Anti87
Vom Sehnen getrieben, vom Leben gehalten.
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erstellt am 04-08-2010 um 14:00
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Grüße, Solistin.
Natürlich, eine der alten Fragen - warum fühle ich so?
Warum ist ein zweischneidiges Schwert und die Frage nach dem eigenen Zustand/Wesen ist der dünnste Faden, an dem dieses Schwert über deinem Kopf baumeln kann.
Wenn es speziell um die Trauer geht, muss man Vorunterscheidungen treffen:
- Trauere ich wegen "jeder Kleinigkeit"?
So zum Beispiel, wenn etwas nicht gelingt, wie das Einhalten eines normalen Termines zum Treff mit Freunden, das Kochen von Essen, eben kleinere Vorhaben.
Wenn es so ist, liegt der Verdacht oft nahe, dass man mit diesen kleinen Trauergelegenheiten eigentlich nur stückweise eine viel gewaltigere Masse von Gefühlen in sich abbaut, da es der eigenen Psyche zu gefährlich wäre, sie auf einmal loszulassen.
In dem Fall wäre eventuell die Frage zu stellen: Leide ich an ernsten Depressionen?
- Ist es wegen "triftiger" Gründe?
Hiermit sind (für "normale" Menschen) offensichtliche Gründe für Trauer gemeint, der Tod eines lieben Wesens, das Scheitern einer vor dem Abschluss stehenden Berufsausbildung oder der Verlust der Arbeitsstelle, die Geburt eines kranken Kindes u.ä..
Hierbei ist Trauer voll gerechtfertigt und weniger auf Depressionen zurückzuführen.
Ich entnehme deinen Beiträgen, dass es sich wohl um weniger "gravierende" Dinge handelt (was nicht deine Reaktion entwerten soll!), die dieses Gefühl bei dir auslösen.
Deine Ursprungsfrage "Warum gibt es die Traurigkeit?" kann ich nur als interessierter Laie der Psychologie und als viel nachdenkender Mensch beantworten, den Wikipediabeitrag habe ich nicht gelesen.
Trauer ist für mich ein psychologischer Mechanismus, der allgemein negative Gefühle ausdrückt.
Trauer kann ebenfalls eine Kompensation verschiedener Ängste oder anderer Gefühle (Wut, Selbsthass) sein, die sich dann anstatt in ihrer ursprünglichen Form als eben Trauer entpuppen.
So ist es möglich, dass du anstatt wütend zu sein, traurig bist.
Was sie verursachen soll?
Meiner Meinung nach, wie alle Gefühle, ist auch die Trauer ein Ausdruck deiner Persönlichkeit und deines Seelenlebens.
Wann immer ein negatives Gefühl besonders oft oder stark auftritt, gibt es etwas um dich herum oder in dir zu ändern oder zu verarbeiten.
Verarbeiten kann man durch Trauern oft Todesfälle oder andere Schicksalsschläge, dies sind die Veränderungen in dir.
Bist du nun wütend oder traurig über einen bestimmten Zustand, so ist es ein Hinweis deiner Psyche an dich, diesen Zustand zugunsten deines Wohlbefindens zu ändern.
Kurz, die Trauer (wie auch andere Gefühle) dient für mich als Spiegel des Lebens, das man führt.
Was du tun kannst, wäre, die "Baustellen" zu überprüfen, die du nanntest, um zu sehen, ob sie dir vielleicht mehr zu Herzen gehen als dir klar ist.
Was der (meiner Meinung nach) falsche Weg wäre, ist das Ignorieren oder Abtöten von Gefühlen.
Lass mich aus eigener Erfahrung sprechen:
Das Abtöten der Wahrnehmung von Gefühlen erschwert unglaublich den Umgang mit Menschen. Ich habe vor vielen Jahren innerlich damit begonnen, Gefühle aller Art sterben zu lassen, um mich zu schützen vor den Verletzungen dieser Menschen und des Lebens.
Momentan bin ich kaum fähig, Gefühle in mir wahrzunehmen und sie dann zu verarbeiten, alles staut sich sehr lange auf und entlädt sich in selbstschädigendem oder unberechenbarem Verhalten wie Panikattacken.
Lebe deine Gefühle, wenn sie sich dir anbieten. Du lernst sehr viel über dich selbst und darüber, wie der Mensch innerlich funktioniert.
Es hilft dir dabei, andere Menschen besser zu verstehen und ihnen und dir selbst auch mehr Verständnis entgegenzubringen.
Ich hoffe, dir hiermit geholfen zu haben.
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Träume sind ein Horizont - unerreichbar, aber immer in Sichtweite.
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