keusch daher kommt, geht Nalini Singh ganz andere Wege. Für ihre wilden Charaktere wären die Vampire wohl zu blutarm , deshalb wandte sie sich den Gestaltwandlern zu und schuf für sie ein völlig neues Universum, in dem es neben diesen leidenschaftlichen Wesen auch noch die kalten, gefühllosen Medialen (Menschen mit verschiedensten paranormalen Fähigkeiten) und normale Menschen gibt, die in der Regel zwar auf Distanz, aber friedlich zusammen leben. Die Changeling-Saga ist die Geschichte hauptsächlich von Mitgliedern des DarkRiver-Leopardenrudels, Gestaltwandlern also, die sich in Leoparden verwandeln. Die einzelnen Charaktere sind liebevoll und lebensnah beschrieben, man kann sich leicht mit ihnen identifizieren. Über die Bücher hinweg wird die gesamte komplexe Struktur deutlich, in der die Hauptakteure agieren - eine gesamte, fremde Welt für sich. Dabei ist diese Welt nur quasi der Rahmen für die eigentliche Handlung, die pro Buch die Liebesgeschichte eines Paares heraus greift. Rückblicke in die Vergangenheit, Verknüpfungen zwischen den verschiedenen Charakteren bilden ein glaubwürdiges soziales Netz zwischen den einzelnen Figuren. Sehr schön sind ihre Beschreibungen des Umgangs der unterschiedlichen Rassen miteinander und untereinander, die durchaus psychologischer Natur sind. Auch tiefe Einblicke in der Innenleben der Hauptfiguren fehlen nicht und geben dem Leser das Gefühl, mit deren Gefühlsleben zusammen Achterbahn zu fahren. Obwohl die Paargeschichte das Hauptsächliche ist, braucht man eine vernünftige Handlung nicht zu missen - i.d.R. Mord und Totschlag nämlich, hinzu kommen Intrigen, Machtspiele, Mysterien. Am Schluss sind alle Beteiligten an den Ereignissen merklich gereift, haben sich im besten Fall selbst und einander gefunden, wobei doch viele Wendungen so nicht zu erwarten sind.
Ich finde die Serie toll. Sie ist leichte Kost mit ordentlich erotischem Pfeffer und im Nachhinein doch schwieriger zu verdauen, als ursprünglich angenommen. Nalini Singh ist gebürtige Indonesierin und viel im asiatischen Raum unterwegs gewesen, derzeit lebt sie in Neuseeland. Ihre fremde Art der Wahrnehmung - bedingt durch die kulturelle Schranke - scheint mir erfrischend neue Sichtweisen in ein viel beliehenes Motiv zu bringen. Die DarkRiver-Leoparden erscheinen exotisch, sinnlich, liebenswert und doch verlieren sie nie ihre Gefährlichkeit, ihren Biss. Die Frauen sind ohne Ausnahme starke Persönlichkeiten, die mit viel Fingerspitzengefühl, aber manchmal auch List und Tücke ihre Raubtiere zu bändigen wissen. Die Interaktionen zwischen den Charakteren sind so zutiefst menschlich teilweise, das es schmerzt. Vielleicht, weil wir erst einmal das Tier in uns selbst akzeptieren müssten, um menschlich zu sein?
Ich halte die Serie für absolut lesenswert, wenn vielleicht auch nicht für überragend. Für alle Freunde sinnenreicher Lektüre und für alle Raubtierfans ein Muss.
Erschienen sind in deutscher Sprache bisher 4 Bände:
Leopardenblut
Jäger der Nacht
Eisige Umarmung
Im Feuer der Nacht
Alle Bände sind derzeit als Paperback im Handel erhältlich.
Wer Im Übrigen die Bücher kennt, kann selbst gerne mal ein eigenes Statement dazu hinterlassen, außerdem würde ich mich freuen, wenn jemand noch andere Autoren in diesem Bereich vorstellen könnte.
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Gefährliche Frau (im Ruhestand)
Schärfer noch als jedes Schwert ist die Klinge meiner Seele ...
Geändert von Hrefnadis am 08-12-2009 um 18:22
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